diff --git a/views/nt/ev/mk/getauft/reinigen.pug b/views/nt/ev/mk/getauft/reinigen.pug index 0476198..f24badc 100644 --- a/views/nt/ev/mk/getauft/reinigen.pug +++ b/views/nt/ev/mk/getauft/reinigen.pug @@ -3,7 +3,7 @@ include ../mixins block content - .card.mb-3.konzentr-6 + .card.mb-1.konzentr-6 .card-body.gliederung h5.card-title | Inhaltsangabe/Überschrift @@ -11,17 +11,17 @@ block content | Himmlischer Sendungsbeschluss h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,1-3 - .card.mb-3.konzentr-5 + .card.mb-1.konzentr-5 .card-body.gliederung h5.card-title Johannes in der Wüste: Seine Taufe und seine Ankündigung des Kommenden h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,4-7 - .card.mb-3.konzentr-4 + .card.mb-1.konzentr-4 .card-body.gliederung h5.card-title Die Taufe Jesu: Tod und Auferstehung Jesu als Wendepunkt der Heilsgeschichte h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,9-11 - .card.mb-3.konzentr-3 + .card.mb-1.konzentr-3 .card-body.gliederung h5.card-title Die Versuchung Jesu h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-1 Mk 1,12-13 @@ -30,26 +30,22 @@ block content br | Die Engel dienen Jesus → Himmel dient Jesus - .card.mb-3.konzentr-2 + .card.mb-1.konzentr-2 .card-body.gliederung h5.card-title Johannes tritt ab, Jesus tritt auf: Eröffnungsruf des Wirkens Jesu: Das Reich Gottes ist zum Greifen nahe! h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,14-15 - .card.mb-3.konzentr-1 + .card.mb-1.konzentr-1 .card-body.gliederung h5.card-title Die Berufung der ersten Jünger - h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-1 Mk 1,16-20 - p.card-text - | Menschenfischer → Menschen aus der Gewalt der Sünde befreien - br - | Sie richteten ihre Netze her (katartizo) → Jesus richtet den Mann wieder zurecht (Reinigung, katarizo) + h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,16-20 - .card.mb-3.konzentr-2 + .card.mb-1.konzentr-2 .card-body.gliederung h5.card-title Die neue Lehre in der Synagoge: Jesus gekommen, um Satan/die Dämonen ins Verderben zu stürzen h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,21-28 - .card.mb-3.konzentr-3 + .card.mb-1.konzentr-3 .card-body.gliederung h5.card-title Die Heilung der Schwiegermutter des Petrus, die (daraufhin!) Jesus dient h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-1 Mk 1,29-31 @@ -58,12 +54,12 @@ block content br | Die Schwiegermutter des Petrus dient Jesus → Erde dient Jesus - .card.mb-3.konzentr-4 + .card.mb-1.konzentr-4 .card-body.gliederung h5.card-title Die ganze Stadt vor der Tür; Jesus heilt und treibt Dämonen aus (jene wissen, wer er ist) h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,32-34 - .card.mb-3.konzentr-5 + .card.mb-1.konzentr-5 .card-body.gliederung h5.card-title Rückzug und erneuter Aufbruch h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-1 Mk 1,35-39 @@ -82,7 +78,962 @@ block content br | Alle Einwohner Jerusalems – alle suchen dich. - .card.mb-3.konzentr-6 + .card.mb-1.konzentr-6 .card-body.gliederung h5.card-title Die Heilung des Aussätzigen h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,40-45 + + .slide.mb-3 + hr + p.card-text.mb-0.konzentr-6.bibeltextkonzentr + | 1 Anfang des Evangeliums Jesu Christi, Sohn (eines) Gottes. + br + | 2 Wie geschrieben steht beim Propheten Jesaja: + br + q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der einen Weg bahnen wird. + br + q 3 Stimme eines Rufers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen! + p.card-text.mb-0.konzentr-5.bibeltextkonzentr + | 4 So trat Johannes der Täufer in der Wüste auf und verkündete eine Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden. + br + | 5 Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus; + br + | sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen. + br + | 6 Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften + br + | und er lebte von wildem Honig. + br + | 7 Er verkündete: + q + | Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich; + br + | ich bin es nicht wert, mich zu bücken und ihm die Riemen der Sandalen zu lösen. + br + | 8 Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen. + p.card-text.mb-0.konzentr-4.bibeltextkonzentr + | 9 Und es geschah in jenen Tagen, da kam Jesus aus Nazareth in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen. + br + | 10 Und sogleich, als er aus dem Wasser stieg, sah er, + br + | dass der Himmel aufriss und der Geist wie eine Taube in ihn hineinkam. + br + | 11 Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: + q Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden. + p.card-text.mb-0.konzentr-3.bibeltextkonzentr + | 12 Und sogleich trieb der Geist Jesus in die Wüste. + br + | 13 Jesus blieb vierzig Tage in der Wüste und wurde vom Satan in Versuchung geführt. + br + | Er lebte bei den wilden Tieren und die Engel dienten ihm. + p.card-text.mb-0.konzentr-2.bibeltextkonzentr + | 14 Nachdem Johannes ausgeliefert worden war, ging Jesus nach Galiläa; + br + | er verkündete das Evangelium Gottes + br + | 15 und sprach: + q + | Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. + br + | Kehrt um und glaubt an das Evangelium! + p.card-text.mb-0.konzentr-1.bibeltextkonzentr + | 16 Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon, + | die auf dem See ihre Netze auswarfen; sie waren nämlich Fischer. + br + | 17 Da sagte er zu ihnen: + q + | Kommt her, mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. + br + | 18 Und sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm nach. + br + | 19 Als er ein Stück weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; + | sie waren im Boot und richteten ihre Netze her. + br + | 20 Sogleich rief er sie und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und folgten Jesus nach. + + p.card-text.mb-0.konzentr-2.bibeltextkonzentr + | 21 Sie kamen nach Kafarnaum. Am folgenden Sabbat ging er in die Synagoge und lehrte. + br + | 22 Und die Menschen waren voll Staunen über seine Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten. + br + | 23 In ihrer Synagoge war ein Mensch, der von einem unreinen Geist besessen war. + br + | Der begann zu schreien: + br + q + | 24 Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret? + br + | Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen? + br + | Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes. + br + | 25 Da drohte ihm Jesus: + br + q + | Schweig und verlass ihn! + br + | 26 Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei. + br + | 27 Da erschraken alle und einer fragte den anderen: + br + q + | Was ist das? Eine neue Lehre mit Vollmacht: Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl. + br + | 28 Und sein Ruf verbreitete sich rasch im ganzen Gebiet von Galiläa. + + p.card-text.mb-0.konzentr-3.bibeltextkonzentr + | 29 Sie verließen sogleich die Synagoge und gingen zusammen mit Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und Andreas. + br + | 30 Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett. + br + | Sie sprachen sogleich mit Jesus über sie + br + | 31 und er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf. + br + | Da wich das Fieber von ihr und sie diente ihnen. + p.card-text.mb-0.konzentr-4.bibeltextkonzentr + | 32 Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus. + br + | 33 Die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt + br + | 34 und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und er trieb viele Dämonen aus. + br + | Und er verbot den Dämonen zu sagen, dass sie wussten, wer er war. + p.card-text.mb-0.konzentr-5.bibeltextkonzentr + | 35 In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten. + br + | 36 Simon und seine Begleiter eilten ihm nach, + br + | 37 und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm: + br + q Alle suchen dich! + br + | Er antwortete: + br + q + | Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort verkündet; + br + | denn dazu bin ich gekommen. + br + | Und er zog durch ganz Galiläa, verkündete in ihren Synagogen und trieb die Dämonen aus. + p.card-text.konzentr-6.bibeltextkonzentr + | 40 Ein Aussätziger kam zu Jesus und bat ihn um Hilfe; er fiel vor ihm auf die Knie und sagte: + br + q Wenn du willst, kannst du mich rein machen. + br + | 41 Jesus hatte Mitleid mit ihm; + br + | er streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte: + br + q Ich will – werde rein! + br + | 42 Sogleich verschwand der Aussatz und der Mann war rein. + br + | 43 Jesus schickte ihn weg, wies ihn streng an 44 und sagte zu ihm: + br + q Sieh, dass du niemandem etwas sagst, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring für deine Reinigung dar, was Mose festgesetzt hat – ihnen zum Zeugnis. + br + | 45 Der Mann aber ging weg und verkündete bei jeder Gelegenheit, was geschehen war; + br + | er verbreitete die Geschichte, so dass sich Jesus in keiner Stadt mehr zeigen konnte; + br + | er hielt sich nur noch an einsamen Orten auf. + br + | Dennoch kamen die Leute von überallher zu ihm. + + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title + | Aussatz! + hr + ul.card-text + li Unter Aussatz verstand man damals verschiedene Hautkrankheiten – manche ansteckend und tödlich, andere eher harmlos. + li + | Aus Sicherheitsgründen behandelte man alle gleich: wer an Aussatz erkrankt war, musste sich vom bisherigen sozialen Leben + | verabschieden und sich an Orte außerhalb der Städte und Dörfer zurückziehen, damit sich + | niemand aus Versehen anstecken konnte. + li.small + | Das klingt hart, fast unmenschlich – aber wenn man eine möglicherweise tödliche Krankheit nicht heilen kann, dann bleibt einem nichts anderes übrig. + br + | Auch wir heute kennen Quarantäne, in die jemand muss, wenn der Verdacht auf eine möglicherweise ansteckende und gefährliche/tödliche Krankheit vorliegt. + li + | Durch seinen Aussatz war der Mann zu einem Leben an den Rändern der Gesellschaft verdammt, + | zu einem Leben als Ausgegrenzter; er gehörte zu den „Letzten“ der Gesellschaft. + li + | Als Aussätziger ist der Mann nicht nur von der menschlichen Gesellschaft ausgeschlossen – nur unter Seinesgleichen konnte er sich aufhalten – + | sondern lebt auch fern der Gemeinschaft mit Gott: als „Unreiner“ (siehe seine Heilungsbitte) ist er vom Kult und damit der Begegnung mit Gott ausgeschlossen. + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title + | „Anfang“? + br + | „Bote vor dir her, der deinen Weg bahnen wird“? + hr + ul.card-text + li + | Abgesehen davon, dass mit dem Priester und mit dem darzubringenden Reinigungsopfer indirekt Jerusalem und der Tempel in Blick kommen, + | die Jesus gegen Ende seines Weges aufsuchen wird, fällt es schwer, in dieser Erzählung etwas mit „Anfang“ zu verbinden; + br + | eher wird ein „Ende“ erzählt: das Ende der öffentlichen Wirksamkeit Jesu, der sich als Resultat der Begegnung mit dem Aussätzigen + | und dessen „Verkündigungstätigkeit“ „in keiner Stadt mehr zeigen konnte“ und sich nur noch an einsamen Orten aufhielt. + li + | Auch erscheint – wenn auch nur auf den ersten Blick – der Aussätzige in die Rolle des „Boten vor dir her, der deinen Weg bahnen wird“ + | zu schlüpfen: + br + | Jesus übernimmt das Schicksal des Aussätzigen, der nicht unter die Menschen gehen durfte, damit er niemanden anstecken konnte. + li + | Dieses „Umgedrehtsein“ – das sei hier gleich angemerkt – ist konstitutiv für diese Erzählung. + + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title + | Aussatz? + h6.card-subtitle.text-muted Der unreine Geist in der Synagoge (→ Mk 1,21-28) als Interpretationshilfe – rein werden + hr + ul.card-text + li + | Der Aussätzige bittet nicht direkt um Heilung vom Aussatz; er möchte rein werden. + br + | Dies ist sachlich logisch, da er als Aussätziger als Unreiner – als Unberührbarer – gilt. + li + | Dieser Erzählzug stellt aber eine Beziehung zur Austreibung des unreinen Geistes in der Synagoge her. + br + | Dabei gilt es zu beachten, dass das Besessensein vom „unreinen Geist“ in einem ethischen Sinne gedeutet werden musste: + | der Bessene ist Diener Satans, nicht Diener Gottes, + | was sich in einem entsprechenden ethischen Verhalten ausdrückt. + li + | Dies ermöglicht es, „Aussatz“ hier im übertragenen Sinne zu verstehen: + br + | weil er ein schlechtes Verhalten an den Tag legt, ist er isoliert, niemand möchte mit ihm zusammen sein; + br + | er ist „aussätzig“, auch wenn er nicht an der Krankheit „Aussatz“ leidet. + li + | So muss beachtet werden, dass in der Erzählung vordergründig die Heilung eines Aussätzigen im Sinne der Krankheit erzählt wird, + | hintergründig aber dieser „Aussatz“ des Mannes in einem ethischen Sinne zu verstehen ist; + | beides aber hat gemeinsam, dass es von den Menschen und zugleich von Gott trennt. + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title + | Jesus + | + q streckte die Hand aus, berührte ihn + | + | – + | + q sogleich verschwand der Aussatz + hr + ul.card-text + li Einen Aussätigen zu berühren ist strengstens verboten – weil man sich anstecken könnte. + li Jesus berührt den Aussätzigen und heilt ihn so; er kann ihn berühren, weil er ihn heilen kann. + li Dass Jesus den Aussätzigen berührt, hebt diese Erzählung von Aussatzheilungen im Alten Testament ab – von denen es ganze zwei gibt: + ul.card-text + li + | In Num 12,10-15 wird vom Aussatz der Schwester des Mose, Mirjam, erzählt. + br + | Sie wird durch Gott auf das Gebet des Mose hin geheilt. + br + i Es findet keine Berührung statt. + li + | In 2 Kön 5 erfährt der Syrer Naaman Heilung durch Gott durch eine rituelle Waschung. + br + i Auch hier gibt es keine Berührung des Kranken. + li + | Dass Jesus den Aussätzigen zur Heilung berührt ist also ein besonders auffälliger Erzählzug, + | der auch nicht ohne Folgen bleibt – für beide. + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title + | „Platztausch“ + h6.card-subtitle.text-muted „Er hat unsere Krankheit getragen“ + hr + ul.card-text + li + | Durch die Heilung ist dem ehedem Aussätzigen der Weg in die soziale Gemeinschaft (Familie, Dorf, etc.) wieder offen, + | wovon der Geheilte sogleich Gebrauch macht. + li + | Doch durch das Berühren des Aussätzigen wird Jesus nach jüdischer Vorstellung selber zu einem Aussätzigen: + br + | das Schweigegebot, das Jesus an den Geheilten mit heftigen Worten richtet, + | soll ihn auf der Ebene der Erzählung vor den negativen Folgen der Berührung des Aussätzigen schützen. + li + | Durch das Herumerzählen des Ganzen durch den Geheilten wird Jesus als Aussätziger geoutet, was als Folgen zeitigt – + | das wird in der Erzählung schön bebildert –, dass er sich „in keiner Stadt mehr zeigen konnte; er hielt sich + | nur noch an einsamen Orten auf“ (Mk 1,45). + li + | Es findet ein „Austausch“, ein „Platztausch“ statt: der Mann wird seinen Aussatz los, Jesus wird zum ‚Aussätzigen‘; + br + | Dabei setzen die Erzählung und das Evangelium insgesamt voraus, dass sich Jesus nicht an der (realen) Krankheit + | Aussatz angesteckt hat; dennoch ist es für die Erzählung und das, was sie ausdrücken will, unbedingt notwendig, dass Jesus nun ein „Aussätziger“ ist. + li + | Der bibelkundige Leser denkt dabei unweigerlich an eine Stelle im Buch Jesaja, wo vom „Gottesknecht“ + | (Gottes besonderem Werkzeug zum Heil der Menschen) die Rede ist: „er hat unsere Krankheit getragen“ (Jes 53,4). + br + | Nicht unerheblich ist, dass Jesaja die Wendung „Er hat unsere Krankheit getragen!“ in einem bildlichen, + | die Überwindung körperlicher Leiden übersteigenden, umfassend-heilvollen Sinn versteht im Sinne einer Befreiung aus Schuld und Gottferne: + br + q.bibeltext + | 2 ... + | Er hatte keine schöne und edle Gestalt, sodass wir ihn anschauen mochten. + br + | Er sah nicht so aus, dass wir Gefallen fanden an ihm. + br + | 3 Er wurde verachtet und von den Menschen gemieden, ein Mann voller Schmerzen, mit Krankheit vertraut. + br + | Wie einer, vor dem man das Gesicht verhüllt, war er verachtet; + br + | wir schätzten ihn nicht. + br + | aber er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen. + br + | Wir meinten, er sei von Gott geschlagen, von ihm getroffen und gebeugt. + br + | 5 Doch er wurde durchbohrt wegen unserer Vergehen, wegen unserer Sünden zermalmt. + br + | Zu unserem Heil lag die Züchtigung auf ihm, + br + | durch seine Wunden sind wir geheilt. + br + | 6 Wir hatten uns alle verirrt wie Schafe, jeder ging für sich seinen Weg. + br + | Doch der HERR ließ auf ihn treffen die Schuld von uns allen. ... + br + | 8 ... + | Er wurde vom Land der Lebenden abgeschnitten und wegen der Vergehen meines Volkes zu Tode getroffen. ... + br + | 11 Nachdem er vieles ertrug, erblickt er das Licht. ... + br + | Mein Knecht, der gerechte, macht die Vielen gerecht; + br + | er lädt ihre Schuld auf sich. + br + | 12 Deshalb gebe ich ihm Anteil unter den Großen + br + | und mit Mächtigen teilt er die Beute, + br + | weil er sein Leben dem Tod preisgab + br + | und sich unter die Abtrünnigen rechnen ließ. + br + | Er hob die Sünden von Vielen auf und trat für die Abtrünnigen ein. + span.bibelstelle Jes 53,2-6.8.11-12 + li + | Der in der Heilung des „Aussätzigen“ tragende Gedanke das „Platztausches“ bzw. „Austausches“, + | der den einen belastet, um den anderen zu befreien, prägt auch das Vierte Gottesknechtslied des Jesaja (Jes 52,13-53,12). + br + | Und die Beschreibung dessen, der die Krankheit des Volkes getragen hat bzw. die damit zusammenhängende Beschreibung + | des Volkes vor der Rettung („jeder ging für sich seinen Weg“ [Jes 53,6b]), passt sehr gut zur „Krankheit“ „Aussatz“. + li + | Man wird also sagen können, dass Markus mit der Erzähung von der Heilung des „Aussätzigen“ + | den Satz „Er hat unsere Krankheit getragen“ aus dem Vierten Gottesknechtslied des Jesaja auf Jesus übertragt + | und entsprechend bebildert; + br + | damit dies „funktioniert“ muss Jesus den Aussätzigen berühren. + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title + | „Einsame Orte“ + h6.card-subtitle.text-muted Der Tod am Kreuz als Übernahme der Gottferne – und damit „Ort des Platztausches“ + hr + ul.card-text + li + | Es ist daran zu erinnern, dass bei den „einsamen Orten“, an denen sich Jesus nun nur noch aufhält, die „Wüste“ mitschwingt, + | die als Ort der Gottferne schon mehrfach im übertragenen Sinne verstanden werden konnte und musste. + li + | Bei der Auslegung der Taufe Jesu (→ Tod und Auferstehung Jesu) wurde darauf hingewiesen, + | dass Markus den Tod Jesu am Kreuz als Sterben in der und in die Gottferne inszeniert: + br + | kein himmlischer Helfer, Finsternis im Land, Aushauchen des Geistes; schließlich der Ruf Jesu: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ + br + | Hinzu kommt, dass der Tod am Kreuz auch im Verlassensein von allen Menschen geschieht: + br + | die Jünger haben Jesus verraten oder verleugnet oder sind geflohen; andere verspotten und verhöhnen ihn. + li + | Den theologischen Hintergrund dazu bietet das Buch Deuteronomium: + br + q.bibeltext + | ein [an einen Holzpfahl] Gehenkter ist ein von Gott Verfluchter + span.bibelstelle Dtn 21,23 + br + | Ursprünglich bezog sich diese Stelle auf nach der Hinrichtung durch Aufhängen an einem Pfahl zur Schau gestellte + | Tote, die dadurch besonders erniedrigt wurden; zur Zeit Jesu wurde dieser Satz aber auch auf die Kreuzigung übertragen: + br + i Der Tod am Kreuz als Tod der Gottferne. + li + | Im Hinblick auf Jesus und den Glauben an ihn kann sich + span.bibelstelle Dtn 21,23 + | mit + span.bibelstelle Jes 53,4 + | verbinden: + br + q.bibeltext + | Wir meinten, er sei von Gott geschlagen, von ihm getroffen und gebeugt. + br + | Dies bebildet Markus durch die Verhöhnung der beim Tod Jesu anwesenden Vertreter des Gottesvolkes. + li + | Mit der Erzählung von der Heilung des „Aussätzigen“ durch Jesus, der als Folge selber „aussätzig“ wird, + | bietet Markus eine Deutung des Kreuzestodes Jesu durch Rückgriff auf das Vierte Lied vom Gottesknecht des Deuterojesaja. + li + | Deutlich wird, dass der „Aussätzige“ – gemäß des Viertes Gottesknechtsliedes – symbolisch für alle steht, + | die in der (Herrschaft der) Sünde + | gefangen sind und deren Beziehungen zu Gott und zu den Mitmenschen daher + | der ‚Heilung‘ bedürfen. + br + | Am Kreuz tauscht Jesus mit ihnen „den Platz“: + br + | er übernimmt ihre Krankheit, sie werden geheilt; + br + | er stirbt in die Gottferne, sie werden aus der Gottferne befreit und in geheilte Gemeinschaft mit den Mitmenschen gestellt. + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title + | „Dennoch kamen die Leute von überallher zu ihm“ + h6.card-subtitle.text-muted Die Ambivalenz des „einsamen Ortes“ + hr + ul.card-text + li + | Wieder sind – wie die „Wüste“ generell – die „einsamen Orte“ widersprüchlich inszeniert. + ul.card-text + li Einerseits die (notwendige) Einsamkeit aufgrund des „Aussatzes“. + li Andererseits kommen die Menschen von überallher zu ihm – was nun nichts mehr mit Einsamkeit zu tun hat. + li + | Bezieht man den Gang Jesu in die Einsamkeit auf seinen Tod am Kreuz, + br + | hat das Kommen der Menschen zu Jesus als Voraussetzung, dass der Tod nicht das Ende Jesu war; + br + | insofern kann man im Kommen der Menschen zu Jesus indirekt seine Auferstehung ausgedrückt sehen. + li.small + | Dem entspricht, dass man im Vierten Gottesknechtslied des Deuterojesaja aus christlicher Perspektive + | auch den Gedanken der Auferstehung ausgedrückt sehen kann (→ „erblickt er das Licht“; + | „gebe ich ihm Anteil unter den Großen“). + li + | Das Bild, das sich im Kopf ausprägt, kennen wir bereits: + br + | mitten in der „Wüste“ entsteht um Jesus herum eine „Insel des Lebens“. + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title + | „ich will“ – „sogleich“ – „Mitleid“ + h6.card-subtitle.text-muted Jesus lebt seine Sendung + hr + ul.card-text + li Im Dialog zwischen Jesus und dem Aussätzigen geht es um den Willen Jesu: „Wenn du willst, kannst du mich rein machen.“ + li + | Damit wird der Wille Jesu zur Heilung des „Aussätzigen“ (bzw. der sich in ihm versammelden „Vielen“) herausgestellt: + br + | Jesu Ja zu seiner Sendung, und das – angesichts des Kontextes – mit alle Konsequenzen. + li + | In die Sendung durch Gott ist auch wieder das „sogleich“ einzuordnen: + br + | In der Jüngerberufung markierte es das Eintreten der Jünger in die Nachfolge Jesu, + | wie auch den Ruf Jesu in die Nachfolge als Elemente der göttlichen Sendung. + br + | Hier erfüllt sich die Sendung Jesu, indem der „Aussätzige“ „rein“ wird. + li + | Als Motivation Jesu wird sein Mitleid angegeben, in welchem sich das Erbarmen Gottes spiegelt + | und das noch mehrfach als Motivation Jesu genannt werden wird. + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title + | „Sieh, dass du niemandem etwas sagst“ + h6.card-subtitle.text-muted Ein dritter Blick auf die Schweigegebote – Das erste Schweigegebot im Hinblick auf ein Wunder + hr + ul.card-text + li Jesus fährt den Geheilten richtig an, dass er niemandem etwas erzählt – die deutsche Übersetzung verharmlost. + li + | Auf der Ebene der Erzählung ist das Schweigegebot klar durch den Aussatz begründet: + br + | durch das Berühren des Aussätzigen ist Jesus selber aussätzig geworden – + | vor den entsprechenden Folgen will das Schweigegebot schützen. + li + | Angesichts der bereits an Dämonen ergangenen Schweigebote ist das Schweigegebot hier aber in einen größeren Kontext einzuordnen; + br + | auffällig auch: schon den Dämon in der Synagoge hatte Jesus angefahren, dass er schweigt. + li + | Während aber gegenüber den Dämonen das Wissen darum, wer Jesus ist, mit dem Schweigegebot belegt wurde, + br + | wird hier das Wunder selbst mit dem Schweigegebot belegt. + br + | Dies lässt fragen, was die Dämonenaustreibung mit der Heilung des „Aussätzigen“ verbindet und was diese + | von den meisten anderen Wundern unterscheidet. + ul.card-text + li + i Deutung des Todes Jesu + ul.card-text + li + | Das Schweigegebot an den Dämon in der Synagoge war im Kontext der verschwiegenen Lehre Jesu ausgesprochen worden, + | die das Wissen darum, wer Jesus ist, notwendig ergänzt, und + | die mit der Sendung Jesu und dem Weg, den Jesus dazu zurücklegt, verbunden werden konnte: + br + | mit dem Gang Jesu ins Verderben zum Verderben der Dämonen – und letztlich Satan –; + br + | damit wird Jesu Tod eine bestimmte soteriologische Bedeutung zugemessen. + li + | Auch in der Heilung des „Aussätzigen“ wird der Tod Jesu am Kreuz gedeutet, und zwar + | im Sinne des „Platztausches“ zur Befreiung der von Satan/den Dämonen + | Besessenen: Jesus geht in die Gottferne („Verderben“), um die Menschen daraus zu retten. + li + i „Platztausch“ (nicht „Schicksalsgemeinschaft“) – Auswirkung des Todes Jesu (nicht der Auferstehung) + ul.card-text + li + | Anders als bei den bisherigen Wundern geht es hier bei der Heilung des „Aussätzigen“ + | nicht um eine (positive) Schicksalsgemeinschaft des/der Geheilten mit Jesus + | im Sinne einer Analogie zur Auferstehung Jesu – wie etwa bei der Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus –, + | die alle ohne sich auf das Wunder beziehende Schweigegebot erzählt werden, + br + | sondern um den Platztausch“ Jesu mit dem Kranken, der anschaulich bebildert wird. + li + | Gemeinsam ist den Dämonenaustreibungen und dem „Platztausch“ mit dem „Aussätzigen“ + | die Verbindung des Wunders nicht mit der Auferstehung, sondern mit dem Tod Jesu am Kreuz: + br + | den Dämonen geht Jesus mit seinem Tod am Kreuz ins „Verderben“ voraus; + br + | mit dem „Aussätzigen“ tauscht er im Tod am Kreuz den Platz. + li + | So kann das hier vorhandene Schweigegebot als Signal verstanden werden: + ol.card-text + li + | in die in Mk 1,21-28 mit dem Schweigegebot korrelierende inhaltlich nicht direkt bestimmte „Lehre Jesu“ ergänzend + | diese Deutung des Todes Jesu als „Platztausch“ einzutragen; + li + | kommende Erzählungen mit Schweigegeboten im Hinblick auf Wunder (im Unterschied zu Schweigegeboten im Hinblick auf die Person Jesu) + | auf die Thematik „Platztausch“ hin auszulegen; + br + | diese Wunder werden durch die Schweigegebote in besonderer Weise hervorgehoben und verbunden. + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title + | „Der Mann aber ging weg und verkündete bei jeder Gelegenheit das Wort“ + h6.card-subtitle.text-muted Das Brechen des Schweigegebotes als Signal + hr + ul.card-text + li + | Während sich die Dämonen an das Schweigegebot gehalten haben und sich auch künftig auch alle anderen an das Schweigegebot halten werden, + | wird das Schweigegebot durch den vom „Aussatz“ Geheilten gebrochen. + li + | Was die Einheitsübersetzung mit + br + q Der Mann aber ging weg und verkündete bei jeder Gelegenheit, was geschehen war; er verbreitete die Geschichte ... + br + | übersetzt, müsste eigentlich wie folgt heißen: + br + q Der Mann aber ging hinaus und begann vielfach zu verkünden und das Wort zu verbreiten ... + li + | Die inhaltliche Bestimmung der Wendung „das Wort“ ist zwar nicht eindeutig gegeben, sie ist wohl aber mit der + | Botschaft, dass Jesus ihn, den einst „Aussätzigen“, geheilt hat und ihn dazu berührt hat, zu füllen + | – nur so ist zu begründen, warum Jesus nun die Folgen des übernommenen „Aussatzes“ in der Erzählung zu tragen hat. + br + span.small Es kann also nicht nur um die Heilung selbst gehen, sondern die Berührung durch Jesus muss mit enthalten sein. + li + | Die eigenwillige Wendung „das Wort“ kann man in Analogie zu der nicht direkt bestimmten „Lehre“ Jesu in der Erzählung + | von der Austreibung des unreinen Geistes in der Synagoge setzen; + br + | jedenfalls ist eine inhaltliche Entsprechung gegeben: + ul.card-text + li Jesu Gang ins Verderben den Dämonen voraus, um die Menschen von der Herrschaft der Dämonen zu befreien; + li Jesu Übernahme des „Aussatzes“ des „Aussätzigen“, was diesem Heilung bringt. + li + | Den einen bringt der Tod Jesu am Kreuz den Untergang, den anderen – als Kehrseite der gleichen Medaille – ein neues Leben. + li + | Insofern das Schweigegebot hier das einzige ist, das im ganzen Evangelium gebrochen wird, + | könnte dies ein Signal sein: + br + i Diese Botschaft vom „Platztausch“ Jesu mit dem „Aussätzigen“ ist unbedingt zu verkünden! + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title + q geht, zeig dich dem Priester und bring für deine Reinigung dar, was Mose festgesetzt hat – ihnen zum Zeugnis + h6.card-subtitle.text-muted Der Tempel in Jerusalem kommt in Blick + hr + ul.card-text + li + | Es ist Aufgabe der Priester – die auch die Funktion eines Arztes haben –, die Gesundung von Aussätzigen zu bestätigen. + br + | Wenn der Priester die Heilung bestätigt – die wiederhergestellte „Reinheit“ feststellt –, darf der Geheilte wieder am normalen Leben teilnehmen. + li + | Da der „Aussatz“ hier theologisch-ethisch zu verstehen ist, muss weiter bedacht werden, + | dass der Tempel eigentlich der Ort der Sündenvergebung und der Wiederherstellung der „Reinheit“ ist. + br + | Jesu Wirken „ersetzt“ in diesem Falle den Tempel – dort kann man nur bestätigen. + li + | Mit der Notiz kommt jedenfalls indirekt der Tempel und mit ihm Jerusalem in den Blick; + | dorthin wird Jesus sein weiterer Weg führen – der Konflikt dort deutet sich hier schon an, + | wird doch quasi das Zeugnis vorausgeschickt, dass Jesus (sein Tod und seine Auferstehung) „Reinheit“ jenseits des Tempels ermöglicht. + + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title + | Scharnier + h6.card-subtitle.text-muted Die hervorgehobene Bedeutung der Heilung des „Aussätzigen“ + hr + ul.card-text + li + | Die vorliegende Erzählung ist das Scharnier der Gliederung „Galiläa I“, zwischen den Teilen „Galiläa I/A“ und „Galiläa I/C“, + | und gleichzeitig das erste von mehreren solcher Scharniere. + li Dies gibt ihr auch formal ein hohes Gewicht. + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title + q Bereitet den Weg des Herrn + h6.card-subtitle.text-muted Der „Platztausch“ Jesu im Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen + hr + ul.card-text + li + | Indem Jesus mit dem „Aussätzigen“ den „Platz tauscht“, befreit er ihn aus der Gottferne + | und stellt ihn neu in die geheilte Gemeinschaft mit Gott (und den anderen Menschen). + li + | So ist Gott (neu) im Leben dieses Menschen angekommen. + li + | Mit dem vollzogenen „Platztausch“ hat sich also Jesus ganz in den Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen gestellt. + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title + | „Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahnen wird“ I + h6.card-subtitle.text-muted Vom Reinigen der Netze zum Rein-Machen der Menschen + hr + ul.card-text + li + | In besonderer Weise werden die Söhne des Zebedäus, deren Berufung in der Mitte der konzentrischen Gliederung steht, + | mit der Heilung des Aussätzigen verbunden: + br + | In Mk 1,19 wird erzählt, dass die beiden gerade ihre Netze herrichten (gr. katartizo); + br + | in Mk 1,40 bittet der Aussätzige Jesus, ihn rein zu machen (gr. katarizo) – + br + | die sprachliche Ähnlichkeit im Griechischen ist sicher nicht zufällig! + li + | Im Sinne des „Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahen wird“ + | wird hier die Bestimmung der Jünger deutlich, als „Menschenfischer“ in der Nachfolge Jesu + | Menschen „rein zu machen“: + br + | sie in der Taufe, in der Jesu Tod und Auferstehung gegenwärtig sind, + | vom „Aussatz“ der Gottferne zu heilen. + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title + | „Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahnen wird“ II + h6.card-subtitle.text-muted Der Philipperhymnus in seinem Kontext und seine Bezüge zur vorliegenden konzentrischen Gliederung + hr + p.card-text + | In der Mitte der konzentrischen Gliederung steht die Berufung der ersten Jünger mit dem Ruf Jesu: „Kommt her, mir nach!“; + br + | In der (längeren) Hinführung zum Philipperhymnus schreibt Paulus: + br + q.bibeltext + | Vor allem: Lebt als Gemeinde so, wie es dem Evangelium Christi entspricht! ... + br + | Seid untereinander so gesinnt, wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht. + span.bibelstelle Phil 1,27a; 2,5 + br + | Jedensmal geht es um Nachfolge, um das Beispiel Jesu, dem es nachzueifern gilt: + br + i Jesus ist der Bote Gottes vor den Jüngern her, der ihren weiteren Weg verbindlich bestimmt. + p.card-text + | Von diesem Bezug angeleitet, entdeckt man gerade in dieser konzentrischen Gliederung viele Bezüge, + | die sich mit dem Philipperhymnus in Verbindung bringen lassen. + + p.card-text + q.bibeltext + | 6 Er war Gott gleich, hielt es aber nicht als einen Raub fest, Gott gleich zu sein, + br + | 7 sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. + br + | Sein Leben war das eines Menschen; + br + | 8 er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. + br + | 9 Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, + br + | 10 damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu + br + | 11 und jeder Mund bekennt: Jesus Christus ist der Herr zur Ehre Gottes, des Vaters. + span.bibelstelle Phil 2,6-11 + + .card.slide.border-secondary.mb-2 + .card-body + h5.card-title + q + | Er war Gott gleich, hielt es aber nicht als einen Raub fest, Gott gleich zu sein, + br + | sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich ... + h6.card-subtitle.text-muted Mitte der konzentrischen Gliederung: die Söhne des Zebedäus lassen ihren Vater mit den Tagelöhnern zurück + hr + ul.card-text + li + | Die Berufung der Söhne des Zebedäus, die ihren Vater mit den Tagelöhnern zurücklassen, + | steht als Teil der Mitte der konzentrischen Gliederung in einem besonderen Fokus, + | da sich dort der obere Rand der konzentrischen Gliederung – Jesus Christus, Sohn (eines) Gottes – spiegelt. + li + | Der Eintritt in die Nachfolge Jesu bedeutet für sie, aus einer Welt des Habens auszubrechen: + br + | sie verlassen mit ihrem Vater auch den irdischen Besitz der Familie, der – so legen es die Tagelöhner nahe – nicht zu klein gewesen sein kann. + li + | Hier ist eine Analogie zum Gottessohn zu sehen, der seine himmlische Herrlichkeit verlassen, + | sich entäußert hat. + li + | Wie der Gottessohn durch seine Entäußerung zum Diener, zum Sklaven wurde, + br + | so lassen sich die Jünger für die Sache Jesu in Dienst nehmen. + + .card.slide.border-secondary.mb-2 + .card-body + h5.card-title + q + | er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz + h6.card-subtitle.text-muted Oberes und unteres Ende der konzentrischen Gliederung: Jesus, Sohn (eines) Gottes, erniedrigt sich und „tauscht“ mit einem „Letzten“ + hr + ul.card-text + li + | Der Philipperhymnus besingt, wie der Gottessohn die Position tauscht: + br + | aus der himmlischen Herrlichkeit heraus in die Erniedrigung bis zum schmachvollen Kreuzestod; + br + | von weiter oben als der Gottgleichheit kann man nicht kommen, tiefer als zum Kreuzestod kann man nicht sinken: + br + | Jener, der eigentlich – qua Gottgleichheit – „Erster“ ist, wird zum „Letzten“. + li + | In Analogie dazu erzählt die Heilung des Aussätzigen, dass Jesus, Sohn (eines) Gottes – Titel des „Ersten“ in der römischen Gesellschaft –, + | den Platz mit einem „Aussätzigen“ tauscht, von einem Gesunden zu einem „Kranken“ wird, + | um den Kranken gesund zu machen (→ „er hat unsere Krankheit getragen“); + br + | durch „Aussätzigsein“ aber gehört man zu den „Letzten“ der Gesellschaft. + + .card.slide.border-secondary.mb-2 + .card-body + h5.card-title + q + | Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen ... + br + | damit alle ... unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu ... + br + | Jesus Christus ist der Herr zur Ehre Gottes, des Vaters. + h6.card-subtitle.text-muted Die Taufe Jesu und die Massenheilungen mit Dämonenaustreibungen als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung + hr + ul.card-text + li + | Tod und Auferstehung Jesu wirken sich aus: + br + | Die Menschen werden „gesund“, die Dämonen müssen weichen. + br + | → Jesus ist der Eine, der für die Vielen starb; + br + | dies verbindet sich mit der Übernahme des „Aussatzes“ des „Aussätzigen“, der dadurch gesund wird (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung). + li + | In der Auferstehung (→ „als er aus dem Wasser stieg“) wird Jesus „dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzt als Sohn Gottes in Macht“ (→ Röm 1,4); + | entsprechend wird Jesus von Gott angeredet: „Du bist mein geliebter Sohn“. + br + | Gegenüberliegend weichen die Dämonen, die wissen, wer Jesus ist. + li + | „Sohn (eines) Gottes“ (→ oberes Ende der konzentrischen Gliederung und Tauferzählung) + | ist Kaisertitualtur im römischen Reich, der Titel des „Ersten“ im Reich; + br + | somit kann sich diese Sohnesbetitelung mit der Verleihung des Namens, „der größer ist als alle Namen“ verbinden. + li + | Im Philipperhymnus wird zwar nicht auf den Gottessohntitel abgehoben, sondern auf den Titel „Kyrios“ (= „Herr“). + br + | Allerdings ist auch dies ein Titel des Kaisers – der Bezug zum „Ersten im Reich“ ist so oder so gegeben. + li + | Bei der Taufe Jesu wird auch das Wohlgefallen Gottes gegenüber Jesus zum Ausdruck gebracht + | und indirekt wird die „Stimme vom Himmel“ durch den Sohnestitel als „Gott, der Vater“ aufgelöst; + br + | dies lässt sich mit der „Ehre Gottes, des Vaters“ verbinden, der als letzte Instanz über allem steht. + li + | Die Austreibung der Dämonen, die wissen, wer Jesus ist, lässt sich – gerade auch im Kontet „Name“ (→ Gottessohntitel) – + | auch mit dem Satzteil „damit alle ... unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu“ + | im Philipperhymnus verknüpfen: + br + | sie beugen in dem Sinne das Knie vor Jesus, dass sie aus den Menschen weichen – und indem sie gehorsam sind, also nicht bekannt machen, wer Jesus ist, + | was die Erzählung indirekt aussagt. + + + .card.slide.border-secondary.mb-2 + .card-body + h5.card-title + q + | damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu + h6.card-subtitle.text-muted + | Der Wüstenaufenthalt Jesu und Heilung der Schwiegermutter des Petrus als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung + br + | in Verbindung mit den Dämonenaustreibungen + hr + ul.card-text + li + | Beide Erzählungen wurden waren schon (Teil der) Mitte und unteres Ende einer konzentrischen Gliederung: + | Jesus, der von den Jüngern auf die Kranke aufmerksam gemacht wird, rettet sie auf die „Insel des Lebens in der Wüste der Gottferne“, + | die durch seinen Gang in die „Wüste“ entsteht. + li + | Ihr Dienst an Jesus und seinen Begleitern verbindet sich mit dem Dienst der Engel an Jesus bei dessen Wüstenaufenthalten: + br + | sie stehen als Vertreter für „alle im Himmel“ und „auf der Erde“, die „ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu“. + li + | Durch die Versuchung Jesus durch Satan müssen hier die Dämonenaustreibungen durch Jesus (gegenüber der Taufe und gegenüber der Evangelienverkündigung) + | mitbedacht werden: + br + | Auch sie – die „unter der Erde“ – „beugen ihre Knie vor dem Namen Jesu“, indem sie aus den Menschen weichen und sich an das Schweigegebot halten. + + .card.slide.border-secondary.mb-2 + .card-body + h5.card-title + q + | wie es dem Evangelium Christi entspricht ...: + br + | er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz + br + | damit alle ... unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu ... + h6.card-subtitle.text-muted + | Der Eröffnungsruf des Wirkens Jesu und die neue Dämonenaustreibung in der Synagoge als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung + hr + ul.card-text + li + | Der Auftakt des Wirkens Jesu blickt zunächst zurück auf den gewaltsamen Tod Johannes des Täufers („Nachdem Johannes ausgeliefert worden war ...“); + br + | dies verbindet sich mit der Frage des Dämon, ob Jesus gekommen sei, ihn und Seinesgleichen „ins Verderben zu stürzen“: + br + | → Jesus ist gekommen, um dem Dämon „voraus“ „ins Verderben“ zu gehen (→ Tod am Kreuz) und ihn und seinesgleichen auf diese Weise „ins Verderben zu stürzen“. + li + | Gerade dieser Gang Jesu ins Verderben ist fundamentaler Teil des „Evangelium Gottes“; durch Tod und Auferstehung Jesu ist „das Reich Gottes zum Greifen nahegekommen“. + br + | Dieses Evangelium ruft zum Glauben daran und nötigt zur Umkehr: eine Verpflichtung, zu leben, „wie es dem Evangelium Christi entspricht“. + li + | Der Gang dessen, den der Dämon als „Heiligen Gottes“ bezeichnet – eine Ehrbezeichnung! –, ins Verderben zur Rettung der Menschen ist Erniedrigung; + br + | gleichzeitig ist der Titel „Heiliger Gottes“, der auf die Einsetzung Jesu „dem Geist der Heiligkeit nach als Sohn Gottes in Macht“ anspielt, + br + | der Name Jesu, vor der Dämon die Knie beugt, indem er schweigt und weicht. + + + .card.slide.border-secondary.mb-2 + .card-body + h5.card-title + q + | Lebt als Gemeinde so, wie es dem Evangelium Christi entspricht ...: + br + | er erniedrigte sich ... + | Darum hat ihn Gott über alle erhöht + h6.card-subtitle.text-muted + | Das Wirken Johannes des Täufers und der Neuaufbruch Jesu als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung + hr + ul.card-text + li + | Jesus ist der nach Johannes kommende „Stärkere“, besonders durch seine Auferstehung, + | auf die die Erzählung vom Neuaufbruch eingangs anspielt. + br + | Durch die Auferstehung hat Jesus auch die Stellung eingenommen, die ihn von allen anderen abhebt, + | was Johannes mit deutlicher Unterwürfigkeit zum Ausdruck bringt. + li + | Wie aber Johannes in der Wüste als Asket lebt und wirkt, + br + | so sucht Jesus – dessen überragende Stellung bewusst gemacht wurde – auch die „Wüste“ auf: + br + | der Blick auf die hoheitliche Stellung des Auferstandenen wird umgelenkt auf seine Sendung in die „Wüste der Gottferne“, + | die ihn als Beistand seiner Jünger auch weiterhin erfüllt. + ul.card-text + li + | Wie die Leute aus „ganz Judäa“ und „alle Einwohner Jerusalems“ zu Johannes in die Wüste kommen, + br + | so wird Jesus von „allen“ gesucht und geht Jesus dann aus der „Wüste“ in die „benachbarten Dörfer“ und zieht schließlich durch „ganz Galiläa“. + li + | Doch kommen die Leute in die Wüste, weil ihre Heimat selber „Wüste“ ist: Ort der Gottferne (→ Jes 40,3: „Wüste“ bezieht sich auf Jerusalem!). + br + | So ist auch der gang Jesu „aus der Wüste“ in die Dörfer eigentlich kein Verlassen der „Wüste“, sondern ein weiteres Vordringen in sie hinein. + li + | Diese „Wüste“ ist der Ort, in den die Begleiter Jesu ihm „nacheilen“ müssen, weil das auch Ort ihrer Sendung als „Menschenfischer“ ist; + br + | es sei daran erinnert, dass das Reinigen der Fischernetze durch die Söhne des Zebedäus sich mit dem Reinmachen des „Aussätzigen“ + | durch einen sprachlichen Anklang verbindet. + li + | Die Umlenkung von der Auferstehungsherrlichkeit auf die Sendung Jesu lenkt den Blick auf den Weg, den Jesus im Rahmen seiner Sendung + | auf sich genommen hat; so verbindet sich diese Umlenkung + | mit dem „Darum“ im Philipperhymnus als Schwarnier zwischen Erniedrigung + | und Erhöhung des ursprünglich Gottgleichen. + br + | Es ist ein betontes „Darum“, das die jetzige Stellung mit dem vorausgegangenen Weg begründet + | und damit diesen Weg betont; + br + | es ist dieser Weg in die Erniedrigung, der der Grund ist – wie der Kontext deutlich macht –, warum Paulus + | den Hymnus in seinem Philipperbrief überliefert: + br + | dieser Weg der Erniedrigung des Gottgleichen muss sich im Verhalten der Christen ausprägen. + li + | In diesem Sinn verkündet Johannes die „Taufe des Sinneswandels“, der der Umlenkung vom Blick auf den Auferstanden + | auf die Sendung Jesu und damit auch der eigenen Sendung in der Nachfolge Jesu folgt und + | der als Vorbild den Sinneswandel des Gottgleichen hat, der dieses Gott-gleich-Sein nicht als Raub festhielt, sondern sich entäußerte + | und erniedrigte. + li + | So fällt der Blick auch auf die Askese Johannes des Täufers als Vorläufer Jesu und die Jünger, die Jesus nachfolgen bzw. nacheilen + | (→ Gegenüber und Mitte der konzentrischen Gliederung): + br + | Die Askese des Täufers kann dazu in Beziehung gesetzt werden, dass die Söhne des Zebedäus den Reichtum der Familie (→ Tagelöhner) + | verlassen und sich von Jesus in Dienst nehmen lassen, womit sie das „Darum“ ernst nehmen und den geforderten Sinneswandel vollziehen. + li + | So werden das „soteriologische Element“ (→ „Menschenfischer“) und das „ethische Element“ (→ Verzicht, Sich-in-Dienst-nehmen-Lassen) + | von Nachfolge als unlösliche Einheit herausgestellt. + li + | Durch diese mehrdimensionale Nachfolge werden die „Söhne des Zebedäus“ zu „Söhnen Gottes“. + + .card.slide.border-secondary.mb-2 + .card-body + h5.card-title + q + | in Demut schätze einer den anderen höher ein als sich selbst + span.bibelstelle Phil 2,3 + h6.card-subtitle.text-muted + | Jesu „Platztausch“ als soteriologisch-ethisches Paradigma + hr + ul.card-text + li + | Jesu „Reinmachung“ des „Aussätzigen“ ist hier soteriologisch zu verstehen, was schon die Bezüge zum Vierten Gottesknechtslied belegen: + br + | ein Mensch in der Gottferne wird durch den „Platztausch“, den Jesus am Kreuz vollzieht, indem er in die Gottferne hinein stirbt, + | (neu) in die geheilte Gemeinschaft mit Gott hineingeholt. + li + | Dies hat aber unlöslich auch eine ethische Note, da die Gottferne mit der Sünde zusammenhängt und + | die neue Gemeinschaft mit Gott sich notwendig in einem geänderten, gottgefälligen Lebenswandel auswirken muss. + li + | Schon die Erlösung durch Jesu Tod hat eine bestimmte ethische Qualität: + br + | sie geschieht ja dadurch, dass der Gottessohn sich erniedrigt und sich zum Diener und Sklaven bis zum Letzten macht. + br + | Gerade deswegen kann das Erlöserhandeln Jesu auch als generelles Beispiel für eigenes ethisches Handeln dienen, + | wie es bei den Söhnen des Zebedäus bebildert werden kann. + li + | Das rückblickende „Darum“ in Verbindung mit der folgenden Erhöhung im Philipperhymnus ist Paulus + | wie Markus Motivation zum Aufruf, sich selber zu erniedrigen: + br + q.bibeltext Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein. + span.bibelstelle Mk 10,35 + br + | Dies kann als radikalisierte Fassung des Aufrufes des Paulus im Kontext des Philipperhymnus gelesen werden: + br + q.bibeltext in Demut schätze einer den anderen höher ein als sich selbst + span.bibelstelle Phil 2,3 + li + | Hier beginnt auch der „Aussätzige“ zu schillern: + br + | er kann – in einem erweiterten Sinne – für alle „Ausgegrenzten“ stehen, für alle, die (allein) für sich ihren Weg gehen (müssen) (→ Jes 53,6!); + br + | da mag Schuld eine Rolle spielen, Krankheit (→ Krankenheilungen [→ Mehrdeutigkeit der Krankheiten]), die Zugehörigkeit zu einem Volk (→ „Heidenmission“) oder einer Bevölkerungsgruppe (schon in Mk 2,13-17 kommen die Zöllner in Blick) + | oder der soziale Status (→ blinder Bettler Bartimäus in Mk 10,36-52), durch die jemand zu einem „Ausgegrenzten“, zu einem „Letzten“ wird. + li + | Jesus hat mit dem „Aussätzigen“ den „Platz getauscht“ und ist selbst zu einem „Letzten“ geworden. + br + | Im „Mir nach!“ (→ Mitte der konzentrischen Gliederung) steckt der Aufruf, dies auch selber zu tun, + | selber zum Diener der „Letzten“ zu werden und so selber „Letzter“, um diese „Letzten“ in + | die Gemeinschaft mit Gott und den Mitmenschen zu heben, letztlich „den Weg des Herrn“ zu diesen „Letzten“ zu bereiten. + li + | Bei den Söhnen des Zebedäus ist diese Dimension zumindest angedeutet, indem sie auf ihr Erbe verzichten und in den Dienst Jesu treten. +