diff --git a/views/nt/ev/mk/00_einleitung/konzentrik.pug b/views/nt/ev/mk/00_einleitung/konzentrik.pug
index 691780f..5715bff 100644
--- a/views/nt/ev/mk/00_einleitung/konzentrik.pug
+++ b/views/nt/ev/mk/00_einleitung/konzentrik.pug
@@ -140,7 +140,7 @@ block content
.card.slide.border-primary
.card-body
h5.card-title Konzentrik als genereller Lese-Schlüssel für das Markus-Evangelium
- h6.card-subtitle.text-muted Der „konzentrische Fortgang“ im Markus-Evangelium
+ h6.card-subtitle.text-muted Die „fortschreitende Konzentrik“ im Markus-Evangelium
hr
p.card-text.mb-0
| Auf die Thematik „Konzentrik“ aufmerksam gemacht, stellt man fest:
diff --git a/views/nt/ev/mk/anfang/propheten.pug b/views/nt/ev/mk/anfang/propheten.pug
index 8fab547..a7cb759 100644
--- a/views/nt/ev/mk/anfang/propheten.pug
+++ b/views/nt/ev/mk/anfang/propheten.pug
@@ -8,7 +8,7 @@ block content
h5.card-title Inhaltsangabe/Überschrift
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-1 Mk 1,1
p.card-text
- q Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, Sohn eines Gottes
+ q Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, (einem) Sohn eines Gottes
.card.mb-3.konzentr-2
.card-body.gliederung
@@ -19,7 +19,7 @@ block content
.card.mb-3.konzentr-1
.card-body.gliederung
- h5.card-title Zitat aus Mal 3 und Ex
+ h5.card-title Zitat aus Mal 3,1 und Ex 23,20
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-1 Mk 1,2b
p.card-text
q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahnen wird.
@@ -31,3 +31,375 @@ block content
p.card-text
q Stimme eines Rufers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen!
+ hr
+
+ .card.slide.border-primary.mb-3
+ h5.card-header Inhaltsangabe
+ .card-body
+ .card.mb-2.border-secondary.slide
+ .card-body
+ h5.card-title „Anfang“ (gr. archä)
+ hr
+ .card.mb-1.slide
+ .card-body
+ h6.card-title Das ganze Evangelium als Anfang
+ h6.card-subtitle.text-muted unter Beachtung der „fortschreitenden Konzentrik“ im Markus-Evangelium
+ hr
+ ul.card-text
+ li Man könnte geneigt sein, „Anfang“ nur auf die ersten Verse des Evangeliums zu beziehen, vielleicht Mk 1,1-8 oder Mk 1,1-15.
+ li
+ | Die „fortschreitende Konzentrik“ im Markus-Evangelium (→ Konzentrische Gliederungen)
+ | bringt aber mit sich, dass jede einzelne Erzählung bzw. jeder einzelne Erzählblock als „Anfang des Evangeliums“ betrachtet werden kann und soll,
+ br
+ | mithin also das ganze Werk des Markus vom „Anfang“ handelt.
+ li
+ | Gerade die Erzählung vom leeren Grab verbindet sich mit dem Thema „Anfang“:
+ ul.card-text
+ li
+ q.bibeltext Am ersten Tag der Woche kamen sie in aller Frühe zum Grab
+ span.bibelstelle Mk 16,2a
+ br
+ | → Wochenbeginn
+ li
+ q.bibeltext ... als eben die Sonne aufging
+ span.bibelstelle Mk 16,2b
+ br
+ | → Erinnerung an die Erschaffung des Lichtes als erstem Werk der Schöpfung in Gen 1
+ li.small
+ | Daneben knüpft
+ span.bibelstelle Mk 16,7
+ | mit
+ q.bibeltext Er geht euch voraus nach Galiläa
+ | klar an
+ span.bibelstelle Mk 1,2
+ | an:
+ q.bibeltext Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her
+
+ .card.mb-1.slide
+ .card-body
+ h6.card-title „archä“ I: Zeitlicher Anfang
+ hr
+ ul.card-text
+ li Mit dem Leben, Wirken, Sterben und Auferstehen ist das Evangelium Gottes in diese Welt gekommen, hat es seinen Anfang genommen.
+ li
+ | Seine Fortsetzung findet es im Leben und Wirken der Christen und der Kirche,
+ | durch die sich das Evangelium auswirkt und auswirken soll hinein in die Geschichte der Menschheit;
+ br
+ | auf diese Zeit wird innerhalb des Evangeliums bereits geblickt (Mk 13,10; 14,9).
+
+ .card.slide
+ .card-body
+ h6.card-title „archä“ II: Grund, Ursprung, Prinzip
+ hr
+ ul.card-text
+ li
+ | Markus erzählt den normativen Anfang, die fundierende Geschichte des Evangeliums Jesu.
+ li
+ | Das Wirken des Jesus von Nazareth, das, was er gesagt und getan hat bis hin zur Kreuzigung (und zur Auferstehung),
+ | ist der normative Ursprung des Evangeliums.
+ li Wenn Christen also im Sinne Jesu leben und ihren Alltag gestalten wollen, dann müssen sie sich an diesem Grund und Ursprung messen.
+ li
+ | In diesem Sinn ist das, was Markus in seinem Evangelium von und über Jesus erzählt,
+ | die fundierende Geschichte, die grundlegende Erzählung des Christentums.
+ li
+ | Daher lässt Markus in seinem Evangelium Jesus auch sagen:
+ br
+ q.bibeltext Wenn einer hinter mir her gehen will, dann ...
+ span.bibelstelle Mk 8,34
+ p.card-text.slide
+ b Was Markus erzählt, hat für die Jünger Jesu zu allen Zeiten und an allen Orten grundlegende Bedeutung; es ist die fundierende Geschichte
für alle, die Jesus nachfolgen wollen.
+ br
+ i Wenn jemand Jesu Jünger sein will, muss er das beherzigen, was dieses Werk über Jesu Leben und seine Botschaft erzählt.
+
+ .card.mb-2.border-secondary.slide
+ .card-body
+ h5.card-title „Evangelium“ – „Gute Nachricht“, „Frohe Botschaft“ (gr. euangelion)
+ hr
+ p.card-text → Gattung
+ ul.card-text
+ li
+ | Im Alten Testament (→ Jesaja [40,9]) ist von einer Freudenbotin die Rede
+ | (im Griechischen der gleiche Wortstamm wie „Evangelium“), die von Gott erlösende, befreiende, rettende Nachricht
+ | bringt, die dann auch tatsächlich eintrifft (Befreiung aus dem Exil des jüdischen Volkes in Babylon, 6. Jhdt. v. Chr.).
+ br
+ q.bibeltext
+ | Steig auf einen hohen Berg, Zion, du Botin der Freude!
+ br
+ | Erheb deine Stimme mit Macht, Jerusalem, du Botin der Freude!
+ li
+ | Für uns Christen ist Jesus der ultimative Freudenbote, der dann selbst Bestandteil des Evangeliums wurde.
+ li
+ | So kann der Genitiv „Jesu Christi“ doppelt aufgelöst werden: Jesus als Bringer und dann auch Inhalt der Frohen Botschaft.
+
+ .card.mb-2.border-secondary.slide
+ .card-body
+ h5.card-title (von/über) Jesus Christus
+ hr
+ ul.card-text
+ li
+ | „Christus“ ist nicht der „Nachname“ Jesu, sondern ein Hoheitstitel: „Gesalbter“ (des Herrn)
+ br
+ | Hebräisch: maschiach; griechische Transkription: Messias
+ li Königstitel in Israel, der die Nähe des Königs zu Gott bzw. den Auftrag Gottes für den König ausdrückt
+ li
+ | Idealbild ist (der verklärte und wohl auch gar nicht historische) König David, der vom Hirtenfeld weg zum König gesalbt wurde
+ br
+ | → der „gute Hirte“ als Idealbild für „Herrschaft“
+ li
+ | Viele Hoffnungen Israels verbanden sich mit einem König in der Nachfolge Davids („Sohn Davids“ gemäß der Natansverheißung 2 Sam 7).
+ li
+ | Diese Hoffnung auf einen (königlichen) Messias (im Sinne eines göttlichen Retters und Befreiers) blieb auch nach Untergang des Königtums in Israel (→ Exil in Babylon, 6. Jhdt. v. Chr.) lebendig,
+ | nicht zuletzt angesichts der Auseinandersetzung mit der griechischen Kultur und der Besetzung durch die Römer; beides eine Herausforderung für gläubige Juden damals.
+
+ .card.border-secondary.slide
+ .card-body
+ h5.card-title „(einem) Sohn (eines) Gottes“
+ hr
+ ul.card-text
+ li Die meisten Übersetzungen – auch die wörtlichen – schreiben hier in Mk 1,1 fast ausnahmslos: „des Sohnes Gottes“ oder „Gottes Sohn“
+ li
+ | Diese Übersetzung ist aber nicht korrekt!
+ br
+ | Dafür müsste Markus im Griechischen ausdrücklich die Artikel setzen: „des Sohnes des [einen] Gottes“.
+ br
+ .small
+ | Unseres monotheistischen Gottesbild und unser chrisltiches Glaubensbekenntnisses führen uns hier in die Irre.
+ br
+ | Und die Übersetzer wollen uns wohl nicht verwirren ...
+ li
+ | Der Evangelist verwendet hier sicher ganz bewusst die artikellose Form:
+ ul.card-text
+ li An anderen Stellen verwendet Markus durchaus die Form mit Artikel, z. B.
+ span.bibelstelle Mk 3,11
+ br
+ q.bibeltext Wenn die von unreinen Geistern besessenen ihn [= Jesus] sahen, fielen sie vor ihm nieder und schrien: Du bist der Sohn (des) Gottes!
+ li
+ | Dir artikellose Form begegnet noch genau einmal im Evangelium, nämlich in Mk 15,39, als der römische Hauptmann angesichts des toten Jesus bekennt:
+ br
+ q.bibeltext Wahrhaftig, dieser Mensch war (ein) Sohn (eines) Gottes.
+ li
+ | Das ist ein Fingerzeig, denn im Römischen Reich ist „Sohn (eines) Gottes“ Kaisertitulatur zu Lebzeiten des Kaiseres!
+ li
+ | Im Hinblick auf die Zeit(geschichte) der Abfassung des Evangeliums lässt sich damit sagen:
+ br
+ b Markus stellt Kaiser Vespasian und Jesus Christus einander gegenüber;
+ br
+ | auch der Begriff „Evangelium“ weist in diese Richtung (→ Gattung)
+
+ .card.slide.border-primary.mb-3
+ .card-body
+ h5.card-title „Wie geschrieben steht ...“
+ hr
+ p.card-text
+ | Der Rückgriff auf das Alte Testament verdeutlicht, dass die Sendung Jesu wie auch jene Johannes des Täufers –
+ | die zwar im folgenden Bibelzität nicht namentlich genannt sind, an die Markus aber klar denkt – in Gott gründet
+ | und in Einklang mit den heiligen Schriften Israels steht:
+ br
+ | Jesus ist der von Gott gesandte Retter und Messias, Johannes der Täufer sein „Wegbereiter“.
+ p.card-text
+ | Was als Zitat aus dem Buch des Propheten Jesaja angekündigt ist, stammt nur in seinem
+ | zweiten Teil von dort (Jes 40,3); der erste Satz ist ein Mischzitat aus Mal 3,1 und Ex 23,20.
+ p.card-text
+ | Dass dies nicht einfach als „unschön“ oder gar „Fehler des Markus” betrachtet werden kann, sondern einen tieferen Sinn hat,
+ | wurde bereits angesprochen; Stichwort „fortschreitende Konzentrik“!
+
+ .card.slide.border-primary.mb-3
+ h5.card-header Mischzitat aus Mal 3,1 und Ex 23,20
+ .card-body
+ .card.mb-2.border-secondary.slide
+ .card-body
+ h5.card-title Maleachi 3,1a
+ hr
+ q.bibeltext.card-text
+ | Seht, ich sende meinen Boten; er soll den Weg für mich bahnen.
+ p.card-text.mb-0.mt-2 Zu lesen im Zusammenhang mit
+ span.bibelstelle Mal 3,1b-2.23-24
+ q.bibeltext.card-text
+ | Dann kommt plötzlich zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht, und der Bote des Bundes,
+ | den ihr herbeiwünscht. Seht, er kommt!, spricht der HERR der Heerscharen.
+ br
+ | ...
+ br
+ | Doch wer erträgt den Tag, an dem er kommt? Wer kann bestehen, wenn er erscheint?
+ | Bevor aber der Tag des Herrn kommt, der große und furchtbare Tag,
+ br
+ | seht, da sende ich zu euch den Propheten Elija.
+ br
+ | Er wird das Herz der Väter wieder den Söhnen zuwenden und das Herz der Söhne ihren Vätern,
+ br
+ | damit ich nicht komme und das Land schlage mit Bann.
+ ul.card-text.mt-2
+ li Ankündigung des Kommens Gottes (selbst) auf die Erde: mein Bote, Weg für mich Bahnen; Sprecher ist Gott.
+ li Verheißung, dass Elija „am Ende der Zeiten“ wiederkommt und das Volk Gottes auf die Ankunft Gottes vorbereitet, auf dass es im Gericht („Tag des Herrn“) besteht.
+ li
+ | Elija ist nach 2 Kön 2,1-18 nicht gestorben, sondern in den Himmel aufgefahren;
+ br
+ | deshalb konnte die Erwartung entstehen, dass Elija wiederkommen würde, um das Volk auf die Ankunft
+ | Gottes oder des Messias vorzubereiten.
+
+ .card.mb-2.border-secondary.slide
+ .card-body
+ h5.card-title Ex 23,20
+ hr
+ p.card-text.mb-0 Gott zum Volk Israel zu Beginn des Abschlusses des Bundesbuches:
+ q.bibeltext.card-text
+ | Siehe: Ich werde meinen Engel schicken, der dir vorausgeht.
+ br
+ span.small
+ | Er soll dich auf dem Weg schützen und dich an den Ort bringen, den ich bestimmt habe.
+ ul.card-text.mt-2
+ li
+ | Dem Volk Israel wird auf dem Weg aus der Sklaverei in Ägypten ins „gelobte Land“ angekündigt, dass Gott ihm einen Engel schicken würde, der ihm vorausgeht.
+ br
+ | So kann der Weg durch die Wüste gelingen.
+ li | Dieser Zuspruch kann auch besonderes als an Mose gerichtet verstanden werden, mit dem Gott gerade spricht;
+ br
+ | ihm als Gottes Werkzeug zur Leitung seines Volkes wird Beistand durch einen Engel versprochen.
+
+ .card.mb-2.border-secondary.slide
+ .card-body
+ h5.card-title Elija und Mose
+ hr
+ ul.card-text
+ li Diese beiden biblischen Figuren können – je auf eigene Weise – als Vorläufer Jesu begriffen werden.
+ li Im Hinblick auf Elija ist dabei besonders die Person Johannes des Täufers und die diesbezüglichen Aussagen im Evangelium wichtig.
+ li Elija und Mose „erscheinen“ beide bei der Verklärung Jesu.
+ li Dort wird auch die „Vorläuferrolle“ des Mose Thema werden.
+
+ .card.slide.border-primary.mb-3
+ .card-body
+ h5.card-title Jes 40,3
+ hr
+ ul.card-text
+ li Mit Jes 40 beginnt der sogenannte „Deuterojesaja“.
+ li Dies ist eine Überarbeitung des Jesaja-Buches, die vor allem die Kapitel 40 bis 55 geschaffen hat.
+ li.small Jes 56-66 wiederum gehört der Bearbeitungsschicht „Tritojesaja“ an.
+ li Deuterojesaja wirkte gegen Ende des Exils in Babylon (6. Jhdt. v. Chr.) und verkündete dessen Ende und damit eine neue Heilszeit für Israel.
+ li Auslöser dafür war Gottes unverdiente Gnade, wie in Jes 40 bis 55 an vielen Stellen deutlich wird: Gottes unverdientes Erlöserhandeln.
+ .card-deck.mb-3.slide
+ .card
+ .card-body
+ h5.card-title Jes 40,3-5 MT
+ q.bibeltext.card-text
+ | 3 Eine Stimme ruft: In der Wüste bahnt den Weg des HERRN,
+ br
+ | ebnet in der Steppe eine Straße für unseren Gott!
+ br
+ | 4 Jedes Tal soll sich heben, jeder Berg und Hügel sich senken.
+ br
+ | Was krumm ist, soll gerade werden, und was hüglig ist, werde eben.
+ br
+ | 5 Dann offenbart sich die Herrlichkeit des HERRN,
+ br
+ | alles Fleisch wird sie sehen.
+ br
+ | Ja, der Mund des Herrn hat gesprochen.
+ .card
+ .card-body
+ h5.card-title Jes 40,3-5 LXX
+ q.bibeltext.card-text
+ | 3 (Da ist) die Stimme eines Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn,
+ br
+ | macht gerade die Straßen unseres Gottes!
+ br
+ | 4 Jede Schlucht soll angefüllt werden, und jeder Berg und Hügel wird erniedrigt werden,
+ br
+ | und es wird alles Krumme zu geradem Weg und der raue Weg zu glatten Straßen werden.
+ br
+ | 5 Und sichtbar werden wir die Herrlichkeit des Herrn,
+ br
+ | und sehen wir alles Fleisch die Rettung durch Gott;
+ br
+ | denn der Herr hat geradet.
+ .card.border-secondary.mb-2.slide
+ .card-body
+ h5.card-title In der Wüste bahnt vs. Rufer in der Wüste
+ hr
+ p.card-text.mb-0 Die hebräische Fassung („masoretischer Text“) unterscheiden sich vor allem im Hinblick auf die Position der Wendung „in der Wüste“ in V 3
+ ul.card-text
+ li
+ | MT ruft auf, in der Wüste den Weg des Herrn zu bahnen.
+ ul.card-text
+ li
+ | Wahrscheinlich ist mit „Wüste“ die Stadt Jerusalem bzw. der Tempelberg („Zion“) gemeint;
+ | denn es heißt in
+ span.bibelstelle Jes 40,2
+ br
+ q.bibeltext Redet Jerusalem zu Herzen und ruft ihr zu, dass sie vollendet hat ihren Frondienst, dass gesühnt ist ihre Schuld ...
+ br
+ | Auch passt dies zu Jes 40,9, wo Jerusalem bzw. Zion zur Freudenbotin werden sollen (s. o.).
+ li
+ | Jerusalem bzw. der Zion sind durch die Zerstörung im Zuge der Einnahme der Stadt durch König Nebukadnezar von Babylon zur „Wüste“ geworden – als Folge des Zornes Gottes.
+ li
+ | So symbolisiert „Wüste“ die Gottferne der Menschen in Jerusalem – die aber erleben soll, dass Gott sich neu heilvoll zuwendet;
+ br
+ | daher gilt es, seinen Weg zu bereiten.
+ li
+ | In der LXX wird der Rufer selbst in der Wüste lokalisiert,
+ br
+ | die Wegbereitung damit verallgemeinert und von einem konkreten Ort losgelöst.
+ br
+ | Markus und mit ihm das ganze Neue Testament ist von dieser Fassung abhängig.
+ .card.border-secondary.mb-2.slide
+ .card-body
+ h5.card-title „Auswirkungen“ von Jes 40,3 rund um die Zeitenwende
+ hr
+ ul.card-text
+ li Zum einen hat sich Johannes der Täufer einen Ort in der Wüste für sein Wirken gesucht, um dort auf Gottes Kommen hinzuweisen und zur Umkehr aufzurufen.
+ li Auch die Gemeinde von Qumran hat sich in die Wüste zurückgezogen, um dort ein gottgefälliges Leben zu führen.
+ li
+ | Das weist darauf hin, wie „aufgeladen“ diese Zeit war; Auslöser waren vor allem die Anfechtungen durch die griechisch-hellenistische Kultur und die Besatzung durch die Römer,
+ | bzw. die sich damit verbindenden Auseinandersetzungen im Volk Isreal.
+ .card.border-secondary.mb-2.slide
+ .card-body
+ h5.card-title „Weg des Herrn“
+ hr
+ ul.card-text
+ li Jes 40,3-5 denkt nicht an einen real-physischen Weg Gottes (oder an den Heimkehrweg der nach Babylon Exilierten).
+ li
+ | „Weg YHWHs“ (= „Weg des Herrn“) meint im Alten Testament
+ q nie einen konkret-räumlichen Weg (...), sondern immer den ehtisch-religiösen Lebenswandeln nach Maßgabe göttlicher Weisung (Gen 18,19; Ri 2,22; 2 Sam 22,22; 2 Kön 21,22; Jer 5.4.5; Hos 14,10; Ps 18,22; 138,5; Spr 10,29; 2 Chor 17,6
+ |)
+ +footnote("Berges, Ulrich: Jesaja 40-48 [HThKAT], 104")
+ li
+ | „gerade/eben/recht sein“ ist meist religiös-ethisch zu verstehen: „auf dem rechten Weg gehen/bleiben“
+ br
+ | „gerade machen“ kann daher als Aufforderung verstanden werden, auf den rechten Weg zu wechseln.
+ li
+ | Angesichts des Endes des Exils in Babylon ruft der Prophet also nicht nur eine neue Heilszeit aus,
+ | sonnt nimmt dazu auch seine Adressaten in die Pflicht:
+ br
+ b
+ | Sich neu unter Zuspruch und Anspruch des Wortes Gottes und seiner Weisung stellen:
+ | weg von einem hügeligen
– sprich: unsteten – Leben, hin zu einem geradlinigen,
+ | an der Weisung Gottes orientiertem Leben.
+ li Denn:
+ br
+ i
+ | Auf dem Weg eines rechten, an Gottes Weisung orientiertem Leben kommt Gott zu den Menschen;
+ | wer auf seinen Wegen geht, wird seine segenspendende Nähe erfahren.
+ p.card-text.slide
+ | Wie Markus diese „Wegbereitung“ meint, das wird im Laufe des Evangeliums deutlich werden – denn im Sinne der „fortschreitende Konzentrik“ wird
+ | jede einzelne Erzählung bzw. Erzähleinheit mit diesem Motiv verbunden – auf teils ungewöhnliche Weise.
+ br
+ | Unter dem Strich lässt sich aber sagen – und das sei vorab festgehalten – ist Markus nicht weit von Deuterojesaja entfernt.
+
+ .card.slide.border-primary
+ .card-body
+ h5.card-title Auszug aus Ägypten und Ende des Exils in Babylon
+ h6.card-subtitle.text-muted ... da schwingt eine Botschaft am „Anfang des Evangeliums Jesu Christi“ mit!
+ hr
+ ul.card-text
+ li
+ | Während das Mischzitat aus Mal 3,1 und Ex 23,20 Elija und Mose präsen haben werden lassen,
+ br
+ | werden mit Ex 23,20 und Jes 40,3 die beiden grundlegenden Befreiungs-Erfahrungen Israels mit seinem Gott erinnert:
+ br
+ | der Auszug aus Ägypten unter Mose,
+ br
+ | das Ende des Exils bei Deuterojesaja.
+ li
+ | Durch das Schriftzitat am Anfang des Evangeliums wird also klar:
+ br
+ | Es wird von einem
+ | wunderbaren und großartigen Eingreifen Gottes zum Heil der Menschen erzählt werden.