diff --git a/views/nt/ev/mk/getauft/verteidigung.pug b/views/nt/ev/mk/getauft/verteidigung.pug
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br
| 26 Und wenn sich der Satan gegen sich selbst erhebt und gespalten ist, kann er keinen Bestand haben, sondern es ist um ihn geschehen.
br
- | 27 Es kann aber auch keiner in das Haus des Starken eindringen und ihm den Hausrat rauben, wenn er nicht zuerst den Starken fesselt; erst dann kann er sein Haus plündern.
+ | 27 Es kann aber auch keiner in das Haus des Starken eindringen und ihm den Hausratrauben, wenn er nicht zuerst den Starken fesselt; erst dann kann er sein Haus plündern.
br
| 28 Amen, ich sage euch: Alle Vergehen und Lästerungen werden den Menschen vergeben werden, so viel sie auch lästern mögen;
br
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| 30 Sie hatten nämlich gesagt:
q Er hat einen unreinen Geist.
+
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+ .card-body
+ h5.card-title Jesus von Beelzebul besessen? – Nein: er ist der „Stärkere“!
+ hr
+ p.card-text
+ | Nicht verrückt, sondern mit dem Herrscher der Dämonen im Bunde – das denkt man
+ | in Jerusalem über Jesus. Jesus widerlegt das mit seiner Argumentation, aus der man seine
+ | Überzeugung heraushören kann:
+ br
+ | Satan („der Starke“) ist bereits besiegt; Jesus ist „der Stärkere“ (Mk 1,7);
+ | dass Jesus Wunder und Dämonenaustreibungen wirken kann, das ist für
+ | ihn ein eindeutiges Zeichen dafür. – Wenn man dem Satan nicht selbstzerstörerische Schizophrenie vorwerfen will.
+ p.card-text
+ | Fast nebenbei schiebt Markus Jesus eine Selbstinterpretation unter:
+ br
+ | Die „Kraft“, die hinter Jesus steht, ist Gottes Heiliger Geist, der in ihm und durch ihn wirkt.
+ p.card-text
+ | Diese Erzählung ist mit 1,2-13, also dem ersten Teil des Evangeliums, verknüpft durch die
+ | Trias „‚Starker‘/‚Stärkerer‘ + Satan [Versuchung/Dämonenaustreibung] + Heiliger Geist“.
+ br
+ | Der Ausgang der Versuchungserzählung blieb auf Ebene des Textes offen;
+ | hier wird sozusagen das das Resultat der Begegnung
+ | zwischen Satan und Jesus (im Tod am Kreuz!) nachgeschoben: Jesus hat Satan ‚gefesselt‘!
+ br
+ | Die Erzählung hier in 3,22-30 legt das nahe.
+ p.card-text
+ | Die Aussage vom Einbrechen ins Haus und Hausrat rauben wird in der Mitte der konzentrischen Gliederung
+ | schön bebildert:
+ br
+ | durch seinen Tod ist Jesus in das Totenreich – das Haus hier quasi als Grab – eingebrochen
+ | und ermöglicht dort den Toten (→ Gelähmter) eines neues Leben, das sie nach Hause (→ in den Himmel) gehen lässt.
+
+ .card.slide.border-primary.mb-3
+ .card-body
+ h5.card-title Wo der Vorwurf an Jesus herkommt – Und warum Jesus hier wieder durchsichtig auf Paulus wird
+ h6.card-subtitle.text-muted Erweiterte Bezüge durch die Mitte der konzentrischen Gliederung
+ hr
+ p.card-text
+ | Der Vorwurf an Jesus ist einerseits allerhand, hat er sich doch eigentlich mit Dämonenaustreibungen und Heilungen
+ | frontal gegen Satan positioniert.
+ br
+ | Andererseits hat sich Jesus auch verdächtig gemacht durch seine Gemeinschaft mit den „Zöllnern und Sündern“ (Mk 2,13-17)
+ | und seinem Eintreten für „die Sünder“ (in Mk 2,18-22: Fastenfrage, sowie Mk 2,23-28: Sabbat);
+ | ferner vertritt er eine „eigenwillige“ Auslegung des Sabbat-Gebotes (Mk 2,23-28, auch Mk 3,1-6),
+ | steht mithin also nicht zu 100 % in der (sonst üblichen) Tradition des jüdischen Gesetzes.
+ p.card-text
+ | Schon in Mk 2,1-12 (Heilung des Gelähmten) war das Verhältnis zwischen Jesus und dem jüdischen Gesetz subtil
+ | Thema gewesen, allein schon durch die Präsenz der Schriftgelehrten
+ | und konkret in der Frage nach wirksamer Sündenvergebung;
+ br
+ | es ging dabei – neben anderem und wie schon in 1,21-28 (erste Dämonenaustreibung, Schriftgelehrte im Horizont genannt) – um die Insuffizienz des Gesetzes, lebendig zu machen.
+ br
+ | Ferner war auch in Mk 2,1-12 – wie hier – die Frage, wer durch Jesus eigentlich wirkt, präsent, nämlich
+ | in der Anrede Jesu an den Gelähmten: „Mein Sohn“, womit angedeutet ist, dass durch Jesus Gott selbst wirkt,
+ | was die Schriftgelehrten nicht realisieren und weswegen sie die Sündenvergebung durch Jesus ablehnen.
+ br
+ | Mk 2,1-12 bildet nun die Mitte der konzentrischen Gliederung.
+ p.card-text
+ | Mit Mk 2,1-12 steht aber in besonderer Weise auch Röm 6 im Mittelpunkt; und genau dort setzt sich Paulus mit ganz ähnlichen
+ | Vorwürfen wie hier Jesus auseinander, wozu er von Kritikern seiner Rechtfertigungslehre offenbar genötigt wird:
+ br
+ q.bibeltext Was sollen wir nun sagen? Sollen wir an der Sünde festhalten, damit die Gnade umso mächtiger werde? Keineswegs!
+ span.bibelstelle Röm 6,1
+ br
+ q.bibeltext Was heißt das nun? Sollen wir sündigen, weil wir nicht mehr unter dem Gesetz stehen, sondern unter der Gnade?
+ span.bibelstelle Röm 6,15
+ p.card-text
+ | Mit seiner Lehre von der Rechtfertigung allein aus Gnade, ohne der Notwendigkeit, sich auf das jüdische Gesetz zu verpflichten,
+ | setzte sich Paulus dem Vorwurf aus, er würde effektiv der Sünde dienen, weil sie – ohne Verpflichtung auf das jüdische Gesetz –
+ | doch frei und schadlos praktiziert werden könne; und wenn sich Gott doch in besonderer Weise den Sündern zuwendet,
+ | ist es dann nicht gut, Sünder zu sein? Steht also hinter allem nicht doch eher die Sünde und nicht Gott?
+ p.card-text
+ | Vom Blick auf Paulus und einer Verdrehung seiner Rechtfertigungslehre her macht der Vorwurf an Jesus Sinn!
+
+ .card.slide.border-primary.mb-3
+ .card-body
+ h5.card-title Abwehr des Vorwurfs bei Paulus und Markus (bzw. dem markinischen Jesus)
+ hr
+ p.card-text
+ | Paulus weist in Röm 6 auf die grundlegende Lebenswende in der Taufe hin, auf das Mitgekreuzigtsein,
+ | Mitgestorbensein, Mitbegrabensein mit Jesus – Letzteres bildet nun die Mitte der konzentrischen Gliederung!
+ br
+ | Ein Teil der Abwehr des Vorwurfes muss also auch bei Markus nicht in der eigentlichen Erzählung selbst,
+ | sondern in der Mitte der konzentrischen Gliederung gesucht werden.
+ p.card-text
+ | Die hier relevanten Aussagen seine nochmal kurz aufgeführt:
+ br
+ q.bibeltext Wie können wir, die wir für die Sünde tot sind, noch in ihr leben?
+ span.bibelstelle Röm 6,2
+ br
+ q.bibeltext
+ | Wir wissen doch: Unser alter Mensch wurde mitgekreuzigt, damit der von der Sünde beherrschte Leib
+ | vernichtet werde, sodass wir nicht mehr Sklaven der Sünde sind.
+ br
+ | Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde.
+ span.bibelstelle Röm 6,6-7
+ br
+ q.bibeltext
+ | ... begreift auch ihr euch als Menschen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus.
+ br
+ | Daher soll die Sünde nicht mehr in eurem sterblichen Leib herrschen, sodass ihr seinen Begierden gehorcht.
+ span.bibelstelle Röm 6,11
+ p.card-text
+ | Hier wird jeweils eine klare Trennlinie zwischen Gott und der Sünde (bzw. Satan) gezogen, zwischen neuer und alter Existenz, sowie
+ | Geradlinigkeit gefordert, weil es eine Unvereinbarkeit der beiden Existenzen gibt.
+ br
+ | Analog dazu argumentiert der markinische Jesus angesichts des Vorwurfes, mit dem Anführer der Dämonen im Bunde zu stehen,
+ | dass es kein Dienst an Satan ist, wenn er in Dämonenaustreibungen von Satan bzw. den Dämonen befreit,
+ | geht es dabei doch – siehe die Mitte der konzentrischen Gliederung – um eine Befreiung, die wirklich eine Lebenswende weg von der Sünde ist,
+ | wie dies anhand des Gelähmten bebildert ist, der sich – in Analogie zur Auferstehung Jesu –
+ | zu einem neuen Leben erhebt. – Einem neuen Leben, zu dem ihm die Schriftgelehrten bzw. das jüdische Gesetz
+ | aufgrund der eigenen Insuffizienz gerade nicht verhelfen konnten und können.
+ p.card-text
+ | Man muss den Spies vielmehr umdrehen: Nicht Jesus steht im Dienst der Sünde, sondern das jüdische Gesetz,
+ | wie in der Mitte der konzentrischen Gliederung subtil angedeutet:
+ br
+ q.bibeltext
+ | Jetzt also gibt es keine Verurteilung mehr, für die, welche in Christus Jesus sind.
+ br
+ | Denn das Gesetz des Geistes und des Lebens in Christus Jesus hat dich frei gemacht vom Gesetz der Sünde und des Todes.
+ br
+ | Denn weil das Gesetz, ohnmächtig durch das Fleisch, nichts vermochte, sandte Gott seinen Sohn in der Gestalt des Fleisches,
+ | das unter der Macht der Sünde steht, wegen der Sünde, um die Sünde im Fleische zu verurteilen;
+ br
+ | dies tat er, damit die Forderung des Gesetzes durch uns erfüllt werde, die wir nicht nach dem Fleisch, sondern nach dem Geist leben.
+ span.bibelstelle Röm 8,1-4
+ br
+ | Hinzuzunehmen ist sind hier folgende Ausführungen:
+ br
+ q.bibeltext
+ | Warum gibt es dann das Gesetz?
+ br
+ | Wegen der Übertretungen wurde es hinzugefügt ...
+ br
+ | Wäre ein Gesetz gegeben worden, das die Kraft hat, lebendig zu machen, dann käme in der Tat die Gerechtigkeit aus dem Gesetz;
+ br
+ | aber die Schrift hat alles unter der Sünde eingeschlossen, damit die Verheißung aus dem Glauben an Christus Jesus
+ | denen gegeben wird, die glauben.
+ span.bibelstelle Gal 3,19.21-22
+ br
+ | Paulus kann das jüdische Gesetz als „Gesetz der Sünde und des Todes“ bezeichnen, weil es – wie in Gal 3 (wie auch in Röm 5 und 7) dargelegt –
+ | eine unheilige Allianz mit der Sünde eingegangen ist, insofern es dem Sünder nur das Todesurteil zusprechen kann, weil ihm selber
+ | die Kraft fehlt, lebendig zu machen (→ Gal 3,21!).
+
+
+
+ .card.slide.border-primary.mb-3
+ .card-body
+ h5.card-title „Er ist von Beelzebul besessen“ und „Er hat einen unreinen Geist“ ↔ Heiliger Geist
+ hr
+ p.card-text
+ | Mit dem Heiligen Geist, der fast beiläufig erwähnt wird, wird das in und durch Jesus wirkende
+ | Gegenüber zu Beelzebul bzw. den unreinen Geistern genannt.
+ br
+ | Er ist es, der – siehe die Taufe Jesu als „Prototyp“ der christlichen Taufe – in der Taufe im Menschen Wohnung nimmt,
+ | anstatt der Sünde bzw. Beelzebul bzw. den unreinen Dämonen (→ „zur Vergebung der Sünden“ in einem wirklich befreienden Sinn).
+ p.card-text
+ | Die Anspielung auf das Wirken des Geistes Gottes in und durch Jesus im Gegenüber zu Beelzubul bzw. den unreinen Geistern
+ | bei Markus deckt sich mit dem,
+ | dass Paulus immer wieder das Gegenüber zwischen Sünde (bzw. dem von der Sünde beherrschten Fleisch) und dem Geist Gottes herausstellt,
+ | z. B. indem er – wie oben zitiert – das „Gesetz des Geistes (und des Lebens)“ dem „Gesetz der Sünde (und des Todes)“
+ | gegenüberstellt.
+ p.card-text
+ | Wie Röm 6,15-23 darlegt, geht es bei der Christwerdung um einen Herrschaftswechsel;
+ br
+ | diesen kann man – verschiedene Stellen bei Paulus aufgreifend – auch so formulieren:
+ br
+ i Satan bzw. die Sünde zieht aus – Gottes Geist zieht ein.
+ p.card-text
+ | In
+ span.bibelstelle Röm 6,18
+ | kann Paulus schreiben:
+ br
+ q.bibeltext
+ | Ihr wurdet aus der Macht der Sünde befreit und seit zu Sklaven der Gerechtigkeit geworden.
+ br
+ | Und in
+ span.bibelstelle Röm 6,22
+ | kann er formulieren:
+ br
+ q.bibeltext
+ | Jetzt aber, da ihr aus der Macht der Sünde befreit und zu Sklaven Gottes geworden seid,
+ | habt ihr eine Frucht, die zu eurer Heiligung führt und das ewige Leben bringt.
+ br
+ | Freilich, hier fehlt jeweils der Geist Gottes als Begriff; das liegt aber daran, dass Paulus erst in Röm 8 den Geist Gottes
+ | in seine Argumentation einfügt, eben mit jenen oben aus
+ span.bibelstelle Röm 8,1-2
+ | zitierten Aussagen:
+ br
+ q.bibeltext das Gesetz des Geistes ... hat dich befreit aus dem Gesetz der Sünde
+ br
+ | Dies ist in Röm 6 quasi nachzutragen.
+ p.card-text
+ | Festzuhalten ist – nicht zuletzt auch als Antwort auf das Gegenüber Jesu in der aktuellen Erzählung bei Markus –, dass es
+ | in der christlichen Theologie – in der Schule des Paulus – kein absolutes Freisein gibt und geben kann,
+ | das die Sünde erlauben und damit im Dienst der Sünde stehen würde, dann man ist
+ br
+ | entweder Diener der Sünde oder Diener Gottes,
+ br
+ | entweder der einen oder dem anderen sich selbst verpflichtet,
+ br
+ | entweder von der Sünde beherrscht („besessen“) oder vom Heiligen Geist.
+ br
+ | „Frei sein“, „Befreitsein“ ist daher ausschließlich als Befreitwordensein von Sünde und Tod
+ | zu verstehen; ihm korrespondiert notwendig ein „Sklave sein“ gegenüber Gott bzw. dem einwohnenden Heiligen Geist.
+ br
+ | Insofern sind die Dämonenaustreibungen Jesu wirklich gegen Beelzebul gerichtet und geschehen nicht
+ | in seinem Dienst oder Auftrag, obwohl – aufgrund der oben erinnerten Zusammenhänge – das Befreitwerden von Beelzebul
+ | bzw. von der Sünde mit dem Befreitwerden vom jüdischen Gesetz (als göttlich verordnetem Weg zum (Un-)Heil) in eins geht.
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