diff --git a/views/nt/ev/mk/getauft/mitbegraben.pug b/views/nt/ev/mk/getauft/mitbegraben.pug
index 6f9c38e..7effbcd 100644
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+++ b/views/nt/ev/mk/getauft/mitbegraben.pug
@@ -619,7 +619,125 @@ block content
| die den Glauben voraussetzt –
| ist eine derartige Sündenvergebung möglich.
+ .card.slide.border-primary.mb-3
+ .card-body
+ h5.card-title
+ q ... zum Erweis seiner Gerechtigkeit durch die Vergebung der Sünden
+ span.bibelstelle Röm 3,25
+ br
+ q Gott ist der Eine
+ span.bibelstelle Röm 3,30
+ h6.card-subtitle.text-muted
+ | Röm 3,19-31 als weiterer „Grundlagentext“
+ hr
+ ul.card-text
+ li
+ | Mk 2,10 spricht von der Vergebung der Sünden.
+ br
+ | Dies ist – durch die Bezüge der Erzählung zum Galaterbrief – grundsätzlicher als Befreiung von der Herrschaft der Sünde insgesamt zu verstehen, wie oben gezeigt.
+ li
+ | Im Brief des Apostel Paulus an die Römer findet sich aber auch eine Stelle, die zu den oben zitierten Aussagen des Galaterbriefes zur parallel
+ | ist und in diesem Zusammenhang (in einer übernommenen Tradition) von der Vergebung der Sünden spricht.
+ br
+ | Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass Markus auch an folgende Aussagen im Römerbrief gedacht hat:
+ br
+ q.bibeltext
+ | 19 Wir wissen aber: Was das Gesetz sagt, sagt es denen, die unter dem Gesetz leben, damit jeder Mund gestopft und die ganze Welt vor Gott schuldig wird.
+ br
+ | 20 Denn aus Werken des Gesetzes wird niemand vor ihm gerecht werden; denn durch das Gesetz kommt es nur zur Ekenntnis der Sünde.
+ br
+ | 21 Jetzt aber ist unabhängig vom Gesetz die Gerechtigkeit Gottes offenbart worden, bezeugt vom Gesetz und von den Propheten:
+ br
+ | 22 die Gerechtigkeit Gottes durch Glauben an Jesus Christus, offenbar für alle, die glauben.
+ br
+ | Denn es gibt keinen Unterschied [zwischen Juden und Heiden]:
+ br
+ | 23 Alle haben ja gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren.
+ br
+ | 24 Umsonst werden sie gerecht, dank seiner Gnade, durch die Erlösung in Christus Jesus.
+ br
+ | Ihn hat Gott aufgerichtet als Sühnemal – wirksam durch Glauben – in seinem Blut, zum Erweis seiner Gerechtigkeit durch die Vergebung der Sünden,
+ | die früher, 26 in der Zeit der Geduld Gottes, begangen wurden;
+ br
+ | ja zum Erweis seiner Gerechtigkeit in der gegenwärtigen Zeit, um zu zeigen: Er selbst ist gerecht und macht den gerecht, der aus Glauben an Jesus lebt.
+ br
+ | 27 Wo bleibt da noch das Rühmen? Es ist ausgeschlossen. Durch welches Gesetz? Durch das der Werke? Nein, durch das Gesetz des Glaubens.
+ br
+ | 28 Denn wir sind der Überzeugung, dass der Mensch gerecht wird durch Glauben, unabhängig von Werken des Gesetzes.
+ br
+ | 29 Oder ist Gott nur der Gott der Juden, nicht auch der Heiden? Ja, auch der Heiden,
+ br
+ | 30 da doch gilt: Gott ist der Eine.
+ br
+ | Er wird aufgrund des Glaubens sowohl die Beschnittenen wie die Unbeschnittenen gerecht machen.
+ br
+ | 31 Setzen wir damit also durch den Glauben das Gesetz außer Kraft? Im Gegenteil, wir richten das Gesetz auf.
+ span.bibelstelle Röm 3,19-31
+ li
+ | Zu beachten ist die Völkerthematik, die auch in den oben zitierten Ausführungen des Galaterbriefes an deren Ende auftaucht.
+ br
+ | Während hier direkt damit argumentiert wird, dass Gott der Eine ist und damit der Gott für alle Menschen,
+ br
+ | so wird im Galaterbrief der „Umweg“ über die Taufe gemacht und etwas anders argumentiert:
+ br
+ | Gott ist der Eine (Gal 3,20), dem als Adressat des Heiles
+ | nur „Einer“ gegenüberstehen kann (vgl. Gal 3,20a):
+ | das ist die Gemeinschaft der Glaubenden aus allen Völkern, die durch die Taufe einer in Christus Jesus ist (Gal 3,27-28).
+ li
+ | In Verbindung mit der Mitte der konzentrischen Gliederung spielen auch folgende Verse aus dem Römerbrief eine Rolle:
+ br
+ q.bibeltext
+ | 1 Jetzt also gibt es keine Verurteilung mehr für die, welche in Christus Jesus sind.
+ br
+ | 2 Denn das Gesetz des Geistes, des Lebens in Christus Jesus, hat dich frei gemacht vom Gesetz der Sünde und des Todes.
+ br
+ | 3 Denn weil das Gesetz, ohnmächtig durch das Fleisch, nichts vermochte, sandte Gott seinen Sohn in der Gestalt des Fleisches,
+ | das unter der Macht der Sünde steht, um die Sünde im Fleich zu verurteilen;
+ br
+ | 4 dies tat er, damit die Forderung des Gesetzes durch uns erfüllt werde, die wir nicht nach dem Fleisch, sondern nach dem Geist leben.
+ span.bibelstelle Röm 8,1-4
+ ul.card-text
+ li
+ | Wie in der Mitte der konzentrischen Gliederung und subtil auch in der aktuellen Erzählung wird die Insuffizienz des Gesetzes festgestellt.
+ li
+ | Sie ist die Ursache für die Sendung des Sohnes Gottes ins Verderben – zur Verurteilung der Sünde im Fleisch Jesu –,
+ | die in der Mitte der konzentrischen Gliederung
+ | im Mund des Dämon indirekt angesprochen wird
+ br
+ | und die das Mitbegrabensein mit Christus in der Taufe als Heilsereignis ermöglicht, das die aktuelle Erzählung bebildert.
+ li
+ | Gemeinsam ist auch, dass es nicht um eine reine Gerechtsprechung geht, sondern um eine Gerechtmachung in dem Sinne,
+ | dass eine Veränderung im Lebenswandel erfolgt ist,
+ br
+ | wobei die Forderung des Gesetzes, die nun erfüllt wird, die Nächstenliebe ist (vgl. Röm 13,9);
+ | genau dies tun die vier Männer mit ihrem „Glauben, der durch die Liebe wirkt“ (Gal 5,6).
+ .card.slide.border-primary.mb-3
+ .card-body
+ h5.card-title
+ q neue Schöpfung
+ span.bibelstelle Gal 6,15
+ h6.card-subtitle.text-muted
+ |
+ hr
+ ul.card-text
+ li Die Tauftheologie in Röm 6 spricht vom Wandel in der „Neuheit des Lebens“ (Röm 6,4).
+ li Die doppelte Dachöffnung holt die Völkerthematik in die Erzählung.
+ li
+ | In
+ span.bibelstelle Gal 6,15
+ | begegnet beides zusammen:
+ q.bibeltext
+ | ... es gilt weder die Beschneidung etwas, noch das Unbeschnittensein, sondern
+ br
+ i neue Schöpfung
+ li
+ | Mit dem Christus-Ereignis (Tod und Auferstehung) hat ein neues Zeitalter begonnen.
+ br
+ | Dies ist dem Paulus (und mit ihm dem Markus) äußerst wichtig und wird theologisch begründet und ausgefaltet;
+ br
+ | andere „christliche“ Strömungen sehen dies durchaus anders (s. u.).
+
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
@@ -711,7 +829,20 @@ block content
br
| In der Nachfolge Jesu steht dem nun Geheilten der Weg in den Himmel offen.
li.small
- | Einige spätere Erzählungen, wo es auch um den Weg „nach Hause“ geht, werden diese Interpretation unterstützen.
+ | Einige spätere Erzählungen, bei denen es auch um den Weg „nach Hause“ geht, werden diese Interpretation unterstützen.
+ li
+ | Die Erzählung von der Heilung des Gelähmten blickt – ganz im Sinne der „Taufe auf den Tod Jesu“ nach Röm 6 –
+ | aber nicht nur darauf, dass der Geheilte nun nach der „Heilung“ „nach Hause“ geht,
+ br
+ | sondern besonders darauf, dass
+ i in der Taufe ein rituelles Mitgekreuzigtsein, Mitbegrabensein geschieht,
+ br
+ i ein tot-sein für die Sünde in Analogie zum realen Gestorbensein Jesu „für die Sünde“ begründet wird.
+ br
+ | In diesem Sinne geht der Täufling mit Christus ins Verderben:
+ br
+ | er stirbt dem alten Leben ab, um teilzuhaben an der Neuheit des Lebens in Christi Auferstehung,
+ | die ihn zu einem entsprechenden Lebenswandel verpflichtet.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
@@ -842,6 +973,344 @@ block content
br
| Wie die Vier ihren Glauben durch tätige Liebe leben, soll dies nun auch der Geheilte tun.
+ .card.slide.border-primary.mb-3
+ .card-body
+ h5.card-title
+ | Der unreine Geist in der Mitte der konzentrischen Gliederung negativ wie positiv fortgeführt bei der Heilung des Gelähmten
+ h6.card-subtitle.text-muted
+ | Schriftgelehrte einerseits und die Vier und der Gelähmte andererseits als „Manifestationen“ des unreinen Geistes
+ hr
+ ul.card-text
+ li
+ | Der unreine Geist in der Mitte der konzentrischen Gliederung wird – wie es seinem Wesen entspricht – einerseits negativ/herausfordernd
+ | geschildert.
+ ul.card-text
+ li
+ | Er spricht ein einseitiges „Bekenntnis“ zu Jesus („Heiliger Gottes“), das nur auf die Auferstehungsherrlichkeit Jesu nach Röm 1,4
+ | abzielt und das Kreuz verschweigt; deswegen wird es mit einem Schweigegebot belegt.
+ li
+ | Die Schriftgelehrten bestreiten bei der Heilung des Gelähmten die Vollmacht Jesu zu Sündenvergebung und fordern auf diese Weise Jesus heraus.
+ li
+ | Neben der nativen Seite des unreinen Geistes wird aber auch eine „positive“ Seite gezeichnet.
+ ul.card-text
+ li
+ | Er ist gehorsam gegenüber dem Befehl Jesu: er verstummt und fährt aus – letztlich ins Verderben.
+ li
+ | Das verbindet sich einerseits mit den Vieren, die den Gelähmten zu Jesus bringen und während der ganzen Erzählung stumm sind.
+ br
+ | Sie sprechen kein Bekenntnis mit Worten, nichtmal eine Heilungsbitte – angesichts anderer Erzählungen ist dies auffallend
+ | und kann nur von der Verbindung mit dem Schweigegebot an den unreinen Geist her sinnvoll erklärt werden.
+ br
+ | Sie bringen ihren Glauben und ihre Heilungsbitte nicht durch Worte, sondern vielmehr durch ihr unbeirrbares Handeln zum Ausdruck,
+ | durch ihre Liebestat an dem Gelähmten.
+ br
+ | Dies ist nicht nur Bekenntnis zur Vollmacht Jesu, sondern echte, dienende Nachfolge, die das Kreuz Jesu zum Vorbild nimmt,
+ | mithin also ein Bekenntnis auch zum Kreuz Jesu als Dienst an den Menschen,
+ | der selber zur Erlösung des Menschen ins Verderben des Todes am Kreuz gegangen ist.
+ br
+ | Denn der Glaube, der durch die Liebe wirkt, hat als Basis das Handeln Jesu:
+ br
+ q.bibeltext ... lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat.
+ span.bibeltext Gal 2,20
+ br
+ | (→ Mitte der konzentrischen Gliederung).
+ p.card-text.small.mb-0
+ | Vielleicht darf man sogar
+ span.bibelstelle Gal 2,19-21
+ | insgesamt einbeziehen, denn einerseits begegnet die auch hier präsente Gesetzesthematik (einschließlich dessen Insuffizienz),
+ | andererseits – worauf wir teils bei der Jüngerberufung schon gestoßen sind – zu Röm 6 parallele Formulierungen:
+ br
+ q.bibeltext
+ | 19 Denn ich bin durch das Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich für Gott lebe.
+ br
+ | Ich bin mit Chrisuts gekreuzigt worden.
+ br
+ | 20 Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir.
+ br
+ | Was ich nun im Fleisch lebe, lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat.
+ br
+ | 21 Ich missachte die Gnade Gottes in keiner Weise;
+ br
+ | denn käme die Gerechtigkeit durch das Gesetz, so wäre Christus vergeblich gestorben.
+ br
+ q.bibeltext
+ | 6 Wir wissen doch: Unser alter Mensch wurde mitgekreuzigt ...
+ br
+ | 10 ... durch sein Sterben ist er [= Christus] ein für alle Mal gestorben für die Sünde, sein Leben aber lebt er für Gott.
+ br
+ | 11 So begreift auch ihr euch als Menschen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus.
+ span.bibelstelle Röm 6,6.10-11
+ li
+ | Ferner verbindet sich der unreine Geist mit seiner „positiven“ Seite mit dem Gelähmten,
+ | der wie die Vier in der ganzen Erzählung stumm bleibt und nach dem Befehl Jesu, aufzustehen,
+ | dies gehorsam tut – und „nach Hause“ geht (als positiven Gegenort zum Verderben beim unreinen Geist).
+ li.small
+ | Dass auch die Schriftgelehrten kein offenes Wort sagen, sondern „in ihrem Herzen“, nach außen also schweigen,
+ | macht deutlich, dass das Schweigen an sich kein positiver Wert ist.
+ br
+ | Dies unterstreicht die inhaltliche Füllung des Schweigegebotes an den unreinen Geist.
+
+ .card.slide.border-primary.mb-3
+ .card-body
+ h5.card-title
+ q Als er ihren Glauben sah
+ br
+ q Damit ihr aber erkennt
+ h6.card-subtitle.text-muted
+ | Von der „Sichtbarkeit“ des Glaubens
+ hr
+ ul.card-text
+ li
+ | Jesus sieht den Glauben der Vier, weil es ein Glaube ist der durch die Liebe wirkt.
+ li
+ | Die Gegner Jesu sollen seine Sündenvergebungsvollmacht erkennen (durch die vollzogene Lebenswende des Geheilten nach Röm 6).
+ li
+ i
+ | Glaube zeigt sich, ist erkennbar,
+ br
+ | ist nicht nur Wort-Glaube (Glaubensbekenntnis), sondern tätiger Glaube, wirkt durch die Liebe, wird gelebt.
+ li
+ | Paulus musste sich dem Vorwurf stellen, dass er mit der von ihm verkündeten Rechtfertigung allein durch den Glauben
+ | der Sünde Tür und Tor öffnen würde; dies steht auch im Hintergrund der Ausführungen im Röm 6
+ br
+ | (vgl. nur
+ span.bibelstelle Röm 6,1
+ q.bibeltext Was sollen wir nun sagen? Sollen wir an der Sünde festhalten, damit die Gnade umso mächtiger werde?
+ | ).
+ br
+ | Dieser Vorwurf an Paulus dürfte auch inter dem Vorworf an Jesus in
+ span.bibelstelle Mk 3,22
+ | stehen:
+ br
+ q.bibeltext
+ | Die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren, sagten:
+ q Er ist von Beelzubul besessen; mit Hilfe des Anführers der Dämonen treibt er die Dämonen aus.
+ br
+ | (Vgl. näher dann dort.)
+ br
+ | Umso wichtiger ist es Paulus und Markus aufzuzeigen, dass der Glaube sich im Leben auswirkt und auswirken muss.
+ br
+ | In diesen Kontext gehört auch die Wendung „Gehorsam des Glaubens“, auf die wir bereits gestoßen sind
+ | und die auch in der Verbindung Mitte und unteres Ende der konzentrischen Gliederung präsent ist.
+
+ .card.slide.border-primary.mb-3
+ .card-body
+ h5.card-title
+ | Glaube hier, Gehorsam da – der Gehorsam des Glaubens, der durch die Liebe wirkt
+ h6.card-subtitle.text-muted
+ | im Horizont des Gehorsams Jesu bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz
+ hr
+ ul.card-text
+ li
+ | Der Erzählung der Heilung des Gelähmten greift das Mitbegrabensein mit Christus nach Röm 6 auf;
+ br
+ | dies macht den Tod Jesu präsent (als Voraussetzung des Begräbnisses und des Mitbegrabenseins).
+ li
+ | Stimmig dazu wird in der Mitte der konzentrischen Gliederung indirekt der Tod Jesu angedeutet,
+ br
+ | sein Gang ins Verderben, zum Verderben der unreinen Geister.
+ br
+ | Dabei greift – mit Blick auf jene konzentrischen Gliederung, bei der die Austreibung des unreinen Geistes das untere Ende und die Wüstensendung Jesu
+ | die Mitte der konzentrischen Gliederung bildet –
+ | erzählerisch der Gehorsam des unreinen Geistes, der ohne Widerrede verstummt und ausfährt,
+ | den Gehorsam Jesu bis zum Tod am Kreuz auf, der im Gehorsam Jesu gegenüber dem Geist angesichts dessen Treiben in die Wüste
+ | und der dortigen Versuchung durch Satan bebildert ist; der Dienst der Engel deutet dann die Erhöhung gemäß des Philipperhymnus an.
+ li
+ | Mit dem Gehorsam des Gelähmten, der auf das Wort Jesu hin aufsteht und „nach Hause“ geht,
+ | ergibt sich eine Kette des Gehorsams, durch die auch dieser Gehorsam des Gelähmten mit dem Gehorsam Jesu bis zum Tod am Kreuz verbunden ist:
+ br
+ | Gehorsam Jesu bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz → Gehorsam des unreinen Geistes → Gehorsam des Gelähmten.
+ li
+ | Bei den Vieren wird der Glaube hervorgehoben; es ist ein Glaube, der durch die Liebe wirkt.
+ li
+ | Wie verschiedene Signale in der Erzählung selbst, aber auch in der konzentrischen Gliederung andeuten (s. o. u. u.),
+ | schließt sich mit dem Weggehen des Geheilten mit der Liege, auf der er selbst zu Jesus gebracht wurde, ein Kreis;
+ br
+ | dadurch sind die Vier und der Gelähmte zusammenzunehmen; sie bilden auch gemeinsam die positive Fortführung des unreinen Geistes
+ | in der Mitte der konzentrischen Gliederung.
+ li
+ | Tätiger Glaube hier, Gehorsam da,
+ br
+ | verbinden sich zum Gehorsam des Glaubens nach Röm 1,5, mit Gal 5,6 ergänzt zum
+ br
+ i Gehorsam des Glaubens, der durch die Liebe wirkt.
+ br
+ | Dieser war schon mehrfach gegenwärtig, nicht zuletzt bei der Heilung der Schwiegermutter des Petrus.
+ li
+ | Dass Röm 1,5 von der Berufung des Paulus spricht,
+ br
+ q.bibeltext
+ | unter allen Völkern den Gehorsam des Glaubens aufzurichten
+ |
+ | , fügt sich gut in die vorliegende Erzählung, die mit dem doppelten Dachöffnen Juden und Völkerwelt zusammenbindet.
+ li.small
+ | Das Gegenüber von Jüngerberufung (Namen der Jünger! Deren Gehorsam beim Eintritt in die Nachfolge) und Heilung des Gelähmten (Doppelte Dachöffnung! Glaube!)
+ | in der Gliederung „Galiläa I“ wird bestätigen, dass Markus hier an den „Gehorsam des Glaubens, der durch die Liebe wirkt“ denkt (s. u.).
+
+ .card.slide.border-primary.mb-3
+ .card-body
+ h5.card-title
+ | „Mein Sohn“ – „Menschensohn“
+ h6.card-subtitle.text-muted
+ | Erniedrigung und Hoheit Jesu in der Erzählung von der Heilung des Gelähmten
+ hr
+ ul.card-text
+ li
+ | Jesus spricht den Gelähmten zunächst mit „Mein Sohn“ an und gewährt ihm Sündenvergebung.
+ br
+ | Jesus handelt hier aus der Perspektive Gottes, seine Erhöhung ist impliziert.
+ li
+ | Als die Schriftgelehrten aber die Vollmacht Jesu zur Sündenvergebung bezweifeln,
+ | nennt er sich selber „Menschensohn“, der diese Vollmacht habe.
+ br
+ | Der Titel „Menschensohn“ ist hier ein Schlüsselbegriff:
+ ul.card-text
+ li
+ | In Verbindung mit „Mein Sohn“ und dem Handeln aus der Perspektive Gottes
+ | enthält er Erniedrigung: „Menschensohn“ ↔ „Gottessohn“;
+ br
+ | die Menschwerdung ist angedeutet,
+ br
+ | einererseits nach
+ span.bibeltext Phil 2,7:
+ br
+ q.bibeltext
+ | er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich.
+ br
+ | Sein Leben war das eines Menschen.
+ br
+ | Andererseits nach
+ span.bibeltext Gal 4,4:
+ br
+ q.bibeltext
+ | Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau ...
+ li
+ | Gleichzeitig bringt der Titel nach
+ span.bibeltext Dan 7,13-14
+ | Hoheit und Vollmacht zum Ausdruck:
+ br
+ q.bibeltext
+ | 13 Immer noch hatte ich die nächtlichen Visionen:
+ br
+ | Da kam mit den Wolken des Himmels einer wie ein Menschensohn.
+ br
+ | Er gelangte bis zu dem Hochbetagten [= Gott] und wurde vor ihn geführt.
+ br
+ | 14 Ihm wurden Herrschaft, Würde und Königtum gegeben.
+ br
+ | Alle Völker, Nationen udn Sprachen dienten ihm.
+ br
+ | Seine Herrschaft ist eine ewige, unvergängliche Herrschaft.
+ br
+ | Sein Reich geht niemals unter.
+ p.card-text.small.mb-0
+ | Zu beachten ist, dass Markus diese Vision in Mk 14,62 im Rahmen des Prozesses gegen Jesus vor dem Hohen Rat aufgreift.
+ li
+ | In der Erzählung von der Heilung des Gelähmten sind also sowohl Jesu Vollmacht und Hoheit aufgrund der Auferstehung von den Toten
+ | also auch seine Erniedrigung gegenwärtig, zu der auch das Begräbnis aus erzählerischer Rahmen passt.
+ li
+ | Dies deckt sich mit der Mitte der konzentrischen Gliederung:
+ br
+ | Dort wird Jesus einerseits als „Heiliger Gottes“ angesprochen und wird die Vollmacht seiner Lehre hervorgehoben,
+ | wobei Röm 1,4 im Hintergrund steht („dem Geist der Heiligkeit nach
+ | eingesetzt als Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten“);
+ br
+ | andererseits wird dort auch indirekt sein Weg in die Erniedrigung des Todes am Kreuz angedeutet
+ | („Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen“ – Antwort: Ja, indem ich selber euch ins Verderben vorausgehe).
+
+ .card.slide.border-primary.mb-3
+ .card-body
+ h5.card-title
+ | Fieber – Aussatz – Lähmung
+ h6.card-subtitle.text-muted
+ | Von der Doppel- und Mehrfachdeutigkeit der Krankheiten im Markus-Evangelium
+ hr
+ ul.card-text
+ li
+ | Besonders die Heilung des „Aussätzigen“ in Mk 1,40-45 mit ihrem Rückgriff auf Jes 53,4 („er hat unsere Krankheit getragen“)
+ | hat deutlich gemacht, dass „Krankheit“ im Markus-Evangelium auch im übertragenen Sinne verstanden werden kann und muss.
+ br
+ | Dies war auch schon bei der Heilung der an „Fieber“ erkrankten Schwiegermutter des Petrus angenommen worden.
+ li
+ | Das Bild von der Heilung „Kranker“ ermöglicht, in einer Erzählung auf mehreren Ebenen zu erzählen:
+ ul.card-text
+ li
+ i „krank“ im Sinne der realen Krankheit
+ br
+ | → Dienst an einer kranken Person;
+ li
+ i „krank“ im übertragenen Sinne,
+ br
+ | wobei hier auch nochmal unterschieden werden muss:
+ ul.card-text
+ li
+ i „krank“ im Sinne des Gefangenseins in Sünde und Tod
+ br
+ | → Befreiuung aus diesem Verfallensein
+ | in der Taufe aufgrund der Erlösung in Christus;
+ li
+ i „krank“ im Sinne des Opferseins in unguten ethisch-sozialen Zusammenhängen
+ br
+ | → Befreiung aus diesen unguten Zusammenhängen durch ethisches Handeln in der Nachfolge Jesu.
+ li
+ | Die Zuwendung zu den „Kranken“ ist also schillernd und kann mehrere Ebenen umfassen.
+ li
+ | Einerseits wird bebildert, wie Jesu Tod und Auferstehung Menschen aus Sünde und Tod befreit,
+ | indem dieses christologisch-christliche Grundereignis in der Taufe vergegenwärtigt
+ | und ein Mensch in die aufrichtende Schicksalsgemeinschaft mit Jesus hineingenommen wird.
+ br
+ | Andererseits wird – als Folge davon – bebildert, wie sich dies in einem ethischen Sinne im neuen,
+ | geheilten Miteinander der Menschen untereinander heilvoll auswirkt.
+ li
+ | Letztlich geht es hier – verbindend – um alle Situationen, in denen es jemand nicht gut geht,
+ | jemand der Zuwendung und Hilfe bedarf, aufgerichtet werden will, ganzheitlich, soteriologisch-ethisch.
+ br
+ | Für die Jünger geht es so oder so um einen Liebesdienst an einem Menschen, der Hilfe braucht.
+
+ .card.slide.border-primary.mb-3
+ .card-body
+ h5.card-title
+ | Alles nur Erfindung?
+ h6.card-subtitle.text-muted
+ | Zum Faktum, dass Erzählungen im Markus-Evangelium durch das paulinische Schrifttum „generiert“ sind
+ hr
+ ul.card-text
+ li
+ | Wie deutlich geworden sein dürfte,
+ | steht im Hintergrund der Heilung des Gelähmten – und schon zurückliegender und noch kommender Erzählungen –
+ | kein historischese Ereignis, das dann – vielleicht mit wenigen Modifikationen (vgl. die anderen Evangelisten) –
+ | von Markus in sein Evangelium geschrieben hat.
+ li
+ | Nicht einmal ein „historischer Kern“ lässt sich herausschälen.
+ br
+ | Wobei anzumerken ist, dass unser Verständnis von „historisch“ und „Geschichte“ eine Folge der Aufklärung ist
+ | und zur Zeit des Markus unbekannt war.
+ li
+ | Doch gilt zu beachten:
+ br
+ | hinter den Erzählungen steht zwar keine historische Wahrheit,
+ br
+ | dennoch aber eine theologische Wahrheit.
+ li
+ | Die Erzählung sind nicht einfach „Erfindungen“ des Markus,
+ | sie sind abgeleitet von theologischen Aussagen und Sprachbildern des Paulus und des Alten Testamentes.
+ li
+ | Schon lange ist bewusst, dass man aus den Evangelien kein „Leben Jesu“ rekonstruieren kann, wie man eigentlich gehofft hatte.
+ br
+ | Gerade die Entdeckung, dass das Markus-Evangelium das älteste Evangelium ist, hatte die Hoffnung geweckt, dieses entsprechend
+ | für ein „Leben Jesu“ fruchtbar machen zu können.
+ br
+ | Die Erkenntnis der Bezüge zum paulinischen Schrifttum (und zu seiner Verwendungsweise des Alten Testamentes),
+ | dazu, dass hinter dem markinischen Jesus immer wieder der Paulus der Briefe hervortritt,
+ | macht einerseits erneut deutlich, dass dies nicht möglich ist.
+ br
+ | Andererseits ist nun die „wahre Quelle“ des Evangeliums aufgedeckt, sind neue Entdeckungen möglich –
+ | und gibt es eine Befreiung von der Suche nach etwas, das nie und nimmer greifbar werden kann.
+ li
+ | Damit wird es aber noch schwieriger, zu sagen, was der „historische Jesus“ selbst getan hat und wollte.
+ br
+ | Dennoch können einige Hinweise, auf die wir noch stoßen werden, eine Hilfe und Leitplanke sein.
+
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
@@ -862,8 +1331,9 @@ block content
br
| sie verbinden sich unmittelbar mit den Vieren, die den Gelähmten auf der Liege zu Jesus bringen:
br
- | Bei der Heilung der Schwiegermutter des Petrus sind es – so legen es die Bezüge in der Konzentrik nahe – diese vier Erstberufenen,
- | die Jesus zur fiebrigen Schiegermutter des Petrus führen.
+ | Bei der Heilung der Schwiegermutter des Petrus sind es diese vier Erstberufenen,
+ | die Jesus zur fiebrigen Schiegermutter des Petrus führen, wie es am unteren Ende der konzentrischen Gliederung vier Männer sind,
+ | die den Gelähmten zu Jesus tragen, damit still ihren Glauben bezeugen und so die Heilung des Gelähmten in Gang bringen.
li
| Von der Schwiegermutter des Petrus wird erzählt, dass sie nach der Aufrichtung durch Jesus diesem und seinen Begleitern dient.
br
@@ -878,13 +1348,78 @@ block content
| was sich gut mit dem Dienst der Schwiegermutter des Petrus an Jesus und seinen Begleitern nach deren Aufrichtung verbinden lässt:
br
| der oben formulierte Gedanke, dass der Geheilte seine Liege mitnimmt als „Handwerkszeug“, um fortan anderen zu helfen, wird verstärkt.
+ li
+ | Die vier Erstberufenen – allen voran die explizit erwähnten Petrus und Andreas –
+ | erweisen sich bei der Heilung der Schwiegermutter des Petrus als „Menschenfischer“, nicht im Sinne der Verkündigung
+ | und des Zusammensammelns, sondern des Mitwirkens beim Befreien von Menschen aus dem Netz der Sünde und des Todes.
+ br
+ | Effektiv wird im Haus des Simon und Andreas – „Menschenfischer“ entsprechend gedeutet – eine Taufe gefeiert.
+ br
+ | Heil auf soteriologischer Ebene wird präsent, das auf eine Veränderung auf ethischer Ebene abzielt,
+ | wie dies durch den Dienst der Schwiegermutter an Jesus und seinen Begleitern bebildert wird.
+ br
+ | Hier wird „Krankheit“ im übertragenen Sinne verstanden.
+ li
+ | Im Hinblick auf die Söhne des Zebedäus einerseits und die Schwiegermutter des Petrus andererseits kann das Bild entstehen,
+ | dass die einen von ihrer Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb „herabsteigen“ und die andere aufgerichtet, erhöht wird.
+ br
+ | Die Söhne des Zebedäus verlassen ihre herrscherliche Stellung und werden zu Dienern;
+ | und dieser Dienst – Entäußerung und Erniedrigung in der Nachfolge Jesu – richtet auf und führt zu gegenseitigem Dienst
+ br
+ | (vgl. auch die entsprechenden Ausführungen bei der Heilung des „Aussätzigen“ zu den Söhnen des Zebedäus).
+ br
+ | Auch das ethische Handeln der Söhne des Zebedäus hat hier eine gewisse „soteriologische“, weil aufrichtende und befreiende Wirkung;
+ | dies in Analogie zum einzigartigen soteriologischen Handeln Jesu im Tod am Kreuz.
+ br
+ | Hier wird „Krankheit“ im realen Sinne verstanden oder als Bild für die Folge anderer krankmachender (sozialer) Umstände.
+ li
+ | Im Hinblick auf den in beiden Erzählungen vorhandenen Gehorsam findet eine Vertauschung statt:
+ br
+ | Bei der Berufung sind es die Berufenen, die gehorsam in den Dienst Jesu eintreten.
+ br
+ | Bei der Heilung der Schwiegermutter des Petrus ist es Jesus selbst, der „gehorsam“ ist.
+ br
+ | Beides ist zusammenzusehen:
+ | Jesus nimmt die Jünger für seine eigene Sendung in Dienst, und lässt sich wiederum für diese von den Jüngern in Dienst nehmen.
+ br
+ | Bei der Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus wirken der Gehorsam Jesu (bis zum Tod am Kreuz) und der Gehorsam der Jünger
+ | (gegenüber ihrer Berufung durch Jesus) zusammen!
+ li
+ | Während in der Berufungserzählung im Bild des zerrissenen Netzes die Befreiung aus dem „Gesetz der Sünde und des Todes“ durch Jesu
+ | Gehorsam bis zum Tod am Kreuz gegenwärtig ist – der wiederum bei der Heilung der Schwiegermutter des Petrus im Gehorsam gegenüber den Jüngern angedeutet ist –,
+ | bebildert die Erzählung von der Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus die Auswirkung dieser Befreiuung.
+ li
+ | Jede Person im Gegenüber taucht mindestens einmal in der Position des Dienens auf.
+ br
+ | Die Aufrichtung der Niedergedrückten schafft im Sinne des Evangeliums nicht neue Große und Mächtige, sondern zielt auf eine Gemeinschaft des Dienens!
+ br
+ | Angesichts der im zerrissenen Netz gegenwärtigen Befreiung aus dem „Gesetz der Sünde und des Todes“ kann dies von
+ span.bibelstelle Gal 5,13-14
+ | her verstanden werden:
+ br
+ q.bibeltext
+ | Denn ihr seid zur Freiheit berufen, Brüder und Schwestern.
+ br
+ | Nur nehmt die Freiheit nicht zum Vorwand für das Fleisch,
+ br
+ i sondern dient einander in Liebe!
+ br
+ | Denn das ganze Gesetz ist in dem einen Wort erfüllt:
+ br
+ | Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
+ li
+ | Zentrale Elemente des Philipperhymnus sind im Gegenüber gegenwärtig:
+ ul.card-text
+ li Entäußerung und Erniedrigung Jesu werden als Nachfolge der Zebedäus-Söhne erzählt.
+ li Der Gehorsam Jesu bis zum Tod am Kreuz ist in seinem Gehorsam gegenüber den Jüngern angedeutet.
+ li Erhöhung Jesu und der Dienst von Himmel, Erde und Unterwelt ist im Dienst der Schwiegermutter des Petrus angedeutet.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
| Das nahegekommene Gottesreich macht die Menschen „gesund“
h6.card-subtitle.text-muted
- | Der Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu und die Massenheilungen als gegenüberliegende Erzählungen in der konzentrischen Gliederung
+ | Der Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu und die Massenheilungen als gegenüberliegende Erzählungen in der konzentrischen Gliederung
hr
ul.card-text
li
@@ -900,16 +1435,25 @@ block content
| Mitgebraben-Sein mit Jesus (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung) wird also insbesondere der Akzent
| auf Jesu Tod als Ursache für das neue Heil in Christus gelegt.
li
- | Jesu Tod hat, da ihn Gott mit der Auferweckung beantwortet hat, das Reich Gottes nahegebracht.
+ | Jesu Tod hat, da ihn Gott mit der Auferweckung beantwortet hat, die Königsherrschaft Gottes nahegebracht.
+ br
+ | Das Zeitalter des rettenden Glaubens ins angebrochen.
li
- | Weil zum „Evangelium Gottes“ wesentlich gehört, dass durch Jesus Tod am Kreuz die Dämonen ins Verderben gestürzt sind,
+ | Weil zum „Evangelium Gottes“ wesentlich gehört, dass durch Jesu Tod am Kreuz die Dämonen ins Verderben gestürzt sind,
| kann Jesus nun die Dämonen austreiben, insgesamt Menschen heilen.
li
| Die Menschen, die die Kranken zu Jesus bringen – wie die Vier am unteren Ende der konzentrischen Gliederung! –
| zeigen ihren Glauben, zu dem Jesus aufruft.
+ br
+ | Es zeigt sich ein Glaube, der durch die Liebe wirkt; insofern sind Glaube und Umkehr identisch.
+ br
+ | Die Menschen folgen gehorsam dem Ruf Jesu zu Glaube und Umkehr:
+ br
+ | wie am unteren Ende der konzentrischen Gliederung auf die Vier und den Geheilten aufgeteilt,
+ | begegnet hier im Gegenüber der „Gehorsam des Glaubens, der durch die Liebe wirkt“.
li
- | Die Predigt der Umkehr beim Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu trägt insofern Frucht,
- | als die Menschen sich ihrer Kranken annehmen und sie zu Jesus bringen;
+ | Die Predigt der Umkehr beim Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu trägt nicht nur
+ | bei den Menschen, die sich ihrer Kranken annehmen und sie zu Jesus bringeni, Frucht:
br
| auch in den „Heilungen“ selbst steckt „Umkehr“, insofern die „Kranken“ aus der Hand der Sünde befreit werden
| zum „Wandeln in der Neuheit des Lebens“.
@@ -931,9 +1475,10 @@ block content
| sondern eine ganze Erzählung weiter springt, muss anderweitig ausgeglichen werden.
br
| Auf der Suche nach zu verbindenen Erzählungen fällt ins Auge, dass in Mk 1,35-39 zunächst die Auferstehung Jesu präsent gemacht wird,
- | dann aber der Leser mit Jesus und den ihm folgenden Jüngern in die Wüste gehen muss, von wo aus ein Neuaufbruch stattfindet;
+ | dann aber der Leser mit Jesus und den ihn verfolgenden Jüngern in die Wüste gehen muss, von wo aus ein Neuaufbruch stattfindet;
br
- | das lässt sich mit der Abfolge Taufe Jesu (→ Auferstehung) – Wüstenaufenthalt/Versuchung Jesu verbinden;
+ | das lässt sich mit der Abfolge Taufe Jesu → Wüstenaufenthalt/Versuchung Jesu verbinden,
+ | da die Begleiterscheinungen beim Heraustreten aus dem Wasser die Auferstehung Jesu präsent machen;
| beide Erzählungen haben auch schon gemeinsam die Mitte einer konzentrischen Gliederung gebildet.
br
| So müssen diese beiden Erzählunge wieder zusammengezogen werden und bilden gemeinsam das Gegenüber zu Rückzug und Neuaufbruch.
@@ -944,11 +1489,125 @@ block content
| mitten in dieser „Wüste der Gottferne“ erschafft Jesus durch Tod und Auferstehung die „Insel des Lebens“,
| dazu geht er in die „umliegenden Dörfer“, schließlich durch „ganz Galiäa“.
li
- | Während in Mk 1,12-13 Jesus allein in die Wüste geht, folgen ihm in Mk 1,35-39 die Jünger in die „Wüste“:
- | auch sie sind dort hineingesandt.
+ | In beiden gegenüberliegenden Stücken ist die Sendung Jesu bzw. sein Weg nach dem Philipperhymnus gegenwärtig bzw. angedeutet:
+ table.table.table-sm
+ thead
+ tr
+ th.card-text Philipperhymnus
+ th.card-text Taufe/Wüstensendung
+ th.card-text Rückzug/Neuaufbruch
+ tbody
+ tr
+ td.card-text Entäußerung und Erniedrigung
+ td.card-text Zunächst Auferstehung (→ Begleiterscheinungen Taufe), dann Sendung in die Wüste
+ td.card-text Zunächst Auferstehung (→ Aufstehen am frühen Morgen, als es noch dunkel ist), dann gang an einen „einsamen Ort“
+ tr
+ td.card-text Gehorsam bis zum Tod am Kreuz
+ td.card-text
+ | Wüste als Gottferne
+ br
+ | (Bestehen der) Versuchung durch Satan
+ td.card-text
+ | Einsamkeit als Gottferne
+ br
+ | Jesus betet (→ Beten Jesu am Kreuz)
+ tr
+ td.card-text Erhöhrung und Einsetzung in hoheitliche Stellung
+ td.card-text
+ | Dienst der Engel
+ td.card-text
+ | Weitung des Wirkradius auf „ganz Galiläa“ → Völkermission
+ | im Sinne des „alle auf der Erde“ des Philipperhymnus
+ li
+ | Der Gang Jesu in die „Wüste“ hat das Getriebenwerden durch den Geist Gottes zur Ursache;
+ | er entspricht – bis hin zum Tod am Kreuz – der Sendung Jesu und steht unter dem – quasi vorab gesprochenen – Wohlgefallen Gottes.
+ | Dies ist auf das Gegenüber zu übertragen.
br
- | Das untere Ende der konzentrischen Gliederung lässt sie diesbezüglich in Aktion treten
- | (wie auch im Gegenüber von Jüngerberufung und Heilung der Schwiegermutter des Petrus).
+ | Petrus und seine Begleiter dagegen wollen Jesus vom Kreuz zurückholen;
+ | sie stellen sich damit der Sendung Jesu in den Weg, ihr Tun steht gegen das Wohlgefallen Gottes.
+ li
+ | Während Entäußerung, Erniedrigung und Gehorsam Jesu bis zum Tod am Kreuz das Wohlgefallen Gottes finden
+ | und zur Erhöhung Jesu führen,
+ br
+ | wollen Petrus und seine Begleiter Jesus aus der Erniedrigung quasi in die andere Richtung zurückholen:
+ | sie wollen einseitig einen „Christus/Menschensohn der Glorie“ und dazu das „Ärgernis des Kreuzes“ beseitigen (also das Kreuz in seiner Bedeutung abschwächen).
+ br
+ | Dies verbindet sich mit der Anrede Jesu als „Heiliger Gottes“ durch den unreinen Geist in der Mitte der konzentrischen Gliederung
+ | und dem darauf bezogenen Schweigegebot Jesu, weil der unreine Geist das Kreuz Jesu als Ursache der Erhöhung verschweigt.
+ br
+ | Vgl. auch Mk 8,32b-33 (Widerstand des Petrus gegen den Weg Jesu; Bezeichnung des Petrus durch Jesus als Satan)
+ | mit der Spannung „was Gott will“ ↔ „was die Menschen wollen“
+ | und Mk 8,29-30 (Schweigegebot nach Messiasbekenntnis des Petrus).
+ br
+ | Am unteren Ende der konzentrischen Gliederung dagegen handeln Vier – die im Gegenüber Jüngerberufung und Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus
+ | auf die vier Erstberufenen bezogen werden konnten – ganz im Sinne des Kreuzes Christi dienend an einem kranken Menschen.
+ li
+ | Während Jesus bei der Wüstensendung dem Geist untersteht, wollen im Gegenüber Petrus und seine Begleiter sich seiner bemächtigen.
+ li
+ | Während es Jesu Versuchung war, nicht gehorsam bis zum Tod am Kreuz zu sein, das Kreuz nicht anzunehmen,
+ br
+ | ist es die Versuchung der Jünger, das „Ärgernis des Kreuzes“ zu beseitigen, das Kreuz nicht ernst zu nehmen,
+ | es abzuschwächen und es damit seiner theologischen und ethischen Bedeutung und Kraft zu berauben:
+ | Befreiung aus Sünde und Tod im Tod Jesu, in Verbindung mit der Auferstehung daher Beginn eines neuen Zeitalters,
+ | Verpflichtung auf einen entsprechenden Lebenswandel (kein „weiter so“ mit wenigen Modifikationen).
+ li
+ | Auf beiden Seiten des Gegenübers begegnet die Umbiegung „Auferstehung(sherrlichkeit) → Tod am Kreuz“.
+ br
+ | Mit mahnendem Ton im Hinblick auf das Treiben von Petrus und seinen Begleitern wird Röm 6 vergegenwärtigt, das am unteren Ende der konzentrischen Gliederung präsent ist:
+ br
+ q.bibeltext
+ | 3 Wisst ihr denn nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind?
+ br
+ | 4 Wir wurden ja mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod,
+ br
+ | damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde,
+ br
+ i in der Neuheit des Lebens wandeln.
+ span.bibelstelle Röm 6,3-4
+ br
+ | Es findet eine Umbiegung vom Blick auf die Auferstehung bzw. den Auferstandenen in Richtung Ethik statt:
+ br
+ | die ethischen Konsequenzen werden verdeutlicht und von Paulus in den weiteren Versen näher ausgeführt: nicht Diener der Sünde, sondern Diener Gottes sein,
+ | tot für die Sünde sein, für Gott leben.
+ br
+ | Dies verbindet sich – sowohl im Sinne des Paulus, als auch im Sinne des Markus – sehr gut mit der von Jesus erzählten Entäußerung und Erniedrigung,
+ | mit dem Gehorsam bis zum Tod am Kreuz.
+ br
+ | Mit dem Nachgeben der Versuchung durch Satan werden Petrus und seine Begleiter (wieder) „Diener der Sünde“,
+ | was auch von Mk 8,32b-33 her gut zum Gegenüber „was Gott will“ – „was die Menschen wollen“ passt
+ br
+ | („hinter mich Satan“: „du hast das im Sinn, was die Menschen wollen“).
+ br
+ | Am untern Ende der konzentrischen Gliederung wird Röm 6 bebildert und positiv aufgegriffen,
+ | einerseits in der Heilung des Gelähmten, anderereits aber auch in den Vieren, die sich zu Dienern des Gelähmten machen,
+ | ganz im Sinne des Weges Jesu ans Kreuz.
+ li
+ | Das Wohlgefallen Gottes und das Treiben durch den Geist verbinden sich auch mit dem „dazu bin ich gekommen“ im Gegenüber,
+ | das sich auf Jesu Neuaufbruch in die benachbarter Dörfer und schließlich „ganz Galiläa“ (→ Völkermission!) bezieht;
+ br
+ | damit wird die Völkermission als (ein wichtiges) Ziel der Sendung Jesu herausgestellt.
+ br
+ | Dies passt zur Thematik des Einen Gottes für Juden und Heiden, der das Heil aller Menschen will, die im unteren Ende
+ | der konzentrischen Gliederung gegenwärtig ist.
+ li
+ | Angesichts der Präsenz der Gesetzesthematik in Mitte und am unteren Ender der konzentrischen Gliederung
+ | (und auch in manch anderem Gegenüber) ist anzumerken,
+ | dass die Wüstensendung unter dem Wohlgefallen Gottes in vorausgehenden konzentrischen Gliederungen auf den
+ | Freikauf vom Gesetz („dem Gesetz des Geistes unterstellt, damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz der Sünde und des Todes stehen“),
+ br
+ | das Handeln des Petrus, seiner Begleiter und „aller“ im Gegenüber dagegen auf das (Wieder-)Aufrichten des Gesetzes bezogen werden konnte:
+ br
+ | Petrus und seine Begleiter wollen Jesus vom „Ort des Freikaufes“, vom Kreuz, zurückholen, damit das „Ärgernis des Kreuzes“ beseitigen,
+ | effektiv (in der Sicht des Paulus und Markus) den Freikauf vom (Fluch des) Gesetz(es) rückgängig machen – mit allen Konsequenzen.
+ br
+ | Dieses (Wieder-)Aufrichten des Gesetzes steht im aktuellen Gegenüber gegen das Wohlgefallen Gottes.
+ br
+ | In Verbindung mit der Versuchung als Gegenüber zum Handeln des Petrus uns deiner Begleiter und damit der Mahnung, tot zu sein für die Sünde,
+ | wie Christus für die Sünde gestorben ist,
+ br
+ | müssen erneut die parallelen Formulierungen „gestorben/tot für die Sünde, leben für Gott“ (Röm 6,10-11) – „dem Gesetz gestorben, um für Gott zu leben“ (Gal 2,19)
+ | bedacht werden: wie Christus durch seinen Tod „ein für alle Mal gestorben ist für die Sünde“, um uns vom Fluch des „Gesetzes der Sünde und des Todes“
+ | zu befreien, müssen auch die Christen dem Gesetz sterben, um für Gott in der Freheit der Kinder Gottes leben zu können.
li
| Die Versuchung Jesu durch Satan wird im Gegenüber und in der Mitte der konzentrischen Gliederung auch insofern aufgegriffen,
| als Jesus die Dämonen austreibt: damit ist nicht nur das Bestehen der Versuchung durch Jesus angedeutet,
@@ -970,20 +1629,22 @@ block content
br
| dieser – Jesus – kann den „Aussätzigen“ heilen, was als absolut außergewöhnlich gelten muss.
li
- | Johannes der Täufer geht wechselnd Beziehungen zum „Aussätzigen“ und zu Jesus ein:
+ | Johannes der Täufer, der sich selber gegenüber dem kommenden Stärkeren als ein „Nichts“ bezeichnet,
+ | geht wechselnd Beziehungen zum „Aussätzigen“ und zu Jesus ein:
ul.card-text
li
- | Johannes bezeichnet sich selbst gegenüber dem kommenden Stärkeren – Jesus – als ein „Nichts“;
- br
- | das verbindet ihn zunächst mit dem „Aussätzigen“, der ein „Letzter“ in der Gesellschaft ist.
+ | Zunächst ist er mit dem „Aussätzigen“ verbunden, der ein „Letzter“ in der Gesellschaft ist.
li
| Durch die Heilung des „Aussätzigen“ – bei der Jesus den „Aussatz“ des „Aussätzigen“ auf sich nimmt (→ „er hat unsere Krankheit getragen“!) –
| wird Jesus selber zu einem „Letzten“ –
| und ist diesbezüglich nun statt dem „Aussätzigen“ mit Johannes dem Täufer verbunden.
+ li
+ | Das Hervorheben des rangmäßigen Unterschiedes zwischen Jesus und Johannes dem Täufer am Anfang und dann – als Folge des Handelns Jesu – doch
+ | die Parallele zwischen den beiden am Ende der Heilung des „Aussätzigen“ markiert die Erniedrigung Jesu in besonderer Weise.
li
| Johannes der Täufer verkündet die „Taufe des Sinneswandels zur Vergebung der Sünden“,
br
- | gegenüberliegend wird vom „Austausch“ Jesu mit dem „Aussätzigen“ im Tod am Kreuz – gleichsam der „Taufe“ Jesu – erzählt,
+ | gegenüberliegend wird vom „Austausch“ Jesu mit dem „Aussätzigen“ im Tod am Kreuz – gleichsam der „Taufe“ Jesu (→ Mk 10,38!) – erzählt,
br
| womit Jesus eben jene „Taufe des Sinneswandels zur Vergebung der Sünden“ als „Taufe auf den Tod Jesu“ ermöglicht,
br
@@ -1008,11 +1669,199 @@ block content
| wo die Vier sich eines „Gelähmten“ – was ebenso schillern kann wie „Aussätziger“ – annehmen.
li
| Johannes und Jesus gemein ist nicht nur der Aufenthalt in der Wüste, sondern auch, dass die Scharen kommen.
+ br
+ | Während zu Johannes dem Täufer Menschen aus „ganz Galiläa und alle Einwohner Jerusalems“ kommen, wird Jesus von Menschen „von überallher“ aufgesucht:
+ | das ist eine Weitung, die der perspektive „alle Völker“ (Juden und Heiden) am untern Ende der konzentrischen Gliederung entspricht.
li
| Mit dem vom „Aussatz“ Geheilten verbindet Johannes die Verkündigungstätigkeit:
br
| beide weisen auf Jesus hin.
-
+
+ .card.slide.border-primary.mb-3
+ .card-body
+ h5.card-title
+ q.bibeltext Ihr lieft gut. Wer hat euch gehindert, weiter der Wahrheit zu folgen?
+ span.bibelstelle Gal 5,7
+ h5.card-subtitle.text-muted
+ | Die Heilung des Gelähmten im Gegenüber zur Berufung der ersten Jünger und zum Aufgesuchtwerden Jesu durch Petrus nach seinem Rückzug
+ | in der Gliederung „Galiläa I“
+ hr
+ ul.card-text
+ li
+ | In der Gliederung „Galiläa I“ liegt der Hauptbestand der Heilung des Gelähmten, nämlich Mk 2,3-12, einerseits
+ | der Berufung der ersten Jünger (Mk 1,16-20), andererseits dem Aufgesuchtwerden Jesu durch Petrus nach seinem Rückzug (Mk 1,35-38)
+ | gegenüber.
+ br
+ | Dabei werden die Jünger einmal positiv, einmal negativ gezeichnet.
+ li
+ | Das Gegenüber zu Mk 3,1-5 wird später dort besprochen.
+ li
+ | In der Gliederung „Galiläa I“ liegen sich auch Mk 1,14-15; Mk 1,39; Mk 2,1-2; Mk 3,6 gegenüber.
+ br
+ | Dies wird ebenso später besprochen.
+
+ .card.slide.border-secondary.mb-2
+ .card-body
+ h5.card-title
+ q.bibeltext Ihr lieft gut.
+ hr
+ ul.card-text
+ li
+ | Das Gegenüber Jüngerberufung – Heilung des Gelähmten weist sehr viele Parallelen zum Gegenüber
+ | Jüngerberufung – Heilung der Schwiegermutter des Petrus auf.
+ li
+ | Die vier Erstberufenen können hier mit jenen vier identifiziert werden, die den Gelähmten zu Jesus tragen.
+ li
+ | Das Netz, das zurückgelassen wurde, wird in die Liege eingetauscht, mit der der Gelähmte zu Jesus gebracht wird:
+ br
+ | Das „Gesetz der Sünde und des Todes“ wird ersetzt durch ein „Werkzeug der Nächstenliebe“;
+ br
+ | dabei darf nicht vergessen werden, dass auch das jüdische Gesetz auf die Nächstenliebe abzielt,
+ | schreibt doch Paulus in
+ span.bibelstelle Röm 13,9-10:
+ br
+ q.bibeltext
+ | Denn die Gebote ... und alle anderen Gebote sind in dem einen Satz zusammengefasst: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
+ | Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. Also ist die Liebe die Erfüllung des Gesetzes.
+ br
+ | Doch konnte das jüdische Gesetz diese Dimension nicht entfalten, wie ihm die Kraft fehlte, lebendig zu machen;
+ | daher ist es zum „Gesetz der Sünde und des Todes“ geworden.
+ li
+ | Während bei der Berufung der Vier ihr Gehorsam auffällt, mit dem sie ohne umschweife dem Ruf Jesu in die Nachfolge folgen,
+ | wird im Gegenüber ihr Glaube betont, der ganz offensichtlich durch die Liebe wirkt;
+ br
+ | wieder wird die Kombination aus Röm 1,5 und Gal 5,6 präsent:
+ br
+ | der Gehorsam des Glaubens, der durch die Liebe wirkt.
+ li
+ | Diesen ist Paulus berufen, „unter allen Völlkern ... aufzurichten“.
+ br
+ | Das wird einerseits in den Namen der vier Erstberufenen aufgegriffen: zwei tragen semitische Namen (Jakobus, Johannes), zwei griechische (Simon, Andreas).
+ br
+ | Andererseits im doppelten Dachöffnen, bei dem einmal ein palästinisches Dach, einmal ein griechisch-römisches Dach vorausgesetzt ist.
+ li
+ | Der „Gehorsam des Glaubens, der durch die Liebe wirkt“ kann auch als Gegenbegriff verstanden werden
+ | zum „Gehorsam gegenüber des jüdischen Gesetzes“, das die Vier hinter sich lassen und dessen Insuffizienz,
+ | lebendig zu machen bzw. aus der Hand Satans/der Sünde zu befreien, subtil angedeutet wird.
+ li
+ | Dem Gehorsam der vier Erstberufenen beim Ruf in die Nachfolge entspricht der Gehorsam des Gelähmten,
+ | der aufsteht, seine Liege nimmt und „nach Hause“ geht.
+ br
+ | Auch er ist nun in die Nachfolge eingetreten im Sinne des Wandels in der Neuheit des Lebens.
+ li
+ | Die vier Erstberufenen
+ | erweisen sich bei der Heilung des Gelähmten als „Menschenfischer“
+ | – allen voran die mit diesem Begriff explizit verbundenen Petrus und Andreas –,
+ | nicht im Sinne der Verkündigung
+ | und des Zusammensammelns, sondern des Mitwirkens beim Befreien von Menschen aus dem Netz der Sünde und des Todes.
+ br
+ | Schon von den Anklägen an Röm 6 her ist deutlich dass bei der „Heilung“ des Gelähmten eine Taufe gefeiert wird
+ | und „Menschenfischer“ entsprechend zu deuten ist.
+ br
+ | Heil auf soteriologischer Ebene wird präsent, das auf eine Veränderung auf ethischer Ebene abzielt,
+ | wie dies durch das Mitnehmen der Liege – als Handwerkszeug für eigenen Liebesdienst verstanden – bebildert wird.
+ br
+ | Hier wird „Krankheit“ im übertragenen Sinne verstanden.
+ li
+ | Im Hinblick auf die Söhne des Zebedäus einerseits und den Gelähmten andererseits kann das Bild entstehen,
+ | dass die einen von ihrer Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb „herabsteigen“ und der andere aufsteht, sich erhebt;
+ | auch im Aufsteigen auf das Dach (wohl vorzustellen über Treppen) ist dies bereits angedeutet.
+ br
+ | Die Söhne des Zebedäus verlassen ihre herrscherliche Stellung und werden zu Dienern;
+ | und dieser Dienst – Entäußerung und Erniedrigung in der Nachfolge Jesu – richtet auf und hilft zu einem neuen Leben.
+ br
+ | Auch das ethische Handeln der Söhne des Zebedäus hat hier eine gewisse „soteriologische“, weil aufrichtende und befreiende Wirkung;
+ | dies in Analogie zum einzigartigen soteriologischen Handeln Jesu im Tod am Kreuz.
+ br
+ | Hier wird „Krankheit“ im realen Sinne verstanden oder als Bild für die Folge anderer krankmachender, lähmender (sozialer) Umstände.
+ p.card-text.small.mb-0
+ | Dabei tritt aber die Sündenvergebungsthematik etwas in den Hintergrund.
+ li
+ | Während in der Berufungserzählung im Bild des zerrissenen Netzes die Befreiung aus dem „Gesetz der Sünde und des Todes“ gegenwärtig ist,
+ | wird im Gegenüber einerseits – mittels des Mitbegrabenseins durch Jesus – der befreiende Tod Jesu gegenwärtig,
+ | andererseits die Auswirkung dieser Befreiuung in der Heilung des „Gelähmten“ bebildert.
+ br
+ | Zu beachten ist, dass sich – ganz im Sinne der Befreiung aus dem „Gesetzes der Sünde und des Todes“ –
+ | bei der Heilung des „Gelähmten“ die Sünden- und Gesetzesthematik verbinden (wie dies auch sonst bei Paulus und Markus begegnet).
+ .card.slide.border-secondary
+ .card-body
+ h5.card-title
+ q.bibeltext Wer hat euch gehindert, weiter der Wahrheit zu folgen?
+ hr
+ p.card-text
+ | Petrus, seine Begleiter und „alle“ werden hier als negatives Gegenüber zu den Vieren, dem Gelähmten und auch „allen“ gezeichnet,
+ | die vor Staunen außer sich geraten.
+ br
+ | Mahnend stehen über Mk 1,35-38 die Worte des Paulus in
+ span.bibelstelle Röm 6,3-4.6
+ | mit der Umpolung von der Auferstehung(sherrlichkeit) auf den Tod Jesu am Kreuz und die Konsequenzen für die Nachfolge:
+ br
+ | 3 Wisst ihr denn nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind?
+ br
+ | 4 Wir wurden ja mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod,
+ br
+ | damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde,
+ br
+ | in der Neuheit des Lebens wandeln.
+ br
+ | 6 Wir wissen doch: Unser alter Mensch wurde mitgekreuzigt, damit der von der Sünde beherrschte Leib vernichtet werde,
+ | sodass wir nicht mehr Sklaven der Sünde sind.
+ ul.card-text
+ li
+ | Während der Gelähmte gehorsam aufsteht, seine Liege nimmt und „nach Hause“ geht, er in der „Neuheit des Lebens“ wandelt,
+ br
+ | wollen Petrus, seine Begleiter und „alle“, dass Jesus ihnen gehorsam ist und mit ihnen zurück zum „Alten“ geht.
+ li
+ | Am Ort des Freikaufs vom (Fluch des) Gesetz(es), dem Kreuz, suchen sie Jesus auf und wollen ihn zurückholen,
+ | das „Ärgernis des Kreuzes“ beseitigen, das sich am Gelähmten heilvoll auswirkt:
+ | im Mitgekreuzigtsein und Mitbegrabensein in der Taufe, das ein neues Leben ermöglicht.
+ li
+ | Während die Vier den Gelähmten zu Jesus bringen, damit dieser ihn rettet, also die Chance ergreifen, die
+ | der Tod Jesu – und das Mitgekreuzigtsein und Mitgebrabensein mit ihm in der Taufe – bringt,
+ br
+ | wollen die anderen gleichsam Jesus aus dem Grab hinaustragen.
+ li
+ | Während die Vier ihren Glauben, der durch die Liebe wirkt, bekunden,
+ br
+ | wollen die anderen zurück zum Gesetz.
+ br
+ | Hier gibt es eine Verbindung zur Jüngerberufung, denn dort sind die Söhne des Zebedäus gerade dabei,
+ | das „Netz“ wieder herzurichten = das jüdische Gesetz wieder aufzurichten;
+ br
+ | da hatte sie Jesus erfolgreich davon abgehalten, jetzt wollen sie zurück zum jüdischen Gesetz.
+ br
+ | Mahnend stehen die Worte des Paulus in
+ span.bibelstelle Gal 5,1
+ | im Raum:
+ br
+ q.bibeltext
+ | Zur Freiheit hat uns Christus befreit.
+ br
+ | Steht daher fest und alsst euch nicht wieder ein Joch der Knechtschaft auflegen!
+ li
+ | Während sich die Vier zu Dienern des Gelähmten machen – ganz im Sinne der von Jesus gelebten Entäußerung und Erniedrigung –
+ br
+ | wollen die anderen (sogar über Jesus) herrschen, sind ihnen Entäußerung, Erniedrigung und Gehorsam Jesu ein Dorn im Auge,
+ | eben „Ärgernis des Kreuzes“.
+ li
+ | Während bei der Heilung des Gelähmten mit der Neuheit des Lebens, in der gewandelt werden soll,
+ | eine Leben im Gehorsam gegenüber Gott und in Absetzung von der Sünde eröffnet und angezielt ist (→ Sündenvergebung),
+ br
+ | wollen die anderen zurück zum „Gesetz der Sünde und des Todes“, effektiv wieder „Sklaven der Sünde“ (→ Röm 6,6!) sein.
+ br
+ | Man beachte auch hier die parallelen Formulierungen zu Gesetz und Sünde („gestorben der Sünde/dem Gesetz“).
+ li
+ | Wie Jesus den Gelähmten „nach Hause“ schickt, spricht Jesus von seiner Sendung, auch in die benachbarten Dörfer zu zeihen;
+ br
+ | in beiden Fällen geht es um einen Neuaufbruch, der nach vorne und nicht zurück blickt.
+ li
+ | Während bei der Heilung des Gelähmten „alle“ vor Stauen außer sich geraten, positiv angetan sind vom Wirken und von der Vollmacht Jesu,
+ br
+ | wird Jesus neben Petrus und seinen Begleitern auch von „allen“ gesucht;
+ br
+ | damit sie diese „alle“ ambivalent, wie sie es auch an deren Stellen des Evangeliums sind.
+
+
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title