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- h5.card-title Apostelisten
+ h5.card-title Die Zwölf – Anteil an Jesu eigener Sendung
+ hr
+ p.card-text
+ | Jesus beruft die Zwölf als Teilhaber an seiner eigenen Verkündigung und seiner eigenen
+ | Vollmacht über die Dämonen, um sie später auszusenden.
+ br
+ | Ihre Aufgabe ist es, mit Jesus mitzuwirken bzw. nach Ostern sein Werk fortzusetzen.
+ p.card-text
+ | Die Heilung des Aussätzigen in der Mitte der konzentrischen Gliederung zeigt Jesus (Heilung) bzw. den Aussätzigen (Verkündigung)
+ | als Vorbild.
+ p.card-text
+ | Die Heilung ist dabei als Dämonenaustreibung zu interpretieren – machbar aufgrund der Bezüge in vorausgehenden Erzählungen und Verbindungen –;
+ | gemeint ist mit den Dämonenaustreibungen also das „Reinmachen“ der Menschen in der Taufe, bei der sie den „Austausch“ Jesu mit den „Aussätzigen“ am Kreuz applizieren
+ | und zur Anwendung kommen lassen.
+ p.card-text
+ | Die Verkündigungstätigkeit des Aussätzigen geschieht nach seinem „Austausch“ mit Jesus
+ | – übertragen also nach dessen in der Erzählung angespielten Tod am Kreuz –;
+ br
+ | genauso werden die von Jesus Gesendeten dann vor allem nach Ostern ihre Aufgabe haben, während vorher alles auf Jesus fokusiert bleibt.
+ br
+ | Aber auch nach Ostern ist und bleibt Jesus die zentrale Figur, von der alles ausgeht und bei dem alles zusammenläuft,
+ | worauf die Menschen, die am Ende der Aussätzigenerzählung „von überallher“ zu Jesus kommen, hinweisen.
+
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+ h5.card-title Die Zwölf – „Stammväter“ des erneuerten Gottesvolkes
+ hr
+ p.card-text
+ | Da zum Zwölferkreis auch der spätere Verräter Judas zählt und dieser Kreis sehr bald nach Ostern
+ | keine Rolle mehr spielt (man hat zwar noch Matthias für Judas nachgewählt, doch die Spur der Apostel verliert sich dann in der Apostelgeschichte),
+ | wird man davon ausgehen können, dass Idee und Bestellung des Zwölferkreises auf Jesus selbst zurückgeht.
+ p.card-text
+ | In der Zwölfzahl wird deutlich, dass Jesus das Zwölfstämmevolk Israel durch sein Wirken erneuern wollte;
+ | seine Zwölf sollten die neuen ‚Stammväter‘ des erneuerten Gottesvolkes sein.
+ p.card-text
+ | Deutlich wird damit aber auch, dass der historische Jesus sehr wahrscheinlich eine rein innerisraelitische Perspektive
+ | bzw. ein innerjüdisches Sendungsbewusstsein hatte – die Heiden kamen dann erst nach Ostern und erst „durch den Lauf der frühen Gemeinden-Geschichten“
+ | dazu, wiewohl Verhaltensweisen Jesu hier Andockmöglichkeiten boten, besonders dann aber der Tod Jesu am Kreuz in paulinisch(-markinischer) Interpretation.
+
+ .card.slide.border-primary.mb-3
+ .card-body
+ h5.card-title Die Zwölf – eine bunte Mischung
+ hr
+ p.card-text
+ | Die wenigsten Apostel spielen im Evangelium eine Rolle;
+ br
+ | als Markus sein Evangelium schreibt, ist der Kreis als solcher und sind die meisten seiner Glieder längst nur noch Erinnerung.
+ p.card-text
+ | Petrus und Andreas sowie Jakubus und Johannes sind uns als Fischer mittlerweile bekannt;
+ br
+ | auch die restlichen Apostel dürften eher aus dem „normalen“ bis „einfachen“ Volk stammen – zu bedenken ist allerdings das
+ | zur Herkunft von Jakobus und Johannes Gesagte (→ Philipperhymnus).
+ p.card-text
+ | Auffällig ist, dass etwa auch eine „Simon Kanaanäus“ (=„Simon, der Zelot“) zum Apostelkreis,
+ | also zum engsten Kreis um Jesus zählte.
+ br
+ | Er gehörte damit offensichtlich der Gruppe der Zeloten an, einer militanten Gruppe,
+ | die durchaus mit Gewalt einen Umsturz in Israel wollte.
+ br
+ | Inwieweit er seine Ansichten durch sein Jüngersein angepasst hat oder seine Hoffnungen als Angehöriger der militanten Zeloten auf
+ | den (in der Überlieferung eher friedliebenden) Jesus gesetzt hat (und dann vielleicht von ihm enttäsucht wurde),
+ | wissen wir nicht und gehört in den Bereich der Spekulation. – Bemerkenswert ist seine Zugehörigkeit zu den Aposteln aber allemal.
+ p.card-text
+ | Ob der Beiname „Iskario“ des Judas als Herkunftsbezeichnung zu interpretieren ist (→ „Isch Qerijot“ = Mann aus Kariot)
+ | oder doch Judas als „Sikarier“ (= „Dolchträger“ im Sinne von „Meuchelmörder“) ausweist, einer Untergruppe
+ | der Zeloten, kann auch ncht abschließend geklärt werden, beides erscheint möglich.
+ br
+ | Im Hinblich auf „Simon Kanaanäus“ ist aber gerade die letztere Interpretation nicht die unwahrscheinlichste,
+ | weil sie auch eine gewisse Erklärung geben könnte, warum ausgerechnet Judas zum Verräter wurde.
+ p.card-text
+ | Festzuhalten bleibt, dass Jesus offenbar ganz unterschiedliche Personen mit unterschiedlichen Hoffnungen anziehen konnte;
+ br
+ | sicher hat er – gerade als Messias durch seinen Tod am Kreuz – nicht alle Hoffnungen erfüllen können,
+ | wie das Kreuz unter einigen Jesus-Jüngern ja auch nachösterlich zum „Ärgernis“ geworden ist (→ Mk 1,34-49).
+
+
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+ .card-body
+ h5.card-title
+ q ... und Judas Iskariot, der ihn dann ausgeliefert hat.
+ h6.card-subtitle.text-muted
+ | Judas und der ehedem Aussätzige – ähnlich und doch ganz anders
+ hr
+ p.card-text
+ | In der Mitte der konzentrischen Gliederung ist es der Aussätzige, der trotz Verbot verkündet – allerdings
+ | mit dem positiven Aspekt, dass Jesus, wiewohl mittlerweile durch die Berührung des „Aussätzigen“ selbst „Aussätziger“,
+ | von Leuten „von überallher“ aufgesucht wird.
+ br
+ | Man bedenke: als der ehedem Aussätzige seine Verkündigung beginnt, hat der „Austausch“ schon stattgefunden, ist Jesus „schon tot“.
+ p.card-text
+ | Judas dagegen wird – wiewohl autorisierter Apostel – zum Verräter, der zu Jesu Tod aktiv beiträgt.
+ p.card-text
+ | Der eine wird zum Verkünder der Frohen Botschaft von Jesu Tod zum Heil der Menschen („Austausch“),
+ br
+ | der andere hat das (die Menschen erlösende) Unheil, das über Jesus hereinbricht, mit verursacht
+ | und dabei eine ganz eigenwillige Rolle gespielt (vgl. Mk 14,17-22);
+ br
+ | in diesem Sinne ist auch das „ausgeliefert“ zu verstehen, zwar terminus technicus für die Passion Jesu – letztlich die erlösende Preisgabe des Sohnes durch Gott –,
+ | diesmal aber gerade nicht passivum divinum.
+ | (Lukas verändert vielleicht an dieser Stelle bewusst zum „Verräter“, s. u.)
+
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+ .card-body
+ h5.card-title Apostellisten im Neuen Testament
hr
p.card-text
| Im Neuen Testament gibt es 4 Apostellisten bei den Synoptikern (und eine ganz aus der Reihe fallende im Johannes-Evangelium).
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| Zu beachten ist, dass bei ihm der Zöllner Levi in Matthäus umbenannt wird.
p.card-text.mb-0
- b Unterschiede in den Zwölferlisten bei Namen und Beinamen
+ b Unterschiede in der Reihenfolge
ul.card-text
li Petrus steht immer auf dem ersten Platz und Judas Iskariot immer auf dem letzten Platz.
li
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br
| So stehen hier zwei Brüderpaare nebeneinander: Simon Petrus und sein Bruder Andreas, Jakobus neben seinem Bruder Johannes.
li
- | In der Apostelgeschichte wird diese „familiäre“ Anordnung wieder aufgelöst und erscheinen
+ | In der Apostelgeschichte wird diese „familiäre“ Anordnung wieder aufgelöst und die Brüder erscheinen
| als „gemischtes Doppel“, wie auch die anderen Namen in neuen Paarungen erscheinen.
li
| Im Matthäusevangelium werden weiters die Positionen von Matthäus und Thomas vertauscht.
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