diff --git a/views/nt/ev/mk/getauft/verderben.pug b/views/nt/ev/mk/getauft/verderben.pug index a9b11b0..e6a450c 100644 --- a/views/nt/ev/mk/getauft/verderben.pug +++ b/views/nt/ev/mk/getauft/verderben.pug @@ -167,7 +167,7 @@ block content li | Dem gegenüber steht – als Einwirkung des oberen Endes der konzentrischen Gliederung – der Ruf, sich in den Dienst Gottes zu stellen. li - | Wieder wird also letzlich das Gegenüber Gott ↔ Satan inszeniert und darin die Dämonenaustreibung verortet. + | Wieder wird also letztlich das Gegenüber Gott ↔ Satan inszeniert und darin die Dämonenaustreibung verortet. li | Insofern der Aufruf „Bereitet den Weg des Herrn“ bei (Deutero-)Jesaja wie bei Markus eine klar ethische Ausrichtung hat, br @@ -255,57 +255,185 @@ block content li | Das einzige Gegenüber im Dialog mit Jesus ist der unreine Geist (mit dem Geheilten wechselt Jesus kein Wort!). li - | Dieser fragt Jesus auch, ob er gekommen sei, Seinesgleichen ins Verderben zu stürzen – womit auf die Sendung Jesu Bezug genommen wird, - | die sich (auch) mit dem Mischzitat Mal 3,1; Ex 23,20 in Mk 1,2b verbinden lässt; - br - span.small - | in der vorangehenden Erzählung, der Berufung der ersten Jünger, war jedenfalls klar Jesus der Bote Gottes nach Mal 3,1; Ex 23,20. + | Dieser fragt Jesus auch, ob er gekommen sei, ihn und Seinesgleichen ins Verderben zu stürzen; damit wird die Sendung Jesu hinterfragt. + ul.card-text + li + | Diese Sendung Jesu wird am oberen Ende der konzentrischen Gliederung durch den Ruf „Bereitet den Weg des Herrn!“ + | ausgedrückt (s. o.). + br + | Aber auch das Mischzitat Mal 3,1; Ex 23,20 in Mk 1,2b hat die Sendung Jesu im Blick; + br + | in der vorangehenden Erzählung, der Berufung der ersten Jünger, war jedenfalls klar Jesus der Bote Gottes nach Mal 3,1; Ex 23,20. + li + | In der Mitte der konzentrischen Gliederung treibt der gute Geist Gottes Jesus in die „Wüste“; + | das Treiben durch den Geist verdeutlicht, dass dieser Gang Jesu in die „Wüste“ seiner Sendung durch Gott entspricht, + | und damit auch das, was sich dort ereignet: + br + | In der „Wüste“ wird eine Auseinandersetzung Jesu („Versuchung“) mit Satan verortet, und Jesus erschafft + | inmitten der „Wüste der Gottferne“ die „Insel des Lebens“. + li + | Das Wirken des guten Geistes Gottes, der Jesus als dessen Sendung in die „Wüste“ treibt (→ Mitte der konzentrischen Gliederung), + | und das Gekommensein Jesu, + | um den unreinen Geist und Seinesgleichen ins Verderben zu stürzen (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung), verbinden sich, + br + | wobei der Geist (Gottes) und der „unreine Geist“ sich als Gegensätze gegenüberstehen, „Wüste“ und „Verderben“ aber parallel + | für das Gleiche. + br + | Schlüssel zum Verständnis ist die Einsicht, dass die „Wüste“ als Ort der Gottferne eine Analogie zum Tod am Kreuz hat, + | das auch als Ort der Gottferne verstanden werden kann; der Tod Jesu am Kreuz wird jedenfalls + | von Markus sehr deutlich als Sterben in Gottferne bebildert wird (→ „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen“). + li + | Man wird also sagen können: Der Geist Gottes treibt Jesus in die „Wüste“ im Sinne des „Verderbens“ im Tod am Kreuz, + | um den unreinen Geist und Seinesgleichen ins Verderben zu stürzen. li - | Wissend, dass Jesus tatsächlich selber ins „Verderben“ (→ Kreuz) gegangen ist, um Sünde und Satan zu vernichten, lässt sich sagen: + | Überträgt man nun diese Gedanken auf das Mischzitat Mal 3,1; Ex 23,20 (→ oberes Ende der konzentrischen Gliederung), + | wird man sagen dürfen: br i | Das Mischzitat Mal 3,1; Ex 23,20 ist hier auf Jesus im Hinblick auf den unreinen Geist zu beziehen: br - | Jesus geht – als göttlicher Bote – dem unreinen Geist ins Verderben voraus, um diesem – und Seinesgleichen – den Weg ins Verderben zu bahnen, + | Jesus geht – als göttlicher Bote – dem unreinen Geist ins Verderben voraus, um diesem und Seinesgleichen den Weg ins Verderben zu bahnen, | sie also ins Verderben zu stürzen. br | Das ist seine göttliche Sendung. - .card.slide.border-primary.mb-3 - .card-body - h5.card-title - q Du bist der Heilige Gottes – uns ins Verderben zu stürzen - br - q Evangelium von Jesus Christus, Sohn (eines) Gottes - hr - ul.card-text - li Die Wendung „Sohn (eines) Gottes“ spiegelt sich im „Bekenntnis“ des unreinen Geistes: „Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes“. - li Analog wird „Evangelium“ damit gefüllt, dass Jesus offensichtlich gekommen ist, die unreinen Geister ins Verderben zu stürzen. - + .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title q er lehrte wie einer, der Vollmacht hat br + q Du bist der Heilige Gottes – uns ins Verderben zu stürzen – Schweig! + br q Was ist das? Eine neue Lehre mit Vollmacht ... hr + .card.slide.border-secondary.mb-2 + .card-body + h5.card-title + | Jesus dem Geist der Heiligkeit nach als Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten + hr + ul.card-text + li + | Der Hinweis auf die Vollmacht der Lehre Jesu rahmt die Erzählung. + li + | In der Mitte der Erzählung wird die Vollmacht Jesu durch die Austreibung eines unreinen Geistes bestätigt. + br + | Dieser betitelt Jesus als „Heiligen Gottes“: „Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes“. + br + | Darin spiegelt sich die Betitelung Jesu mit „Sohn (eines) Gottes“ am oberen Ende der konzentrischen Gliederung. + li + | In der Mitte der konzentrischen Gliederung ist der Geist Gottes die treibende Kraft des Wirkens Jesu. + li + | „Vollmacht“ als Rahmen der Erzählung und „Heiliger Gottes“ in der Mitte der Erzählung, + | sowie „Sohn Gottes“ am oberen Ende der konzentrischen Gliederung und „Geist (Gottes)“ in der Mitte der konzentrischen Gliederung + | gehen eine Verbindung ein und machen gemeinsam + span.bibelstelle Röm 1,4 + | gegenwärtig: + br + | Jesus ist + q.bibeltext + | dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzt als Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten. + li + | Damit ist die Quelle der Vollmacht Jesu deutlich: seine Auferstehung von den Toten. + br + | Dabei liegt angesichts dessen, dass die Erzählung im Kontext der konzentrischen Gliederung darauf abhebt, + | dass Jesus zum Verderben der unreinen Geister diesen ins Verderben vorausgeht (→ Tod am Kreuz), + | ein besonderer Akzent auf „von den Toten“. + + .card.slide.border-secondary + .card-body + h5.card-title + | Die machtvolle, aber verschwiegene Lehre Jesu und das Schweigegebot an den unreinen Geist + hr + ul.card-text + li + | Markus unterstreicht Neuheit und Vollmacht der Lehre Jesu. + li + | Inhaltlich bleibt die Lehre Jesu in der Erzählung selber unbestimmt; + | gemäß den Gesetzen der Konzentrik muss die Lehre Jesu aber in der Mitte der Erzählung gefunden werden können, + | wie auch die Quelle seiner Vollmacht – die in Verbindung mit der Lehre die Erzählung rahmt – in der Mitte gefunden werden konnte. + li + | Dem Verschweigen der Lehre im Rahmen der Erzählung eigentümlich parallel ist das Schweigegebot an den unreinen Geist + | in der Mitte der Erzählung; + br + | dies legt nahe, dass beides zusdammengesehen werden muss. + li + | Das Schweiggebot folgt unmittelbar auf die Betitelung Jesu als „Heiliger Gottes“; + br + | davor hatte der unreine Geist die Frage nach dem Ziel der Sendung Jesu gestellt. + li + | Was der unreine Geist verschweigt, ist der Weg zu diesem Ziel und damit auch die Ursache für den Titel „Heiliger Gottes“; + br + | dieser Weg, der mit der Frage des unreinen Geistes wesenhaft zusammenhängt, + | kann aber und soll auch durch das Dreieck „oberes Ende – Mitte – unteres Ende der konzentrischen Gliederung“ in der Mitte + | der Erzählung eingetragen werden: + br + | Jesus geht – getrieben von Gottes Geist – vor dem unreinen Geist und Seinesgleichen her + | selber den Weg ins Verderben (→ Tod am Kreuz), um ihnen damit den Weg ins Verderben zu bahnen + | und sie so ins Verderben zu stürzen. + br + | Damit hat sich Jesus auf einzigartige Weise in den Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen stellt. + li + | Durch diesen Weg in den Tod am Kreuz, der von Gott mit der Auferstehung beantwortet wurde, + | hat Jesus die Dämonen ins Verderben gestürzt und hat Jesus den Titel „Heiliger Gottes“ erhalten. + br + i Weil der unreine Geist diesen Weg Jesu verschweigt, wird er zum Schweigen verpflichtet. + li + | Für die verschwiegene Lehre Jesu gilt im Sinne der Analogie zum Schweigegebot, + | dass sie als wesentlichen Inhalt den verschwiegenen Weg Jesu ans Kreuz, + | mit dem er seine Sendung ausführt, enthält. + br + span.small Die Teile „In Galilaä/Judäa auf dem Weg“ werden dies bestätigen. + li + | Gerade dadurch, dass der Weg Jesu nur indirekt in der Erzählung gegenwärtig ist, + | liegt ein besonderer Akzent darauf; + | er ist notwendiger Verstehenshintergrund für diese Erzählung. + br + | In diesem Sinne kann das Schweigegebot auch invertierter Impuls sein: + br + i Dieser Weg Jesu in den Tod am Kreuz ist es, was verkündet werden soll! + + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title + q Schweig! + h6.card-subtitle.text-muted Ein erster Blick auf die Schweigegebote im Evangelium nach Markus + hr ul.card-text - li Markus unterstreicht Neuheit und Vollmacht der Lehre Jesu. li - | Auffällig ist, dass das Thema „Lehre Jesu“ nicht nur die Erzählung von der Austreibung des unreinen Geistes rahmt, - br - | sondern die Leute nicht eigentlich über das Wunder, sondern über die Lehre Jesu staunen. - br - i So erscheint die Austreibung geheimnisvoll als Auswirkung der Lehre Jesu. + | Das Schweigegebot an den unreinen Geist in dieser Erzählung ist in einen größeren Kontext einzuordnen, + | denn in allen Galiläa-Teilen des Evangeliums (und nur dort!) begegnen Schweigegebote, die Jesus in bestimmten Situationen ausspricht: + ul.card-text + li + i Im Hinblick auf seine Person („Bekenntnisse“) bzw. das Wissen darum, wer er ist + br + | Mk 1,21-28; Mk 1,32-34; Mk 3,7-12; 8,27-30 („Messiasbekenntnis des Petrus“); 9,2-13 (Verklärung Jesu). + li + i Im Hinblick auf Wunder, die nicht weitererzählt werden dürfen + br + | Mk 1,40-45 (Heilung des Aussätzigen); 5,35-43 (Auferweckung der Tochter des Jairus); 7,31-37 (Heilung des Taubstummen). li - | Die gelungene Dämonenaustreibung bestätigt jedenfalls die Vollmacht Jesu und die - | Gültigkeit seiner Lehre. - li Inhaltlich bleibt die Lehre Jesu unbestimmt – eine Lücke! - li.small - | Aus dem bisherigen Geschehen und besonders der inhaltlich stark geladenen „fortschreitenden Konzentrik“ bis zu dieser Erzählung mag man hier einiges ergänzen. + | In der vorliegenden Erzählung wird das „Bekenntnis“ des unreinen Geistes mit dem Schweigegebot belegt; + | dass das Wunder als solches weitererzählt wird, ist damit völlig legitim (im Gegensatz zu anderen Wundern!). + li + | Das Schweigegebot angesichts des „Bekenntnisses“ hier wurde ausgesprochen, weil der Weg Jesu in den Tod am Kreuz verschwiegen wurde. br - | Ohne diesen Blick des „sehenden Lesers“ bzw. ohne das Wissen, was im Evangelium noch kommen wird, - | bleibt die Lücke aber bestehen. Das will beachtet sein. + | Ohne das Miteinbeziehen dieses Weges können Vollmacht und Hoheitstitel Jesu irreführend und missverständlich sein. + li + | Man wird verallgemeindernd sagen können: + br + i + | Wo Schweigegebote sich auf Jesu Person beziehen („wer er ist“, Bekenntnisse), signalisieren sie, + | dass diese Aussagen in den größeren Kontext der Lehre Jesu – vor allem seines Todes, aber auch seiner Auferstehung von den Toten – einzubinden sind. + li + | Gerade angesichts dessen, dass man sich – besonders als „unbedarfter Leser“ – sich einiges zusammenreimen kann – nicht zuletzt aus den Stichworten „Heiliger Gottes“ und „Sohn (eines) Gottes“ –, + | ist dieses Schweigegebot ein wichtiges „Achtung“-Schild, ja ein „Stopp“-Schild: + br + | Denn aus den Hoheitstiteln allein – die Jesus z. B. mit Kaiser Vespasian „teilt“ – könnte man ein völlig falsches Bild von Jesus bekommen! + br + | Ein solcher Jesus Christus darf nicht verkündet werden! + li.small | Hier muss uns bewusst werden, was der „unbedarfte Leser“ bisher erzählt bekommen hat: ul.card-text @@ -336,7 +464,55 @@ block content | Es sind also wunderbare und zugleich wundersame Dinge, die der Leser bisher erfahren hat; br | wie aber das Evangelium vom nahegekommenen Gottesreich und die „Lehre Jesu“ inhaltlich zu füllen sind – das ist bisher offen! - + li + | Was der Dämon ‚bekennt‘, ist ‚wahr‘; und doch ist es – wenn man den Weg Jesu und seine damit zusammenhängende Lehre kennt – + | für sich allein genommen verführerisch und irreführend, verzerrend unvollständig. + li + | Für den „sehenden Leser“ war dieser Weg Jesu bisher schon omnipräsent; + br + | doch besteht stets die Gefahr, nur das „Ergebnis“ zu sehen und nicht den Weg dorthin. + br + | Gerade auf Letzteren legen aber Markus und Paulus besonderen Wert, weil dieser Weg sich bei jenen auswirken muss, die Jesus nachfolgen. + br + span.small + | Bei beiden ist zu bemerken, wie sie den einseitgen Blick auf die Auferstehungsherrlichkeit Jesu kritisieren, + | weil das Vergessen des Weges Jesu ans Kreuz ein Den-Mitmenschen-Vergessen mit sich bringen kann; + | sowohl bei Markus als auch Paulus begegnen dazu konkrete Beispiele. + br + | Markus wird sich dieser Thematik vor allem im übergreifenden Teil „Auf dem Weg“ widmen. + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title Jesu Lehre: Das Evangelium Jesu Christi + h6.card-subtitle.text-muted Von der Kraft des Evangeliums + hr + ul.card-text + li Wie durch die obigen Ausführungen deutlich wurde, kann die „Lehre Jesu“ inhaltlich besonders mit seinem Weg ans Kreuz gefüllt werden. + li + | Auch die Auferstehung Jesu im Sinne der Einsetzung als „Sohn Gottes in Macht“ ist in der Erzählung präsent und – wenn auch hier untergeordnet – + | als Teil der Lehre Jesu zu verstehen. + li + | Beides – Tod und Aufestehung – sind das „Evangelium Jesu Christi“ (→ oberes Ende der konzentrischen Gliederung), + | wobei hier ein besonderer Akzent auf Jesu Tod liegt. + li So lassen sich „Evangelium Jesu Christi“ im oberen und „Lehre Jesu“ im unteren Ende der konzentrischen Gliederung aufeinander beziehen. + li + | Als Bedeutung von Jesu Tod – als Inhalt von Jesu Sendung – gehört zu diesem „Evangelium“ wesentlich, + | dass Jesus gekommen ist, die unreinen Geister ins Verderben zu stürzen. + li + | Auffällig ist, dass das Thema „Lehre Jesu“ nicht nur die Erzählung von der Austreibung des unreinen Geistes rahmt, + br + | sondern die Leute nicht eigentlich über das Wunder, sondern über die Lehre Jesu staunen. + br + i So erscheint die Austreibung geheimnisvoll als Auswirkung der Lehre Jesu. + li + | Dies erklärt sich – die Identität von „Lehre Jesu“ und „Evangelium Jesus Christi“ bedenkend – + | durch + span.bibelstelle Röm 1,16 + br + q.bibeltext + | ... ich schäme mich des Evangeliums nicht: Es ist eine Kraft Gottes zur Rettung für jeden, der glaubt. + + .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title @@ -352,7 +528,7 @@ block content li | Durch die Betonung der offensichtlichen Vollmacht Jesu gerade auch gegenüber den Dämonen und das diesbezügliche Abheben Jesu von den Schriftgelehrten bzw. den Heiligen Schriften Israels | wird eine Insuffizienz der Tora genau in diesem Punkt angedeutet. - + .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title @@ -391,123 +567,22 @@ block content br | Wenn auch verwirrt, werden die Menschen zu Boten Jesu, was sich in der übernächsten Erzählung positiv auswirken wird. - .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title - q Schweig! - h6.card-subtitle.text-muted Ein erster Blick auf die Schweigegebote im Evangelium nach Markus + | Jesus, der Sohn Gottes, dem die Engel dienen hr ul.card-text - li In allen Galiläa-Teilen des Evangeliums (und nur dort!) begegnen Schweigegebote, die Jesus in bestimmten Situationen ausspricht: - ul.card-text - li - i Im Hinblick auf seine Person („Bekenntnisse“) bzw. das Wissen darum, wer er ist - br - | Mk 1,21-28; Mk 1,32-34; Mk 3,7-12; 8,27-30 („Messiasbekenntnis des Petrus“); 9,2-13 (Verklärung Jesu). - li - i Im Hinblick auf Wunder, die nicht weitererzählt werden dürfen - br - | Mk 1,40-45 (Heilung des Aussätzigen); 5,35-43 (Auferweckung der Tochter des Jairus); 7,31-37 (Heilung des Taubstummen). li - | Die Aufforderung Jesu an den Dämon, zu schweigen, ist hier unmittelbar nach dessen Bekenntnis gesprochen und bezieht sich also darauf. + | Durch den Weg in den Tod am Kreuz ist Jesus zu dem geworden, dem die Hoheitstitel gebühren (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung): br - span.small Das Wunder selbst wird nicht mit einem Schweigegebot belegt – dass es weitererzählt wird, ist damit völlig legitim (im Gegensatz zu anderen Wundern!). - li Der Aufforderung zum Schweigen korrespondiert hier geheimnisvoll, dass die Lehre Jesu durch den Evangelisten verschwiegen wird. + i Der, dem die Engel dienen (→ Mitte der konzentrischen Gliederung), ist der, der selber als Diener in die „Wüste“ gegangen ist. li - | Dies legt nahe, dass beides zusammengesehen werden muss: + | Allerdings ist dieser Weg genau das Gegenteil von dem, was man vom „Sohn (eines) Gottes“ (→ oberes Ende der konzentrischen Gliederung) + | erwarten würde: br - i - | Jesu – hier noch verschwiegene – Lehre enthält offenbar - | Aussagen, die das Wissen darum, wer er ist, notwendig ergänzen; - br - | daher wird dieses Wissen bzw. die diesbezüglichen Bekenntnisse - | mit einem Schweigegebot versehen. - li - | Gerade angesichts dessen, dass man sich – besonders als „unbedarfter Leser“ – sich einiges zusammenreimen kann – nicht zuletzt aus den Stichworten „Heiliger Gottes“ und „Sohn (eines) Gottes“ –, - | ist dieses Schweigegebot ein wichtiges „Achtung“-Schild, ja ein „Stopp“-Schild: - br - i - | Aus den Hoheitstiteln allein – die Jesus z. B. mit Kaiser Vespasian „teilt“ – könnte man ein völlig falsches Bild von Jesus bekommen! - br - | Ein solcher Jesus Christus darf nicht verkündet werden! - - li - | Man wird also sagen können: - br - i - | Wo Schweigegebote sich auf Jesu Person beziehen („wer er ist“, Bekenntnisse), signalisieren sie, - | dass diese Aussagen in den größeren Kontext der Lehre Jesu einzubinden sind. - li - | Der „sehende Leser“ kann hier aber schon weitergehende Bezüge herstellen: - ul.card-text - li - | Indem das Staunen über die Lehre Jesu die Erzähung rahmt und man – als „sehener Leser – gelernt hat, - | sich bei der Auslegung auch durch die Konzentrik leiten zu lassen, - br - | wird man so interpretieren dürfen, dass die Mitte der Erzählung einen Hinweis enthält, was die Lehre Jesu beinhaltet. - li - | Just in der Mitte der Erzählung geht es um die Sendung Jesu: - br - | der Dämon fragt Jesus, ob dieser gekommen sei, ihn und Seinesgleichen ins Verderben zu stürzen. - li - | Unterstützend ist daran zu erinnern, dass sowohl die Aussage „Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, - | der deinen Weg bahnen wird“, als auch der Imperativ „Bereitet den Weg des Herrn!“ (→ je oberes Ende der konzentrischen Gliederung!) - | auf die Sendung Jesu bezogen werden kann (s. o.). - li - | Die Frage des Dämon kann schon aus der Erzählung selbst mit einem Ja beantwortet werden, - br - | der „sehende Leser“ weiß aber bereits darum, dass Jesus vor - | dem Dämon und Seinesgleichen her selber den Weg ins Verderben geht (→ Tod am Kreuz), um ihnen damit den Weg ins Verderben zu bahnen - | und sie so ins Verderben zu stürzen. - br - | Damit hat sich Jesus auf einzigartige Weise in den Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen stellt. - li - | So wird klar, dass die Lehre Jesu sich auf den Weg beziehen muss, - | den er zur Ausführung seiner Sendung auf sich nimmt: den Weg ans Kreuz! - br - | Die Teile „In Galilaä/Judäa auf dem Weg“ werden dies bestätigen. - li - i Durch diesen Weg ist Jesus zu dem geworden ist, dem die Hoheitstitel gebühren: - br - i Der, dem die Engel dienen, ist der, der selber als Diener in die Wüste gegangen ist. - br - | Allerdings ist dieser Weg genau das Gegenteil von dem, was man vom „Sohn (eines) Gottes“ erwarten würde: - br - | Nicht Hoheit, sondern Erniedrigung. - li - | Was der Dämon ‚bekennt‘, ist ‚wahr‘; und doch ist es – wenn man den Weg Jesu und seine damit zusammenhängende Lehre kennt – - | für sich allein genommen verführerisch und irreführend, verzerrend unvollständig. - li - | Für den „sehenden Leser“ war dieser Weg Jesu bisher schon omnipräsent; - br - | doch besteht stets die Gefahr, nur das „Ergebnis“ zu sehen und nicht den Weg dorthin. - br - | Gerade auf Letzteren legen aber Markus und Paulus besonderen Wert, weil dieser Weg sich bei jenen auswirken muss, die Jesus nachfolgen. - br - span.small - | Bei beiden ist zu bemerken, wie sie den einseitgen Blick auf die Auferstehungsherrlichkeit Jesu kritisieren, - | weil das Vergessen des Weges Jesu ans Kreuz ein Den-Mitmenschen-Vergessen mit sich bringen kann; - | sowohl bei Markus als auch Paulus begegnen dazu konkrete Beispiele. - br - | Markus wird sich dieser Thematik vor allem im übergreifenden Teil „Auf dem Weg“ widmen. + | Nicht Hoheit, sondern Erniedrigung. - .card.slide.border-primary.mb-3 - .card-body - h5.card-title Jesu Lehre: Das Evangelium Jesu Christi - h6.card-subtitle.text-muted Von der Kraft des Evangeliums - hr - ul.card-text - li Wie durch die obigen Ausführungen deutlich wurde, kann die „Lehre Jesu“ inhaltlich mit seinem Weg ans Kreuz gefüllt werden. - li Dieser Weg ans Kreuz ist – zusammen mit der Auferstehung – das „Evangelium Jesu Christi“. - li So lassen sich „Evangelium Jesu Christi“ im oberen und „Lehre Jesu“ im unteren Ende der konzentrischen Gliederung aufeinander beziehen. - li - | Dies erklärt – mit Rückgriff auf - span.bibelstelle Röm 1,16 - | – auch die Wirkmächtigkeit der Lehre Jesu: - br - q.bibeltext - | ... ich schäme mich des Evangeliums nicht: Es ist eine Kraft Gottes zur Rettung für jeden, der glaubt .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body @@ -516,10 +591,20 @@ block content hr ul.card-text li Beide Erzählungen waren schon als Mitte und unteres Ende einer konzentrischen Gliederung verbunden. + li + | Jesus, der Sohn Gottes, verkündet das Evangelium Gottes. li | Inhalt des „Evangelium Gottes“ und Anbruch des Gottesreiches ist das – in der Taufe Jesu „gegenwärtige“ – | christologisch-soterialogische Grundereignis von Tod und Auferstehung Jesu; | darauf bezieht sich der Glaube. + li + | Insofern im Rahmen des Beginns der Verkündigung Jesu darauf hingewiesen wird, dass schon der Vorläufer + | „ausgeliefert“ wurde, wird bei der Taufe Jesu im Gegenüber der Tod Jesu in den Fokus gerückt. + br + | In der Tauferzählung selbst wird zwar besonders der Aspekt der Auferstehung durch die reiche Schilderung der Begleitumstände + | des Aus-dem-Wasser-Steigens betont, im Gegenüber durch den Hinweis auf die „Auslieferung“ Johannes des Täufers + | aber die „Auslieferung“ Jesu vergegenwärtigt; dies scheint – ganz im Sinne des Schweigegebotes an den unreinen Geist – + | ein bewusster und deutlicher Kontrakpunkt zur Auferstehungsherrlichkeit zu sein. li | Mit der Auferweckung des Gekreuzigten durch Gott (→ „Wohlgefallen“!) verbindet sich auch die Forderung, das eigene Leben am Weg Jesu ans Kreuz auszurichten (→ Ruf zur Umkehr), | um das künftige Sein bei Jesus zu erlangen.