From 6dec9267b97feb9e90dc3af9f62e414d3495beb5 Mon Sep 17 00:00:00 2001 From: Peter Fischer Date: Thu, 8 Sep 2022 17:22:25 +0200 Subject: [PATCH] Tippfehler korrigiert --- views/nt/ev/mk/getauft/andrang.pug | 12 +-- views/nt/ev/mk/getauft/braeutigam.pug | 2 +- views/nt/ev/mk/getauft/menschensohn.pug | 12 +-- views/nt/ev/mk/getauft/neue_schoepfung.pug | 4 +- views/nt/ev/mk/getauft/verrueckt.pug | 95 +++++++++++++++++++++- 5 files changed, 108 insertions(+), 17 deletions(-) diff --git a/views/nt/ev/mk/getauft/andrang.pug b/views/nt/ev/mk/getauft/andrang.pug index 047bbd3..2863939 100644 --- a/views/nt/ev/mk/getauft/andrang.pug +++ b/views/nt/ev/mk/getauft/andrang.pug @@ -256,17 +256,17 @@ block content | Die Aussätzigenerzählung bildete das Ende einer konzentrischen Gliederung, als die Berufung der ersten Jünger die Mitte bildete. p.card-text | Als weiterer Hinweis auf die Richtigkeit der gewählten konzentrischen Gliederung kann gelten, - | dass die Andrangerzählung mit einem Schweigegebot endet, + | dass die Andrangserzählung mit einem Schweigegebot endet, br | und die Aussätzigenerzählung am sinnvollsten da geteilt wird, wo das Schweigegebot ausgesprochen wurde, | dieses selbst zum ersten Teil rechnend. p.card-text - | Auffallen muss auch, dass die Andrangerzählung zu Beginn jene Menschen erwähnt, die Jesus aus Galiläa folgen; + | Auffallen muss auch, dass die Andrangserzählung zu Beginn jene Menschen erwähnt, die Jesus aus Galiläa folgen; br | man kann – die Mitte der konzentrischen Gliederung nach oben erweiternd (Mk 1,39) – darin jene sehen, | die Jesus bei seinem Ziehen durch ganz Galiläa quasi eingesammelt hat. p.card-text - | Damit gibt es in der Andrangerzählung Bezüge nicht nur zur (ganzen) Aussätzigenerzählung, sondern auch zur Episode davor. + | Damit gibt es in der Andrangserzählung Bezüge nicht nur zur (ganzen) Aussätzigenerzählung, sondern auch zur Episode davor. br | Gleichzeitig macht das Gegenüber von Mk 1,39 und Mk 1,45 deutlich, dass diese beiden Episoden sich | in der konzentrischen Gliederung gegenüber stehen wollen und nicht selber als (direkter) Teil der Mitte gedacht sind. @@ -289,7 +289,7 @@ block content br | er berührt sie aber auch nicht einfach nur (symbolisch), br - | vielmehr kommt es zu einem heildenden Austausch: + | vielmehr kommt es zu einem heilenden Austausch: br | Jesus lädt die Krankheit der Menschen auf sich und gibt ihnen dafür sein Leben. @@ -308,10 +308,10 @@ block content br | was in der Mitte an einem erzählt wird, daran wollen (sollen) die (umfassenden) Vielen Anteil haben. li - | Schon in vorherigen Erzählung ist die Heiden-Themaik präsent gewesen (Apostelnamen, doppeltes Dachöffnen; Gesetzesthematik); + | Schon in vorherigen Erzählung ist die Heiden-Thematik präsent gewesen (Apostelnamen, doppeltes Dachöffnen; Gesetzesthematik); br | hier nun wird mit der Herkunft von Menschen aus Tyrus und Sidon – also Städten, die mehrheitlich von Heiden bewohnt werden – - | diese Thematik explizit aufgegrifen; + | diese Thematik explizit aufgegriffen; br | auch die Heiden gehören zu den „Vielen“ dazu, die an der Erlösung in Christus Anteil haben. diff --git a/views/nt/ev/mk/getauft/braeutigam.pug b/views/nt/ev/mk/getauft/braeutigam.pug index 527a041..fffc4a3 100644 --- a/views/nt/ev/mk/getauft/braeutigam.pug +++ b/views/nt/ev/mk/getauft/braeutigam.pug @@ -200,7 +200,7 @@ block content span.bibelstelle Jes 53,11 hr p.card-text.mb-0 - | Das Gegenüber von Johannespredgit und Taufe Jesu einerseits sowie Mahl mit den Zöllnern und Sündern samt + | Das Gegenüber von Johannespredigt und Taufe Jesu einerseits sowie Mahl mit den Zöllnern und Sündern samt | Streitgespräch andererseits vergegenwärtigt den zitierten Vers aus dem Vierten Gottesknechtslied des Jesaja: ul.card-text li diff --git a/views/nt/ev/mk/getauft/menschensohn.pug b/views/nt/ev/mk/getauft/menschensohn.pug index 23f7d8c..5e49a68 100644 --- a/views/nt/ev/mk/getauft/menschensohn.pug +++ b/views/nt/ev/mk/getauft/menschensohn.pug @@ -175,8 +175,8 @@ block content | des Schöpfers am 7. Tag) und erinnert an die Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten. | Daher ist dieser Tag in besonderer Weise Gott geweiht. p.card-text - | Doch interessant ist, wozu Gott diesen Tag einsetzt. Bei einer Betrachtung des Sabbat- - | gebotes fällt ja auf, dass an diesem Tag nicht nur jene ruhen sollen, die es sich leisten + | Doch interessant ist, wozu Gott diesen Tag einsetzt. Bei einer Betrachtung des Sabbatgebotes + | fällt ja auf, dass an diesem Tag nicht nur jene ruhen sollen, die es sich leisten | könnten – weil andere für sie arbeiten –, sondern dass auch Sklaven, Tiere und sogar | Fremde ruhen sollen. Ein Tag umfassender Ruhe, an dem Gleichheit vor Gott und vor- | einander herrschen soll in der gemeinsamen, Regeneration fördernden Ruhe – unabhängig von sozialem Stand @@ -309,10 +309,10 @@ block content | Das Mahl mit den Zöllnern und Sündern – das auffälligerweise in Mk 2,16-17 nochmal wiederholt erzählt wird (!) – | ist Vorwegnahme und schon Vollzug dessen, dass Jesus sich „unter die Abtrünnigen rechnen ließ“. li - | Bezüglich des Ährenraufens verteidgt Jesus seine Jünger – wieder, wie schon in der Fastenfrage; + | Bezüglich des Ährenraufens verteidigt Jesus seine Jünger – wieder, wie schon in der Fastenfrage; | doch er tut es auf andere Weise!: br - | Während er dort die Schuldfrage auf sich zieht, argumentiert er hier mit der Prozexistenz des Sabbats: + | Während er dort die Schuldfrage auf sich zieht, argumentiert er hier mit der Proexistenz des Sabbats: | der Sabbat ist für den Menschen da; selbst der hochsakrale Charakter des Tempels in Jerusalem wird menschlichem Bedürfnis untergeordnet; | Jesus tritt also pointiert für seine Jünger ein. br @@ -336,7 +336,7 @@ block content | Der Menschensohn ist nicht gekommen, sich dienen zu lassen, | sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele. br - | Andererseits mit seinem Geschick, wie es der Philipperhymnus besingt; Entäußerung, Erniedriung und Gehorsam bis zum Tod am Kreuz als Proexistenz gedeutet. + | Andererseits mit seinem Geschick, wie es der Philipperhymnus besingt; Entäußerung, Erniedrigung und Gehorsam bis zum Tod am Kreuz als Proexistenz gedeutet. li.small | Interessanterweise ist auch das Wort zur Verteidigung der Tischgemeinschaft Jesu mit den Abtrünnigen analog formuliert: br @@ -389,7 +389,7 @@ block content | verbunden mit dem Fasten der Johannes-Jünger und dem künftigen Fasten der Jesus-Jünger; br | die Abwesenheit Jesu – Anspielung auf seinen Tod – assoziiert dabei die gewaltsam verfügte Abwesenheit des Täufers; - | auch im Gegenüber dieser beiden Erählungen ist also das mit der jeweiligen Sendung sich verbindende Schicksal angesprochen. + | auch im Gegenüber dieser beiden Erzählungen ist also das mit der jeweiligen Sendung sich verbindende Schicksal angesprochen. br span.small | Dass im unteren Rand der konzentrischen Gliederung in der Chiffre der Proexistenz des Sabbats die Proexistenz des Menschensohnes diff --git a/views/nt/ev/mk/getauft/neue_schoepfung.pug b/views/nt/ev/mk/getauft/neue_schoepfung.pug index c31a514..809d8eb 100644 --- a/views/nt/ev/mk/getauft/neue_schoepfung.pug +++ b/views/nt/ev/mk/getauft/neue_schoepfung.pug @@ -218,7 +218,7 @@ block content h6.card-subtitle.text-muted | Das Markus-Evangelium als „Passionserzählung mit langer Einleitung“ br - | Die bestimmende Thematk „Austausch“ + | Die bestimmende Thematik „Austausch“ hr p.card-text | Überraschend hart ist schon hier der Beschluss der Gegner gefällt, Jesus gewaltsam aus @@ -243,7 +243,7 @@ block content | Somit ist der Abschnitt „Galiläa C“ durch den Gedanken des Austausches gerahmt: | er begegnet im ‚Scharnier‘ davor und er schließt „Galiläa C“ ab. br - | Das bindet dies enthaltenen Erzälungen sehr stark an das vorausgehende ‚Scharnier‘. + | Das bindet dies enthaltenen Erzählungen sehr stark an das vorausgehende ‚Scharnier‘. p.card-text.mb-0 | Im Horizont des Austausches Jesu mit dem Aussätzigen ergeben sich – für den „ungeschulten Leser“ – Fragen: ul.card-text diff --git a/views/nt/ev/mk/getauft/verrueckt.pug b/views/nt/ev/mk/getauft/verrueckt.pug index 089bd8c..a2a24fd 100644 --- a/views/nt/ev/mk/getauft/verrueckt.pug +++ b/views/nt/ev/mk/getauft/verrueckt.pug @@ -162,7 +162,7 @@ block content p.card-text.konzentr-1.mb-0.bibeltextkonzentr | 2,1 Als er nach einigen Tagen wieder nach Kafarnaum hineinging, wurde bekannt, dass er im Hause war. br - | 2 Und es versammelten sich so viele Menschen, dass nich einmal mehr vor der Tür Platz war; + | 2 Und es versammelten sich so viele Menschen, dass nicht einmal mehr vor der Tür Platz war; br | und er verkündete ihnen das Wort. p.card-text.konzentr-3.bibeltextkonzentr @@ -170,4 +170,95 @@ block content br | 21 Als seine Angehörigen davon hörten, machten sie sich auf den Weg, um ihn mit Gewalt zurückzuholen; br - | denn sie sagten: Er ist von Sinnen. \ No newline at end of file + | denn sie sagten: Er ist von Sinnen. + + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title Jesus und seine Familie – offenbar ein spannungsreiches Verhältnis + hr + p.card-text + | Hier hat sich wahrscheinlich die Erinnerung erhalten, dass es eine Spannung gab zwischen Jesus und seiner leiblichen Familie + | während Jesu irdischen Wirkens. + br + | Im ganzen Evangelium des Markus wird nie positiv von einem Familienangehörigen Jesu gesprochen, + | auch fehlt – besonders auffällig – die Familie etwa in der Apostelliste oder überhaupt „irgendwo“ in der Nachfolgeschar; + | kein Bruder Jesu ist dort genannt, auch keine Schwester erwähnt. + br + | Stattdessen ist immer wieder vom Verlassen der Familie und der Heimat die Rede – das ist einerseits im Hinblick + | auf den Philipper-Hymnus zu verstehen (siehe auch die Söhne des Zebedäus), kann andererseits aber kaum Thema sein, + | wenn nicht auch der historische Jesus seine Heimat und Familie verlassen hat, um als Wanderprediger durch die Lande zu ziehen. + p.card-text + | Bemerkenswert ist auch, dass Matthäus und Lukas trotz Kindheitserzählungen (die an sich unhistorisch sind) + | das Bild von der Familie Jesu, das sie von Markus weitgehend übernommen haben, nicht korrigieren, + | ja die Radikalität Jesu auch was die Scheidung von der eigenen Familie anbelangt durch die umfangreichere + | Wortüberlieferung noch gesteigert haben. + p.card-text + | Was genau den historischen Jesus dazu gebracht hat, seine Familie zu verlassen, wird nirgendwo thematisiert; + | es erscheint im Rahmen seiner Sendung quasi als göttliche Notwendigkeit ohne weiteres Hinterfragen akzeptiert zu sein. + p.card-text + | Das Urteil „von Sinnen“ der Familie über Jesus ist an sich mehrdeutig und schwierig zu interpretieren. + br + | Dies umso mehr, als in der folgenden Erzählung, die von der Thematik „leibliche/geistliche Familie“ gerahmt wird, + | eine Problematik hinsichtlich der paulinischen Rechtfertigungslehre thematisiert wird (Stichwort: „Diener der Sünde“). + + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title Jesus und seine Familie – nach Ostern auf einmal präsent + h6.card-subtitle.text-muted Ein Blick in die früheste Kirchengeschichte + hr + p.card-text + | So selbstverständlich, wie die Familie Jesu während seines irdischen Wirkens keine (positive) Rolle spielt, + br + | so selbstverständlich ist in der Apostelgeschichte nach Ostern die Familie Jesu (zumindest für eine gewisse Zeit) präsent. + p.card-text + | Auch wenn hier vielleicht manches – in Anlehnung an die Kindheitserzählungen – geschönt ist: + br + | dass der Herrenbruder Jakobus eine führende Rolle in der Urgemeinde in Jerusalem eingenommen hat, + | das belegt auch Paulus in seinem Brief an die Gemeinden in Galatien. + p.card-text + | Es scheint sogar so zu sein, dass Jakobus effektiv Petrus, der ganz selbstverständlich alle Apostellisten anführt, + | vertrieben hat. + br + | Jakobus und Paulus scheinen sich theologisch recht scharf gegenübergestanden zu haben; Petrus dagegen hat wohl versucht, + | eher eine ausgleichende Position einzunehmen, auch dort, wo das eigentlich nicht geht; + br + | jedenfalls hatte Jakobus eine so dominante Rolle eingenommen, dass Petrus dann in Antiochien sein Verhalten + | gegenüber den Heidenchristen ändert, als Leute aus dem Jakobus-Kreis dorthin kommen, was Paulus scharf kritisiert + | (→ Antiochenischer Zwischenfall). + p.card-text + | Jakobus stand für ein eher jüdische Traditionen bewahrendes Christentum („judaisierende Christen“) mit klarer + | Bejahung des jüdischen Gesetzes als Identity-Marker (→ Beschneidung); + br + | er gehört damit zu jenen, für die das Kreuz ein „Ärgernis“ ist – die es also im Gegensatz zu Paulus relativieren + | und mit dem jüdischen Gesetz versöhnen –, wie sie uns als Gegenüber + | zum auf Paulus durchsichtigen markinischen Jesus bereits begegnet sind (und auch in der nachfolgenden Erzählung begegnen werden). + p.card-text + | Es wird wohl so sein, dass Jakobus tatsächlich etwas näher am irdischen Jesus steht als Paulus, + br + | andererseits hat Paulus nachvollziehbare klare Konsequenzen aus dem Tod Jesu am Kreuz gezogen, der alles + | nochmal verändert hat. + br + | Jakobus & Co haben – in den Augen des Paulus – da harmonisiert, wo eigentlich nicht zu harmonisieren ist. + p.card-text + | Klar ist jedenfalls, dass die Variante des Christentums um den Herrenbruder Jakobus eine innerjüdische Sekte geblieben ist und + | mit ihm das Christentum insgesamt geblieben wäre; es wäre wohl längst untergegangen, + | wie es heute (leider) effektiv keine Judenchristen mehr gibt. + br + | Dass das Christentum zu einer weltweiten Bewegung werden konnte, ist nicht zuletzt Paulus zu verdanken + | mit seiner gesetzesfreien Heidenmission und seiner damit zusammenhängenden + | biblisch (gerade alttestamentlich) begründeten Rechtfertigungslehre. + p.card-text + | Dabei muss man ergänzen, dass es schon vor Paulus eine Öffnung zu den Heiden gab, vornehmlich wohl in Antiochien, + | verbunden mit einer Relativierung des jüdischen Gesetzes gerade was Speise- und Reinheitsvorschriften sowie die Beschneidung anbelangt, + | wozu man sich offenbar durch Jesu eigenes Verhalten, seine Predigt, seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung, berechtigt sah. + br + | Dieses in dieser Hinsicht „Judentum light“ war für die sogenannten „Gottesfürchtigen“ attraktiv, also jenen Heiden, die mit dem + | Judentum, vor allem dem Glauben an den einen Gott, geliebäugelt haben, den formellen Übertritt aber gescheut haben, + | weil er mit der Übernahme von Speise- und Reinheitsvorschriften des Judentums eine Veränderung der sozialen Bezüge mit sich gebracht hätte, + | was für viele abschreckend war. + br + | Es war aber vor allem Paulus, der dann zu dem Protagonisten dieser „gesetzesfreien Heidenmission“ schlechthin geworden ist + | und der dies auch biblisch-theologisch begründet hat. +