diff --git a/views/nt/ev/mk/getauft/wer_er_ist.pug b/views/nt/ev/mk/getauft/wer_er_ist.pug
index 0d6d1fd..9235663 100644
--- a/views/nt/ev/mk/getauft/wer_er_ist.pug
+++ b/views/nt/ev/mk/getauft/wer_er_ist.pug
@@ -167,7 +167,7 @@ block content
br
| 34 und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und er trieb viele Dämonen aus.
br
- | Und er verbot den Dämonen zu sagen, dass sie wussten, wer er war.
+ | Und er verbot den Dämonen zu reden, weil sie ihn kannten.
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@@ -182,31 +182,196 @@ block content
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.card-body
h5.card-title
- q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahnen wird
- h6.card-subtitle.text-muted Jesus, der göttliche Bote zum Heil der Menschen
+ | Die Präsenz von Tod und Auferstehung Jesu in Mitte und unterem Ende der konzentrischen Gliederung
+ h6.card-subtitle.text-muted Indirekte Anspielungen auf das Schicksal Jesu
hr
ul.card-text
li
- | In der Mitte der konzentrischen Gliederung wird der Tod des Vorläuferes Jesu erwähnt: „Nachdem Johannes ausgeliefert worden war ...“.
+ | In der Mitte der konzentrischen Gliederung wird das Schicksal des Vorläuferes Jesu erwähnt: „Nachdem Johannes ausgeliefert worden war ...“:
br
- | Damit wird aber auf den Tod Jesu selbst angespielt, ist doch „ausgeliefert“ terminus technicus für den Tod Jesu am Kreuz.
+ | Johannes wurde ein Opfer der Mächtigen, konkret des König Herodes, den Johannes kritisiert hatte und der Johannes dann umbringen ließ.
br
- | Bezieht sich das „Evangelium Gottes“ zwar auf Jesu Tod und Auferstehung, liegt damit doch ein gewisser Akzent auf dem Tod Jesu.
+ | Damit wird indirekt auf das Schicksal des gewaltsamen Todes Jesu selbst angespielt, ist doch „ausgeliefert“ terminus technicus für die Passion Jesu bis zum Tod am Kreuz.
+ br
+ | Die Notiz der Auslieferung Johannes des Täufers in der Mitte der konzentrischen Gliederung verbindet sich daher mit dem Abend
+ | bzw. der untergehenden Sonne am unteren Ende der konzentrischen Gliederung:
+ br
+ | es ist – wie in Mk 14,17 angegeben wird – Abend, als Jesus sich mit den Jüngern zum
+ | Mahl vor seinem Tod im vorbereiteten Raum einfindet; er thematisiert als erstes seine bevorstehende Auslieferung,
+ | die sich dann – als Verrat des Judes – im weitern Verlauf des Abend ereignen wird.
+ br
+ | Als Jesus am Kreuz hängt, bricht eine Finsternis über das ganze Land herein.
li
- | Die Austreibung der Dämonen erinnert an die Austreibung des ersten Dämon in der Synagoge (in der Gliederung „Galiläa I/A“ die gegenüberliegnde Erzählung!);
- br
- | Jesus ist der göttliche Bote, der den Dämonen voraus ins Verderben geht, um sie ins Verderben zu stürzen.
- br
- span.small → Negative Schicksalsgemeinschaft
+ | Im „Nachdem ... ausgeliefert“ und der Verkündigungstätigkeit Jesu einerseits sowie indirekt in den erzählten Heilungen andererseits
+ | ist dagegen die Auferstehung Jesu gegenwärtig.
li
- | Die Heilung „aller möglichen Krankheiten“ erinnert an die Heilung der Schwiegermutter des Petrus (in der Gliederung „Galiläa I/A“ die Mitte);
- br
- | Jesus ist der göttlichen Bote, der durch seinen Tod am Kreuz den Weg ins Leben eröffnet hat: „ihm nach“ folgen die „Kranken“ den Weg in die Gesundheit.
- br
- span.small → Positive Schicksalsgemeinschaft
- li
- | Da legt sich nahe, diese „Krankheiten“ – in Analogie zum Fieber der Schwiegermutter des Petrus – im übertragenen Sinne zu verstehen.
+ | Somit ist das „Evangelium Gottes“ im Sinne von Jesu Tod und Auferstehung in den Erzählzügen der Mitte wie des
+ | unteren Endes der konzentrischen Gliederung präsent.
+ .card.slide.border-primary.mb-3
+ .card-body
+ h5.card-title
+ q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahnen wird
+ h6.card-subtitle.text-muted Johannes, der Vorläufer Jesu – Jesus, der göttliche Bote zum Heil der Menschen
+ hr
+ ul.card-text
+ li
+ | Wie oben beschrieben, wird ist das Schicksal Jesu in der Mitte und am unteren Ende der konzentrischen Gliederung
+ | präsent, und dies nicht zuletzt in Verbindung mit genannten Personen: Johannes dem Täufer (→ Auslieferung/Tod) und den Geheilten (→ Auferstehung).
+ li
+ | Hinzu kommen noch die Dämonen, die mit Jesus den Weg ins Vererben teilen, den er ihnen dazu vorausgegangen ist.
+ li
+ | Es fällt auf, dass es in den beiden unmittelbar vorausgehenden Erzählungen auch um eine Dämonenaustreibung und eine Heilung ging;
+ br
+ | was dort für einen Dämon und für eine Kranke erzählt wurde, das wird hier in den Plural gesetzt.
+ li
+ | Vor Dämonenaustreibung und Heilung ging es um die Nachfolge und wurde dabei von der Entäußerung und Erniedrigung der Zebedäussöhne erzählt;
+ br
+ | jetzt ist – in der Mitte der konzentrischen Gliederung – Johannes der Täufer, der Vorläufers Jesu, erinnert,
+ | mit dem sich nicht nur eindrücklich die Askese in der Wüste verbindet, sondern auch besonders die in der Mitte erwähnte „Auslieferung“,
+ | die auf seinen schmachvollen Tod der Erniedrigung als Opfer der Mächtigen im Rahmen eines Festmahles anspielt, von dem Markus in Mk 6,14-29 erzählt.
+ li
+ | Diese Beobachtungen legen nahe:
+ ul.card-text
+ li
+ | Aktuelle Mitte und unteres Ende der konzentrischen Gliederung greifen mit Johannes dem Täufer, den Dämonen und den Kranken
+ | die Jünger, den Dämon und die Schwiegermutter des Petrus auf und damit die drei vorausgehenden Erzählungen.
+ li
+ | Diese drei Erzählungen bildeten auch insofern eine Einheit als alle drei die Wüstensendung in der Mitte der konzentrischen
+ | Gliederung hatten, als sie selbst unteres Ende jener Gliederung waren.
+ br
+ | Mit ihnen am unteren Rand der konzentrischen Gliederung und der Wüstensendung in der Mitte
+ | wurde der Weg Jesu von Entäußerung und Erniedrigung über den Tod am Kreuz bis hin zur Erhöhung
+ | nach dem Philipperhymnus abgeschritten
+ | im Sinne des „Boten vor dir her“, der mit Jesus zu identifizieren war und an dessen Geschickt die Jünger, der Dämon
+ | und die Schwiegermutter des Petrus je nach Abschnitt des Philipperhymnus „Anteil“ hatten.
+ li
+ | Insofern wird dieser Weg Jesu nach dem Philipperhymnus in der Konstellation Mitte und unteres Ende der aktuellen konzentrischen Gliederung
+ | wieder präsent, gleichsam als überschießender Abschluss.
+ li
+ | Somit ergeben sich folgende Bezüge im Sinne einer (positiven wie negativen) Schicksalsgemeinschaft:
+ ul.card-text
+ li
+ | Die Auslieferung Johannes des Täufers macht die Auslieferung Jesu selbst präsent:
+ br
+ i
+ | Johannes ist der göttliche Bote, der Jesus voraus nicht nur Entäußerung und Erniedrigung praktizierte, sondern
+ | auch das Schicksal des gewaltsamen, erniedrigenden Todes erleben musste; insofern hat er den Weg Jesu vorgezeichnet:
+ br
+ i → Schicksalsgemeinschaft der Sendung durch Gott in die Erniedrigung, die ihren Höhepunkt im gewaltsamen Tod hat („ausgeliefert“).
+ li
+ | Die Austreibung der Dämonen erinnert an die Austreibung des ersten Dämon in der Synagoge (in der Gliederung „Galiläa I/A“ die gegenüberliegnde Erzählung!):
+ br
+ i Jesus ist der göttliche Bote, der den Dämonen voraus ins Verderben geht, um sie ins Verderben zu stürzen.
+ br
+ i → Negative Schicksalsgemeinschaft
+ li
+ | Die Heilung „aller möglichen Krankheiten“ erinnert an die Heilung der Schwiegermutter des Petrus (in der Gliederung „Galiläa I/A“ die Mitte),
+ | wodurch sich nahelegt, diese „Krankheiten“ – wie das „Fieber“ der Schwiegermutter des Petrus – im übertragenen Sinne zu verstehen,
+ | zumindest, was das Handeln Jesu betrifft (auf Seiten der Menschen ist es so oder so ein Liebesdienst gegenüber kranken Personen):
+ br
+ i
+ | Jesus ist der göttlichen Bote, der nach seinem Tod am Kreuz von Gott auferweckt wurde:
+ | „ihm nach“ folgen – im Sinne einer Analogie – die „Kranken“ den Weg in die „Gesundheit“.
+ br
+ i → Positive Schicksalsgemeinschaft
+
+ .card.slide.border-primary.mb-3
+ .card-body
+ h5.card-title
+ q.bibeltext Mein Knecht, der Gerechte, macht die Vielen gerecht
+ span.bibelstelle Jes 53,11
+ h6.card-subtitle.text-muted
+ | Die Veränderung des Numerus gegenüber den drei vorausgehenden Erzählungen, das Vierte Lied vom Gottesknecht des Jesaja
+ | und der Philipperhymnus
+ hr
+ ul.card-text
+ li
+ | Sicher kein Zufall sind die Veränderungen im Numerus:
+ ul.card-text
+ li
+ | Von den Nachfolgenden wird auf den Vorläufer gewechselt und damit in den Singular.
+ li
+ | Bei Dämon und Schwiegermutter ist das Gegenteil der Fall: es wird in den Plural gewechselt.
+ | Damit wird – die Auslieferung Johannes des Täufers auf Jesus übertragen – das Motiv „der Eine für die Vielen“ präsent.
+ br
+ | Man beachte in diesem Zusammenhang auch, dass zwar erzählt wird, dass „man alle Kranken und Besessenen zu Jesus“ brachte,
+ | dieser aber „viele“ heilte und „viele Dämonen“ austrieb: das ist keine Einschränkung – als ob einige Kranke ungeheilt geblieben
+ | oder einige Dämonen nicht ausgetrieben worden wären – sondern diesem Motiv geschuldet.
+ li
+ | „Der Eine für die Vielen“ ist ein zentrales Motiv im Vierten Lied vom Gottesknecht des (Deutero-)Jesaja,
+ | das den Tod des Einen zugunsten der Vielen besingt;
+ br
+ | dabei gibt es einige Analogien zum Philipperhymnus:
+ br
+ q.bibeltext
+ | 7 Er wurde bedrängt und misshandelt, aber er tat seinen Mund nicht auf.
+ br
+ | Wie ein Lamm, das man zum Schlachten führt, und wie ein Schaf vor seinen Scherern verstummt, so tat auch er seinen Mund nicht.
+ br
+ | 8 Durch Haft und Gericht wurde er dahingerafft, doch wen kümmert sein Geschick?
+ br
+ | Er wurde vom Land der Lebenden abgeschnitten und wegen der Vergehen meines Volkes zu Tode getroffen. ...
+ br
+ | 10 Doch der HERR hat Gefallen an dem ... Zermalmten.
+ br
+ | Wenn du, Gott, sein Leben als Schuldopfer einsetzt, wird er Nachkommen sehen und lange leben.
+ br
+ | Was Gott gefällt, wird durch seine Hand gelingen.
+ br
+ | 11 Nachdem er vieles ertrug, erblickt er das Licht. Er sättigt sich mit Erkenntnis.
+ br
+ i Mein Knecht, der Gerechte, macht die Vielen Gerecht;
+ br
+ | er lädt ihre Schuld auf sich.
+ br
+ | 12 Deshalb gebe ich ihm Anteil unter den Großen und mit dem Mächtigen teilt er die Beute,
+ br
+ | weil er sein Leben dem Tod preisgab und sich unter die Abtrünnigen rechnen ließ.
+ br
+ span.bibelstelle Jes 53,7-9.10-12
+ ul.card-text
+ li
+ | Unzweifelhaft lässt sich Jes 53,7 mit Erniedrigung und Gehorsam bis zum Tod am Kreuz verbinden.
+ li
+ | Jes 53,8a nennt die Haft, die Jesus und Johannes gemeinsam ist; das Gerichtsverfahren Jesu wird Markus entfalten
+ | mit erzählerischer Aufnahme von Jes 53,7.
+ li
+ | Jes 53,8b erzählt vom Tod des Gottesknechts, mit dem sich sowohl der Tod Johannes des Täufers als auch der Tod Jesu parallelisieren lässt.
+ li
+ | Jes 53,11 besingt, dass Gott den Gottesknecht aus der Tiefe heraufgeführt hat
+ | und Jes 53,12 von der hoheitlichten Stellung des einst Erniedrigten – beies in Analogie zu Auferstehung und Erhöhung Jesu (→ Taufe).
+ li
+ | Jes 53,10 spricht – im Horizont von Jes 53,8b, das den Tod des Gottesknechts mit der Schuld des Volkes begründet –
+ | vom doppelten Schicksal des Gottesknechts: er wird selber lange leben, und er wird Nachkommen sehen.
+ br
+ | Das „lange leben“ kann man – wenn man Jesus mit dem Gottesknecht identifizert – auf die Auferstehung beziehen.
+ br
+ | Bei den „Nachkommen“ wird man mit Blick auf Jes 53,11b und vor allem vom Gedanken der Nachfolge im Evangelium her
+ | an die Vielen denken dürfen, die der mit Jesus identifizierte Gottesknecht durch seinen Tod „gerecht macht“ und die ihm nachfolgen.
+ br
+ | Jedenfalls ist die Aufrichtung und Erhöhung des Gottesknechts parallel der Gerechtmachung der Vielen;
+ | und beides ist im Tod des Gottesknechts begründet.
+ li
+ | Bedingung für diesen positiven Ausgang für den Gottesknecht und mit ihm die Vielen ist, dass sich Erniedrigung und Tod des
+ | Gottesknechts im Rahmen einer göttlichen Sendung ereignet.
+ li
+ | Insgesamt wird hier im Vierten Lied vom Gottesknecht ein Weg besungen, zu dem einerseits Erniedrigung bis zum Tod gehört,
+ | weil dieser Tod aber dem Heilsplan Gottes entspricht andererseites zugleich die Erhöhung des Gottesknechts,
+ | ferner auch parallel dazu die Gerechtmachung der Vielen durch den stellvertretenden Tod.
+ li
+ | Der vom Vierten Lied des Gottesknechts besungene Weg ist daher dem im Philipperhymnus besungenen Weg Jesu analog,
+ | das „Darum“ des Philipperhymnus mit dem „Deshalb“ in Jes 53,32 identisch.
+ br
+ | Hinzu kommt eine soteriologische Deutung des Weges in Erniedrigung und Tod, die der Philipperhymnus aber voraussetzt
+ | (wie sich auch in den nächsten Erzählungen des Markus-Evangeliums noch zeigen wird).
+ li
+ | Die Erzählung von der Heilung der Vielen, die sich an das Abschreiten des Weges Jesu anhand von Jüngern (→ Erniedrigung),
+ | Dämon (→ Gang ins Verderben) und Schwiegermutter des Petrus (→ Erhöhung/Auferstehung) gemäß des Philipperhymnus anschließt,
+ | erzählt von der Bedeutung diese Weges Jesu für „die Vielen“ ganz im Sinne des Vierten Liedes vom Gottesknecht,
+ | das den Weg des Einen zur Rettung für „die Vielen“ erklärt.
+
+
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.card-body
h5.card-title
@@ -214,7 +379,7 @@ block content
h6.card-subtitle.text-muted Ergreift die Chance des Reiches Gottes!
hr
p.card-text.mb-0
- | Die Verkündigung des nahegekommenen Gottesreiches (→ Mitte konzentrische Gliederung)
+ | Die Verkündigung des nahegekommenen Gottesreiches und des Rufes nach Umkehr und Glaube an das Evangelium (→ Mitte konzentrische Gliederung)
| verbindet sich mit dem Aufruf, den „Weg des Herrn zu bereiten“, also sich in den Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen zu stellen
| (→ oberes Ende konzentrische Gliederung);
| dies wird in der vorliegenden Erzählung beispielhaft bebildet:
@@ -232,6 +397,10 @@ block content
| sie „bereiten“ – ganz plastisch – „den Weg des Herrn“ zu den kranken und besessenen Menschen,
br
| diesmal nicht, indem sie Jesus zu Kranken führen, sondern indem sie Menschen zu Jesus bringen.
+ li
+ | Das Handeln der Menschen zeigt ihren Glauben an das Evangelium
+ br
+ | im Sinne eines Glaubens, der durch die Liebe wirkt (→ Gal 5,6).
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@@ -240,9 +409,8 @@ block content
h6.card-subtitle.text-muted Das Evangelium entfaltet seine Kraft
hr
ul.card-text
- li Das Handeln der Menschen zeigt ihren Glauben an das Evangelium (→ Mitte konzentrische Gliederung).
li
- | Es wirkt sich auch aus, was am Ende der Heilung des Dämon in der Synagoge (→ gegenüberliegende Erzählung der Gliederung „Galiläa I/A“) notiert wird:
+ | Neben Umkehr und Glaube an das Evangleium wirkt sich auch aus, was am Ende der Heilung des Dämon in der Synagoge (→ gegenüberliegende Erzählung der Gliederung „Galiläa I/A“) notiert wird:
br
| Jesu
q.bibeltext Ruf verbreitete sich rasch im ganzen Gebiet von Galiläa
@@ -257,11 +425,36 @@ block content
| Damit wird auch das Ziel des Evangeliums – bzw. des darin verkündeten christologisch-soteriologischen Doppelereignisses von Jesu Tod und Auferstehung – deutlich:
br
| die „Heilung“ der „Kranken“.
+ li
+ | Dies aber ist – zusammen mit dem Handeln der Menschen – mit dem Ruf Jesu zu Glaube und Umkehr zu verbinden:
+ br
+ | die „Heilung“ bedeutet demgemäß, dass die nun Geheilten umgekehrt und zum Glauben an das Evangelium gekommen sind.
+
+ .card.slide.border-primary.mb-3
+ .card-body
+ h5.card-title
+ q ... sein Leben lebt er für Gott
+ h6.card-subtitle.text-muted – und das tun alle anderen Menschen hier auch
+ hr
+ ul.card-text
+ li
+ | Jene Erzähung, die jetzt die Mitte der konzentrischen Gliederung bildet,
+ | war im Kontext Taufe → Wüstensendung → Beginn des öffentlichen Wirkens → Ruf in die Nachfolge
+ | von Röm 6 her mit „leben für Gott“ verbunden worden.
+ li
+ | Die Erzählung von der Heilung der vielen bebildet, wie Jesus „für Gott lebt“: er heilt und treibt Dämonen aus,
+ | was – im Hinblick auf die übertragenen Bedeutung von „Krankheit“ identisch ist.
+ li
+ | Gleichzeitig folgen die Menschen, die die Kranken bringen, dem Ruf zu Umkehr und Glaube und leben
+ | auch sie ganz handgreiflich für Gott, indem sie für ihre Kranken sorgen.
+ li
+ | Da das „Kranksein“ aber letztlich „Sündersein“ ist, die Heilung „gerecht macht“ nicht nur im Sinne eines freispechenden Urteils
+ | sondern einer Dämonenaustreibung, „leben“ – als Konsequenz – nun auch die Geheilten „für Gott“.
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.card-body
h5.card-title
- q Und er verbot den Dämonen zu sagen, dass sie wussten, wer er war
+ q Und er verbot den Dämonen zu reden, weil sie ihn kannten
h6.card-subtitle.text-muted Ein zweiter Blick auf die Schweigegebote im Markus-Evangelium
hr
ul.card-text
@@ -300,24 +493,94 @@ block content
| In beiden geht es um Dämonenaustreibung(en), in beiden findet sich ein Schweigegebot; beide Male bezieht es sich auf das Wissen um die Person Jesu.
li
| Während das Schweigegebot dort einem den Weg Jesu in den Tod am Kreuz vergessenden Bekenntnis den Riegel vorschiebt,
- | kann es sich in diesem Sinne hier mit der Notiz verbinden,
- | dass Johannes der Täufer „ausgeliefert“ wurde (→ Mitte der konzentrischen Gliederung),
- | was indirekt den Tod Jesu präsent macht.
+ | kann es sich in diesem Sinne hier einerseits mit der Notiz verbinden,
+ | dass Johannes der Täufer „ausgeliefert“ wurde (→ Mitte der konzentrischen Gliederung), andererseits mit dem Abend und der untergegangenen Sonne (s. o.),
+ | was beides indirekt den Tod Jesu präsent macht.
li
- | Beiden Schweigegeboten gemeinsam ist also, dass sie sich verbinden lassen mit dem in der jeweiligen Erzählung selbst verschwiegenen
- | Weg Jesu in den Tod am Kreuz, der aber in der Mitte der jeweiligen konzentrischen Gliederung angedeutet ist
- | und der im Hintergrund der Austreibung der unreinen Geister steht:
+ | Beiden Schweigegeboten gemeinsam ist also, dass sie sich verbinden lassen mit dem in der
+ | jeweiligen Mitte der konzentrischen Gliederung bzw. in der Erzählung selbst nur angedeuteten
+ | Weg Jesu in den Tod am Kreuz,
+ | der im Hintergrund der Austreibung der unreinen Geister steht:
br
| Jesus ist gleichsam den unreinen Geistern voraus ins Verderben gegangen, um ihnen den Weg ins Verderben zu bahnen, sie also ins Verderben zu stürzen.
+ br
+ | Das wird aber von den Dämonen verschwiegen; sie wollen – wohl (wie der Dämon in Mk 1,21-28) mittels Titeln – verkünden, wer Jesus ist:
+ | das greift zu kurz, daher das Schweigegebot.
+ li
+ | Das Schweigegebot an die Dämonen ist geschickt am Ende der Erzählung platziert:
+ br
+ | nachdem der Leser in Gedanken ganz bei Auferstehung, Erhöhung und Heilung ist,
+ | wird er – zusammen mit den Dämonen – gehindert, Jesus mit (einseitigen) Titeln, die (nur) seine hoheitliche Stellung verdeutlichen, zu überhäufen;
+ br
+ | er wird – gerade mittels des Schweigebotes – auf das gelenkt, was nur indirekt angedeutet, aber in der direkten Aussage verschwiegen wird:
+ br
+ | den Tiefpunkt des Weges Jesu, den Tod am Kreuz, der aber gerade das „Darum“ der Erhöhung Jesu und des Heils der Menschen ist.
+ li
+ | Die Schweigegebote an die Dämonen sind von der Eigenart des Markus-Evangeliums her zu erklären:
+ br
+ | Jesus ist im ganzen Evangelium bereits der Auferstandene, der „dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzt ist als Sohn Gottes in Macht
+ | seit der Auferstehung von den Toten“ (→ Taufe). Daher hat er Vollmacht auch und gerade über die unreinen Geister.
+ br
+ | Allerdings liegen der Tod Jesu und seine Auferstehung in der Erzählabfolge noch in der Zukunft und ist auch noch keine Leidensankündigung gesprochen,
+ | kann an dieser Stelle des Evangeliums nur indirekt von Jesu Tod und seiner Auferstehung durch Anspielungen erzählt werden.
+ br
+ | Daher setzt Markus Schweigegebote ein, die mit dem Verschweigen der Herkunft von Vollmacht und Hoheit Jesu einhergehen,
+ | zugleich aber – zumindest für den „sehenden Leser“ – die Ursache für Vollmacht und Hoheit Jesu – nämlich seinen Tod am Kreuz
+ | und die darin begründete Auferweckung – indirekt präsent machen:
+ br
+ | Die Schweigegebote sind gesprochen, weil die Ursache für Jesu Vollmacht und Hoheit verschwiegen wird;
+ | in der Umkehrung erzählen die Schweigegebote aber genau davon.
+ br
+ | Insofern die Schweigegebote an die Dämonen gerichtet werden, mit denen Jesus den Weg ins Verderben „teilt“,
+ | ist ein besonderer Aktzent auf den Tod Jesu gelegt.
li
| Wie es in Mk 1,21-28 die Lehre Jesu in Vollmacht ist, die den unreinen Geist austreibt und die effektiv mit dem „Evangelium Gottes/Jesu Christi“
- | im Sinne des Todes und der Auferstehung Jesu – mit einem Akzent auf dem Tod Jesu – identisch ist,
+ | im Sinne des Todes und der Auferstehung Jesu identisch ist,
br
- | so ist es hier das Evangelium vom nahegekommenen Gottesreich, das Jesu Tod und Auferstehung zur Grundlage hat – wieder mit einem Akzent auf dem Tod Jesu (→ „ausgeliefert“) – ,
+ | so ist es hier das Evangelium vom nahegekommenen Gottesreich, das Jesu Tod und Auferstehung zur Grundlage hat,
| das die unreinen Geister austreibt und den Kranken Heilung bringt.
br
| Das Schweigegebot will verhindern, den „Preis“ dieses Heiles – nämlich Jesu Tod am Kreuz – zu vergessen.
-
+
+
+ .card.slide.border-primary.mb-3
+ .card-body
+ h5.card-title
+ q Am Abend, als die Sonne untergegangen war ...
+ br
+ q Und er verbot den Dämonen zu reden, weil sie ihn kannten
+ h6.card-subtitle.text-muted Die Rahmung der Erzählung und die Ursache für die Heilung der Kranken
+ hr
+ ul.card-text
+ li
+ | Wie deutlich geworden ist, beziehen sich sowohl die Zeitangabe am Anfang der Erzählung als auch
+ | das Schweigegebot am Ende der Erzählung auf die Passion Jesu, zugespitzt den Tod Jesu.
+ li
+ | Damit rahmen die Anspielungen auf Jesu Tod die ganze Erzählung, in deren Mitte von Heilungen und Dämonenaustreibungen erzählt wird:
+ br
+ | Der Tod Jesu erscheint als „Rahmen“, als Ursache des in Jesus geschenkten Heils.
+ li
+ | Im Hinblick auf die Dämonen verbindet sich damit das Mit-ins-Verdergen-gerissen-Werden beim Tod Jesu.
+ li
+ | Im Hinblick auf die Heilungen ist die
+ | Analogie zur Heilung der Schwiegermutter des Petrus zu beachten:
+ br
+ | die Parallele im Ablauf der Wüstensendung Jesu und der Heilung der Schwiegermutter des Petrus verortet gerade da,
+ | wo bei der Wüstensendung der Tod Jesu steht, bei der Heilung der Schwiegermutter deren Aufrichtung:
+ br
+ | der Tod Jesu ist der „Wendepunkt“ für Jesus wie für die Schwiegermutter, und auch für die „Kranken“ hier,
+ | deren Heilung einerseits Folge des im soteriologischen Sinne gedeuteten Todes Jesu ist
+ | und andererseits Anteilhabe an der Auferstehung und Erhöhung Jesu.
+ p.card-text.small
+ | Beide Dimensionen des soteriologisch gedeuteten Todes finden sich im Vierten Gottesknecht des Jesaja vorgezeichnet (s. o.).
+ li
+ | In Mk 1,21-28 war es die Lehre Jesu in Vollmacht, die die Erzählung rahmte und die – neben der Auferstehung als Quelle der Vollmacht –
+ | Jesu Gang ins Verderben enthält – als Ursache für die hoheitliche Einsetzung, als Ursache der verliehenen Vollmacht –;
+ br
+ | ganz analog dazu ist Mk 1,32-34 durch indirekte Anspielungen auf Jesu Tod gerahmt
+ | als Ursache für das dazwischen erzählte Heil.
+
+
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title