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| und Ort des „Austausches“ ist der Tod am Kreuz (s. o.).
li
| Während in der Heilung des „Aussätzigen“ der „Austausch“ konstitutiv ist,
- | enthält der Philipperhymnus nicht explizit den Gedanken, dass die Erniedrigung des Gottgleichen geschieht, um jemand anderen zu erhöhen;
+ | enthält der Philipperhymnus nicht explizit den Gedanken, dass die Entäußerung und Erniedrigung des Gottgleichen zugunsten eines anderen geschieht, also um jemand anderen zu beschenken bzw. aufzurichten;
br
| der Hymnus geht vielmehr zur Erhöhung des sich selbst erniedrigt habenden durch Gott über.
li
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| Jeder achte nicht nur auf das eigene Wohl, sondern auch auf das der anderen.
span.bibelstelle Phil 2,3a.4
li
- | Mit „gehorsam“ und „Tod am Kreuz“ enthält der Hymnus aber schon selber Begriffe, die eine soteriologische Bedeutung der Erniedrigung des Gottgleichen andeuten bzw. beinhalten:
+ | Mit „Entäußerung“, „gehorsam“ und „Tod am Kreuz“ enthält der Hymnus aber schon selber Begriffe, die eine soteriologische Bedeutung der Erniedrigung des Gottgleichen andeuten bzw. beinhalten:
ul.card-text
li
| In der Adam-Christus-Parallele in Röm 5,12-21 wird dem Gehorsam Christi eine soteriologische Funktion beigemessen:
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br
| so werden auch durch den Gehorsam des einen die vielen zu Gerechten gemacht werden.
span.bibelstelle Röm 5,19
+ li
+ | Der Gedanke der „Entäußerung“ („Entleerung“) begegnet in
+ span.bibelstelle 2 Kor 8,9
+ | im Sinne eines „Austausches“:
+ br
+ q.bibeltext
+ | Denn ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus:
+ br
+ | Er, der reich war, wurde euretwegen arm, um euch durch seine Armut reich zu machen.
+ br
+ | Paulus will damit die Korinther zur Kollekte für Jerusalem motivieren.
+ br
+ span.small
+ | Dieser Vers steht auch im Hintergrund von Mk 10,21!
li
| Der „Tod am Kreuz“ ist in der gesamten paulinischen Tradition „Ort des Heiles“.
br
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br
| Daher ist es wahrscheinlich, dass Entleerung und Erniedrigung des Gottgleichen „bis zum Tod am Kreuz“ analog im Sinne eines „Austausches“ zu verstehen sind:
br
- | um den Menschen, der in die Tiefe der Gottferne gefallen war, aus dieser Gottferne zu erlösen – in diesem Sinne zu Gott zu erheben –, ist der Gottgleiche in die Tiefe der Gottferne – den Tod am Kreuz – hinabgestiegen.
+ | um den Menschen, der in die Tiefe der Gottferne gefallen war, aus dieser Gottferne zu erlösen – ihn mit Gottes Gnade zu beschenken und ihn aufzurichten –, ist der Gottgleiche in die Tiefe der Gottferne – den Tod am Kreuz – hinabgestiegen.
li
| Der Hymnus weist im Vergleich zum Gottesknechtslied eine doppelte Radikalisierung auf:
br
- | Der „Austausch“ geschieht als Entleerung und Erniedrigung von der höchsten Stelle – der Gottgleichheit – herab in die tiefste Tiefe der Gottferne des Tod am Kreuz,
+ | Der „Austausch“ geschieht auf Seiten des Erlösers als Entleerung und Erniedrigung von der höchsten Stelle – der Gottgleichheit – herab in die tiefste Tiefe der Gottferne des Tod am Kreuz,
br
- | und die Erhöhung stellt nicht „unter die Großen und Mächtigen“, sondern verleiht „den Namen, der größer ist als alle Namen“.
+ | und die Erhöhung stellt nicht in die Gemeinschaft der „Großen und Mächtigen“, sondern verleiht „den Namen, der größer ist als alle Namen“.
li
| Insgesamt wird man sagen können, dass die Heilung des „Aussätzigen“
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li
| Weil das Thema „Austausch“ für die Erzählung von der Heilung des „Aussätzigen“ konstitutiv ist und
| das Handeln Jesu mit dem der Zebedäussöhne verknüpft ist,
- | ist nahegelegt, dass das Thema „Austausch“ auch bei den Söhne des Zebedäus eine Rolle spielen muss.
+ | ist nahegelegt, dass das Thema „Austausch“ auch bei den Söhnen des Zebedäus eine Rolle spielen muss.
li
| Allerdings kommt es beim „Menschen reinigen“ – also der Taufe – nicht zu einem „Austausch“ der Jünger mit den Täuflingen (in dem Sinne, dass die Taufspender „unrein“ werden würden).
br
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li
| So sollen – auf die ethische Ebene übertragen – auch die Jünger einen „Austausch“ vollziehen:
br
- i Die Habenden verzichten, damit die, die nichts haben, beschenkt werden.
+ i Die Habenden verzichten, damit die, die nichts haben, beschenkt werden.
+ span.small (Vgl. Mk 10,21)
br
- i Der Mächtigen werden zu Dienern, damit die, die „Letzte“ sind, bedient werden.
+ i Der Mächtigen werden zu Dienern, damit die, die niedergedrückt sind oder ausgenutzt werden, aufrichtend-befreiende Hilfe erfahren.
+ span.small (Vgl. Mk 10,42-44)
br
- | Denn gerade dies ist das Handeln des Gottessohnes nach dem Philipperhymnus, das für die Menschen Erlösung gebracht hat.
+ | Denn gerade dies ist das Handeln des Gottessohnes nach dem Philipperhymnus, das für die Menschen Erlösung gebracht hat.
+ span.small (Vgl. Mk 10,45)
+ br
+ span.small
+ | Zugegeben: Bei Mächtige → Diener hinkt der „Austausch“ etwas; dies liegt aber daran,
+ | dass keine neuen Mächtigen kreiert werden sollen, sondern eine Gemeinschaft von Dienern entstehen soll,
+ | in der aber gerade „die ganz unten“, die „Letzten“, Hilfe erfahren, aufgerichtet werden und in diesem Sinne nicht „Letzte“ bleiben;
+ br
+ | wer sich aber zum Diener dieser „Letzten“ macht, der stellt sich auf die Stufe noch darunter, wird in diesem Sinne zum „Letzten der Letzten“,
+ | so dass die „Letzten“ eine Stufe nach oben erhöht werden.
li
- | So erhält das ethische Handeln der Zebedäus-Söhne bei ihrer Berufung ein Gegenüber, wie das soteriologische
+ | Durch das Eintragen des „Austausches“ erhält das ethische Handeln der Zebedäus-Söhne bei ihrer Berufung ein menschliches Gegenüber, wie das soteriologische
| Handeln Jesu und der Jünger schon immer ein Gegenüber hatte:
br
| Ihr Verzicht und ihr Gehorsam Jesus gegenüber geschieht nicht in ein „Nichts“ hinein, auch nicht primär um eines
- | himmlischen Lohnes willen,
+ | himmlischen Lohnes willen, ihr Dienst in der Nachfolge Jesu ist kein (rein) spirituell-liturgischer Dienst;
br
- i sondern geschieht zugunsten eines menschlichen Gegenübers, mit dem es in gewisser Weise zu einem „Austausch“ kommt.
+ i ihr Verzicht und ihr Dienst geschehen zugunsten eines menschlichen Gegenübers, mit dem es in gewisser Weise zu einem „Austausch“ kommt.
br
| Damit zielt Nachfolge auf die umfassende Verwandlung der Lebensumstände im Hier und Heute: der eigenen zugunten der von anderen
| im Sinne einer Teilhabe an der „Neuheit des Lebens“ und des „Aufrichtens von Menschen“.