diff --git a/views/nt/ev/mk/getauft/reinigen.pug b/views/nt/ev/mk/getauft/reinigen.pug index f5382dd..da1c264 100644 --- a/views/nt/ev/mk/getauft/reinigen.pug +++ b/views/nt/ev/mk/getauft/reinigen.pug @@ -801,7 +801,7 @@ block content br | aus der himmlischen Herrlichkeit heraus in die Erniedrigung bis zum schmachvollen Tod am Kreuz; br - | von weiter oben als der Gottgleichheit kann man nicht kommen, tiefer als zum Tod am Kreuz kann man nicht sinken: + | von weiter oben als der Gottgleichheit kann man nicht kommen, tiefer als zum Tod am Kreuz – vorgestellt auch als äußerste Gottferne – kann man nicht sinken: br | Jener, der eigentlich – qua Gottgleichheit – „Erster“ ist, wird zum „Letzten“. li @@ -811,7 +811,7 @@ block content br | durch „Aussätzigsein“ aber gehört man zu den „Letzten“ der Gesellschaft, br - | und Ort des „Austausches“ ist der „Tod am Kreuz“ (s. o.). + | und Ort des „Austausches“ ist der Tod am Kreuz (s. o.). li | Während in der Heilung des „Aussätzigen“ der „Austausch“ konstitutiv ist, | enthält der Philipperhymnus nicht explizit den Gedanken, dass die Erniedrigung des Gottgleichen geschieht, um jemand anderen zu erhöhen; @@ -865,19 +865,19 @@ block content | Heilung des „Ausätzigen“ stand, ist generell vom „Austausch“ geprägt, so auch das Sich-unter-die-Abtrünnigen-rechnen-Lassen im Sinne des | „Mein Knecht, der gerechte, macht die Vielen gerecht; er lädt ihre Schuld auf sich. ... Er hob die Sünden der Vielen auf und trat für die Abtrünnigen ein“ (Jes 53,11d.12c). br - | Daher ist es wahrscheinlich, dass Entleerung und Erniedrigung des Gottgleichen „bis zum Tod am Kreuz“ analog im Sinne eines „Austauches“ zu verstehen sind: + | Daher ist es wahrscheinlich, dass Entleerung und Erniedrigung des Gottgleichen „bis zum Tod am Kreuz“ analog im Sinne eines „Austausches“ zu verstehen sind: br - | um den Menschen, der in die Tiefe der Gottferne gefallen war, zu Gott zu erhöhen, ist der Gottgleiche in die Tiefe der Gottferne – den Tod am Kreuz – hinabgestigen. + | um den Menschen, der in die Tiefe der Gottferne gefallen war, aus dieser Gottferne zu erlösen – in diesem Sinne zu Gott zu erheben –, ist der Gottgleiche in die Tiefe der Gottferne – den Tod am Kreuz – hinabgestiegen. li | Der Hymnus weist im Vergleich zum Gottesknechtslied eine doppelte Radikalisierung auf: br - | Der „Austausch“ geschieht als Entleerung und Erniedrigung von der höchsten Stelle – der Gottgleichheit – herab in die tiefste Tiefe der Todes am Kreuz, + | Der „Austausch“ geschieht als Entleerung und Erniedrigung von der höchsten Stelle – der Gottgleichheit – herab in die tiefste Tiefe der Gottferne des Tod am Kreuz, br | und die Erhöhung stellt nicht „unter die Großen und Mächtigen“, sondern verleiht „den Namen, der größer ist als alle Namen“. li - | Insgesamt wird man sagen können, dass bis zum soteriologisch verstandenen „Tod am Kreuz“ die Heilung des „Aussätzigen“ - | genau das erzählt, was der Philipperhymnus besingt, nur dass die Erzählung von Jes 53,4a her das Bild „gesund ↔ krank“ nutzt. + | Insgesamt wird man sagen können, dass die Heilung des „Aussätzigen“ + | genau das erzählt, was der Philipperhymnus bis zum soteriologisch verstandenen „Tod am Kreuz“ besingt, nur dass die Erzählung von Jes 53,4a her das Bild „gesund ↔ krank“ nutzt. br | Wie der Philipperhymnus vom Vierten Gottesknechtslied inspiriert ist, so auch die Heilung des „Aussätzigen“, | die aber im Kontext der konzentrischen Gliederung auch mit dem Philipperhymnus in Beziehung steht. @@ -947,38 +947,100 @@ block content | Allerdings kommt es beim „Menschen reinigen“ – also der Taufe – nicht zu einem „Austausch“ der Jünger mit den Täuflingen (in dem Sinne, dass die Taufspender „unrein“ werden würden). br | Dadurch entsteht eine Spannung, die aufgelöst werden muss. + //- + li + | Hier kann folgender Gedankengang helfen: + br + | Das „Rein machen“ des „Aussätzigen“ ist mit dem „Austausch“ Jesu mit dem „Aussätzigen“ (→ „er hat unsere Krankheit getragen“) identisch; + br + | damit wiederum ist – löst man die Bildsprache auf – identisch, was der Philipperhymnus vom Gottgleichen bis zum „Tod am Kreuz“ besingt; + br + | Entleerung und Erniedrigung des Gottgleichen im Philipperhymnus ist aber + | analog von den Söhnen des Zebedäus erzählt, die ihren Vater und damit die Stellung im väterlichen Betrieb verlassen + | und in den Dienst Jesu treten. – Genau damit lässt sich der Gedanke des „Austausches“ verbinden im Sinne der Nachfolge. + //- + Berufung der Jünger Heilung des Aussätzigen Nachfolge: Ergänzung eines Gegenüber + SdZ reinigen Netze Jesus reinigt den Aussätzigen durch Austausch Jünger reinigen Menschen – ohne Austausch + SdZ verlassen Vater Gottgleicher entleert und erniedrigt sich, Jünger tauschen mit den Letzten + um den Menschen aus der Gottferne zu retten, + also zu Gott zu erhöhen → Austausch + br + span.small + | Verkürzt könnte man auch sagen: + br + | Weil das Thema „Austausch“ bei der Heilung des „Aussätzigen“ zentral ist, dieses sich aber nicht mit der + | Analogie „(Menschen) rein machen“ – „Netze reinigen“ verbinden lässt, + br + | ist in die Analogie zwischen Jesus und den Zebedäussöhnen das hineinzuholen, was von letzteren + | neben dem Netzereinigen noch erzählt wird, nämlich das, womit sie auf den Ruf in die Nachfolge antworten + | und womit sie dem Vorbild des Gottgleichen im Philipperhymnus folgen; + br + | vom „Austausch“ Jesu her ist dort ein „Austausch“ zu ergänzen. + br + | Oder, nochmal anders ausgedrückt: + br + | Der „Austausch“ Jesu mit dem „Aussätzigen“ bedeutet für die Jünger, dass sie nun – in der Taufe – „Menschen reinigen“ können von Schuld. + br + | Von dieser soteriologischen Ebene ist auf die ethische Ebene zu gehen, weil der „Austausch“ mit dem „Aussätzigen“ durch Jesus ein Bild ist + | für seine Entäußerung und Erniedrigung zum Sklaven bis zum Tod am Kreuz; bei dieser Rückübertragung müssen die Söhne des Zebedäus + | mitgenommen werden, also ist statt der Verbindung „Netze reinigen → Menschen reinigen“ das in Blick zu nehmen, was im Zuge des Eintritts in die Nachfolge + | von ihnen auf der ethischen Ebene erzählt wird und womit sie dem Vorbild des Gottgleichen im Philipperhymnus folgen; + | dort ist der „Austausch“ einzutragen. li - | Hier kann folgender Gedankengang helfen: + | Schlüssel dazu ist die Erkenntnis der Analogie zwischen der Erzählung der Heilung des „Aussätzigen“ und dem + | Philipperhymnus. br - | Das „Rein machen“ des „Aussätzigen“ ist mit dem „Austausch“ Jesu mit dem „Aussätzigen“ (→ „er hat unsere Krankheit getragen“) identisch; + | Die Erzählung nutzt die Bildsprache „Krankheit“ aus dem Vierten Lied vom Gottesknecht des Jesaja, + | um das Erlösungsgeschehen zu beschreiben: „er hat unsere Krankheit getragen“. Der „Austausch“, den Jesus vollzieht, + | ist einzigartig, einmalig – die Jünger können ihn (in der Taufe) nur „anwenden“. br - | damit wiederum ist – löst man die Bildsprache auf – identisch, was der Philipperhymnus bis zum „Tod am Kreuz“ besingt; - br - | Entleerung und Erniedrigung des Gottgleichen im Philipperhymnus ist aber - | analog von den Söhnen des Zebedäus erzählt, die ihren Vater und damit die Stellung im väterlichen Betrieb verlassen - | und in den Dienst Jesu treten. – Genau damit lässt sich der Gedanke des „Austausches“ verbinden im Sinne der Nachfolge. - br - span.small - | Verkürzt könnte man auch sagen: - br - | Weil das Thema „Austausch“ bei der Heilung des „Aussätzigen“ zentral ist, dieses sich aber nicht mit der - | Analogie „(Menschen) rein machen“ – „Netze reinigen“ verbinden lässt, - br - | ist in die Analogie zwischen Jesus und den Zebedäussöhnen das hineinzuholen, was von letzteren - | neben dem Netzereinigen noch erzählt wird, nämlich das, womit sie auf den Ruf in die Nachfolge antworten - | und womit sie dem Vorbild des Gottgleichen im Philipperhymnus folgen; - br - | vom „Austausch“ Jesu her ist dort ein „Austausch“ zu ergänzen. - br - | Oder, nochmal anders ausgedrückt: - br - | Der „Austausch“ Jesu mit dem „Aussätzigen“ bedeutet für die Jünger, dass sie nun – in der Taufe – „Menschen reinigen“ können von Schuld. - br - | Von dieser soteriologischen Ebene ist auf die ethische Ebene zu gehen, weil der „Austausch“ mit dem „Aussätzigen“ durch Jesus ein Bild ist - | für seine Entäußerung und Erniedrigung zum Sklaven bis zum Tod am Kreuz; bei dieser Rückübertragung müssen die Söhne des Zebedäus - | mitgenommen werden, also ist statt der Verbindung „Netze reinigen → Menschen reinigen“ das in Blick zu nehmen, was im Zuge des Eintritts in die Nachfolge - | von ihnen auf der ethischen Ebene erzählt wird und womit sie dem Vorbild des Gottgleichen im Philipperhymnus folgen; - | dort ist der „Austausch“ einzutragen. + | Wechselt man nun von dieser Bildsprache „Krankheit“ + | in die sachlich indentischen Ausdruckskategorien des Philipperhymnus, + | muss man die Söhne des Zebedäus „mitnehmen“: + | Nun erscheint als verbindendes Element zwischen Jesus und den Söhnen des Zebedäus nicht „Netze reinigen → Menschen reinigen“, + | sondern das Verlassen des hohen Status; dort lässt sich auch bei den Söhnen des Zebedäus ein „Austausch“ eintragen, + | und dies soll der Leser tun. + table.table.table-sm.mt-3 + thead + tr + th.card-text + | Biblischer Text als Verstehensfokus + th.card-text + | Handeln Jesu + th.card-text + | Anknüpfungspunkt in der Erzählung von der Berufung der Zebedäussöhne + th.card-text + | Dienst der Jünger in der Nachfolge Jesu + tbody + tr + td.card-text + | Viertes Lied vom Gottesknecht + br + | → Bildebene + td.card-text + | „Rein machen“ des „Aussätzigen“ durch Vollzug eines „Austausches“ (im Tod am Kreuz): + br + | „er hat unsere Krankheit getragen“ + td.card-text + | Die Söhne des Zebedäus reinigen ihre Netze + td.card-text + | Die Jünger „reinigen“ im Bad der Taufe Menschen + br + | → soteriologische Ebene + tr + td.card-text + | Philipperhymnus + br + | → Sachebene + td.card-text + | Der Gottgleiche entäußert und erniedrigt sich bis zum Tod am Kreuz, + | um den Menschen aus der Gottferne zu befreien + br + | → Sachlich identische Analogie zum „Austausch“ mit dem „Aussätzigen“ + td.card-text + | Die Söhne des Zebedäus verlassen ihren Vater und damit die Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb + td.card-text + | „Austausch“ auf ethischer Ebene li | Der Evangelist will also sagen: ul.card-text @@ -1144,7 +1206,8 @@ block content br | Wie der Dämon vor dem Namen Jesu, des „Heiligen Gottes“, die Knie beugt, indem er schweigt und weicht, | sollen auch die Menschen vor diesem Namen Jesu die Knie beugen, indem sie seinem Ruf zu Glaube und Umkehr folgen: - | eine Verpflichtung, zu leben, „wie es dem Evangelium Christi entspricht“. + | eine Verpflichtung, zu leben, „wie es dem Evangelium Christi entspricht“, + | nämlich selber den Weg der Erniedrigung zu gehen. .card.slide.border-secondary.mb-2