From d00d6b9fd6d4c14d99286642ce4fd1a2946208bd Mon Sep 17 00:00:00 2001 From: Peter Fischer Date: Sat, 25 Sep 2021 18:17:48 +0200 Subject: [PATCH] Mk/Mir nach --- views/nt/ev/mk/getauft/mir_nach.pug | 397 +++++++++++++++++++++++++--- 1 file changed, 363 insertions(+), 34 deletions(-) diff --git a/views/nt/ev/mk/getauft/mir_nach.pug b/views/nt/ev/mk/getauft/mir_nach.pug index 6db8cd7..08e4785 100644 --- a/views/nt/ev/mk/getauft/mir_nach.pug +++ b/views/nt/ev/mk/getauft/mir_nach.pug @@ -3,7 +3,7 @@ include ../mixins block content - .card.mb-3.konzentr-4 + .card.mb-3.konzentr-3 .card-body.gliederung h5.card-title | Inhaltsangabe/Überschrift @@ -11,59 +11,388 @@ block content | Himmlischer Sendungsbeschluss h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,1-3 - .card.mb-3.konzentr-3 - .card-body.gliederung - h5.card-title Johannes der Täufer in der Wüste I: Johannes und seine Umkehrpredigt und Taufe; die Scharen kommen - h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,4-5 - .card.mb-3.konzentr-2 .card-body.gliederung - h5.card-title Johannes der Täufer in der Wüste II: Johannes, der wiedergekommene Elija, der auf den Kommenden und dessen Geisttaufe hinweist - h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-1 Mk 1,6-8 - p.card-text - | Er wird euch mit dem Heiligen Geist taufen. - br - | Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich. + h5.card-title Johannes der Täufer in der Wüste: Seine Taufe und seine Ankündigung des Kommenden + h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,4-8 .card.mb-3.konzentr-1 .card-body.gliederung h5.card-title Die Taufe Jesu h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,9-11 - .card.mb-3.konzentr-2 + .card.mb-3.konzentr-1 .card-body.gliederung h5.card-title Die Versuchung Jesu - h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-1 Mk 1,12-13 - p.card-text - | Der Geist treibt Jesus in die Wüste. - br - | Jesus in Auseinandersetzung mit Satan [= der Starke]. + h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,12-13 - .card.mb-3.konzentr-3 + .card.mb-3.konzentr-2 .card-body.gliederung h5.card-title Johannes tritt ab, Jesus tritt auf: Eröffnungsruf des Wirkens Jesu: Kehrt um! Das Reich Gottes ist zum Greifen nahe! h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,14-15 - .card.mb-3.konzentr-4 + .card.mb-3.konzentr-3 .card-body.gliederung h5.card-title Die Berufung der ersten Jünger h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,16-20 + + + .slide.mb-3 + hr + p.card-text.mb-0.konzentr-3.bibeltextkonzentr + | 1 Anfang des Evangeliums Jesu Christi, Sohn (eines) Gottes. + br + | 2 Wie geschrieben steht beim Propheten Jesaja: + br + q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der einen Weg bahnen wird. + br + q 3 Stimme eines Rufers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen! + p.card-text.mb-0.konzentr-2.bibeltextkonzentr + | 4 So trat Johannes der Täufer in der Wüste auf und verkündete eine Taufe der Umkehr zu Vergebung der Sünden. + br + | 5 Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus; + br + | sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen. + p.card-text.mb-0.konzentr-2.bibeltextkonzentr + | 6 Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften + br + | und er lebte von wildem Honig. + br + | 7 Er verkündete: + q + | Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich; + br + | ich bin es nicht wert, mich zu bücken und ihm die Riemen der Sandalen zu lösen. + br + | 8 Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen. + p.card-text.mb-0.konzentr-1.bibeltextkonzentr + | 9 Und es geschah in jenen Tagen, da kam Jesus aus Nazareth in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen. + br + | 10 Und sogleich, als er aus dem Wasser stieg, sah er, + br + | dass der Himmel aufriss und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam. + br + | 11 Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: + q Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden. + p.card-text.mb-0.konzentr-1.bibeltextkonzentr + | 12 Und sogleich trieb der Geist Jesus in die Wüste. + br + | 13 Jesus blieb vierzig Tage in der Wüste und wurde vom Saten in Versuchung geführt. + br + | Er lebte bei den wilden Tieren und die Engel dienten ihm. + p.card-text.mb-0.konzentr-2.bibeltextkonzentr + | 14 Nachdem Johannes ausgeliefert worden war, ging Jesus nach Galiläa; + br + | er verkündete das Evangelium Gottes + br + | 15 und sprach: + q + | Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. + br + | Kehrt um und glaubt an das Evangelium! + p.card-text.konzentr-3.bibeltextkonzentr + | 16 Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er simon und Andreas, den Bruder des Simon, + | die auf dem See ihre Netze auswarfen; sie waren nämlich Fischer. + br + | 17 Da sagte er zu ihnen: + q + | Kommt her, mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. + br + | 18 Und sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm nach. + br + | 19 Als er ein Stück weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; + | sie waren im Boot und richteten ihre Netze her. + br + | 20 Sogleich rief er sie und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und folgten Jesus nach. - p - | Als Jesus aus dem Wasser stieg ... korrespondiert dem Auftrag an die Jünger, - | Menschenfischer zu werden: die ziehen auch aus dem Wasser! - - p - | Jakobus und Johannes werden als Söhne des Zebedäus eingeführt; sie verlassen ihren Vater. - br - | Sie werden – auf dem Weg der Nachfolge – zu Söhnen Gottes. - br - | Angespielt ist – als Hintergrundfolie – sicher auch darauf, dass Jesus seinen Vater verlassen hatte, um Mensch zu werden - | und sein Leben hinzugeben: Frucht seines Todes und seiner Auferstehung ist für ihn selber, nun Sohn Gottes in Macht seit der Aufestehung von den Toten (→ Röm!) zu sein, - | aber eben auch, dass Menschen zu Söhnen Gottes werden. + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title + q Anfang + h6.card-subtitle.text-muted Beginn einer neuen Sammlungsbewegung + hr + ul.card-text + li Jesus beruft die ersten vier Jünger. + li Im Laufe des Evangeliums werden viele dazu kommen. + li Jesu initiiert eine neue Sammlungsbewegung, eine Erneuerungsbewegung (zunächst) innerhalb des Gottesvolkes Israel. + li + | In diesem Sinne sind die Stichworte „Netz“ und „Menschenfischer” (u. a.) zuverstehen: + br + | → Wie ein Fischernetz dazu dient, Fische zusammenzusammeln, so will Jesus – mit Hilfe seiner Jünger – Menschen zusammensammeln, mit ihm als Mitte. + li + | Dass Jesus eine Sammlungsbewegung losgetreten hat, kann stets neu in Erinnerung rufen: + br + | Christlich-jüdischer Glaube war und ist nicht nur Privatsache oder Sache einer einzelnen Familie, + | sondern ein „Gemeinschaftsprojekt“, ein Netzwerk, das die Menschen untereinander und mit Gott/Christus verbindet, + | gerade auch im Alltag und im (nicht nur gottesdienstlichen) gemeinsamen Feiern. + li + | Indem Markus hier hervorhebt, dass Jesus Brüder beruft, lässt er schon etwas vom „geschwisterlichen Geist“, der im (neuen) Gottesvolk herrschen soll, erahnen. + li + | Dass es immer zwei sind korrespondiert damit, dass Jesus seine Jünger später „zu zweit“ aussenden wird; dies entspricht auch dem jüdischen Zeugnisrecht, + | wonach es für eine gültige Aussage immer zwei Personen braucht. + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title + q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahnen wird + br + q Bereitet den Weg des Herrn + br + | → + q Kommt her, mir nach! + hr + ul.card-text + li + | Der Berufungs-Ruf „Kommt her, mir nach!“ greift unzweifelt die Ankündigung des vorausgehenden göttlichen Boten auf. + br + | → Jesus ist der göttliche Bote schlechthin, die die Existenz der ihm Nachfolgenden bestimmt, indem er ihnen „den Weg bahnen“ wird. + li + | Auch spiegelt sich der Imperativ „Kommt her, mir nach!“ im Imperativ „Bereitet den Weg des Herrn“. + br + | → Wer in die Nachfolge Jesu eintritt, bereitet den Weg des Herrn, stellt sich also in den Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen. + li + | Schon hier ist klar, dass „Nachfolge“ mehr ist, als ein Jesus „Nachlaufen“ oder das physiche „Bei Jesus sein”. + li + | Nachfolge meint letztlich: + br + i + | Den Weg, den Jesus vorausgegangen ist, im eigenen Leben nachgehen. + br + | Also: so leben, wie Jesus selbst gelebt hat, in seinen Fußspuren wandeln. + + .card.slide.border-secondary.mb-3 + .card-body + h5.card-title Blick in die Zukunft + hr + ul.card-text + li + | Die berufenen Jünger stehen am Anfang ihres Weges mit Jesus; + br + | gleiches gilt für den „unbedarften“ Leser. + li + | Für sie ist vor allem der Blick in die Zukunft bedeutsam: + br + | sie werden bei Jesus „in die Schule gehen“ und lernen, was „Nachfolge“ heißt und heißen muss. + + .card.slide.border-secondary + .card-body + h5.card-title Blick nach hinten + hr + ul.card-text + li + | Ist die Erzählung der Taufe Jesu als Erzählung (auch und besonders) von Tod und Auferstehung Jesu „enttarnt“ ergibt sich noch eine andere Sichtweise. + li + | Dadurch, dass die Taufe Jesu mit der das Wohlgefallen Gottes äußernden „Stimme vom Himmel“ zusammen mit der Erzählung von der Versuchung Jesu + | die konzentrische Mitte der Gliederung bildet, ist diese durch das Gegenüber von Gott und Satan/Sünde ausgezeichnet. + li + | Das Gegenüber Gott – Sünde und dies ausgehend von der Taufe und ihrer soteriologisch-ethische Bedeutung findet sich auch im Röm 6: + br + q.bibeltext + | 3 Wisst ihr denn nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getaufen wurden, auf seinen Tod getauft worden sind? + br + | 4 Wir wurden ja mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod, damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters + | von den Toten auferweckt wurde, in der Neuheit des Lebens wandeln. + br + | 5 Wenn wir nämlich mit der Gestalt seines Todes verunden wurden, dann werden wir es auch mit der seiner Auferstehung sein. + br + | 6 Wir wissen doch: Unser alter Mensch wurde mitgekreuzigt, damit der von der Sünde beherrschte Leib vernichtet werde, + | sodass wir nicht mehr Sklaven der Sünde sein. + br + | 7 Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde. + br + | 8 Sind wir nun mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden. + br + | 9 Wir wissen, dass Christus, von den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod hat keine Macht mehr über ihn. + br + i 10 Denn durch sein Sterben ist er ein für alle Mal gestorben für die Sünde, sein Leben aber lebt er für Gott. + br + i 11 So begreift auch ihr euch als Menschen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus. + br + | 12 Daher soll die Sünde nicht mehr in eurem sterblihcen Leib herrschen, sodass ihr seinen Begierden gehorcht. + br + | 13 Stellt eure Glieder nicht der Sünde zur Verfügung als Waffen der Ungerechtigkeit, sondern stellt euch Gott zur Verfügung + | als Menschen, die aus Toten zu Lebenden geworden sind, und stellt eure Glieder als Waffen der Gerechtigkeit in den Dienst Gottes! + span.bibelstelle Röm 6,3-13 + li + | Nun muss auffallen, dass der Erzählzusammenhang Mk 1,9-20 genau dem Schema Röm 6,9-11 entspricht: + ul.card-text + li Die Taufe – ganz im Sinne von Röm 6,3-5 – „vergegenwärtigt“ den Tod und die Auferstehung Jesu (→ Röm 6,9.10a). + li Die Versuchung entspricht der Aussage, dass Jesus „ein für alle Mal gestorben [ist] für die Sünde“ (→ Röm 6,10b). + li Das Auftreten Jesu in Galiläa und seine Verkündigung des Evangeliums „bebildert“, dass er „sein Leben [...] lebt für Gott“ (→ Röm 6,10c). + li + | Die folgende Jüngerberufung mit „Kommt her, mir nach!“ schließt sich daran absolut konsequent an, im Sinne des + br + q So begreift auch ihr euch als Menschen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus + | (→ Röm 6,11). + li + | So kann der Ruf zur Nachfolge in Mk 1,16-20 ganz im Sinne von Röm 6,11 verstanden werden, wobei das weitere Evangelium darlegen wird, + | was es nun heißt, „tot zu sein für die Sünde“ und „für Gott zu leben in Christus Jesus“. + li.small + | Im Hinblick auf die Komposition des Evangeliums lässt sich somit sagen: + br + | In Mk 1,1-11 folgt Markus Röm 1,1-4, wobei die Taufe das „dem Geist der Heiligkeit eingesetzt als Sohn Gottes in Macht seit + | der Auferstehung von den Toten“ bebildet; gleichzeitig ist die Tauferzählung der Anlass, nach Röm 6 zu springen + | und von dort aus in die Nachfolge Jesu zu rufen, dessen neue Existenz als Auferstandener eine Analogie im Leben der Christen haben muss. + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title + q Wasser + | – + q Wüste + | – + q Geist + h6.card-subtitle.text-muted Von der unheilvollen Gemeinsamkeit scheinbarer Gegensätze + hr + ul + li In der konzentrischen Mitte stehen „Wasser“ (Jordan) und „Wüste“ nebeneinander. + li Wasser wird oft mit „Leben“ assoziiert, Wüste dagegen mit „Tod“. + li Wie schon an anderer Stelle erwähnt, kann aber auch das Wasser mit Untergang und Tod assoziiert werden, wie es Markus in seinem Evangelium auch immer wieder tut. + li + i + | Gerade im Hinblick auf die Taufe – Hinabsteigen, Untertauchen – symbolisiert das Wasser nicht eigentlich ein „Abwaschen“ von Sünden, + | sondern ein Sterben gegenüber dem alten Leben und ein „Neugeschaffenwerden“ zu einem neuen Leben, das nicht mehr von der Sünde beherrscht ist. + li + | In diesem Sinne ist die Taufe ein echter Durchgangsritus: durch den Tod hindurch zu einem neuen Leben. + li + | Bestimmend ist für die neue Existenz ist der Geist Gottes, der in den beiden Erzählungen der konzentrischen Mitte begegnet: + br + | aus ihm lebt der Christ, lässt sich von ihm führen; und er hilft auch, Versuchung zu bestehen. + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title + q Menschenfischer + h6.card-subtitle.text-muted Nepper, Schlepper, Bauernfänger? – Durchgang zu einem neuen Leben im Dienste Gottes! + hr + ul.card-text + li + | Der Begriff Menschenfischer hat in der damaligen Zeit einen negativen Klang, + | vergleichbar unserem Nepper, Schlepper, Bauernfänger; + br + | das kommt ja wohl auch davon, dass das im Fischernetz Gefangene zu Tod und Verzehr bestimmt ist ... + li.small + | Es ist wohl diesem Hintergrund geschuldet, dass der Evangelist Lukas den Begriff „Menschenfischer“ + | durch „Menschen (lebendig) fangen“ (= „beleben“, „wiederbeleben“) ersetzt. + li + | Indem die Erzählung von der Taufe eine der beiden Erzählungen der konzentrischen Mitte ist, verdeutlicht Markus, wie er „Menschenfischer“ hier besonders verstanden wissen will: + br + | Als Spendung des Sakramentes der Taufe! + li + | Dieses ist das Sakrament der Christwerdung, das in die Gemeinschaft der Christen hineinstellt; gleichsam das Netz, das alle Christen zusammenhält. + li + | Gleichzeitig wird deutlich, dass der negative Beiklang des Wortes „Menschenfischer“ kein „Unfall“ ist, keine „verbesserungswürdige Wortwahl“; + | vielmehr beinhaltet „Menschenfischer“ – ganz im Sinne von Röm 6 – + | das realsymbolische Sterben des Täuflings in der Taufe und das „aus dem Wasser steigen“ zu einer neuen Existenz, die Jesus zum Maßstab nimmt. + li + | Indem Jesus die Jünger zu Menschenfischern machen will, nimmt er sie für sich und das Evangelium in Dienst; + br + | in ihnen spiegeln sich die Engel der Versuchungserzählung in der Mitte der konzentrischen Gliederung wider, die Jesus dienen. + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title + q Söhne + h6.card-subtitle.text-muted Eintreten in die Sohnschaft gegenüber Gott + hr + ul.card-text + li In der Tauferzählung wird Jesus als Sohn Gottes angesprochen, und in der Versuchung erweist sich Jesus auch als Sohn Gottes (vgl. Mk 15,39!). + li + | In der ganzen christlichen Theologie ist mit der Taufe der Gedanke verbunden, dadurch selbst „Sohn Gottes“ zu werden. + br + span.small Wobei „Sohn“ hier als christologisch-soteriologischer Begriff zu vestehen ist und die „Töchter“ einschließt. + li + | Darauf spielen sicher auch die Stichworte „Sohn“ und „Vater“ im Hinblick auf die Brüder Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, an. + br + | → Indem sie ihren menschlichen Vater verlassen und in die Nachfolge Jesu eintreten werden sie zu Söhnen Gottes. + li + | Diese Notiz hat auch eine besondere inhaltliche Tiefe: + ul.card-text + li Es wird erwähnt, dass Zebedäus auch Tagelöhner hat. + li Dies weist auf einen gewissen Wohlstand der Familie hin, den die beiden Söhne erben würden, wenn sie bei ihrem Vater bleiben würden. + li Indem sie Jesus nachfolgen, lassen sie dieses Erbe zurück. + li + | Es fällt zwar nur besonders durch die konzentrische Gliederung auf, aber das Evangelium insgesamt lässt keinen Zweifel, + | dass dies für Markus ein sehr wichtiger Gedanke ist: + br + i Jakobus und Johannes brechen durch ihre Jesus-Nachfolge aus einer Gesellschaft des Habens aus + br + | (auch wenn es immer wieder Rückfälle gibt, vgl. Mk 10,35-40). + li + | Gerade darin folgen sie Jesus nach, wenn man vom „Philipperhymnus“ (Phil 2,6-11) her denkt, + | der besingt, wie Christus seine himmlische Herrlichkeit – seinen Vater – verlassen hat, um Mensch und Diener zu werden, + | und der von Paulus überliefert wird, um den Christen zu veranschaulichen, wie auch sie gesinnt sein sollen (→ Nachfolge!). + li + | Der „Wechsel“ des Vaters (Mensch → Gott) verdeutlicht noch ein Zweites: + br + i + | es geht auch um ein Ausbrechen aus der patriarchalischen (oder – je nach kulturellem Kontext – matriarchalischen) Prägung + | menschlicher Gesellschaft, um ein Ausbrechen aus menschlichen Herrschaftsstrukturen. + br + span.small Siehe auch oben: „geschwisterlicher Geist“. - hr - + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title Alles verlassen? + h6.card-subtitle.text-muted Fragen zur Radikalität der Jesus-Nachfolge + hr + ul.card-text + li Auffällig ist, wie unbedingt und ohne weitere Umschweife („sogleich“!) die Berufenen in die Nachfolge eintreten. + li Auch wird von den vier erstberufenen Jüngern erzählt, dass sie ihren Beruf und ihre Familie hinter sich lassen, um Jesus nachzufolgen. + li + | Als alttestamentliches Vorbild kann die Berufung des Elischa durch Elija dienen; teils klingt dies sehr ähnlich: + br + q.bibeltext + | ... Elija ... traf ... Elischa, den Sohn Schafats. + br + | Er war gerade mit zwölf Gespannen am Pflügen und er selbst pflügte mit dem zwölften. + br + | Im Vorbeigehen warf Elija seinen Mantel über ihn. Sogleich verließ Elischa die Rinder, eilte Elija nach ... + span.bibelstelle 1 Kön 19,19-20 + ul.card-text + li Wie die Erstberufenen gearde ihre Netze auswarfen, ist Elischa gerade beim Pflügen. + li Wie Jakobus und Johannes über ihren Vater identifiert werden, so auch Elischa. + li Hier wie dort ist das „sogleich“ hervorstechend. + li Hier wie dort ist ein gewisses Vermögen der Familien vorauszusetzen: Zebedäus hat Tagelöhner, die Familie des Elischa hat nicht nur eines, sondern zwölf Gespanne. + li Wie die Jünger Jesus nachgehen sollen, läuft Elischa Elija nach. + li Während Elischa noch in einer größeren Aktion sich von seinen Eltern verabschiedet, ist dies bei Jakobus und Johannes klar knapper und damit dringlicher formuliert. + li Insgesamt wird man sagen dürfen, dass die Berufungserzählung des Elischa Pate gestanden hat für die Berufungserzählung der ersten Jünger bei Markus. + li Auffällig muss aber sein, dass man wenig später im Haus der Schwiegermutter des Petrus einkehrt (Mk 1,29-31). + li + | Paulus kann in 1 Kor 9,5 erwähnen, dass die übrigen Apostel, die Herrenbrüder und – eigens erwähnt – auch Petrus ihre (christlichen) Frauen + | auf ihren Missionsreisen dabei haben. + li + | Petrus und auch die anderen haben also offenbar nicht einfach ihre Familien allein („im Stich“) gelassen. + li + | Es kommt auf die Priorisierung an: Die Nachfolge muss an oberster Stelle stehen und alles ist von ihr her zu betrachten. + li + | Das schließt sicher manches aus – wie das Evangelium noch verdeutlichen wird –, familiäre Bindungen aber nicht. + li + | Wichtig ist Markus die Unbedingtheit der Nachfolge; in diesem Sinne ist es eine radikale Nachfolge. + + + .card.slide.border-primary + .card-body + h5.card-title Jesus, der Johannes „Nachfolgende“ + hr + ul.card-text + li + | Passend zur Nachfolgethematik am unteren Ende der konzentrischen Glieerung, stehen sich + | auf der inneren Position Johannes der Täufer und Jesus gegenüber. + li + | Johannes hatten den Stärkeren angekündigt, der nach ihm kommt; dieser – Jesus – tritt nun auf, nachdem Johannes ausgeliefert worden war. + li + | Beide verbindet der Ruf zur Umkehr. + li + | Die Taufe der Vielen wird in Beziehung gesetzt zu „Reich Gottes“, „Evangelium“, „Umkehr“ und „Glaube“ – + | alles Themen, die sich in der christlichen Theologie auch sonst mit der Taufe verbinden. + ul.card-text + li Die Taufe ist Folge der geforderten Umkehr. + li Gleichzeitig setzt die Taufe den Glauben an das Evangelium voraus. + li Durch die Taufe wird man Teil einer neuen Wirklichkeit, nämlich des angebrochenen Reiches Gottes. + +//- .small h6 Unwahrscheinliche Gliederungsvariante p