diff --git a/views/nt/ev/mk/getauft/familie.pug b/views/nt/ev/mk/getauft/familie.pug index 44d0b41..03f2643 100644 --- a/views/nt/ev/mk/getauft/familie.pug +++ b/views/nt/ev/mk/getauft/familie.pug @@ -226,60 +226,126 @@ block content br | 35 Wer den Willen Gottes tut, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter. - + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title + q ... sie blieben draußen + hr + ul.card-text + li + | Draußen und Drinnen sind bei Markus hier und öfter nicht nur Orts-Angaben sondern auch Verhältnis-Angaben: + br + | es geht um das innerliche Verhältnis zu Jesus. + li + | Dass die Familie Jesu zu ihm auf Konfrontationskurs steht, zeigte schon Mk 3,20-21: die Familie macht sich auf, + | um Jesus mit Gewalt zurückzuholen, weil sie ihn für von Sinnen hält. + li + | Nun heißt es, dass die Familie „draußen“ vor dem Haus stehen bleibt; dies zeigt auch ihre innerliche Stellung zu Jesus an. + li + | Die Familie lässt Jesus herausrufen zu sich, und dieser Ruf wird auch an Jesus herangetragen; + br + | doch statt sich auf den Weg nach draußen zu machen, gibt Jesus eine einer Abfuhr gleichkommende Antwort; + br + | er bleibt drinnen – bei den Seinen, die auch drinnen sind –, die Familie bleibt draußen. .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title q Wer den Willen Gottes tut! hr - p.card-text - | Die vorliegende Erzählung führt die vorausgehende weiter mit der Fragestellung, in wessen Diensten Jesu steht; - br - | dabei bildet die Heilung des Gelähmten im engeren Sinn (Mk 2,3-12) die Mitte der konzentrischen Gliederung. - p.card-text - | Mit dem klaren Bezug auf den Willen Gottes setzt sich Jesus nochmal deutlich vom Vorwurf ab, im Dienste Beelzebuls bzw. der Sünde zu stehen. - br - | Gleichzeitig macht er deutlich, dass es nicht nur darum geht, Sünde nicht zu tun, sondern aktiv den Willen Gottes umzusetzen. - br - | Dies ist in einem engen Sinn zu verstehen, wie bei der Betrachtung der vorausgehenden Erzählung aufgezeigt: man ist entweder - | Diener der Sünde oder Diener Gottes, und ist aufgefordert, hier auch konsequent zu sein – ganz im Sinne von Röm 6. - p.card-text.mb-0 - | Was es heißt, den Willen Gottes zu tun, das zeigt die Mitte der konzentrischen Gliederung: ul.card-text - li - | Die Vier, die den Gelähmten tragen, scheuen keinen Aufwand, um ihm Heilung zuteil werden zu lassen; - | sie stellen sich in den Dienst einer Existenz am Rande (Gelähmter) bzw. eines Menschen, der der Umkehr(hilfe) bedürftig ist. - br - | Bei ihnen „sieht“ Jesus den „Glauben, der durch die Liebe wirkt“ (Gal 5,6), worauf er den Gelähmten „heilt“. li - | Jesus selbst ist auch zu nennen: er ermöglicht mit seinem Gekreuzigtwerden, Sterben, Begrabenwerden und Auferstehen - | die heilvolle Schicksalsgemeinschaft mit ihm (Mit-Gekreuzigtwerden, Mit-Sterben, Mit-Begrabenwerden, in der Neuheit des Lebens wandeln), - | die von einem der Sünde verfallenen Leben zu einem Leben - | im Dienste Gottes befreit (und dazu auch verpflichtet); + | Die vorliegende Erzählung führt die vorausgehende weiter mit der Fragestellung, in wessen Diensten Jesu steht; br - | gleichzeitig wird der Weg Jesu selbst als dem Willen Gottes entsprechend dargestellt. + | mit dem klaren Bezug auf den Willen Gottes setzt sich Jesus nochmal deutlich vom Vorwurf ab, von Beelzebul besessen zu sein + | bzw. im Dienste der Sünde zu stehen. li - | Schließlich ist auf den Gelähmten selbst zu blicken, der sich erhebt, um in der Neuheit des Lebens zu wandeln; - | dazu nimmt er seine Bahre mit, um künftig selber Menschen in einem ganz existentiellen (doppelten) Sinne aufzuhelfen. - p.card-text - | Das Tun des Willen Gottes verbindet sich – anders als im Judentum bzw. bei judaisierenden Christen – nicht mit - | dem jüdischen Gesetz, sondern mit dem „Glauben, der durch die Liebe wirkt“, wie ihn die Vier leben. - br - | Denn das Gesetz gehört – nach christlich-paulinischer Sicht – einer vorausgehenden Epoche an, die unter der Herrschaft der Sünde stand, - | wobei das Gesetz eine unrühmliche Rolle spielte. Mit Christus – mit seinem Tod und seiner Auferstehung – - | ist das Zeitalter des Glaubens angebrochen, wie Paulus in Gal 3,19-25 ausführt. - p.card-text - | Der Glaube an Tod und Auferstehung Jesu nimmt aber in die Pflicht, sein Leben entsprechend auszurichten; - br - | Glaube ist – bei Markus wie Paulus – ein tätiger Glaube, der die in Jesu Tod und Auferstehung - | ermöglichte und in der Taufe vollzogene Lebenswende - | mit der ganzen Existenz aneignet: - br - | Der „Glaube an den Sohn Gottes, der mich geliebt uns sich für mich hingegeben hat“ (Gal 2,20) - | zeigt sich als „Glaube, der durch die Liebe wirkt“ (Gal 5,6); - br - | er ist nie nur Bekenntnisglaube. + | Während bei der Verteidigungsrede Jesu die Heilung des Gelähmten insgesamt (Mk 2,1-12) die Mitte + | der konzentrischen Gliederung bildete, so nun die Heilung des Gelähmten im engeren Sinn (Mk 2,3-12); + | immer noch hat sie (unter anderem) die Tauftheologie nach Röm 6 im Schlepptau. + li + | Während bei der Verteidigungsrede im Hinblick auf die Mitte der konzentrischen Gliederung und Röm 6 + | der Fokus vor allem auf Jesus selbst lag, liegt nur der Fokus besonders auf dem ehedem Gelähmten, + | der sich zu einem neuen Leben erhoben hat. + li + | Dabei wird der in der Verteidigungsrede wichtige Satz + br + q.bibeltext + | Denn durch sein Sterben ist er [= Jesus] ein für alle Mal gestorben für die Sünde, + br + | sein Leben aber lebt er für Gott. + span.bibelstelle Röm 6,10 + br + | fortgeführt mit + br + q.bibeltext + | 11 So begreift auch ihr euch als Menschen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus. + br + | 12 Daher soll die Sünde nicht mehr in eurem sterblichen Leib herrschen, so dass ihr seinen Begierden gehorcht. + br + | 13 Stellt eure Glieder nicht der Sünde zur Verfügung als Waffen der Ungerechtigkeit, sondern stellt euch Gott zur Verfügung + | als Menschen, die aus Toten zu Lebenden geworden sind, und stellt eure Glieder als Waffen der Gerechtigkeit in den Dienst Gottes! + span.bibelstelle Röm 6,11-13 + br + | Ferner sei hingewiesen auf folgende Aussagen: + br + q.bibeltext Wie können wir, die wir für die Sünde tot sind, noch in ihr leben? + span.bibelstelle Röm 6,2 + br + q.bibeltext + | Wir wissen doch: Unser alter Mensch wurde mitgekreuzigt, damit der von der Sünde beherrschte Leib + | vernichtet werde, sodass wir nicht mehr Sklaven der Sünde sind. + br + | Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde. + span.bibelstelle Röm 6,6-7 + br + | Das ganze Kapitel Röm 6 ist von einer scharfen Trennlinie geprägt: + | man ist entweder + | Diener der Sünde oder Diener Gottes, und ist aufgefordert, hier auch konsequent zu sein. + br + | So ist auch die Aussage Jesu in Mk 3,35 hinsichtlich des Tuns des Willens Gottes in einem engen Sinn zu verstehen, + | auch in Absetzung von den Vorwürfen in der vorausgehenden Erzählung. + li + | Was es heißt, den Willen Gottes zu tun, das zeigt die Mitte der konzentrischen Gliederung: + ul.card-text + li + | Die Vier, die den Gelähmten tragen, scheuen keinen Aufwand, um ihm Heilung zuteil werden zu lassen; + | sie stellen sich in den Dienst einer Existenz am Rande (Gelähmter) bzw. eines Menschen, der der Umkehr(hilfe) bedürftig ist. + br + | Bei ihnen „sieht“ Jesus den „Glauben, der durch die Liebe wirkt“ (Gal 5,6), woraufhin er den Gelähmten „heilt“. + li + | Jesus selbst ist auch zu nennen: er ermöglicht mit seinem Gekreuzigtwerden, Sterben, Begrabenwerden und Auferstehen + | die heilvolle Schicksalsgemeinschaft mit ihm (Mit-Gekreuzigtwerden, Mit-Sterben, Mit-Begrabenwerden, in der Neuheit des Lebens wandeln), + | die von einem der Sünde verfallenen Leben zu einem Leben + | im Dienste Gottes befreit (und dazu auch verpflichtet); + br + | gleichzeitig wird der Weg Jesu selbst als dem Willen Gottes entsprechend dargestellt. + li + | Schließlich ist auf den Gelähmten selbst zu blicken, der sich erhebt, um in der Neuheit des Lebens zu wandeln; + | dazu nimmt er seine Bahre mit, um künftig selber Menschen in einem ganz existentiellen (doppelten) Sinne aufzuhelfen. + li + | Das Tun des Willen Gottes verbindet sich – anders als im Judentum bzw. bei judaisierenden Christen – nicht mit + | dem jüdischen Gesetz, sondern mit dem „Glauben, der durch die Liebe wirkt“, wie ihn die Vier leben. + br + | Denn das Gesetz gehört – nach christlich-paulinischer Sicht – einer vorausgehenden Epoche an, die unter der Herrschaft der Sünde stand, + | wobei das Gesetz eine unrühmliche Rolle spielte. Mit Christus – mit seinem Tod und seiner Auferstehung – + | ist das Zeitalter des Glaubens angebrochen, wie Paulus in Gal 3,19-25 ausführt. + li + | Der Glaube an Tod und Auferstehung Jesu nimmt aber in die Pflicht, sein Leben entsprechend auszurichten; + br + | Glaube ist – bei Markus wie Paulus – ein tätiger Glaube, der die in Jesu Tod und Auferstehung + | ermöglichte und in der Taufe vollzogene Lebenswende + | mit der ganzen Existenz aneignet: + br + | Der „Glaube an den Sohn Gottes, der mich geliebt uns sich für mich hingegeben hat“ (Gal 2,20) + | zeigt sich als „Glaube, der durch die Liebe wirkt“ (Gal 5,6); + br + | er ist nie nur Bekenntnisglaube. + li + | Im Rückblick auf die vorausgehenden Erzählungen, bei denen Jesu Handeln – gerade auch von „jüdischen“ Autoritäten – + | problematisiert wurde, wird die Verpflichtung zum Tun des Willens Gottes im Munde Jesu + | auch zu einer Verpflichtung, seiner Interpretation des Willens Gottes zu folgen, durchaus in Absetzung + | der Traditionen der „Schriftgelehrten“. .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body @@ -287,51 +353,52 @@ block content q ... der ist für mich ‚Familie‘! h6.card-subtitle.text-muted Eine neue, ethische Definition von Familie hr - p.card-text - | Die vorliegende Erzählung führt auch die vorvorausgehende Erzählung weiter, bei der sich die biologische Familie - | Jesu auf den Weg zu ihm gemacht hatte; - br - | nun erhält sie eine klare Abfuhr von ihm, und wir erleben den Übergang von ‚Familie‘ zur ‚Gemeinde‘ - | mit Übernahme der typischen Familien-Begriffe Bruder und Schwester sowie hier auch Mutter: - p.card-text - i - | Wer zur ‚Familie‘ Jesu – der ‚Familie‘ Gottes, der Gemeinde – gehören will, + ul.card-text + li + | Die vorliegende Erzählung führt auch die vorvorausgehende Erzählung weiter, bei der sich die biologische Familie + | Jesu auf den Weg zu ihm gemacht hatte; br - | – Bruder, Schwester, Mutter Jesu sein will, – + | nun erhält sie eine klare Abfuhr von ihm, und wir erleben den Übergang von ‚Familie‘ zu ‚Gemeinde‘ + | mit Übernahme der typischen Familien-Begriffe Bruder und Schwester sowie hier auch Mutter: + li + i + | Wer zur ‚Familie‘ Jesu – der ‚Familie‘ Gottes, der Gemeinde – gehören will, + br + | – Bruder, Schwester, Mutter Jesu sein will, – + br + | der muss den Willen Gottes aktiv tun. + li + | Damit werden im Hinblick auf die christliche Gemeinde biologische, über das Blut laufende + | Kategorien einer Gemeinschaft aufgebrochen, ja zurückgewiesen, + | und eine ethische Definition an deren Stelle gesetzt: br - | der muss den Willen Gottes aktiv tun. - p.card-text - | Damit werden im Hinblick auf die christliche Gemeinde biologische, über das Blut laufende - | Kategorien einer Gemeinschaft aufgebrochen, ja zurückgewiesen, - | und eine ethische Definition an deren Stelle gesetzt: - br - | Die christliche ‚Familie‘ – im Sinne von ‚Gemeinde‘ – definiert sich nicht durch biologische Abstammung – wie das Volk Israel –, - | sondern durch das Tun des Willens Gottes, wozu sie durch Christus befreit wurde (→ Mitte der konzentrischen Gliederung) - | und um den sie sich versammelt, - | wie hier die Gemeinschaft, auf die Jesus verweist, um ihn sitzt. - p.card-text - | Damit wird einerseits deutlich, dass biologische, über das Blut laufende Kategorien nicht ausreichen, - | man Christ „nicht einfach ist“ aufgrund einer bestimmten Abstammung; - br - | es findet hier also eine Einschränkung statt, die das tatsächliche Tun des Willens Gottes zum Maßstab macht. - p.card-text - | Gleichzeitig findet eine Weitung statt, die in der hier begegnenden Definition von ‚Familie‘ im Sinne von ‚Gemeinde‘ - | perspektivisch enthalten ist, durch - | die Mitte der konzentrischen Gliederung aber auch präsent wird: - br - | Denn insofern in der Mitte der konzentrischen Gliederung auch die Völkerthematik eine tragende Rolle spielt - | (doppelte Dachöffnung!), bringt die hier vorgenommene ethische Definition von ‚Familie‘ im Sinne von ‚Gemeinde‘ - | eine grundsätzliche Weitung in die Völkerwelt mit sich; - br - | die biologische Familie Jesu, die hier anklopft, wird in dieser Perspektive durchsichtig auf das jüdische Volk. - p.card-text - | Nicht nur eine biologisch-blutlinienmäßige, sondern auch eine völkisch-nationalistische Definition von ‚Familie‘ im Sinne von ‚Gemeinde‘ - | wird hier - | zurückgewiesen mit der neuen, ethischen Definition dieses sozialen Gebildes; - br - | damit wird gleichzeitig Platz geschaffen für eine - | völkerverbindende Gemeinschaft als „Familie Gottes/Jesu“, die den Willen Gottes in der Nachfolge Jesu tut - | im Sinne des „Glaubens, der durch die Liebe wirkt“. + | Die christliche ‚Familie‘ – im Sinne von ‚Gemeinde‘ – definiert sich nicht durch biologische Abstammung – wie das Volk Israel –, + | sondern durch das Tun des Willens Gottes, wozu sie durch Christus befreit wurde (→ Mitte der konzentrischen Gliederung) + | und um den sie sich versammelt, + | wie hier die Gemeinschaft, auf die Jesus verweist, um ihn sitzt. + li + | Damit wird einerseits deutlich, dass biologische, über das Blut laufende Kategorien nicht ausreichen, + | man Christ „nicht einfach ist“ aufgrund einer bestimmten Abstammung; + br + | es findet hier also eine Einschränkung statt, die das tatsächliche Tun des Willens Gottes zum Maßstab macht. + li + | Gleichzeitig findet zweitens eine Weitung statt, die in der hier begegnenden Definition von ‚Familie‘ im Sinne von ‚Gemeinde‘ + | perspektivisch enthalten ist, durch + | die Mitte der konzentrischen Gliederung aber auch präsent wird: + br + | Denn insofern in der Mitte der konzentrischen Gliederung auch die Völkerthematik eine tragende Rolle spielt + | (doppelte Dachöffnung!), bringt die hier vorgenommene ethische Definition von ‚Familie‘ im Sinne von ‚Gemeinde‘ + | eine grundsätzliche Weitung in die Völkerwelt mit sich; + br + | die biologische Familie Jesu, die hier anklopft, wird in dieser Perspektive durchsichtig auf das jüdische Volk. + li + | Nicht nur eine biologisch-blutlinienmäßige, sondern auch eine völkisch-nationalistische Definition von ‚Familie‘ im Sinne von ‚Gemeinde‘ + | wird hier + | zurückgewiesen mit der neuen, ethischen Definition dieses sozialen Gebildes; + br + | damit wird gleichzeitig Platz geschaffen für eine + | völkerverbindende Gemeinschaft als „Familie Gottes/Jesu“, die den Willen Gottes in der Nachfolge Jesu tut + | im Sinne des „Glaubens, der durch die Liebe wirkt“. .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body @@ -339,14 +406,72 @@ block content q ...der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter h6.card-subtitle.text-muted Vater!? hr - p.card-text - | In der Aufzählung der Familienangehörigen fehlt der Vater; - br - | sicher ganz bewusst. - p.card-text - | Denn der eine Vater ist Gott selbst! - p.card-text - | Dies Vorstellung begegnet auch im Verlassen des (eigenen, biologischen) Vaters durch die Söhne des Zebedäus - | sowie dann später bei weiteren Aufzählungen von Familien-Gliedern. - p.card-text - | Darin liegt auch ein anti-hierarchischer Impuls (wie das Aufgreifen der Macht-Frage im Evangelium an anderen Stellen zeigt). \ No newline at end of file + ul.card-text + li + | In der Aufzählung der Familienangehörigen fehlt der Vater; + br + | sicher ganz bewusst. + li + | Denn der eine Vater ist Gott selbst! + li + | Dies Vorstellung begegnet auch im Verlassen des (eigenen, biologischen) Vaters durch die Söhne des Zebedäus + | sowie dann später bei weiteren Aufzählungen von Familien-Gliedern. + li + | Darin liegt auch ein anti-hierarchischer Impuls (wie das Aufgreifen der Macht-Frage im Evangelium an anderen Stellen zeigt). + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title + | Der implizite Vorwurf an die „Familie“ Jesu, den Willen Gottes nicht zu tun + hr + ul.card-text + li + | Aus der Abfuhr „Jesu“ an seine „Familie“ und dem Verweis Jesu auf den Willen Gottes + | lässt sich der latente Vorwurf heraushören, die „Familie“ Jesu würde den Willen Gottes nicht tun. + li + | Das verbindet sich sehr gut – quasi als Gegenanklage (analog zur Spießumkehr bei der Verteidigungsrede) – + | mit der negativen Meinung der „Familie Jesu“ über Jesus, + | die in der vorvorausgegangenen Erzählung deutlich geworden war. + li + | Es ist von einer nachösterlichen Problematik auszugehen; + br + | jedenfalls fügt sich dieser implizite Vorwurf gut ein in das Gegenüber zum Herrenbruder „Jakobus“ („gegenwärtig“ in der Apostelliste) + | und den „Schriftgelehrten, die aus Jerusalem herabkamen“ – also judaisierenden Christen –, + | die Paulus bzw. seinen Gemeinden das Leben schwer machen. + br + | Gleichzeitig lässt sich auch die abfällige Meinung der „Familie Jesu“ über „Jesus“ am ehesten hier einordnen, zumindest in der Aussageabsicht des Markus. + br + | Es entsteht jedenfalls ein gutes nachösterliches Gesamtbild, das die Interpretation der einzelnen Episoden auf diese Zeit hin stützt, + | vor allem auch die Deutung der „Schriftgelehrten, die aus Jerusalem herabkamen“ auf den Kreis um Jakobus und + | des Gegenübers „Schriftgelehrte ↔ Jesus“ auf das dahinter stehende Gegenüber „Jakobus ↔ Paulus“ (in Sachen Rechtfertigungslehre). + li + | In diesem Kontext nicht irrelevant ist, dass Paulus in + span.bibelstelle Gal 6,12-13 + | wohl genau dem Kreis um Jakobus (bzw. damit zusammenhängenden Kreisen im Judenchristentum) + | vorwirft, den Willen Gottes – wie er im jüdischen Gesetz formuliert ist – nicht zu tun: + br + q.bibeltext + | Jene Leute, die im Fleisch nach Anerkennung streben [was nach Paulus Sünde ist → Ruhmsucht], + | nötigen euch nur deshalb zur Beschneidung [und damit zur Übernahme des Gesetzes] + | damit sie wegen des Kreuzes Christi nicht verfolgt werden. + br + i Denn obwohl sie beschnitten sind, halten sie selbst das Gesetz nicht; + br + | dennoch dringen sie auf eure Beschneidung, damit sie sich eures Fleisches rühmen können. + br + | Dies könnte hier im Hintergrund stehen. + br + | Verwandt damit ist sicher + span.bibelstelle Phil 3,18-19: + br + q.bibeltext + | 18 ... viele – von denen ich oft zu euch gesprochen habe, doch jetzt unter Tränen spreche – + | leben als Feinde des Kreuzes Christi. + br + | 19 Ihr Ende ist das Verderben, ihr Gott der Bauch und ihre Ehre besteht in ihrer Schande; + br + i Irdisches haben sie im Sinn. + + + + \ No newline at end of file