diff --git a/views/nt/ev/mk/getauft/andrang.pug b/views/nt/ev/mk/getauft/andrang.pug
index 2863939..a227572 100644
--- a/views/nt/ev/mk/getauft/andrang.pug
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@@ -1,6 +1,13 @@
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+
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@@ -120,7 +127,7 @@ block content
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- h5.card-title Die Heilung des Mannes mit der verdorrten Hand: wiederhergstellt
+ h5.card-title Die Heilung des Mannes mit der verdorrten Hand: wiederhergestellt
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 3,1-6
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@@ -180,23 +187,24 @@ block content
| Der ehedem Aussätzige verkündet (seine Heilung)
br
| Leute kommen „von überallher“ zu Jesus (Herkommen)
- p.card-text.konzentr-3.bibeltextkonzentr
- | 7 Jesus zog sich mit seinen Jüngern an den See zurück.
- br
- | Viele Menschen aus Galiläa aber folgten ihm nach.
- br
- | Auch aus Judäa, 8 aus Jerusalem und Idumäa, aus dem Gebiet jenseits des Jordan und aus der Gegend von Tyrus und Sidon
- | kamen Scharen von Menschen zu ihm, als sie hörten, was er tat.
- br
- | 9 Da sagte er zu seinen Jüngern, sie sollten ein Boot für ihn bereithalten, damit er von der Menge nicht erdrückt werde.
- br
- | 10 Denn er heilte viele, sodass alle, die ein Leiden hatten, sich an ihn herandrängten, um ihn zu berühren.
- br
- | 11 Wenn die von unreinen Geistern Besessenen ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder und schrien:
- br
- q Du bist der Sohn Gottes!
- br
- | 12 Er aber gebot ihnen, dass sie ihn nicht bekannt machen sollten.
+ div.konzentr-3.bibeltextkonzentr
+ p.card-text.konzentr-3.bibeltextkonzentr.abschnitt_intern.mb-0
+ | 7 Jesus zog sich mit seinen Jüngern an den See zurück.
+ p.card-text.konzentr-2.bibeltextkonzentr.abschnitt_intern.mb-0
+ | Viele Menschen aus Galiläa aber folgten ihm nach.
+ br
+ | Auch aus Judäa, 8 aus Jerusalem und Idumäa, aus dem Gebiet jenseits des Jordan und aus der Gegend von Tyrus und Sidon
+ | kamen Scharen von Menschen zu ihm, als sie hörten, was er tat.
+ p.card-text.konzentr-1.bibeltextkonzentr.abschnitt_intern.mb-0
+ | 9 Da sagte er zu seinen Jüngern, sie sollten ein Boot für ihn bereithalten, damit er von der Menge nicht erdrückt werde.
+ p.card-text.konzentr-2.bibeltextkonzentr.abschnitt_intern.mb-0
+ | 10 Denn er heilte viele, sodass alle, die ein Leiden hatten, sich an ihn herandrängten, um ihn zu berühren.
+ br
+ | 11 Wenn die von unreinen Geistern Besessenen ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder und schrien:
+ br
+ q Du bist der Sohn Gottes!
+ p.card-text.konzentr-3.bibeltextkonzentr.abschnitt_intern
+ | 12 Er aber gebot ihnen, dass sie ihn nicht bekannt machen sollten.
@@ -230,17 +238,17 @@ block content
li
| Auch der weitere Fortschritt der fortschreitenden Konzentrik stützt dies.
li
- | Dann aber ist die Erzählung von der Auswahl der Zwölf „zu viel“!
+ | Dann aber wäre die Erzählung von der Auswahl der Zwölf „zu viel“!
p.card-text
| Man könnte – als Ausweg – geneigt sein, die Auswahlerzählung mit dem hinteren Teil der Aussätzigenerzählung zu verknüpfen.
br
- | Doch steht dem entgegen, dass die sinnvollere konzentrische Gliederung entsteht, wenn man den Anfang für sich
+ | Doch steht dem entgegen, dass die sinnvollere konzentrische Gliederung entsteht, wenn man den Anfang der Aussätzigenerzählung für sich
| nimmt – und nicht das Ende –, wie oben als Anmerkungen am Text durch die aufgezeigten Gegensätzlichkeiten
| deutlich wird:
br
| Der erste Teil der Aussätzigenerzählung muss quasi Mitte einer konzentrischen Gliederung sein.
p.card-text.mb-0
- | Ferner lässt sich die Erzählung von der Auswahl der Zwölf sich mit der ganzen Aussätzigenerzählung recht gut verbinden:
+ | Ferner lässt sich die Erzählung von der Auswahl der Zwölf mit der ganzen Aussätzigenerzählung recht gut verbinden:
ul.card-text
li
| Jesus beruft seine Apostel, damit er sie aussende „zu verkünden und mit Vollmacht Dämonen auszutreiben“.
@@ -253,7 +261,7 @@ block content
li
| Hinzu kommt, als Stütze:
br
- | Die Aussätzigenerzählung bildete das Ende einer konzentrischen Gliederung, als die Berufung der ersten Jünger die Mitte bildete.
+ | Die Aussätzigenerzählung bildete das untere Ende jener konzentrischen Gliederung, als die Berufung der ersten Jünger die Mitte bildete.
p.card-text
| Als weiterer Hinweis auf die Richtigkeit der gewählten konzentrischen Gliederung kann gelten,
| dass die Andrangserzählung mit einem Schweigegebot endet,
@@ -273,6 +281,211 @@ block content
br
| Man wird von einer erweiterten Mitte sprechen müssen/dürfen (wie sie ähnlich auch schon zuvor begegnet ist).
+ .card.slide.border-primary.mb-3
+ .card-body
+ h5.card-title
+ q Jesus zog sich ... zurück
+ hr
+ ul.card-text
+ li
+ | Der Rückzug Jesu erscheint als Folge des unmittelbar vorausgehenden Tötungsbeschlusses durch die Pharisäer und Anhänger des Herodes.
+ li
+ | Gleichzeitig ist er Kontrast zur Verkündigungstätigkeit in „ganz Galiläa“ (Mk 1,39) sowie Parallele zum Rückzug nach der Heilung
+ | des Aussätzigen und aufgrund dessen Verkündigungstätigkeit (Mk 1,45);
+ br
+ | der Rückzug Jesu steht also auch in besonderem Bezug zu den beiden gegenüberliegenden Teilen der erweiterten Mitte.
+
+
+ .card.slide.border-primary.mb-3
+ .card-body
+ h5.card-title
+ q
+ | Jesus zog sich
+ i mit seinen Jüngern an den See
+ | zurück
+ hr
+ ul.card-text
+ li
+ | Der See war Ort der Berufung der ersten Jünger (Mk 1,16-20) sowie von Verkündigung (Mk 2,13) und wieder Berufung (MK 2,14),
+ br
+ | ist also – neben anderem – ein besonderer Ort für das Jüngersein;
+ br
+ | die Überfahrten der Jünger über den See mit ihren Schwierigkeiten und die diesbezüglichen Dialoge werden dies bestätigen.
+ li
+ | Auch die Gleichnisrede auf dem See (Mk 4,1-34) mit eingeschobener Jüngerbelehrung wird dies unterstreichen.
+ li
+ | Der Rückzug Jesu mit den Jüngern ist ein Motiv, das ab hier noch öfter begegnet und immer einer besonderen Unterweisung der Jünger dient,
+ | die zu Insidern der Lehre Jesu werden sollen, während andere „draußen“ sind (und bleiben wegen ihrer Ablehnung Jesu).
+ li
+ | Hierzu passt auch das Schweigegebot am Ende der Erzählung angesichts des „Bekenntnisses“ der Dämonen, das auch die Person Jesu (noch)
+ | mit dem Charakter des Geheimnisvollen umgibt.
+ li
+ | Wichtig ist aber festzuhalten, dass der Rückzug Jesu allein oder mit den Jüngern meist gar nicht funktioniert
+ | und grundsätzlich immer nur temporär ist, nie absolut, weil das Evangelium weiter geht mit weiteren Episoden und Jesu Dasein für die Vielen.
+ br
+ | Erst der Tod Jesu wird einen „Rückzug“ Jesu ganz eigener Art bedeuten, durch den er dann aber wirklich universell – als Auferstandener –
+ | da sein kann durch seine Jünger;
+ br
+ | dazu zieht er sich vor seinem Tod mit ihnen zurück, belehrt sie und beauftragt sie schließlich zum Stellvertreterdienst
+ | (→ nächste Erzählung: Berufung der Zwölf und deren perspektivische Aufgabe!).
+ li
+ | Für die Lehre Jesu – die bisher verschwiegen wurde, vielmehr nur indirekt für den „sehenden Leser“ erschließbar ist
+ | und zu der auch das „Geheimnis um die Person Jesu“ gehört –, gilt schließlich, dass sie grundsätzlich keine „Geheimlehre“ ist,
+ | dass sie vielmehr öffentlich verkündigt werden soll (vgl. auch Mk 4,22);
+ br
+ | darin unterscheidet sich das Christentum von anderen religiösen Gruppierungen (Qumran, Mysterienkulte).
+ br
+ | Dennoch wird es – immer! – solche geben, die „drinnen“ sind (verstehend nachfolgen), und solche, die „draußen“ sind
+ | (Jesus ungläubig und ihn nicht verstehend ablehnen).
+
+ .card.slide.border-primary.mb-3
+ .card-body
+ h5.card-title
+ | Von einem Neuansatz, der über sich hinaus verweist
+ hr
+ ul.card-text
+ li
+ | Bisher war das Zusammenkommen Vieler bei Jesus immer positiv und quasi Einleitung zu Verkündigung, Berufung und/oder Heilung.
+ li
+ | Dieses Moment fehlt hier, obwohl doch gerade hier besonders viele Menschen zusammenkommen, „aus allen Landen“ könnte man sogar sagen.
+ li
+ | Mehr noch: Der Wunsch Jesu, sich mittels eines Bootes vor dem Andrang und den Berührungen zu retten, steht in eigenwilligem Kontrast
+ | zum bisherigen Dasein Jesu für die Vielen einerseits und im Speziellen zur Berührung des Aussätzigen und später auch der blutflüssigen Frau
+ | in Mk 5,25-35 andererseits, wobei diese Berührungen – in gewissem Gegensatz zu hier – stets positiv konnotiert sind.
+ li
+ | Auch hier können die Berührungen an sich daher nicht wirklich negativ belegt sein;
+ br
+ | es scheint einfach die schiere Menge zu sein,
+ | die hier ein Problem ist.
+ li
+ | Die Erzählung bricht – gerade im Vergleich mit anderen – auch irgendwie ab und lässt die Menge letztlich unbefriedigt zurück.
+ br
+ | Die nächste Erzählung geht dann auch mit einem impliziten wie radikalen Ortswechsel einher: Jesus ist nun nicht mehr am See, sondern
+ | steigt auf einen Berg.
+ li
+ | Zu beachten ist aber, dass diese unmittelbar folgende Erzählung
+ | jene ist, in der Jesus die Zwölf bestellt, damit diese später – genau wie er –
+ | verkünden und Dämonen austreiben:
+ br
+ | Jesus setzt Multiplikatoren ein!
+ li
+ | Die Erzählung vom Andrang der überaus Vielen scheint genau dazu die Vorbereitung zu sein,
+ br
+ | die Einsetzung der Multiplikatoren die Antwort auf den großen, von Jesus allein nicht zu bewältigenden Andrang.
+ li
+ | Zu sehen ist auch, dass Jesus während der ganzen Andrangserzählung nur defensiv reagiert (Bootbereitstellung, Schweigegebot),
+ br
+ | während die Berufung der Zwölf zwar im genannten Sinne auch eine Reaktion Jesu auf den Andrang ist,
+ | aber eine offensive, die Zukunft in den Blick nehmende.
+
+
+ .card.slide.border-primary.mb-3
+ .card-body
+ h5.card-title
+ q
+ | Viele Menschen aus Galiläa aber folgten ihm nach. Auch aus Judäa, aus Jerusalem und Idumäa, aus dem Gebiet jenseits des Jordan
+ | und aus der Gegend von Tyrus und Sidon kamen Scharen von Menschen zu ihm ...
+ h6.card-subtitle.text-muted
+ | Die ganze Welt sucht das in Jesus gekommene Heil
+ hr
+ ul.card-text
+ li
+ | Der Andrang übertrifft den Andrang bei Johannes dem Täufer um Längen
+ br
+ | und verbindet sich mit der erweiterten Mitte der konzentrischen Gliederung:
+ ul.card-text
+ li
+ | Die Menschen aus Galiläa sind mit dem Ziehen Jesu durch ganz Galiläa in Mk 1,39 zu verbinden – hier als „Einsammlungsbewegung“ vorgestellt;
+ br
+ | die Berufung der ersten Jünger am See zu „Menschenfischern“ wird präsent.
+ br
+ | Für die Menschen aus Galiläa wird explizit von „Nachfolge“ gesprochen:
+ br
+ | sie hat Jesus von Mk 1,39 her offenbar nicht nur im Schlepptau im Sinne des Nachlaufens, sie sind – so ist angedeutet – direkt
+ | in die Nachfolge im Sinne des Jüngerseins eingetreten.
+ li
+ | Die anderen genannten Menschen und Gegenden verbinden sich mit den „Leuten von überallher“ in Mk 1,45.
+ li
+ | Insgesamt ist festzuhalten:
+ br
+ | Der Kreis der vielen Menschen, die zu Jesus kommen, weitet sich von deren Herkunft her:
+ br
+ | es sind „die Vielen“ in einem ganz umfassenden Sinn;
+ br
+ | und dies ist in Beziehung zu setzen mit der Mitte der konzentrischen Gliederung:
+ br
+ | was in der Mitte an einem erzählt wird, daran wollen (sollen) die (umfassenden) Vielen Anteil haben.
+ li
+ | Mit der Erwähnung von Tyrus und Sidon – also Städten, die mehrheitlich von Heiden bewohnt werden –
+ | als Herkunftsorte der zu Jesus strömenden Massen wird die Heiden-Thematik,
+ | die schon in vorherigen Erzählungen präsent gewesen ist (Apostelnamen, doppeltes Dachöffnen; Gesetzesthematik),
+ | explizit aufgegriffen.
+ li
+ | Markus suggeriert damit:
+ br
+ i Die ganze Welt sucht die Erlösung, das durch Jesus in die Welt gekommen ist;
+ br
+ | auch die Heiden gehören zu den „Vielen“ dazu, die nach Anteilhabe an der Erlösung in Christus streben.
+ br
+ | Offenbar ist jene Heilung, die Jesus ermöglicht, – so wird implizit ausgedrückt – in niemandem anderem als Jesus zu finden.
+ li
+ | Zu erinnern ist an dieser Stelle, dass die Heilung des „Aussätzigen“ mit der erzählerischen „Befolgung“ des jüdischen Gesetzes
+ | durch Jesus
+ span.bibelstelle Gal 4,4-5
+ | vergegenwärtigt:
+ br
+ q.bibeltext
+ | Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau
+ br
+ i und dem Gesetz unterstellt,
+ br
+ i damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz stehen, und damit wir die Sohnschaft erlangen.
+ br
+ | Damit ist zum einen die Befreiung vom tödlichen Fluch des Gesetzes im Kreuzestod Jesu ausgedrückt,
+ br
+ | zum anderen aber insgesamt das Ende des Zeitalters des jüdischen Gesetzes,
+ | was gesetzesfreie Heidenmission ermöglicht:
+ br
+ i in Christus steht allen das Tor zur Gottes-Sohnschaft offen!
+ br
+ | – Und es strömen die Massen herbei, auch aus dem Heidentum.
+
+ .card.slide.border-primary.mb-3
+ .card-body
+ h5.card-title
+ q ... als sie hörten, was er tat
+ hr
+ ul.card-text
+ li
+ | Mit diesem Teilsatz werden die Taten Jesu bisher rekapituliert, besonders von
+ span.bibelstelle Mk 1,21-28
+ | an,
+ | hatte es dort nach der ersten Dämonenaustreibung doch explizit geheißen:
+ br
+ q.bibeltext
+ | Und sein Ruf verbreitete sich rasch im ganzen Gebiet von Galiläa.
+ br
+ | Eine weitere wichtige Station im Evangelium ist die Verkündigung des ehedem Aussätzigen „bei jeder Gelegenheit“ (Mk 1,44),
+ | was schon in der dortigen Erzählung das Kommen der „Leute von überallher“ mit sich brachte, ohne Einschränkung auf Galiläa –
+ | diese Episode steht jetzt in der erweiterten Mitte der konzentrischen Gliederung.
+ li
+ | Von den in der aktuellen Erzählung hervorgehobenen Berührungen zur Heilung her fällt natürlich bei dem, was die vielen hörten
+ | und was sie zum Kommen veranlassten,
+ | der Blick in besonderer Weise
+ | auf die heilende Berührung des Aussätzigen durch Jesus.
+ li
+ | Bemerkenswert ist, dass die Verkündigung der Taten Jesu bisher durch unautorisierte Personen geschah,
+ br
+ | die Auswahl der Zwölf findet erst in der nächsten Erzählung statt, deren Aussendung sogar noch später.
+ br
+ | Dahinter könnte eine gewisse Relativierung der Zwölf bzw. der explizit autorisierten Verkündiger insgesamt stehen,
+ br
+ | wird doch erfolgreiche Verkündigung erzählt, genau bevor die amtliche Beauftragung dazu in Blick kommt.
+ p.small
+ | Eine gewisse Parallele dazu findet sich in Mk 9,38-40, als die Jünger Jesus auf einen fremden Wundertäter hinweisen,
+ | der im Namen Jesu Dämonen austreibt, und Jesus explizit Reglementierung verbietet.
+
+
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
@@ -291,54 +504,128 @@ block content
br
| vielmehr kommt es zu einem heilenden Austausch:
br
- | Jesus lädt die Krankheit der Menschen auf sich und gibt ihnen dafür sein Leben.
-
-
- .card.slide.border-primary.mb-3
- .card-body
- h5.card-title
- q ... und aus der Gegend von Tyrus und Sidon
- h6.card-subtitle.text-muted Andrang auch aus den heidnischen Gebieten
- hr
- ul.card-text
+ | Jesus lädt die Krankheit der Menschen auf sich (→ Tod am Kreuz) und gibt ihnen dafür sein Leben.
li
- | Der Kreis der vielen Menschen, die zu Jesus kommen, weitet sich von deren Herkunft her;
- br
- | es sind „die Vielen“ in einem ganz umfassenden Sinn:
- br
- | was in der Mitte an einem erzählt wird, daran wollen (sollen) die (umfassenden) Vielen Anteil haben.
- li
- | Schon in vorherigen Erzählung ist die Heiden-Thematik präsent gewesen (Apostelnamen, doppeltes Dachöffnen; Gesetzesthematik);
- br
- | hier nun wird mit der Herkunft von Menschen aus Tyrus und Sidon – also Städten, die mehrheitlich von Heiden bewohnt werden –
- | diese Thematik explizit aufgegriffen;
- br
- | auch die Heiden gehören zu den „Vielen“ dazu, die an der Erlösung in Christus Anteil haben.
+ | Dies wird auch für Heiden – in gewisser Weise, nämlich aus jüdischer Perspektive, auch „Aussätzige – gelten.
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h5.card-title
q Da sagte er zu seinen Jüngern, sie sollten ein Boot für ihn bereithalten, damit er von der Menge nicht erdrückt werde.
- h6.card-subtitle.text-muted Vorbereitung der Wahl der Zwölf
+ h6.card-subtitle.text-muted Anspielung auf Jesu Tod zum Heil der Vielen – Vorbereitung der Wahl der Zwölf
hr
ul.card-text
li
| Während die Aussätzigenerzählung den Willen Jesu zur Heilung des Aussätzigen und sein Mitleid unterstreicht,
| ergreift Jesus hier quasi die Flucht angesichts der unheimlichen Massen, die zu ihm kommen.
- li
- | Deutlich soll wohl werden: einer allein schafft das nicht;
br
- | damit ist die Bestellung der Zwölf und ihrer perspektivischen Sendung in der nächsten Erzählung vorbereitet.
+ | Der Andrang als solcher, der Wunsch, an die durch Jesus vermittelte Heilung zu kommen, ist allerdings als legitim zu betrachten (s. o.).
+ li
+ | Was die Einheitsübersetzung mit „an ihn herandrängten“ übersetzt, heißt eigentlich „auf ihn stürzten“ – eine recht drastische Formulierung (Mk 3,10);
+ br
+ | im Gegenzug ist das „Erdrücktwerden“ eigentlich ein „Bedrängtwerden“ (Mk 3,9);
+ br
+ | der Andrang bringt Jesus also in Bedrängnis, weil man sich regelrecht auf ihn stürzt: das „Erdrücktwerden“ steht durchaus im Raum.
+ li
+ | Es scheint dieser brachiale Andrang zu sein, der Jesus zu einem Ausweichmanöver zwingt,
+ | will er nicht (schon) hier sein Leben lassen.
li
| Die Angst, im Dienst an den Vielen sein Leben zu lassen, muss aber auch tiefer verstanden werden;
br
- | den Jesus wird ja tatsächlich – dann am Kreuz – sein Leben für die Vielen lassen;
+ | denn Jesus wird ja tatsächlich – dann am Kreuz – sein Leben für die Vielen lassen;
br
| darauf soll hier sicher angespielt werden,
br
- | nur ist es dafür jetzt noch nicht der Zeitpunkt.
+ | nur ist es dafür jetzt noch nicht der Zeitpunkt – erzählerisch wird es aber angedeutet.
li
- | In diesem Sinne wird es dann den Dienst der in der nächten Erzählung bestellten Zwölf
- | (und weiterer) nach Ostern dann auch notwendig brauchen.
-
\ No newline at end of file
+ | Hier passt auf eigenwillige Weise auch die Szenerie „am See“,
+ | ist das Wasser doch durchaus „Ort des Todes“, wie dann auch die Überfahrten über den See zeigen;
+ br
+ | vgl. auch die Taufsymbolik (→ Hineinsteigen in das Wasser: Tod; Heraussteigen → (Anteil an) Auferstehung).
+ br
+ | Jesus steht hier quasi mit dem Rücken zum See, und es fehlt nicht mehr viel, dass man ihn im Eifer des Gefechts hineindrängt und er dabei umkommt.
+ li
+ | Das hier bereitgestellte Boot wird Jesus erst in Mk 4 zur Gleichnisrede nutzen;
+ br
+ | er nutzt es, um vom See aus für die vielen Menschen da sein zu können, die alle ihn hören wollen.
+ br
+ | Hier gibt es eine bemerkenswerte Parallele zu Tod und Auferstehung Jesu,
+ | denn erst dadurch wird Jesus dann in einem umfassenden Sinn für alle Menschen da sein können,
+ br
+ | erst sein Tod und seine Auferstehung eröffnen den Weg auch in die Heidenwelt, die hier bereits „anklopft“.
+ br
+ | Zu bedenken ist hier auch: Das Boot ermöglicht ein Überleben auf dem Wasser; ohne dieses versinkt man in den Fluten und stirbt.
+ br
+ | Vielleicht ist also das Boot auf dem See, das hier bereitgestellt und später genutzt werden wird,
+ | unter Berücksichtigung der Verbindung See → Wasser → Tod von tiefer Symbolik und zeigt mit seiner unmittelbaren Todesnähe an,
+ | dass Jesus sterben und auferstehen muss, um dann tatsächlich für alle Menschen da sein zu können.
+ li
+ | In diese Betrachtung passen auch andere Beobachtungen am Text:
+ ul.card-text
+ li
+ | In der vorausgehenden Erzählung ist der Todesbeschluss der Pharisäer und Herodesanhänger ausgesprochen.
+ li
+ | In der Erzählung selbst wird der Tod Jesu nicht nur durch die von Jesus erlebte Bedrängnis gegenwärtig,
+ | sondern auch im Schweigegebot an die Dämonen,
+ ul.card-text
+ li
+ | das daran erinnert, dass Jesus den Dämonen voraus ins Verderben gegangen ist,
+ | um diese ins Verderben zu stürzen,
+ li
+ | und daran anknüpft, dass Jesus auch dem geheilten „Aussätzigen“, mit dem
+ | Jesus einen (für ihn tödlichen) Austausch vollzogen hat, ein Schweigegebot auferlegt hat.
+ li
+ | Die Erzählung ist konzentrisch gegliedert um die Bootbereitstellung aufgrund der Befürchtung Jesu, erdrückt zu werden.
+ br
+ | Wie sich die inneren Elemente um die Mitte inhaltlich entsprechen – es ist jeweils vom starken Andrang bis hin zur Bedrängnis die Rede –,
+ | müssen sich – den Gesetzen der Konzentrik folgend – auch die äußeren Elemente um die Mitte inhaltlich entsprechen.
+ br
+ | Beiden – Rückzug wie Schweigegebot – wohnt ein Moment des Geheimnishaften inne, insofern beides ein Gegengeschehen
+ | zu einer breiten Öffentlichkeit ist.
+ br
+ | Wie aber das Schweigegebot – wie gerade in Erinnerung gerufen – den Tod Jesu am Kreuz in der Erzählung präsent macht,
+ | so legt es sich auch beim Rückzug Jesu nahe, diesen mit dem Tod Jesu im Horizont zu verbinden:
+ ul.card-text
+ li
+ | Der Rückzug Jesu kann als Reaktion auf den Todesbeschluss interpretiert werden;
+ li
+ | dass er an den See (→ Wasser → Tod) geschieht, könnte die Todesbezogenheit des Rückzugs unterstreichen;
+ li
+ | gleichzeitig kann – mit Blick auf die Mitte der konzentrischen Gliederung – der Rückzug in Verbindung gebracht werden mit
+ | dem „Aussätzig“-Gewordensein durch die heilende Berührung des „Aussätzigen“ und damit (auch) von daher den Tod Jesu im Horizont haben,
+ br
+ | verstärkt noch dadurch, dass ein analoges Handeln Jesu in der erweiterten Mitte der konzentrischen Gliederung erzählt wird.
+ | Jedenfalls ist wahrscheinlich, dass der Rückzug Jesu an den See mit dessen Tod in Verbindung zu sehen ist,
+ | wird der Rückzugsort doch zum Ort der von Jesus erlebten Todesbedrängnis.
+ li
+ | Als Rahmung der Erzählung ergeben sich (also) mit Rückzug Jesu am Anfang und Schweigegebot an die Dämonen am Ende Verweise
+ | auf den Tod Jesu;
+ br
+ | die Mitte der Erzählung stellt die Todesangst Jesu vor Augen, die ihn ein Boot – ein Überleben auf dem Wasser des Todes – für sich bereitstellen lässt.
+ li
+ | Auch in der Mitte der konzentrischen Gliederung ist der Tod Jesu gegenwärtig im „Austausch“ Jesu mit dem „Aussätzigen“,
+ | der auf all jene, die hier Jesus berühren, zu applizieren ist.
+ li.small
+ | Schließlich passt auch die Symbolik des Auf-den-Berg-Steigens zu Beginn der nächsten Erzählung gut dazu,
+ | kann man darin doch die Auferstehung Jesu angedeutet sehen; siehe dort.
+ li
+ | Von hieraus fällt ein interessanter Blick auf die nachfolgende Bestellung der Zwölf, die später die Tätigkeit Jesu als eigene Tätigkeit übernehmen sollen:
+ ul.card-text
+ li
+ | Zum einen ist es der große Ansturm, der von Jesus allein nicht zu bewältigen ist,
+ | der zur Berufung der Zwölf und ihrer perspektivischen Aussendung führt.
+ li
+ | Zum anderen ist gleichzeitig aber – vom See des Todes und vom Berg der Auferstehung her – die Zeit nach Ostern im Blick,
+ | in der Jesus als Auferstandener durch seine Gesandten in der Welt verkündigend und heilend gegenwärtig ist und bleibt.
+ li
+ | Beides liegt im Fokus des Evangelisten.
+ li
+ | Eine gewisse Analogie zum Zurückschrecken Jesu vor dem Tod aufgrund/zugunsten der Vielen in der vorliegenden Erzählung
+ | findet sich in der Getsemani-Erzählung, in der Jesus angesichts des nun unmittelbar vor ihm liegenden Weges ans Kreuz
+ | etwas zurückschreckt, sich aber doch ganz in den Willen Gottes fügt.
+ br
+ | Wie es in der Getsemani-Erzählung die sich auflösende Gegenüberstellung „mein Wille – dein Wille“ gibt,
+ | so wird in Mitte der aktuellen konzentrischen Gliederung der Wille Jesu zur Heilung des „Aussätzigen“ explizit herausgestellt.
+
+
\ No newline at end of file