From 4bacb4402c2e07d3d93b9082948826c68e944175 Mon Sep 17 00:00:00 2001 From: Peter Fischer Date: Tue, 30 Nov 2021 13:35:01 +0100 Subject: [PATCH] Umarbeitung Mk/Aufbruch --- views/nt/ev/mk/getauft/aufbruch.pug | 858 +++++++++++++++++++++------- 1 file changed, 652 insertions(+), 206 deletions(-) diff --git a/views/nt/ev/mk/getauft/aufbruch.pug b/views/nt/ev/mk/getauft/aufbruch.pug index e5f3a4d..8f38dad 100644 --- a/views/nt/ev/mk/getauft/aufbruch.pug +++ b/views/nt/ev/mk/getauft/aufbruch.pug @@ -174,7 +174,7 @@ block content br | 34 und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und er trieb viele Dämonen aus. br - | Und er verbot den Dämonen zu sagen, dass sie wussten, wer er war. + | Und er verbot den Dämonen zu reden, weil sie ihn kannten. p.card-text.konzentr-5.bibeltextkonzentr | 35 In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten. @@ -206,44 +206,7 @@ block content | Inhaltlich wird in der zweiten Hälfte der Episode von einem neuen Aufbruch erzählt, | der sich vom bisherigen Umfeld Kafarnaum löst und nun „ganz Galiläa“ in Blick nimmt. - .card.slide.border-primary.mb-3 - .card-body - h5.card-title - q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahnen wird - h6.card-subtitle.text-muted - q Simon und seine Begleiter eilten ihm [= Jesus] nach ... - hr - ul.card-text - li - | Dem Ruf „Kommt her, mir nach!“ bei der Berufung (→ Mitte der konzentrischen Gliederung) folgend, - | eilen Petrus und seine Begleiter Jesus nach. - li - | Damit wird klar Jesus als der vorausgehende göttliche Bote, der den Nachfolgenden den Weg bahnt (→ oberes Ende der konzentrischen Gliederung), inszeniert. - li - | Sein Gang in die „Einsamkeit“, sein Aufbruch zu Verkündigung und Dämonenaustreibung mit Weitung des Wirkkreises will und wird auch ihren weiteren Weg bestimmen (s. u.). - - .card.slide.border-primary.mb-3 - .card-body - h5.card-title - q Bereitet den Weg des Herrn - h6.card-subtitle.text-muted Jesu neuer Aufbruch im Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen – „dazu bin ich gekommen“ - hr - ul.card-text - li - | Die Erzählung endet damit, dass Jesus neu aufbricht und dabei seinen Wirkkreis erweitert; - br - | nicht mehr nur Kafarnaum ist nun sein Wirkort, sondern „ganz Galiläa“. - li - | Dabei führt Jesus fort, was er begonnen hat: Verkündigung und Dämonenaustreibungen. - li - | Mit diesem Wirken steht er klar im Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen; - br - | indem Jesus durch Galiläa zieht, kommt Gott zu den Menschen und befreit sie von der Herrschaft Satans. - li - | Damit erfüllt Jesus seine Sendung („dazu bin ich gekommen“), wie auch - | in der Jüngerberufung die Sendung Jesu und die Sendung der Jünger Thema war - | und beim ersten Auftreten Jesu auch auf die Sendung Johannes des Täufers geblickt wurde (→ Mitte der konzentrischen Gliederung). - + .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title @@ -254,193 +217,407 @@ block content li Dem sich entwickelnden Geschehen zufolge spielt Mk 1,21-34 am Sabbat; es wird kein Tageswechsel erzählt. li Damit ist Mk 1,35-39 auf den ersten Tag der Woche, den Sonntag, zu datieren. li - | Dies lässt die Notiz, dass Jesus frühmorgens, noch in der Nacht, „aufsteht“ und effektiv verschwindet, den „sehenden Leser“ an den Ostersonntag denken (Mk 16,1-8), + | Daher lässt die Notiz, dass Jesus frühmorgens, als es noch dunkel war, „aufsteht“ und effektiv verschwindet, den „sehenden Leser“ an den Ostersonntag denken (Mk 16,1-8), | an dem Jesus in aller Frühe, als gerade die Sonne aufgeht – also ein Stück später als sein Sichzurückziehen hier – und die Frauen | das Grab aufsuchen, auch „verschwunden“ ist, weil er „auferstanden“ ist. li - | Damit wird Ostern in der Erzählung präsent. + | Damit wird einleitend Ostern in der Erzählung präsent. + li.small + | Dies bestätigt, dass der Abend der in der Erzählfolge vorausgehenden Erzählung mit dem Tod Jesu zu verbinden ist und dieser + | dort der Hauptfokus ist: + br + | weil der Tod Jesu dem Heilsplan Gottes entspricht (→ „Evangelium Gottes“, „Königsherrschaft Gottes nahegekommen“; Viertes Lied vom Gottesknecht des Jesaja), + | reißt er die Dämonen mit ins Verderben und eröffnet für ihn selbst und für die Menschen + | eine Zukunft von Gott her: er bringt ihm die Auferstehung und + | den „Kranken“ als Anteilhabe daran die „Heilung“; + br + | der Morgen der aktuellen Erzählung vergegenwärtigt (zumindest zunächst) die Auferstehung und lässt die ganze Erzählung unter dem Fokus + | der Auferstehung erscheinen (dazu passt dann auch der Neuaufbruch am Ende der Erzählung; s. u.). .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title - q ... und ging an einen einsamen Ort - h6.card-subtitle.text-muted Wüste! + q ... und ging an einen einsamen Ort, um zu beten + h6.card-subtitle.text-muted „Wüste der Gottferne“ → Tod am Kreuz hr ul.card-text li - | Im Griechischen schwingt bei „einsamer Ort“ die „Wüste“ mit; - | die deutsche Übersetzung verdeckt dies. + | Der Erzählzug, dass Jesus an einen einsame Ort geht und dort betet, erinnert den „sehenden Leser“ an den Tod Jesu am Kreuz am Kreuz: + br + | er stirbt dort von allen verlassen, auch von Gott. li - | Versteht man die „Einsamkeit“ als „Wüste“ – wie in der Versuchungserzählung – im übertragenen Sinne, - | ergibt sich eine doppelte Widersprüchlichkeit der Szene – analog zur Versuchungserzählung –: + | Die Einsamkeit der Gottferne am Kreuz bringt Jesus betend + | mit Rückgriff auf + span.bibelstelle Ps 22,2 + | zum Ausdruck: br - | „Wüste“ als Ort nicht nur der menschlichen Einsamkeit, sondern auch der Gottferne, - br - | doch gleichzeitig Gebet als Verbindung zu Gott und zugleich Aufgesuchtwerden von Petrus und seinen Begleitern, indirekt von „allen“. + q.bibeltext + | Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? li - | Angesichts der Präsenz von Ostern in der Erzählung ist Jesu Weg in die Einsamkeit bzw. in die „Wüste“ unerwartet; - | man würde ihn eher in einer der Auferstehung entsprechenden Umgebung erwarten. + | Diese Parallelen verdeutlichen: br - | Doch kommt gerade in dieser Umbiegung der Erwartung zum Vorschein, worauf Markus Wert legt, - | wie die weitere Betrachung noch zeigen wird. + i Der Gang Jesu in die Einsamkeit und sein Gebet dort vergegenwärtigen den Tod Jesu am Kreuz! + li + | Die Erzählung führt den Leser also von der einleitend angespielten Auferstehung „zurück“ zum Tod am Kreuz. + p.small.card-text + | Dass hinter dieser „Verdrehung“ ein wichtiger Gedanke steht, wird die weitere Betrachtung zeigen. + li.small + | Am Rande sei vermerkt: + ul.card-text + li + | Im Griechischen schwingt bei „einsamer Ort“ die „Wüste“ mit; + | die deutsche Übersetzung verdeckt dies. + li + | Die „Einsamkeit“ vergegenwärtigt daher die „Wüste“, die analog zur Versuchungserzählung als „Wüste der Gottferne“ verstanden werden kann, + | wohin seine Sendung (durch den Geist) Jesus treibt. + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title + | Ostern/Präexistenz → Tod am Kreuz → Auferstehung + h6.card-subtitle.text-muted Die Abfolge der Erzählung und die Sendung Jesu + hr + ul.card-text + li + | Die Berufung der erste Jünger – Petrus und seiner Begleiter – bildet einen Teil der Mitte der aktuellen konzentrischen Gliederung. + li + | Als diese Erzählung das untere Ende der konzentrischen Gliederung bildete, standen die Taufe Jesu und seine + | unmittelbar folgende Wüstensendung durch den Geist in der Mitte jener konzentrischen Gliederung. + li + | Die Abfolge „Heraussteigen aus dem Wasser mit Begleiterscheinungen als Anspielung auf Auferstehung und Erhöhung“ → „Wüstensendung + | als Erniedirgung (bis zum Tod am Kreuz)“ wurde als Anspielung auf Entäußerung und Erniedrigung des einst Gottgleichen, + | wie sie der Philipperhymnus besingt, verstanden (und mit der Entäußerung + | und Erniedrigung der Söhne des Zebedäus im Sinne der Nachfolge verbunden). br - span.small - | Sicher „hinkt“ hier manches; doch ist dies dem Umstand geschuldet, dass Markus einerseits Jesu Auferstehung - | durch klare Anspielungen gegenwärtig macht, andererseits Jesus aber noch auf dem Weg zu Tod und Auferstehung ist. - br - | Mithin ist also das „Weiter“ auf zwei Ebenen zu verorten: - ul.card-text.small - li Jesu Wirken als Auferstandener – vom Himmel her in Unterstützung seiner Jünger. - li Jesu Weg ans Kreuz. - + | Dabei wurde die in der Tauferzählung bebilderte Auferstehung und Erhöhung Jesu mit der Präexistenz des einst Gottgleichen + | als eigentlichem „Startort“ der Sendung Jesu in eins gesetzt. + li + | In der aktuellen Erzählung begegnet die gleiche Abfolge „Auferstehung“ → „Tod am Kreuz“; + | auch hier kann die „Auferstehung“ transparent auf die „Präexistenz“ des einst Gottgleichen werden. + li + | Die Erzählung endet – nach dem Dialog am „Ort des Kreuzes“ zwischen Petrus und Jesus – mit einem Neuaufbruch Jesu, + | der die Auferstehung (erneut) andeutet. + li + | Damit ergibt sich die in der Überschrift genannte Abfolge, die der Sendung Jesu nach dem Philipperhymnus entspricht: + br + | Dies ist das „Evangelium Gottes“, das „Jesus“ verkündet, mit dem das Nahekommen des Gottesreihes einhergeht + | und das zu Umkehr und Glaube aufruft (→ Teil Mitte der konzentrischen Gliederung). + p.small.card-text.mb-0 + | Der Bezug zum Philipperhymnus wird noch dadurch verstärkt, dass sowohl dieser als auch das Ende der vorliegenden Erzählung + | in eine universalistische Perspektive mündet (s. u.). + li + | Ferner zeigt sich, dass die vorliegende Erzählung den Aufbau der genau + | vorausgehenden Erzählung umdreht: + table.table.table-sm + thead + tr + th.card-text + | Am Abend ... + th.card-text + | Am Morgen ... + tbody + tr + td.card-text + | Tod + p.card-text.small (Abend, Sonne untergegangen) + td.card-text + | Auferstehung bzw. Präexistenz + p.card-text.small (Morgen, Aufstehen) + tr + td.card-text + | Auferstehung + p.card-text.small (Heilung der Menschen, Dämonenaustreibungen) + td.card-text + | Tod + p.card-text.small (Einsamkeit, Gebet) + tr + td.card-text + | Tod + p.card-text.small (Schweigegebot) + td.card-text + | Auferstehung + p.card-text.small (Neuaufbruch) + li.small + | Es bestätigt sich, dass die Schweigegebote an die Dämonen mit dem Tod Jesu zu verbinden sind. + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title + | „Simon und seine Begleiter eilten ihm nach“? – Sie verfolgten ihn! + h6.card-subtitle.text-muted Petrus (sowie seine Begleiter und „alle“): „Jesusfischer“ + hr + ul.card-text + li + | Dass Jesus von Petrus und seinen Begleitern in der Einsamkeit aufgesucht wird, + | übersetzt die Einheitsübersetzung mit „sie eilten ihm nach“. + ul.card-text + li Beim „Nacheilen“ schwingt eine positive Bewertung des Handelns von Petrus und seinen Begleitern mit. + li + | Ein Anklang an „Nachfolge“ ist herauszuhören – passend auch zu dem Umstand, dass in der aktuellen konzentrischen Gliederung + | die Berufung der ersten Jünger – also „Petrus und seiner Begleiter“ – Teil der Mitte der konzentrischen Gliederung ist. + li + | Wieder könnte Entäußerung und Erniedrigung der Söhne des Zebedäus bei ihrer Berufung mit dem von Jesus erzählten + | Handeln – Entäußerung und Erniedrigung als Gang „nach“ der Auferstehung bzw. aus der Präexistenz in die „Wüste“ – + | im Sinne gelingender Nachfolge verbunden werden. + li + | Was aber die Einheitsübersetzung mit „eilten ihm nach“ übersetzt, heißt eigentlich „verfolgten ihn“, + | und das entsprechende griechische Wort ist negativ besetzt. + br + | Damit einher geht eine Vertauschung dessen, was bei der Jüngerberufung erzählt wird: + ul.card-text + li + | Petrus und Andreas wurden zu Menschenfischern berufen, + br + | hier sind es Petrus, seine Begleiter und schließlich alle, die Jesus suchen, die Jesus verfolgen, + | die ihn, der am Morgen weggegangen war, – so ist es zu verstehen – zurückholen wollen, gleichsam wieder einfangen wollen: + br + | Petrus, seine Begleiter und „alle“ betätigen sich als „Jesusfischer“ (im negativen Sinn). + li + | Jakobus und Johannes haben ihren Vater und die Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb verlassen, + br + | hier wird ein Festhalten, ein Zurückhabenwollen assoziiert. + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title + | Vertauschung als Grundmoment der aktuellen Erzählung + h6.card-subtitle.text-muted Verkehrte Welt + hr + ul.card-text + li + | Es war aufgefallen, dass die vorliegende Erzählung gegenüber der vorausgehenden Erzählung einen genau entgegengesetzen Ablauf hat. + li + | Auferstehung und Tod Jesu am Kreuz werden in der vertauschten Reihenfolge erzählt. + li + | Die Jünger sind nicht als Menschenfischer, sondern als Jesusfischer aktiv. + li + | Statt Verlassen und Loslassen sind Festhalten und Zurückhabenwollen in der Erzählung assoziiert. + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title + q.bibeltext + | Ihr lieft gut. Wer hat euch gehindert, weiter der Wahrheit zu folgen? + span.bibelstelle Gal 5,7 + h6.card-subtitle.text-muted Sinneswandel – im negativen Sinn + hr + ul.card-text + li + | Bei ihrer Berufung, die zusammen mit dem Ruf zu Umkehr und Glaube an das Evangelium die Mitte der konzentrischen Gliederung bildet, + | haben sich die Jünger von Jesus in Dienst nehmen lassen und haben deswegen alles verlassen; + br + | so haben sie richtig auf den Ruf zu Glauben und Umkehr reagiert. + li + | Am unteren Ende der konzentrischen Gliederung wird nun ein Sinneswandel der Berufenen im negativen Sinn erzählt (s. o.). + br + | So müssen sie sich erneut den Ruf zu Umkehr und zum Glauben an das Evangelium anhören. + li + | Dies lässt an Gal 5,7 denken: dort kritisiert Paulus die Galater, dass sie sich von dem von ihm vermittelten christlichen Weg + | haben abbringen lassen. Er versucht durch eindringliche, beschwörende Worte, sie wieder auf den rechten Weg zurückzubringen. + li + | Der Bezug zu einigen zentralen Stellen des Galaterbriefes ist ein Schlüssel zum Verständis der vorliegenden Erzählung, + | wie die nachfolgenden Ausführungen zeigen werden. .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title - q ... um zu beten - h6.card-subtitle.text-muted Jesus im Gebet finden! + q.bibeltext + | Warum werde ich verfolgt? + span.bibelstelle Gal 5,11 + h6.card-subtitle.text-muted Vom Ärgernis des Kreuzes hr ul.card-text li - | Jesus hat sich zum Gebet zurückgezogen. - li - | Als die ihm nachgelaufenen Jünger ihn finden, erzählt er ihnen etwas über seine Sendung. - li - | Die Jünger lernen, dass das Gebet für Jesus und seine Sendung bzw. seinen Weg eine wichtige - | Rolle spielt. - li - | So ist die Erzählung auch an alle Jesus Nachfolgenden eine Einladung zum Gebet: + | Wie Jesus in der aktuellen Erzählung verfolgt wird, so beklagt sich Paulus über Verfolgung: br - | um Orientierung zu finden, um sich der eigenen Sendung immer neu bewusst zu werden, - br - | um sich in „Wüstenzeiten“ zurechtzufinden und sie zu durchstehen. + q.bibeltext + | Ich aber, Brüder und Schwestern, wenn ich noch Beschneidung verkündete – warum werde ich dann verfolgt? + br + | Damit wäre ja das Ärgernis des Kreuzes beseitigt. + span.bibelstelle Gal 5,11 li - | Im Hinblick auf Ostern, seit dem Jesus nicht mehr leibhaftig unter den Menschen wandelt, - | ist die Erzählung auch eine Einladung, die Gemeinschaft mit dem Auferstandenen im Gebet zu suchen: - | eine Zusage, dass Jesus im Gebet gefunden werden kann. - - .card.slide.border-primary.mb-3 - .card-body - h5.card-title - q alle suchen dich - h6.card-subtitle.text-muted Petrus, der Menschenfischer, mit „allen“ im Fischernetz - hr - ul.card-text - li - | Petrus war als Menschenfischer berufen worden (→ Mitte der konzentrischen Gliederung). - li - | Hier nun eilen nicht nur die Begleiter mit Petrus Jesus hinterher, - br - | vielmehr sind es „alle“, die Jesus suchen, also zu ihm wollen. - li - | Sicher soll dieses Bild im Kopf entstehen: - br - | Petrus, der Menschenfischer, hat „alle“ in seinem „Fischernetz“ im Schlepptau, - | als er Jesus sucht und schließlich findet. - - - .card.slide.border-primary.mb-3 - .card-body - h5.card-title - q alle suchen dich – lasst uns anderswohin gehen: dazu bin ich gekommen - h6.card-subtitle.text-muted Warum Jesus die Flucht ergreift - hr - ul.card-text - li Die Notiz, dass Jesus von allen gesucht wird, muss als ambivalent eingestuft werden: - ul.card-text - li Sie ist einerseits positiv zu verstehen, insofern Petrus in seinem „Menschenfischernetz“ „alle“ dabei hat. - li - | Andererseits wirft der Umstand, dass in der vorhergehenden Erzählung bereits alle Kranken geheilt worden waren, - | die Frage auf, was nun „alle“ von Jesus wollen, warum sie ihn suchen. - li - | Festzuhalten ist jedenfalls, dass bevor diese „alle“ überhaupt nachkommen können, Jesus aufbricht zu einer erweiterten Wirksamkeit, - | die er mit seiner Sendung begründet. - li - | Vom Gesamt des Evangeliums her legt es sich nahe, dass Markus Jesus sich hier einer Verehrung durch die Menschen - | aufgrund der Heilungen und Dämonenaustreibungen entziehen lässt (– das wäre in gewisser Weise eine Analogie zu den Schweigegeboten –) - | und mittels dem „dazu bin ich gekommen“ auf die aktive Umsetzung seiner Sendung verweist: Wirken zum Heil der Menschen. - li - | Ein Signal für die Zeit nach Ostern: - br - | das Ziel des Wirkens Jesu ist nicht seine eigene Verehrung (als Auferstandener in der Herrlichkeit des Himmels), - | sondern die Umkehr und die Nachfolge der Jünger im Dienst des Evangeliums zum Heil der Menschen (→ Mitte der konzentrischen Gliederung); - br - | es geht Jesus um die Menschen, nicht um seine eigene Verehrung! - li - | So biegt gerade das ambivalente Stichwort „Einsamkeit“/„Wüste“ eine Anbetungs- und Verherrlichungschristologie um - | zu einer Sendungschristologie: + | Um die Aussage des Paulus – und damit auch Mk 1,35-39 – zu verstehen, ist ein Blick in die früheste Kirchengeschichte nötig: ul.card-text li - | Der Vorstoß in die „Wüste“, um darin eine „Insel des Lebens“ zu erschaffen, war der Weg Jesu während seines irdischen Wirkens. - br - | Der Blick auf den Auferstandenen, der in der Herrlichkeit des Himmels thront, - | wird von der Erzählung umgebogen auf die „Wüste“ als Wirkort Jesu vor Tod und Auferstehung; - br - | diese Umlenkung führt damit von der höchsten Höhe des Himmels herab auf die Erde. + | Paulus hatte besonders deutlich eine Mission untern den Völkern betrieben, ohne die gläubig gewordenen Heiden auf das jüdische Gesetz + | mit seinen Speise- und Reinheitsvorschriften zu verpflichten. li - | Aus der Berufung der Söhne des Zebedäus (→ Mitte der konzentrischen Gliederung) wird der Philipperhymnus präsent: + | Hintergrund ist die (vor allem von Paulus wahrgenommene) + | Spannung zwischen Jesus und dem jüdischen Gesetz, bzw. zwischen der Kreuzigung Jesu + | und den Vorschriften des jüdischen Gesetzes, die in + span.bibelstelle Dtn 21,23 + | begründet ist: + br + q.bibeltext Verflucht ist, wer am Holze hängt. + br + | Diese Aussage hat zunächst jene im Blick, die nach ihrer Hinrichtung zur zusätzlichen postmortalen + | Bestrafung und Schmähung an einem Holzpfahl aufgehängt wurden, + br + | dieser Vers wurde aber zur Zeit Jesu nachweislich auch auf die Kreuzigung bezogen. + li + | Nimmt man diese Aussage im Hinblick auf Jesu Tod am Kreuz ernst, erklärt sich, + | warum Paulus vom „Ärgernis des Kreuzes“ sprechen kann: + br + | der Glaube an das Evangelium vom Kreuzestod Jesu und seiner Auferstehung sprengt, + | was im jüdischen Kontext eigentlich vorstellbar ist. + br + | Jüdisches Gesetz als Grundlage des Lebens mit Gott und der Glaube an Jesu Kreuzestod und seine Auferstehung + | zu Gott schließen sich – genau genommen – aus. + br + | Daher sieht sich Paulus nicht mehr im Stande, „Beschneidung“ zu verkünden; + | gemeint ist – wie er in Gal 5,3-4 ausführt –, die Verpflichtung auf das jüdische Gesetz, + | und zwar als „Weg zum Heil“. + br + | Paulus konstatiert eine scharfe Trennung zwischen (dem Glauben an) Jesus und dem jüdischen Gesetz als „Weg zum Heil“: br q.bibeltext - | 6 Er war Gott gleich, hielt es aber nicht als einen Raub fest, Gott gleich zu sein, + | Ihr, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, seid von Christus getrennt; br - | 7 sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. + | ihr seid aus der Gnade herausgefallen. br - | Sein Leben war das eines Menschen; - br - | 8 er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. - br - | 9 Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, - br - | 10 damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu - br - | 11 und jeder Mund bekennt: Jesus Christus ist der Herr zur Ehre Gottes, des Vaters. - span.bibelstelle Phil 2,6-11 + | Denn wir erwarten im Geist aus dem Glauben die Hoffnung der Gerechtigkeit. + span.bibelstelle Gal 5,4-5 br - | Besonders in der Zeit nach Ostern ist diese Erinnerung an den Gottessohn wichtig, + | Dies bedeutet nicht nur, dass jemand nicht auf das jüdische Gesetz verpflichtet werden muss – Jude werden muss –, + | um Christ werden zu können. Eine Verpflichtung von Nichtjuden auf das jüdische Gesetz widerspricht vielmehr sogar dem + | Evangelium; daher lehnt Paulus dies entschieden ab. br - | der gerade nicht in der himmlischen Herrlichkeit geblieben ist, sondern sich erniedrigte und den Weg des Dienens bis an Kreuz gegangen ist: + | Analog hat dies auch Folgen für zum Glauben an Jesus gekommene Juden, + | die nicht mehr an die jüdischen Speise- und Reinheitsvorschriften gebunden sind. br - | der Blick auf den Auferstanden in seiner Herrlichkeit muss immer wieder auf seinen Weg dorthin führen – um Sendung und Weg des nun Auferstandenen nicht zu vergessen - | und sich auch der eigenen Sendung immer neu bewusst zu werden. + | Das paulinische Christentum bildet daher eine (spannungsreiche) Gemeinschaft von zum Glauben an Jesus + | gekommenen Juden und zum Glauben an Jesus gekommenen ehemaligen Heiden, die der Glaube an Gottes + | Heilshandeln in Jesus Christus – der Glaube an das Evangelium – eint, und nicht die Verpflichtung auf das jüdische Gesetz + | (das die Juden als Religionsgemeinschaft eint). li - | In der Erzählung folgen Petrus und seine Begleiter in die „Wüste“ nach; - | dies ist der Ort, an den auch die Jünger (besonderes nach Ostern) gesandt sind: + | Die scharfe Trennung zwischen Jesus und jüdischem Gesetz teilen jene, die Paulus verfolgen, nicht; + | sie harmonisieren beides und beseitigen dadurch – wie Paulus kritisiert – das „Ärgernis des Kreuzes“. br - | Als „Menschenfischer“ in der Nachfolge Jesu sollen sie Menschen auf die „Insel des Lebens mitten in der Wüste der Gottferne“ hinüberretten - | (→ Mitte der konzentrischen Gliederung). - li - | Dass Jesus – wie es diese Erzählung bebildert – nach seiner Auferstehung den Jüngern gerade in die „Wüste“ vorausgeht, - | um sie hinter sich herzuziehen, ist Auftrag und Verheißung zugleich: - ul.card-text - li - | Jesu Sendung in die „Wüste“ muss in den Jüngern weitergehen. - br - | Dazu gehört in der Nachfolge Jesu – wie bei den vier Erstberufenen – Verzicht und Dienst (→ Phil 2,6-11), - | ein „geistiges“ (Auferstehungsherrlichkeit → Sendung auf die Erde) wie materielles „Herabsteigen“. - li - | Jesus trägt das „Menschenfischersein“ der Jünger – sie sind nicht auf sich allein gestellt, sondern bekommen „himmlischen Beistand“. - br - | So geht auch für Jesus als Auferstandenen – als der er „tot ist für die Sünde“ und „für Gott lebt“ (→ Röm 6) – die - | Auseinandersetzung mit Satan – auch wenn dieser letztlich schon besiegt ist – weiter, - | bleibt die „Wüste“ weiterhin sein Wirkort. - li - | Zusammenfassend lässt sich sagen: + | Für sie gilt: das jüdische Gesetz hat weiter seine Geltung als „Weg zum Heil“; + | wer gerettet werden will, muss sich an das jüdische Gesetz inklusive der Speise- und Reinheitsvorschriften halten; br - | Den Blick zum Auferstandenen lenkt Markus in die „Wüste“ als Ort der Sendung Jesu und der Sendung der Jünger um – - | dorthin müssen die Jünger Jesus immer neu nachfolgen, und nicht zuletzt im Gebet werden sie seinen Beistand erfahren. + | er muss effektiv „Jude jesuanischer Prägung“ werden. + li + | Jene heidenchristlichen Gemeinden, die Paulus gegründet hatte, wurden + | – davon legt der Galaterbrief und legen auch andere Briefe des Paulus Zeugnis ab – + | zumindest zum Teil von solchen Jesus-Gesetz-Harmonisierern + | – wir sprechen von „judaisierenden Christen“ – aufgesucht und es wurde versucht, die Jesus-Gesetz-Harmonisierung + | auch dort zu implementieren. + li + | Offenbar wurde damit argumentiert, dass auch Paulus ein Verkünder des jüdischen Gesetzes (gewesen) sei. + br + | Da mag eine der christlichen Zeit vorausgehende jüdische Missionstätigkeit des Paulus eine Rolle spielen, + | die man jetzt gegen die tatsächliche aktuelle Botschaft des Paulus ausspielt. + br + | Daher distanziert sich Paulus um so deutlicher davon. + li + | Paulus spricht auch vom „anderen Evangelium“, das es aber nicht gibt: + br + q.bibeltext + | Ich bin erstaunt, dass ihr euch so schnell von dem abwendet, der euch durch die Gnade Christi berufen hat, + | und dass ihr euch einem anderen Evangelium zuwendet. + br + | Es gibt kein anderes Evangelium, es gibt nur einige Leute, die euch verwirren und die das Evangelium + | Christi verfälschen wollen. + span.bibelstelle Gal 1,6-7 li - | Die „Wüste“ ist auch ein Kontrast zu all den „schönen Orten“ von Verehrung. + | Hinter dem verfolgten „Jesus“ scheint also der verfolgte Paulus hervor. + li + | Es wird auch klar, warum die Erzählung mit Einsamkeit und Gebet Jesu den Tod Jesu am Kreuz, wie in Markus erzählt, + | besonders deutlich präsent macht. + li + | Indem Petrus und seine Begleiter Jesus bis in die Einsamkeit mit Gebet – also bis zum Tod am Kreuz – + | verfolgen und von dort zurückholen wollen, wird angedeutet, dass sie das „Ärgernis des Kreuzes“ beseitigen wollen. + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title + q Nachdem Johannes ausgeliefert worden war + h6.card-subtitle.text-muted Johannes und das Kreuz Jesu: beides ein „Ärgernis“ + hr + ul.card-text + li Im ersten Teil der Mitte der konzentrischen Gliederung wird die Auslieferung Johannes des Täufers erinnert. + li + | Vergegenwärtigt ist, dass Johannes zu einem „Ärgernis“ für König Herodes geworden war, der ihn deshalb einsperren + | und später umbringen hat lassen. + li + | Die Auslieferung des zum „Ärgernis“ gewordenen Johannes des Täufers verbindet sich somit + | unmittelbar mit dem „Ärgernis“ des Todes Jesu am Kreuz. + li + | In der Mitte der konzentrischen Gliederung sind der zum „Ärgernis“ gewordene Vorläufer Johannes und der Ruf in die Nachfolge Jesu + | zusammengebunden: + br + | auf dem Weg ihrer Nachfolge müssen sich die Jünger dem „Ärgernis des Kreuzes“ stellen mit den entsprechenden + | Konsequenzen für ihr eignes Leben (→ Entäußerung und Erniedrigung) und ihrer Verkündigungstätigkeit + | als Menschenfischer, in der es besonders um das „Ärgernis des Kreuzes“ gehen muss; + br + | insofern müssen sie ggf. selber zum „Ärgernis“ werden, + | wie es bereits Johannes war und wie es Paulus im frühen Christentum wurde. + br + | Nur so sind sie Künder des einen gültigen Evangeliums Gottes, der durch das „Ärgernis des Kreuzes“ + | allen Völkern durch den Glauben an Jesus den Weg zum Heil eröffnet hat; allen Völkern ist die Königsherrschaft Gottes nahegekommen + | und ruft sie zu Glaube und Umkehr. + + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title + q Kehrt um! + h6.card-subtitle.text-muted Wie man es dreht und wendet: das Kreuz bleibt! + hr + ul.card-text + li + | Mit den Vertauschungen in der Erzählung verbindet sich der Ruf zur Umkehr in der Mitte der konzentrischen Gliederung: + ul.card-text + li + | Wie Jesus am Ende der Erzählung sollen die Jünger durch (weltweite) Verkündigung und Dämonenaustreibung Menschenfischer + | sein und nicht „Jesusfischer“. + li + | Wie Jesus sollen die Jünger Verlassen und Zurücklassen (im Sinne von Entäußerung und Erniedrigung) statt + | zurück haben zu wollen. + li + | Nimmt man auch bei der Abfolge Auferstehung → Kreuz die Vertauschung zur Reihenfolge Kreuz → Auferstehung vor, + | ist zwar die richtige Reihenfolge wiederhergestellt, aber das Kreuz bleibt; es lässt sich nicht eliminieren. + br + | Es ist und muss sein zentrales Element der christlichen Verkündigung, wie es auch hier die Mitte der Erzählung bildet: + br + q.bibeltext Ist euch Jesus Christus nicht deutlich als der Gekreuzigte vor Augen gestellt worden? + span.bibelstelle Gal 3,1b + br + | Dies muss dann aber Konsequenzen haben, auch für die Stellung zum jüdischen Gesetz. + li + | Abzuwehren ist eine Haltung, wie sie Paulus in + span.bibelstelle Phil 3,18-19 + | beschreibt: + br + q.bibeltext + | Denn viele – von denen ich oft zu euch gesprochen habe, doch jetzt unter Tränen spreche – + | leben als Feinde des Kreuzes Christi. + br + | Ihr Ende ist das Verderben, ihr Gott ist der Bauch, ihre Ehre besteht in ihrer Schande; Irdisches haben sie im Sinn. + br + | Die Aussage „Irdisches haben sie im Sinn.“ lässt sich gut mit dem angedeuteten Zurückhabenwollen der Söhne des Zebedäus verbinden, + | die sich nun neu unter den Ruf zur Umkehr stellen und entsprechend handeln müssen, wie sie es schon getan haben; + | auch von ihnen konnte man einst gut sprechen, muss es nun aber gleichsam „unter Tränen“ tun. + .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title - q anderswohin + q Lasst uns anderswohin gehen h6.card-subtitle.text-muted Der Wirkradius „Jesu“ weitet sich – vor allem nach Ostern hr ul.card-text + li + | Auf das Suchen des Petrus antwortet Jesus mit dem Aufruf zu einem neuen Aufbruch, der das Territorium seines Wirkens vergrößert. + br + | Jesus lässt sich nicht zurückholen, er bricht vielmehr neu anderswohin auf. + li + | Nach dem Blick auf die Auferstehung bzw. die Präexistenz Jesu am Anfang und den Tod Jesu am Kreuz in der Mitte der Erzählung + | vergegenwärtigt der am Ende erzählte Neuaufbruch die Auferstehung und die nachösterliche Verkündigung. li Das „anderswohin“ bezieht sich in der Erzählung selber auf die „benachbarten Dörfer“ sowie „ganz Galiläa“. li - | Von Ostern her, das in der Erzählung präsent ist, ist aber auf eine noch deutlich größere Ausweitung der Tätigkeit „Jesu“ angespielt: + | Von Ostern her ist aber auf eine noch deutlich größere Ausweitung der Tätigkeit „Jesu“ angespielt: br | nach Ostern beschränkten sich die Verkünder des Evangeliums nicht mehr nur auf das Volks Israel, | sondern es fand seinen Weg zu den Völkern – einer „erweiterten“ Nachbarschaft im Sinne der „ganzen Welt“ (→ „Heidenmission“). @@ -450,6 +627,231 @@ block content li | Man beachte in diesem Zusammenhang auch das distanzierende „in ihren Synagogen“. + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title + q.bibeltext Das Netz ist zerrissen und wir sind frei + span.bibelstelle Ps 127,7 + h6.card-subtitle.text-muted + q.bibeltext + | Zur Freiheit hat uns Christus befreit. Steht daher fest und lasst euch nicht wieder ein Joch der Knechtschaft auflegen! + span.bibelstelle Gal 5,1 + hr + ul.card-text + li + | Beim Ruf in die Nachfolge sind die Söhne des Zebedäus gerade dabei, das Fischernetz herzurichten; + br + | das entsprechende griechische Wort ist etwas dehnbar, man kann auch an ein zerrissenes Netz denken, das gerade geflick wird. + li + | Indem Jesus sie in die Nachfolge ruft und sie folgen, lassen sie das Netz zerrissen zurück. + li + | Mit dem oben zitierten Psalmvers als Brücke und unter Beachtung der bereits angeführten Aussagen zum jüdischen Gesetz und seiner + | Stellung im Evangelium Jesu nach Paulus kann der Aufruf von Gal 5,1 gegenwärtig werden, den die Söhne des Zebedäus – ins Bild übertragen – + | umsetzen. + li + | Die Freiheit meint hier die Freiheit vom jüdischen Gesetz – dem „Joch der Knechtschaft“ –, + | die Freiheit zur gesetzesfreien Völkermission, wie sie vor allem Paulus betreibt. + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title + q Glaubt an das Evangelium! + h6.card-subtitle.text-muted + | Dazu bin ich gekommen: + q.bibeltext um unter allen Völkern den Gehorsam des Glaubens aufzurichten + span.bibelstelle Röm 1,5 + hr + ul.card-text + li + | Im ersten Teil der Mitte der konzentrischen Gliederung ruft Jesus zu Umkehr und Glaube an das Evangelium auf, + | im zweiten Teil der Mitte folgen die vier Erstberufenen gehorsam. + li + | Das erinnert stark an die Wendung „Gehorsam des Glaubens“, die sich in + span.bibelstelle Röm 1,5-6 + | findet (vgl. auch die Heilung der Schwiegermutter des Petrus): + br + q.bibeltext + | Durch ihn [= Jesus Christus] haben wir Gnade und Apostelamt empfangen, + br + i um unter allen Völkern den Gehorsam des Glaubens aufzurichten um seines Namens willen; + br + | unter ihnen lebt auch ihr, die ihr von Jesus Christus berufen seid. + br + | Hier spricht Paulus von seiner eigenen Sendung als Völkermissionar. + br + | Das Aufrichten des Gehorsams des Glaubens ist dabei als Gegenbegriff zur Aufrichtung des Gehorsams gegenüber dem jüdischen Gesetz zu verstehen. + li + | Damit lässt sich das „dazu bin ich gekommen“, das Markus Jesus in Verbindung mit dem angezielten erweiterten Wirkkreis + | – effektiv der Völkermission – + | in den Mund legt, verbinden. + li + | Vom „Ärgernis des Kreuzes“ aus, das das jüdische Gesetz sprengt („Das Netz ist zerrissen“), geschieht der Neuaufbruch; + | es ist ein Neuaufbruch in die von der Verpflichtung auf das jüdische Gesetz freie Völkermission („... und wir sind frei“). + li + | Der markinische Jesus wird so durchsichtig auf Paulus und seine Sendung: + br + | was Paulus tut – den Gehorsam des Glaubens unter den Völker aufzurichten und nicht den Gehorsam gegenüber dem jüdischen Gesetzt –, + | wird schon Jesus – verdeckt – als dessen eigene Sendung „untergeschoben“; + br + | in diesem Sinn wird „Jesus“ im Markus-Evangelium immer wieder ins Heidenland aufbrechen (→ Überfahrten). + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title + q Kehrt um und glaubt an das Evangelium + h6.card-subtitle.text-muted + | Vom Gesetz ist da keine Rede ... + hr + ul.card-text + li + | In der aufgezeigten Frontstellung zwischen Jesus bzw. dem Glauben an das Evangelium einerseits + | und dem jüdischen Gesetz andererseits kann auffallen, dass in der Mitte der konzentrischen Gliederung + | der Ruf zur Umkehr und der Ruf zum Glauben an das Evangelium parallel sind, + br + | die Umkehr also vom Glauben an das (inhaltlich mit Entäußerung, Erniedrigung, Gehorsam bis zum Tod am Kreuz, + | Auferstehung und Erhöhung gefüllte) Evangelium her bestimmt wird und nicht vom jüdischen Gesetz her. + br + | Jedenfalls ist der Ruf Jesu zur Umkehr kein Ruf zu einer verbesserten („vollkommenen“) Befolgung des jüdischen Gesetzes. + li + | Im ganzen Evangelium wird immer wieder der Glaube der Menschen hervorgehoben werden und sie werden durch + | ihn des mit Jesus geschenkten Heils teilhaftig. + li + | Das jüdische Gesetz dagegen wird im Hinblick auf das Eröffnen des Heils als unzulänglich gebrandmarkt. + p.card-text.small.mb-0 + | Siehe dazu auch bereits die in die Schriftgelehrten verschlüsselte Inzuffizienz des jüdischen Gesetzes in Mk 1,21-28. + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title + q ... damit alle ... auf der Erde ... ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu + h6.card-subtitle.text-muted + | Die universalistische Perspektive des Philipperhymnus und der Neuaufbruch zur Völkermission + hr + ul.card-text + li + | Wie oben bemerkt, entspricht die Erzählfolge in der vorliegenden Erzählung dem Weg Jesu nach dem Philipperhymnus. + li + | Im Zuge der dort besungenen Erhöhung des bis zum Tod am Kreuz sich erniedrigt habenden + | ist davon die Rede, dass „alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu“. + br + | Damit ist eine universalistische Perspektive ausgedrückt. + li + | Diese universalistische Perspektive im Hinblick auf „alle ... auf der Erde“ findet sich auch am Ende der vorliegenden Erzählung, + | wenn vom Wirken Jesu in „ganz Galiläa“ gesprochen wird, was letztlich die Völkermission auf der ganzen Erde meint. + + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title + q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahnen wird + h6.card-subtitle.text-muted + | Jesu Neuaufbruch als Ruf zur Völkermission + hr + ul.card-text + li + | Wie oben gezeigt, muss hier im Hinblick auf Petrus und seine Begleiter von „verfolgen“ die Rede sein + | und kann nicht mit „nacheilen“ übersetzt werden; ein „Nachfolgen“ des Petrus und seiner Begleitung im positiven Sinne ist also gerade nicht im Blick. + li + | Umso mehr liegt der Akzent auf Jesus als dem vorausgehenden göttlichen Boten, der sich nicht zurückholen lässt, sondern neu aufbricht + | und dazu die Jünger zu Umkehr, Glaube und Nachfolge aufruft. + li + | Das schließt Entäußerung und Erniedrigung ein, wie es von Jesus am unteren Ende der konzentrischen Gliederung erzählt wird + | und wie es auch von den Söhne des Zebedäus bereits einmal erzählt werden konnte. + li + | Das schließt Verkündigung und Dämonenaustreibung im Sinne des „Menschenfischerseins“ ein. + li + | Das schließt hier aber besonders die Weitung der Verkündigung in die Völkermission ein, die im „anderswohin“ und in diversen anderen + | Anspielungen angedeutet ist: + br + | das Kreuz Jesu – die Mitte des Glaubens und der Verkündigung – hat den Weg dorthin geöffnet. + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title + q Bereitet den Weg des Herrn + h6.card-subtitle.text-muted Jesu neuer Aufbruch im Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen + hr + ul.card-text + li + | Das „Bereitet den Weg des Herrn“ am oberen Ende der konzentrischen Gliederung + | spiegelt sich in der Verkündigungs- und Heilungstätigkeit Jesu: + br + | Indem Jesus verkündigend und Dämonen austreibend durch die Lande zieht, + | kommt Gott zu den Menschen und befreit sie von der Herrschaft Satans; + br + | so steht Jesus im Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen. + li + | Dabei ist das „dazu bin ich gekommen“, das die Sendung Jesu aufgreift, + | in Verbindung mit dem „lasst uns anderswohin gehen“ als Weitung des Wirkkreises Jesu zu beachten: + br + | Der Auftrag „Bereitet den Weg des Herrn“ – also der Auftrag, sich in den Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen zu stellen – + | ist vom einengenden jüdischen Gesetz befreit + | und richtet sich nun auf die Völkermission. + li + | Indem die Jünger Jesus verfolgen und ihn zurückholen wollen, stellen sie sich der territorialen Weitung + | der Tätigkeit Jesu entgegen. + li + | Sie bereiten den Weg des Herrn nicht, sie wollen den Weg Jesu, des Herrn, eingrenzen, + | und zwar territorial wie auch von der Bedeutung des Kreuzes her, dessen „Ärgernis“ sie beseitigen wollen, + | indem Jesus mit dem jüdischen Gesetz harmonisiert wird. + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title + q Und er zog durch ganz Galiläa + hr + ul.card-text + li + | Angesichts der in der Erzählung angedeuteten Kontroverse rund um das „Ärgernis des Kreuzes“ und seine Bedeutung für die Völkermission + | muss auffallen, dass es heißt „Und er zog durch ganz Galiläa“. Das Mitziehen der Jünger wird nicht erzählt! + li + | Umsomehr muss bewusst werden, wie die Präsenz der Erstberufenen bisher erzählt war und weitergehend erzählt wird: + ul.card-text + li + | Nach der Berufung in Mk 1,16-20 hießt es in Mk 1,21 „Sie kamen nach Kafarnaum.“; das schließt die Jünger ein. + br + | Auch wenn dann erzählt wird, dass (vielleicht nur) er in die Synagoge geht, heißt es doch in Mk 1,29 + | „Sie verließen sogleich die Synagoge“ – offenbar waren die Jünger also doch in der Synagoge dabei und gehen nun mit Jesus + | in das Haus des Simon und Andreas. + li + | In der Szene Mk 1,32-34 sind die Jünger zwar nicht erwähnt, aber doch lokal anwesend, weil alles vor dem Haus des Simon und Andreas speilt. + li + | In Mk 1,35-39 dann die Kontroverse. + li + | In Mk 1,40-45 ist Jesus jedenfalls allein unterwegs (ehe er dann am Ende von Leute von überallher zu ihm kommen). + li + | In Mk 2,1 kehr Jesus offenbar alleine wieder nach Kafarnaum zurück: „Als er nach einigen Tagen wieder nach Kafarnaum hineinging ...“; + | sicher ist ein dortiges Zusammentreffen mit Petrus und seinen Begleitern vorauszusetzen – das Haus ist wohl auch als das Haus des Simon und Andreas vorzustellen –, + | aber direkt erzählt wird das nicht. + li + | In Mk 2,13-17 wird nicht von Petrus und seinen Begleitern erzählt; und wer im weiteren Verlauf „die Jünger“ sind ist nicht eindeutig – es können + | auch die Vielen sein, die Jesus seit Mk 2,13-17 nachfolgen. + li + | Erst in Mk 3,13-19 ist dann explizit auch wieder von Petrus und seinen Begleitern die Rede, insofern sie in der Apostelliste auftauchen. + li + | Vielleicht darf man als Folge, dass sich Jesus nicht zurückholen hat lassen, also eine gewisse Scheidung zwischen Jesus einerseits + | und Petrus und dessen Begleitern andererseits angedeutet sehen; sie würde der kirchengeschichtlichen Spannung zwischen den „judaisierenden Christen“ + | und Paulus entsprechen, wobei Petrus nach Gal 2,11-21 eine gewisse schwankende Zwischenposition einnimmt. + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title + | Gebet und Sendung + hr + ul.card-text + li + | Auch wenn der einsame Ort, an den Jesus zum Gebet geht, mit dem Tod am Kreuz zu verbinden ist, + | an dem Jesus Ps 22,2 zitiert, ist es doch ein nicht unwichtiger Erzählzug, + | dass die Jünger Jesus beim Gebet finden und er dann von seiner Sendung spricht. + br + | Es ist erzählerisch nahegelegt, dass sich Jesus im Gebet seiner Sendung (neu) bewusst wurde. + li + | Das kann eine Aufforderung sein, sich im Gebet der eigenen immer neu Sendung bewusst zu werden + | und auch die eigene Not in der Nachfolge („Wüstenerfahrungen“) vor Gott zu bringen. + li + | Das kann eine Zusage sein, dass Jesus im Gebet gefunden werden kann – gerade nach Ostern, + | wenn Jesus nicht mehr leibhaftig auf Erden weilt. + .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title @@ -472,27 +874,32 @@ block content | Mitte und unteres Ende der konzentrischen Gliederung als gegenüberliegende Erzählungen in der Gliederung „Galiläa I/A“ hr ul.card-text - li In der Gliederung „Galiläa I/A“ stehen sich Jüngerberufung und Suche der Jünger nach Jesus einander gegenüber: + li + | In der Gliederung „Galiläa I/A“ stehen sich Jüngerberufung und Suche der Jünger nach Jesus einander gegenüber: ul.card-text li - | Dies unterstreicht den Blick auf die Sendung Jesu („dazu bin ich gekommen“) und der Jünger („Menschenfischer“), - | wobei die Verkündigungstätigkeit als konstitutives Element des Menschenfischerseins herausgestellt wird; - | gerade durch die Verkündigung der Lehre Jesu geschehen ja auch die Wunder (→ Mk 1,21-28: Dämonenaustreibung durch die Lehre!). + | Das „Ärgernis des Kreuzes“ muss die Nachfolge prägen (s. o.); jeder Einhegung Jesu, + | jeder Verharmlosung des Kreuzes muss gewehrt werden. li - | Die Jünger müssen sich – wie Jesus – immer neu bewusst werden, was ihre Sendung ist. - li Petrus erscheint in Mk 1,35-38 deutlich als „Menschenfischer“, mit „allen“ im „Fischernetz“. + | Wie Jesus mit dem „dazu bin ich gekommen“ eine bestimmte Ausrichtung seiner Sendung betont, + | müssen auch die Jünger ihre Sendung, ihre Nachfolge im Blick haben: + br + | dem „dazu bin ich gekommen“ muss ein „dazu sind wir berufen“ entsprechen. li - | Die Menschenfischer sind selber stehts darauf angewiesen, Jesu (im Gebet) zu suchen; - | Jesus ist ihnen im Beten ein Lehrmeister. + | Jesus nach führt ihre Sendung die Jünger in die Völkermission. li - | Das „anderswohin“ Jesu nimmt besonders die nachösterliche Heidenmission in den Fokus. + | Wie Jesus nach dem Gebet am einsamen Ort von seiner Sendung spricht, + | so sind die Jünger gerufen, sich im Gebet ihrer eigenen Sendung stets neu bewusst zu werden + | und „Wüstenerfahrungen“ vor Gott zu bringen. + br + | Es ist eine Zusage, dass sich Jesus, der Auferstandene, im Gebet finden lässt. li In der Gliederung „Galiläa I/A“ stehen sich der Eröffnungsruf des Wirkens Jesu und sein Neuaufbruch einander gegenüber: ul.card-text li Formal wird hier wie dort von der Verkündigungstätigkeit Jesu erzählt. li - | In Mk 1,14-15 kommt Jesus – nach der Taufe am Jordan – wieder nach Galiläa; zunächst an den See bzw. Kafarnaum; + | In Mk 1,14-15 kommt Jesus – nach der Taufe am Jordan – wieder nach Galiläa, zunächst an den See bzw. nach Kafarnaum; br - | in Mk 1,39 zieht er schließlich durch „ganz Galiläa“. + | in Mk 1,39 zieht er schließlich durch „ganz Galiläa“ – eine Weitung seines Wirkkreises, letztlich in die Völkermission. li | Als Ort der Verkündigung werden in Mk 1,39 speziell die Synagogen genannt; br @@ -519,42 +926,71 @@ block content br | in Mk 1,32-34 ist „die ganze Stadt“ (Kafarnaum) vor der Haustür versammelt. li - | Johannes der Täuer verkündet das Kommen des Stärkeren mit der Geisttaufe; + | Johannes der Täufer verkündet das Kommen des Stärkeren mit der Geisttaufe; br - | in Mk 1,32-34 sieht man ihn in Aktion: Kranke werden gesund, die Dämonen müssen weichen – Jesus erweist sich als „der Stärkere“. + | in Mk 1,32-34 sieht man ihn in Aktion: Kranke werden gesund, die Dämonen müssen weichen: Jesus erweist sich als „der Stärkere“; + br + | die Dämonen wissen darum, dass Jesus dieser Stärkere ist. li - | Von der Umkehrpredigt Johannes des Täufers her erscheinen die „Heilungen“ in einem ethischen Kontext: + | Die Menschen, die die Kranken zu Jesus bringen, haben den von Johannes geforderten Sinneswandel vollzogen: br - | „krank“ ist im übertragenen Sinne zu verstehen. + | sie machen sich zu Dienern der Kranken. + li + | Auch erscheinen von der Umkehrpredigt Johannes des Täufers her die „Heilungen“ in einem ethischen Licht: + br + | „krank“ ist im übertragenen Sinne zu verstehen, mit der „Heilung“ verbindet sich die Sündenvergebung. li | Die Taufe erscheint als „Ort“ dieser Gesundung. + li + | Die angekündigte Geisttaufe und die Austreibung der unreinen Geister sind – im Sinne einer Vertauschung – + | aufeinander zu beziehen: die unreinen Geister ziehen aus, der Geist Gottes/Jesu zieht ein. + p.small.card-text + | Bezüglich des einwohnenden Geistes gibt es im ganzen neuen Testament, schon in der zeitgenössischen jüdischen Literatur, + | keine „geistfreien“ Menschen: es wohnt entweder ein schlechter/unreiner/widergöttlicher Geist ein, + | oder der gute/reine/göttliche Geist. + br + | Hier gibt es einen (mehr oder weniger) scharfen Dualismus, + | der besonders in Qumran mit der Zweigeisterlehre besonders ausgefaltet ist. .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title | Die Taufe Jesu und die Heilung der Schwiegermutter des Petrus als gegenüberliegende Erzählungen h6.card-subtitle.text-muted - | Das Evangelium von Jesu Tod und Auferstehung richtet Menschen auf zum Dienst (→Röm 6) + | Das Evangelium von Jesu Tod und Auferstehung richtet Menschen auf zum Dienst (→ Röm 6) hr ul.card-text li | Die Parallele zwischen der Auferstehung Jesu – „als er aus dem Wasser stieg“ – und der Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus wird deutlich: br - | wie Jesus in der Auferweckung durch Gott „aufgerichtet“ wurde, so „richtet“ Jesus nun die Schwiegermutter des Petrus „auf“; + | wie Jesus in der Auferweckung durch Gott „aufgerichtet“ wurde, so „richtet“ nun Jesus, + | der ein für alle Mal für die Sünde gestorben ist und als Auferstandener sein Leben für Gott lebt, die Schwiegermutter des Petrus „auf“; br | beide entsteigen dem Tod: Jesus im realen, die Schwiegermutter des Petrus im übertragenen Sinn. li | Die Taufe erscheint als Ort der rettenden Schicksalsgemeinschaft mit Jesus. li - | Wie Jesus sich in Mk 1,35-39 der Verehrung entzieht (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung), + | Die Taufe verpflichtet, „tot zu sein für die Sünde“ und „für Gott zu leben in Christus Jesus“ im Sinne eines Handlungsgemeinschaft mit Jesus; br - | so endet die Heilung der Schwiegermutter des Petrus nicht in Lobeshymnen auf Jesus, sondern im ganz - | handgreiflichen Dienst der Schwiegermutter des Petrus an Jesus und seinen Begleitern: - br - | dies ist die adäquate Umsetzung der Teilhabe an Tod und Auferstehung Jesu. + | dies setzen sowohl die Jünger, indem sie Jesus bezüglich der kranken Frau (Schwiegermutter hat Versuchungscharakter!) ansprechen, als auch + | die Schwiegermutter des Petrus nach ihrer Heilung, indem sie Jesus und seinen Begleitern dient, um. li - | Dieser Dienst aneinander – im Sinne des „tot für die Sünde – leben für Gott“ – in der Nachfolge Jesu - | ist Handlungsgemeinschaft mit Jesus: wie Jesus Menschen aufrichtet, so richtet dieser Dienst einander auf. + | Insgesamt wird durch das vorliegende Gegenüber + span.bibelstelle Röm 6,4 + | vergegenwärtigt: + br + q.bibeltext + | Wir wurden ja mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod, damit + br + i auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, in der Neuheit des Lebens wandeln. + li + | Das aufrichtende Handeln Jesu, bei dem Jesus gehorsam (hier gegenüber seinen Begleitern) seiner Sendung folgt, + | steht unter dem Wohlgefallen Gottes. + li + | Auch in diesem Gegenüber finden sich Vertauschungen: + ul.card-text + li Bei der Taufe wird Jesus aufgerichtet, bei der Heilung der Schwiegermutter ist er selber aufrichtend aktiv. + li Bei der Taufe wird Jesus (von Gott) in eine hoheitliche Position eingesetzt, bei der Heilung der Schwiegermutter ist er (seinen Begleitern) „gehorsam“. .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body @@ -574,9 +1010,19 @@ block content br | dazu geht Jesus ihnen ins Verderben „voraus“. li - | „Wüste“ im Sinne der Gottferne und „Verderben“ verbinden sich inhaltlich – beides sind „Orte“, an die Jesus geht: + | „Wüste“ im Sinne der Gottferne und „Verderben“ verbinden sich inhaltlich; und beides sind formal „Orte“, an die Jesus geht: + | gemeint ist in beiden Fällen der Tod Jesu am Kreuz. br - | Durch Jesu Gang ins Verderben entsteht die „Insel des Lebens“ mitten in der „Wüste der Gottferne“, + | Durch diesen Gang Jesu ins Verderben entsteht die „Insel des Lebens“ mitten in der „Wüste der Gottferne“, | ist die Gottferne auf der Erde aufgebrochen. - + li + | Auch in diesem Gegenüber finden sich Vertauschungen: + ul.card-text + li + | In der Versuchungserzählung ist Jesus dem Geist Gottes gehorsam, + | in der Synagoge der unreine Geist gegenüber Jesus; + br + | dies ist vom Philipperhymnus her zu verstehen, der auch am unteren Ende der konzentrischen Gliederung präsent ist. + li + | In der Wüste wird Jesus von Engeln bedient, in der Synagoge begegnet Jesus einem unreinen Geist.