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8a2408929b
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8a2408929b | |
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@ -1,6 +1,13 @@
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@ -120,7 +127,7 @@ block content
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.card-body.gliederung
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h5.card-title Die Heilung des Mannes mit der verdorrten Hand: <q>wiederhergstellt</q>
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h5.card-title Die Heilung des Mannes mit der verdorrten Hand: <q>wiederhergestellt</q>
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 3,1-6
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.card.mb-1.konzentr-12
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@ -180,23 +187,24 @@ block content
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| Der ehedem Aussätzige verkündet (seine Heilung)
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br
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| Leute kommen „von überallher“ zu Jesus (Herkommen)
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p.card-text.konzentr-3.bibeltextkonzentr
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| 7 Jesus zog sich mit seinen Jüngern an den See zurück.
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| Viele Menschen aus Galiläa aber folgten ihm nach.
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| Auch aus Judäa, 8 aus Jerusalem und Idumäa, aus dem Gebiet jenseits des Jordan und aus der Gegend von Tyrus und Sidon
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| kamen Scharen von Menschen zu ihm, als sie hörten, was er tat.
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| 9 Da sagte er zu seinen Jüngern, sie sollten ein Boot für ihn bereithalten, damit er von der Menge nicht erdrückt werde.
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| 10 Denn er heilte viele, sodass alle, die ein Leiden hatten, sich an ihn herandrängten, um ihn zu berühren.
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br
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| 11 Wenn die von unreinen Geistern Besessenen ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder und schrien:
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br
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q Du bist der Sohn Gottes!
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br
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| 12 Er aber gebot ihnen, dass sie ihn nicht bekannt machen sollten.
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div.konzentr-3.bibeltextkonzentr
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p.card-text.konzentr-3.bibeltextkonzentr.abschnitt_intern.mb-0
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| 7 Jesus zog sich mit seinen Jüngern an den See zurück.
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p.card-text.konzentr-2.bibeltextkonzentr.abschnitt_intern.mb-0
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| Viele Menschen aus Galiläa aber folgten ihm nach.
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br
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| Auch aus Judäa, 8 aus Jerusalem und Idumäa, aus dem Gebiet jenseits des Jordan und aus der Gegend von Tyrus und Sidon
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| kamen Scharen von Menschen zu ihm, als sie hörten, was er tat.
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p.card-text.konzentr-1.bibeltextkonzentr.abschnitt_intern.mb-0
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| 9 Da sagte er zu seinen Jüngern, sie sollten ein Boot für ihn bereithalten, damit er von der Menge nicht erdrückt werde.
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p.card-text.konzentr-2.bibeltextkonzentr.abschnitt_intern.mb-0
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| 10 Denn er heilte viele, sodass alle, die ein Leiden hatten, sich an ihn herandrängten, um ihn zu berühren.
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br
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| 11 Wenn die von unreinen Geistern Besessenen ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder und schrien:
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br
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q Du bist der Sohn Gottes!
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p.card-text.konzentr-3.bibeltextkonzentr.abschnitt_intern
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| 12 Er aber gebot ihnen, dass sie ihn nicht bekannt machen sollten.
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@ -230,17 +238,17 @@ block content
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li
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| Auch der weitere Fortschritt der fortschreitenden Konzentrik stützt dies.
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li
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| Dann aber ist die Erzählung von der Auswahl der Zwölf „zu viel“!
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| Dann aber wäre die Erzählung von der Auswahl der Zwölf „zu viel“!
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p.card-text
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| Man könnte – als Ausweg – geneigt sein, die Auswahlerzählung mit dem hinteren Teil der Aussätzigenerzählung zu verknüpfen.
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br
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| Doch steht dem entgegen, dass die sinnvollere konzentrische Gliederung entsteht, wenn man den Anfang für sich
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| Doch steht dem entgegen, dass die sinnvollere konzentrische Gliederung entsteht, wenn man den Anfang der Aussätzigenerzählung für sich
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| nimmt – und nicht das Ende –, wie oben als Anmerkungen am Text durch die aufgezeigten Gegensätzlichkeiten
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| deutlich wird:
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br
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| Der erste Teil der Aussätzigenerzählung <i>muss</i> quasi Mitte einer konzentrischen Gliederung sein.
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p.card-text.mb-0
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| Ferner lässt sich die Erzählung von der Auswahl der Zwölf sich mit der ganzen Aussätzigenerzählung recht gut verbinden:
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| Ferner lässt sich die Erzählung von der Auswahl der Zwölf mit der ganzen Aussätzigenerzählung recht gut verbinden:
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ul.card-text
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li
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| Jesus beruft seine Apostel, damit er sie aussende „zu verkünden und mit Vollmacht Dämonen auszutreiben“.
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@ -253,7 +261,7 @@ block content
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li
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| Hinzu kommt, als Stütze:
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br
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| Die Aussätzigenerzählung bildete das Ende einer konzentrischen Gliederung, als die Berufung der ersten Jünger die Mitte bildete.
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| Die Aussätzigenerzählung bildete das untere Ende jener konzentrischen Gliederung, als die Berufung der ersten Jünger die Mitte bildete.
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p.card-text
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| Als weiterer Hinweis auf die Richtigkeit der gewählten konzentrischen Gliederung kann gelten,
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| dass die Andrangserzählung mit einem Schweigegebot endet,
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@ -273,6 +281,211 @@ block content
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br
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| Man wird von einer erweiterten Mitte sprechen müssen/dürfen (wie sie ähnlich auch schon zuvor begegnet ist).
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.card-body
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h5.card-title
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q Jesus zog sich ... zurück
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hr
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ul.card-text
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li
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| Der Rückzug Jesu erscheint als Folge des unmittelbar vorausgehenden Tötungsbeschlusses durch die Pharisäer und Anhänger des Herodes.
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li
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| Gleichzeitig ist er Kontrast zur Verkündigungstätigkeit in „ganz Galiläa“ (Mk 1,39) sowie Parallele zum Rückzug nach der Heilung
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| des Aussätzigen und aufgrund dessen Verkündigungstätigkeit (Mk 1,45);
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br
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| der Rückzug Jesu steht also auch in besonderem Bezug zu den beiden gegenüberliegenden Teilen der erweiterten Mitte.
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.card-body
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h5.card-title
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q
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| Jesus zog sich
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i mit seinen Jüngern an den See
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| zurück
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hr
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ul.card-text
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li
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| Der See war Ort der Berufung der ersten Jünger (Mk 1,16-20) sowie von Verkündigung (Mk 2,13) und wieder Berufung (MK 2,14),
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br
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| ist also – neben anderem – ein besonderer Ort für das Jüngersein;
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br
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| die Überfahrten der Jünger über den See mit ihren Schwierigkeiten und die diesbezüglichen Dialoge werden dies bestätigen.
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li
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| Auch die Gleichnisrede <i>auf dem See</i> (Mk 4,1-34) mit eingeschobener Jüngerbelehrung wird dies unterstreichen.
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li
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| Der Rückzug Jesu <i>mit den Jüngern</i> ist ein Motiv, das ab hier noch öfter begegnet und immer einer besonderen Unterweisung der Jünger dient,
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| die zu Insidern der Lehre Jesu werden sollen, während andere „draußen“ sind (und bleiben wegen ihrer Ablehnung Jesu).
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li
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| Hierzu passt auch das Schweigegebot am Ende der Erzählung angesichts des „Bekenntnisses“ der Dämonen, das auch die Person Jesu (noch)
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| mit dem Charakter des Geheimnisvollen umgibt.
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li
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| Wichtig ist aber festzuhalten, dass der Rückzug Jesu allein oder mit den Jüngern meist gar nicht funktioniert
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| und grundsätzlich immer nur temporär ist, nie absolut, weil das Evangelium weiter geht mit weiteren Episoden und Jesu Dasein für die Vielen.
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br
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| Erst der Tod Jesu wird einen „Rückzug“ Jesu ganz eigener Art bedeuten, durch den er dann aber wirklich universell – als Auferstandener –
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| da sein kann durch seine Jünger;
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br
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| dazu zieht er sich vor seinem Tod mit ihnen zurück, belehrt sie und beauftragt sie schließlich zum Stellvertreterdienst
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| (→ nächste Erzählung: Berufung der Zwölf und deren perspektivische Aufgabe!).
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li
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| Für die Lehre Jesu – die bisher verschwiegen wurde, vielmehr nur indirekt für den „sehenden Leser“ erschließbar ist
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| und zu der auch das „Geheimnis um die Person Jesu“ gehört –, gilt schließlich, dass sie grundsätzlich keine „Geheimlehre“ ist,
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| dass sie vielmehr öffentlich verkündigt werden soll (vgl. auch Mk 4,22);
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br
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| darin unterscheidet sich das Christentum von anderen religiösen Gruppierungen (Qumran, Mysterienkulte).
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br
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| Dennoch wird es – immer! – solche geben, die „drinnen“ sind (verstehend nachfolgen), und solche, die „draußen“ sind
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| (Jesus ungläubig und ihn nicht verstehend ablehnen).
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.card.slide.border-primary.mb-3
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h5.card-title
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| Von einem Neuansatz, der über sich hinaus verweist
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hr
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ul.card-text
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li
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| Bisher war das Zusammenkommen Vieler bei Jesus immer positiv und quasi Einleitung zu Verkündigung, Berufung und/oder Heilung.
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li
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| Dieses Moment fehlt hier, obwohl doch gerade hier besonders viele Menschen zusammenkommen, „aus allen Landen“ könnte man sogar sagen.
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li
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| Mehr noch: Der Wunsch Jesu, sich mittels eines Bootes vor dem Andrang und den Berührungen zu retten, steht in eigenwilligem Kontrast
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| zum bisherigen Dasein Jesu für die Vielen einerseits und im Speziellen zur Berührung des Aussätzigen und später auch der blutflüssigen Frau
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| in Mk 5,25-35 andererseits, wobei diese Berührungen – in gewissem Gegensatz zu hier – stets positiv konnotiert sind.
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li
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| Auch hier können die Berührungen an sich daher nicht wirklich negativ belegt sein;
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br
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| es scheint einfach die schiere Menge zu sein,
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| die hier ein Problem ist.
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li
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| Die Erzählung bricht – gerade im Vergleich mit anderen – auch irgendwie ab und lässt die Menge letztlich unbefriedigt zurück.
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br
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| Die nächste Erzählung geht dann auch mit einem impliziten wie radikalen Ortswechsel einher: Jesus ist nun nicht mehr am See, sondern
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| steigt auf einen Berg.
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li
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| Zu beachten ist aber, dass diese unmittelbar folgende Erzählung
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| jene ist, in der Jesus die Zwölf bestellt, damit diese später – genau wie er –
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| verkünden und Dämonen austreiben:
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br
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| Jesus setzt Multiplikatoren ein!
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li
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| Die Erzählung vom Andrang der überaus Vielen scheint genau dazu die Vorbereitung zu sein,
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br
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| die Einsetzung der Multiplikatoren die Antwort auf den großen, von Jesus allein nicht zu bewältigenden Andrang.
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li
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| Zu sehen ist auch, dass Jesus während der ganzen Andrangserzählung nur defensiv reagiert (Bootbereitstellung, Schweigegebot),
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br
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| während die Berufung der Zwölf zwar im genannten Sinne auch eine Reaktion Jesu auf den Andrang ist,
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| aber eine offensive, die Zukunft in den Blick nehmende.
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.card.slide.border-primary.mb-3
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.card-body
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h5.card-title
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q
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| Viele Menschen aus Galiläa aber folgten ihm nach. Auch aus Judäa, aus Jerusalem und Idumäa, aus dem Gebiet jenseits des Jordan
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| und aus der Gegend von Tyrus und Sidon kamen Scharen von Menschen zu ihm ...
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h6.card-subtitle.text-muted
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| Die ganze Welt sucht das in Jesus gekommene Heil
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hr
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ul.card-text
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li
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| Der Andrang übertrifft den Andrang bei Johannes dem Täufer um Längen
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br
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| und verbindet sich mit der erweiterten Mitte der konzentrischen Gliederung:
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ul.card-text
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li
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| Die Menschen aus Galiläa sind mit dem Ziehen Jesu durch ganz Galiläa in Mk 1,39 zu verbinden – hier als „Einsammlungsbewegung“ vorgestellt;
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br
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| die Berufung der ersten Jünger <i>am See</i> zu <i>„Menschenfischern“</i> wird präsent.
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br
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| Für die Menschen aus Galiläa wird explizit von „Nachfolge“ gesprochen:
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br
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| sie hat Jesus von Mk 1,39 her offenbar nicht nur im Schlepptau im Sinne des Nachlaufens, sie sind – so ist angedeutet – direkt
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| in die Nachfolge im Sinne des Jüngerseins eingetreten.
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li
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| Die anderen genannten Menschen und Gegenden verbinden sich mit den „Leuten von überallher“ in Mk 1,45.
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li
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| Insgesamt ist festzuhalten:
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br
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| Der Kreis der vielen Menschen, die zu Jesus kommen, weitet sich von deren Herkunft her:
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br
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| es sind <i>„die Vielen“</i> in einem ganz umfassenden Sinn;
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br
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| und dies ist in Beziehung zu setzen mit der Mitte der konzentrischen Gliederung:
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br
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| was in der Mitte an <i>einem</i> erzählt wird, daran wollen (sollen) die (umfassenden) <i>Vielen</i> Anteil haben.
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li
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| Mit der Erwähnung von Tyrus und Sidon – also Städten, die mehrheitlich von Heiden bewohnt werden –
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| als Herkunftsorte der zu Jesus strömenden Massen wird die Heiden-Thematik,
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| die schon in vorherigen Erzählungen präsent gewesen ist (Apostelnamen, doppeltes Dachöffnen; Gesetzesthematik),
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| explizit aufgegriffen.
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li
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| Markus suggeriert damit:
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br
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i Die ganze Welt sucht die Erlösung, das durch Jesus in die Welt gekommen ist;
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br
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| auch die Heiden gehören zu den „Vielen“ dazu, die nach Anteilhabe an der Erlösung in Christus streben.
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br
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| Offenbar ist jene Heilung, die Jesus ermöglicht, – so wird implizit ausgedrückt – in niemandem anderem als Jesus zu finden.
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li
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| Zu erinnern ist an dieser Stelle, dass die Heilung des „Aussätzigen“ mit der erzählerischen „Befolgung“ des jüdischen Gesetzes
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| durch Jesus
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span.bibelstelle Gal 4,4-5
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| vergegenwärtigt:
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br
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q.bibeltext
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| Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau
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br
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i und dem Gesetz unterstellt,
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br
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i damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz stehen, und damit wir die Sohnschaft erlangen.
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br
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| Damit ist zum einen die Befreiung vom tödlichen Fluch des Gesetzes im Kreuzestod Jesu ausgedrückt,
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br
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| zum anderen aber insgesamt das Ende des Zeitalters des jüdischen Gesetzes,
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| was gesetzesfreie Heidenmission ermöglicht:
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br
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i in Christus steht </i>allen<i> das Tor zur Gottes-Sohnschaft offen!
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br
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| – Und es strömen die Massen herbei, auch aus dem Heidentum.
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.card.slide.border-primary.mb-3
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.card-body
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h5.card-title
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q ... als sie hörten, was er tat
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hr
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ul.card-text
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li
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| Mit diesem Teilsatz werden die Taten Jesu bisher rekapituliert, besonders von
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span.bibelstelle Mk 1,21-28
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| an,
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| hatte es dort nach der ersten Dämonenaustreibung doch explizit geheißen:
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br
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q.bibeltext
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| Und sein Ruf verbreitete sich rasch im ganzen Gebiet von Galiläa.
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br
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| Eine weitere wichtige Station im Evangelium ist die Verkündigung des ehedem Aussätzigen „bei jeder Gelegenheit“ (Mk 1,44),
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| was schon in der dortigen Erzählung das Kommen der „Leute von überallher“ mit sich brachte, ohne Einschränkung auf Galiläa –
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||||
| diese Episode steht jetzt in der erweiterten Mitte der konzentrischen Gliederung.
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li
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||||
| Von den in der aktuellen Erzählung hervorgehobenen Berührungen zur Heilung her fällt natürlich bei dem, was die vielen hörten
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| und was sie zum Kommen veranlassten,
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| der Blick in besonderer Weise
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| auf die heilende Berührung des Aussätzigen durch Jesus.
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li
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| Bemerkenswert ist, dass die Verkündigung der Taten Jesu bisher durch unautorisierte Personen geschah,
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br
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| die Auswahl der Zwölf findet erst in der nächsten Erzählung statt, deren Aussendung sogar noch später.
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br
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| Dahinter könnte eine gewisse Relativierung der Zwölf bzw. der explizit autorisierten Verkündiger insgesamt stehen,
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br
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| wird doch erfolgreiche Verkündigung erzählt, <i>genau bevor</i> die amtliche Beauftragung dazu in Blick kommt.
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p.small
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| Eine gewisse Parallele dazu findet sich in Mk 9,38-40, als die Jünger Jesus auf einen fremden Wundertäter hinweisen,
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||||
| der im Namen Jesu Dämonen austreibt, und Jesus explizit Reglementierung verbietet.
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.card.slide.border-primary.mb-3
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.card-body
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h5.card-title
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@ -291,54 +504,128 @@ block content
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br
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| vielmehr kommt es zu einem heilenden Austausch:
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br
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| Jesus lädt die Krankheit der Menschen auf sich und gibt ihnen dafür sein Leben.
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.card.slide.border-primary.mb-3
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.card-body
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h5.card-title
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q ... und aus der Gegend von Tyrus und Sidon
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h6.card-subtitle.text-muted Andrang auch aus den heidnischen Gebieten
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hr
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ul.card-text
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| Jesus lädt die Krankheit der Menschen auf sich (→ Tod am Kreuz) und gibt ihnen dafür sein Leben.
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li
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| Der Kreis der vielen Menschen, die zu Jesus kommen, weitet sich von deren Herkunft her;
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br
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||||
| es sind „die Vielen“ in einem ganz umfassenden Sinn:
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br
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||||
| was in der Mitte an <i>einem</i> erzählt wird, daran wollen (sollen) die (umfassenden) Vielen Anteil haben.
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||||
li
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||||
| Schon in vorherigen Erzählung ist die Heiden-Thematik präsent gewesen (Apostelnamen, doppeltes Dachöffnen; Gesetzesthematik);
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||||
br
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||||
| hier nun wird mit der Herkunft von Menschen aus Tyrus und Sidon – also Städten, die mehrheitlich von Heiden bewohnt werden –
|
||||
| diese Thematik explizit aufgegriffen;
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br
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||||
| auch die Heiden gehören zu den „Vielen“ dazu, die an der Erlösung in Christus Anteil haben.
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||||
| Dies wird auch für Heiden – in gewisser Weise, nämlich aus jüdischer Perspektive, auch „Aussätzige – gelten.
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.card.slide.border-primary.mb-3
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.card-body
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h5.card-title
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q Da sagte er zu seinen Jüngern, sie sollten ein Boot für ihn bereithalten, damit er von der Menge nicht erdrückt werde.
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||||
h6.card-subtitle.text-muted Vorbereitung der Wahl der Zwölf
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h6.card-subtitle.text-muted Anspielung auf Jesu Tod zum Heil der Vielen – Vorbereitung der Wahl der Zwölf
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hr
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ul.card-text
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||||
li
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||||
| Während die Aussätzigenerzählung den Willen Jesu zur Heilung des Aussätzigen und sein Mitleid unterstreicht,
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||||
| ergreift Jesus hier quasi die Flucht angesichts der unheimlichen Massen, die zu ihm kommen.
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||||
li
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||||
| Deutlich soll wohl werden: einer allein schafft das nicht;
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br
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||||
| damit ist die Bestellung der Zwölf und ihrer perspektivischen Sendung in der nächsten Erzählung vorbereitet.
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||||
| Der Andrang als solcher, der Wunsch, an die durch Jesus vermittelte Heilung zu kommen, ist allerdings als legitim zu betrachten (s. o.).
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||||
li
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| Was die Einheitsübersetzung mit „an ihn herandrängten“ übersetzt, heißt eigentlich „auf ihn stürzten“ – eine recht drastische Formulierung (Mk 3,10);
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br
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||||
| im Gegenzug ist das „Erdrücktwerden“ eigentlich ein „Bedrängtwerden“ (Mk 3,9);
|
||||
br
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||||
| der Andrang bringt Jesus also in Bedrängnis, weil man sich regelrecht auf ihn stürzt: das „Erdrücktwerden“ steht durchaus im Raum.
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||||
li
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||||
| Es scheint dieser brachiale Andrang zu sein, der Jesus zu einem Ausweichmanöver zwingt,
|
||||
| will er nicht (schon) hier sein Leben lassen.
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||||
li
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||||
| Die Angst, im Dienst an den Vielen sein Leben zu lassen, muss aber auch tiefer verstanden werden;
|
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br
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||||
| den Jesus wird ja tatsächlich – dann am Kreuz – sein Leben für die Vielen lassen;
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| denn Jesus wird ja tatsächlich – dann am Kreuz – sein Leben für die Vielen lassen;
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br
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||||
| darauf soll hier sicher angespielt werden,
|
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br
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||||
| nur ist es dafür jetzt noch nicht der Zeitpunkt.
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| nur ist es dafür jetzt noch nicht der Zeitpunkt – erzählerisch wird es aber angedeutet.
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li
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| In diesem Sinne wird es dann den Dienst der in der nächten Erzählung bestellten Zwölf
|
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| (und weiterer) nach Ostern dann auch <i>notwendig</i> brauchen.
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||||
| Hier passt auf eigenwillige Weise auch die Szenerie „am See“,
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| ist das Wasser doch durchaus „Ort des Todes“, wie dann auch die Überfahrten über den See zeigen;
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br
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||||
| vgl. auch die Taufsymbolik (→ Hineinsteigen in das Wasser: Tod; Heraussteigen → (Anteil an) Auferstehung).
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||||
br
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| Jesus steht hier quasi mit dem Rücken zum See, und es fehlt nicht mehr viel, dass man ihn im Eifer des Gefechts hineindrängt und er dabei umkommt.
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| Das hier bereitgestellte Boot wird Jesus erst in Mk 4 zur Gleichnisrede nutzen;
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br
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| er nutzt es, um vom See aus für die vielen Menschen da sein zu können, die alle ihn hören wollen.
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br
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| Hier gibt es eine bemerkenswerte Parallele zu Tod und Auferstehung Jesu,
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| denn erst dadurch wird Jesus dann in einem umfassenden Sinn für <i>alle</i> Menschen da sein können,
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| erst sein Tod und seine Auferstehung eröffnen den Weg auch in die Heidenwelt, die hier bereits „anklopft“.
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| Zu bedenken ist hier auch: Das Boot ermöglicht ein Überleben auf dem Wasser; ohne dieses versinkt man in den Fluten und stirbt.
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| Vielleicht ist also das Boot auf dem See, das hier bereitgestellt und später genutzt werden wird,
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| unter Berücksichtigung der Verbindung See → Wasser → Tod von tiefer Symbolik und zeigt mit seiner unmittelbaren Todesnähe an,
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| dass Jesus sterben und auferstehen muss, um dann tatsächlich für alle Menschen da sein zu können.
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| In diese Betrachtung passen auch andere Beobachtungen am Text:
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| In der vorausgehenden Erzählung ist der Todesbeschluss der Pharisäer und Herodesanhänger ausgesprochen.
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| In der Erzählung selbst wird der Tod Jesu nicht nur durch die von Jesus erlebte Bedrängnis gegenwärtig,
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| sondern auch im Schweigegebot an die Dämonen,
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| das daran erinnert, dass Jesus den Dämonen voraus ins Verderben gegangen ist,
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| um diese ins Verderben zu stürzen,
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| und daran anknüpft, dass Jesus auch dem geheilten „Aussätzigen“, mit dem
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| Jesus einen (für ihn tödlichen) Austausch vollzogen hat, ein Schweigegebot auferlegt hat.
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| Die Erzählung ist konzentrisch gegliedert um die Bootbereitstellung aufgrund der Befürchtung Jesu, erdrückt zu werden.
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| Wie sich die inneren Elemente um die Mitte inhaltlich entsprechen – es ist jeweils vom starken Andrang bis hin zur Bedrängnis die Rede –,
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| müssen sich – den Gesetzen der Konzentrik folgend – auch die äußeren Elemente um die Mitte inhaltlich entsprechen.
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br
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| Beiden – Rückzug wie Schweigegebot – wohnt ein Moment des Geheimnishaften inne, insofern beides ein Gegengeschehen
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| zu einer breiten Öffentlichkeit ist.
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| Wie aber das Schweigegebot – wie gerade in Erinnerung gerufen – den Tod Jesu am Kreuz in der Erzählung präsent macht,
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| so legt es sich auch beim Rückzug Jesu nahe, diesen mit dem Tod Jesu im Horizont zu verbinden:
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| Der Rückzug Jesu kann als Reaktion auf den Todesbeschluss interpretiert werden;
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| dass er an den See (→ Wasser → Tod) geschieht, könnte die Todesbezogenheit des Rückzugs unterstreichen;
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| gleichzeitig kann – mit Blick auf die Mitte der konzentrischen Gliederung – der Rückzug in Verbindung gebracht werden mit
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| dem „Aussätzig“-Gewordensein durch die heilende Berührung des „Aussätzigen“ und damit (auch) von daher den Tod Jesu im Horizont haben,
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br
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| verstärkt noch dadurch, dass ein analoges Handeln Jesu in der erweiterten Mitte der konzentrischen Gliederung erzählt wird.
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| Jedenfalls ist wahrscheinlich, dass der Rückzug Jesu an den See mit dessen Tod in Verbindung zu sehen ist,
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| wird der Rückzugsort doch zum Ort der von Jesus erlebten Todesbedrängnis.
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li
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| Als Rahmung der Erzählung ergeben sich (also) mit Rückzug Jesu am Anfang und Schweigegebot an die Dämonen am Ende Verweise
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| auf den Tod Jesu;
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br
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| die Mitte der Erzählung stellt die Todesangst Jesu vor Augen, die ihn ein Boot – ein Überleben auf dem Wasser des Todes – für sich bereitstellen lässt.
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li
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| Auch in der Mitte der konzentrischen Gliederung ist der Tod Jesu gegenwärtig im „Austausch“ Jesu mit dem „Aussätzigen“,
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| der auf all jene, die hier Jesus berühren, zu applizieren ist.
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li.small
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| Schließlich passt auch die Symbolik des Auf-den-Berg-Steigens zu Beginn der nächsten Erzählung gut dazu,
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| kann man darin doch die Auferstehung Jesu angedeutet sehen; siehe dort.
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li
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| Von hieraus fällt ein interessanter Blick auf die nachfolgende Bestellung der Zwölf, die später die Tätigkeit Jesu als eigene Tätigkeit übernehmen sollen:
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ul.card-text
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| Zum einen ist es der große Ansturm, der von Jesus allein nicht zu bewältigen ist,
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| der zur Berufung der Zwölf und ihrer perspektivischen Aussendung führt.
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| Zum anderen ist gleichzeitig aber – vom See des Todes und vom Berg der Auferstehung her – die Zeit nach Ostern im Blick,
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| in der Jesus als Auferstandener <i>durch seine Gesandten</i> in der Welt verkündigend und heilend gegenwärtig ist und bleibt.
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| <i>Beides</i> liegt im Fokus des Evangelisten.
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| Eine gewisse Analogie zum Zurückschrecken Jesu vor dem Tod aufgrund/zugunsten der Vielen in der vorliegenden Erzählung
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| findet sich in der Getsemani-Erzählung, in der Jesus angesichts des nun unmittelbar vor ihm liegenden Weges ans Kreuz
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| etwas zurückschreckt, sich aber doch ganz in den Willen Gottes fügt.
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br
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| Wie es in der Getsemani-Erzählung die sich auflösende Gegenüberstellung „mein Wille – dein Wille“ gibt,
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| so wird in Mitte der aktuellen konzentrischen Gliederung der Wille Jesu zur Heilung des „Aussätzigen“ explizit herausgestellt.
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@ -226,60 +226,126 @@ block content
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| 35 Wer den Willen Gottes tut, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.
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q ... sie blieben draußen
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ul.card-text
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| Draußen und Drinnen sind bei Markus hier und öfter nicht nur Orts-Angaben sondern auch Verhältnis-Angaben:
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| es geht um das innerliche Verhältnis zu Jesus.
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| Dass die Familie Jesu zu ihm auf Konfrontationskurs steht, zeigte schon Mk 3,20-21: die Familie macht sich auf,
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| um Jesus mit Gewalt zurückzuholen, weil sie ihn für von Sinnen hält.
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| Nun heißt es, dass die Familie „draußen“ vor dem Haus stehen bleibt; dies zeigt auch ihre innerliche Stellung zu Jesus an.
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| Die Familie lässt Jesus herausrufen zu sich, und dieser Ruf wird auch an Jesus herangetragen;
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br
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| doch statt sich auf den Weg nach draußen zu machen, gibt Jesus eine einer Abfuhr gleichkommende Antwort;
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br
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| er bleibt drinnen – bei den Seinen, die auch drinnen sind –, die Familie bleibt draußen.
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q Wer den Willen <i>Gottes</i> tut!
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hr
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p.card-text
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||||
| Die vorliegende Erzählung führt die vorausgehende weiter mit der Fragestellung, in wessen Diensten Jesu steht;
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br
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||||
| dabei bildet die Heilung des Gelähmten im engeren Sinn (Mk 2,3-12) die Mitte der konzentrischen Gliederung.
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p.card-text
|
||||
| Mit dem klaren Bezug auf den Willen Gottes setzt sich Jesus nochmal deutlich vom Vorwurf ab, im Dienste Beelzebuls bzw. der Sünde zu stehen.
|
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br
|
||||
| Gleichzeitig macht er deutlich, dass es nicht nur darum geht, Sünde nicht zu tun, sondern aktiv den Willen Gottes umzusetzen.
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||||
br
|
||||
| Dies ist in einem engen Sinn zu verstehen, wie bei der Betrachtung der vorausgehenden Erzählung aufgezeigt: man ist entweder
|
||||
| Diener der Sünde oder Diener Gottes, und ist aufgefordert, hier auch konsequent zu sein – ganz im Sinne von Röm 6.
|
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p.card-text.mb-0
|
||||
| Was es heißt, den Willen Gottes zu tun, das zeigt die Mitte der konzentrischen Gliederung:
|
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ul.card-text
|
||||
li
|
||||
| Die Vier, die den Gelähmten tragen, scheuen keinen Aufwand, um ihm Heilung zuteil werden zu lassen;
|
||||
| sie stellen sich in den Dienst einer Existenz am Rande (Gelähmter) bzw. eines Menschen, der der Umkehr(hilfe) bedürftig ist.
|
||||
br
|
||||
| Bei ihnen „sieht“ Jesus den „Glauben, der durch die Liebe wirkt“ (Gal 5,6), worauf er den Gelähmten „heilt“.
|
||||
li
|
||||
| Jesus selbst ist auch zu nennen: er ermöglicht mit seinem Gekreuzigtwerden, Sterben, Begrabenwerden und Auferstehen
|
||||
| die heilvolle Schicksalsgemeinschaft mit ihm (Mit-Gekreuzigtwerden, Mit-Sterben, Mit-Begrabenwerden, in der Neuheit des Lebens wandeln),
|
||||
| die von einem der Sünde verfallenen Leben zu einem Leben
|
||||
| im Dienste Gottes befreit (und dazu auch verpflichtet);
|
||||
| Die vorliegende Erzählung führt die vorausgehende weiter mit der Fragestellung, in wessen Diensten Jesu steht;
|
||||
br
|
||||
| gleichzeitig wird der Weg Jesu selbst als dem Willen Gottes entsprechend dargestellt.
|
||||
| mit dem klaren Bezug auf den Willen Gottes setzt sich Jesus nochmal deutlich vom Vorwurf ab, von Beelzebul besessen zu sein
|
||||
| bzw. im Dienste der Sünde zu stehen.
|
||||
li
|
||||
| Schließlich ist auf den Gelähmten selbst zu blicken, der sich erhebt, um in der Neuheit des Lebens zu wandeln;
|
||||
| dazu nimmt er seine Bahre mit, um künftig selber Menschen in einem ganz existentiellen (doppelten) Sinne aufzuhelfen.
|
||||
p.card-text
|
||||
| Das <i>Tun</i> des Willen Gottes verbindet sich – anders als im Judentum bzw. bei judaisierenden Christen – nicht mit
|
||||
| dem jüdischen Gesetz, sondern mit dem „Glauben, der durch die Liebe wirkt“, wie ihn die Vier leben.
|
||||
br
|
||||
| Denn das Gesetz gehört – nach christlich-paulinischer Sicht – einer vorausgehenden Epoche an, die unter der Herrschaft der Sünde stand,
|
||||
| wobei das Gesetz eine unrühmliche Rolle spielte. Mit Christus – mit seinem Tod und seiner Auferstehung –
|
||||
| ist das Zeitalter des Glaubens angebrochen, wie Paulus in Gal 3,19-25 ausführt.
|
||||
p.card-text
|
||||
| Der Glaube an Tod und Auferstehung Jesu nimmt aber in die Pflicht, sein Leben entsprechend auszurichten;
|
||||
br
|
||||
| Glaube ist – bei Markus wie Paulus – ein tätiger Glaube, der die in Jesu Tod und Auferstehung
|
||||
| ermöglichte und in der Taufe vollzogene Lebenswende
|
||||
| mit der ganzen Existenz aneignet:
|
||||
br
|
||||
| Der „Glaube an den Sohn Gottes, der mich geliebt uns sich für mich hingegeben hat“ (Gal 2,20)
|
||||
| zeigt sich als „Glaube, der durch die Liebe wirkt“ (Gal 5,6);
|
||||
br
|
||||
| er ist nie nur Bekenntnisglaube.
|
||||
| Während bei der Verteidigungsrede Jesu die Heilung des Gelähmten insgesamt (Mk 2,1-12) die Mitte
|
||||
| der konzentrischen Gliederung bildete, so nun die Heilung des Gelähmten im engeren Sinn (Mk 2,3-12);
|
||||
| immer noch hat sie (unter anderem) die Tauftheologie nach Röm 6 im Schlepptau.
|
||||
li
|
||||
| Während bei der Verteidigungsrede im Hinblick auf die Mitte der konzentrischen Gliederung und Röm 6
|
||||
| der Fokus vor allem auf Jesus selbst lag, liegt nur der Fokus besonders auf dem ehedem Gelähmten,
|
||||
| der sich zu einem neuen Leben erhoben hat.
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li
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||||
| Dabei wird der in der Verteidigungsrede wichtige Satz
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br
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q.bibeltext
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| Denn durch sein Sterben ist er [= Jesus] ein für alle Mal gestorben für die Sünde,
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br
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||||
| sein Leben aber lebt er für Gott.
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span.bibelstelle Röm 6,10
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br
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||||
| fortgeführt mit
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br
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q.bibeltext
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| 11 So begreift <i>auch ihr</i> euch als Menschen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus.
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br
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||||
| 12 Daher soll die Sünde nicht mehr in eurem sterblichen Leib herrschen, so dass ihr seinen Begierden gehorcht.
|
||||
br
|
||||
| 13 Stellt eure Glieder nicht der Sünde zur Verfügung als Waffen der Ungerechtigkeit, sondern stellt euch Gott zur Verfügung
|
||||
| als Menschen, die aus Toten zu Lebenden geworden sind, und stellt eure Glieder als Waffen der Gerechtigkeit in den Dienst Gottes!
|
||||
span.bibelstelle Röm 6,11-13
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br
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||||
| Ferner sei hingewiesen auf folgende Aussagen:
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br
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q.bibeltext Wie können wir, die wir für die Sünde tot sind, noch in ihr leben?
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||||
span.bibelstelle Röm 6,2
|
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br
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||||
q.bibeltext
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||||
| Wir wissen doch: Unser alter Mensch wurde mitgekreuzigt, damit der von der Sünde beherrschte Leib
|
||||
| vernichtet werde, sodass wir nicht mehr Sklaven der Sünde sind.
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br
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||||
| Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde.
|
||||
span.bibelstelle Röm 6,6-7
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||||
| Das ganze Kapitel Röm 6 ist von einer scharfen Trennlinie geprägt:
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| man ist entweder
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| Diener der Sünde oder Diener Gottes, und ist aufgefordert, hier auch konsequent zu sein.
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br
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||||
| So ist auch die Aussage Jesu in Mk 3,35 hinsichtlich des Tuns des Willens Gottes in einem engen Sinn zu verstehen,
|
||||
| auch in Absetzung von den Vorwürfen in der vorausgehenden Erzählung.
|
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li
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||||
| Was es heißt, den Willen Gottes zu tun, das zeigt die Mitte der konzentrischen Gliederung:
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ul.card-text
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||||
| Die Vier, die den Gelähmten tragen, scheuen keinen Aufwand, um ihm Heilung zuteil werden zu lassen;
|
||||
| sie stellen sich in den Dienst einer Existenz am Rande (Gelähmter) bzw. eines Menschen, der der Umkehr(hilfe) bedürftig ist.
|
||||
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||||
| Bei ihnen „sieht“ Jesus den „Glauben, der durch die Liebe wirkt“ (Gal 5,6), woraufhin er den Gelähmten „heilt“.
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||||
| Jesus selbst ist auch zu nennen: er ermöglicht mit seinem Gekreuzigtwerden, Sterben, Begrabenwerden und Auferstehen
|
||||
| die heilvolle Schicksalsgemeinschaft mit ihm (Mit-Gekreuzigtwerden, Mit-Sterben, Mit-Begrabenwerden, in der Neuheit des Lebens wandeln),
|
||||
| die von einem der Sünde verfallenen Leben zu einem Leben
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||||
| im Dienste Gottes befreit (und dazu auch verpflichtet);
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||||
| gleichzeitig wird der Weg Jesu selbst als dem Willen Gottes entsprechend dargestellt.
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||||
| Schließlich ist auf den Gelähmten selbst zu blicken, der sich erhebt, um in der Neuheit des Lebens zu wandeln;
|
||||
| dazu nimmt er seine Bahre mit, um künftig selber Menschen in einem ganz existentiellen (doppelten) Sinne aufzuhelfen.
|
||||
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||||
| Das <i>Tun</i> des Willen Gottes verbindet sich – anders als im Judentum bzw. bei judaisierenden Christen – nicht mit
|
||||
| dem jüdischen Gesetz, sondern mit dem „Glauben, der durch die Liebe wirkt“, wie ihn die Vier leben.
|
||||
br
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||||
| Denn das Gesetz gehört – nach christlich-paulinischer Sicht – einer vorausgehenden Epoche an, die unter der Herrschaft der Sünde stand,
|
||||
| wobei das Gesetz eine unrühmliche Rolle spielte. Mit Christus – mit seinem Tod und seiner Auferstehung –
|
||||
| ist das Zeitalter des Glaubens angebrochen, wie Paulus in Gal 3,19-25 ausführt.
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||||
li
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||||
| Der Glaube an Tod und Auferstehung Jesu nimmt aber in die Pflicht, sein Leben entsprechend auszurichten;
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| Glaube ist – bei Markus wie Paulus – ein tätiger Glaube, der die in Jesu Tod und Auferstehung
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||||
| ermöglichte und in der Taufe vollzogene Lebenswende
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||||
| mit der ganzen Existenz aneignet:
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||||
br
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||||
| Der „Glaube an den Sohn Gottes, der mich geliebt uns sich für mich hingegeben hat“ (Gal 2,20)
|
||||
| zeigt sich als „Glaube, der durch die Liebe wirkt“ (Gal 5,6);
|
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br
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||||
| er ist nie nur Bekenntnisglaube.
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||||
li
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||||
| Im Rückblick auf die vorausgehenden Erzählungen, bei denen Jesu Handeln – gerade auch von „jüdischen“ Autoritäten –
|
||||
| problematisiert wurde, wird die Verpflichtung zum Tun des Willens Gottes im Munde Jesu
|
||||
| auch zu einer Verpflichtung, <i>seiner</i> Interpretation des Willens Gottes zu folgen, durchaus in Absetzung
|
||||
| der Traditionen der „Schriftgelehrten“.
|
||||
|
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.card.slide.border-primary.mb-3
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.card-body
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||||
|
|
@ -287,51 +353,52 @@ block content
|
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q ... der ist für mich ‚Familie‘!
|
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h6.card-subtitle.text-muted Eine neue, ethische Definition von Familie
|
||||
hr
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||||
p.card-text
|
||||
| Die vorliegende Erzählung führt auch die vorvorausgehende Erzählung weiter, bei der sich die biologische Familie
|
||||
| Jesu auf den Weg zu ihm gemacht hatte;
|
||||
br
|
||||
| nun erhält sie eine klare Abfuhr von ihm, und wir erleben den Übergang von ‚Familie‘ zur ‚Gemeinde‘
|
||||
| mit Übernahme der typischen Familien-Begriffe Bruder und Schwester sowie hier auch Mutter:
|
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p.card-text
|
||||
i
|
||||
| Wer zur ‚Familie‘ Jesu – der ‚Familie‘ Gottes, der Gemeinde – gehören will,
|
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ul.card-text
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li
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| Die vorliegende Erzählung führt auch die vorvorausgehende Erzählung weiter, bei der sich die biologische Familie
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| Jesu auf den Weg zu ihm gemacht hatte;
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br
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||||
| – Bruder, Schwester, Mutter Jesu sein will, –
|
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| nun erhält sie eine klare Abfuhr von ihm, und wir erleben den Übergang von ‚Familie‘ zu ‚Gemeinde‘
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| mit Übernahme der typischen Familien-Begriffe Bruder und Schwester sowie hier auch Mutter:
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li
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| Wer zur ‚Familie‘ Jesu – der ‚Familie‘ Gottes, der Gemeinde – gehören will,
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| – Bruder, Schwester, Mutter Jesu sein will, –
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br
|
||||
| der muss den Willen Gottes aktiv tun.
|
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li
|
||||
| Damit werden im Hinblick auf die christliche Gemeinde biologische, über das Blut laufende
|
||||
| Kategorien einer Gemeinschaft aufgebrochen, ja zurückgewiesen,
|
||||
| und eine ethische Definition an deren Stelle gesetzt:
|
||||
br
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| der muss den Willen Gottes aktiv tun.
|
||||
p.card-text
|
||||
| Damit werden im Hinblick auf die christliche Gemeinde biologische, über das Blut laufende
|
||||
| Kategorien einer Gemeinschaft aufgebrochen, ja zurückgewiesen,
|
||||
| und eine ethische Definition an deren Stelle gesetzt:
|
||||
br
|
||||
| Die christliche ‚Familie‘ – im Sinne von ‚Gemeinde‘ – definiert sich nicht durch biologische Abstammung – wie das Volk Israel –,
|
||||
| sondern durch das Tun des Willens Gottes, wozu sie durch Christus befreit wurde (→ Mitte der konzentrischen Gliederung)
|
||||
| und um den sie sich versammelt,
|
||||
| wie hier die Gemeinschaft, auf die Jesus verweist, um ihn sitzt.
|
||||
p.card-text
|
||||
| Damit wird einerseits deutlich, dass biologische, über das Blut laufende Kategorien nicht ausreichen,
|
||||
| man Christ „nicht einfach ist“ aufgrund einer bestimmten Abstammung;
|
||||
br
|
||||
| es findet hier also eine Einschränkung statt, die das tatsächliche Tun des Willens Gottes zum Maßstab macht.
|
||||
p.card-text
|
||||
| Gleichzeitig findet eine Weitung statt, die in der hier begegnenden Definition von ‚Familie‘ im Sinne von ‚Gemeinde‘
|
||||
| perspektivisch enthalten ist, durch
|
||||
| die Mitte der konzentrischen Gliederung aber auch präsent wird:
|
||||
br
|
||||
| Denn insofern in der Mitte der konzentrischen Gliederung auch die Völkerthematik eine tragende Rolle spielt
|
||||
| (doppelte Dachöffnung!), bringt die hier vorgenommene ethische Definition von ‚Familie‘ im Sinne von ‚Gemeinde‘
|
||||
| eine grundsätzliche Weitung in die Völkerwelt mit sich;
|
||||
br
|
||||
| die biologische Familie Jesu, die hier anklopft, wird in dieser Perspektive durchsichtig auf das jüdische Volk.
|
||||
p.card-text
|
||||
| Nicht nur eine biologisch-blutlinienmäßige, sondern auch eine völkisch-nationalistische Definition von ‚Familie‘ im Sinne von ‚Gemeinde‘
|
||||
| wird hier
|
||||
| zurückgewiesen mit der neuen, ethischen Definition dieses sozialen Gebildes;
|
||||
br
|
||||
| damit wird gleichzeitig Platz geschaffen für eine
|
||||
| völkerverbindende Gemeinschaft als „Familie Gottes/Jesu“, die den Willen Gottes in der Nachfolge Jesu tut
|
||||
| im Sinne des „Glaubens, der durch die Liebe wirkt“.
|
||||
| Die christliche ‚Familie‘ – im Sinne von ‚Gemeinde‘ – definiert sich nicht durch biologische Abstammung – wie das Volk Israel –,
|
||||
| sondern durch das Tun des Willens Gottes, wozu sie durch Christus befreit wurde (→ Mitte der konzentrischen Gliederung)
|
||||
| und um den sie sich versammelt,
|
||||
| wie hier die Gemeinschaft, auf die Jesus verweist, um ihn sitzt.
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| Damit wird einerseits deutlich, dass biologische, über das Blut laufende Kategorien nicht ausreichen,
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||||
| man Christ „nicht einfach ist“ aufgrund einer bestimmten Abstammung;
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| es findet hier also eine Einschränkung statt, die das tatsächliche Tun des Willens Gottes zum Maßstab macht.
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| Gleichzeitig findet zweitens eine Weitung statt, die in der hier begegnenden Definition von ‚Familie‘ im Sinne von ‚Gemeinde‘
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| perspektivisch enthalten ist, durch
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||||
| die Mitte der konzentrischen Gliederung aber auch präsent wird:
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| Denn insofern in der Mitte der konzentrischen Gliederung auch die Völkerthematik eine tragende Rolle spielt
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| (doppelte Dachöffnung!), bringt die hier vorgenommene ethische Definition von ‚Familie‘ im Sinne von ‚Gemeinde‘
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||||
| eine grundsätzliche Weitung in die Völkerwelt mit sich;
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| die biologische Familie Jesu, die hier anklopft, wird in dieser Perspektive durchsichtig auf das jüdische Volk.
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| Nicht nur eine biologisch-blutlinienmäßige, sondern auch eine völkisch-nationalistische Definition von ‚Familie‘ im Sinne von ‚Gemeinde‘
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| wird hier
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||||
| zurückgewiesen mit der neuen, ethischen Definition dieses sozialen Gebildes;
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| damit wird gleichzeitig Platz geschaffen für eine
|
||||
| völkerverbindende Gemeinschaft als „Familie Gottes/Jesu“, die den Willen Gottes in der Nachfolge Jesu tut
|
||||
| im Sinne des „Glaubens, der durch die Liebe wirkt“.
|
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.card.slide.border-primary.mb-3
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.card-body
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|
|
@ -339,14 +406,72 @@ block content
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q ...der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter
|
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h6.card-subtitle.text-muted Vater!?
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p.card-text
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| In der Aufzählung der Familienangehörigen fehlt der Vater;
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| sicher ganz bewusst.
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p.card-text
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| Denn der <i>eine</i> Vater ist Gott selbst!
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| Dies Vorstellung begegnet auch im Verlassen des (eigenen, biologischen) Vaters durch die Söhne des Zebedäus
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| sowie dann später bei weiteren Aufzählungen von Familien-Gliedern.
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p.card-text
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| Darin liegt auch ein anti-hierarchischer Impuls (wie das Aufgreifen der Macht-Frage im Evangelium an anderen Stellen zeigt).
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li
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| In der Aufzählung der Familienangehörigen fehlt der Vater;
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| sicher ganz bewusst.
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li
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| Denn der <i>eine</i> Vater ist Gott selbst!
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li
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| Dies Vorstellung begegnet auch im Verlassen des (eigenen, biologischen) Vaters durch die Söhne des Zebedäus
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| sowie dann später bei weiteren Aufzählungen von Familien-Gliedern.
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li
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| Darin liegt auch ein anti-hierarchischer Impuls (wie das Aufgreifen der Macht-Frage im Evangelium an anderen Stellen zeigt).
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h5.card-title
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| Der implizite Vorwurf an die „Familie“ Jesu, den Willen Gottes <i>nicht</i> zu tun
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hr
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ul.card-text
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li
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| Aus der Abfuhr „Jesu“ an seine „Familie“ und dem Verweis Jesu auf den Willen Gottes
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| lässt sich der latente Vorwurf heraushören, die „Familie“ Jesu würde den Willen Gottes nicht tun.
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li
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| Das verbindet sich sehr gut – quasi als Gegenanklage (analog zur Spießumkehr bei der Verteidigungsrede) –
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| mit der negativen Meinung der „Familie Jesu“ über Jesus,
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| die in der vorvorausgegangenen Erzählung deutlich geworden war.
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li
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| Es ist von einer <i>nachösterlichen</i> Problematik auszugehen;
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br
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| jedenfalls fügt sich dieser implizite Vorwurf gut ein in das Gegenüber zum Herrenbruder „Jakobus“ („gegenwärtig“ in der Apostelliste)
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| und den „Schriftgelehrten, die aus Jerusalem herabkamen“ – also judaisierenden Christen –,
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| die Paulus bzw. seinen Gemeinden das Leben schwer machen.
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br
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| Gleichzeitig lässt sich auch die abfällige Meinung der „Familie Jesu“ über „Jesus“ am ehesten hier einordnen, zumindest in der Aussageabsicht des Markus.
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br
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| Es entsteht jedenfalls ein gutes nachösterliches Gesamtbild, das die Interpretation der einzelnen Episoden auf diese Zeit hin stützt,
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| vor allem auch die Deutung der „Schriftgelehrten, die aus Jerusalem herabkamen“ auf den Kreis um Jakobus und
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| des Gegenübers „Schriftgelehrte ↔ Jesus“ auf das dahinter stehende Gegenüber „Jakobus ↔ Paulus“ (in Sachen Rechtfertigungslehre).
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li
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| In diesem Kontext nicht irrelevant ist, dass Paulus in
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span.bibelstelle Gal 6,12-13
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| wohl genau dem Kreis um Jakobus (bzw. damit zusammenhängenden Kreisen im Judenchristentum)
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| vorwirft, den Willen Gottes – wie er im jüdischen Gesetz formuliert ist – nicht zu tun:
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br
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q.bibeltext
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| Jene Leute, die im Fleisch nach Anerkennung streben [was nach Paulus Sünde ist → Ruhmsucht],
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| nötigen euch nur deshalb zur Beschneidung [und damit zur Übernahme des Gesetzes]
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| damit sie wegen des Kreuzes Christi nicht verfolgt werden.
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br
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i Denn obwohl sie beschnitten sind, halten sie selbst das Gesetz nicht;
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br
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| dennoch dringen sie auf eure Beschneidung, damit sie sich eures Fleisches rühmen können.
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br
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| Dies könnte hier im Hintergrund stehen.
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br
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| Verwandt damit ist sicher
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span.bibelstelle Phil 3,18-19:
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br
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q.bibeltext
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| 18 ... viele – von denen ich oft zu euch gesprochen habe, doch jetzt unter Tränen spreche –
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| leben als Feinde des Kreuzes Christi.
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br
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| 19 Ihr Ende ist das Verderben, ihr Gott der Bauch und ihre Ehre besteht in ihrer Schande;
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br
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i Irdisches haben sie im Sinn.
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h5.card-title Jesus und seine Familie – offenbar ein spannungsreiches Verhältnis
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hr
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p.card-text
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| Hier hat sich wahrscheinlich die Erinnerung erhalten, dass es eine Spannung gab zwischen Jesus und seiner leiblichen Familie
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| während Jesu irdischen Wirkens.
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br
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||||
| Im ganzen Evangelium des Markus wird nie positiv von einem Familienangehörigen Jesu gesprochen,
|
||||
| auch fehlt – besonders auffällig – die Familie etwa in der Apostelliste oder überhaupt „irgendwo“ in der Nachfolgeschar;
|
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| kein Bruder Jesu ist dort genannt, auch keine Schwester erwähnt.
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br
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||||
| Stattdessen ist immer wieder vom Verlassen der Familie und der Heimat die Rede – das ist einerseits im Hinblick
|
||||
| auf den Philipper-Hymnus zu verstehen (siehe auch die Söhne des Zebedäus), kann andererseits aber kaum Thema sein,
|
||||
| wenn nicht auch der historische Jesus seine Heimat und Familie verlassen hat, um als Wanderprediger durch die Lande zu ziehen.
|
||||
p.card-text
|
||||
| Bemerkenswert ist auch, dass Matthäus und Lukas trotz Kindheitserzählungen (die an sich unhistorisch sind)
|
||||
| das Bild von der Familie Jesu, das sie von Markus weitgehend übernommen haben, nicht korrigieren,
|
||||
| ja die Radikalität Jesu auch was die Scheidung von der eigenen Familie anbelangt durch die umfangreichere
|
||||
| Wortüberlieferung noch gesteigert haben.
|
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p.card-text
|
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| Was genau den historischen Jesus dazu gebracht hat, seine Familie zu verlassen, wird nirgendwo thematisiert;
|
||||
| es erscheint im Rahmen seiner Sendung quasi als göttliche Notwendigkeit ohne weiteres Hinterfragen akzeptiert zu sein.
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p.card-text
|
||||
| Das Urteil „von Sinnen“ der Familie über Jesus ist an sich mehrdeutig und schwierig zu interpretieren.
|
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br
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||||
| Dies umso mehr, als in der folgenden Erzählung, die von der Thematik „leibliche/geistliche Familie“ gerahmt wird,
|
||||
| eine <i>nachösterliche(!)</i> Problematik hinsichtlich der paulinischen Rechtfertigungslehre thematisiert wird (Stichwort: „Diener der Sünde“).
|
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ul.card-text
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li
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| Hier hat sich wahrscheinlich die Erinnerung erhalten, dass es eine Spannung gab zwischen Jesus und seiner leiblichen Familie
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| während Jesu irdischen Wirkens.
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br
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| Im ganzen Evangelium des Markus wird nie positiv von einem Familienangehörigen Jesu gesprochen,
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| auch fehlt – besonders auffällig – die Familie etwa in der Apostelliste oder überhaupt „irgendwo“ in der Nachfolgeschar;
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| kein Bruder Jesu ist dort genannt, auch keine Schwester erwähnt.
|
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br
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||||
| Stattdessen ist immer wieder vom Verlassen der Familie und der Heimat die Rede – das ist einerseits im Hinblick
|
||||
| auf den Philipper-Hymnus zu verstehen (siehe auch die Söhne des Zebedäus), kann andererseits aber kaum Thema sein,
|
||||
| wenn nicht auch der historische Jesus seine Heimat und Familie verlassen hat, um als Wanderprediger durch die Lande zu ziehen.
|
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li
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| Bemerkenswert ist auch, dass Matthäus und Lukas trotz Kindheitserzählungen (die an sich unhistorisch sind)
|
||||
| das Bild von der Familie Jesu, das sie im ihnen vorliegenden Markus-Evangelium finden, nicht korrigieren sondern es weitgehend übernehmen,
|
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| ja die Radikalität Jesu auch was die Scheidung von der eigenen Familie anbelangt durch die umfangreichere
|
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| Wortüberlieferung noch gesteigert haben.
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li
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| Was genau den historischen Jesus dazu gebracht hat, seine Familie zu verlassen, wird nirgendwo thematisiert;
|
||||
| es erscheint im Rahmen seiner Sendung quasi als göttliche Notwendigkeit ohne weiteres Hinterfragen akzeptiert zu sein.
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li
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||||
| Das Urteil „von Sinnen“ der Familie über Jesus ist an sich mehrdeutig und schwierig zu interpretieren.
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br
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||||
| Dies umso mehr, als in der folgenden Erzählung, die von der Thematik „leibliche/geistliche Familie“ gerahmt wird,
|
||||
| eine <i>nachösterliche(!)</i> Problematik hinsichtlich der paulinischen Rechtfertigungslehre thematisiert wird (Stichwort: „Diener der Sünde“).
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li
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||||
| Deutlich wird hier jedenfalls, dass die Angehörigen Jesu nicht zum Kreis um Jesus gehören,
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| ja sogar auf Distanz zu seinem Wirken stehen: sie sind – um eine für Markus wichtige Metapher aufzugreifen – „draußen“
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| und kommen von außen – von außerhalb der Gruppe um Jesus – auf Jesus zu.
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li
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||||
| Auffällig ist die mit Gewalt aufgeladene Sprache: sie wollen sich seiner „bemächtigen“, „mit Gewalt zurückholen“,
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| ganz ähnlich wie in Mk 1,35-39 Jesus/Paulus von Petrus und seinen Begleitern „verfolgt“ wird mit der Absicht, ihn zurückzuholen, einzuhegen.
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h5.card-title Jesus und seine Familie – nach Ostern auf einmal präsent
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h6.card-subtitle.text-muted Ein Blick in die früheste Kirchengeschichte
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hr
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p.card-text
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||||
| So selbstverständlich, wie die Familie Jesu während seines irdischen Wirkens keine (positive) Rolle spielt,
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br
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||||
| so selbstverständlich ist in der Apostelgeschichte nach Ostern die Familie Jesu (zumindest für eine gewisse Zeit) präsent.
|
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p.card-text
|
||||
| Auch wenn hier vielleicht manches – in Anlehnung an die Kindheitserzählungen – geschönt ist:
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br
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||||
| dass der Herrenbruder Jakobus eine führende Rolle in der Urgemeinde in Jerusalem eingenommen hat,
|
||||
| das belegt auch Paulus in seinem Brief an die Gemeinden in Galatien.
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||||
p.card-text
|
||||
| Es scheint sogar so zu sein, dass Jakobus effektiv Petrus, der ganz selbstverständlich alle Apostellisten anführt,
|
||||
| vertrieben hat.
|
||||
br
|
||||
| Jakobus und Paulus scheinen sich theologisch recht scharf gegenübergestanden zu haben; Petrus dagegen hat wohl versucht,
|
||||
| eher eine ausgleichende Position einzunehmen, auch dort, wo das eigentlich nicht geht;
|
||||
br
|
||||
| jedenfalls hatte Jakobus eine so dominante Rolle eingenommen, dass Petrus dann in Antiochien sein Verhalten
|
||||
| gegenüber den Heidenchristen ändert, als Leute aus dem Jakobus-Kreis dorthin kommen, was Paulus scharf kritisiert
|
||||
| (→ Antiochenischer Zwischenfall).
|
||||
p.card-text
|
||||
| Jakobus stand für ein eher jüdische Traditionen bewahrendes Christentum („judaisierende Christen“) mit klarer
|
||||
| Bejahung des jüdischen Gesetzes als Identity-Marker (→ Beschneidung);
|
||||
br
|
||||
| er gehört damit zu jenen, für die das Kreuz ein „Ärgernis“ ist – die es also im Gegensatz zu Paulus relativieren
|
||||
| und mit dem jüdischen Gesetz versöhnen –, wie sie uns als Gegenüber
|
||||
| zum auf Paulus durchsichtigen markinischen Jesus bereits begegnet sind (und auch in der nachfolgenden Erzählung begegnen werden).
|
||||
p.card-text
|
||||
| Es wird wohl so sein, dass Jakobus tatsächlich etwas näher am irdischen Jesus steht als Paulus,
|
||||
br
|
||||
| andererseits hat Paulus nachvollziehbare klare Konsequenzen aus dem Tod Jesu am Kreuz gezogen, der alles
|
||||
| nochmal verändert hat.
|
||||
br
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||||
| Jakobus & Co haben – in den Augen des Paulus – da harmonisiert, wo eigentlich nicht zu harmonisieren ist.
|
||||
p.card-text
|
||||
| Klar ist jedenfalls, dass die Variante des Christentums um den Herrenbruder Jakobus eine innerjüdische Sekte geblieben ist und
|
||||
| mit ihm das Christentum insgesamt geblieben wäre; es wäre wohl längst untergegangen,
|
||||
| wie es heute (leider) effektiv keine Judenchristen mehr gibt.
|
||||
br
|
||||
| Dass das Christentum zu einer weltweiten Bewegung werden konnte, ist nicht zuletzt Paulus zu verdanken
|
||||
| mit seiner gesetzesfreien Heidenmission und seiner damit zusammenhängenden
|
||||
| biblisch (gerade alttestamentlich) begründeten Rechtfertigungslehre.
|
||||
p.card-text
|
||||
| Dabei muss man ergänzen, dass es schon vor Paulus eine Öffnung zu den Heiden gab, vornehmlich wohl in Antiochien,
|
||||
| verbunden mit einer Relativierung des jüdischen Gesetzes gerade was Speise- und Reinheitsvorschriften sowie die Beschneidung anbelangt,
|
||||
| wozu man sich offenbar durch Jesu eigenes Verhalten, seine Predigt, seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung, berechtigt sah.
|
||||
br
|
||||
| Dieses in dieser Hinsicht „Judentum light“ war für die sogenannten „Gottesfürchtigen“ attraktiv, also jenen Heiden, die mit dem
|
||||
| Judentum, vor allem dem Glauben an den einen Gott, geliebäugelt haben, den formellen Übertritt aber gescheut haben,
|
||||
| weil er mit der Übernahme von Speise- und Reinheitsvorschriften des Judentums eine Veränderung der sozialen Bezüge mit sich gebracht hätte,
|
||||
| was für viele abschreckend war.
|
||||
br
|
||||
| Es war aber vor allem Paulus, der dann zu dem Protagonisten dieser „gesetzesfreien Heidenmission“ schlechthin geworden ist
|
||||
| und der dies auch biblisch-theologisch begründet hat.
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ul.card-text
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li
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||||
| So selbstverständlich, wie die Familie Jesu während seines irdischen Wirkens keine (positive) Rolle spielt,
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||||
| so selbstverständlich ist in der Apostelgeschichte nach Ostern die Familie Jesu (zumindest für eine gewisse Zeit) präsent.
|
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li
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||||
| Auch wenn hier vielleicht manches – in Anlehnung an die Kindheitserzählungen – geschönt ist:
|
||||
br
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||||
| dass der Herrenbruder Jakobus eine führende Rolle in der Urgemeinde in Jerusalem eingenommen hat,
|
||||
| das belegt auch Paulus in seinem Brief an die Gemeinden in Galatien; er ist einer der „Säulen“ dort neben Petrus und Johannes.
|
||||
li
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||||
| Es scheint sogar so zu sein, dass Jakobus effektiv Petrus, der ganz selbstverständlich alle Apostellisten anführt,
|
||||
| vertrieben hat.
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br
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||||
| Jakobus und Paulus scheinen sich theologisch recht scharf gegenübergestanden zu haben; Petrus dagegen hat wohl versucht,
|
||||
| eher eine ausgleichende Position einzunehmen, auch dort, wo das eigentlich nicht geht;
|
||||
br
|
||||
| jedenfalls hatte Jakobus eine so dominante Rolle eingenommen, dass Petrus dann in Antiochien sein Verhalten
|
||||
| gegenüber den Heidenchristen änderte, als Leute aus dem Jakobus-Kreis dorthin kamen, was Paulus scharf kritisierte
|
||||
| (→ Antiochenischer Zwischenfall).
|
||||
li
|
||||
| Bereits in der vorausgehenden Erzählung – der Berufung der Zwölf – waren wir auf Jakobus gestoßen, nachdem die Umstellung der Apostelliste durch Markus
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| gerade jene drei Namen an den Anfang stellt, die Paulus als „Säulen“ in Jerusalem nennt, auch wenn der
|
||||
| aufgeführte Jakobus gerade nicht der Herrenbruder, sondern der Bruder des Johannes ist.
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||||
br
|
||||
| Doch war auch bei der Berufung der Zwölf – gerade mit der „Heilung“ des „aussätzigen“ Paulus in der Mitte der konzentrischen Gliederung –
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||||
| jener Jakobus in den Fokus gerückt; dies gilt auch für die aktuelle wie die folgenden beiden Erzählungen.
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li
|
||||
| Jakobus stand für ein eher jüdische Traditionen bewahrendes Christentum („judaisierende Christen“) mit klarer
|
||||
| Bejahung des jüdischen Gesetzes als Identity-Marker (→ Beschneidung);
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||||
br
|
||||
| er gehört damit zu jenen, für die das Kreuz ein „Ärgernis“ ist – die es also im Gegensatz zu Paulus relativieren
|
||||
| und mit dem jüdischen Gesetz versöhnen –, wie sie uns als Gegenüber
|
||||
| zum auf Paulus durchsichtigen markinischen Jesus bereits begegnet sind (und auch in der nachfolgenden Erzählung begegnen werden).
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li
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||||
| Es wird wohl so sein, dass Jakobus tatsächlich etwas näher am irdischen Jesus steht als Paulus,
|
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br
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| andererseits hat Paulus nachvollziehbare klare Konsequenzen aus dem Tod Jesu am Kreuz gezogen, der alles
|
||||
| nochmal verändert hat.
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br
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| Jakobus & Co. haben – in den Augen des Paulus – da harmonisiert, wo eigentlich nicht zu harmonisieren ist.
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||||
li
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| Klar ist jedenfalls, dass die Variante des Christentums um den Herrenbruder Jakobus eine innerjüdische Sekte geblieben ist und
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| mit ihm das Christentum insgesamt geblieben wäre; es wäre wohl längst untergegangen,
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| wie es heute (leider) effektiv keine Judenchristen mehr gibt.
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br
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| Dass das Christentum zu einer weltweiten Bewegung werden konnte, ist nicht zuletzt Paulus zu verdanken
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| mit seiner gesetzesfreien Heidenmission und seiner damit zusammenhängenden
|
||||
| biblisch (gerade alttestamentlich) begründeten Rechtfertigungslehre.
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p.card-text
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||||
| Dabei muss man ergänzen, dass es schon vor Paulus eine Öffnung zu den Heiden gab, vornehmlich wohl in Antiochien,
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| verbunden mit einer Relativierung des jüdischen Gesetzes gerade was Speise- und Reinheitsvorschriften sowie die Beschneidung anbelangt,
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| wozu man sich offenbar durch Jesu eigenes Verhalten, seine Predigt, seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung berechtigt sah.
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| Dieses in dieser Hinsicht „Judentum light“ war für die sogenannten „Gottesfürchtigen“ attraktiv, also jene Heiden, die mit dem
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||||
| Judentum, vor allem dem Glauben an den einen Gott, geliebäugelt, den formellen Übertritt aber gescheut haben,
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||||
| weil er mit der Übernahme von Speise- und Reinheitsvorschriften des Judentums eine Veränderung der sozialen Bezüge mit sich gebracht hätte,
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| was für viele abschreckend war.
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br
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| Es war aber vor allem Paulus, der dann zu dem Protagonisten dieser „gesetzesfreien Heidenmission“ schlechthin geworden ist
|
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| und der dies auch biblisch-theologisch begründet hat.
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h5.card-title Die Heilung des Mannes mit der verdorrten Hand: <q>wiederhergstellt</q>
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||||
h5.card-title Die Heilung des Mannes mit der verdorrten Hand: <q>wiederhergestellt</q>
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||||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 3,1-6
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br
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| 19 und Judas Iskariot, der ihn dann ausgeliefert hat.
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.card.slide.border-primary.mb-3
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.card-body
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h5.card-title
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q Jesus stieg auf einen Berg und rief die zu sich, die er selbst wollte, und sie kamen zu ihm.
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h6.card-subtitle.text-muted Ein nur scheinbar abrupter Szenenwechsel – vom Boot zum Berg
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hr
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ul.card-text
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li
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| Die Szenerie wechselt scheinbar abrupt:
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ul.card-text
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li Statt dass Jesus das in der vorausgehenden Erzählung bereitgestellte Boot besteigt, steigt er auf einen Berg.
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||||
li Auch sind die herbei geströmten Massen „verschwunden“, einfach nicht mehr da, ohne dass die Szene aufgelöst worden wäre.
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||||
li
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| Das Steigen Jesu auf den Berg und die anschließende Versammlung der Zwölf dort greift allerdings den versuchten aber misslungenen
|
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| Rückzug Jesu mit den Jüngern an den See auf.
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li
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||||
| Dass Jesus nicht – wie wohl erwartet – das Boot besteigt, sondern einen Berg, bindet Boot und Berg „irgendwie“ zusammen.
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br
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||||
| Dabei sind einige Dinge zu bedenken:
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ul.card-text
|
||||
li
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||||
| Auch zur Verklärung (Mk 9,2-13) steigt Jesus auf einen Berg; jene Erzählung ist klar von der Auferstehung her zu betrachten,
|
||||
| wie auch das Gespräch beim Abstieg verdeutlicht.
|
||||
li
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||||
| In Mk 6,45-52 steigt Jesus auch auf einen Berg.
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br
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||||
| Und von diesem Berg her ist er anschließend Retter für seine Jünger in Seenot, wobei der Gottesname „Ich-bin-da“ anklingt.
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||||
li
|
||||
| Die Funktion des Bootes sollte es sein, ein Überleben im Angesichts des Todes – des bedrohlichen Herandrängens der Massen – sein.
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||||
| Das alles legt nahe, das Besteigen des Berges durch Jesus – zunächst ja alleine! – mit der Auferstehung Jesu zu verbinden:
|
||||
br
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||||
| Wie das Boot ein Überleben Angesichts des Todes ermöglicht,
|
||||
br
|
||||
| so bezeichnet der Berg hier – für Jesus – das Neue Leben bei Gott nach dem Tod:
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||||
br
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||||
i Das von Jesus nicht genutzte Boot begegnet hier auf anderer Ebene im Berg.
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||||
li
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||||
| Von Bedeutung ist auch, dass Jesus nicht <i>einen</i> Berg, sondern <i>den</i> Berg besteigt, was wohl eine Anspielung auf den Gottesberg sein soll.
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||||
br
|
||||
| Im Buch Exodus sind es Mose und auch andere, die von Gott hinaufgerufen werden auf den Sinai und den Berg besteigen:
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||||
br
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||||
q.bibeltext
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| 20 Der Herr war auf den Sinai, auf den Gipfel des Berges, herabgestiegen.
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||||
br
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||||
| Er hatte Mose zu sich auf den Gipfel des Berges gerufen und Mose war hinaufgestiegen.
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||||
br
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| 21 Da sprach der HERR zu Mose: Geh hinunter und schärfe dem Volk ein, sich nicht an den HERRN heranzudrängen,
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| um zu schauen, sonst müssen viele von ihnen umkommen.
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span.bibelstelle Ex 19,20-21
|
||||
br
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| Auffällig in Verbindung mit der Erzählung bei Markus ist:
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ul.card-text
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li
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||||
| Mose wird von Gott auf den Berg hinaufgerufen, wie Jesus jene hinaufruft, die er will.
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li
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||||
| Die Szene in Ex 19,20 ist sehr analog zu jener in Mk 3,13:
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||||
ul.card-text
|
||||
li Gott/Jesus ist auf dem Berg.
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||||
li Er ruft jemanden zu sich hinauf.
|
||||
li Der Gerufenen bzw. die Gerufenen steigen zu ihm empor.
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||||
| Dabei ist Jesus – und das ist auffällig und wichtig – nicht an der Stelle des Mose, sondern an der Stelle Gottes.
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||||
br
|
||||
| Dies unterstreicht, dass Jesus hier als Auferstandener wirkt.
|
||||
br
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||||
| Sachlogisch ist dabei, dass Gott vom Himmel auf den Berg „herabsteigt“, wie Jesus als Anspielung auf seine Auferstehung auf den Berg „hinaufsteigt“,
|
||||
| wobei er – wie in anderen Erzählungen – für seine Jünger „erreichbar“ ist, weil das Evangelium insgesamt noch auf dem Weg zu Tod und Auferstehung Jesu ist.
|
||||
p.small.mb-0 (Und weil Jesus auch nach seinem Tod als Auferstandener für seine Jünger „erreichbar“ ist.)
|
||||
li
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||||
| Mose soll das Volk davon abhalten, sich „an den HERRN heranzudrängen“, da dies Todesfolge für jene Herandränger aus dem Volk haben würde.
|
||||
br
|
||||
| In der Vorausgehenden Erzählung sollten die Jünger ein Boot angesichts des Herandrängens an Jesus bereithalten, weil dieser
|
||||
| seinen Tod durch die Massen befürchtete.
|
||||
br
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||||
| Auch wenn die „Todesfolge“ einmal für das Volk, einmal für Jesus gilt, so ist es doch auffällig,
|
||||
| dass in einer sehr analogen Erzählung zu Mk 3,13 in Ex 19,20-21 genau wie in der Mk 3,13 vorausgehenden Erzählung
|
||||
| von einem Herandrängen der Massen die Rede ist, welches – je auf seine Weise – problematisiert wird; dies unterstreicht
|
||||
| die Verbindung von Mk 3,13 mit Ex 19,20.
|
||||
| Eine weitere zu Mk 3,13 analoge Erzählung bilden
|
||||
span.bibelstelle Ex 24,1.9
|
||||
| mit dem Bundesschluss am Sinai dazwischen:
|
||||
br
|
||||
q.bibeltext
|
||||
| 1 Zu Mose sprach er [= Gott]: Steig zum HERRN hinauf zusammen mit Aaron, Nadab, Abihu und mit siebzig
|
||||
| von den Ältesten Israels
|
||||
br
|
||||
| 9 ... stiegen Mose, Aaron, Nadab, Abihu und siebzig von den Ältesten Israels hinauf
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| Auffällig in Verbindung mit der Erzählung bei Markus ist:
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| Mose und andere werden mit Namen genannt, wie in Mk 3,13-19 die Apostel.
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| Wie es bei Mose die 70 Ältesten sind, so sind es in Mk 3,13-19 die Zwölf, die auf den Berg gerufen werden.
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| Der zwischen Ex 24,1.9 erzählte Bundesschluss und das dann in Ex 24,10 erzählte Schauen Gottes auf dem Gottesberg
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| mit dem gemeinsamen Essen und Trinken lassen sich – als „getriggert“ durch Mk 3,13-19 – in anderen konzentrischen Gliederungen sehr gut
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| mit der Verklärung Jesu auf einem Berg und mit dem Letzten Abendmahl („Blut des Bundes“ in Mk 14,24 wie Ex 24,8!) verbinden.
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li
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| Auch hier erscheint Jesus an der Stelle Gottes (beim Bundesschluss/Abendmahl dann allerdings an der Stelle des Mose).
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li
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| Zusammenfassend lässt sich sagen:
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li
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| Markus formuliert die Erzählung in Anlehnung an Vorbilder aus dem Buch Exodus, bei dem es um das Hinaufsteigen
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| des Mose und anderer – wie etwa der 70 Ältesten – zu Gott geht.
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li
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| Dabei erscheint Jesus an der Stelle Gottes (nicht der des Mose).
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li
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| Es ist also sehr wahrscheinlich, dass das Besteigen des Berges durch Jesus allein einleitend seine Auferstehung vergegenwärtigen soll,
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| Jesus hier also als Auferstandener handelt.
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li
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| Dies fügt sich auch mit der vorausgehenden Erzählung gut zusammen, auch im Hinblick auf die Mitte der konzentrischen Gliederung:
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| In Mk 3,7-12 stand Jesus an der Schwelle des Todes, in den Berührungen zur Heilung war diese gleichsam aber –
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| in Analogie zur Heilung des „Aussätzigen“ in der Mitte der konzentrischen Gliederung – bereits überschritten;
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| das Steigen auf den Berg impliziert den vorausgehenden Tod Jesu am Kreuz zum Heil, an dem die Vielen Anteil haben.
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| Das Hinaufsteigen zunächst von Jesus allein auf den Berg verbindet sich mit dem Rückzug Jesu an einsame Orte,
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| nachdem er vom ehedem „Aussätzigen“ nun als „Aussätziger“ aufgrund der Berührung mit diesem geoutet wurde,
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| was bereits auch auf die Zeit nach Tod und Auferstehung Jesu vorausgeblickt hat.
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li
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| Das Kommen der Vielen in Mk 3,7-12 band das vorösterliche Verkündigungswirken Jesu (Mk 1,39) und
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| das „nachösterliche“ des Geheilten (Mk 1,45) wie auch das Heilungswirken Jesu beim „Aussätzigen“
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| in der erweiterten Mitte der konzentrischen Gliederung zusammen,
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br
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| jetzt ist der Fokus – mit veränderter Mitte der konzentrischer Gliederung – ganz auf die nachösterliche Zeit
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| gelegt, das Verkündigungs- und Heilungs-Wirken der Apostel, die im weiteren Fortgang in Mk 3,14-19 eingesetzt werden
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| und die sich mit dem (nachösterlichen) Verkündigungswirken des ehedem „Aussätzigen“ wie mit seiner Heilung verbinden lassen.
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q
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| ... und rief die zu sich,
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i die er selbst wollte
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h6.card-subtitle.text-muted Abgrenzung zum Ansturm der Massen – bewusste Einsetzung Weniger zum Dienst an den Vielen
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li
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| Während in der vorausgehenden Erzählung wie in der Mitte der konzentrischen Gliederung
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| die Menschen offenbar von sich aus kommen – aufgrund der Verkündigung von nicht namentlich genannten
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| Zeugen des Wirkens Jesu bzw. selber Geheilter, nicht zuletzt von Mk 1,28 und Mk 1,45 her –,
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br
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| wird nun der Wille Jesu in der Auswahl einiger weniger explizit betont.
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li
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| Beides erscheint zunächst im Kontrast zueinander zu stehen.
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li
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| Wie der weitere Fortgang aber verdeutlicht, wird hier nicht ein abgeschlossener elitärer Kreis geschaffen,
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| sondern ein Kreis von besonderen Nachfolgern, die bei Jesus in die Schule gehen sollen,
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br
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i damit dieser sie später aussenden kann zum Dienst an den Vielen,
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br
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| quasi – in Aufnahme des „überallher“ in der Mitte der konzentrischen Gliederung – „nach überallhin“.
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li
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| Schon bei der Betrachtung der vorausgehenden Erzählung wurde erwähnt, dass der Rückzug Jesus <i>mit den Jüngern</i>
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| demnächst öfter begegnet, damit Jesus sie in besonderer Weise belehren kann,
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| aber nicht mit „Geheimwissen“, sondern mit der spezifischen Lehre Jesu,
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| mit dem Ziel, dass diese sie später öffentlich verkündigen.
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br
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| Das besondere Sein Jesu mit dem kleinen berufenen Kreis besonderer Nachfolger steht im Dienst der Vielen,
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| denen sie als „Multiplikatoren“ des Wirkens Jesu dienen sollen.
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li
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| Dennoch ist die Betonung des Willens Jesu auffallend:
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br
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| diese Multiplikatoren werden als direkt von Jesus berufen herausgestellt, aufgrund von Jesu direktem Willen
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br
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| und ihre Berufung ist doch in Kontrast gesetzt zum Kommen der Vielen aufgrund der Verkündigung anderer Menschen.
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li
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| Dabei werden einerseits die Souveränität Jesu bzw. die Souveränität der Berufung durch Jesus herausgestellt,
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br
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| dies hat aber andererseits Folgen für das Selbstverständnis der so Berufenen.
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li
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| Bei allen vorausgehenden und auch kommenden Anspielungen auf Briefe des Apostel Paulus könnte auch hier
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| der Blick auf Paulus, näherhin der Brief des Paulus an die Galater, verdeutlichen, was Markus hier sagen will:
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br
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q.bibeltext
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| Paulus,
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br
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i zum Apostel berufen,
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br
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| nicht von Menschen oder durch einen Menschen,
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br
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||||
i sondern durch Jesus Christus und durch Gott, den Vater, der ihn von den Toten auferweckt hat,
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br
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| und alle Brüder, die bei mir sind, an die Gemeinden in Galatien
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span.bibelstelle Gal 1,1-2
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p.small
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| Man beachte, dass die Wendung „die bei mir sind“ in Gal 1,1 mit Bezug auf Paulus sich ganz ähnlich in Mk 3,14 findet
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| mit Bezug auf Jesus: „... dass sie mit ihm seien“.
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q.bibeltext
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| Als es aber Gott gefiel, der mich schon im Mutterleib auserwählt und durch seine Gnade berufen hat,
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| in mir seinen Sohn zu offenbaren, damit ich ihn unter den Völkern verkünde, da zog ich nicht Fleisch und Blut zu Rate;
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| ich ging auch nicht sogleich nach Jerusalem hinauf zu denen, die vor mir Apostel waren, sondern zog nach Arabien und kehrte dann wieder nach Damaskus zurück.
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span.bibelstelle Gal 2,15-17
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li.small
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| Man beachte eine interessante Parallele zwischen den Aussagen des Paulus zu seiner Berufung und Mk 3,13-19:
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br
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| Wie Paulus seine Berufung auf den Auferstandenen zurückführt, werden auch hier die Zwölf vom „Auferstandenen“ auf dem Berg berufen.
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li
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| Paulus ist es sehr wichtig, seine eigene Berufung auf Jesus direkt zurückzuführen;
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| dies gegen den Vorwurf, „Apostel zweiter Klasse“ zu sein, da er ja erst nach Ostern zum Glauben kam,
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| und dass daher sein Wissen über Jesus ein vermitteltes, nicht direkt erlebtes sei,
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||||
| das der Korrektur durch die „echten Apostel“ offen stehen würde.
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li
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||||
| Auf die direkte Berufung durch Jesus stützt Paulus seine Autorität;
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br
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| sie geht auf Jesus zurück, ist Resultat des göttlichen Heilsplans und nicht einer Wahl oder Beauftragung durch Menschen.
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br
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| Analoges wird hier – in Absetzung von den Vielen – von den Zwölf ausgesagt.
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br
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| Die Zwölf sind zwar für die Vielen da, aber nicht von diesen auserwählt, sondern von Jesus;
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br
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| sie sind allein dem Willen Jesu – in Lehre und Tätigkeit – verpflichtet, der sie ausgewählt hat
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| und zu dem gemacht hat, was sie sind.
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li
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||||
| Nachdem der Kreis der Zwölf zur Zeit der Abfassung des Markus-Evangeliums nicht mehr existierte
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br
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||||
| und ferner die Berufung der Zwölf aufgrund des direkten Willens Jesu auf die Berufung des Paulus, wie er sie im Galaterbrief verdeutlicht,
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| durchsichtig wird,
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br
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||||
| wird Markus hier etwas generell zum kirchlichen „Amt“ sagen wollen:
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br
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| ganz im Dienst der Vielen, aber ganz von Jesus her und ihm verpflichtet.
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li
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||||
| Hier darf bewusst werden, dass auch bei der Heilung des „Aussätzigen“ der Wille Jesu herausgestellt wird,
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| eine klare Verbindung der Erzählung am unteren Rand und mit jener in der Mitte der konzentrischen Gliederung.
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br
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||||
| Allerdings kommt der „Aussätzige“ zunächst von sich aus auf Jesus zu – wie die Vielen in der vorausgehenden Erzählung –,
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| seine Bitte um Hilfe ist aber eher umständlich
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||||
| und fragt nach dem Willen Jesu:
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ul.card-text
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li Dass beim „Aussätzigen“ einerseits das Kommen von sich aus zu Jesus erzählt wird, verbindet ihn mit den Vielen in Mk 3,7-12 (→ vorherige konzentrische Gliederung);
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||||
li dass andererseits der Wille Jesu zur Heilung fragend herausgestellt wird, verbindet ihn mit der Berufung der Zwölf (→ aktuelle konzentrische Gliederung).
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||||
| Dass der Wille Jesu zur Heilung des „Aussätzigen“ explizit herausgestellt wird und die Berufung der Zwölf
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||||
| gemäß explizitem Willen Jesu geschieht,
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||||
| ist wohl von der perspektivischen Beauftragung der Zwölf zur Dämonenaustreibung her zu verstehen.
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br
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i → Die durch den ausdrücklichen Willen Jesu (besonders) Berufenen werden zu den Ausführenden des Heilswillens Jesu an den Vielen.
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br
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||||
| Das Schweigegebot, das dem Geheilten auferlegt wird und das dieser bricht, verbindet sich damit,
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||||
| dass zwar die perspektivische Absicht Jesu, dass die Zwölf verkündigen sollen, genannt ist, diese aber erst zu einem
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||||
| späteren Zeitpunkt damit beauftragt werden.
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br
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||||
| Alles steht unter dem Vorbehalt des erzählerisch noch ausstehenden Todes und der Auferstehung Jesu.
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q ... und er machte zwölf
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hr
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ul.card-text
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li
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| Es heißt nicht eigentlich, dass Jesus die Zwölf „einsetzte“, sondern dass er sie „machte“,
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br
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| wie er Petrus und Andreas schon in Mk 1,17 in Aussicht stellte, dass er sie zu Menschenfischer „machen“ würde.
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li
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||||
| Dieses „Machen“ ist im Sinne von „Einsetzen“ zu verstehen, wie auch alttestamentliche (griechische) Texte verdeutlichen.
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li
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| In der Exegese ist umstritten, inwieweit dieses „Machen“ eine Anspielung auf die Schöpfungserzählung sein soll,
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| die von einem Machen Gottes spricht.
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br
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||||
| Jedenfalls gibt es einige interessante Bezüge:
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ul.card-text
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li
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| Die Schöpfung ist ein „Machen“ Gottes gegen das Chaos, das zurückgedrängt wird, damit Leben möglich ist.
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li
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| Jesus „macht“ die Zwölf quasi als Antwort auf den ungeordneten Andrang der Vielen, das Chaos, das bei Jesus Todes-Angst hervorruft.
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li
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| An anderen Stellen des Evangeliums wird deutlich, dass Gott selbst durch Jesus hindurch wirkt;
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br
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| Jesus wirkt (neu-)schöpferisch etwa am Taubstummen in Mk 7,31-17 und sein Wort weckt das tote Mädchen in Mk 5,35-43 auf,
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||||
| wie das Wort Gottes die Schöpfung bewirkt.
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li
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| Wichtig ist allemal der Aspekt, dass die Zwölf – und damit das Amt insgesamt – eine Antwort auf den unbändigen Andrang der Vielen ist.
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br
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| Das Amt hat damit nicht nur – wie unten ausgeführt – verkündigende und heilsvermittelnde Funktion, sondern auch ordnende Funktion:
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br
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i Jesus <i>erschafft</i> das Amt, um des Andrangs der Vielen Herr zu werden.
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li
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| Dies bestätigt etwa die Erzählung von der Brotvermehrung in Mk 6,35-44;
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br
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| dort lässt Jesus die Menschen <i>durch die Anweisung der Jünger</i> „in Mahlgemeinschaften im grünen Gras lagern“,
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| was als ordnender Umgang mit den vielen hungrigen Menschen verstanden werden kann.
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li
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||||
| Das „Machen“ der Zwölf durch Jesus, um den unbändigen Massen Herr werden zu können,
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br
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| vergegenwärtigt eine Erzählung aus dem Buch Exodus, wo Mose Hauptleute „macht“, um dem ganzen Volk gerecht werden zu können:
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br
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q.bibeltext
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| 13 Am folgenden Morgen setzte sich Mose, um für das Volk Recht zu sprechen.
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br
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| Die Leute mussten vor Mose vom Morgen bis zum Abend anstehen.
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br
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| 14 Als der Schwiegervater des Mose sah, was er alles für das Volk zu tun hatte, sagte er:
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br
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q Was soll das, was du da für das Volk tust? Warum sitzt du hier allein und die vielen Leute müssen vom Morgen bis zum Abend vor dir anstehen?
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br
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| 15 Mose antwortete seinem Schwiegervater:
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br
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q
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| Weil das Volk zu mir kommt, um Gott zu befragen.
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br
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| 16 Wenn sie einen Streitfall haben, kommt er zu mir.
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br
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| Ich entscheide zwischen ihnen und teile ihnen die Gesetze und Weisungen Gottes mit.
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br
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| 17 Da sagte der Schwiegervater zu Mose:
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br
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q
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| Es ist nicht gut, wie du das machst.
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br
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| 18 So richtest du dich selbst zugrunde und auch das Volk, das bei dir ist.
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br
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| Das ist zu schwer für dich; allein kannst du es nicht bewältigen.
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||||
br
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||||
| 19 Nun hör zu, ich will dir einen Rat geben und Gott wird mit dir sein.
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br
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| Vertritt du das Volk vor Gott! Bring ihre Angelegenheiten vor ihn,
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| 20 unterrichte sie in den Gesetzen und Weisungen und mach sie mit dem Weg bekannt, auf dem sie gehen, und mit dem Tun, nach dem sie handeln sollen!
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br
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| 21 Du aber sieh dich im ganzen Volk nach tüchtigen, gottesfürchtigen und zuverlässigen Männern um, die Bestechung ablehnen.
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br
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| Gib dem Volk Vorsteher für je tausend, hundert, fünfzig und zehn!
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br
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| 22 Sie sollen dem Volk jederzeit als Richter zur Verfügung stehen.
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br
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||||
| Alle wichtigen Fälle sollen sie vor dich bringen, die leichteren sollen sie selber entscheiden.
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br
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||||
| Entlaste dich und lass sie mittragen!
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br
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| 23 Wenn du das tust, sofern Gott zustimmt, bleibst du der Aufgabe gewachsen und dieses ganze Volk kann in Frieden heimkehren.
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br
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| 24 Mose hörte auf seinen Schwiegervater und tat alles, was er vorschlug.
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br
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| 25 Mose wählte sich tüchtige Männer in ganz Israel aus und setzte sie als Hauptleute über das Volk ein,
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br
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||||
| als Vorsteher für je tausend, hundert, fünfzig und zehn.
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br
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| 26 Sie standen dem Volk jederzeit als Richter zur Verfügung.
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br
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||||
| Die schwierigen Fälle brachten sie vor Mose, alle leichteren entschieden sie selber.
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br
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| 27 Mose verabschiedete seinen Schwiegervater und dieser kehrte in sein Land zurück.
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||||
span.bibelstelle Ex 18,13-27
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li
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| Dass hier die Zahlen Hundert und Fünfzig – neben anderen – begegnen,
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| die auch in der Brotvermehrungserzählung als Größen der Mahlgemeinschaften auf Wirken der Jünger hin genannt sind (s. o.)
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||||
| mag ein weiteres deutliches Indiz sein, dass Markus jene Erzählung aus dem Buch Exodus vergegenwärtigen und auf Jesus adaptieren will.
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.card.slide.border-primary.mb-3
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.card-body
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h5.card-title
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q ... damit er sie aussende
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hr
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ul.card-text
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li
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| Jesus ruft die Zwölf zu ihm hin, um sie von sich her auszusenden;
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br
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||||
| eine Bewegung auf ihn hin und von ihm her.
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li
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||||
| Die Zwölf – bzw. insgesamt die „besonders Gerufenen“ – sind nicht als abgeschlossener elitärer Kreis geschaffen,
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||||
| sondern als eine Gruppe von besonderen Nachfolgern, die – nachdem sie bei Jesus in die Schule gegangen sind –,
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||||
| ausgesandt werden
|
||||
i zum Dienst an den Vielen.
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li
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| Die Szenerie lässt Jesus oben auf dem Berg sein, die Jünger steigen – wie Mose zu Gott – zu Jesus hinauf;
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br
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||||
| von der Begegnung mit ihm, dem „Auferstandenen“ her, werden sie dann ausgesandt.
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li
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||||
| Sie sind Multiplikatoren für den Auferstandenen, sie wirken von ihm her und somit er durch sie.
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li
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||||
| Der Bewegung der Vielen auf Jesus zu – in der Mitte der konzentrischen Gliederung („von überallher“) wie in der vorausgehenden Erzählung –
|
||||
| entspricht – als Gegenüber – die Aussendung der Zwölf durch Jesus quasi „überallhin“.
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.card.slide.border-primary.mb-3
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.card-body
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h5.card-title Die Zwölf – Anteil an Jesu eigener Sendung
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hr
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p.card-text
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||||
| Jesus beruft die Zwölf als Teilhaber an seiner eigenen Verkündigung und seiner eigenen
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| Vollmacht über die Dämonen, um sie später auszusenden.
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||||
br
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||||
| Ihre Aufgabe ist es, mit Jesus mitzuwirken bzw. nach Ostern sein Werk fortzusetzen.
|
||||
p.card-text
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||||
| Die Heilung des Aussätzigen in der Mitte der konzentrischen Gliederung zeigt Jesus (Heilung) bzw. den Aussätzigen (Verkündigung)
|
||||
| als Vorbild.
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||||
p.card-text
|
||||
| Die Heilung ist dabei als Dämonenaustreibung zu interpretieren – machbar aufgrund der Bezüge in vorausgehenden Erzählungen und Verbindungen –;
|
||||
| gemeint ist mit den Dämonenaustreibungen also das „Reinmachen“ der Menschen in der Taufe, bei der sie den „Austausch“ Jesu mit den „Aussätzigen“ am Kreuz applizieren
|
||||
| und zur Anwendung kommen lassen.
|
||||
p.card-text
|
||||
| Die Verkündigungstätigkeit des Aussätzigen geschieht nach seinem „Austausch“ mit Jesus
|
||||
| – übertragen also nach dessen in der Erzählung angespielten Tod am Kreuz –;
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||||
br
|
||||
| genauso werden die von Jesus Gesendeten dann vor allem nach Ostern ihre Aufgabe haben, während vorher alles auf Jesus fokusiert bleibt.
|
||||
br
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||||
| Aber auch nach Ostern ist und bleibt Jesus die zentrale Figur, von der alles ausgeht und bei dem alles zusammenläuft,
|
||||
| worauf die Menschen, die am Ende der Aussätzigenerzählung „von überallher“ <i>zu Jesus</i> kommen, hinweisen.
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||||
ul.card-text
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||||
li
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||||
| Jesus beruft die Zwölf als Teilhaber an seiner eigenen Verkündigung und seiner eigenen
|
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| Vollmacht über die Dämonen, um sie später auszusenden.
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br
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||||
| Ihre Aufgabe ist es, mit Jesus mitzuwirken bzw. nach Ostern sein Werk fortzusetzen.
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li
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| Die Heilung des Aussätzigen in der Mitte der konzentrischen Gliederung zeigt Jesus (Heilung) bzw. den Aussätzigen (Verkündigung)
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| als Vorbild.
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li
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| Die Heilung ist dabei als Dämonenaustreibung zu interpretieren – machbar aufgrund der Bezüge in vorausgehenden Erzählungen und Verbindungen –;
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| gemeint ist mit den Dämonenaustreibungen also das „Reinmachen“ der Menschen in der Taufe, bei der sie den „Austausch“ Jesu mit den „Aussätzigen“ am Kreuz applizieren
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| und zur Anwendung kommen lassen.
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||||
li
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||||
| Doch vor dem Aussenden steht das „mit ihm sein“, das Bei-Jesus-in-die-Lehre gehen, als Befähigung, wirklich dem Willen Jesu zu entsprechen
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| im eigenen Tätigwerden.
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li
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| Die Verkündigungstätigkeit des Aussätzigen geschieht nach seinem „Austausch“ mit Jesus
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| – übertragen also nach dessen in der Erzählung angespielten Tod am Kreuz –;
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| genauso werden die von Jesus Gesendeten dann vor allem nach Ostern ihre Aufgabe haben, während vorher alles auf Jesus fokusiert bleibt.
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| Aber auch nach Ostern ist und bleibt Jesus die zentrale Figur, von der alles ausgeht und bei dem alles zusammenläuft,
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| worauf die Menschen, die am Ende der Aussätzigenerzählung „von überallher“ <i>zu Jesus</i> kommen, hinweisen.
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||||
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.card-body
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h5.card-title Die Zwölf – „Stammväter“ des erneuerten Gottesvolkes
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hr
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p.card-text
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| Da zum Zwölferkreis auch der spätere Verräter Judas zählt und dieser Kreis sehr bald nach Ostern
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||||
| keine Rolle mehr spielt (man hat zwar noch Matthias für Judas nachgewählt, doch die Spur der Apostel verliert sich dann in der Apostelgeschichte),
|
||||
| wird man davon ausgehen können, dass Idee und Bestellung des Zwölferkreises auf Jesus selbst zurückgeht.
|
||||
p.card-text
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||||
| In der Zwölfzahl wird deutlich, dass Jesus das Zwölfstämmevolk Israel durch sein Wirken erneuern wollte;
|
||||
| seine Zwölf sollten die neuen ‚Stammväter‘ des erneuerten Gottesvolkes sein.
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||||
p.card-text
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||||
| Deutlich wird damit aber auch, dass der historische Jesus sehr wahrscheinlich eine rein innerisraelitische Perspektive
|
||||
| bzw. ein innerjüdisches Sendungsbewusstsein hatte – die Heiden kamen dann erst nach Ostern und erst „durch den Lauf der frühen Gemeinden-Geschichten“
|
||||
| dazu, wiewohl Verhaltensweisen Jesu hier Andockmöglichkeiten boten, besonders dann aber der Tod Jesu am Kreuz in paulinisch(-markinischer) Interpretation.
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ul.card-text
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li
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| Da zum Zwölferkreis auch der spätere Verräter Judas zählt und dieser Kreis sehr bald nach Ostern
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| keine Rolle mehr spielt (man hat zwar noch Matthias für Judas nachgewählt, doch die Spur der Apostel verliert sich dann in der Apostelgeschichte),
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| wird man davon ausgehen können, dass Idee und Bestellung des Zwölferkreises auf Jesus selbst zurückgeht.
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| In der Zwölfzahl wird deutlich, dass Jesus das Zwölfstämmevolk Israel durch sein Wirken erneuern wollte;
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| seine Zwölf sollten die neuen ‚Stammväter‘ des erneuerten Gottesvolkes sein.
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| Deutlich wird damit aber auch, dass der historische Jesus sehr wahrscheinlich eine rein innerisraelitische Perspektive
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| bzw. ein innerjüdisches Sendungsbewusstsein hatte – die Heiden kamen dann erst nach Ostern und erst „durch den Lauf der frühen Gemeinden-Geschichten“
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| dazu, wiewohl Verhaltensweisen Jesu hier Andockmöglichkeiten boten, besonders dann aber der Tod Jesu am Kreuz in paulinisch(-markinischer) Interpretation.
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h5.card-title Die Zwölf – eine bunte Mischung
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| Die wenigsten Apostel spielen im Evangelium eine Rolle;
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| als Markus sein Evangelium schreibt, ist der Kreis als solcher und sind die meisten seiner Glieder längst nur noch Erinnerung.
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| Petrus und Andreas sowie Jakubus und Johannes sind uns als Fischer mittlerweile bekannt;
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| auch die restlichen Apostel dürften eher aus dem „normalen“ bis „einfachen“ Volk stammen – zu bedenken ist allerdings das
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| zur Herkunft von Jakobus und Johannes Gesagte (→ Philipperhymnus).
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| Auffällig ist, dass etwa auch eine „Simon Kanaanäus“ (=„Simon, der Zelot“) zum Apostelkreis,
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| also zum engsten Kreis um Jesus zählte.
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| Er gehörte damit offensichtlich der Gruppe der Zeloten an, einer militanten Gruppe,
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| die durchaus mit Gewalt einen Umsturz in Israel wollte.
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| Inwieweit er seine Ansichten durch sein Jüngersein angepasst hat oder seine Hoffnungen als Angehöriger der militanten Zeloten auf
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| den (in der Überlieferung eher friedliebenden) Jesus gesetzt hat (und dann vielleicht von ihm enttäsucht wurde),
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||||
| wissen wir nicht und gehört in den Bereich der Spekulation. – Bemerkenswert ist seine Zugehörigkeit zu den Aposteln aber allemal.
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| Ob der Beiname „Iskario“ des Judas als Herkunftsbezeichnung zu interpretieren ist (→ „Isch Qerijot“ = Mann aus Kariot)
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||||
| oder doch Judas als „Sikarier“ (= „Dolchträger“ im Sinne von „Meuchelmörder“) ausweist, einer Untergruppe
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| der Zeloten, kann auch ncht abschließend geklärt werden, beides erscheint möglich.
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| Im Hinblich auf „Simon Kanaanäus“ ist aber gerade die letztere Interpretation nicht die unwahrscheinlichste,
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| weil sie auch eine gewisse Erklärung geben könnte, warum ausgerechnet Judas zum Verräter wurde.
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| Festzuhalten bleibt, dass Jesus offenbar ganz unterschiedliche Personen mit unterschiedlichen Hoffnungen anziehen konnte;
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| sicher hat er – gerade als Messias <i>durch seinen Tod am Kreuz</i> – nicht alle Hoffnungen erfüllen können,
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| wie das Kreuz unter einigen Jesus-Jüngern ja auch nachösterlich zum „Ärgernis“ geworden ist (→ Mk 1,34-49).
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| Die wenigsten Apostel spielen im Evangelium eine Rolle;
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| als Markus sein Evangelium schreibt, ist der Kreis als solcher und sind die meisten seiner Glieder längst nur noch Erinnerung.
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| Petrus und Andreas sowie Jakobus und Johannes sind uns als Fischer mittlerweile bekannt;
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| auch die restlichen Apostel dürften eher aus dem „normalen“ bis „einfachen“ Volk stammen – zu bedenken ist allerdings das
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| zur Herkunft von Jakobus und Johannes Gesagte (→ Philipperhymnus).
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| Auffällig ist, dass etwa auch eine „Simon Kananäus“ (=„Simon, der Zelot“) zum Apostelkreis,
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| also zum engsten Kreis um Jesus zählte.
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| Er gehörte – so legt es sein Beiname nahe – offensichtlich der Gruppe der Zeloten an, einer militanten Gruppe,
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| die durchaus mit Gewalt einen Umsturz in Israel wollte.
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| Inwieweit er seine Ansichten durch sein Jüngersein angepasst hat oder seine Hoffnungen als Angehöriger der militanten Zeloten auf
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| den (in der Überlieferung eher friedliebenden) Jesus gesetzt hat (und dann vielleicht von ihm enttäuscht wurde),
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| wissen wir nicht und dies gehört in den Bereich der Spekulation. – Bemerkenswert ist seine Zugehörigkeit zu den Aposteln aber allemal.
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| Ob der Beiname „Iskariot“ des Judas als Herkunftsbezeichnung zu interpretieren ist (→ „Isch Qerijot“ = Mann aus Kariot)
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| oder doch Judas als „Sikarier“ (= „Dolchträger“ im Sinne von „Meuchelmörder“) ausweist, einer Untergruppe
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| der Zeloten, kann auch nicht abschließend geklärt werden, beides erscheint möglich.
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| Im Hinblick auf „Simon Kananäus“ ist aber gerade die letztere Interpretation nicht die unwahrscheinlichste,
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| weil sie auch eine gewisse Erklärung geben könnte, warum ausgerechnet Judas zum Verräter wurde.
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| Festzuhalten bleibt, dass Jesus offenbar ganz unterschiedliche Personen mit unterschiedlichen Hoffnungen anziehen konnte;
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| sicher hat er – gerade als Messias <i>durch seinen Tod am Kreuz</i> – nicht alle Hoffnungen erfüllen können,
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| wie das Kreuz unter einigen Jesus-Jüngern ja auch nachösterlich zum „Ärgernis“ geworden ist (→ Mk 1,34-49).
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| Judas und der ehedem Aussätzige – ähnlich und doch ganz anders
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hr
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||||
| In der Mitte der konzentrischen Gliederung ist es der Aussätzige, der trotz Verbot verkündet – allerdings
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||||
| mit dem positiven Aspekt, dass Jesus, wiewohl mittlerweile durch die Berührung des „Aussätzigen“ selbst „Aussätziger“,
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||||
| von Leuten „von überallher“ aufgesucht wird.
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br
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||||
| Man bedenke: als der ehedem Aussätzige seine Verkündigung beginnt, hat der „Austausch“ schon stattgefunden, ist Jesus „schon tot“.
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||||
| Judas dagegen wird – wiewohl autorisierter Apostel – zum Verräter, der zu Jesu Tod aktiv beiträgt.
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||||
| Der eine wird zum Verkünder der Frohen Botschaft von Jesu Tod zum Heil der Menschen („Austausch“),
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||||
br
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||||
| der andere hat das (die Menschen erlösende) Unheil, das über Jesus hereinbricht, mit verursacht
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||||
| und dabei eine ganz eigenwillige Rolle gespielt (vgl. Mk 14,17-22);
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br
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||||
| in diesem Sinne ist auch das „ausgeliefert“ zu verstehen, zwar terminus technicus für die Passion Jesu – letztlich die erlösende Preisgabe des Sohnes durch Gott –,
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||||
| diesmal aber gerade nicht passivum divinum.
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||||
| (Lukas verändert vielleicht an dieser Stelle bewusst zum „Verräter“, s. u.)
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li
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| In der Mitte der konzentrischen Gliederung ist es der Aussätzige, der trotz Verbot verkündet – allerdings
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| mit dem positiven Aspekt, dass Jesus, wiewohl mittlerweile durch die Berührung des „Aussätzigen“ selbst „Aussätziger“,
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| von Leuten „von überallher“ aufgesucht wird.
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| Man bedenke: als der ehedem Aussätzige seine Verkündigung beginnt, hat der „Austausch“ schon stattgefunden, ist Jesus „schon tot“.
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| Judas dagegen wird – wiewohl autorisierter Apostel – zum Verräter, der zu Jesu Tod aktiv beiträgt.
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| Der eine wird zum Verkünder der Frohen Botschaft von Jesu Tod zum Heil der Menschen („Austausch“),
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| der andere hat das (die Menschen erlösende) Unheil, das über Jesus hereinbricht, mit verursacht
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| und dabei eine ganz eigenwillige Rolle gespielt (vgl. Mk 14,17-22);
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| in diesem Sinne ist auch das „ausgeliefert“ zu verstehen, zwar terminus technicus für die Passion Jesu – letztlich die erlösende Preisgabe des Sohnes durch Gott selbst –,
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| diesmal aber gerade nicht passivum divinum.
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| (Lukas verändert vielleicht an dieser Stelle bewusst zum „Verräter“, s. u.)
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h5.card-title Die Zwölf als wirkmächtige Multiplikatoren Jesu ↔ „zeig dich dem Priester“
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| Den Zwölf wird perspektivisch eine aktive Rolle zugewiesen,
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| nicht zuletzt auch die Vollmacht, Dämonen auszutreiben.
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li
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| Im Gegensatz dazu erhält der Priester in der Mitte der konzentrischen Gliederung
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| nur eine bestätigende Funktion; beim eigentlichen Heilsgeschehen ist er zum Zuschauer degradiert.
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li
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| Mk 1,44 spielt auf Gal 4,4-6 an: die Heilung des „Aussätzigen“ „erzählt“ den Freikauf vom Fluch des jüdischen Gesetzes,
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| das ohnmächtig darin war, Heil zu vermitteln, vielmehr alle mit einem tödlichen Fluch belegt hatte;
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br
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| der Freikauf vom Fluch des Gesetzes aber impliziert – so die paulinisch(-markinische) Interpretation – das Ende des Zeitalters des jüdischen Gesetzes insgesamt.
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li
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| Diese Ohnmacht des jüdischen Gesetzes ist – so liegt es im Gegenüber zur durch Jesus an die Zwölf verliehenen Vollmacht nahe – auszudehnen
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| auf die anderen jüdischen Institutionen der Heilsvermittlung: die Priester, die Opfer, den Tempel.
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| Auch sie sind an ihr Ende gekommen.
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| Heilsvermittlung geschieht vollmächtig von Jesus – seinem Tod und seiner Auferstehung – her künftig (allein) durch die von
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| Jesus beauftragten Apostel (in einem weiteren Sinn, s. o.), die aufgrund dieser Vollmacht im Gegensatz zum jüdischen Gesetz
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||||
| und den anderen jüdischen „Heils“-Institutionen tatsächlich Dämonen austreiben können,
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||||
| weil Christus in seinem Fluchtod am Kreuz vom tödlichen Fluch des jüdischen Gesetzes befreit hat.
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li
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| Perspektivisch ist mit der Aussendung der Jünger – als Gegenüber zum Kommen der Leute „von überallher“ –
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||||
| die Aussendung „nach überallhin“ im Blick, gerade auch zu den Heiden im Sinne einer gesetzesfreien Heidenmission.
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h5.card-title „Austausch“
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hr
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li In der Erzählung von der Heilung des „Aussätzigen“ ist der „Austausch“ zwischen Jesus und dem „Aussätzigen“ ein zentrales Element.
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li
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| Damit verbindet sich zum einen die Beinamensgebung vor allem bei Petrus, wird dieser doch ab „jetzt“ so genannt statt dem bisherigen Simon.
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| Damit verbindet sich zum anderen auch der „Austausch“ des „Kommens“ der Zwölf zu Jesus auf den Berg und des Mit-Jesus-Seins
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| mit dem perspektivischen Ausgesendetwerden der Zwölf.
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br
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| In Verbindung mit der Mitte der konzentrischen Gliederung wird dies ergänzt um den „Austausch“ des Kommens der Leute „von überallher“
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| zu Jesus mit dem perspektivischen Ausgesendetwerden der Zwölf nach „überallhin“.
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li
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| Ferner ist ein perspektivischer personeller „Austausch“ zu nennen: nach Tod und Auferstehung Jesu führen die Zwölf sein Wirken fort.
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| Dieser ist hier in Verbindung mit der Mitte der konzentrischen Gliederung abgebildet,
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br
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| insofern dort Jesus heilt, während künftig die Apostel Dämonen austreiben sollen,
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br
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| und ferner dort der Geheilte – der mit Jesus den „Platz getauscht“ hat – verkündet, was künftig auch die Zwölf tun sollen.
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br
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| Diesem perspektivischen personellen „Austausch“ entspricht, dass sich der Wille Jesu in der Mitte der konzentrischen Gliederung
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| auf die Heilung des „Aussätzigen“ bezieht – sein eigenes Tätigwerden zum Heil der Menschen –,
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| am unteren Ende der konzentrischen Gliederung dagegen auf jene, die er zu sich ruft,
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| um sie dann perspektivisch u. a. zur Dämonenaustreibung auszusenden.
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li
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| Schließlich ist – in der Verbindung Mitte und unteres Ende der konzentrischen Gliederung –
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| noch zu nennen, dass der Geheilte mit seiner eigentlich untersagten Verkündigung
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| (nach dem im Tod am Kreuz vollzogenen „Austausch“) dafür sorgt, dass Menschen
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| im positiven Sinne zu Jesus kommen,
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br
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| während der eigentlich direkt von Jesus ausgewählte Judas Iskariot dafür sorgen wird,
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| dass Menschen zu Jesus kommen, die ihn verhaften (→ „der ihn dann ausgeliefert hat“) und dann dessen Tötung am Kreuz betreiben.
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br
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| Dabei gibt es einen weiteren „Austausch“: Während in der Erzählung von der Heilung des „Aussätzigen“ der Wille Jesu
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| hervorgehoben wird, den „Aussätzigen“ zu heilen – effektiv also am Kreuz für ihn zu sterben –,
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||||
| wird bei der Erwählung des Judas Iskariot dessen Schuld am Tod Jesu herausgestellt.
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@ -438,4 +893,180 @@ block content
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|||
| In der Apostelgeschichte wird diese „familiäre“ Anordnung wieder aufgelöst und die Brüder erscheinen
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| als „gemischtes Doppel“, wie auch die anderen Namen in neuen Paarungen erscheinen.
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li
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||||
| Im Matthäusevangelium werden weiters die Positionen von Matthäus und Thomas vertauscht.
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||||
| Im Matthäusevangelium werden weiters die Positionen von Matthäus und Thomas vertauscht.
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p.card-text.mb-0
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||||
b Zur Namensliste bei Markus
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ul.card-text
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li
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| Die Umstellung der Söhne des Zebedäus zwischen Petrus und Andreas – die als Brüder unschön getrennt werden –
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| geht wohl auf Markus zurück,
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| da Petrus, Jakobus und Johannes auch an anderen Stellen im Evangelium eine besondere Rolle spielen:
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| sie und nur sie von den Aposteln nämlich sind dabei bei der Auferweckung der Tochter des Jairus, bei der Verklärung und in Getsemani.
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| Der Betonung dieser Dreiergruppe dient auch die Erwähnung der besonderen (Bei-)Namensgebung nur bei diesen dreien.
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| Sehr wahrscheinlich liegt hier eine Reminiszenz an die „Säulen der Gemeinde“ in Gal 2,9 vor,
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||||
| zu denen Kephas = Petrus, Johannes und Jakobus zählen, wobei allerdings jener Jakobus nicht der Bruder des Johannes ist,
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| sondern der Herrenbruder. Aber die Namensgleichheit ist sehr auffällig, zumal Markus ja unter anderem den Galaterbrief für sein
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| Evangelium benutzt.
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li
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| Ab Mk 3,16 wird Petrus konsequent bei diesem Namen genannt, bis dahin konsequent mit dem Namen Simon.
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| Vielleicht ein Hinweis darauf, dass auch Petrus erst von Ostern her seine wirkliche Funktion hat;
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| dafür sprechen auch das Versagen Petri bei der Passion und der Neuansatz mit Mk 16,7, der auf die Berufung in Mk 1,16-20 verweist.
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h5.card-title Paulus, der „Aussätzige“
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h6.card-subtitle.text-muted Eine besondere Deutung des „Aussätzigen“ in der aktuellen konzentrischen Gliederung
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ul.card-text
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| Schon bei der Betrachtung der Betonung des ausdrücklichen Willens Jesu bei der Berufung der Zwölf kam Paulus
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| und kamen seine Ausführungen hinsichtlich seiner Berufung in seinem Brief an die Galater in den Blick.
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| Dabei betont er auch – siehe das Zitat oben –, dass er „nicht sogleich nach Jerusalem hinauf zu denen, die vor mir Apostel waren“, ging (Gal 1,17).
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br
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| Der „Aussätzige“ geht nach seiner Heilung entgegen der Weisung Jesu nicht zum Priester, sondern beginnt eine eigene Verkündigungstätigkeit.
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br
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| Insofern der Priester den Tempel und der Tempel wiederum Jerusalem assoziiert, könnte das – wieder einmal sehr subtil – eine Anspielung
|
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| auf jene Aussage des Paulus sein – gerade auch vor dem Hintergrund, dass in der Liste der Zwölf die drei „Säulen“ in Jerusalem nach Gal 2,9
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| (wenn auch mit dem „falschen“ Jakobus) prominent am Anfang genannt und durch die Beinamensgebung besonders hervorgehoben sind.
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br
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| Indem Paulus betont, dass er nicht nach Jerusalem gegangen sei, wehrt er sich offenbar dagegen,
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| dass seine Verkündigungstätigkeit als abhängig von den „Säulen“ in Jerusalem hingestellt wird und diese
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||||
| den Inhalt seiner Verkündigung bestätigen müssten:
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||||
| er weist ihre „Bestätigungsfunktion“ genauso zurück, wie der geheilte „Aussätzige“ die „Bestätigungsfunktion“
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| des Priesters ignoriert.
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li
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| Dies alles bemerkt, kann in der Gegenüberstellung der Zwölf mit dem „Aussätzigen“ recht gut der „Aussätzige“ auf Paulus durchsichtig werden,
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||||
| wenn man das erweiterte Ur-Bekenntnis des Christentums nach 1 Kor 15 heranzieht:
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br
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q.bibeltext
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| 3 ... vor allem habe ich euch überliefert, was auch ich empfangen habe:
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br
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||||
| Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäß der Schrift, 4 und ist begraben worden. /
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||||
| Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der Schrift, 5 und <i>erschien dem Kephas [= Petrus], dann den Zwölf.</i>
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br
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||||
| 6 Danach erschien er mehr als fünfhundert Brüdern zugleich; die meisten von ihnen sind noch am Leben, einige sind entschlafen.
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br
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| 7 Danach erschien er dem Jakobus, dann allen Aposteln.
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br
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||||
| 8 <i>Zuletzt erschien er auch mir, gleichsam der Missgeburt.</i>
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br
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||||
| 9 Denn ich bin der Geringste von den Aposteln; ich bin nicht wert, Apostel genannt zu werden, weil ich die Kirche Gottes verfolgt habe.
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||||
| 10 Doch durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin, und sein gnädiges Handeln an mir ist nicht ohne Wirkung geblieben.
|
||||
| Mehr als sie alle habe ich mich abgemüht – nicht ich, sondern die Gnade Gottes zusammen mit mir.
|
||||
br
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||||
| 11 Ob nun ich verkünde oder die anderen: Das ist unsere Botschaft und das ist der Glaube, den ihr angenommen habt.
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span.bibelstelle 1 Kor 15,3-11
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| Paulus bezeichnet sich hier selbst „gleichsam“ als „Missgeburt“ – das lässt sich sehr gut mit dem „Aussätzigen“ verbinden.
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br
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| Ferner ist der Berg, der bei Markus die Kulisse bietet, klassischer Ort für Erscheinungen: Mk 3,13-19 kann sehr gut mit 1 Kor 15,5 verbunden werden.
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li
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| Störend in dieser Deutung des „Aussätzigen“ auf Paulus wirkt allerdings zunächst das Schweigegebot Jesu, das ganz im Sinne der Gegner des Paulus
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| im Brief an die Galater wäre.
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br
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| Doch dies ist auch ein Schlüssel zum Verständnis:
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br
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| Denn es spricht hier der „Sohn Gottes, ... dem Gesetz unterstellt“, daher ist das Schweigegebot hier zu relativieren.
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br
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| Hier spricht nicht eigentlich Jesus, sondern sprechen die „Säulen“ in Jerusalem, auf die die Namen Petrus, Jakobus und Johannes
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||||
| zu Beginn der Zwölferliste hinweisen (siehe oben) – ein „Austausch“ ganz eigener Art, der perfekt in das Motiv „Austausch“
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||||
| rund um den „Aussätzigen“ passt.
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br
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||||
| Diese „Säulen“ in Jerusalem wollen Paulus – angeblich, teils auch realiter –
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| an der gesetzesfreien Heidenmission hindern, an das Gesetz binden, wie der „Aussätzige“ hier an das Gesetz gebunden wird.
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br
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||||
| Wie Paulus sich dem widersetzt und – erfolgreich! – gesetzesfreie Heidenmission betreibt, so geschieht auch
|
||||
| das erfolgreiche Verkündigungshandeln des ehedem „Aussätzigen“ im Widerspruch zur Bindung an das Gesetz.
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br
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||||
| Zu bedenken ist ja auch, dass es sich hier um das <i>einzige</i> Schweigegebot im ganzen Evangelium handelt, das gebrochen wird,
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| und der Bruch auf das Ganze gesehen eher positiv als negativ zu sehen ist;
|
||||
| die hier beschriebenen Zusammenhänge geben eine sehr plausible Erklärung dafür.
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li
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||||
| Mit dem „Aussätzigen“ auf Paulus gedeutet bekommt auch die jeweilige Hervorhebung des Willens Jesu
|
||||
| eine eigene Bedeutung: so, wie er die 12 ausdrücklich will, will er auch ausdrücklich die Heilung des „Aussätzigen“;
|
||||
| damit wird dieser – ganz im Sinne des Paulus im Galaterbrief – jenen gleichgestellt.
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li
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| Ein weiteres Element passt gut in diese Deutung:
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br
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||||
| Es ist ja in besonderer Weise Paulus, der das Kreuz Christi betont, das ein „Ärgernis“ ist für judaisierende Christen,
|
||||
| die Kreuzestod und jüdisches Gesetz harmonisieren wollen, was nach Paulus nicht geht.
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br
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||||
| So verkündet er in besonderer Weise, dass Jesus ein „Aussätziger“ geworden ist, um der Menschheit das Heil zu bringen.
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br
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||||
| Ja mehr noch, während Paulus in seiner vorchristlichen Zeit ein glühender Anhänger des jüdischen Gesetzes war – „rein“ aus
|
||||
| der Sicht des Gesetzes –, ist er zu einem Feind des jüdischen Gesetzes geworden, was dessen Heilsbedeutung anbelangt;
|
||||
| damit ist er – aus Sicht der judaisierenden Christen – selber zu einem „Aussätzigen“ geworden, während er es vorher
|
||||
| nicht war. – Wieder ein „Austausch“ ganz eigener Art, analog zu Jesus.
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br
|
||||
| In der eigenen rückblickenden Einschätzung des Paulus ist es aber so, dass er im Blick auf Gott von einem „Aussätzigen“
|
||||
| zu einem „Reinen“ wurde, wie der „Aussätzige“ in der Erzählung.
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||||
br
|
||||
| Als Hintergrund mag hier aus
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span.bibelstelle Phil 3,5-14
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| zitiert sein, in Ergänzung zu 1 Kor 15, 9 (siehe oben):
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br
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q.bibeltext
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| 5 Ich wurde am achten Tag beschnitten, bin aus Israels Geschlecht, vom Stamm Benjamin, ein Hebräer von Hebräern, nach dem Gesetz ein Pharisäer;
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| 6 ich verfolgte voll Eifer die Kirche
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br
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||||
| und war untadelig gemessen an der Gerechtigkeit, die im Gesetz gefordert ist.
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br
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||||
| 7 Doch was mir ein Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Verlust gehalten.
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br
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||||
| 8 Ja noch mehr: Ich halte dafür, dass alles Verlust ist, weil die Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, alles überragt.
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br
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||||
| Seinetwegen habe ich alles aufgegeben und halte es für Unrat, um Christus zu gewinnen 9 und in ihm erfunden zu werden.
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||||
br
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||||
| Nicht meine Gerechtigkeit will ich haben, die aus dem Gesetz hervorgeht, sondern jene, die durch den Glauben an Christus kommt, die Gerechtigkeit, die Gott schenkt aufgrund des Glaubens.
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||||
br
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||||
| 10 Christus will ich erkennen und die Macht seiner Auferstehung und die Gemeinschaft mit seinen Leiden, indem ich seinem Tod gleich gestaltet werde.
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||||
br
|
||||
| 11 So hoffe ich, auch zur Auferstehung von den Toten zu gelangen.
|
||||
br
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||||
| 12 Nicht dass ich es schon erreicht hätte oder dass ich schon vollendet wäre.
|
||||
br
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||||
| Aber ich strebe danach, es zu ergreifen, weil auch ich von Christus Jesus ergriffen worden bin.
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br
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||||
| 13 Brüder und Schwestern, ich bilde mir nicht ein, dass ich es schon ergriffen hätte.
|
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br
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||||
| Eines aber tue ich: Ich vergesse, was hinter mir liegt, und strecke mich nach dem aus, was vor mir ist.
|
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br
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||||
| 14 Das Ziel vor Augen, jage ich nach dem Siegespreis: der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus.
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li
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||||
| Ein weiterer Erzählzug beginnt neu zu schillern, wenn man den „Aussätzigen“ mit Paulus identifiziert,
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||||
| und zwar die Beinamensgebung an Simon, der den Beinamen Petrus erhält.
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br
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||||
| Denn „Paulus“ ist der griechische Beiname jenes Mannes, der im jüdischen Kontext – mit eigentlichem Namen – „Saul“ heißt.
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br
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| Damals war es üblich, dass Juden – vor allem jene, die im Auslands-Kontext tätig waren, neben einem typisch jüdischen Namen
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| auch einen griechischen tragen, der recht ähnlich klingt.
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| In seinen Briefen verwendet Paulus nur diesen Namen; aus der Apostelgeschichte wissen wir aber, dass Paulus als jüdischen Namen
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| Saul(us) trägt; sicher ist dies „allgemeine Tradition“ im frühen Christentum.
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| Nur hat Paulus offenbar seinen jüdischen Namen im Kontext seines Wirkens als christlicher Verkünder „zurückgelassen“,
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| in diesem Sinne ist aus Saulus Paulus geworden, wie hier aus Simon Petrus wird.
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| Bemerkenswert ist dabei, dass die Anfangsbuchstaben jeweils übereinstimmen:
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li <b>S</b>imon → <b>P</b>etrus
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li <b>S</b>aul(us) → <b>P</b>aulus
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| Wahrscheinlich will Markus diesen Namenswechsel des Petrus im „Aussätzigen“ als Saulus/Paulus eingetragen wissen,
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| bzw. unterstreicht dies die Deutung des „Aussätzigen“ auf Paulus.
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li
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| Wieder wird deutlich, dass die Erzählungen im Markus-Evangelium schillern und subtile Anspielungen bieten,
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| je auch nach aktueller konzentrischer Gliederung,
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| wie etwa das Netz bei der Berufung der ersten vier Apostel klar das Fischernetz ist, durch andere Verbindungen aber
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| das jüdische Gesetz meint.
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@ -3,49 +3,55 @@ include mixins
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h2 Grundlegendes zum Evangelium nach Markus
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| Das Evangelium nach Markus ist das <i>älteste und kürzeste Evangelium im Neuen Testament</i>.
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| Oft wurde dieses biblische Buch im Vergleich zu den anderen, längeren und „ausführlicheren“ Evangelien <i>abgewertet,
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| ja missachtet</i>; Augustinus hielt es gar für ein Exzerpt des Matthäus-Evangeliums.
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| Letzteres wurde – gerade in der kath. Kirche – zu <i>dem</i> Evangelium,
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| das schon beim Entstehen des Viererkanons der Evangelien im 2. Jahrhundert an die erste Stelle kam.
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| Als das Markus-Evangelium Ende des 18. Jahrhunderts und dann durch die <i>Zwei-Quellen-Theorie</i> seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts
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| <i>als ältestes Evangelium erkannt und anerkannt wurde</i>, hoffte man vor allem, mit seiner Hilfe die Rückfrage nach dem historischen Jesus vorantreiben zu können.
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| Doch es wurde erkannt: <i>Keines der Evangelien</i>, auch das älteste nicht, <i>ist eine Biografie des Lebens Jesu</i> in unserem heutigen Sinn;
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| der historische Jesus blickt uns aus keinem Evangelium unmittelbar an.
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| Evangelien sind vielmehr <i>„narrative Theologie“</i>, also „erzählende Theologie“,
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| das wird gerade am Evangelium nach Markus deutlich, wenn man einen Blick dafür hat, aus welchen Traditionen der Autor für sein Werk schöpft.
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| Markus hielt man lange für einen recht schlichten Sammler und Zusammensteller der alten Jesus-Traditionen,
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| ohne dass er ein Gesamtkonzept entwickelt hätte. Dieses Bild hat sich in den letzten Jahrzehnten durch verschiedene
|
||||
| wissenschaftliche Methoden der Erforschung dieses Evangeliums kräftig gewandelt.
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| <i>Markus wurde als Theologie entdeckt.</i>
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| Dabei legt er seinem Evangelium nicht nur eine Gesamtkonzeption zugrunde, sondern verknüpft die einzelnen Erzählungen
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| einzigartig miteinander und gibt so selbst Hinweise zur Auslegung.
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| Grundlegendes zum Evangelium nach Markus
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| Das Evangelium nach Markus ist das <i>älteste und kürzeste Evangelium im Neuen Testament</i>.
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| Oft wurde dieses biblische Buch im Vergleich zu den anderen, längeren und „ausführlicheren“ Evangelien <i>abgewertet,
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| ja missachtet</i>; Augustinus hielt es gar für ein Exzerpt des Matthäus-Evangeliums.
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| Letzteres wurde – gerade in der kath. Kirche – zu <i>dem</i> Evangelium,
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| das schon beim Entstehen des Viererkanons der Evangelien im 2. Jahrhundert an die erste Stelle kam.
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| Als das Markus-Evangelium Ende des 18. Jahrhunderts und dann durch die <i>Zwei-Quellen-Theorie</i> seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts
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| <i>als ältestes Evangelium erkannt und anerkannt wurde</i>, hoffte man vor allem, mit seiner Hilfe die Rückfrage nach dem historischen Jesus vorantreiben zu können.
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| Doch es wurde erkannt: <i>Keines der Evangelien</i>, auch das älteste nicht, <i>ist eine Biografie des Lebens Jesu</i> in unserem heutigen Sinn;
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| der historische Jesus blickt uns aus keinem Evangelium unmittelbar an.
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| Evangelien sind vielmehr <i>„narrative Theologie“</i>, also „erzählende Theologie“,
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| das wird gerade am Evangelium nach Markus deutlich, wenn man einen Blick dafür hat, aus welchen Traditionen der Autor für sein Werk schöpft.
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| Markus hielt man lange für einen recht schlichten Sammler und Zusammensteller der alten Jesus-Traditionen,
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| ohne dass er ein Gesamtkonzept entwickelt hätte. Dieses Bild hat sich in den letzten Jahrzehnten durch verschiedene
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| wissenschaftliche Methoden der Erforschung dieses Evangeliums kräftig gewandelt.
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| <i>Markus wurde als Theologie entdeckt.</i>
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| Dabei legt er seinem Evangelium nicht nur eine Gesamtkonzeption zugrunde, sondern verknüpft die einzelnen Erzählungen
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| einzigartig miteinander und gibt so selbst Hinweise zur Auslegung.
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h2 Sinn dieser Internet-Präsenz
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| Wir werden diesen Hinweisen des Autors gezielt folgen
|
||||
| und dabei immer wieder in die paulinische Briefliteratur und damit die Theologie des Paulus eintauchen,
|
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| die für Markus in besonderer Weise Inspirationsquelle für sein Werk war.
|
||||
| Eine interessante und fantastische querneutestamentliche Reise, die lehrt,
|
||||
| das Evangelium mit ganz neuen Augen zu sehen – jenseits der Frage nach „Historizität“,
|
||||
| aber stets gebunden an das eine christliche und christologische Grundereignis von Tod und Auferstehung Jesu.
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||||
| Ferner hat unser Altes Testament – die (einzige) Heilige Schrift Jesu und seiner ersten Jünger –
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||||
| „Pate“ für so manche Erzählung gestanden bzw. hat deren Formulierung beeinflusst:
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| gesamtbiblische Querverbindungen werden unser Verstehen leiten und so manche Erzählung auf ganze eigene Weise sprechen lassen.
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| Sinn dieser Internet-Präsenz
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| Wir werden diesen Hinweisen des Autors gezielt folgen
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| und dabei immer wieder in die paulinische Briefliteratur und damit die Theologie des Paulus eintauchen,
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| die für Markus in besonderer Weise Inspirationsquelle für sein Werk war.
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| Eine interessante und fantastische querneutestamentliche Reise, die lehrt,
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| das Evangelium mit ganz neuen Augen zu sehen – jenseits der Frage nach „Historizität“,
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| aber stets gebunden an das eine christliche und christologische Grundereignis von Tod und Auferstehung Jesu.
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| Ferner hat unser Altes Testament – die (einzige) Heilige Schrift Jesu und seiner ersten Jünger –
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| „Pate“ für so manche Erzählung gestanden bzw. hat deren Formulierung beeinflusst:
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| gesamtbiblische Querverbindungen werden unser Verstehen leiten und so manche Erzählung auf ganze eigene Weise sprechen lassen.
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|
||||
| Wir werden versuchen, den ganzen Reichtum der Theologie des Markus-Evangeliums
|
||||
| und der sich damit verbindenden Impulse für das Leben in der Nachfolge Jesu zu erschließen.
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| Wir werden versuchen, den ganzen Reichtum der Theologie des Markus-Evangeliums
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| und der sich damit verbindenden Impulse für das Leben in der Nachfolge Jesu zu erschließen.
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