From 60e018e9bf18d09d406db728f9231fbf3f850ce1 Mon Sep 17 00:00:00 2001 From: Peter Fischer Date: Sat, 27 Nov 2021 19:40:59 +0100 Subject: [PATCH] =?UTF-8?q?Verbesserungen=20Mk/Mir=20nach,=20Bez=C3=BCge?= =?UTF-8?q?=20zum=20Philipperhymnus=20ausgeweitet?= MIME-Version: 1.0 Content-Type: text/plain; charset=UTF-8 Content-Transfer-Encoding: 8bit --- views/nt/ev/mk/getauft/mir_nach.pug | 152 +++++++++++++++++++++++----- 1 file changed, 126 insertions(+), 26 deletions(-) diff --git a/views/nt/ev/mk/getauft/mir_nach.pug b/views/nt/ev/mk/getauft/mir_nach.pug index 77fdf75..4c11a86 100644 --- a/views/nt/ev/mk/getauft/mir_nach.pug +++ b/views/nt/ev/mk/getauft/mir_nach.pug @@ -157,8 +157,7 @@ block content | Auch spiegelt sich der Imperativ „Bereitet den Weg des Herrn!“ im Imperativ „Kommt her, mir nach!“. br | → Damit bekommt „Nachfolge“ eine inhaltliche Bestimmung, ein Ziel: den Weg des Herrn bereiten, also sich in den Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen stellen. - br - span.small In besonderer Weise verbindet sich daher der Imperativ „Bereitet den Weg des Herrn!“ mit der Absicht Jesu, seine Jünger zu Menschenfischern zu machen (s. u.). + p.small.card-text In besonderer Weise verbindet sich daher der Imperativ „Bereitet den Weg des Herrn!“ mit der Absicht Jesu, seine Jünger zu Menschenfischern zu machen (s. u.). li | Schon hier ist klar, dass „Nachfolge“ mehr ist, als ein Jesus „Nachlaufen“ oder das physiche „Bei Jesus sein”. li @@ -274,7 +273,7 @@ block content | – q Wüste | – - q Geist + q Geist h6.card-subtitle.text-muted Von der unheilvollen Gemeinsamkeit scheinbarer Gegensätze hr ul.card-text @@ -291,11 +290,16 @@ block content li | Bestimmend für die neue Existenz ist der Geist Gottes, der in den beiden Erzählungen der konzentrischen Mitte begegnet: br - | aus ihm lebt der Christ, lässt sich von ihm führen; und er hilft auch, Versuchung zu bestehen. + | wie Jesus der Geist eingehaucht wird und wie Jesus sich vom Geist antreiben lässt, + br + | so lebt auch der Christ aus dem Geist und soll sich von ihm führen lassen. br q.bibeltext | Wenn wir im Geist leben, lasst uns auch im Geist wandeln! span.bibelstelle Gal 5,25 + br + | Der Geist hilft auch – so ist es angedeutet –, eigenen Versuchungen zu bestehen. + .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body @@ -353,8 +357,7 @@ block content li In der Tauferzählung wird Jesus als Sohn Gottes angesprochen, und in der Versuchung erweist sich Jesus auch als Sohn Gottes (vgl. Mk 15,39!). li | In der ganzen christlichen Theologie ist mit der Taufe der Gedanke verbunden, dadurch selbst „Sohn Gottes“ zu werden. - br - span.small Wobei „Sohn“ hier als christologisch-soteriologischer Begriff zu verstehen ist und die „Töchter“ einschließt. + p.small.card-text Wobei „Sohn“ hier als christologisch-soteriologischer Begriff zu verstehen ist und die „Töchter“ einschließt. li | Darauf spielen sicher auch die Stichworte „Sohn“ und „Vater“ im Hinblick auf die Brüder Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, an. br @@ -380,7 +383,7 @@ block content br | Der Leser kann nicht beim Blick auf den Auferstandenen verweilen, sondern muss mit ihm in die „Wüste“ gehen. li - | Doch ist dieses Treiben in die Wüste nicht ein Verbannen, sondern vom Auftrag Jesu her zu verstehen, + | Doch ist dieses Treiben in die Wüste kein Verbannen, sondern vom Auftrag Jesu her zu verstehen, | mitten in der „Wüste der Gottferne“ eine „Insel des Lebens“ zu errichten, wie die Erzählung vom Wüstenaufenthalt | durch das Dienen der Engel und das Zusammenleben mit den wilden Tieren bebildert. br @@ -404,12 +407,11 @@ block content | Durch die Verbindung der Gedanken „Heimat verlassen“ und „Von der Herrlichkeit in die Wüste“ wird man im Hinblick auf Christus | auf den sog. „Philipperhymnus“ | im Brief des Paulus an die Philipper gelenkt (Phil 2,6-11). - br - span.small + p.small.card-text | Die weitere Betrachtung des Markus-Evangeliums wird dann auch zeigen, dass Markus mit höchster | Wahrscheinlichkeit den Philipperbrief des Apostel Paulus kannte. li - | In diesem „Philipperhymnus“ wird besungen, dass Christus sein Gott-Gleich-Sein – wörtlich übersetzt – „nicht als Raub festgehalten hat“, + | In diesem „Philipperhymnus“ wird besungen, dass Christus sein Gott-Gleich-Sein – wörtlich übersetzt – „nicht als Raub festgehalten hat“, | sondern seine himmlische Herrlichkeit – seine „persönliche Komfortzone“ – verlassen hat, | um Mensch zu werden: Diener bis zum Tod am Kreuz. br @@ -433,8 +435,7 @@ block content | wie auch sie gesinnt sein sollen (→ Nachfolge!). li | Von diesen Bezügen her fordert die Jesus-Nachfolge einen Sinneswandel, der dem Sinneswandel des ursprünglich Gottgleichen entspricht. - br - span.small + p.small.card-text | Es ist sicher kein Zufall, dass in der vorliegenden konzentrischen Gliederung | die Verkündigung der Sinneswandel-Taufe durch Johannes den Täufer und der Ruf zum Sinneswandel durch Jesus selbst | gegenüberliegen. @@ -504,22 +505,18 @@ block content | menschlicher Gesellschaft, br | um ein Ausbrechen aus menschlichen Herrschaftsstrukturen. - br - span.small Siehe auch oben: „geschwisterlicher Geist“. - br - span.small + p.small.card-text.mb-0 Siehe auch oben: „geschwisterlicher Geist“. + p.small.card-text | Wo im weiteren Verlauf „Familie Gottes“ zum Thema wird, ist auffälligerweise nie vom (menschlichen) Vater die Rede: br | es gibt nur einen Vater, den im Himmel. - - + p.card-text.slide i | Insgesamt wird deutlich, wie Nachfolge neben einem „soteriologischen Element“ (→ Menschenfischer) | auch ein „ethisches Element“ hat im Sinne des Ausbrechens aus einer Gesellschaft, die sich von materiellem Haben | und menschlichen Machtstrukturen her definiert, zu einer Gemeinschaft, die verzichtet und sich in Dienst nehmen lässt. - .card.slide.border-secondary .card-body h5.card-title @@ -570,7 +567,7 @@ block content | die Teilhabe an der Auferstehung Jesu bedeutet nicht, schon selbst auferstanden zu sein, | sondern ist vielmehr ein Auftrag, als Teil der „Neuen Schöpfung“ den Alltag zu bestehen; br - | sie ist als Auftrag zu verstehen, das eigene Leben auf dem Weg bis zum eigenen Tod und der dann erst + | sie ist als Auftrag zu verstehen, das eigene Leben auf dem Weg bis zum eigenen Tod und der dann erst | folgenden Auferstehung entsprechend zu gestalten: „tot für die Sünde – für Gott leben“. li | Paulus im Römerbrief und Markus hier in der Mitte der konzentrischen Gliederung @@ -588,8 +585,35 @@ block content br | Markus verbindet beide Sichtweisen, indem in seinem Evangelium Jesus bereits (seit der Taufe) der Auferstandene ist, | er als Irdischer aber doch zugleich noch auf dem Weg zum Kreuz ist. - - + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title + | Die Erstberufenen: „tot für den Sünde – leben für Gott“ + h6.card-subtitle.text-muted Alles verlassen – Menschenfischer + hr + ul.card-text + li + | Das „Mir nach!“ ist im Kontext der unmittelbar vorausgehenden Erzählungen nach der Tauferzählung als + | „So begreift auch ihr euch als Menschen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus“ (→ Röm 6,11) zu verstehen. + li + | Exemplarisch wird dies an den vier Erstberufenen bebildert: + ul.card-text + li + i Simon und Andreas + br + | Sie werden als Menschenfischer berufen. + br + | Als solche Leben sie ihr Leben für Gott. + li + i Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus + br + | Sie brechen aus einer Gesellschaft des Habens und menschlichen Machtstrukturen – selbst eigentlich habend und mächtig – aus. + br + | Dies gehört zum „tot sein für die Sünde“; + br + | das Verharren in beidem wird im Laufe des Evangeliums von Jesus angeprangert werden. + .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title @@ -630,6 +654,84 @@ block content li | Als „Menschenfischer“ helfen die Jünger, Menschen auf diese „Insel des Lebens“ zu retten. + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title + | Der Gehorsam bis zum Tod am Kreuz und der Gehorsam der Erstberufenen beim Eintritt in die Nachfolge + h6.card-subtitle.text-muted Die Erzählung von der Versuchung Jesu und der Philipperhymnus + hr + ul.card-text + li + | Das unmittelbare Eintreten der Jünger in die Nachfolge Jesu – ihr Gehorsam angesichts des Rufes Jesu – + | spiegelt sich in der Mitte der konzentrischen Gliederung darin, dass sich Jesus ohne Umschweife vom Geist + | in die Wüste treiben lässt: + br + | so wie Jesus dem Geist gegenüber gehorsam ist, + br + | so sind es die Jünger Jesus gegenüber. + li + | Gleichzeitig spiegelt sich das In-Dienst-nehmen-Lassen der Jünger in der Mitte der konzentrischen Gliederung darin, dass die Engel Jesus dienen: + br + | Erde und Himmel dienen Jesus. + li + | Versteht man nun noch die Wüste – wie wir es getan haben – als Ort der Gottferne, + br + | verbindet diese als „Wüste der Gottferne“ mit dem Tod Jesu am Kreuz, der – wie bereits erwähnt – als Sterben in die Gottferne gezeichnet ist + | (→ „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Mk 15,34), + br + | und ist auch – siehe oben – auf Bezüge zum + | Philipperhymnus aufmerksam geworden, drängt sich regelrecht auf, auch diese Erzählzüge mit dem Philipperhymnus zu verbinden: + br + q.bibeltext + | 8 er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. + br + | 9 Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, + br + | 10 damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu + span.bibelstelle Phil 2,8-10 + br + | Die Versuchung Jesu besteht demgemäß darin, diesen Weg des Gehorsams bis zum Tod am Kreuz nicht zu gehen. + li + | Das „Darum“ in Phil 2,9 ist ein betontes Scharnier zwischen Erniedrigung und Erhöhung des einst Gottgleichen; + | und mit dieser Erhöhung Jesu verbindet sich in Phil 2,10 das Ziel, dass Himmel, Erde und Unterwelt vor Jesus die Knie beugen; + br + | das kann als Zeichen von Hochachtung und Ehrerbietung verstanden werden, + br + | das kann im weiteren Sinne aber auch als Gehorsam bis hin zum Dienst verstanden werden. + br + | Versteht man jedenfalls den Dienst der Engel und den gehorsamen Eintritt der Jünger in den Dienst Jesu + | von Phil 2,10 her, ist das Kniebeugen durch Himmel, Erde und Unterwelt zu 2/3 in den Engeln und den Berufenen bebildert. + li + | Unterstützend ist die Beobachtung, dass in der Versuchungserzählung die Trias Engel, (gezähmte wilde) Tiere und Satan + | der Trias „im Himmel, auf der Erde und unter der Erde“ entspricht. + li + | Mithin schaut die Erzählung von der Versuchung Jesu beim Dienst der Engel also schon auf die Erhöhung Jesu, + br + | ist in einer einzigen Erzählung letztlich die ganze Sendung Jesu gegenwärtig. + li + | So betrachtet wird in der doppelten Mitte der konzentrischen Gliederung zweimal der Weg Jesu erzählt: + br + | Zunächst das Kommen Jesu zur Taufe und seine Taufe durch Johannes (→ Hineinsteigen im Sinne des Todes) + | sowie die Ereignisse beim Heraussteigen aus dem Wasser (→ Auferweckung); + br + | dann – wieder auf den Anfang zurücksetzend – den Weg Jesu in die „Wüste der Gottferne“ bis hin zum Tod am Kreuz, + | den Jesus seiner Sendung gemäß gehorsam geht – worauf sich das bei der Taufe geäußerte Wohlgefallen Gottes bezieht –, + | was in seine abschließend im Dienst der Engel angedeuteten Erhöhung mündet. + li + | Der Weg in die „Wüste der Gottferne“ nach dem Hereinbrechen der Herrlichkeit Gottes über Jesus + | hat eine gewisse Analogie zur Entäußerung und Erniedrigung des Philipperhymnus, auch wenn der Ausgangspunkt dort die Präexistenz ist. + br + | Es leuchtet das „Darum“ der Erhöhung auf (→ Wohlgefallen, das Gott in der „Taufe“ Jesu äußert): + br + | der Blick auf die bei der Taufe angedeutete Auferstehungsherrlichkeit wird umgebogen auf den Weg dorthin. + li + | In diesen Weg von der Erniedrigung zur Erhöhung ist die Berufung und damit die Sendung der Jünger eingeordnet als Weg der Nachfolge: + br + | der Gehorsam gegenüber dem Ruf Jesu und in diesem Zug die Entäußerung und Erniedrigung als Verlassen der Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb durch die Söhne des Zebedäus. + br + | Und wie Jesus die Jünger quasi auf seinem Weg mitnimmt, so sollen auch die Jünger – als Menschenfischer – andere mitnehmen + | auf diesem Weg in der Nachfolge Jesu. + .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title @@ -640,8 +742,7 @@ block content li | In der Versuchungserzählung (→ Mitte der konzentrischen Gliederung) drückt das „sogleich“, das keinen Raum zwischen Taufe und Gang in die Wüste lässt, | die göttliche Sendung Jesu aus. - br - span.small + p.small.card-text | In diesen Verstehenszusammenhang lässt sich auch das „sogleich“ bei der Taufe Jesu einordnen: Jesu wird – als Anfang gelesen – für seine Sendung | gerüstet; bzw. Jesu Sendung kommt in der Aufertehung zu ihrem Ziel. li @@ -686,8 +787,7 @@ block content li Insgesamt wird man sagen dürfen, dass die Berufungserzählung des Elischa Pate gestanden hat für die Berufungserzählung der ersten Jünger bei Markus. li | Auffällig muss aber sein, dass man wenig später im Haus der Schwiegermutter des Petrus einkehrt (Mk 1,29-31). - br - span.small + p.small.card-text | Paulus kann in 1 Kor 9,5 erwähnen, dass die übrigen Apostel, die Herrenbrüder und – eigens erwähnt – auch Petrus ihre (christlichen) Frauen | auf ihren Missionsreisen dabei haben. br