Überarbeitung Mk/Verrückt

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h5.card-title Jesus und seine Familie offenbar ein spannungsreiches Verhältnis h5.card-title Jesus und seine Familie offenbar ein spannungsreiches Verhältnis
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| Hier hat sich wahrscheinlich die Erinnerung erhalten, dass es eine Spannung gab zwischen Jesus und seiner leiblichen Familie li
| während Jesu irdischen Wirkens. | Hier hat sich wahrscheinlich die Erinnerung erhalten, dass es eine Spannung gab zwischen Jesus und seiner leiblichen Familie
br | während Jesu irdischen Wirkens.
| Im ganzen Evangelium des Markus wird nie positiv von einem Familienangehörigen Jesu gesprochen, br
| auch fehlt besonders auffällig die Familie etwa in der Apostelliste oder überhaupt „irgendwo“ in der Nachfolgeschar; | Im ganzen Evangelium des Markus wird nie positiv von einem Familienangehörigen Jesu gesprochen,
| kein Bruder Jesu ist dort genannt, auch keine Schwester erwähnt. | auch fehlt besonders auffällig die Familie etwa in der Apostelliste oder überhaupt „irgendwo“ in der Nachfolgeschar;
br | kein Bruder Jesu ist dort genannt, auch keine Schwester erwähnt.
| Stattdessen ist immer wieder vom Verlassen der Familie und der Heimat die Rede das ist einerseits im Hinblick br
| auf den Philipper-Hymnus zu verstehen (siehe auch die Söhne des Zebedäus), kann andererseits aber kaum Thema sein, | Stattdessen ist immer wieder vom Verlassen der Familie und der Heimat die Rede das ist einerseits im Hinblick
| wenn nicht auch der historische Jesus seine Heimat und Familie verlassen hat, um als Wanderprediger durch die Lande zu ziehen. | auf den Philipper-Hymnus zu verstehen (siehe auch die Söhne des Zebedäus), kann andererseits aber kaum Thema sein,
p.card-text | wenn nicht auch der historische Jesus seine Heimat und Familie verlassen hat, um als Wanderprediger durch die Lande zu ziehen.
| Bemerkenswert ist auch, dass Matthäus und Lukas trotz Kindheitserzählungen (die an sich unhistorisch sind) li
| das Bild von der Familie Jesu, das sie von Markus weitgehend übernommen haben, nicht korrigieren, | Bemerkenswert ist auch, dass Matthäus und Lukas trotz Kindheitserzählungen (die an sich unhistorisch sind)
| ja die Radikalität Jesu auch was die Scheidung von der eigenen Familie anbelangt durch die umfangreichere | das Bild von der Familie Jesu, das sie im ihnen vorliegenden Markus-Evangelium finden, nicht korrigieren sondern es weitgehend übernehmen,
| Wortüberlieferung noch gesteigert haben. | ja die Radikalität Jesu auch was die Scheidung von der eigenen Familie anbelangt durch die umfangreichere
p.card-text | Wortüberlieferung noch gesteigert haben.
| Was genau den historischen Jesus dazu gebracht hat, seine Familie zu verlassen, wird nirgendwo thematisiert; li
| es erscheint im Rahmen seiner Sendung quasi als göttliche Notwendigkeit ohne weiteres Hinterfragen akzeptiert zu sein. | Was genau den historischen Jesus dazu gebracht hat, seine Familie zu verlassen, wird nirgendwo thematisiert;
p.card-text | es erscheint im Rahmen seiner Sendung quasi als göttliche Notwendigkeit ohne weiteres Hinterfragen akzeptiert zu sein.
| Das Urteil „von Sinnen“ der Familie über Jesus ist an sich mehrdeutig und schwierig zu interpretieren. li
br | Das Urteil „von Sinnen“ der Familie über Jesus ist an sich mehrdeutig und schwierig zu interpretieren.
| Dies umso mehr, als in der folgenden Erzählung, die von der Thematik „leibliche/geistliche Familie“ gerahmt wird, br
| eine <i>nachösterliche(!)</i> Problematik hinsichtlich der paulinischen Rechtfertigungslehre thematisiert wird (Stichwort: „Diener der Sünde“). | Dies umso mehr, als in der folgenden Erzählung, die von der Thematik „leibliche/geistliche Familie“ gerahmt wird,
| eine <i>nachösterliche(!)</i> Problematik hinsichtlich der paulinischen Rechtfertigungslehre thematisiert wird (Stichwort: „Diener der Sünde“).
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| Deutlich wird hier jedenfalls, dass die Angehörigen Jesu nicht zum Kreis um Jesus gehören,
| ja sogar auf Distanz zu seinem Wirken stehen: sie sind um eine für Markus wichtige Metapher aufzugreifen „draußen“
| und kommen von außen von außerhalb der Gruppe um Jesus auf Jesus zu.
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| Auffällig ist die mit Gewalt aufgeladene Sprache: sie wollen sich seiner „bemächtigen“, „mit Gewalt zurückholen“,
| ganz ähnlich wie in Mk 1,35-39 Jesus/Paulus von Petrus und seinen Begleitern „verfolgt“ wird mit der Absicht, ihn zurückzuholen, einzuhegen.
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h5.card-title Jesus und seine Familie nach Ostern auf einmal präsent h5.card-title Jesus und seine Familie nach Ostern auf einmal präsent
h6.card-subtitle.text-muted Ein Blick in die früheste Kirchengeschichte h6.card-subtitle.text-muted Ein Blick in die früheste Kirchengeschichte
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p.card-text ul.card-text
| So selbstverständlich, wie die Familie Jesu während seines irdischen Wirkens keine (positive) Rolle spielt, li
br | So selbstverständlich, wie die Familie Jesu während seines irdischen Wirkens keine (positive) Rolle spielt,
| so selbstverständlich ist in der Apostelgeschichte nach Ostern die Familie Jesu (zumindest für eine gewisse Zeit) präsent. br
p.card-text | so selbstverständlich ist in der Apostelgeschichte nach Ostern die Familie Jesu (zumindest für eine gewisse Zeit) präsent.
| Auch wenn hier vielleicht manches in Anlehnung an die Kindheitserzählungen geschönt ist: li
br | Auch wenn hier vielleicht manches in Anlehnung an die Kindheitserzählungen geschönt ist:
| dass der Herrenbruder Jakobus eine führende Rolle in der Urgemeinde in Jerusalem eingenommen hat, br
| das belegt auch Paulus in seinem Brief an die Gemeinden in Galatien. | dass der Herrenbruder Jakobus eine führende Rolle in der Urgemeinde in Jerusalem eingenommen hat,
p.card-text | das belegt auch Paulus in seinem Brief an die Gemeinden in Galatien; er ist einer der „Säulen“ dort neben Petrus und Johannes.
| Es scheint sogar so zu sein, dass Jakobus effektiv Petrus, der ganz selbstverständlich alle Apostellisten anführt, li
| vertrieben hat. | Es scheint sogar so zu sein, dass Jakobus effektiv Petrus, der ganz selbstverständlich alle Apostellisten anführt,
br | vertrieben hat.
| Jakobus und Paulus scheinen sich theologisch recht scharf gegenübergestanden zu haben; Petrus dagegen hat wohl versucht, br
| eher eine ausgleichende Position einzunehmen, auch dort, wo das eigentlich nicht geht; | Jakobus und Paulus scheinen sich theologisch recht scharf gegenübergestanden zu haben; Petrus dagegen hat wohl versucht,
br | eher eine ausgleichende Position einzunehmen, auch dort, wo das eigentlich nicht geht;
| jedenfalls hatte Jakobus eine so dominante Rolle eingenommen, dass Petrus dann in Antiochien sein Verhalten br
| gegenüber den Heidenchristen ändert, als Leute aus dem Jakobus-Kreis dorthin kommen, was Paulus scharf kritisiert | jedenfalls hatte Jakobus eine so dominante Rolle eingenommen, dass Petrus dann in Antiochien sein Verhalten
| (→ Antiochenischer Zwischenfall). | gegenüber den Heidenchristen änderte, als Leute aus dem Jakobus-Kreis dorthin kamen, was Paulus scharf kritisierte
p.card-text | (→ Antiochenischer Zwischenfall).
| Jakobus stand für ein eher jüdische Traditionen bewahrendes Christentum („judaisierende Christen“) mit klarer li
| Bejahung des jüdischen Gesetzes als Identity-Marker (→ Beschneidung); | Bereits in der vorausgehenden Erzählung der Berufung der Zwölf waren wir auf Jakobus gestoßen, nachdem die Umstellung der Apostelliste durch Markus
br | gerade jene drei Namen an den Anfang stellt, die Paulus als „Säulen“ in Jerusalem nennt, auch wenn der
| er gehört damit zu jenen, für die das Kreuz ein „Ärgernis“ ist die es also im Gegensatz zu Paulus relativieren | aufgeführte Jakobus gerade nicht der Herrenbruder, sondern der Bruder des Johannes ist.
| und mit dem jüdischen Gesetz versöhnen , wie sie uns als Gegenüber br
| zum auf Paulus durchsichtigen markinischen Jesus bereits begegnet sind (und auch in der nachfolgenden Erzählung begegnen werden). | Doch war auch bei der Berufung der Zwölf gerade mit der „Heilung“ des „aussätzigen“ Paulus in der Mitte der konzentrischen Gliederung
p.card-text | jener Jakobus in den Fokus gerückt; dies gilt auch für die aktuelle wie die folgenden beiden Erzählungen.
| Es wird wohl so sein, dass Jakobus tatsächlich etwas näher am irdischen Jesus steht als Paulus, li
br | Jakobus stand für ein eher jüdische Traditionen bewahrendes Christentum („judaisierende Christen“) mit klarer
| andererseits hat Paulus nachvollziehbare klare Konsequenzen aus dem Tod Jesu am Kreuz gezogen, der alles | Bejahung des jüdischen Gesetzes als Identity-Marker (→ Beschneidung);
| nochmal verändert hat. br
br | er gehört damit zu jenen, für die das Kreuz ein „Ärgernis“ ist die es also im Gegensatz zu Paulus relativieren
| Jakobus &amp; Co haben in den Augen des Paulus da harmonisiert, wo eigentlich nicht zu harmonisieren ist. | und mit dem jüdischen Gesetz versöhnen , wie sie uns als Gegenüber
p.card-text | zum auf Paulus durchsichtigen markinischen Jesus bereits begegnet sind (und auch in der nachfolgenden Erzählung begegnen werden).
| Klar ist jedenfalls, dass die Variante des Christentums um den Herrenbruder Jakobus eine innerjüdische Sekte geblieben ist und li
| mit ihm das Christentum insgesamt geblieben wäre; es wäre wohl längst untergegangen, | Es wird wohl so sein, dass Jakobus tatsächlich etwas näher am irdischen Jesus steht als Paulus,
| wie es heute (leider) effektiv keine Judenchristen mehr gibt. br
br | andererseits hat Paulus nachvollziehbare klare Konsequenzen aus dem Tod Jesu am Kreuz gezogen, der alles
| Dass das Christentum zu einer weltweiten Bewegung werden konnte, ist nicht zuletzt Paulus zu verdanken | nochmal verändert hat.
| mit seiner gesetzesfreien Heidenmission und seiner damit zusammenhängenden br
| biblisch (gerade alttestamentlich) begründeten Rechtfertigungslehre. | Jakobus &amp; Co. haben in den Augen des Paulus da harmonisiert, wo eigentlich nicht zu harmonisieren ist.
p.card-text li
| Dabei muss man ergänzen, dass es schon vor Paulus eine Öffnung zu den Heiden gab, vornehmlich wohl in Antiochien, | Klar ist jedenfalls, dass die Variante des Christentums um den Herrenbruder Jakobus eine innerjüdische Sekte geblieben ist und
| verbunden mit einer Relativierung des jüdischen Gesetzes gerade was Speise- und Reinheitsvorschriften sowie die Beschneidung anbelangt, | mit ihm das Christentum insgesamt geblieben wäre; es wäre wohl längst untergegangen,
| wozu man sich offenbar durch Jesu eigenes Verhalten, seine Predigt, seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung, berechtigt sah. | wie es heute (leider) effektiv keine Judenchristen mehr gibt.
br br
| Dieses in dieser Hinsicht „Judentum light“ war für die sogenannten „Gottesfürchtigen“ attraktiv, also jenen Heiden, die mit dem | Dass das Christentum zu einer weltweiten Bewegung werden konnte, ist nicht zuletzt Paulus zu verdanken
| Judentum, vor allem dem Glauben an den einen Gott, geliebäugelt haben, den formellen Übertritt aber gescheut haben, | mit seiner gesetzesfreien Heidenmission und seiner damit zusammenhängenden
| weil er mit der Übernahme von Speise- und Reinheitsvorschriften des Judentums eine Veränderung der sozialen Bezüge mit sich gebracht hätte, | biblisch (gerade alttestamentlich) begründeten Rechtfertigungslehre.
| was für viele abschreckend war. p.card-text
br | Dabei muss man ergänzen, dass es schon vor Paulus eine Öffnung zu den Heiden gab, vornehmlich wohl in Antiochien,
| Es war aber vor allem Paulus, der dann zu dem Protagonisten dieser „gesetzesfreien Heidenmission“ schlechthin geworden ist | verbunden mit einer Relativierung des jüdischen Gesetzes gerade was Speise- und Reinheitsvorschriften sowie die Beschneidung anbelangt,
| und der dies auch biblisch-theologisch begründet hat. | wozu man sich offenbar durch Jesu eigenes Verhalten, seine Predigt, seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung berechtigt sah.
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| Dieses in dieser Hinsicht „Judentum light“ war für die sogenannten „Gottesfürchtigen“ attraktiv, also jene Heiden, die mit dem
| Judentum, vor allem dem Glauben an den einen Gott, geliebäugelt, den formellen Übertritt aber gescheut haben,
| weil er mit der Übernahme von Speise- und Reinheitsvorschriften des Judentums eine Veränderung der sozialen Bezüge mit sich gebracht hätte,
| was für viele abschreckend war.
br
| Es war aber vor allem Paulus, der dann zu dem Protagonisten dieser „gesetzesfreien Heidenmission“ schlechthin geworden ist
| und der dies auch biblisch-theologisch begründet hat.