extends ../layout include ../mixins block content .card.mb-1.konzentr-3 .card-body.gliederung h5.card-title | Inhaltsangabe/Überschrift br | Himmlischer Sendungsbeschluss h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,1-3 .card.mb-1.konzentr-2 .card-body.gliederung h5.card-title Johannes der Täufer in der Wüste: Seine Taufe und seine Ankündigung des Kommenden h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,4-8 .card.mb-1.konzentr-1 .card-body.gliederung h5.card-title Die Taufe Jesu: Tod und Auferstehung Jesu als Wendepunkt der Heilsgeschichte h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,9-11 .card.mb-1.konzentr-2 .card-body.gliederung h5.card-title Jesus in der Wüste: Die Versuchung Jesu h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,12-13 .card.mb-1.konzentr-3 .card-body.gliederung h5.card-title Johannes tritt ab, Jesus tritt auf: Eröffnungsruf des Wirkens Jesu: Das Reich Gottes ist zum Greifen nahe! h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,14-15 .slide.mb-3 hr p.card-text.mb-0.konzentr-3.bibeltextkonzentr | 1 Anfang des Evangeliums Jesu Christi, Sohn (eines) Gottes. br | 2 Wie geschrieben steht beim Propheten Jesaja: br q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der einen Weg bahnen wird. br q 3 Stimme eines Rufers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen! p.card-text.mb-0.konzentr-2.bibeltextkonzentr | 4 So trat Johannes der Täufer in der Wüste auf und verkündete eine Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden. br | 5 Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus; br | sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen. p.card-text.mb-0.konzentr-2.bibeltextkonzentr | 6 Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften br | und er lebte von wildem Honig. br | 7 Er verkündete: q | Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich; br | ich bin es nicht wert, mich zu bücken und ihm die Riemen der Sandalen zu lösen. br | 8 Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen. p.card-text.mb-0.konzentr-1.bibeltextkonzentr | 9 Und es geschah in jenen Tagen, da kam Jesus aus Nazareth in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen. br | 10 Und sogleich, als er aus dem Wasser stieg, sah er, br | dass der Himmel aufriss und der Geist wie eine Taube in ihn hineinkam. br | 11 Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: q Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden. p.card-text.mb-0.konzentr-2.bibeltextkonzentr | 12 Und sogleich trieb der Geist Jesus in die Wüste. br | 13 Jesus blieb vierzig Tage in der Wüste und wurde vom Satan in Versuchung geführt. br | Er lebte bei den wilden Tieren und die Engel dienten ihm. p.card-text.konzentr-3.bibeltextkonzentr | 14 Nachdem Johannes ausgeliefert worden war, ging Jesus nach Galiläa; br | er verkündete das Evangelium Gottes br | 15 und sprach: q | Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. br | Kehrt um und glaubt an das Evangelium! .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title q Anfang hr p.card-text.mb-0 | Mit dieser kurzen Erzählung wird der Anfang des öffentlichen Wirkens Jesu markiert. br | Inhaltlich geht es dabei um den Anbruch des Gottesreiches. .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahnen wird br | Johannes der Täufer: q ausgeliefert hr ul.card-text li Am Anfang der Erzählung findet sich die Notiz von der „Auslieferung“ Johannes des Täufers, des Vorläufers Jesu. li Damit wird auf das gewaltsame Ende des Täufers angespielt (vgl. Mk 6,17-29). li | Das „den Weg bahnen“ kann in diesem Sinne auch als „Weg vorzeichnen“ verstanden werden – geheimnisvoller Hinweis also darauf, | dass Johannes auch im Hinblick auf den gewaltsamen Tod durch die Mächtigen „Vorläufer Jesu“ ist. li | Die zugrunde liegende Verb ist jedenfalls innerhalb des Neuen Testamentes „terminus technicus“ für die Passion Jesu bis zum Tod am Kreuz (→ 1 Kor 11,23). p.small.card-text | Zunächst bezieht sich der Begriff auf den Verrat des Judas und die damit zusammenhängende Verhaftung Jesu (→ Mk 3,19; 14,17-21.41). | Da diese dann aber in seinen Tod am Kreuz mündet, schwingt bei „ausgeliefert“ die ganze Passion Jesu bis zum Tod am Kreuz insgesamt mit. li | Wie Mk 14,17-21 verdeutlicht, entspricht die „Auslieferung“ Jesu durch Judas dem Heilsplan Gottes. br | Dem entspricht, dass die Passivformulierung „ausgeliefert“/„überliefert“ nicht selten ohne Subjekt steht; | dies ist als „passivum divinum“ zu deuten: Gott ist als Subjekt zu ergänzen. br | So bringt der Ausdruck „ausgeliefert“ zum Ausdruck, dass Jesu Weg nicht einfach ein (dummes, zufälliges) „Schicksal“ ist, | sondern dem (Heils-)Plan Gottes entspricht. li | Insofern es hier in gleicher Weise für Johannes den Täufer gebraucht wird, wird auch sein Wirken bis hin | zu seinem gewaltsamen Lebensende als Sendung durch Gott verstanden. .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title q ... ging Jesus nach Galiläa hr ul.card-text li Die Wirkorte von Johannes dem Täufer und Jesus haben sich grundlegend unterschieden: ul.card-text li Der eine lebte als Asket in der Wüste. li Der andere war eher in den Dörfern Galiläas unterwegs und lehnte das Fasten ab (→ Mk 2,18-20; vgl. auch Lk 7,34: „Fresser und Säufer“). li | Dahinter steckt sicher auch eine andere Überzeugung über das, was „jetzt“ von Gott her Gültigkeit hat. li | Der grundlegende, „alles verändernde“ Einschnitt dürfte für Jesus der Tod des Täufers gewesen sein – | insofern ist die Notiz in Mk 1,14a nicht nur zeitlich zu verstehen. li.small | Möglicherweise darf man so rekonstruieren: ul.card-text li Johannes der Täufer hatte das nahe Ende der Welt und das Kommen Gottes zum Gericht angekündigt. li Beides blieb auch nach seinem gewaltsamen Tod aus! li Das eröffnet zwei Denkmöglichkeiten: ol.card-text li Johannes hatte sich geirrt ... li Johannes hatte grundsätzlich Recht, aber Gott eröffnet eine Zeit der Gnade, die noch Umkehr ermöglicht, bevor er tatsächlich zum Gericht kommt. li | Eine Entscheidung Jesu für die zweite Denkmöglichkeit | würde die einladenden Predigten von Gottes Gnade und Barmherzigkeit schlüssig begründen. li | Auch für Jesus blieb das Kommen Gottes zum Gericht etwas sehr Nahes; br | aber er betonte eher den einladend-fordernden Gnadencharakter der Jetzt-Zeit und wandte sich aktiv den Sündern zu, um sie zur rettenden Umkehr zu bewegen – br | wenngleich auch bei ihm das Ende der Welt und das Kommen Gottes zum Gericht Horizont seiner Botschaft blieb. .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title q Bereitet den Weg des Herrn br q Kehrt um und glaubt an das Evangelium! hr ul.card-text li | Wie schon in Mk 1,4 beim Auftreten Johannes des Täufers spiegelt sich der Ruf „Bereitet den Weg des Herrn!“ im Umkehrruf, | diesmal aus dem Munde Jesu: br | wer im Sinne Jesu umkehrt, steht im Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen (wird „Wegbereiter des Herrn“). li | Ergänzt wird der Umkehrruf hier mit dem Aufruf zum „Glauben an das Evangelium“; br | „Glaube“ wird im weiteren Verlauf des Evangeliums eine wichtige Rolle spielen. li | Als derjenige, aus dessen Mund der Umkehrruf in Verbindung mit der Verkündigung des nahegekommenen Gottesreiches laut wird, | steht Jesus hier klar auch selbst im Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen. .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title q Evangelium (Gottes) h6.card-subtitle.text-muted Die „Taufe“ Jesu – Tod und Auferstehung Jesu – als „Mitte“ des Evangeliums. hr ul.card-text li Die Wendung „Evangelium Gottes“ erinnert wieder an Röm 1,1-4, von dem sich Markus für seinen Evangelienbeginn u. a. hat inspirieren lassen. li | Deutlich wird, dass das Evangelium von Gott ausgeht: Gott lässt diese Botschaft verkünden; br | und es ist eine gute Botschaft. li | Mit Mk 1,1 – „Evangelium Jesu Christi“ – entsteht eine Inklusion, die Mk 1,1-15 insgesamt einschließt. br | Wobei „Evangelium Jesu Christi“ und „Evangelium Gottes“ sachlich identisch ist (vgl. auch wieder die Reihung in Röm 1,1-4!): br | Jesus Christus setzt in Wort und Tat um, was Gottes Heilsplan für die Menschen ist. li | Inhaltlich bleibt „Evangelium“ geheimnisvoll unspezifiziert. li | In dieser Gliederung bildet aber die Taufe Jesu die konzentrische Mitte, | die Markus ganz im Blick auf Jesu Tod und Auferstehung erzählt, in der Erzählung von Jesu Taufe dieses Doppelereignis gegenwärtig macht. li i | So legt die Konzentrik nahe, dass „Evangelium“ vor allem das christologisch-soteriologische | Doppelereignis von Jesu Tod und Auferstehung bezeichnet. p.small.card-text Und nur indirekt eine Erzählung des „Lebens Jesu“. Damit steht Markus dem paulinischen Verständnis von „Evangelium“ äußerst nahe. li | Von daher wird vom Blick auf das Schicksal des Vorläufers – „ausgeliefert“ – auch das Schicksal Jesu in der Erzählung Mk 1,14-15 präsent; br | das „nachdem ... ausgeliefert“ ist dann auf die Auferstehung Jesu zu übertragen und den Neubeginn, den diese für ihn | und für die Verkündigung der Jünger bedeutet hat. li | In der Erzählung vom Beginn des öffentlichen Wirkens am unteren Ende der konzentrischen Gliederung sind also | wie in der Tauferzählung in der Mitte der konzentrischen Gliederung Tod und Auferstehung Jesu präsent: br | das „ausgeliefert“ bezieht sich analog dem Hineinsteigen in das Wasser auf den Tod Jesu, br | das „nachdem ... ausgeliefert“ und die Verkündigungstätigkeit analog dem Heraussteigen aus dem Wasser auf die Auferstehung Jesu; br | beides zusammen ist das „Evangelium Gottes“. .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title q Die Zeit ist erfüllt! h6.card-subtitle.text-muted Vom Kairos des Evangeliums hr ul.card-text li Der Kairos ist die günstige, einmalige Gelegenheit, die es zu ergreifen gilt. li | Als Figur dargestellt, hat der „Kairos“ nur am Vorderkopf Haare: br | Man muss die günstige Gelegenheit erwischen, | ihn zu packen, es gibt ein „zu früh“ und ein „zu spät“ (wenn man dann hinten nur noch abrutscht ...). li | Es geht hier also nicht nur um eine „Zeitansage“, sondern um den Aufruf, die Chance, die sich durch das Evangelium | – durch Jesu Tod und Auferstehung – ergibt, zu ergreifen, bevor es dafür zu spät ist. .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title q Das Reich Gottes ist (zum Greifen) nahe! h6.card-subtitle.text-muted Ergreift das Reich Gottes, das in Tod und Auferstehung in diese Welt hereingebrochen ist! hr ul.card-text li | „basileia tou theou“ („Herrschaft Gottes“ bzw. „Reich Gottes“) ist ein für Jesus typischer Begriff. br | Von daher hat er Eingang in die christliche Verkündigung gefunden. li | Was in der deutschen Übersetzung nicht auffällt: „Reich Gottes“ ist Subjekt des Satzes! br | Das Reich Gottes ist also eine aktive Größe, analog zum Evangelium nach span.bibelstelle Röm 1,16 br q.bibeltext | ... ich schäme mich des Evangeliums nicht: Es ist eine Kraft Gottes zur Rettung für jeden, der glaubt li | „ist (zum Greifen) nahe“ ist hier ein Verb im Perfekt. ul.card-text li Anders als das deutsche Perfekt bezeichnet das griechische Perfekt nicht die Vergangenheit, sondern ist eine Gegenwartsform! li Der Akzent liegt auf der in der Gegenwart andauernden Gültigkeit der Aussage; es geht um ein Ereignis, das die Gegenwart bestimmt. li | Das Reich Gottes ist in diesem Sinne also nicht nur (punktuell) gekommen, br | es ist bleibend nahe: im Evangelium bzw. dort, wo das Evangelium als Kraft wirksam wird und Wirklichkeit verändert. | Das Verb bezeichnet die unmittelbare Nähe („zum Greifen nahe“); br | und so ist die Aussage von der Nähe der Gottesherrschaft | schon in sich der Aufruf, sich entsprechend zu verhalten, was hier durch den Aufruf zu Umkehr und Glaube konkretisiert wird. li | Das Reich Gottes ist also eine Größe der Gegenwart, wenn auch klein und unscheinbar – eben auf „Wachstum“ angelegt (→ Mk 4,26-32: Wachstumsgleichnisse); br | aber es ist klar nicht mehr nur eine Größe der Zukunft: es bricht herein in diese Welt und will sie verwandeln. li | Vom Hereinbrechen der Wirklichkeit Gottes in diese Welt erzählt Markus in der Mitte der konzentrischen Gliederung: br i Tod und Auferstehung Jesu – die ja in der Tauferzählung bei Markus „gegenwärtig“ sind – bringen das Anbrechen der Gottesherrschaft mit sich, von dem Mk 1,14-15 spricht. br | Darin stimmt er mit Paulus überein, der kein Interesse am „historischen Jesus“ hatte und der seine ganze christliche Theologie aus der Auferstehung des Gekreuzigten entwickelt. li | Wenn der historische Jesus (auch) eine „präsentische Eschatologie“ im Sinne von Mk 1,14-15 vertreten haben sollte – darüber wird gestritten –, | war für ihn mit hoher Wahrscheinlichkeit der Tod des Täufers und das Ausbleiben des Kommens Gottes dafür Anlass (s. o.). br span.small Das ist insgesamt eine komplexe, letztlich nie ganz sicher beantwortbare Frage. .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title | Johannes in der Wüste – Jesus in der Wüste h6.card-subtitle.text-muted Dem Satan davonlaufen ... hr ul.card-text li | In der konzentrischen Gliederung stehen einerseits Botschaft und Wirken Johannes des Täufers und andererseits die Erzählung von der Versuchung Jesu gegenüber. li | Beides wird in der Wüste verortet. li | In beiden Erzählungen spielt auch der Geist Gottes eine Rolle, wie auch in der konzentrsichen Mitte: ul.card-text li Johannes kündigt die Geisttaufe des „Stärkeren“ an. li In der Taufe wird Jesus mit dem Geist Gottes „ausgestattet“. li Jesus wird vom Geist in die Wüste getrieben. li | Wie schon in der vorherigen Etappe in der fortschreitenden Konzentrik begegnet das Gegenüber Jesus (= der Eine) ↔ die Vielen (ganz Judäa – alle Einwohner Jerusalems); br | das Wirken des Einen für die Vielen ist zu assoziieren: br | Jesus, der Stärkere, hat den Satan, den Starken (nach Mk 3,28), in der Versuchung besiegt – das ist hier vorauszusetzen – und hat | so – als der Eine für die Vielen – den Vielen in der Geisttaufe eine neue Wirklichkeit jenseits der Sünde ermöglicht: br i Jesus ist der „neue Adam“ einer „neuen Schöpfung“. li | Zusammengenommen zeigt sich ein schönes Bild: br | Nicht nur hat Jesus die Versuchung bestanden, br | auch die Vielen kehren um, wenden sich also vom Satan ab, und lassen sich taufen. li | Insofern in der Erzählung von der Wüstensendung Jesu dessen Gehorsam (gegenüber dem Geist – mit dem er später taufen wird: Umkehrung der Verhältnisse → Erniedrigung) | in einem soteriologischen Sinne | gemäß Phil 2,8 („erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz“) vergegenwärtigt wird, | ist im Hinblick auf die Vielen, die in der Taufe ein neues Leben beginnen, | besonders an span.bibelstelle Röm 5,12-21 | zu denken (→ Adam-Christus-Parallele): br q.bibeltext.card-text | 12 Wie durch einen einzigen Menschen die Sünde in die Welt kam und durch die Sünde der Tod und auf diese Weise der Tod zu allen Menschen gelangte, weil alle sündigten – br | 14 ... gesündigt hatten wie Adam, der ein Urbild des Kommenden ist. br | 15 Doch anders als mit der Übertretung verhält es sich mit der Gnade; br | sind durch die Übertretung des einen die vielen dem Tod anheimgefallen, br | so ist erst recht die Gnade Gottes und die Gabe, die durch die Gnadentat des einen Menschen Jesus Christus bewirkt worden ist, den vielen reichlich zuteilgeworden. br | 16 Und anders als mit dem, was durch den einen Sünder verursacht wurde, verhält es sich mit dieser Gabe: br | Denn das Gericht führt wegen eines Einzigen zur Verurteilung, die Gnade führt aus vielen Übertretungen zur Gerechtsprechung. br | 17 Denn ist durch die Übertretung des einen der Tod zur Herrschaft gekommen, durch diesen einen, br | so werden erst recht diejenigen, denen die Gnade und die Gabe der Gerechtigkeit reichlich zuteilwurde, im Leben herrschen durch den einen, Jesus Christus. br | 18 Wie es also durch die Übertretung eines Einzigen für alle Menschen zur Verurteilung kam, br | so kommt es auch durch die gerechte Tat eines Einzigen für alle Menschen zur Gerechtsprechung, die Leben schenkt. br | 19 Denn wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die vielen zu Sündern gemacht worden sind, br | so werden auch durch den Gehorsam des einen die vielen zu Gerechten gemacht werden. li | Wie aber im Erzählzusammenhang Jesus nach seiner Taufe versucht wurde, br | bleibt auch der Getaufte der Versuchung ausgesetzt. br | Es ist – wie bei Jesus – der in der Geisttaufe vermittelte Geist Gottes, der auch den Christen hilft, ihre Versuchungen zu bestehen. li | Die Hoheit Jesu, von der Johannes der Täufer spricht („... nicht wert, mich zu bücken und ihm die Riemen der Sandalen zu lösen“) | und die ihm in der Auferstehung (→ Mitte der konzentrischen Gliederung) zuteil wurde, | spiegelt sich im Dienst der Engel, br | erzählerisch im Sinne von Phil 2,8-10 stimmig nach Erniedrigung/Gehorsam (Bestehen der Versuchung) erzählt. .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title | Das Evangelium vom Herrschaftsantritt h6.card-subtitle.text-muted Gott/Jesus vs. Vespasian hr ul.card-text li Markus lässt Jesus das nahegekommene, bereits angebrochene Gottesreich ausrufen und das Evangelium Gottes verkünden. li | Der zeitliche Kontext des Markus-Evangeliums ist der Herrschaftsantritt Kaiser Vespasians in Rom – | eine Botschaft, die zu den „Evangelien“ aus dem Kaiserhaus gehörte. li | Damit ist ein Gegenüber hergestellt, das Markus noch an zentralen Stellen aufgreifen wird. li | Mithin ist also das Gottesreich zu König- und Kaiserreichen, br | die Herrschaft Gottes zu menschlichen Herrschaftsformen br | in ein spannungsreiches Verhältnis bis hin zum absoluten Gegenüber gesetzt – Markus wird dies an anderer Stelle eigens thematisieren. .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title q.bibeltext Dein Gott ist König span.bibelstelle Jes 52,7 h6.card-subtitle.text-muted Eine alttestamentlich Vorlage für Mk 1,14-15 hr p.card-text q.bibeltext | Wie willkommen sind auf den Bergen die Schritte des Freundenboten, der Frieden ankündigt, der eine frohe Botschaft bringt | und Heil verheißt, der zu Zion sagt: br q | Dein Gott ist König! span.bibelstelle Jes 52,7 ul.card-text li | Die Bezüge zu Mk 1,14-15 sind nicht zu übersehen: ul.card-text li | die Stichworte „Freundenbote“ und „frohe Botschaft“ verbinden sich unmittelbar mit „Evangelium“, li | da wie dort ist das Angekommensein von Gottes Königsherrschaft Thema. li | Es ist also sehr wahrscheinlich, dass Markus Jes 52,7 im Hinterkopf hatte, als er Mk 1,14-15 formulierte. li | Dies gilt umso mehr, als Verse im Kontext von Jes 52,7 (nämlich Jes 52,3.10) im Zusammenhang mit Mk 1,14-15 | Bedeutung haben, wie sich noch zeigen wird. li | Zeitgeschichtlicher Kontext ist das Ende des Exils in Babylon, aus dem Gott sein Volk „loskauft“. li | Nicht unerheblich sind auch Bezüge zwischen Jes 52,1-15 und Jes 40,1-5.9-11 (→ Mk 1,3), br | was der Inklusion von Mk 1,1-15 durch das Stichwort „Evangelium“ in Mk 1,1 und Mk 1,14-15 entspricht: .card-deck.mb-2.slide .card .card-body h5.card-title Jes 40,1-5.9-11 q.bibeltext.card-text | 1 Tröstet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott. br | 2 Redet Jerusalem zu Herzen und ruft ihr zu, br | dass sie vollendet hat ihren Frondienst, dass gesühnt ist ihre Schuld, br | dass sie empfangen hat aus der hand des HERRN Doppeltes für alle ihre Sünden. br | 3 Eine Stimme ruft: In der Wüste bahnt den Weg des HERRN, br | ebnet in der Steppe eine Straße für unseren Gott! br | 4 Jedes Tal soll sich heben, jeder Berg und Hügel sich senken. br | Was krumm ist, soll gerade werden, und was hüglig ist, werde eben. br | 5 Dann offenbart sich die Herrlichkeit des HERRN, br | alles Fleisch wird sie sehen. br | Ja, der Mund des Herrn hat gesprochen. br | 9 Steig auf einen hohen Berg, Zion, du Botin der Freude! br | Erheb deine Stimme mit Macht, Jerusalem, du Botin der Freude! br | Erheb deine Stimme, fürchte dich nicht! br | Sag den Städten in Juda: Siehe, da ist euer Gott. br | 10 Siehe, Gott, der Herr, kommt mit Macht, er herrscht mit starkem Arm. br | Siehe, sein Lohn ist mit ihm und sein Ertrag geht vor ihm her. br | 11 Wie ein Hirt weidet er seine Herde, auf seinem Arm sammelt er die Lämmer, br | an seiner Brust trägt er sie, die Mutterschafe führt er behutsam. .card .card-body h5.card-title Jes 52,1-15 q.bibeltext.card-text | 1 Wach auf, wach auf, bekleide dich mit deiner Macht, Zion! br | Bekleide dich mit deinen Prunkgewändern, Jerusalem, du heilige Stadt! br | Denn Unbeschnittene und Unreine werden dich nicht mehr betreten. br | 2 Schütte den Staub von dir ab, steh auf, setze dich, Jerusalem! br | Löse die Fesseln von deinem Hals, du gefangene Tochter Zion! br | 3 Denn so spricht der HERR: br | Umsonst wurdet ihr verkauft und ihr sollt nicht mit Geld losgekauft werden. br | 4 Denn so spricht GOTTT, der Herr: br | Nach Ägypten zog mein Volk einst hinab, um dort in der Fremde zu leben. br | Auch Assur hat es ohne Grund unterdrückt. br | 5 Aber was erlebe ich jetzt – Spruch des HERRN –? br | Man nahm mein Volk, ohne zu bezahlen. br | und nun prahlen seine Beherrscher – Spruch des HERRN –; br | ständig, jeden Tag wird mein Name gelästert. br | 6 Darum woll mein Volk an jenem Tag meinen Namen erkennen br | und wissen, dass ich es bin, der sagt: Ich bin da. br | 7 Wie willkommen sind auf den Bergen die Schritte des Freudenboten, br | der Frieden ankündigt, br | der eine frohe Botschaft bringt und Heil verheißt, br | der zu Zion sagt: q Dein Gott ist König. br | 8 Horch, deine Wächter erheben die Stimme, sie beginnen zu jubeln. br | Denn sie sehen mit eigenen Augen, wie der HERR nach Zion zurückkehrt. br | 9 Brecht in Jubel aus, jauchzt zusammen, ihr Trümmer Jerusalems! br | Denn der HERR hat sein Volk getröstet, er hat Jerusalem erlöst. br | 10 Der HERR hat seinen heiligen Arm vor den Augen aller Nationen entblößt, br | und alle Enden der Erde werden das Heil unseres Gottes sehen. br | 11 Fort, fort! Zieht aus von dort! Fasst nichts unreines an! br | Zieht aus ihrer Mitte! Haltet euch rein, die ihr die Geräte des HERRN tragt! br | 12 Doch zieht nicht aus in Hast, geht nicht fort in Eile; br | denn der HERR geht vor euch her und er , Israels Gott, ist eure Nachhut! br | 13 Siehe, mein Knecht wird Erfolg haben, br | er wird sich erheben und erhaben und sehr hoch sein. br | 14 Wie sich viele über dich entsetzt haben – so entstellt sah er aus, | nicht mehr wie ein Mensch, seine Gestalt war nicht mehr die eines Menschen –, br | 15 so wird er viele Nationen entsühnen, Könige schließen vor ihm ihren Mund. br | Denn was man ihnen noch nie erzählt hat, das sehen sie nun; br | was sie niemals hörten, das erfahren sie jetzt. ul.card-text li | In beiden Texten wird von einem Freudenboten gesprochen: es geht um Evangelien-Verkündigung! li | In beiden Texten geht es zunächst um Heil und Erlösung für Israel; es verbinden die Stichworte „Freude“ und „Trost“ | in Bezug auf „Zion“/„Jerusalem“. li | Es verbindet auch die Thematik Rückkehr: die Gottes wie die des Volkes. li | In beiden Texten ist eine universalistische Perspektive gegeben (Jes 40,5; 52,10); br | zumindest im paulinisch-markinischen Christentum wurde dies inklusiv als allgemeine Heilsansage | gedeutet (→ Jes 52,15!). li | Jes 52 mündet in des Vierte Lied vom Gottesknecht (Jes 52,13-53,12); es ist dieser Gottesknecht | – so kann man interpretieren –, der mit seiner Lebenshingabe den Loskauf „nicht mit Geld“ (Jes 52,3) vollzieht. li | Die Widersacher Israels, die hier konkrete Völker in Geschichte und Gegenwart sind, | sind im Sinne des Markus (und Paulus) auf Satan (bzw. die Sünde) zu übertragen; | dann „beißt“ sich das auch nicht mit der universalistischen Heilsperspektive. .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title q.bibeltext Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn ... span.bibelstelle Gal 4,4 h6.card-subtitle.text-muted Befreiung aus der Knechtschaft der Sünde hr p.card-text.mb-0 | Mit den beiden Jesja-Texten im Hintergrund muss nochmal auf das Gegenüber von Mk 1,4-9 und Mk 1,12-13 geblickt werden: ul.card-text li | In Mk 1,4-9 zieht Jerusalem (→ „Zion“) zu Johannes dem Täufer, um sich taufen zulassen; br | dies kann auf den befreienden Herrschaftswechsel Mk 1,14-15 bzw. Jes 52,7 bezogen werden: weg von der Herrschaft der Sünde (s. o.). li | In Mk 1,12-13 ist der Gottesknecht (→ Jes 52,13-53,20) aktiv (angedeutet in der Sendung durch den Geist und die Versuchung durch Satan). li | Angeleitet dadurch und besonders durch den sprachlichen Anklang wird span.bibelstelle Gal 4,4-6 | gegenwärtig: br q.bibeltext | 4 Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und dem Gesetz unterstellt, br | 5 damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz stehen br | und damit wir die Sohnschaft erlangen. br | 6 Weil ihr aber Söhne seid, sandte Gott den Geist seines Sohnes in unsere Herzen, den Geist, der ruft: Abba, Vater. br | Gal 4,6 wird – mit Jesu „Taufe“ als Urtyp der christlichen Taufe – in der Mitte der konzentrischen Gliederung bebildert. li | Allerdings ist Gal 4,4-5a umzuformulieren, damit es zu dem passt, was Markus tatsächlich erzählt: br i | Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, ... dem Geist unterstellt, br | damit der die freikaufe, die unter der Sünde stehen. li | Dies steht aber nicht gegen den Bezug zu Gal 4,4-6, sondern macht vielmehr eine Stelle aus dem Römerbrief, | nämlich span.bibelstelle Röm 8,2 | gegenwärtig: br q.bibeltext | ... das Gesetz des Geistes und des Lebens in Christus Jesus hat dich frei gemacht vom Gesetz der Sünde und des Todes. li | Gal 4,4-5a ist also zu kombinieren mit Röm 8,2, so dass effektiv zu lesen ist: br q.bibeltext | Als aber die Zeit erfüllt war, sandte seinen Sohn, ... dem Gesetz des Geistes unterstellt, br | damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz der Sünde und des Todes stehen. li | Das „Freikaufen“ (Gal 4,5) von Unterdrückung ist auch in Jes 52,3 thematisiert; br | dies unterstreicht die Beziehung von Jes 52,7 (mitsamt seines Kontextes) mit Mk 1,14-15. li | In Mk 1,8 kündigt Johannes der Täufer die Geisttaufe des Stärkeren an; br | dies kann von Gal 4,6 her verstanden werden, br | aber auch – als parallele, inhaltlich effektiv identische Aussage – von span.bibelstelle Gal 3,13-14* | her (wörtlich übersetzt – EÜ ungenau!): br q.bibeltext | Christus hat uns losgekauft ...., damit wir die Verheißung des Geistes empfingen durch den Glauben. br | Gemeint ist hier das „Empfangen des verheißenen Geistes“, nicht nur die Verheißung als solche; br | „Verheißung“/„verheißen“ verbindet sich mit der Ankündigung der Geisttaufe durch Johannes besser als Gal 4,6. br | Jedenfalls ist angedeutet, dass jene, die die Geisttaufe empfangen haben, nun – wie Jesus – | dem befreienden „Gesetz des Geistes“ (Röm 8,2) unterstehen. //- HINWEIS Die Bezüge sind in der nächsten konzentrischen Gliederung – wenn Mk 1,14-15 dann Mk 1,4-8 gegenübersteht – vielleicht klarer (Glaube – Verheißung des Geistes), aber Mk 1,14-15 hat als unteres Ende der konzentrischen Gliederung macht als „dominierende Erzählung“ (mit Mitte und oberem Ende der konz. Gl.) den Bezug möglich. Letztlich ist es nicht entscheidend, aber es ist doch sinnvoll, auf den Bezug schon hier hinzuweisen, zumal sowohl in der aktuellen als auch in der folgenden konzentrischen Gliederung der Geist an Jesus vermittelt wird. Es ist auch zu beachten, dass die Verheißung der Geistgabe der Führung durch den Geist in der aktuellen Gliederung gegenüberstehen! li | Welche genauen Bezüge man auch immer hernehmen will, br | die Gabe des Geistes erscheint als Frucht der Sendung des Sohne „in die Wüste“; br | dem entspricht, dass Jesus am Kreuz den Geist aushaucht. .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title | Gesetz der Sünde und des Todes? h6.card-subtitle.text-muted Von einer unheilvollen Verbindung, die durch das Zeitalter des Glaubens abelöst wird hr ul.card-text li | Die Aussagen zum jüdischen Gesetz, die sich bei Paulus finden und die Markus nun beginnt aufzunehmen, | müssen im größeren Kontext der Rechtfertigungslehre verstanden werden; br | knapp gesagt geht es um die Frage, worauf der Bund zwischen Gott den Menschen gründet: | auf dem Glauben an Jesus Christus (der durch seinen Tod am Kreuz zum Gottesknecht nach Jes 52,13-53-12 geworden ist) oder auf der Verpflichtung | auf das jüdische Gesetz und damit einhergehend das Tun aller darin enthaltenen Vorschriften. li | Dass sich beide Möglichkeiten ausschließen und warum sie dies tun, ist ein Spezifikum der paulinischen Sichtweise der Kreuzigung Jesu. br | Grundlegend äußert sich Paulus in span.bibelstelle Gal 3,10-14 | dazu; durch das Sichtwort „freikaufen“ ist diese Stelle mit Gal 4,4-5 verbunden – Gal 3,10-14 ist notwendig zu assoziieren, | zumal in Mk 1,12-13 („Wüstensendung“), wo der Freikauf erzählt wird, das Kreuz angespielt wird („gehorsam bis zum Tod am Kreuz“): br q.bibeltext | 10 Diejenigen aber, die aus den Werken des Gesetzes leben, stehen unter einem Fluch. br | Denn geschrieben steht: q Verflucht ist jeder, der sich nicht an alles hält, was das Buch des Gesetzes zu tun vorschreibt. | | (Dtn 27,26). br | 11 Dass aber durch das Gesetz niemand vor Gott gerecht gemacht wird, ist offenkundig, denn: q Der aus Glauben Gerechte wird leben. | | (Hab 2,4) br | 12 Für das Gesetz aber gilt nicht: aus Glauben, sondern es gilt: q Wer die Gebote erfüllt, wird durch sie leben. | | (Lev 18,5) br | 13 i Christus hat uns vom Fluch des Gesetzes freigekauft, indem er für uns zum Fluch geworden ist; br | denn es steht geschrieben: q i Verflucht ist jeder, der am Holz hängt. | | (Dtn 21,23 – Zur Zeit Jesu auch auf die Kreuzigung bezogen) br | Jesus Christus hat uns freigekauft, damit den Völkern durch ihn der Segen Abrahams zuteilwird, br | damit wir die Verheißung des Geistes empfingen durch den Glauben. li | Die Zurückweisung des jüdischen Gesetzes durch Paulus machte es notwendig, eine Antwort auf die Frage nach dem Sinn des jüdischen Gesetzes zu geben; br | dies tut Paulus unter anderem mit folgenden Ausführungen: br q.bibeltext | Warum gibt es dann das Gesetz? br | Wegen der Übertretungen wurde es hinzugefügt, bis der Nachkomme (Abrahmas; gemeint ist Jesus) käme, | dem die Verheißung (des Segens für alle Völker) gilt. ... br | Wäre ein Gesetz gegeben worden, das die Kraft hat, lebendig zu machen, dann käme in der Tat die Gerechtigkeit aus dem Gesetz; br | aber die Schrift hat alles unter der Sünde eingeschlossen, damit die Verheißung aus dem Glauben an Jesus Christus | denen gegeben wird, die glauben. br | Ehe der Glaube kam, waren wir vom Gesetz behütet, verwahrt, bis der Glaube offenbar werden sollte. br | So ist das Gesetz unser Erzieher auf Christus hin geworden, damit wir aus dem Glauben gerecht gemacht werden. br | Nachdem aber der Glaube gekommen ist, stehen wir nicht mehr unter dem Erzieher span.bibelstelle Gal 4,19-25* li | Das Gesetz hat also nicht „die Kraft, lebendig zu machen“: es kann – das ist gemeint – nicht aus der Gefangenschaft der Sünde befreien, | die seit Adam gilt (vgl. die Deutung Jesu als „neuer Adam“ in Tauf- und Versuchungserzählung!). br | Daher ist zu konstatieren: „Die Schrit hat alles unter der Sünde eingeschlossen“. li | Mit Jesu Tod und Auferstehung ist nun aber das „Zeitalter des Glaubens“ gekommen: br | Jesu Tod am Kreuz hat – anders als das Gesetz – „die Kraft, lebendig zu machen“; br | durch den Glauben an Jesu erlösenden Tod und seine Auferstehung und sinnenfällig vollzogen in der Taufe | wird dem Christen die Befreiung aus der Knechtschaft der Sünde zuteil. li | So erklärt sich auch, warum Markus in Mk 1,14-15 – mit der Taufe als Mitte der konzentrischen Gliederung – | zum Glauben an das Evangelium (von Jesu Tod und Auferstehung) aufruft. .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title | Mk 1,14-15 und seine Rolle im Markus-Evangelium h6.card-subtitle.text-muted Beginn des Zeitalters des Glaubens – Ende des Zeitalters des Gesetzes – Trigger für den Freikauf hr ul.card-text li Mk 1,14-15 markiert den Beginn eines neuen Zeitalters: „die Zeit ist erfüllt“. li Dies ist wird in Mk 1,14-15 mit dem Nahegekommensein der Königsherrschaft Gottes inhaltlich näher bestimmt. li | Aber auch der Aufruf zum Glauben spielt aufgrund der Bezüge zum Galaterbrief wesenhaft eine Rolle (mehr als sonst angenommen): br i | Mk 1,14-15 markiert – vor dem Hintergrund der Ausführungen des Paulus zur Rechtfertigung (vor allem) im Galaterbrief – | den Beginn des Zeitalters des Glaubens. br | Dies bedeutet – nach Gal notwendig – gleichzeitig das Ende des Zeitalters des Gesetzes. li | Insofern triggert Mk 1,14-15 rückwärtig in der Erzählung von der Wüstensendung Jesu (Mk 1,12-13) | den Freikauf vom jüdischen Gesetz bzw. vom Fluch des Gesetzes nach Gal 4,4-5(-6); 3,13(-14) im Kreuzestod Jesu, br | was dann auch das Gegenüber von Mk 1,12-13 inhaltlich bestimmt, sowie alle Erzählungen | am unteren Ende der jeweiligen konzentrischen Gliederung, bei denen Mk 1,12-13 bzw. Mk 1,14-15 (Teil der) Mitte der konzentrischen Gliederung ist. li | Ist Mk 1,14-15 (allein) Mitte der konzentrischen Gliederung, ist Mk 1,12-13 die eine Flanke, Mk 1,16-20 – die Berufung der ersten Jünger – | die andere Flanke; dass in Mk 1,12-13 der Freikauf getrigggert ist, ist in Mk 1,16-20 zu berücksichtigen. li | Weiterhin wird der Freikauf vom Gesetz in allen Erzählungen getriggert – sofern inhaltich möglich (Kreuz!) –, | die Mk 1,14-15 in einer konzentrischen Gliederung gegenüber stehen. .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title | Mk 1,1-15 und die Taufe auf den Tod Jesu nach dem Römerbrief h6.card-subtitle.text-muted Gesamtbetrachtung der konzentrischen Gliederung hr ul.card-text li | Die Mitte der konzentrischen Gliederung bildet die Taufe Jesu mit einem besonderen Akzent auf der Auferstehung, ohne seinen Tod zu vergessen: br | Jesus ist – gemäß span.bibelstelle Röm 1,4 | – q.bibeltext | dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzt als Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten. li | Gleichzeitig ist mit dem Herreinbrechen der Herrlichkeit Gottes bei der Taufe/Auferstehung Jesu span.bibelstelle Röm 6,4* | angespielt: br q.bibeltext | ... damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde | in der Neuheit des Lebens wandeln. br | Dabei wird das „in der Neuheit des Lebens wandeln“ neben anderem in den zwei Schritten „nach außen“ bebildert. li | Die innere Flanke der Mitte bilden dann Mk 1,4-8 und Mk 1,12-13: ul.card-text li | Im Gegenüber ist der Eine – Christus – als Heilsbringern für die Vielen in Szene gesetzt. li In Mk 1,12-13 wird die Sendung des Sohnes bebildert und damit sein Tod vergegegenwärtigt. li In Mk 1,4-8 wird einerseits der Empfang des Geisttaufe verheißen – als Frucht des Todes Jesu. li | Gleichzeitig wird diese Geisttaufe als Taufe auf den Tod Jesu verdeutlicht: br q.bibeltext | Wisst ihr denn nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind? br | Wir wurden ja mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod, damit auch wir, so wie Christus ... span.bibelstelle Röm 6,3-4* li | Jesus ist in Mk 1,12-13 – wie es span.bibelstelle Röm 6,10 | ausdrückt – q.bibeltext | durch sein Sterben ... ein für alle Mal gestorben für die Sünde. br | Daher sollen sich – nach span.bibelstelle Röm 6,11 | – die Christen begreifen q.bibeltext | als Menschen, die für die Sünde tot sind. br | Wie es Paulus auch einleitend in span.bibelstelle Röm 6,2 | formuliert: br q.bibeltext | Wie können wir, die wir für die Sünde tot sind, noch in ihr leben? br | (3 Wisst ihr denn nicht ...) br | Entsprechend laufen die zur Taufe kommenden Menschen der Sünde davon und bekennen ihre Sünden; br | sie vollziehen die „Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden“ als Geist-Taufe auf den Tod Jesu: sie sind selbst tot für die Sünde bzw. Satan | und lassen den Geist Gottes einziehen – mit Konsequenzen, die die äußere Flanke beleuchtet (als zweitem Teil der einen Umkehr). li | Die äußere Flanke der Mitte bilden im nächsten Schritt Mk 1,1-3 und Mk 1,14-15: br | Hier geht es dann – die entsprechenden Anti-Sünde-Formulierungen von Röm 6 weiterführend – | um das „leben für Gott“. ul.card-text li | Mk 1,14-15 kann – in diesem Kontext – von span.bibelstelle Röm 6,10 | her verstanden werden: Jesus ist br q.bibeltext ... ein für alle Mal gestorben für die Sünde, sein Leben aber lebt er für Gott. br | Dies wird durch seine Verkündigungstätigkeit bebildert. li | Der Umkehrruf Jesu in Mk 1,14-15 verbindet sich – gerade angesichts der nahegekommenen Königsherrschaft Gottes – mit dem Ruf in span.bibelstelle Mk 1,3 br q.bibeltext Bereitet den Weg des Herrn! br | Es geht darum, sich in den Dienst des Kommens Gottes zu stellen. br | Also werden die Menschen effektiv aufgerufen, | dass sie – wie span.bibelstelle Röm 6,11 | es formuliert –, q.bibeltext für Gott leben in Christus Jesus, br | so wie auch Christus für Gott lebt. br | Paulus konkretisiert dies in span.bibelstelle Röm 6,13, | indem er die Getauften mahnt: br q.bibeltext | stellt euch Gott zur Verfügung als solche, die aus Toten zu Lebenden geworden sind, br | und stellt eure Glieder als Waffen der Gerechtigkeit in den Dienst Gottes. br | Röm 6,13 lässt sich sehr gut mit dem Ruf zur Umkehr und dem diesen konkretisierenden Ruf, den Weg des Herrn zu bereiten, verbinden. li | Im Blick auf den Ruf zum Glauben an das Evangelium | ist festzuhalten, | dass der Inhalt dieses Evangeliums – nämlich Jesu Tod und Auferstehung – in der konzentrischen Gliederung ebenso bebildert ist | – sowohl in der Mitte selbst (→ Zweiteiligkeit der Taufe), | als auch schrittweise in den Flanken (nach Röm 6: „gestorben für die Sünde“ → Tod, „leben für Gott“ → Auferstehung) – | wie die notwendigen Folgen für den Gläubigen nach Röm 6, ebenso schrittweise; br | stimmig verbindet sich der Ruf nach dem Glauben mit dem Ruf zur Umkehr, der in der inneren wie der äußeren Flanke der Mitte laut wird: br | Umkehr, Sinneswandel – ganz im Sinne von Röm 6 – dergestalt, dass der Getaufte nicht mehr Diener der Sünde (innere Flanke) ist, der er ja gestorben ist, | sondern Diener Gottes (äußere Flanke), Webgereiter des Herrn, nicht der Sünde. li.small | Einerseits ist die Königsherrschaft Gottes durch Tod und Auferstehung Jesu nahegekommen – Jesus ist hier selber der „Wegbereiter des Herrn“ –, br | andererseits gilt es für die Gläubigen, sich in den Dienst dieser nahegekommenen Königsherrschaft Gottes zu stellen, | den Weg des Herrn zu den konreten Menschen und Situationen zu bereiten und in diesem Sinne bzw. dazu umzukehren. .card.slide.border-primary.mb-0 .card-body h5.card-title q.bibeltext Wandelt im Geist, dann werdet ihr das Begehren des Fleisches nicht erfüllen! span.bibelstelle Gal 5,16 h6.card-subtitle.text-muted Der in der Taufe geschenkte Geist und die Versuchung hr p.card-text.mb-0 | Die entdeckten Bezüge zum Galaterbrief machen sehr wahrscheinlich, dass bei der Kombination „Versuchung Jesu“ | und „Empfang/Verheißung des Geistes“, wie sie hier mit Mk 1,4-8 und Mk 1,12-13 als Gegenüber in der | konzentrischen Gliederung gegeben ist, span.bibelstelle Gal 5,16-18.25 | zu assoziieren ist: br q.bibeltext | 16 Ich sage aber: Wandelt im Geist, dann werdet ihr das Begehren des Fleiches nicht erfüllen! br | 17 Denn das Fleisch begehrt gegen den Geist, der Geist gegen das Fleisch, br | denn diese sind einander entgegengesetzt, br | damit ihr nicht tut, was ihr wollt. br | 18 Wenn ihr euch aber vom Geist führen lasst, dann steht ihr nicht unter dem Gesetz. br | 25 Wenn wir im Geist leben, lasst uns auch im Geist wandeln. ul.card-text.mt-3 li | Die Gabe des Geistes erscheint als Bedingung der Möglichkeit, der Versuchung zu widerstehen. li | „Fleisch“ meint hier nicht(!) „sexuelle Begierden“ – das ist ein Missverständnis, das eine lange und fatale Wirkungsgeschichte hat. li | Es geht vielmehr um die Anfälligkeit des Menschen – auch das erlösten Menschen – für die Sünde; br | sachgerecht meint also „Begehren des Fleiches“ das „Versuchtwerden durch Satan/die Sünde“ in einem allgemeinen und umfassenden Sinn. li | Man kann sich Gal 5,17 sehr gut wie in Zeichentrickfilmen dargestellt vorstellen: br | auf der einen Schulter sitzt der „gute Engel“ – der Geist Gottes – und will zum Guten führen, | auf der anderen Schulter sitzt der „böse Engel“ – Satan, die Sünde – und will zum Bösen führen. li | Der Christ ist – wie es Christus vorgelebt hat – gerufen, dem Geist zu folgen. li | Die Aussage „Wenn ihr euch aber vom Geist führen lasst, dann steht ihr nicht unter dem Gesetz“ | passt gut zum Gegenüber Mk 1,4-8 und Mk 1,12-13 und ist wie folgt aufzuschlüsseln: br | „Wenn ihr euch dem Gesetz des Geistes unterwerft – wie Jesus in Mk 1,12-13 – steht | ihr nicht unter dem Gesetz der Sünde und des Todes, seid befreit wie die Menschen in Mk 1,4-8, | die die Taufe zur Vergebung der Sünden empfangen.“