diff --git a/views/nt/ev/mk/getauft/reinigen.pug b/views/nt/ev/mk/getauft/reinigen.pug index b0d9151..09cee2c 100644 --- a/views/nt/ev/mk/getauft/reinigen.pug +++ b/views/nt/ev/mk/getauft/reinigen.pug @@ -506,6 +506,8 @@ block content | Der Evangelist macht auch deutlich: br | Das Wunderbare, das über Jesus erzählt wird, zieht die Menschen an, weil sie daran teilhaben wollen. + li + | Durch seine – wenn auch eigentlich verbotene – Verkündigungstätigkeit erweist sich der Geheilte als „Menschenfischer“. .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body @@ -535,7 +537,7 @@ block content | Es findet ein „Austausch“ statt (im Tod am Kreuz) tr td.card-text - | Jesus verlässt den „einsamen Ort“ und zieht verkündigend durch „ganz Galiläa“ + | Jesus verlässt den „einsamen Ort“, nicht aber um sich zurückholen zu lassen; er zieht vielmehr verkündigend durch „ganz Galiläa“ td.card-text | Der Geheilte verkündet, was Jesus an „einsame Orte“ treibt; br @@ -553,7 +555,8 @@ block content | einmal geht Jesus zu den Menschen in weitem Umfeld („ganz Galiläa“), einmal kommen die Menschen aus weitem Umfeld („von überallher“) zu ihm. li | Während in Mk 1,35-39 Petrus Jesus in die Einsamkeit verfolgt, weil er ihn von dort „zurückholen“ will – das „Ärgernis des Kreuzes“ beseitigen will –, - | kommen die Menschen in Mk 1,40-45 „von überallher“ (→ Juden und Völkerwelt!) zu Jesus in die „Einsamkeit“, weil sie das „Ärgernis des Kreuzes“ + | ist es in Mk 1,40-45 die diesen heilende Begegnung mit dem Aussätzigen, die Jesus im Ergebnis in die „Einsamkeit“ treibt; und es + | kommen Menschen „von überallher“ (→ Juden und Völkerwelt!) zu Jesus in die „Einsamkeit“, weil sie das „Ärgernis des Kreuzes“ | positiv anzieht: im Tod Jesu am Kreuz sehen sie ihre Chance auf Heil, wie es der „Aussätzige“ erlebt hat. .card.slide.border-primary.mb-3 @@ -630,7 +633,7 @@ block content | im Sinne einer Teilhabe an der Auferstehung Jesu – wie etwa bei der Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus –, | die alle ohne ein sich auf das Wunder beziehendes Schweigegebot erzählt werden, br - | sondern um den „Austausch“ Jesu, den er mit dem Kranken vollzieht und der anschaulich bebildert wird. + | sondern um den „Austausch“ Jesu, den er mit dem Kranken vollzieht und der anschaulich bebildert wird. li | Gemeinsam ist den Dämonenaustreibungen und dem „Austausch“ mit dem „Aussätzigen“ | die Verbindung des Wunders nicht mit der Auferstehung, sondern mit dem Tod Jesu am Kreuz: @@ -638,11 +641,23 @@ block content | den Dämonen geht Jesus mit seinem Tod am Kreuz ins „Verderben“ voraus; br | mit dem „Aussätzigen“ findet im Tod am Kreuz ein „Austausch“ statt. + li.small + | Auch etwa bei der Heilung der Schwiegermutter des Petrus oder den Massenheilungen in Mk 1,32-34 war zwar deutlich, + | dass es Jesu Tod am Kreuz ist, der die Ursache der Heilung ist; + br + | aber es überwog doch die Parallele zwischen Jesu Auferwechung („darum hat ihn Gott über alle erhöht“) + | und der Aufrichtung/Heilung der Menschen. + br + | Hier dagegen gibt es gerade keine Parallele zwischen der Heilung des „Aussätzigen“ und Jesu Auferstehung, auch wenn jene am Ende angedeutet ist; + | vielmehr ist der „Austausch“ die einzig mögliche Deutekategorie. + br + | Freilich ist das Thema „Austausch“ schon gegenwärtig gewesen, wo Gal 3,10-14 bzw. Gal 4,4-6 im Hintergrund präsent war; + | explizit ist es aber er hier in einer Erzählung umgesetzt. li | So kann das hier vorhandene Schweigegebot als Signal verstanden werden: ol.card-text li - | in die in Mk 1,21-28 mit dem Schweigegebot korrelierende inhaltlich nicht direkt bestimmte „Lehre Jesu“ ergänzend + | in die in Mk 1,21-28 mit dem Schweigegebot korrelierende inhaltlich nicht direkt bestimmte „Lehre Jesu“ ergänzend | diese Deutung des Todes Jesu als „Austausch“ einzutragen; li | kommende Erzählungen mit Schweigegeboten im Hinblick auf Wunder (im Unterschied zu Schweigegeboten im Hinblick auf die Person Jesu) @@ -833,10 +848,12 @@ block content br | und wir so durch den Glauben den verheißenen Geist empfangen. li - | Der „Segen für die Völker“ (→ Gen 12,3) in Verbindung mit dem Freikauf vom (Fluch des) Gesetz(es) war in der vorhergehenden Erzählung Thema; + | Der „Segen für die Völker“ (→ Gen 12,3) in Verbindung mit dem Freikauf vom (Fluch des) Gesetz(es) war besonders in der vorhergehenden Erzählung Thema + | (ist aber auch hier präsent, s. u.); br | jetzt geht es um den Freikauf als solchen – das stellvertretende Tragen des Fluches – und es kommen daher - | – als jene, „die unter dem Gesetz stehen“ (→ Gal 4,5) – besonders die Juden in den Blick. + | – als jene, „die unter dem Gesetz stehen“ (→ Gal 4,5) – besonders die Juden in den Blick; die Erzählung ist aber – + | wie auch die Ausführungen des Paulus im Galaterbrief – generell zu verstehen. li | Insofern Gal 4,4-5 das Thema „Sohn Gottes“ bzw. „Sohnschaft“ in die Heilung des „Aussätzigen“ einträgt, br @@ -844,6 +861,21 @@ block content | der konzentrischen Gliederung: br | der „Aussätzige“ wird durch den „Austausch“ mit Jesus zu einem Sohn Gottes, wie die Söhne des Zebedäus durch ihre Nachfolge zu Söhnen Gottes werden. + li + | Der „Austausch“ im Sinne von „dem Gesetz unterstellt“ – „vom Fluch des Gesetzes freigekauft“ begegnet sowohl in der Erzählung von der Heilung des Aussätzigen + | selbst, als auch im Verhältnis Mitte und unteres Ende der konzentrischen Gliederung: während Jesus „dem Gesetz unterstellt“ ist, + | sind neben dem Aussätzigen auch die Jünger davon befreit: ihr Netz ist zerrissen (– sie müssen nun aber auch aufhören, es zu flicken, s. u.). + li + | Im der Verbindung Mitte und unteres Ende der konzentrischen Gliederung ist auch der „Segen für die Völker“ (im Sinne von alle Völker, Juden und Heiden verbindend) + | gegenwärtig: + ul.card-text + li + | Die Namen der Apostel vergegenwärtigen Griechen (Simon, Andreas) und Juden (Jakobus, Johannes). + li + | Die Leute kommen „von überallher“ zu Jesus in die „Einsamkeit“. + li + | Die Erzählung der Heilung des „Aussätzigen“ macht – mit Gesetzesthematik und „Austausch“ (Freikauf vom Fluch des Gesetzes im Kreuz!) – + | sowohl Gal 4,4-5 als auch Gal 4,10-14 gegenwärtig; letztere Stelle (s. o.) nennt den „Segen für die Völker“ als Folge und Ziel des Freikaufes vom Fluch des Gesetzes. .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body @@ -902,8 +934,11 @@ block content .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title + | Die Söhne des Zebedäus und der Philipperhymnus – Der „Aussätzige“ und das Vierte Lied vom Gottesknecht + h6.card-subtitle.text-muted + | „Auf, mir nach!“ – in den (ethischen) Austausch zugunsten der Menschen + br | „Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahnen wird“ II - h6.card-subtitle.text-muted Der Philipperhymnus in seinem Kontext und seine Bezüge zur vorliegenden konzentrischen Gliederung hr p.card-text | In der Mitte der konzentrischen Gliederung steht die Berufung der ersten Jünger mit dem Ruf Jesu: „Kommt her, mir nach!“. @@ -921,10 +956,6 @@ block content | Jedensmal geht es um Nachfolge, um das Beispiel Jesu, dem es nachzueifern gilt: br i Jesus ist der Bote Gottes vor den Jüngern her, der ihren weiteren Weg verbindlich bestimmt. - p.card-text - | Davon angeleitet, entdeckt man gerade in dieser konzentrischen Gliederung viele Bezüge, - | die sich mit dem Philipperhymnus in Verbindung bringen lassen. - p.card-text q.bibeltext | 6 Er war Gott gleich, hielt es aber nicht als einen Raub fest, Gott gleich zu sein, @@ -941,563 +972,426 @@ block content br | 11 und jede Zunge bekennt: Jesus Christus ist der Herr zur Ehre Gottes, des Vaters. span.bibelstelle Phil 2,6-11 - p.card-text - | Wie die folgenden Ausführungen belegen, steht die ganze konzentrische Gliederung in besonderer Weise in Verbindung - | mit dem Philipperhymnus und dessen Kontext - | und soll in Zusammenhang mit diesem gelesen werden im Sinne einer Vergegenwärtigung, Bebilderung - | und Anwendung dieses Hymnus analog zu seiner Verwendung im Brief des Paulus an die Philipper. + | Am unteren Ende der konzentrischen Gliederung ist mit der Heilung des „Aussätzigen“ das Vierte Lied vom Gottesknecht präsent; + | beide Hymnen/Lieder sind aufeinander zu beziehen. - .card.slide.border-secondary.mb-2 + + .card.slide.border-secondary.mb-1 .card-body - h5.card-title - q - | Er war Gott gleich, hielt es aber nicht als einen Raub fest, Gott gleich zu sein, - br - | sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. - br - | ... er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, - br - | bis zum Tod am Kreuz - h6.card-subtitle.text-muted - | Oberes und unteres Ende der konzentrischen Gliederung - br - | in Verbindung mit der Berufung der Söhne des Zebedäus in der Mitte der konzentrischen Gliederung + h5.card-title Parallelen im Handeln Jesu nach dem Philipperhymnus und bei der Heilung des „Aussätzigen“ vor dem Hintergrund des Vierten Liedes vom Gottesknecht + h6.card-subtitle.text-muted Jesus, Sohn (eines) Gottes, erniedrigt sich und „tauscht“ mit einem „Letzten“ hr - .card.slide.border-secondary.mb-1 - .card-body - h5.card-title Philipperhymnus und Heilung des „Aussätzigen“ - h6.card-subtitle.text-muted Jesus, Sohn (eines) Gottes, erniedrigt sich und „tauscht“ mit einem „Letzten“ - hr + ul.card-text + li + | Der Philipperhymnus besingt, wie der Gottgleiche die Position tauscht: + br + | aus der himmlischen Herrlichkeit heraus in die Erniedrigung bis zum schmachvollen Tod am Kreuz; + br + | von weiter oben als der Gottgleichheit kann man nicht kommen, tiefer als zum Tod am Kreuz – vorgestellt auch als äußerste Gottferne – kann man nicht sinken: + br + | Jener, der eigentlich – qua Gottgleichheit – „Erster“ ist, wird zum „Letzten“. + li + | In Analogie dazu erzählt die Heilung des Aussätzigen, dass Jesus, Sohn (eines) Gottes – Titel des „Ersten“ in der römischen Gesellschaft –, + | mit einem „Aussätzigen“ einen „Austausch“ vollzieht, von einem Gesunden zu einem „Kranken“ wird, + | um den Kranken gesund zu machen (→ „er hat unsere Krankheit getragen“); + br + | durch „Aussätzigsein“ aber gehört man zu den „Letzten“ der Gesellschaft, + br + | und Ort des „Austausches“ ist der Tod am Kreuz (s. o.). + li + | Während in der Heilung des „Aussätzigen“ der „Austausch“ konstitutiv ist, + | enthält der Philipperhymnus nicht explizit den Gedanken, dass die Entäußerung und Erniedrigung des Gottgleichen zugunsten eines anderen geschieht, also um jemand anderen zu beschenken bzw. aufzurichten; + br + | der Hymnus geht vielmehr zur Erhöhung des sich selbst erniedrigt habenden durch Gott über. + li + | Allerdings zeigt der Kontext des Hymnus im Philipperbrief, dass Paulus den Hymnus der Erniedrigung des Gottgleichen und seine darauffolgende Erhöhung + | in seinen Brief aufnimmt, um damit ein Verhalten der Gemeinde zugunsten anderer zu motivieren, bei dem der Gedanke „Erniedrigung zur Erhöhung anderer“ eine Rolle spielt + | und er also den Hymnus im diesem Sinne versteht: + br + q.bibeltext + | In Demut schätze einer den anderen höher ein als sich selbst. + br + | Jeder achte nicht nur auf das eigene Wohl, sondern auch auf das der anderen. + span.bibelstelle Phil 2,3a.4 + li + | Mit „Entäußerung“/„erniedrigen“, „gehorsam“ und „Tod am Kreuz“ enthält der Hymnus aber schon selber Begriffe, die eine soteriologische Bedeutung der Erniedrigung des Gottgleichen andeuten bzw. beinhalten: ul.card-text li - | Der Philipperhymnus besingt, wie der Gottgleiche die Position tauscht: - br - | aus der himmlischen Herrlichkeit heraus in die Erniedrigung bis zum schmachvollen Tod am Kreuz; - br - | von weiter oben als der Gottgleichheit kann man nicht kommen, tiefer als zum Tod am Kreuz – vorgestellt auch als äußerste Gottferne – kann man nicht sinken: - br - | Jener, der eigentlich – qua Gottgleichheit – „Erster“ ist, wird zum „Letzten“. - li - | In Analogie dazu erzählt die Heilung des Aussätzigen, dass Jesus, Sohn (eines) Gottes – Titel des „Ersten“ in der römischen Gesellschaft –, - | mit einem „Aussätzigen“ einen „Austausch“ vollzieht, von einem Gesunden zu einem „Kranken“ wird, - | um den Kranken gesund zu machen (→ „er hat unsere Krankheit getragen“); - br - | durch „Aussätzigsein“ aber gehört man zu den „Letzten“ der Gesellschaft, - br - | und Ort des „Austausches“ ist der Tod am Kreuz (s. o.). - li - | Während in der Heilung des „Aussätzigen“ der „Austausch“ konstitutiv ist, - | enthält der Philipperhymnus nicht explizit den Gedanken, dass die Entäußerung und Erniedrigung des Gottgleichen zugunsten eines anderen geschieht, also um jemand anderen zu beschenken bzw. aufzurichten; - br - | der Hymnus geht vielmehr zur Erhöhung des sich selbst erniedrigt habenden durch Gott über. - li - | Allerdings zeigt der Kontext des Hymnus im Philipperbrief, dass Paulus den Hymnus der Erniedrigung des Gottgleichen und seine darauffolgende Erhöhung - | in seinen Brief aufnimmt, um damit ein Verhalten der Gemeinde zugunsten anderer zu motivieren, bei dem der Gedanke „Erniedrigung zur Erhöhung anderer“ eine Rolle spielt - | und er also den Hymnus im diesem Sinne versteht: + | In der Adam-Christus-Parallele in Röm 5,12-21 wird dem Gehorsam Christi eine soteriologische Funktion beigemessen: br q.bibeltext - | In Demut schätze einer den anderen höher ein als sich selbst. + | Wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die vielen zu Sündern gemacht worden sind, br - | Jeder achte nicht nur auf das eigene Wohl, sondern auch auf das der anderen. - span.bibelstelle Phil 2,3a.4 + | so werden auch durch den Gehorsam des einen die vielen zu Gerechten gemacht werden. + span.bibelstelle Röm 5,19 + br + | Man beachte, dass die Formulierung in Röm 5,19b eine gewisse Nähe zu + span.bibelstelle Jes 53,11b + | hat, die schon mehrfach im Hintergrund der markinishen Kompositionen entdeckt wurde: + br + q.bibeltext + | Mein Knecht, der gerechte, macht die Vielen gerecht; + br + | er lädt ihre Schuld auf sich. + br + | Bezieht man – was sicher im Sinne des Paulus ist – den „Gehorsam“ in Röm 5,19 auf die Gehorsamstat + | des Todes am Kreuz (wie es auch dem Philipperhymnus entsprechen würde), dann hat der Gehorsam Jesu „stellvertretende Wirkung“; + br + | wir sind sehr nahe am Motiv des „Austausches“, das das Vierte Lied des Gottesknechtes bei Jesaja durchzieht. + br + | Zu beachten ist auch, dass bestimmte Züge dieses Liedes sich mit dem Motiv des bei Jesus besungengen „Gehorsam bis zum Tod am Kreuz“ + | verbinden können: + br + q.bibeltext + | Er wurde bedrängt und misshandelt, aber er tat seinen Mund nicht auf. + br + | Wie ein Lamm, das man zum Schlachten führt, und wie ein Shaf vor seinen Scherern verstummt, so tat auch er seinen Mund nicht auf. + span.bibelstelle Jes 53,7 li - | Mit „Entäußerung“, „gehorsam“ und „Tod am Kreuz“ enthält der Hymnus aber schon selber Begriffe, die eine soteriologische Bedeutung der Erniedrigung des Gottgleichen andeuten bzw. beinhalten: + | Der Gedanke der „Entäußerung“ („Entleerung“) begegnet in + span.bibelstelle 2 Kor 8,9 + | im Sinne eines „Austausches“: + br + q.bibeltext + | Denn ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus: + br + | Er, der reich war, wurde euretwegen arm, um euch durch seine Armut reich zu machen. + br + | Paulus will damit die Korinther zur Kollekte für Jerusalem motivieren. + br + | Markus greift 2 Kor 8,9 in + span.bibelstelle Mk 10,21 + | auf, stimmig verknüpft mit dem Gedanken der Nachfolge: + q.bibeltext + | Da sah Jesus ihn (= den reichen Mann) an, umarmte ihn uns sagte: + br + | Eines fehlt dir noch: + br + i Geh, verkaufe, was du hast, gib es den Armen + br + | und du wirst einen Schatz im Himmel haben; + br + | dann komm und folge mir nach! + li + | Das Motiv Erniedrigen/Dienen – wieder mit dem Gedanken der Nachfolge – begegnet in + span.bibelstelle Mk 10,42-45 + | – in der Gesamtgliederung genau gegenüber zur Thematik Reichtum! –: + br + q.bibeltext + | 42 ... Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und ihre Großen ihre Macht gegen sie gebrauchen. + br + | 43 Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, + br + | 44 und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein. + br + | 45 Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele. + br + | Sicher ist hier nicht ein Austausch erzählt – es geht ja nicht darum, dass die Machtlosen Mächtige werden –, wohl aber ein damit verwandter Positionstausch: + br + | Der Menschensohn – dieser Titel assoziiert Macht und Herrschaft – wird zum Diener, zum Sklaven. + br + | Die Wendung „Lösegeld für viele“ wiederum fügt sich in das Motiv „Austausch“ perfekt ein. + br + | Ferner begegnet wieder der Ausdruck „für viele“ (→ Jes 53,11b; Röm 5,19). + br + | Der Ausdruck „Sklave“ ist Mk 10,45 und dem Philipperhymnus (Phil 2,7!) gemeinsam. + li + | Bestimmte Züge des Philipperhymnus dürften sich direkt dem Vierten Gottesknechtslied verdanken. ul.card-text li - | In der Adam-Christus-Parallele in Röm 5,12-21 wird dem Gehorsam Christi eine soteriologische Funktion beigemessen: + | Dies gilt besonders für die eigentümliche Formulierung „bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz“ im Philipperhymnus. + br + | Dass „bis zum Tod am Kreuz“ nachklappt – wobei damit auch eine besondere Betonung auf ihm liegt –, + | wird oftmals als Indiz dafür gesehen, dass es sich um eine paulinishe Ergänzung handelt, + | weil er viel Wert auf den Tod Jesu am Kreuz legt, der Tod am Kreuz in der gesamten paulinischen Tradition „Ort des Heiles“ ist. + br + | Allerdings könnte auch + span.bibelstelle Jes 53,12a + | im Hintergrund stehen: + q.bibeltext + | ... er sein Leben dem Tod preisgab und sich unter die Abtrünnigen rechnen ließ. + br + | Der Tod am Kreuz lässt sich als Tod der Abtrünnigen/Verbrecher sehr gut mit dem Satzteil „sich unter die Abtrünnigen rechnen ließ“ verbinden. + br + | Damit ergeben sich folgende Entsprechungen: + table.table.table-sm + tbody + tr + td sein Leben dem Tod preisgab + td bis zum Tod + tr + td sich unter die Abtrünnigen rechnen ließ + td bis zum Tod am Kreuz + + li + | Auffällig ist, dass im Vierten Gottesknechtslied der stellvertretende Tod – analog zum Tod am Kreuz im Philipperhymnus – Grund für die Erhöhung ist: br q.bibeltext - | Wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die vielen zu Sündern gemacht worden sind, + | Deshalb gehe ich ihm Anteil unter den Großen und mit den Mächtigen teilt er die Beute, br - | so werden auch durch den Gehorsam des einen die vielen zu Gerechten gemacht werden. - span.bibelstelle Röm 5,19 - li - | Der Gedanke der „Entäußerung“ („Entleerung“) begegnet in - span.bibelstelle 2 Kor 8,9 - | im Sinne eines „Austausches“: + | weil er sein Leben dem Tod preisgab und sich unter die Abtrünnigen rechnen ließ. + span.bibelstelle Jes 53,12a-b br q.bibeltext - | Denn ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus: + | ... bis Tod, bis zum Tod am Kreuz. br - | Er, der reich war, wurde euretwegen arm, um euch durch seine Armut reich zu machen. - br - | Paulus will damit die Korinther zur Kollekte für Jerusalem motivieren. - br - span.small - | Dieser Vers steht auch im Hintergrund von Mk 10,21! + | Darum hat ihn Gott über alle erhöht ... + span.bibelstelle Phil 2,8-9* li - | Der „Tod am Kreuz“ ist in der gesamten paulinischen Tradition „Ort des Heiles“. - br - | Im Philipperhymnus klappt diese Wendung nach und ist daher betont, sicher in einem soteriologischen Sinne. - br - ul.card-text.small - li - | Vielleicht hängt die auffällige Doppelung „bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz“ mit dem Vierten Lied vom Gottesknecht des Jesaja zusammen; - br - | dort findet sich die Aussage „... er sein Leben dem Tod preisgab und sich unter die Abtrünnigen rechnen ließ“ (Jes 53,12a): - br - | der Tod am Kreuz lässt sich als Tod der Abtrünnigen/Verbrecher sehr gut mit dem Satzteil „sich unter die Abtrünnigen rechnen ließ“ verbinden. - li - | Auffällig ist, dass im Vierten Gottesknechtslied der stellvertretende Tod – analog zum Tod am Kreuz im Philipperhymnus – Grund für die Erhöhung ist: - br - q.bibeltext - | Deshalb gehe ich ihm Anteil unter den Großen und mit den Mächtigen teilt er die Beute, - br - | weil er sein Leben dem Tod preisgab und sich unter die Abtrünnigen rechnen ließ. - span.bibelstelle Jes 53,12a-b - li - | Wahrscheinlich speist sich also der Philipperhymnus aus dem Vierten Gottesknechtslied. - li - | Das Vierte Lied vom Gottesknecht, das mit der Aussage „Er hat unsere Krankheit getragen“ (Jes 53,4a) auch Pate für die Erzählung von der - | Heilung des „Ausätzigen“ stand, ist generell vom „Austausch“ geprägt, so auch das Sich-unter-die-Abtrünnigen-rechnen-Lassen im Sinne des - | „Mein Knecht, der gerechte, macht die Vielen gerecht; er lädt ihre Schuld auf sich. ... Er hob die Sünden der Vielen auf und trat für die Abtrünnigen ein“ (Jes 53,11d.12c). - br - | Daher ist es wahrscheinlich, dass Entleerung und Erniedrigung des Gottgleichen „bis zum Tod am Kreuz“ analog im Sinne eines „Austausches“ zu verstehen sind: - br - | um den Menschen, der in die Tiefe der Gottferne gefallen war, aus dieser Gottferne zu erlösen – ihn mit Gottes Gnade zu beschenken und ihn aufzurichten –, ist der Gottgleiche in die Tiefe der Gottferne – den Tod am Kreuz – hinabgestiegen. - li - | Der Hymnus weist im Vergleich zum Gottesknechtslied eine doppelte Radikalisierung auf: - br - | Der „Austausch“ geschieht auf Seiten des Erlösers als Entleerung und Erniedrigung von der höchsten Stelle – der Gottgleichheit – herab in die tiefste Tiefe der Gottferne des Tod am Kreuz, - br - | und die Erhöhung stellt nicht in die Gemeinschaft der „Großen und Mächtigen“, sondern verleiht „den Namen, der größer ist als alle Namen“. - - li - | Insgesamt wird man sagen können, dass die Heilung des „Aussätzigen“ - | genau das erzählt, was der Philipperhymnus bis zum soteriologisch verstandenen „Tod am Kreuz“ besingt, nur dass die Erzählung von Jes 53,4a her das Bild „gesund ↔ krank“ nutzt. - br - | Wie der Philipperhymnus vom Vierten Gottesknechtslied inspiriert ist, so auch die Heilung des „Aussätzigen“, - | die aber im Kontext der konzentrischen Gliederung auch mit dem Philipperhymnus in Beziehung steht. - - //- li - | In diese Analogie der Erniedrigung des Gottessohnes im Philipperhymnus und bei der Heilung des Aussätzigen - | ist die Parallele im Handeln des Gottessohnes Jesus und der Söhne des Zebedäus einzubinden: - br - | Auf der soteriologischen Ebene gilt: - br - i Der Gesunde – Jesus – wird „krank“, damit der Kranke gesund wird. - | – Dies führen die Söhne des Zebedäus weiter, indem sie künftig Menschen „reinigen“ und dabei diesen „Austausch“ Jesu vergegenwärtigen und zur Anwendung bringen. - br - | Dazu kommt aber, dass diese Reihung auf das zu übertragen ist, - | was von den Söhnen des Zebedäus neben dem Netzreinigen (→ Ausgangspunkt für ihr späteres soteriologisches Handeln) noch erzählt wird; - br - | dabei ist vom „Austausch“ Jesu her auch dort ein „Austausch“ zu ergänzen auf der ethischen Ebene: - br - i Die Habenden verzichten, damit die, die nichts haben, etwas haben. - br - i Der Mächtigen werden zu Dienern, damit die, die Diener sind, bedient werden. - - .card.slide.border-secondary.mb-1 - .card-body - h5.card-title Die Söhne des Zebedäus: Berufen zum Dienst am Menschen - h6.card-subtitle.text-muted „Austausch“ in einem ethischen Sinne als Nachfolge Jesu - hr - ul.card-text - li - | Über das Stichwort „Sohn“/„Söhne“ sind die Söhne des Zebedäus (→ Mitte der konzentrischen Gliederung) mit dem „Sohn (eines) Gottes“ (→ oberes Ende der konzentrischen Gliederung) verbunden, - br - | über die sprachliche Ähnlichkeit „rein machen“/„Netze reinigen“ mit der Heilung des „Aussätzigen“ durch Jesus (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung). - li - | Wie die Söhne des Zebedäus ihren Vater verlassen und damit die Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb aufgeben, um Jesus nachzufolgen, - br - | so hat der Gottgleiche seine himmlische Herrlichkeit und die damit verbundene Stellung dort verlassen: - ul.card-text + i Wahrscheinlich speist sich also der Philipperhymnus aus dem Vierten Gottesknechtslied. li - | Der Eintritt in die Nachfolge Jesu bedeutet für die Söhne des Zebedäus, aus einer Welt des Habens auszubrechen: + | Das Vierte Lied vom Gottesknecht, das mit der Aussage „Er hat unsere Krankheit getragen“ (Jes 53,4a) auch Pate für die Erzählung von der + | Heilung des „Ausätzigen“ stand, ist generell vom „Austausch“ geprägt, so auch das Sich-unter-die-Abtrünnigen-rechnen-Lassen, denn es + | hat soteriologischen Gehalt: + q.bibeltext + | Mein Knecht, der gerechte, macht die Vielen gerecht; er lädt ihre Schuld auf sich. ... Er hob die Sünden der Vielen auf und trat für die Abtrünnigen ein + span.bibelstelle Jes 53,11d.12c br - | sie verlassen mit ihrem Vater auch den irdischen Besitz der Familie, der – so legen es die Tagelöhner nahe – nicht zu klein gewesen sein kann. + | Wenn sich aber der Philipperhymus wenigstens zum Teil aus dem Vierten Gottesknechtslied speist, + | dann ist das Motiv der Stellvertretung bzw. des Austausches, das das Vierte Gottesknechtslied prägt, + | auch auf den Philipperhymnus zu übertragen, selbst wenn dieses Motiv nicht explizit auftaucht; br - | Hier ist eine Analogie zum Gottessohn zu sehen, der seine himmlische Herrlichkeit verlassen, - | sich entäußert hat. + | es ist über Verbindungen zum Vierten Gottesknechtslied (und weiter in christologischen Aussagen) doch da. + br + | Daher ist es wahrscheinlich, dass Entleerung und Erniedrigung des Gottgleichen „bis zum Tod am Kreuz“ im Hymnus analog im Sinne eines „Austausches“ zu verstehen sind: + br + i um den Menschen, der in die Tiefe der Gottferne gefallen war, aus dieser Gottferne zu erlösen – ihn mit Gottes Gnade zu beschenken und ihn aufzurichten –, ist der Gottgleiche in die Tiefe der Gottferne – den Tod am Kreuz – hinabgestiegen. + br + | Gerade deshalb konnte Paulus den Philipperhymnus in seinen Brief als Motivation zum gegenseitigen Dienen aufnehmen. li - | Und wie der Gottessohn durch seine Erniedrigung zum Diener, zum Sklaven wurde, gehorsam bis zum Tod am Kreuz, + | Der Hymnus weist im Vergleich zum Gottesknechtslied eine doppelte Radikalisierung auf: br - | so lassen sich die Jünger für die Sache Jesu in Dienst nehmen – angedeutet nicht zuletzt im Gehorsam gegenüber Jesus, - | von dem sie sich ohne Umschweife in die Nachfolge rufen lassen. - li - | Während bei Simon und Andreas ihr Netzeauswerfen unmittelbar bei der Berufung mit der Bestimmung, „Menschenfischer“ zu werden, aufgegriffen wird, - br - | fehlt ein analoger Erzählzug bei Jakobus und Johannes, die gerade ihre Netze reinigen; - br - | dies wird hier indirekt nachgeholt, indem das Handeln Jesu am „Aussätzigen“ (→ „rein machen“) mit dem Handeln der Zebedäussöhne bei ihrer Berufung - | (→ „Netze reinigen“) durch eine sprachliche Ähnlichkeit verbunden wird: - br - | sie, die einst „Netze gereinigt“ haben, werden künftig – in der Taufe – „Menschen reinigen“ und dabei den von - | Christus vollzogenen „Austausch“ mit dem „Aussätzigen“ (= Sündern) im Tod am Kreuz vergegenwärtigen und zur Anwendung und Auswirkung bringen; - br - | so setzt sich in ihrem Wirken die Erlösung in Christus fort (s. o.). - li - | Weil das Thema „Austausch“ für die Erzählung von der Heilung des „Aussätzigen“ konstitutiv ist und - | das Handeln Jesu mit dem der Zebedäussöhne verknüpft ist, - | ist nahegelegt, dass das Thema „Austausch“ auch bei den Söhnen des Zebedäus eine Rolle spielen muss. - li - | Allerdings kommt es beim „Menschen reinigen“ – also der Taufe – nicht zu einem „Austausch“ der Jünger mit den Täuflingen (in dem Sinne, dass die Taufspender „unrein“ werden würden). - br - | Dadurch entsteht eine Spannung, die aufgelöst werden muss. - //- - li - | Hier kann folgender Gedankengang helfen: - br - | Das „Rein machen“ des „Aussätzigen“ ist mit dem „Austausch“ Jesu mit dem „Aussätzigen“ (→ „er hat unsere Krankheit getragen“) identisch; - br - | damit wiederum ist – löst man die Bildsprache auf – identisch, was der Philipperhymnus vom Gottgleichen bis zum „Tod am Kreuz“ besingt; - br - | Entleerung und Erniedrigung des Gottgleichen im Philipperhymnus ist aber - | analog von den Söhnen des Zebedäus erzählt, die ihren Vater und damit die Stellung im väterlichen Betrieb verlassen - | und in den Dienst Jesu treten. – Genau damit lässt sich der Gedanke des „Austausches“ verbinden im Sinne der Nachfolge. - //- - Berufung der Jünger Heilung des Aussätzigen Nachfolge: Ergänzung eines Gegenüber - SdZ reinigen Netze Jesus reinigt den Aussätzigen durch Austausch Jünger reinigen Menschen – ohne Austausch - SdZ verlassen Vater Gottgleicher entleert und erniedrigt sich, Jünger tauschen mit den Letzten - um den Menschen aus der Gottferne zu retten, - also zu Gott zu erhöhen → Austausch - br - span.small - | Verkürzt könnte man auch sagen: + | Der „Austausch“ geschieht auf Seiten des Erlösers als Entleerung und Erniedrigung von der höchsten Stelle – der Gottgleichheit – herab in die tiefste Tiefe der Gottferne des Tod am Kreuz, br - | Weil das Thema „Austausch“ bei der Heilung des „Aussätzigen“ zentral ist, dieses sich aber nicht mit der - | Analogie „(Menschen) rein machen“ – „Netze reinigen“ verbinden lässt, - br - | ist in die Analogie zwischen Jesus und den Zebedäussöhnen das hineinzuholen, was von letzteren - | neben dem Netzereinigen noch erzählt wird, nämlich das, womit sie auf den Ruf in die Nachfolge antworten - | und womit sie dem Vorbild des Gottgleichen im Philipperhymnus folgen; - br - | vom „Austausch“ Jesu her ist dort ein „Austausch“ zu ergänzen. - br - | Oder, nochmal anders ausgedrückt: - br - | Der „Austausch“ Jesu mit dem „Aussätzigen“ bedeutet für die Jünger, dass sie nun – in der Taufe – „Menschen reinigen“ können von Schuld. - br - | Von dieser soteriologischen Ebene ist auf die ethische Ebene zu gehen, weil der „Austausch“ mit dem „Aussätzigen“ durch Jesus ein Bild ist - | für seine Entäußerung und Erniedrigung zum Sklaven bis zum Tod am Kreuz; bei dieser Rückübertragung müssen die Söhne des Zebedäus - | mitgenommen werden, also ist statt der Verbindung „Netze reinigen → Menschen reinigen“ das in Blick zu nehmen, was im Zuge des Eintritts in die Nachfolge - | von ihnen auf der ethischen Ebene erzählt wird und womit sie dem Vorbild des Gottgleichen im Philipperhymnus folgen; - | dort ist der „Austausch“ einzutragen. - li - | Schlüssel dazu ist die Erkenntnis der Analogie zwischen der Erzählung der Heilung des „Aussätzigen“ und dem - | Philipperhymnus. - br - | Die Erzählung nutzt die Bildsprache „Krankheit“ aus dem Vierten Lied vom Gottesknecht des Jesaja, - | um das Erlösungsgeschehen zu beschreiben: „er hat unsere Krankheit getragen“. Der „Austausch“, den Jesus vollzieht, - | ist einzigartig, einmalig – die Jünger können ihn (in der Taufe) nur „anwenden“. - br - | Wechselt man nun von dieser Bildsprache „Krankheit“ - | in die sachlich indentischen Ausdruckskategorien des Philipperhymnus, - | muss man die Söhne des Zebedäus „mitnehmen“: - | Nun erscheint als verbindendes Element zwischen Jesus und den Söhnen des Zebedäus nicht „Netze reinigen → Menschen reinigen“, - | sondern das Verlassen des hohen Status; dort lässt sich auch bei den Söhnen des Zebedäus ein „Austausch“ eintragen, - | und dies soll der Leser tun. - table.table.table-sm.mt-3 - thead - tr - th.card-text - | Biblischer Text als Verstehensfokus - th.card-text - | Handeln Jesu - th.card-text - | Anknüpfungspunkt in der Erzählung von der Berufung der Zebedäussöhne - th.card-text - | Dienst der Jünger in der Nachfolge Jesu - tbody - tr - td.card-text - | Viertes Lied vom Gottesknecht - br - | → Bildebene - td.card-text - | „Rein machen“ des „Aussätzigen“ durch Vollzug eines „Austausches“ (im Tod am Kreuz): - br - | „er hat unsere Krankheit getragen“ - td.card-text - | Die Söhne des Zebedäus reinigen ihre Netze - td.card-text - | Die Jünger „reinigen“ im Bad der Taufe Menschen - br - | → soteriologische Ebene - tr - td.card-text - | Philipperhymnus - br - | → Sachebene - td.card-text - | Der Gottgleiche entäußert und erniedrigt sich bis zum Tod am Kreuz, - | um den Menschen aus der Gottferne zu befreien - br - | → Sachlich identische Analogie zum „Austausch“ mit dem „Aussätzigen“ - td.card-text - | Die Söhne des Zebedäus verlassen ihren Vater und damit die Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb - td.card-text - | „Austausch“ auf ethischer Ebene - li - | Der Evangelist will also sagen: - ul.card-text - li - | Wie Jesus bei der Heilung des Aussätzigen einen „Austausch“ vollzogen hat: - br - i Der Gesunde – Jesus – wird „krank“, damit der Kranke gesund wird. - li - | So sollen – auf die ethische Ebene übertragen – auch die Jünger einen „Austausch“ vollziehen: - br - i Die Habenden verzichten, damit die, die nichts haben, beschenkt werden. - span.small (Vgl. Mk 10,21) - br - i Der Mächtigen werden zu Dienern, damit die, die niedergedrückt sind oder ausgenutzt werden, aufrichtend-befreiende Hilfe erfahren. - span.small (Vgl. Mk 10,42-44) - br - | Denn gerade dies ist das Handeln des Gottessohnes nach dem Philipperhymnus, das für die Menschen Erlösung gebracht hat. - span.small (Vgl. Mk 10,45) - br - span.small - | Zugegeben: Bei Mächtige → Diener hinkt der „Austausch“ etwas; dies liegt aber daran, - | dass keine neuen Mächtigen kreiert werden sollen, sondern eine Gemeinschaft von Dienern entstehen soll, - | in der aber gerade „die ganz unten“, die „Letzten“, Hilfe erfahren, aufgerichtet werden und in diesem Sinne nicht „Letzte“ bleiben; - br - | wer sich aber zum Diener dieser „Letzten“ macht, der stellt sich auf die Stufe noch darunter, wird in diesem Sinne zum „Letzten der Letzten“, - | so dass die „Letzten“ eine Stufe nach oben erhöht werden. - li - | Durch das Eintragen des „Austausches“ erhält das ethische Handeln der Zebedäus-Söhne bei ihrer Berufung ein menschliches Gegenüber, wie das soteriologische - | Handeln Jesu und der Jünger schon immer ein Gegenüber hatte: - br - | Ihr Verzicht und ihr Gehorsam Jesus gegenüber geschieht nicht in ein „Nichts“ hinein, auch nicht primär um eines - | himmlischen Lohnes willen, ihr Dienst in der Nachfolge Jesu ist kein (rein) spirituell-liturgischer Dienst; - br - i ihr Verzicht und ihr Dienst geschehen zugunsten eines menschlichen Gegenübers, mit dem es in gewisser Weise zu einem „Austausch“ kommt. - br - | Damit zielt Nachfolge auf die umfassende Verwandlung der Lebensumstände im Hier und Heute: der eigenen zugunten der von anderen - | im Sinne einer Teilhabe an der „Neuheit des Lebens“ und des „Aufrichtens von Menschen“. - li - | In diesem Sinn bilden das „soteriologische Element“ (→ „Menschenfischer/-reiniger“) und das „ethische Element“ (→ Verzicht, Sich-in-Dienst-nehmen-Lassen) - | von Nachfolge nicht nur eine unlösliche Einheit, es kann sogar von einem doppelten „soteriologischen Handeln“ der Jünger die Rede sein: - ul.card-text - li - | Dass Jesus durch den „Austausch“ (= Tod am Kreuz) den „Aussätzigen“ rein gemacht hat, - | ermächtigt und ruft sie, Menschen im Bad der Taufe rein zu machen. - li - | Aber auch ihr ethisches Handeln in der Nachfolge Jesu hat soteriologische Qualität, - | insofern Menschen aus ihren schwierigen Lebensumständen befreit oder diese zumindest gelindert werden; - br - | dies aber in Analogie, nicht Identität, als indirekte Auswirkung durch analoges Handeln der Jünger, - | nicht als Mitwirkung an der einmaligen Erlösertat Christi. - li - | Durch diese mehrdimensionale Nachfolge im Dienst an den Menschen werden die „Söhne des Zebedäus“ zu „Söhnen Gottes“. + | und die Erhöhung stellt nicht in die Gemeinschaft der „Großen und Mächtigen“, sondern verleiht „den Namen, der größer ist als alle Namen“. + li + | Insgesamt wird man sagen können, dass die Heilung des „Aussätzigen“ + | genau das erzählt, was der Philipperhymnus bis zum soteriologisch verstandenen „Tod am Kreuz“ besingt, nur dass die Erzählung von Jes 53,4a her das Bild „gesund ↔ krank“ nutzt. + br + | Wie der Philipperhymnus vom Vierten Gottesknechtslied inspiriert ist, so auch die Heilung des „Aussätzigen“, + | die aber im Kontext der konzentrischen Gliederung auch mit dem Philipperhymnus in Beziehung steht. - .card.slide.border-secondary.mb-2 - .card-body - h5.card-title - q - | Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen ... - br - | damit alle ... unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu ... - br - | Jesus Christus ist der Herr zur Ehre Gottes, des Vaters. - h6.card-subtitle.text-muted Die Taufe Jesu und die Massenheilungen mit Dämonenaustreibungen als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung - hr - ul.card-text - li - | Tod und Auferstehung Jesu, die in der Tauferzählung präsent sind, wirken sich aus: - br - | Die Menschen werden „gesund“, die Dämonen müssen weichen. - br - | → Jesus ist der Eine, der für die Vielen starb: „Mein Knecht, der gerechte, macht die Vielen gerecht; er lädt ihre Schuld auf sich.“ (Jes 53,11 b); - br - | dies verbindet sich mit der Übernahme des „Aussatzes“ des „Aussätzigen“, der dadurch gesund wird (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung). - li - | An dieser Tat Jesu hat Gott sein Wohlgefallen, wie es in der Taufszene ausgesprochen wird. - li - | In der Auferstehung (→ „als er aus dem Wasser stieg“) wird Jesus daher „dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzt als Sohn Gottes in Macht“ (→ Röm 1,4); - br - | entsprechend wird Jesus von Gott angeredet: „Du bist mein geliebter Sohn“. - br - | Gegenüberliegend weichen die Dämonen, die wissen, wer Jesus ist. - br - | „Sohn (eines) Gottes“ (→ oberes Ende der konzentrischen Gliederung und Tauferzählung) - | ist Kaisertitualtur im römischen Reich, der Titel des „Ersten“ im Reich; - br - | somit kann sich diese Sohnesbetitelung mit der Verleihung des Namens, „der größer ist als alle Namen“ verbinden. - br - span.small - | Im Philipperhymnus wird zwar nicht auf den Gottessohntitel abgehoben, sondern auf den Titel „Kyrios“ (= „Herr“). + //- li + | In diese Analogie der Erniedrigung des Gottessohnes im Philipperhymnus und bei der Heilung des Aussätzigen + | ist die Parallele im Handeln des Gottessohnes Jesus und der Söhne des Zebedäus einzubinden: br - | Allerdings ist auch dies ein Titel des Kaisers – der Bezug zum „Ersten im Reich“ ist also so oder so gegeben. - li - | Die „Stimme vom Himmel“, die Jesus als Sohn anspricht, und das gegenüberliegende Verbot an die Dämonen zu sprechen, weil sie ihn kannten, - | verbindet sich mit der Aussage „jede Zunge bekennt: Jesus Christus, ist der Herr ...“. - br - | Gott – der hinter der „Stimme vom Himmel“ steckt – und die Dämonen sind als Extreme vorstellbar, - | die „jede Zunge“ dazwischen einschließen. - br - | Das Verbot an die Dämonen zu sprechen, weil sie ihn kannten, ist die Verhinderung eines Bekenntnisses (analog zum „Bekenntnis“ des Dämon in Mk 1,21-28), - | wodurch „jede Zunge bekennt“ aus bestimmtem Grund invertiert wird, aber gerade in der Invertierung dennoch da ist. - br - | Zwar heißt es einnmal „Stimme“, einmal „Zunge“, doch ist die Zunge ein wichtiges Werkzeug für die Sprache; - | in Mk 7,35 heißt es deshalb auch: „... seine Zunge wurde von ihrer Fessel befreit und er konnte richtig reden.“ - br - | Ferner haben „Zunge“ und „Sprache“ im Griechischen einen ähnlichen Klang: „glossä“ – „phonä“; jeweils mit Omega gebildet. - span.small - | Die Verwendung von „Stimme“ (vom Himmel) in Mk 1,11 hängt dort auch mit dem Aufgreifen - | von „Stimme eines Rufers in der Wüste“ in Mk 1,3 zusammen. - li - | Die Austreibung der Dämonen, die wissen, wer Jesus ist, lässt sich – - | besonders im Gegenüber zur Taufe, wo der Gottessohntitel Jesu im Sinne des „Namen über alle Namen“ aufleuchtet – - | auch mit dem Satzteil „damit alle ... unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu“ - | im Philipperhymnus verknüpfen: - br - | sie beugen in dem Sinne das Knie vor Jesus, dass sie aus den Menschen weichen – und indem sie gehorsam sind, also nicht bekannt machen, wer Jesus ist, - | was die Erzählung indirekt aussagt. - li - | Durch den Sohnestitel wird die „Stimme vom Himmel“ bei der Taufe indirekt als Stimme „Gottes, des Vaters“ aufgelöst; - | das geäußerte Wohlgefallen Gottes und die sich damit verbindende Erhöhung im Sinne der Auferstehung = - | Einsetzung Jesu als „Sohn Gottes in Macht“ legt Zeugnis ab, dass dies alles „zur Ehre Gottes, des Vaters“ geschieht. - - - .card.slide.border-secondary.mb-2 + | Auf der soteriologischen Ebene gilt: + br + i Der Gesunde – Jesus – wird „krank“, damit der Kranke gesund wird. + | – Dies führen die Söhne des Zebedäus weiter, indem sie künftig Menschen „reinigen“ und dabei diesen „Austausch“ Jesu vergegenwärtigen und zur Anwendung bringen. + br + | Dazu kommt aber, dass diese Reihung auf das zu übertragen ist, + | was von den Söhnen des Zebedäus neben dem Netzreinigen (→ Ausgangspunkt für ihr späteres soteriologisches Handeln) noch erzählt wird; + br + | dabei ist vom „Austausch“ Jesu her auch dort ein „Austausch“ zu ergänzen auf der ethischen Ebene: + br + i Die Habenden verzichten, damit die, die nichts haben, etwas haben. + br + i Der Mächtigen werden zu Dienern, damit die, die Diener sind, bedient werden. + + .card.slide.border-secondary.mb-1 .card-body - h5.card-title - q - | damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu - h6.card-subtitle.text-muted - | Der Wüstenaufenthalt Jesu und die Heilung der Schwiegermutter des Petrus als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung - br - | in Verbindung mit den Dämonenaustreibungen + h5.card-title Die Söhne des Zebedäus: Berufen zum Dienst am Menschen + h6.card-subtitle.text-muted „Austausch“ in einem ethischen Sinne als Nachfolge Jesu hr ul.card-text li - | Wie die Versuchung Jesu seinen Tod zum Heil der Menschen gegenwärtig macht, + | Über das Stichwort „Sohn“/„Söhne“ sind die Söhne des Zebedäus (→ Mitte der konzentrischen Gliederung) mit dem „Sohn (eines) Gottes“ (→ oberes Ende der konzentrischen Gliederung) verbunden, br - | so die Heilung der Schwiegermutter des Petrus seine Auferstehung und die Auswirkung der Anteilhabe an Jesu Tod und Auferstehung für den Menschen: - br - | Aufgerichtet zum Dienst. + | über die sprachliche Ähnlichkeit „rein machen“/„Netze reinigen“ mit der Heilung des „Aussätzigen“ durch Jesus (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung). li - | Beide Erzählungen waren schon (Teil der) Mitte und unteres Ende einer konzentrischen Gliederung: + | Wie die Söhne des Zebedäus ihren Vater verlassen und damit die Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb aufgeben, um Jesus nachzufolgen, br - | Jesus, der von den Jüngern auf die Kranke aufmerksam gemacht wird, rettet sie auf die „Insel des Lebens in der Wüste der Gottferne“, - | die durch seinen Gang in die „Wüste“ entsteht. - li - | Ihr Dienst an Jesus und seinen Begleitern verbindet sich mit dem Dienst der Engel an Jesus bei dessen Wüstenaufenthalt: - br - | sie stehen als Vertreter für „alle im Himmel“ und „auf der Erde“, die „ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu“. - li - | Durch die Versuchung Jesus durch Satan müssen hier die Dämonenaustreibungen durch Jesus (gegenüber der Taufe und gegenüber der Evangelienverkündigung) - | mitbedacht werden: - br - | Auch sie – die „unter der Erde“ – „beugen ihre Knie vor dem Namen Jesu“, indem sie aus den Menschen weichen und sich an das Schweigegebot halten. - br - | Von dort aus ist hier einzutragen, dass selbst Satan sein „Knie vor dem Namen Jesu“ beugen muss, den Jesus hat seine Versuchung bestanden - | und damit Satan besiegt. - - - .card.slide.border-secondary.mb-2 - .card-body - h5.card-title - q - | wie es dem Evangelium Christi entspricht ...: - br - | er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz - br - | damit alle auf der Erde ... und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu ... - h6.card-subtitle.text-muted - | Der Eröffnungsruf des Wirkens Jesu und die Dämonenaustreibung in der Synagoge als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung - hr - ul.card-text - li - | Der Auftakt des Wirkens Jesu blickt zunächst zurück auf den gewaltsamen Tod Johannes des Täufers („Nachdem Johannes ausgeliefert worden war ...“) - | und macht so Jesu eigenen Tod präsent; - br - | dies verbindet sich mit der Frage des Dämon, ob Jesus gekommen sei, ihn und Seinesgleichen „ins Verderben zu stürzen“: - br - | → Jesus ist gekommen, um dem Dämon „voraus“ „ins Verderben“ zu gehen (→ Tod am Kreuz) und ihn und seinesgleichen auf diese Weise „ins Verderben zu stürzen“. - br - | Insofern es sich dabei um jenen handelt, den der Dämon als „Heiligen Gottes“ bezeichnet – eine Ehrbezeichnung! –, schwingt jene Erniedrigung mit, - | die der Philipperhymnus besingt. - li - | Gerade dieser Gang Jesu, des „Heiligen Gottes“, ins Verderben ist fundamentaler Teil des „Evangelium Gottes“; - br - | der Titel „Heiliger Gottes“ spielt zugleich auf die Einsetzung Jesu „dem Geist der Heiligkeit nach als Sohn Gottes in Macht“ an - | als komplementärem Bestandteil des „Evangelium Gottes“: - br - | durch Tod und Auferstehung Jesu ist „das Reich Gottes zum Greifen nahegekommen“. - li - | Das Nahegekommensein des Gottesreiches wirkt sich aus und muss sich auswirken: - br - | Wie der Dämon vor dem Namen Jesu, des „Heiligen Gottes“, die Knie beugt, indem er schweigt und weicht, - | sollen auch die Menschen vor diesem Namen Jesu die Knie beugen, indem sie seinem Ruf zu Glaube und Umkehr folgen: - | eine Verpflichtung, zu leben, „wie es dem Evangelium Christi entspricht“, - | nämlich selber den Weg der Erniedrigung zu gehen. - - - .card.slide.border-secondary.mb-2 - .card-body - h5.card-title - q - | Lebt als Gemeinde so, wie es dem Evangelium Christi entspricht ...: - br - | er erniedrigte sich ... - | Darum hat ihn Gott über alle erhöht - h6.card-subtitle.text-muted - | Das Wirken Johannes des Täufers und der Neuaufbruch Jesu als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung - hr - ul.card-text - li - | Jesus ist der nach Johannes kommende „Stärkere“, besonders durch seine Auferstehung, - | auf die die Erzählung vom Neuaufbruch eingangs anspielt. - br - | Durch die Auferstehung hat Jesus auch die Stellung eingenommen, die ihn von allen anderen abhebt, - | was Johannes mit deutlicher Unterwürfigkeit zum Ausdruck bringt. - li - | Wie aber Johannes in der Wüste als Asket lebt und wirkt, - br - | so sucht Jesus – dessen überragende Stellung bewusst gemacht wurde – auch die „Wüste“ auf: - br - | der Blick auf die hoheitliche Stellung des Auferstandenen wird umgelenkt auf seine Sendung in die – als Gegensatz mit Erniedrigungscharakter zu verstehende – „Wüste der Gottferne“, - | die der Ort seines irdischen Wirkens war; diese Sendung in die Wüste erfüllt ihn als Beistand seiner Jünger auch weiterhin. - li - | Tiefsinnig sind die Orte und die Aktionsrichtungen in den beiden Erzählungen aufeinander zu beziehen: + | so hat der Gottgleiche seine himmlische Herrlichkeit und die damit verbundene Stellung dort verlassen: ul.card-text li - | Wie die Leute aus „ganz Judäa“ und „alle Einwohner Jerusalems“ zu Johannes in die Wüste kommen, + | Der Eintritt in die Nachfolge Jesu bedeutet für die Söhne des Zebedäus, aus einer Welt des Habens auszubrechen: br - | so wird Jesus von „allen“ gesucht und geht Jesus dann aus der „Wüste“ in die „benachbarten Dörfer“ und zieht schließlich durch „ganz Galiläa“. - li - | Doch kommen die Leute zu Johannes in die Wüste, weil ihre Heimat selber „Wüste“ ist: Ort der Gottferne (→ Jes 40,3: „Wüste“ bezieht sich auf Jerusalem!). + | sie verlassen mit ihrem Vater auch den irdischen Besitz der Familie, der – so legen es die Tagelöhner nahe – nicht zu klein gewesen sein kann. br - | So ist auch der Gang Jesu „aus der Wüste“ in die Dörfer eigentlich kein Verlassen der „Wüste“, sondern ein weiteres Vordringen in sie hinein. + | Hier ist eine Analogie zum Gottessohn zu sehen, der seine himmlische Herrlichkeit verlassen, + | sich entäußert hat. li - | Diese „Wüste“ ist der Ort, an den die Begleiter Jesu ihm „nacheilen“ müssen, weil das auch Ort ihrer Sendung ist, - | wie sie auch schon Ort der Sendung Johannes des Täufers war. + | Und wie der Gottessohn durch seine Erniedrigung zum Diener, zum Sklaven wurde, gehorsam bis zum Tod am Kreuz, + br + | so lassen sich die Jünger für die Sache Jesu in Dienst nehmen – angedeutet nicht zuletzt im Gehorsam gegenüber Jesus, + | von dem sie sich ohne Umschweife in die Nachfolge rufen lassen. li - | Da die Umlenkung von der Auferstehungsherrlichkeit auf die Sendung Jesu den Blick auf den Weg der Erniedrigung lenkt, den Jesus im Rahmen seiner Sendung - | auf sich genommen hat, + | Während bei Simon und Andreas ihr Netzeauswerfen unmittelbar bei der Berufung mit der Bestimmung, „Menschenfischer“ zu werden, aufgegriffen wird, br - | verbindet sich diese Umlenkung - | mit dem „Darum“ im Philipperhymnus als Schwarnier zwischen Erniedrigung - | und Erhöhung des ursprünglich Gottgleichen. + | fehlt ein analoger Erzählzug bei Jakobus und Johannes, die gerade ihre Netze reinigen; br - | Es ist ein betontes „Darum“, das die jetzige Stellung mit dem vorausgegangenen Weg begründet - | und damit diesen Weg betont; + | dies wird hier indirekt nachgeholt, indem das Handeln Jesu am „Aussätzigen“ (→ „rein machen“) mit dem Handeln der Zebedäussöhne bei ihrer Berufung + | (→ „Netze reinigen“) durch eine sprachliche Ähnlichkeit verbunden wird: br - | es ist dieser Weg in die Erniedrigung, der der Grund ist – wie der Kontext deutlich macht –, warum Paulus - | den Hymnus in seinem Philipperbrief überliefert: + | sie, die einst „Netze gereinigt“ haben, werden künftig – in der Taufe – „Menschen reinigen“ und dabei den von + | Christus vollzogenen „Austausch“ mit dem „Aussätzigen“ (= Sündern) im Tod am Kreuz vergegenwärtigen und zur Anwendung und Auswirkung bringen; br - | dieser Weg der Erniedrigung des Gottgleichen muss sich im Verhalten der Christen ausprägen. + | so setzt sich in ihrem Wirken die Erlösung in Christus fort (s. o.). li - | In diesem Sinn verkündet Johannes die „Taufe des Sinneswandels“, der - ol.card-text + | Weil das Thema „Austausch“ für die Erzählung von der Heilung des „Aussätzigen“ konstitutiv ist und + | das Handeln Jesu mit dem der Zebedäussöhne verknüpft ist, + | ist nahegelegt, dass das Thema „Austausch“ auch bei den Söhnen des Zebedäus eine Rolle spielen muss. + li + | Allerdings kommt es beim „Menschen reinigen“ – also der Taufe – nicht zu einem „Austausch“ der Jünger mit den Täuflingen (in dem Sinne, dass die Taufspender „unrein“ werden würden). + br + | Dadurch entsteht eine Spannung, die aufgelöst werden muss. + //- + li + | Hier kann folgender Gedankengang helfen: + br + | Das „Rein machen“ des „Aussätzigen“ ist mit dem „Austausch“ Jesu mit dem „Aussätzigen“ (→ „er hat unsere Krankheit getragen“) identisch; + br + | damit wiederum ist – löst man die Bildsprache auf – identisch, was der Philipperhymnus vom Gottgleichen bis zum „Tod am Kreuz“ besingt; + br + | Entleerung und Erniedrigung des Gottgleichen im Philipperhymnus ist aber + | analog von den Söhnen des Zebedäus erzählt, die ihren Vater und damit die Stellung im väterlichen Betrieb verlassen + | und in den Dienst Jesu treten. – Genau damit lässt sich der Gedanke des „Austausches“ verbinden im Sinne der Nachfolge. + //- + Berufung der Jünger Heilung des Aussätzigen Nachfolge: Ergänzung eines Gegenüber + SdZ reinigen Netze Jesus reinigt den Aussätzigen durch Austausch Jünger reinigen Menschen – ohne Austausch + SdZ verlassen Vater Gottgleicher entleert und erniedrigt sich, Jünger tauschen mit den Letzten + um den Menschen aus der Gottferne zu retten, + also zu Gott zu erhöhen → Austausch + br + span.small + | Verkürzt könnte man auch sagen: + br + | Weil das Thema „Austausch“ bei der Heilung des „Aussätzigen“ zentral ist, dieses sich aber nicht mit der + | Analogie „(Menschen) rein machen“ – „Netze reinigen“ verbinden lässt, + br + | ist in die Analogie zwischen Jesus und den Zebedäussöhnen das hineinzuholen, was von letzteren + | neben dem Netzereinigen noch erzählt wird, nämlich das, womit sie auf den Ruf in die Nachfolge antworten + | und womit sie dem Vorbild des Gottgleichen im Philipperhymnus folgen; + br + | vom „Austausch“ Jesu her ist dort ein „Austausch“ zu ergänzen. + br + | Oder, nochmal anders ausgedrückt: + br + | Der „Austausch“ Jesu mit dem „Aussätzigen“ bedeutet für die Jünger, dass sie nun – in der Taufe – „Menschen reinigen“ können von Schuld. + br + | Von dieser soteriologischen Ebene ist auf die ethische Ebene zu gehen, weil der „Austausch“ mit dem „Aussätzigen“ durch Jesus ein Bild ist + | für seine Entäußerung und Erniedrigung zum Sklaven bis zum Tod am Kreuz; bei dieser Rückübertragung müssen die Söhne des Zebedäus + | mitgenommen werden, also ist statt der Verbindung „Netze reinigen → Menschen reinigen“ das in Blick zu nehmen, was im Zuge des Eintritts in die Nachfolge + | von ihnen auf der ethischen Ebene erzählt wird und womit sie dem Vorbild des Gottgleichen im Philipperhymnus folgen; + | dort ist der „Austausch“ einzutragen. + li + | Schlüssel dazu ist die Erkenntnis der Analogie zwischen der Erzählung der Heilung des „Aussätzigen“ und dem + | Philipperhymnus. + br + | Die Erzählung nutzt die Bildsprache „Krankheit“ aus dem Vierten Lied vom Gottesknecht des Jesaja, + | um das Erlösungsgeschehen zu beschreiben: „er hat unsere Krankheit getragen“. Der „Austausch“, den Jesus vollzieht, + | ist einzigartig, einmalig – die Jünger können ihn (in der Taufe) „nur“ „anwenden“. + br + | Wechselt man nun von dieser Bildsprache „Krankheit“ + | in die sachlich indentischen Ausdruckskategorien des Philipperhymnus, + | muss man die Söhne des Zebedäus „mitnehmen“: + br + | Nun erscheint als verbindendes Element zwischen Jesus und den Söhnen des Zebedäus nicht „Netze reinigen → Menschen reinigen“, + | sondern das Verlassen des hohen Status; + br + | dort lässt sich auch bei den Söhnen des Zebedäus ein „Austausch“ eintragen, + | denn es findet bei ihnen – anders als bei Jesus – + | ein Wechsel von der soteriologischen Ebene (Netze reinigen → Menschen reinigen → Taufe) auf die ethische Ebene statt; + br + | bei Jesus dagegen ist das ethische Handeln mit dem soteriologischen identisch. + br + | Der Leser soll also bei den Söhnen des Zebedäus einerseits die Anwendung des soteriologischen Handelns Jesu eintragen, + | andererseits – im Sinne der Nachfolge, die das soteriologisch-ethische Handeln Jesu zum Vorbild nimmt – + | auch den „Austausch“ auf ethischer Ebene: + table.table.table-sm.mt-3 + thead + tr + th.card-text + | Biblischer Text als Verstehensfokus + th.card-text + | Handeln Jesu + th.card-text + | Anknüpfungspunkt in der Erzählung von der Berufung der Zebedäussöhne + th.card-text + | Dienst der Jünger in der Nachfolge Jesu + tbody + tr + td.card-text + | Viertes Lied vom Gottesknecht + br + | → Bildebene + td.card-text + | „Rein machen“ des „Aussätzigen“ durch Vollzug eines „Austausches“ (im Tod am Kreuz): + br + | „er hat unsere Krankheit getragen“ + td.card-text + | Die Söhne des Zebedäus reinigen ihre Netze + td.card-text + | Die Jünger „reinigen“ im Bad der Taufe Menschen + br + | → soteriologische Ebene + tr + td.card-text + | Philipperhymnus + br + | → Sachebene + td.card-text + | Der Gottgleiche entäußert und erniedrigt sich bis zum Tod am Kreuz, + | um den Menschen aus der Gottferne zu befreien + br + | → Sachlich identische Analogie zum „Austausch“ mit dem „Aussätzigen“ + td.card-text + | Die Söhne des Zebedäus verlassen ihren Vater und damit die Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb + td.card-text + | „Austausch“ auf ethischer Ebene + li + | Der Evangelist will also sagen: + ul.card-text li - | der Umlenkung vom Blick auf den Auferstanden - | auf die Sendung Jesu und damit auch die eigene Sendung in der Nachfolge Jesu folgt und der + | Wie Jesus bei der Heilung des Aussätzigen einen „Austausch“ vollzogen hat: + br + i Der Gesunde – Jesus – wird „krank“, damit der Kranke gesund wird. li - | als Vorbild den Sinneswandel des Gottgleichen hat, der dieses Gott-gleich-Sein nicht als Raub festhielt, sondern sich entäußerte - | und erniedrigte. + | So sollen – auf die ethische Ebene übertragen – auch die Jünger einen „Austausch“ (bzw. „Positionstausch“) vollziehen: + br + i Die Habenden verzichten, damit die, die nichts haben, beschenkt werden. + span.small (Vgl. Mk 10,21) + br + i Der Mächtigen werden zu Dienern, damit die, die niedergedrückt sind oder ausgenutzt werden, aufrichtend-befreiende Hilfe erfahren. + span.small (Vgl. Mk 10,42-44) + p.card-text.small + | Zugegeben: Bei Mächtige → Diener hinkt der „Austausch“ etwas; dies liegt aber daran, + | dass keine neuen Mächtigen kreiert werden sollen, sondern eine Gemeinschaft von Dienern entstehen soll, + | in der aber gerade „die ganz unten“, die „Letzten“, Hilfe erfahren, aufgerichtet werden und in diesem Sinne nicht „Letzte“ bleiben; + br + | wer sich aber zum Diener dieser „Letzten“ macht, der stellt sich auf die Stufe noch darunter, wird in diesem Sinne zum „Letzten der Letzten“, + | so dass die „Letzten“ eine Stufe nach oben erhöht werden. li - | So fällt der Blick auch auf die Askese Johannes des Täufers als Vorläufer Jesu und die Jünger, die Jesus nachfolgen bzw. nacheilen - | (→ Gegenüber und Mitte der konzentrischen Gliederung): + | Durch das Eintragen des „Austausches“ erhält das ethische Handeln der Zebedäus-Söhne bei ihrer Berufung ein menschliches Gegenüber, wie das soteriologische + | Handeln Jesu und der Jünger schon immer ein Gegenüber hatte: br - | Die Askese des Täufers kann dazu in Beziehung gesetzt werden, dass Petrus und seine Begleiter Jesus nach in die Wüste „herabsteigen“ - | und dass die Söhne des Zebedäus den Reichtum der Familie (→ Tagelöhner) - | verlassen und sich von Jesus in Dienst nehmen lassen, womit sie das „Darum“ ernst nehmen und den geforderten Sinneswandel vollziehen. - - .card.slide.border-secondary + | Ihr Verzicht und ihr Gehorsam Jesus gegenüber geschieht nicht in ein „Nichts“ hinein, auch nicht primär um eines + | himmlischen Lohnes willen, ihr Dienst in der Nachfolge Jesu ist kein (rein) spirituell-liturgischer Dienst; + br + i ihr Verzicht und ihr Dienst geschehen zugunsten eines menschlichen Gegenübers, mit dem es in gewisser Weise zu einem „Austausch“ kommt. + br + | Damit zielt Nachfolge auf die umfassende Verwandlung der Lebensumstände im Hier und Heute: der eigenen zugunten der von anderen + | im Sinne einer Teilhabe an der „Neuheit des Lebens“ und des „Aufrichtens von Menschen“. + li + | In diesem Sinn bilden das „soteriologische Element“ (→ „Menschenfischer/-reiniger“) und das „ethische Element“ (→ Verzicht, Sich-in-Dienst-nehmen-Lassen) + | von Nachfolge nicht nur eine unlösliche Einheit, es kann sogar von einem doppelten „soteriologischen Handeln“ der Jünger die Rede sein: + ul.card-text + li + | Dass Jesus durch den „Austausch“ (= Tod am Kreuz) den „Aussätzigen“ rein gemacht hat, + | ermächtigt und ruft sie, Menschen im Bad der Taufe rein zu machen. + li + | Aber auch ihr ethisches Handeln in der Nachfolge Jesu hat soteriologische Qualität, + | insofern Menschen aus ihren schwierigen Lebensumständen befreit oder diese zumindest gelindert werden; + br + | dies aber in Analogie, nicht Identität, als indirekte Auswirkung durch analoges Handeln der Jünger, + | nicht als Mitwirkung an der einmaligen Erlösertat Christi. + li + | Durch diese mehrdimensionale Nachfolge im Dienst an den Menschen werden die „Söhne des Zebedäus“ zu „Söhnen Gottes“. + + + .card.slide.border-secondary.mb-2 .card-body h5.card-title q @@ -1517,7 +1411,7 @@ block content ul.card-text li | Zur Erlösung in Christus – zum „Austausch“ – gehört essentiell, - | dass der Gottessohn sich erniedrigt und sich zum Diener und Sklaven bis zum Letzten macht. + | dass der Gottessohn sich entäußert und erniedrigt und sich zum Diener und Sklaven bis zum Letzten macht. br | Damit hat die Erlösung durch Jesu Tod unlöslich eine bestimmte ethische Dimension. li @@ -1555,6 +1449,405 @@ block content | selber zum Diener der „Letzten“ zu werden und so selber „Letzter“, um diese „Letzten“ in | die geheilte – von allen trennenden und belastenden Dingen befreite – Gemeinschaft mit Gott und den Mitmenschen zu heben, | letztlich „den Weg des Herrn“ zu diesen „Letzten“ zu bereiten. + + p.card-text.small + | Wie die folgenden Ausführungen belegen, steht die ganze konzentrische Gliederung in besonderer Weise in Verbindung + | mit dem Philipperhymnus und dessen Kontext + | und soll in Zusammenhang mit diesem gelesen werden im Sinne einer Vergegenwärtigung, Bebilderung + | und Anwendung dieses Hymnus analog zu seiner Verwendung im Brief des Paulus an die Philipper. + + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title + q + | Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen ... + br + | damit alle ... unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu ... + br + | Jesus Christus ist der Herr zur Ehre Gottes, des Vaters. + h6.card-subtitle.text-muted Die Taufe Jesu und die Massenheilungen mit Dämonenaustreibungen als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung + hr + ul.card-text + li + | In Mk 1,32-34 wird erzählt, dass die Menschen ihre Kranken und Besessenen zu Jesus bringen, damit er sie heilt; + br + | sie machen sich damit zu Dienern der Kranken und handeln im Sinne des Evangeliums, das von der Erniedrigung Jesu bis zum Letzten erzählt. + br + | Im Gegenüber zur Taufe Jesu mit der auferweckenden Herrlichkeit Gottes wird + span.bibelstelle Röm 6,4 + | präsent: + br + q.bibeltext + | ... Taufe auf den Tod (Jesu), damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, + | in der Neuheit des Lebens wandeln. + li + | Dies ist auch auf die Geheilten und von der Besessenheit Befreiten zu übertragen; auch sie wandeln nun „in der Neuheit des Lebens“. + li + | Es begegnet das Gegenüber „der Eine“ ↔ „die Vielen“ mit der doppelten Auswirkung von Jesu Tod am Kreuz: + br + | seine eigene Auferstehung wie die Gerechtmachung der Vielen. + br + | → Jesus ist der Eine, der für die Vielen starb: „Mein Knecht, der gerechte, macht die Vielen gerecht; er lädt ihre Schuld auf sich.“ (Jes 53,11 b). + br + | Der Tod Jesu ist dabei einerseits in Mk 1,32-34 im Rahmen der Erzählung durch die Zeitangabe „Am Abend, als die Sonne untergegangen war“ + | und das Schweigegebot an die Dämonen präsent gemacht, + | andererseits in der Tauferzählung in der Taufe (im Sinne des Hineinsteigens ins Wasser) angedeutet. + br + | Dies verbindet sich mit der Übernahme des „Aussatzes“ des „Aussätzigen“, der dadurch gesund wird (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung). + p.card-text.small.mb-0 + | Die Zeitangabe „Am Abend, als die Sonne untergegangen war“ kann deswegen den Tod Jesu präsent machen, weil + | sich der Abend innerhalb des Evangeliums mit der Auslieferung Jesu verbindet und die Notiz, dass „die Sonne untergegangen war“ + | die Finsternis, die bei der Kreuzigung Jesu hereinbricht, vergegenwärtigt. + br + | Hinzu kommen aber im Gegenüber als Kontrast die Begleiterscheinungen während des Heraustretens aus dem Wasser bei der Taufe, + | die die Auferstehung andeuten. Hier steht u. a. + span.bibelstelle Jes 53,11 + | im Hintergrund: + q.bibeltext Nachdem er so vieles ertrug, erblickt er das Licht. + br + | Ferner ist die Auferstehung mit dem Morgen (→ Mk 16,1-8) – als Gegensatz zum Abend – assoziiert. + li + | In der Auferstehung (→ „als er aus dem Wasser stieg“) wird Jesus „dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzt als Sohn Gottes in Macht“ (→ Röm 1,4); + br + | entsprechend wird Jesus von Gott angeredet: „Du bist mein geliebter Sohn“. + br + | Gegenüberliegend weichen die Dämonen, die wissen, wer Jesus ist. + br + | „Sohn (eines) Gottes“ (→ oberes Ende der konzentrischen Gliederung und Tauferzählung) + | ist Kaisertitualtur im römischen Reich, der Titel des „Ersten“ im Reich; + br + | somit kann sich diese Sohnesbetitelung mit der Verleihung des Namens, „der größer ist als alle Namen“ verbinden. + p.card-text.small.mb-0 + | Im Philipperhymnus wird zwar nicht auf den Gottessohntitel abgehoben, sondern auf den Titel „Kyrios“ (= „Herr“). + br + | Allerdings ist auch dies ein Titel des Kaisers – der Bezug zum „Ersten im Reich“ ist also so oder so gegeben. + li + | Die „Stimme vom Himmel“, die Jesus als Sohn anspricht, und das gegenüberliegende Verbot an die Dämonen zu sprechen, weil sie ihn kannten, + | verbindet sich mit der Aussage „jede Zunge bekennt: Jesus Christus, ist der Herr ...“. + br + | Gott – der hinter der „Stimme vom Himmel“ steckt – und die Dämonen sind als Extreme vorstellbar, + | die „jede Zunge“ dazwischen einschließen. + br + | Das Verbot an die Dämonen zu sprechen, weil sie ihn kannten, ist die Verhinderung eines Bekenntnisses (analog zum „Bekenntnis“ des Dämon in Mk 1,21-28), + | wodurch „jede Zunge bekennt“ aus bestimmtem Grund invertiert wird, aber gerade in der Invertierung dennoch da ist. + br + | Zwar heißt es einmal „Stimme“, einmal „Zunge“, doch ist die Zunge ein wichtiges Werkzeug für die Sprache; + | in Mk 7,35 heißt es deshalb auch: „... seine Zunge wurde von ihrer Fessel befreit und er konnte richtig reden.“ + br + | Ferner haben „Zunge“ und „Sprache“ im Griechischen einen ähnlichen Klang: „glossä“ – „phonä“; jeweils mit Omega gebildet. + p.card-text.small.mb-0 + | Die Verwendung von „Stimme“ (vom Himmel) in Mk 1,11 hängt dort auch mit dem Aufgreifen + | von „Stimme eines Rufers in der Wüste“ in Mk 1,3 zusammen. + li + | Die Austreibung der Dämonen, die wissen, wer Jesus ist, lässt sich – + | besonders im Gegenüber zur Taufe, wo der Gottessohntitel Jesu im Sinne des „Namen über alle Namen“ aufleuchtet – + | auch mit dem Satzteil „damit alle ... unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu“ + | im Philipperhymnus verknüpfen: + br + | sie beugen in dem Sinne das Knie vor Jesus, dass sie aus den Menschen weichen – und indem sie gehorsam sind, also nicht bekannt machen, wer Jesus ist, + | was die Erzählung indirekt aussagt. + li + | Durch den Sohnestitel wird die „Stimme vom Himmel“ bei der Taufe indirekt als Stimme „Gottes, des Vaters“ aufgelöst; + | das geäußerte Wohlgefallen Gottes und die sich damit verbindende Erhöhung im Sinne der Auferstehung = + | Einsetzung Jesu als „Sohn Gottes in Macht“ legt Zeugnis ab, dass dies alles „zur Ehre Gottes, des Vaters“ geschieht. + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title + q + | damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu + h6.card-subtitle.text-muted + | Der Wüstenaufenthalt Jesu und die Heilung der Schwiegermutter des Petrus als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung + br + | in Verbindung mit den Dämonenaustreibungen + hr + ul.card-text + li + | Beide Erzählungen waren schon (Teil der) Mitte und unteres Ende einer konzentrischen Gliederung: + br + | Jesus, der von den Jüngern auf die Kranke aufmerksam gemacht wird, rettet sie auf die „Insel des Lebens in der Wüste der Gottferne“, + | die durch seinen Gang in die „Wüste“ entsteht. + li + | Ihr Dienst der Schwiegermutter des Petrus an Jesus und seinen Begleitern verbindet sich mit dem Dienst der Engel an Jesus bei dessen Wüstenaufenthalt: + br + | sie stehen als Vertreter für „alle im Himmel“ und „auf der Erde“, die „ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu“. + li + | Durch die Versuchung Jesus durch Satan müssen hier die Dämonenaustreibungen durch Jesus (gegenüber der Taufe und gegenüber der Evangelienverkündigung) + | mitbedacht werden: + br + | Auch sie – die „unter der Erde“ – „beugen ihre Knie vor dem Namen Jesu“, indem sie aus den Menschen weichen und sich an das Schweigegebot halten. + br + | Von dort aus ist hier einzutragen, dass selbst Satan sein „Knie vor dem Namen Jesu“ beugen muss, den Jesus hat seine Versuchung bestanden + | und damit Satan besiegt. + li + | Während in der Mitte der konzentrischen Gliederung die Berufenen gehorsam dem Ruf Jesu in die Nachfolge folgen, + br + | ist es im aktuellen Gegenüber jeweils Jesus, der „gehorsam“ ist: er lässt sich vom Geist in die „Wüste“ führen + | und von Petrus und seinen Begleitern zur Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus bringen. + br + | So wird der „Gehorsam Jesu bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz“ als Ursache des Heils vor Augen geführt: für Jesus + | wie für die Schwiegermutter des Petrus (analog zum Gegenüber „Taufe Jesu“ ↔ „Massenheilungen“, s. o.); + | seine eigene Erhöhung ist (vor allem) im Dienst der Engel (→ Himmel!) angedeutet, die Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus + | unmittelbar erzählt. + br + | Die Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus wird durch die Wüstensendung im Gegenüber in einen größeren Kontext eingeordnet + | und nach vorne wie hinten „verlängert“: Jesus kommt aus der Präexistenz und kehrt abschließend durch die Erhöhung durch Gott in den Himmel zurück. + br + | Der eigenwillige Umstand, dass Jesus seinen Jüngern „gehorsam“ ist, lässt sich durch die Mitte der konzentrischen Gliederung als Brücke verständlich machen: + | Jesus hat sie für seine Sendung in Dienst genommen; es ist und bleibt seine Sendung, aber die Jünger haben darin ihre Rolle als „Wegbereiter des Herrn“ + | und können daher hier in der Position des Geistes, der der umfassend „Regie Führende“ ist, auftauchen. + li + | Das Gegenüber macht auch die von Mk 1,14-15 in Mk 1,1-15 rückwärtig getriggerte Kombination von + span.bibelstelle Gal 4,4-5a + | und + span.bibelstelle Röm 8,2 + | präsent: + br + q.bibeltext + | Als aber die Zeit erfüllt war, sandte seinen Sohn, ... dem Gesetzt des Geistes unterstellt, + br + | damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz der Sünde und des Todes stehen. + br + | Im aktuellen Gegenüber wird damit das Ziel der Sendung Jesu deutlich: Aufrichtung des Menschen, + | aber nicht zu Herrschern, sondern zu Dienern in der Nachfolge Jesu. + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title + q + | wie es dem Evangelium Christi entspricht ...: + br + | er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz + br + | damit alle auf der Erde ... und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu ... + h6.card-subtitle.text-muted + | Der Eröffnungsruf des Wirkens Jesu und die Dämonenaustreibung in der Synagoge als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung + hr + ul.card-text + li + | In beiden Erzählungen sind Tod und Auferstehung Jesu gegenwärtig als zentraler Inhalt des Evangeliums Gottes + | und Ursache dafür, dass die Königsherrschaft Gottes zum Greifen nahe gekommen ist: + ul.card-text + li + | Der Auftakt des Wirkens Jesu blickt zunächst zurück auf den gewaltsamen Tod Johannes des Täufers („Nachdem Johannes ausgeliefert worden war ...“) + | und macht so Jesu eigenen Tod präsent; + br + | der Dämon fragt, ob Jesus gekommen sei, ihn und seinesgleichen „ins Verderben zu stürzen“, + | womit der Tod Jesu und seine Heilsbedeutung für die Menschen mit gleichzeitiger Unheilsbedeutung für die Dämonen vergegenwärtigt wird: + br + | → Jesus ist gekommen, um dem Dämon „voraus“ „ins Verderben“ zu gehen (→ Tod am Kreuz) und ihn und seinesgleichen auf diese Weise „ins Verderben zu stürzen“. + br + | Insofern es sich dabei um jenen handelt, den der Dämon als „Heiligen Gottes“ bezeichnet – eine Ehrbezeichnung! –, schwingt jene Erniedrigung mit, + | die der Philipperhymnus besingt. + li + | Die Verkündigungstätigkeit Jesu nach der Auslieferung mit Ansage der Königsherrschaft Gottes setzt die Auferstehung Jesu voraus; + br + | ebenso spielt die Betitelung „Heiliger Gottes“ durch den Dämon auf Jesu Auferstehung an: + br + | Jesus ist „dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzt als Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten“. + br + | Hier wird die Erhöhung Jesu deutlich, die sich auch im Gehorsam des Dämon ausdrückt. + li + | Das Nahegekommensein des Gottesreiches wirkt sich aus und muss sich auswirken zum Heil der Menschen: + br + | Wie der Dämon vor dem Namen Jesu, des „Heiligen Gottes“, die Knie beugt, indem er schweigt und weicht, + | sollen auch die Menschen vor diesem Namen Jesu die Knie beugen, indem sie seinem Ruf zu Glaube und Umkehr folgen: + | eine Verpflichtung, zu leben, „wie es dem Evangelium Christi entspricht“, + | nämlich selber den Weg der Erniedrigung zu gehen. + br + | Sie sollen vom Staunen und Rätseln zu Umkehr und Glaube kommen. + li + | Die „neue Lehre in Vollmacht“ in der Erzählung von der Dämonenaustreibung ist das „Evangelium Gottes“, das Jesus verkündet + | und das sich mit dem Anbruch der Königsherrschaft Gottes verbindet: + br + | Während das jüdische Gesetz – gegenwärtig in den Schriftgelehrten – als insuffizient deklariert wird, was das + | Bannen der Herrschaft der Dämonen betrifft, + | erweist sich das Evangelium als + q.bibeltext eine Kraft Gottes zur Rettung für jeden, der glaubt + span.bibelstelle Röm 1,16. + br + | So ist das Zeitalter des insuffizienten Gesetzes durch das Zeitalter des rettenden Glaubens an das Evangelium abgelöst. + + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title + q + | Lebt als Gemeinde so, wie es dem Evangelium Christi entspricht ...: + br + | er erniedrigte sich ... + | Darum hat ihn Gott über alle erhöht + h6.card-subtitle.text-muted + | Das Wirken Johannes des Täufers und der Neuaufbruch Jesu als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung + hr + ul.card-text + li + | Jesus ist der nach Johannes kommende „Stärkere“, besonders durch seine Auferstehung, + | auf die die Erzählung vom Neuaufbruch eingangs anspielt. + br + | Durch die Auferstehung hat Jesus auch die Stellung eingenommen, die ihn von allen anderen abhebt, + | was Johannes mit deutlicher Unterwürfigkeit zum Ausdruck bringt. + li + | Wie aber Johannes in der Wüste als Asket lebt und wirkt, + br + | so sucht Jesus – dessen überragende Stellung bewusst gemacht wurde – auch die „Wüste“ auf: + br + | der Blick auf die hoheitliche Stellung des Auferstandenen wird umgelenkt auf seine Sendung in die – als Gegensatz mit Erniedrigungscharakter zu verstehende – „Wüste der Gottferne“, + | die der Ort seines irdischen Wirkens war. + br + | Bei Jesus blitzt das „Darum hat ihn Gott über alle erhöht“ des Philipperhymnus auf, + | das sich mit dem Ruf zum Sinneswandel durch Johannes den Täufer verbindet. + br + | In der Mitte der konzentrischen Gliederung wird dieser Sinneswandel von den Berufenen, bebildert vor allem an den Söhnen des Zebedäus, + | mit- bzw. nachvollzogen wird; jene, die zur Taufe des Johannes kommen, vollziehen auch diesen Sinneswandel; + | doch durch Petrus, seine Begleiter und „alle“ bei der Verfolgung Jesu in die Wüste wird dieser Sinneswandel infrage gestellt; + | während sie Jesus zur Umkehr bringen wollen, müssen sie selbst den Ruf zum Sinneswandel neu hören und befolgen, + | Verfolgung sein lassen und erneut in die Nachfolge eintreten. + br + | Am unteren Ende der konzentrischen Gliederung wird deutlich, wie der Sinneswandel des einst Gottgleichen sich zum Heil der Menschen auswirkt. + li + | Der Sinneswandel, der zur Taufe, die Johannes verkündet, dazugehört, verbindet sich mit der Umlenkung Auferstehung → Tod am Kreuz + | im Gegenüber im Sinne des „Darum hat ihn Gott über alle erhöht“ des Philipperhymnus (s. o.); + br + | beides zusammen macht den den Kontext des Philipperhymnus präsent: + br + q.bibeltext Lebt als Gemeinde so, wie es dem Evangelium Christi entspricht ...: + span.bibelstelle Phil 1,27 + br + | Der vom einst Gottgleichen vollzogene Sinneswandel ist der Grund, warum Paulus diesen Hymnus im Philipperbrief zitiert: + br + | dieser Weg der Erniedrigung des Gottgleichen muss sich im Verhalten der Christen ausprägen. + li + | Insofern der Tod Jesu am Kreuz in 10,38 als „Taufe“ bezeichnet werden kann, + | kann die Wendung „Taufe des Sinneswandels“ auch auf auch Entäußerung und Erniedrigung nach dem Philipperbrief bis zum tiefsten Punkt des Todes am Kreuz, + | auf das Mk 1,35-39 anspielt, bezogen werden. + br + | Auf diese „Taufe des Sinneswandels“ des Gottgleichen lassen sich die Menschen taufen – zur Vergebung ihrer Sünden, bzw. zur Befreiung aus dem „Netz“ = „Gesetz der Sünde und des Todes“. + br + | Unmittelbar kommt + span.bibelstelle Röm 6,3-4 + | in den Sinn – passend zum Kontext (Petrus' Rückholaktion!) mit mahnendem Unterton: + br + q.bibeltext + | 3 Wisst ihr denn nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind. + br + | 4 Wir wurden ja mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod, damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit + | des Vaters von den Toten auferweckt wurde, in der Neuheit des Lebens wandeln. + br + | Auch hier begegnet – wie bei Markus in Mk 1,35-39! – eine Umlenkung der Auferstehungsherrlichkeit: + | weg vom Blick auf den Auferstandenen, weg vom Blick in die Herrlichkeit Gottes, hin auf die Bedeutung der Auferstehung Jesu für das eigene Leben: + br + | „in der Neuheit des Lebens wandeln“: Auferstehung Jesu als Auftrag an seine Jünger: + br + | getauft auf Jesu Tod selber den Sinneswandel des Gottgleichen, der im Tod seine tiefste Manifestation erfuhr, nachvollziehen + | (→ Ruf in die Nachfolge in der Mitte der konzentrischen Gliederung). + li + | Das Gegenüber „ganz Judäa“ einerseits und „ganz Galiläa“ (2x „ganz“) macht die Völkerthematik präsent, + br + | passend zu den Namen der Erstberufenen in der Mitte der konzentrischen Gliederung (2x griechisch, 2x semitisch) mit dem zerrisenen „Netz“ + br + | sowie zum unteren Ende der konzentrischen Gliederung mit dem Freikauf vom Fluch des Gesetzes nach Gal 4,4-5; 3,10-14, + | der nach + span.bibelstelle Gal 3,14 + | geschieht, + br + q.bibeltext damit den Völkern durch ihn (= Jesus Christus) der Segen Abrahams zuteilwird + br + | (s. o.; dabei sind mit „den Völkern“ im Horizont von Gal 3,8 „alle Völker“ gemeint, Juden wie die Völkerwelt, die gemeinsam durch den Glauben Kinder Abrahams werden); + br + | es kommen auch Menschen „von überallher“ zu Jesus. + li + | Wie die Menschen aus „ganz Judäa“ zu Johannes dem Täufer in die Wüste kommen, + | so geht Jesus aus der „Einsamkeit“ = „Wüste“ nach „ganz Galiläa“. + br + | Doch kommen die Leute zu Johannes in die Wüste, weil ihre Heimat selber „Wüste“ ist: Ort der Gottferne (→ Jes 40,3: „Wüste“ bezieht sich auf Jerusalem!). + br + | So ist auch der Gang Jesu „aus der Wüste“ in die Dörfer eigentlich kein Verlassen der „Wüste“, sondern ein weiteres Vordringen in sie hinein. + li + | Während Johannes der Täufer in der Wüste aufgesucht wird, um sich taufen zu lassen – im Sinne der Umkehr –, + br + | wird Jesus von Petrus in der „Einsamkeit“ = „Wüste“ aufgesucht – von Petrus dorthin verfolgt –, um Jesus selbst zur „Umkehr“ + | zu bringen, auf dass das „Ärgernis des Kreuzes“ beseitigt werde. + br + | Anders ausgedrückt: + | Während auf der einen Seite das „Ärgernis des Kreuzes“ beseitigt werden soll (durch Petrus, seine Begleiter und „alle“), + | wirkt das Kreuz Christi sich auf der anderen Seite zum Heil der Menschen aus: sie werden – durch die „Taufe auf den Tod Jesu“, + | durch die ein „Mitgekreuzigtsein“ geschieht (→ Röm 6,6) – nicht nur von ihren Sünden, sondern von der Herrschaft Satans/der Sünde insgesamt befreit. + br + | Während die einen die Freiheit empfangen, die in Christus Jesus geschenkt ist, sind die anderen im Begriff, + | sich „wieder ein Joch der Knechtschaft auf[zu]legen“ (Gal 5,1). + li + | Insofern zusammen mit Petrus und seinen Begleitern „alle“ Jesus suchen – im Sinne des Verfolgens und Zurückbringen wollens –, + | was sich hier aufgrund des Kontextes effektiv auf „alle Einwohner Kafarnaums“ bezieht, + | verbindet sich diese Notiz mit „allen Einwohnern Jerusalems“, die zu Johannes dem Täufer kommen, + | und trägt bei diesen „allen Einwohnern Jerusalems“ vom Handeln der „alle (Einwohner Kafarnaums)“ her eine gewisse Ambivalenz ein: + | einerseits Taufe der Umkehr, andererseits das Jesus-wieder-einfangen-Wollen; + br + | im Zentrum dieser Ambivalenz – als Mitte der konzentrischen Gliederung – stehen die den beiden Polen 1) „Netz“ = jüdische Gesetz (wieder) aufrichten; + | 2) in die Nachfolge Jesu eintreten; + br + | diese Ambivalenz passt gut zum Kreis um den Herrenbruder Jakobus – man beachte, dass dieser Name in der Mitte der konzentrischen Gliederung begegnet + | und dieser einer von denen ist, die das „Netz“ = jüdische Gesetz (wieder) aufrichten wollen. Vgl. dazu auch die Aussagen des Paulus zum + | sog. „Antiochenischen Zwischenfall“ in Gal 2,11-21, auf den in der vorhergehenden konzentrischen Gliederung eingegangen wurde, + | weil dieser die Hintergrundfolie für Mk 1,35-39 ist. + br + | Im weiteren Verlauf des Evangeliums werden immer wieder „Schriftgelehrte von Jerusalem“ zu Jesus kommen, um mit diesem ein Streitgespräch zu führen; + br + | es wird sich zeigen, dass es sich im Evangelium nicht um jüdische Schriftgelehrte, sondern juden-christliche Schriftgelehrte + | handelt, mit denen nicht eigentlich Jesus, sondern Paulus streitet. + li + | Von der Mitte der konzentrischen Gliederung aus betrachtet ist Folgendes bebildert: + ul.card-text + li + i Jesus beruft seine Jünger als Menschenfischer + br + | Johannes der Täufer erweist sich als Menschenfischer, zu dem die Massen strömen, um sich der Umkehrtaufe zu unterwerfen. + br + | Petrus, seine Begleiter und „alle“ dagegen betätigen sich als „Jesus-Fischer“, die Jesus zur Umkehr bringen wollen. + br + | Jesus wiederum bricht neu auf, um – wie Johannes der Täufer – Menschenfischer zu sein. + li + i Die Söhne des Zebedäus verlassen ihre Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb und folgen Jesus nach + br + | Johannes der Täufer wird als Asket in der Wüste gezeichnet. + br + | Jesus selbst geht den Weg der Entäußerung und Erniedrigung. + br + | Die Söhne des Zebedäus aber wollen zurückhaben. + li + i Das „Netz“ ist zerrissen – das Zeitalter des jüdischen Gesetzes ist vorbei: Befreiung! + br + | Die Menschen, die zu Johannes dem Täufer kommen, unterziehen sich von dieser Befreiung her der Umkehrtaufe. + br + | Petrus, seine Begleiter und „alle“ dagegen wollen diese Befreiung vom (Fluch des) jüdischen Gesetz(es) rückgängig machen, + | das Gesetz (wieder) aufrichten. + li + | Wie die Ausführungen zum aktuellen Gegenüber nahelegen, dürfte + span.bibelstelle Gal 3,13-14a + | im Hintergrund dieses Gegenübers stehen: + br + q.bibeltext + | Christus hat uns vom Fluch des Gesetzes freigekauft, indem er für uns zum Fluch geworden ist; + br + | denn es steht geschrieben: Verflucht ist, wer am Holz hängt. + br + | Jesus Christus hat uns freigekauft, damit den Völkern durch ihn der Segen Abrahams zuteilwird. + ul.card-text + li + | Mk 1,35-39 macht in der Mitte (Einsamkeit, Gebet) das Kreuz als Ort des Loskaufes vom Fluch des Gesetzes präsent, + | an dem Jesus selbst zum Fluch geworden ist; + li + | die Angaben „ganz Judäa“ und „ganz Galiläa“ verkörpern die Völker, denen der Segens Abrahsm zuteilwird; + li + | entsprechend wird das Zuteilwerden des Segens einerseits – dem Freikauf gegenüberliegend – anhand jener erzählt, + | die zu Johannes dem Täufer kommen und sich taufen lassen, + br + | andererseits im Ziehen Jesu durch ganz Galiläa mit Dämonenaustreibungen angespielt, + br + | wobei sich die Dämonenaustreibungen durch Jesus mit der Taufe durch Johannes den Täufer verbinden. + + .card.slide.border-primary .card-body