diff --git a/views/nt/ev/mk/getauft/familie.pug b/views/nt/ev/mk/getauft/familie.pug index a64e322..44d0b41 100644 --- a/views/nt/ev/mk/getauft/familie.pug +++ b/views/nt/ev/mk/getauft/familie.pug @@ -250,6 +250,8 @@ block content li | Die Vier, die den Gelähmten tragen, scheuen keinen Aufwand, um ihm Heilung zuteil werden zu lassen; | sie stellen sich in den Dienst einer Existenz am Rande (Gelähmter) bzw. eines Menschen, der der Umkehr(hilfe) bedürftig ist. + br + | Bei ihnen „sieht“ Jesus den „Glauben, der durch die Liebe wirkt“ (Gal 5,6), worauf er den Gelähmten „heilt“. li | Jesus selbst ist auch zu nennen: er ermöglicht mit seinem Gekreuzigtwerden, Sterben, Begrabenwerden und Auferstehen | die heilvolle Schicksalsgemeinschaft mit ihm (Mit-Gekreuzigtwerden, Mit-Sterben, Mit-Begrabenwerden, in der Neuheit des Lebens wandeln), @@ -260,6 +262,24 @@ block content li | Schließlich ist auf den Gelähmten selbst zu blicken, der sich erhebt, um in der Neuheit des Lebens zu wandeln; | dazu nimmt er seine Bahre mit, um künftig selber Menschen in einem ganz existentiellen (doppelten) Sinne aufzuhelfen. + p.card-text + | Das Tun des Willen Gottes verbindet sich – anders als im Judentum bzw. bei judaisierenden Christen – nicht mit + | dem jüdischen Gesetz, sondern mit dem „Glauben, der durch die Liebe wirkt“, wie ihn die Vier leben. + br + | Denn das Gesetz gehört – nach christlich-paulinischer Sicht – einer vorausgehenden Epoche an, die unter der Herrschaft der Sünde stand, + | wobei das Gesetz eine unrühmliche Rolle spielte. Mit Christus – mit seinem Tod und seiner Auferstehung – + | ist das Zeitalter des Glaubens angebrochen, wie Paulus in Gal 3,19-25 ausführt. + p.card-text + | Der Glaube an Tod und Auferstehung Jesu nimmt aber in die Pflicht, sein Leben entsprechend auszurichten; + br + | Glaube ist – bei Markus wie Paulus – ein tätiger Glaube, der die in Jesu Tod und Auferstehung + | ermöglichte und in der Taufe vollzogene Lebenswende + | mit der ganzen Existenz aneignet: + br + | Der „Glaube an den Sohn Gottes, der mich geliebt uns sich für mich hingegeben hat“ (Gal 2,20) + | zeigt sich als „Glaube, der durch die Liebe wirkt“ (Gal 5,6); + br + | er ist nie nur Bekenntnisglaube. .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body @@ -271,27 +291,47 @@ block content | Die vorliegende Erzählung führt auch die vorvorausgehende Erzählung weiter, bei der sich die biologische Familie | Jesu auf den Weg zu ihm gemacht hatte; br - | nun erhält sie eine klare Abfuhr von ihm, und wir eine neue Definition von Familie: + | nun erhält sie eine klare Abfuhr von ihm, und wir erleben den Übergang von ‚Familie‘ zur ‚Gemeinde‘ + | mit Übernahme der typischen Familien-Begriffe Bruder und Schwester sowie hier auch Mutter: p.card-text i - | Wer zur Familie Jesu – der Familie Gottes, der Gemeinde – gehören will, + | Wer zur ‚Familie‘ Jesu – der ‚Familie‘ Gottes, der Gemeinde – gehören will, + br + | – Bruder, Schwester, Mutter Jesu sein will, – + br | der muss den Willen Gottes aktiv tun. - br - | Damit wird die übliche, biologische, über das Blut laufende Definition von Familie aufgebrochen, ja zurückgewiesen, + p.card-text + | Damit werden im Hinblick auf die christliche Gemeinde biologische, über das Blut laufende + | Kategorien einer Gemeinschaft aufgebrochen, ja zurückgewiesen, | und eine ethische Definition an deren Stelle gesetzt: br - | Die christliche Familie – im Sinne von Gemeinde – definiert sich nicht durch biologische Abstammung, + | Die christliche ‚Familie‘ – im Sinne von ‚Gemeinde‘ – definiert sich nicht durch biologische Abstammung – wie das Volk Israel –, | sondern durch das Tun des Willens Gottes, wozu sie durch Christus befreit wurde (→ Mitte der konzentrischen Gliederung) | und um den sie sich versammelt, | wie hier die Gemeinschaft, auf die Jesus verweist, um ihn sitzt. p.card-text - | Insofern in der Mitte der konzentrischen Gliederung neben der Gesetzes- auch die Völkerthematik eine tragende Rolle spielt - | (doppelte Dachöffnung!), bringt die hier vorgenommene ethische Umdefinition von Familie gleichzeitig eine Weitung - | in die Völkerwelt mit sich; die biologische Familie Jesu, die hier anklopft, wird damit durchsichtig auf das jüdische Volk. + | Damit wird einerseits deutlich, dass biologische, über das Blut laufende Kategorien nicht ausreichen, + | man Christ „nicht einfach ist“ aufgrund einer bestimmten Abstammung; br - | Nicht nur eine biologisch-blutlinienmäßige, sondern auch eine völkisch-nationalistische Definition von Familie wird hier - | zurückgewiesen mit der neuen, ethischen Definition von Familie, und damit gleichzeitig Platz geschaffen für eine - | völkerverbindende Gemeinschaft als „Familie Gottes/Jesu“, die den Willen Gottes in der Nachfolge Jesu tut. + | es findet hier also eine Einschränkung statt, die das tatsächliche Tun des Willens Gottes zum Maßstab macht. + p.card-text + | Gleichzeitig findet eine Weitung statt, die in der hier begegnenden Definition von ‚Familie‘ im Sinne von ‚Gemeinde‘ + | perspektivisch enthalten ist, durch + | die Mitte der konzentrischen Gliederung aber auch präsent wird: + br + | Denn insofern in der Mitte der konzentrischen Gliederung auch die Völkerthematik eine tragende Rolle spielt + | (doppelte Dachöffnung!), bringt die hier vorgenommene ethische Definition von ‚Familie‘ im Sinne von ‚Gemeinde‘ + | eine grundsätzliche Weitung in die Völkerwelt mit sich; + br + | die biologische Familie Jesu, die hier anklopft, wird in dieser Perspektive durchsichtig auf das jüdische Volk. + p.card-text + | Nicht nur eine biologisch-blutlinienmäßige, sondern auch eine völkisch-nationalistische Definition von ‚Familie‘ im Sinne von ‚Gemeinde‘ + | wird hier + | zurückgewiesen mit der neuen, ethischen Definition dieses sozialen Gebildes; + br + | damit wird gleichzeitig Platz geschaffen für eine + | völkerverbindende Gemeinschaft als „Familie Gottes/Jesu“, die den Willen Gottes in der Nachfolge Jesu tut + | im Sinne des „Glaubens, der durch die Liebe wirkt“. .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body @@ -307,6 +347,6 @@ block content | Denn der eine Vater ist Gott selbst! p.card-text | Dies Vorstellung begegnet auch im Verlassen des (eigenen, biologischen) Vaters durch die Söhne des Zebedäus - | sowie dann später bei weiteren Aufzählungen von Familien-Gliedern ist. + | sowie dann später bei weiteren Aufzählungen von Familien-Gliedern. p.card-text | Darin liegt auch ein anti-hierarchischer Impuls (wie das Aufgreifen der Macht-Frage im Evangelium an anderen Stellen zeigt). \ No newline at end of file diff --git a/views/nt/ev/mk/getauft/verrueckt.pug b/views/nt/ev/mk/getauft/verrueckt.pug index a2a24fd..f450cbd 100644 --- a/views/nt/ev/mk/getauft/verrueckt.pug +++ b/views/nt/ev/mk/getauft/verrueckt.pug @@ -200,7 +200,7 @@ block content | Das Urteil „von Sinnen“ der Familie über Jesus ist an sich mehrdeutig und schwierig zu interpretieren. br | Dies umso mehr, als in der folgenden Erzählung, die von der Thematik „leibliche/geistliche Familie“ gerahmt wird, - | eine Problematik hinsichtlich der paulinischen Rechtfertigungslehre thematisiert wird (Stichwort: „Diener der Sünde“). + | eine nachösterliche(!) Problematik hinsichtlich der paulinischen Rechtfertigungslehre thematisiert wird (Stichwort: „Diener der Sünde“). .card.slide.border-primary.mb-3 diff --git a/views/nt/ev/mk/getauft/verteidigung.pug b/views/nt/ev/mk/getauft/verteidigung.pug index 814639a..90b6c16 100644 --- a/views/nt/ev/mk/getauft/verteidigung.pug +++ b/views/nt/ev/mk/getauft/verteidigung.pug @@ -261,11 +261,12 @@ block content br | Die Erzählung hier in 3,22-30 legt das nahe. p.card-text - | Die Aussage vom Einbrechen ins Haus und Hausrat rauben wird in der Mitte der konzentrischen Gliederung + | Die Aussage vom Einbrechen ins Haus und Rauben des Hausrats wird in der Mitte der konzentrischen Gliederung | schön bebildert: br | durch seinen Tod ist Jesus in das Totenreich – das Haus hier quasi als Grab – eingebrochen - | und ermöglicht dort den Toten (→ Gelähmter) eines neues Leben, das sie nach Hause (→ in den Himmel) gehen lässt. + | und ermöglicht dort den in der Taufe mit ihm Gestorbenen (→ Gelähmter) eines neues Leben, + | das sie nach Hause (→ in den Himmel) gehen lässt. .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body @@ -273,7 +274,8 @@ block content h6.card-subtitle.text-muted Erweiterte Bezüge durch die Mitte der konzentrischen Gliederung hr p.card-text - | Der Vorwurf an Jesus ist einerseits allerhand, hat er sich doch eigentlich mit Dämonenaustreibungen und Heilungen + | Der Vorwurf an Jesus ist einerseits allerhand, hat er sich doch eigentlich mit Dämonenaustreibungen und anderen Heilungen, + | die – wie wir gesehen haben – letztlich auch die Qualität von Dämonenaustreibungen haben – | frontal gegen Satan positioniert. br | Andererseits hat sich Jesus auch verdächtig gemacht durch seine Gemeinschaft mit den „Zöllnern und Sündern“ (Mk 2,13-17) @@ -281,19 +283,34 @@ block content | ferner vertritt er eine „eigenwillige“ Auslegung des Sabbat-Gebotes (Mk 2,23-28, auch Mk 3,1-6), | steht mithin also nicht zu 100 % in der (sonst üblichen) Tradition des jüdischen Gesetzes. p.card-text - | Schon in Mk 2,1-12 (Heilung des Gelähmten) war das Verhältnis zwischen Jesus und dem jüdischen Gesetz subtil - | Thema gewesen, allein schon durch die Präsenz der Schriftgelehrten - | und konkret in der Frage nach wirksamer Sündenvergebung; - br - | es ging dabei – neben anderem und wie schon in 1,21-28 (erste Dämonenaustreibung, Schriftgelehrte im Horizont genannt) – um die Insuffizienz des Gesetzes, lebendig zu machen. - br - | Ferner war auch in Mk 2,1-12 – wie hier – die Frage, wer durch Jesus eigentlich wirkt, präsent, nämlich + | Schon in Mk 2,1-12 (Heilung des Gelähmten) war – wie hier – die Frage, wer durch Jesus eigentlich wirkt, präsent, nämlich | in der Anrede Jesu an den Gelähmten: „Mein Sohn“, womit angedeutet ist, dass durch Jesus Gott selbst wirkt, | was die Schriftgelehrten nicht realisieren und weswegen sie die Sündenvergebung durch Jesus ablehnen. br + | Ferner war in Mk 2,1-12 auch das Verhältnis zwischen Jesus – bzw. eigentlich + | dem nachösterlichen christlichen Glauben (→ Glaube der Vier!) an Jesus als Christus – + | einerseits und dem jüdischen Gesetz andererseits subtil + | Thema gewesen, allein schon durch die Präsenz der Schriftgelehrten + | und konkret in der Frage nach wirksamer Sündenvergebung; + br + | ganz subtil wurde dabei – wie schon in 1,21-28 (erste Dämonenaustreibung, Schriftgelehrte im Horizont genannt) – + | die Insuffizienz des jüdischen Gesetzes, lebendig zu machen, angesprochen. + br + | Jesus dagegen hat – so zeigt es der Fortgang der Erzählung – + | offensichtlich die Vollmacht zu echter, wirksamer Sündenvergebung, die zu einem neuen Leben ermöglicht (→ Gelähmter, der sich erhebt); + br + | dabei stand aber nicht der irdische, vorösterliche Jesus und seine Vollmacht im Fokus, + | sondern die Gültigkeit und Wirksamkeit der durch Tod und Auferstehung Jesu ermöglichten + | Rechtfertigung allein aus Glauben (→ Glaube der Vier!), jenseits der + | „Werke des (jüdischen) Gesetzes“, wie sie Paulus in seinen Briefen vertritt und verteidigen muss. + br | Mk 2,1-12 bildet nun die Mitte der konzentrischen Gliederung. + | Und das Gegenüber in der aktuellen Erzählung sind wieder die Schriftgelehrten. p.card-text - | Mit Mk 2,1-12 steht aber in besonderer Weise auch Röm 6 im Mittelpunkt; und genau dort setzt sich Paulus mit ganz ähnlichen + | Mit Mk 2,1-12 steht auch die Tauftheologie des Paulus nach Röm 6 + | (Mitgekreuzigtsein, Mitgestorbensein, Mitbegrabensein) im Mittelpunkt; + br + | und genau dort in Röm 6 setzt sich Paulus mit ganz ähnlichen | Vorwürfen wie hier Jesus auseinander, wozu er von Kritikern seiner Rechtfertigungslehre offenbar genötigt wird: br q.bibeltext Was sollen wir nun sagen? Sollen wir an der Sünde festhalten, damit die Gnade umso mächtiger werde? Keineswegs! @@ -304,23 +321,23 @@ block content p.card-text | Mit seiner Lehre von der Rechtfertigung allein aus Gnade, ohne der Notwendigkeit, sich auf das jüdische Gesetz zu verpflichten, | setzte sich Paulus dem Vorwurf aus, er würde effektiv der Sünde dienen, weil sie – ohne Verpflichtung auf das jüdische Gesetz – - | doch frei und schadlos praktiziert werden könne; und wenn sich Gott doch in besonderer Weise den Sündern zuwendet, - | ist es dann nicht gut, Sünder zu sein? Steht also hinter allem nicht doch eher die Sünde und nicht Gott? + | doch frei und schadlos praktiziert werden könne; und wenn sich Gott doch in besonderer Weise den Sündern zuwende, + | wäre es dann nicht gut, Sünder zu sein? Steht also hinter allem nicht doch eher die Sünde und nicht Gott? p.card-text | Vom Blick auf Paulus und einer Verdrehung seiner Rechtfertigungslehre her macht der Vorwurf an Jesus Sinn! + br + | Jesus wird auch hier durchsichtig auf Paulus; es geht auch hier um eine nachösterliche Fragestellung. .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title Abwehr des Vorwurfs bei Paulus und Markus (bzw. dem markinischen Jesus) hr p.card-text - | Paulus weist in Röm 6 auf die grundlegende Lebenswende in der Taufe hin, auf das Mitgekreuzigtsein, - | Mitgestorbensein, Mitbegrabensein mit Jesus – Letzteres bildet nun die Mitte der konzentrischen Gliederung! - br - | Ein Teil der Abwehr des Vorwurfes muss also auch bei Markus nicht in der eigentlichen Erzählung selbst, - | sondern in der Mitte der konzentrischen Gliederung gesucht werden. + | Paulus weist in Röm 6, das nun – neben anderem – durch die Mitte der konzentrischen Gliederung vergegenwärtigt wird, + | auf die grundlegende Lebenswende in der Taufe hin, auf das Mitgekreuzigtsein, + | Mitgestorbensein, Mitbegrabensein – mit Jesus und die damit sich verbindenden Konsequenzen: p.card-text - | Die hier relevanten Aussagen seine nochmal kurz aufgeführt: + | Die hier relevanten Aussagen seien nochmal kurz aufgeführt: br q.bibeltext Wie können wir, die wir für die Sünde tot sind, noch in ihr leben? span.bibelstelle Röm 6,2 @@ -340,15 +357,48 @@ block content p.card-text | Hier wird jeweils eine klare Trennlinie zwischen Gott und der Sünde (bzw. Satan) gezogen, zwischen neuer und alter Existenz, sowie | Geradlinigkeit gefordert, weil es eine Unvereinbarkeit der beiden Existenzen gibt. - br - | Analog dazu argumentiert der markinische Jesus angesichts des Vorwurfes, mit dem Anführer der Dämonen im Bunde zu stehen, - | dass es kein Dienst an Satan ist, wenn er in Dämonenaustreibungen von Satan bzw. den Dämonen befreit, - | geht es dabei doch – siehe die Mitte der konzentrischen Gliederung – um eine Befreiung, die wirklich eine Lebenswende weg von der Sünde ist, - | wie dies anhand des Gelähmten bebildert ist, der sich – in Analogie zur Auferstehung Jesu – - | zu einem neuen Leben erhebt. – Einem neuen Leben, zu dem ihm die Schriftgelehrten bzw. das jüdische Gesetz - | aufgrund der eigenen Insuffizienz gerade nicht verhelfen konnten und können. p.card-text - | Man muss den Spies vielmehr umdrehen: Nicht Jesus steht im Dienst der Sünde, sondern das jüdische Gesetz, + | Auch im Galaterbrief muss Paulus seine Rechtfertigungslehre verteidigen, auch darauf gab es in Mk 2,1-12 Anspielungen, + br + | vor allem zeigen die Vier einen Glauben, der durch die Liebe wirkt (Gal 5,6): + br + | Die Lebenswende, die der Glaube ermöglicht hat, muss sich im konkreten Handeln, in der ganzen Existenz des Christen + | zeigen. Ein Glaube, der beim Bekenntnis stehen bleibt, ist für Paulus und Markus kein „vollständiger“ Glaube; + br + | besonders Markus problematisiert einen reinen Bekenntnisglauben (der nur die Auferstehung in Blick nimmt). + p.card-text + | Weil es bei der Taufe um eine echte Lebenswende weg von der Sünde hin zu Gott geht, + | wie dies in der Mitte der konzentrischen Gliederung anhand des Gelähmten bebildert ist, der sich – in Analogie zur Auferstehung Jesu – + | zu einem neuen Leben erhebt; + br + | weil der Glaube nur dann „vollständiger“ Glaube ist, wenn er durch die Liebe wirkt, + | wie dies in der Mitte der konzentrischen Gliederung anhand der Vier gezeigt wird, deren Glauben durch ihr Tun „gesehen“ werden kann; + br + | weil also das Tun des Christen nicht einer Beliebigkeit preisgegeben ist, die dem Sündigen Tür und Tor öffnen würde, + br + | kann der markinische Jesus angesichts des Vorwurfes, mit dem Anführer der Dämonen im Bunde zu stehen, argumentieren, + | dass es kein Dienst an Satan ist, wenn er in Dämonenaustreibungen von Satan bzw. den Dämonen befreit. + p.card-text + | Ein Teil der Abwehr des Vorwurfes – ja im Grunde der entscheidende Teil – muss also bei Markus nicht in der eigentlichen Erzählung selbst, + | sondern in der Mitte der konzentrischen Gliederung gesucht werden. + + + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title Insuffizientes Gesetz: Der Spies umgedreht + hr + p.card-text + | Der Vorwurf an Jesus, im Dienst von Beelzebul zu stehen, + | ist mit der subtilen Aussage bezüglich der Insuffizienz des jüdischen Gesetzes hinsichtlich echter, wirksamer Sündenvergebung + | in der Mitte der konzentrischen Gliederung zu verbinden. + br + | Während Jesus zu einem neuen Leben verhelfen kann, können dies die Schriftgelehrten bzw. das jüdische Gesetz + | aufgrund der eigenen Insuffizienz gerade nicht! + p.card-text + | Man muss den Spies der Schriftgelehrten gegen Jesus umdrehen: + br + | Nicht Jesus steht im Dienst der Sünde, sondern das jüdische Gesetz, | wie in der Mitte der konzentrischen Gliederung subtil angedeutet: br q.bibeltext @@ -375,10 +425,21 @@ block content | denen gegeben wird, die glauben. span.bibelstelle Gal 3,19.21-22 br - | Paulus kann das jüdische Gesetz als „Gesetz der Sünde und des Todes“ bezeichnen, weil es – wie in Gal 3 (wie auch in Röm 5 und 7) dargelegt – - | eine unheilige Allianz mit der Sünde eingegangen ist, insofern es dem Sünder nur das Todesurteil zusprechen kann, weil ihm selber - | die Kraft fehlt, lebendig zu machen (→ Gal 3,21!). - + q.bibeltext + | Paulus kann das jüdische Gesetz als „Gesetz der Sünde und des Todes“ bezeichnen, weil es – wie in Gal 3 (wie auch in Röm 5 und 7) dargelegt – + | eine unheilige Allianz mit der Sünde eingegangen ist, insofern es dem Sünder nur das Todesurteil zusprechen kann, weil ihm selber + | die Kraft fehlt, lebendig zu machen (→ Gal 3,21!). + p.card-text + | Ganz prägnant sind die Zusammenhänge in + span.bibelstelle 1 Kor 15,56-57 + | formuliert: + br + q.bibeltext + | Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, + br + | die Kraft der Sünde ist das Gesetz. + br + | Gott aber sei Dank, der uns den Sieg geschenkt hat durch unseren Herrn Jesus Christus. .card.slide.border-primary.mb-3 @@ -445,3 +506,70 @@ block content | in seinem Dienst oder Auftrag, obwohl – aufgrund der oben erinnerten Zusammenhänge – das Befreitwerden von Beelzebul | bzw. von der Sünde mit dem Befreitwerden vom jüdischen Gesetz (als göttlich verordnetem Weg zum (Un-)Heil) in eins geht. + + .card.slide.border-primary.mb-3 + .card-body + h5.card-title „Wenn eine Familie in sich gespalten ist, kann sie keinen Bestand haben.“ + hr + p.card-text + | Diese Aussage ist mit dem Kontext der Verteidigungsrede zu verbinden, + | geht es doch davor um die leibliche Familie Jesu, die Jesus für „von Sinnen“ hält, + | und im Anschluss um die „wahre Familie“ Jesu, die sich über das Tun des Willens Gottes konstituiert. + p.card-text + | Insofern die in der Verteidigungsrede verhandelte Frage eine nachösterliche ist, + | legt sich nahe, dass auch diese Aussage auf die nachösterliche Situation der Kirche zu beziehen ist. + p.card-text + | Dabei ist zunächst zu bedenken, dass Jesus hier durchsichtig wird auf Paulus. + br + | Ferner ist zu bedenken, dass die Aussage innerhalb der Verteidigungsrede fällt, der Kontext + | also die nachösterliche Frage danach ist, in wessen Diensten Jesus – bzw. eigentlich Paulus – steht, + | die Frage nach der Rechtfertigungslehre. + br + | Und zwischen Paulus und dem Herrenbruder gab es in den genannten Fragen tatsächlich Spannungen bis hin zur Spaltung, + | wie Paulus im Brief an die Galater erzählt. + p.card-text + | Für Markus ist klar, dass die paulinische Interpretation von Tod und Auferstehung Jesu gültig ist, + | Paulus und Jesus also auf eine Seite gehören. + br + | Daher kann man sich durchaus vorstellen, dass Markus die Spannung, + | die es in der frühen Kirche zwischen Paulus und dem Herrenbruder Jakobus gab, + | als Spannung innerhalb der Familie Jesu – also zwischen Jesus und seiner Familie – erzählt, + | weil das anders in seinem Evangelium gar nicht möglich ist. + p.card-text + | „Familie“ wäre dann – weil es nachösterlich um einen Konflikt nicht innerhalb der leiblichen Familie Jesu geht sondern + | zwischen Paulus und dem Herrenbruder Jakobus – auf das Judenchristentum zu beziehen, das in der Frage + | der Rechtfertigung gespalten ist und so – das ist die Mahnung – nicht Bestand haben kann; + br + | vielmehr sollten sich alle der Überzeugung des Paulus anschließen. + br + span.small + | Diese geweitete Deutung von „Familie“ ist durchaus möglich, weil in der nachfolgenden Erzählung + | auch „Familie“ – als Summe der einzelnen dort genannten Familienmitglider – + | die christliche Gemeinde (letztlich die ganze Kirche) bezeichnen kann. + p.card-text.small + | Vielleicht ist die Aussage bei Markus auch auf das Verhältnis zwischen Jesus und den ihn ablehnenden Teil + | des Judentums zu beziehen; das ist – weil es hier um eine innerchristliche Fragestellung geht – aber eher unwahrscheinlich. + p.card-text + | Vielleicht hat Markus auch konkret die Situation in Galatien vor Augen, wo sich die Gemeinde in der Fragestellung der Rechtfertigung + | nicht spalten soll, sondern sich in ihrer Gänze weder er paulinischen Überzeugung anschließen soll. + br + | Dann könnte + span.bibelstelle Gal 5,13-15 + | im Hintergrund stehen; diese Stelle passt auch zum Kontext des Vorwurfes zügelloser Freiheit, die der Sünde Tür und Tor öffnen würde: + br + q.bibeltext + | Denn ihr seid zur Freiheit berufen, Brüder und Schwestern. + br + | Nur nehmt die Freiheit nicht zum Vorwand für das Fleisch, sondern dient einander in Liebe! + br + | Denn das ganze Gesetz ist in dem einen Wort erfüllt: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. + br + | Wenn irh aber einander beißt und fresst, dann gebt Acht, dass ihr nicht einer vom anderen verschlungen werdet! + p.card-text + | Allgemein wird man sagen können, dass die Aussage des Markus zu Frieden und Zusammenhalt in der christlichen Gemeinde + | aufrufen will, wie dies Markus etwa auch in + span.bibelstelle Mk 9,50 + | tut: + br + q.bibeltext + | Habt Salz in euch und haltet Frieden untereinander! \ No newline at end of file