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| Als einziger der vier Evangelisten eröffnet Lukas sein Werk mit einem Prolog, wie man ihn von
| literarischen Werken der Antike kennt, geschichtlichen wie wissenschaftlichen.
br
| Diese Prologe folgen alle einem bestimmten Schema, das auch bei Lukas bis in die Wortwahl hinein zu finden ist
| (einschließlich der gewissen Abwertung derer, der bereits ein Werk zum gleichen Thema geschrieben haben, der Widmung an eine konkrete Person
| und der Angabe des Zieles des Werkes).
p.mb
| Dieser Prolog seht offenbar im Dienst von zwei zusammenhängenden Zielen, die Lukas mit seinem Werk verfolgt:
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h5.card-title Formal: Anschluss der christlichen Verkündigung und Überlieferung an höhere Bildungsebenen.
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| Der volkstümliche Charakter, den die christliche Verkündigung – einschließlich Mk und Q haben –
| ist in höher stehenden Kreisen nicht wirklich salonfähig.
br
| Lukas will die christliche Verkündigung und Überlieferung aufwerten; sie ist nicht (nur) etwas
| für die einfachen und dummen Massen
, sondern auch für die höheren, gebildeten Gesellschaftskreise.
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| Dazu passt, dass Lukas seinen Paulus in der Apostelgeschichte in Athen vor den Philosophen sprechen lässt – auch wenn
| seine Verkünding dort nicht wirklich ankommt.
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h5.card-title Inhaltlich: Klarheit über Jesus, seine Botschaft etc. und die christliche Verkündigung schaffen.
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p
| Schon seine eigenen schriftlichen Quellen – Mk und Q – weichen in ihrem Bild von Jesus voneinander ab und werten
| seinen Tod am Kreuz unterschiedlich. Solchen Unstimmigkeiten
in der christlichen Verkündigung will Lukas offenbar
| genauso begegnen wie diversen Gerüchten, Halbwahrheiten und Falschinformationen, die zur jungen nachösterlichen Jesus-Bewegung die Runde machen.
| Beides kann jemanden verunsichern, der am Christentum interessiert ist.
br
| Darauf zielt die von Lukas im Prolog zugesicherte Zuverlässigkeit ab.
p.mb-0
| Lukas will sich dabei von den vielen
, die vor ihm über die Ereignisse rund um Jesus und die nachösterliche Verkündigung geschrieben haben,
| abheben; dies ist in der deutschen Übersetzung leider kaschiert. Er will alles erzählen
| (inclusive der Vor/Kindheitsgeschichte und der Zeit nach Ostern; beides fehlt in Q und Mk) und er
| will zuverlässig(er) sein; denn er ist – so schreibt er -
| allem sorgfältig (akribisch) nachgegangen. Ferner unterstreicht er seine Seriosität nicht zuletzt mit dem Vorwort selbst.
.slide.mt-5
h5 Einzelbeobachtungen am Prolog
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h6.card-title
q Erzählung über die Ereignisse ..., die sich unter uns erfüllt haben
.card-text
p
| Lukas versteht sich als Geschichtsschreiber, der einerseits in der Tradition der griechisch-hellenistischen
| Geschichtsschreibung steht, andererseits in der Tradition der Septuaginta, der griechischen Übersetzung
| des Alten Testamentes, besonders deren Geschichtsbücher; ihren Erzählstil ahmt er nach.
br
| Und er qualifiziert den Inhalt seines Werkes, mit dem er sich von anderen Geschichtsbüchern
seiner Zeit abhebt:
| Es geht nicht nur um (geschichtliche) Ereignisse,
| sondern um die
i
| Erfüllung von Gottes Verheißungen
| (aus dem Alten Testament) im Leben, Wirken, Sterben und Auferstehen Jesu
| und im Leben der Kirche nach Ostern (
+symbol("arrow-right")
| Apostelgeschichte).
br
| Es geht um
i Heils-
| Geschichte.
p.mb-0
| Man könnte gleichsam sagen: Lukas schreibt die Geschichtsbücher der Septuaginta weiter
| und erzählt dabei die Erfüllung der Verheißungen des Alten Testamentes.
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h6.card-title
q von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes waren
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| Lukas gesteht ein, dass er selbst kein Augenzeuge war und dass er von Informationen anderer abhängig ist;
| er gehört der zweiten oder dritten christlichen Generation an. Er ist sich auch der zeitlichen Distanz
| zu den Ereignissen, über die er schreibt, bewusst.
br
| Doch über Augenzeugen – die Apostel und andere – ist Lukas am Ursprung der Überlieferung dran;
| damit unterstreicht er die Zuverlässigkeit der von ihm verarbeiten Traditionen.
p
| Dabei geht es ihm nicht nur um Augenzeigen der Auferstehung, sondern gerade auch des Wirkens des irdischen Jesus
| (von Anfang an
; aus diesem Grund versagt Lukas dem Paulus den Aposteltitel).
p.mb-0
| Mit der Wendung Diener des Wortes
zeigt Lukas sein (ideales) Bild von Tradition (= Überlieferung
),
| aber auch sein eigenes Selbstverständnis an:
br
| Gerade als Verkündiger sind sie dem Wort – dem Wort Gottes wie auch der erzählten Heilsgeschichte – untertan;
| sie sind gebunden an den Ursprung, der nicht einfach nach Gutdünken verändert werden kann.
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h6.card-title Theophilus
p.card-text
| Dabei handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine reale Person (wie in anderen Vorworten der damaligen Zeit auch).
| Theophilus ist ein bekannter Eigenname, der zwar aus dem griechischen Bereich stammt, aber auch von Juden übernommen wurde.
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h4.alert-heading Impulse zum Weiterdenken (und für die Predigt) ...
ul.mb-0
li
| Mit welchem Blick schauen wir auf biblische Erzählungen: sind sie einfach fromme Erzählungen
?,
| was für Kinder etc.?
| – oder erachte ich sie für mein Leben als relevant? – gerade als Erwachsener und mündiges Glied der Gesellschaft!
li
| Glaube ich wirklich, dass sich mit Jesus und der Kirche Heilsgeschicht ereignet hat und ereignet? Was bedeutet das für mein Leben?
li
| Wie akribisch beschäfige ich mich mit der eigenen Glaubenstradition, vor allem der Heiligen Schrift?
li
| Wie stehe ich zum Alten Testament
, das für Lukas und das gesamte Neue Testament
die Basis ist,
| der Bezugspunkt der christlichen Botschaft (
+symbol("arrow-right")
| Emmaus: was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht
; damit ist das AT gemeint!).
li
| Wie akribisch beschäftige ich mit meiner eigenen, persönlichen Glaubensgeschichte? Warum ich was glaube? oder was ich warum nicht glaube?