extends ../layout include ../mixins block content .slide h1 Verortung blockquote.blockquote.mb-3.ml-5 p.mb-0 | Jesus stieg mit seinen Jüngern den Berg hinab. br | In der Ebene blieb er mit einer großen Schar seiner Jünger stehen und viele Menschen aus ganz Judäa und Jerusalem | und dem Küstengebiet von Tyrus und Sidon waren gekommen, um ihn zu hören. footer.blockquote-footer cite Lk 6,17.(18a) .card.slide.mb-3 .card-body h5.card-title Feldrede? – Am Fuße des Berges! .card-text p.mb-0 | Die gängige Bezeichnung für diese Predigt Jesu – Feldrede – ist irreführend: br | Jesus predigt nicht auf einem freien Feld, sondern am Fuße eines Berges, wie durch die einleitende | Szenerie mehr als deutlich wird: br | Jesus steigt zunächst auf einen Berg, um zu beten, dann beruft er auf dem Berg die Zwölf und | steigt mit ihnen den Berg hinab, um dort seine Predigt zu halten. .card.slide.mb-3 .card-body h5.card-title | Am Fuße des Berges | +symbol("arrow-right") | Mose-Typologie .card-text p | Diese Verortung der Predigt ist bedacht gewählt: sie lässt ganz bewusst – zwar nonverbal, | über für den geschulten Hörer/Leser unüberhörbar – Mose lebendig werden. p | Von ihm wird nämlich im Buch Exodus (vgl. vor allem Ex 19) immer wieder erzählt, dass er auf den Berg steigt, um | Gottes Weisung zu erhalten, dann den Berg wieder hinuntersteigt und dort – also am Fuße des Berges – | dem Volk die Weisungen Gottes mitteilt. p | Dieses Schema ahmt Lukas nach: er erzählt vom Gebet Jesu auf dem Berg – analog zum Weisungenempfangen des Mose – | und lässt Jesus dann heruntergehen, um dem Volk die Ordnung des Neuen Bundes zu verkünden. p.mb-0 | Und der Umstand, dass Jesus seine Jünger auf den Berg ruft, um dort die 12 Apostel auszuwählen, | hat ein Vor-Bild darin, dass Mose teils mit den 70 Ältesten aus dem Volk auf dem Berg war (Ex 24,1.9). .card.slide.mb-5 .card-body h5.card-title Jesus, der neue Mose .card-text blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5 p.mb-0 | [Mose spricht zum Volk:] br q | Einen Propheten wie mich wird dir der HERR, dein Gott, aus deiner Mitte, unter deinen Brüdern, erstehen lassen. | Auf ihn sollt ihr hören. footer.blockquote-footer cite Dtn 18,15 p | Diese Prophetie im Buch Deuteronomium war zur Zeit Jesu lebendig (wie auch die Erwartung der Wiederkunft des Elija [ +symbol("arrow-right") | Johannes der Täufer]). p.mb-0 | Bei der Verklärung Jesu (Lk 9,28-36) wird – wie schon in der Vorlage Mk 9,2-8 – | neben der Gestalt des Elija die des Mose ausdrücklich eingespielt und auf Dtn 18,15 angespielt: blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5 p.mb-0 | Da erscholl eine Stimme aus der Wolke: br q | Dieser ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören. footer.blockquote-footer cite Lk 9,35 p.mb-0 i | Jesus wird – bei der Predigt am Fuße des Berges durch die Szenerie, bei der Verklärung ausdrückich – | als neuer Mose gezeichnet, der die Ordnung des Neuen Bundes verkündet | und auf den es unbedingt zu hören gilt. .slide h1 Seligpreisungen und Weherufe blockquote.blockquote.mb-3.ml-5 p.mb-0 | Er [= Jesus] richtete seine Augen auf seine Jünger und sagte: br q | Selig, ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes. br | Selig, die ihr jetzt hungert, denn ihr werdet gesättigt werden. br | Selig, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen. br | Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und wenn sie euch ausstoßen und schmähen und euren Namen in Verruf bringen | um des Menschensohnes willen. | Freut euch und jauchzt an jenem Tag; denn siehe, euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn ebenso haben es ihre Väter | mit den Propheten gemacht. br | Doch weh euch, ihr Reichen; denn ihr habt euren Trost schon empfangen. br | Weh euch, die ihr jetzt satt seid; denn ihr werdet hungern. br | Weh euch, die ihr jetzt lacht; denn ihr werdet klagen und weinen. br | Weh euch, wenn euch alle Menschen loben. Denn ebenso haben es ihre Väter mit den falschen Propheten gemacht. footer.blockquote-footer cite Lk 6,20-26 .card.slide.mb-3 .card-body h5.card-title Unterschiede zu Matthäus .card.slide.mb-1 .card-body h6.card-title Anzahl der Seligpreisungen; Weherufe .card-text p | Lukas überliefert 3+1 Seligpreisungen, Matthäus dagegen 9. br | Diejenigen, die Lukas hat, hat auch Mätthäus, was auf eine gemeinsame Quelle schließen lässt ( +symbol("arrow-right") | Logienquelle Q), die Matthäus ergänzt hat. p.mb-0 | Korrespondierend zu den Seligpreisungen bietet Lukas Weherufe, die bei Matthäus fehlen. br | Sie verkomplettieren die Umwertung des Ist-Zustandes durch das Reich Gottes. .card.slide.mb-1 .card-body h6.card-title Keine Spiritualisierung des Seligpreisungen bei Lukas .card-text p | Matthäus spiritualisiert die Seligpreisungen zum Teil: br | Selig, die arm sind vor Gott ... Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit. p.mb-0 i Lukas dagegen hat echte (= materiell) Arme, Hungernde und Weinende vor Augen. .card.slide .card-body h6.card-title Anredeform vs. Aussageform .card-text p | Lukas spricht die entsprechenden Gruppen – in Heilszuspruch wie Unheilszuspruch – direkt an, | Matthäus dagegen nutzt die Aussageform: er benennt Personengruppen mit idealem Verhalten. p.mb-0 | Matthäus stellt also mit seinen Seligpreisungen Personengruppen mit idealem Verhalten vor, ja mahnt dazu, | so zu werden; br i | Lukas dagegen versteht seine Seligpreisungen und Weherufe als eine Ansage | aus der Zukunft des Reiches Gottes an die Angeredeten. .card.slide.mb-3 .card-body h5.card-title q Selig [die] ihr [jetzt] ..., denn ... h6.card-subtitle.text-muted.mb-2 Keine Verklärung der Not! .card-text p.mb-0 | Jesus preist nicht Arme als Arme, Hungernde als Hungernde, Weinende als Weinende und Verfolgte als Verfolgte selig – | das wäre Hohn und Spott –, | sondern angesichts dessen, dass ihr Zustand sich zum Gegenteil wenden wird – und zwar, wenn das Reich Gottes kommt: br q | denn euch gehört das Reich Gottes, ihr werdet gesättigt werden, ihr werdet lachen. .card.slide.mb-3 .card-body h5.card-title Selig! – Wehe! h6.card-subtitle.text-muted.mb-2 Ansage der Umschichtung durch das kommende Gottesreich .card-text p.mb-0 | Die Gegensätze zwischen dem Jetzt-Zustand und dem Zustand im Reich Gottes einerseits, | aber auch die Gegensätze zwischen den Personengruppen (Arme – Reiche etc.) haben | eine Analogie im Magnifikat: blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5 p.mb-0 | Er [= Gott] stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. br | Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen. footer.blockquote-footer cite Lk 1,52-53 p.mb-0 | Im Magnifikat sowie in den Seligpreisungen und Weherufen kommt die Erwartung zum Ausdruck, | dass mit dem Hereinbrechen des Reiches Gottes eine großartige Umschichtung kommen wird: | die jetzt Benachteiligten werden gerettet in die Fülle; | für die, die jetzt in der Fülle leben, kommt das vernichtende Gericht. .card.slide.mb-3 .card-body h5.card-title q Er [= Jesus] richtete seine Augen auf seine Jünger h6.card-subtitle.text-muted.mb-2 Richtungsweisende Worte Jesu für Verkündigung und Verhalten der Jünger .card-text p | Jesus spricht mit den Seligpreisungen vor allem die Jünger an. br | Bei den Weherufen ist zwar mit Weh euch, [die] ihr ... eine Distanz zu den Seliggepriesenen mitzuhören, | doch gibt es keinen Adressatenwechsel, der dem Er [= Jesus] richtete seine Augen auf seine Jünger | entsprechen würde! p | Für diese Beobachtung findet man in der Literatur verschiedene Deutungen. p | Am ehesten wird man sagen können: br | Besonders die Jünger sind unter diese – Trost wie Gericht zusprechende – Ansage des Reiches Gottes gestellt. br | Und durch die Jünger soll diese Ansage (später) in die Welt dringen. p | Dies gilt nach Ostern in Wort und in Tat. Auch wenn Lukas diese Seligpreisungen und Weherufe zunächst | als Ansage von Gott her versteht: wenn Gott das Vorbild im Handeln sein soll (siehe die Feindesliebe!), | dann soll doch auch im Leben der Jünger ein besonderer Augenmerk auf die gelegt werden, die so gepriesen werden, | und soll sich im eigenen Handeln distanziert werden von denen, die mit dem Wehe belegt werden; insofern es solche | auch in der Gemeinde geben wird, sind das mahnende Worte an sie. p | Wichtig ist, den Unterschied zu Matthäus und seinen Seligpreisungen zu sehen: | während man nach ihm so werden soll wie die von ihm Seliggepriesenen | (arm vor Gott, sanftmütig, nach Gerechtigkeit hundernd und dürstend, barmherzig, im Herzen rein, Frieden stiftend), | sind die lukanischen Seligpreisungen eine Ansage des Heils für die Seliggepriesenen. br | Dieses Verständnis bringt mit sich, dass Armut, Hunger und Weinen für Lukas | keine Ideale sind, die man im eigenen Leben anstreben solle, sondern eine Not bezeichnen, | der Abhilfe geschaffen werden soll; insofern das Reich Gottes mit Christus schon angebrochen ist, | soll dies schon die Realität der Jüngergemeinde prägen: die von Lukas Seliggepriesenen werden sich nicht | nur unter Jesu Jüngern zu finden, sie sollen auch Adressaten der Zuwendung durch die (vermögenderen) Jünger sein. br | Mit dem endgültigen Kommen des Reiches Gottes wird die Not dann tatsächlich umfassend überwunden sein! br | Dann – erst dann! – wird auch das Gericht über die Reichen und Satten etc. stattfinden. | Bis dahin bleibt ihnen Zeit der Umkehr ( +symbol("arrow-right") | Zachäus). p | In der Apostelgeschichte malt Lukas das Ideal der urkirchlichen Gemeinschaft nicht als materiell absolut arme, Hunger leidende Kirche | – natürlich auch nicht als reiche Kirche –, | sondern als Gemeinschaft des Teilens bis hin zur Gütergemeinschaft. p | Lukas erzählt zwar im Evangelium vom Ruf Jesu, alles zu verlassen, und er erzählt, wie die Jünger genau dies getan haben; | er verstärkt diesen Gedanken, den er schon in seinen Quellen fand, sogar noch. br | Doch Lukas sieht in diesem radikalen Anfang der Jesus-Bewegung nicht mehr ein Modell für seine Zeit, wie die Apostelgeschichte zeigt; | vielmehr erzählt er davon aus einem spezifischen Grund. br | Wie die vielen Erzählungen und Gleichnisse zum Thema arm – reich bzw. Reiche – Arme bei Lukas zeigen, | gibt es in seiner Gemeinde die Problematik des rechten Umgangs mit Reichtum, dessen Opfer die Armen in der Gemeinde sind. br | Gerade für die wohlhabenden Mitglieder der Gemeinde erzählt Lukas – als Stachel im Fleisch – vom radikalen Anfang. | Gerade für sie sind die Seligpreisungen und Weherufe wichtig als Handlungsimpuls, mit ihrem Reichtum | der Gemeinde und gerade den Armen darin zur Seite zu stehen. p.mb-0 | Damit legt das Lukasevangelium indirekt Zeugnis dafür ab, was die Apostelgeschichte ausdrücklich sagt (Apg 17,4; 18,8): | dass sich (mittlerweile) auch relativ wohlhabende | Menschen der christlichen Gemeinschaft angeschlossen haben. br | Während diejenigen, die sich von Jesus haben ansprechen lassen, eher aus einfachen bis armen | Gesellschaftsschichten entstammen, war die Gemeinde nach Ostern auch in diesem Punkt vielfältiger. br | Doch gilt vor wie nach Ostern: Reichtum ist eher ein Hinderungsgrund für echte Nachfolge. .card.slide.mb-5 .card-body h5.card-title q Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen. – Weh euch, wenn euch alle Menschen loben. .card-text p | In der letzten Seligpreisung geht es nicht um materille Not oder Trauer, | sondern um negative Folgen des eigenen Bekenntnisses zu Christus: um des Menschensohnes willen! p | Im Hintergrund steht die Erfahrung der Ablehnung Jesu bis hin zur Kreuzigung, aber auch der Jünger nach Ostern | bis hin zum Synagogenschluss der Christen. p | Diese Seligpreisung will Mut machen im Bekenntnis; sie ruft zur Freude auf angesichts dessen, | dass auch schon die Propheten des Alten Testamentes auf Ablehnung gestoßen sind. p | Gegenübergestellt – und den falschen Propheten im Alten Testament gleichgestellt – werden jene, deren Meinung allgemein | anerkannt wird. p.mb-0 | So sollten letzte Seligpreisung und letzter Weheruf der Kirche und ihren Gliedern eine Warnung sein, | sich nicht einfach einer (gesellschaftlichen) Mehrheits- oder Expertenmeinung anzuschließen: br | Was zählt ist nicht, was die (gesellschaftliche) Mehrheit sagt oder was hochdotierte Experten sagen, | sondern was das Evangelium sagt. .slide h1 Feindesliebe blockquote.blockquote.mb-3.ml-5 p | Euch aber, die ihr zuhört, sage ich: p.card-text.small b i 1. Strophe: Aufruf zum unbedingten Gutsein gegenüber Mitmenschen: Lohn? p span.card-text.small i Feindesliebe (27b-28) br | Liebt eure Feinde; br | tut denen Gutes, die euch hassen! br | Segnet die, die euch verfluchen; br | betet für die, die euch beschimpfen! p span.card-text.small i Verzicht auf Widerstand (29-30) br | Dem, der dich auf die eine Wange schlägt, halt auch die andere hin br | und dem, der dir den Mantel wegnimmt, lass auch das Hemd! br | Gib jedem, der dich bittet; br | und wenn dir jemand das Deine wegnimt, verlang es nicht zurück! p.ml-4 span.card-text.small i Goldene Regel (31) br | Und wie ihr wollt, dass euch die Menschen tun sollen, das tut auch ihr ihnen! p.card-text.small b i 2. Strophe: Nachahmung der Sünder oder Nachahmung Gottes? Kein Lohn vs. großer Lohn! p span.card-text.small i Nachahmung der Sünder: Kein Lohn (32-34) br | Wenn ihr die liebt, die euch lieben, welchen Dank erwartet ihr dafür? br |   Denn auch die Sünder lieben die, von denen sie geliebt werden. br | Und wenn ihr denen Gutes tut, die euch Gutes tun, welchen Dank erwartet ihr dafür? br |   Das tun auch die Sünder. br | Und wenn ihr denen Geld leiht, von denen ihr es zurückzubegkomen hofft, welchen Dank erwartet ihr dafür? br |   Auch die Sünder leihen Sündern, um das Gleiche zurückzubekommen. p.ml-4 span.card-text.small i Nachahmung Gottes: Großer Lohn (35) br | Doch ihr sollt eure Feinde lieben und Gutes tun und leihen, wo ihr nichts zurückerhoffen könnt. br | Dann wird euer Lohn groß sein und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn auch er ist gütig gegen die | Undankbaren und Bösen. p.card-text.small b i 3. Strophe: Surfen auf der Welle der göttlichen Barmherzigkeit zum reichen Lohn im Gericht p span.card-text.small i Aufruf zur Barmherzigkeit (36) br | Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist! p span.card-text.small i Nicht-Richten und Schuld vergeben um dem Gericht zu entgehen und Schuld erlassen zu bekommen (37) br | Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden! br | Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden! br | Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden! p span.card-text.small i Geben um zu empfangen (38) br | Gebt, dann wird auch euch gegeben werden! br | Ein gutes, volles, gehäuftes, überfließendes Maß wird man euch in den Schoß legen; br | denn nach dem Maß, mit dem ihr messt, wird auch euch zugemessen werden. footer.blockquote-footer cite Lk 6,27-38 .card.slide.mb-3 .card-body h5.card-title Feindesliebe – der dritte Weg .card-text p.mb-0 | Sieht man von der Kollaboration mit Feinden einmal ab, gibt es für den Umgang mit Feinden | letztlich zwei Möglichkeiten: ul li Sie aktiv bekämpfen. li | Sich passiv den Feinden fügen; br span.small der klassische gewaltlose Widerstand gehört in diese Kategorie. p.mb-0 | Feindesliebe ist dagegen ein aktives Dem-Feind-Gutes-Tun, wie die Beispiele | in diesem Abschnitt zeigen; es geht nicht nur – aber natürlich auch – um einen provokanten (s. u.) | passiven Widerstand, sondern um ein wirkliches Aktivwerden zugunsten des Feindes: | Gutes tun, sie segnen, für sie beten etc. .card.slide.mb-3 .card-body h5.card-title Feindesliebe im Alten Testament und in der Umwelt h6.card-subtitle.text-muted.mb-2 Was Jesus und sein Gebot unterscheidet .card-text p.mb-0 | Im Alten Testament begegnet vereinzelt ein Gebot zur Hilfe gegenüber dem Feind: blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5 p.mb-0 | Hat dein Feind Hunger, gib ihm zu essen, hat er Durst, gib ihm zu trinken; br | so sammelst du glühende Kohlen auf sein Haupt und der HERR wird es dir vergelten. footer.blockquote-footer cite Spr 25,21 p | Hunger und Durst des Feindes setzten aber eine Schwäche des Feindes voraus: | der, der mit seinem Feind Erbarmen haben soll, kann offenbar aus einer Perspektive der Stärke handeln. blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5 p.mb-0 | Wenn du dem verirrten Rind oder dem Esel deines Feindes begegnest, sollst du ihm das Tier zurückbringen. | Wenn du siehst, wie der Esel deines Feindes unter seiner Last zusammenbricht, dann lass ihn nicht | im Stich, sondern leiste ihm Hilfe. footer.blockquote-footer cite Ex 23,4-5 p | Auch hier befindet sich der Feind jeweils in einer ungünstigen Situation, die man nicht ausnützen darf, | über die man sich nicht belustigend erheben darf etc., sondern in der man helfen soll. br | Auch wenn das hier geforderte Verhalten der Feindesliebe nahe kommt, eine grundsätzliche und allgemein gültige | Forderung der Feindesliebe findet sich im Alten Testament nicht. p | In der Umwelt Israels sieht es ähnlich aus wie in Israel selbst: br | Dem schwachen bzw. besiegten Feind gegenüber soll man sich nicht mit Strenge, sondern | mit Erbarmen verhalten; blinde Rache wird abgelehnt. br | Wenn von einem positivem Verhalten einem stärkeren Feind gegenüber die Rede ist, | dann schwingt mit, dass man sich durch dieses Verhalten davon Vorteile verspricht. br | Es gilt das Gesetz der zwischenmenschlichen Gegenseitigkeit. p | Den Sklaven und überhaupt allen Menschen, die wie sie in einem Abhängigkeitsverhältnis stehen, | wird geraten, dass sie Unrecht besser nicht rächen sollen. | – Da sprechen Hilflosigkeit und Eigennutz, die zu passivem Erdulden führen. br | Mächtige sollen Milde statt Rache walten lassen und Gegner durch unerwartete Wohltaten positiv beeinflussen – | hier liegt entweder ein Machtgefälle vor, bei dem aus der Position des Starken agiert werden kann, oder | eine Taktik im Umgang mit Feinden. p.mb-0 | Jesus unterscheidet sich markant von allen diesen der Feindesliebe nahe kommenden Verhaltensweisen: ul li Es kann sich beim Feind auch um einen Stärkeren handeln: er schlägt auf die Wange; er kann etwas wegnehmen. li | Jesus durchbricht die zwischenmenschliche Gegenseitigkeit: man soll den Feind unabhängig von einer möglichen | bzw. erwarteten Gegenleistung lieben. li | Jesus ruft aus der Passivität: Er fordert ein aktives positives Verhalten dem Feind bzw. allgemein dem Mitmensch gegenüber. p.small | Interessant ist, dass Seneca (4 v. - 65 n. Chr.) – ein Philosoph der Stoa – | in seinem Werk De Beneficiis (Von den Wohltaten) | schreiben kann: Wenn du die Götter heißt es, nachahmst, dann erweise auch undankbaren Menschen Wohltaten, | denn auch Verbrechern geht die Sonne auf, auch Seeräubern steht die Meere offen. ... Ein König (!) gibt | Ehrungen Würdigen, Geschenke auch Unwürdigen; die öffentliche Getreidezuteilung nehmen so der Dieb | wie der Meineidige und der Ehebrecher entgegen ... | (De benef. IV,26,1; 28,1 [bei Theißen/Merz: Der historische Jesus, 348.]). br | Wie bei Jesus begegnet der Gedanke der – offenbar als sinnvoll erachteten – Nachahmung der Götter und | deren Verhalten zu den Undankbaren bis hin zu den Bösen. Doch ist dieses Vorbild den Mächtigen anempfohlen! p.small | Bei Epiktet (50 - 138 n. Chr.) findet sich folgende Forderung an jene, die der philosophischen Richtung der Kynker angehören: | Er muss sich treten lassen wie ein Hund und unter den Tritten eben die, welche ihn treten, auch noch liebhaben, | wie ein Vater von allen, wie ein Bruder (Diss III,22,54 [bei ebd.]). br | Derartige Forderungen, Unrecht nicht zu vergelten und demonstrativ Gutes zu tun gegenüber Unwürdigen und Feinden, | finden sich bei bei zahlreichen Philosphen, schon bei Sokrates und Plato. Allerdings geht es hier eben | um ein Verhalten, das Philosophen nahegelegt wird, nicht um eine Verhaltensweise für alle Menschen. p.mb-0 i | Auch wenn also in der Umwelt Jesu ähnlich gedacht wurde – die jesuanische Radikalisierung zur Feindesliebe | als allgemeine und unbedingte Forderung bleibt ein Unikum. br | Sie verlangt gerade auch von einfachen Menschen ein Verhalten, wie es anderswo in der Oberschicht – | bei den Mächtigen und den Philosophen – geübt wird bzw. werden sollte. br | Gerade diese einfachen Menschen steigen durch das Aneignen der von Jesus verlangten Feindesliebe | quasi zu Söhnen [und Töchtern] des Höchsten auf (Lk 6,35). .card.slide.mb-3 .card-body h5.card-title Dreistrophiger Aufbau .card.slide.mb-1 .card-body h6.card-title 1. Strophe: Aufruf zum unbedingten Gutsein gegenüber Mitmenschen h6.card-subtitle.text-muted.mb-2 Zwischenmenschliche Ebene – an sich unbefriedigend .card-text p.mb-0 | Die erste Strophe stellt den Hörer in ein doppeltes Gegenüber: ul li i Gut vs. Böse br | Man soll jenen, die einem feindschaftlich und böse begegnen, dies nicht heimzahlen | sondern ihrer Feindschaft und Bosheit mit aktivem Gutsein begegnen. li i Reagieren vs. Agieren br | Man soll nicht nur mit Gutem reagieren (auch im Umgang mit Feinden und Bösen sowie gegenüber jenen, die einen bitten), | sondern selber aktiv die Initative ergreifen und zuvorkommend Gutes tun. p.mb-0 | Gerade weil hier die Goldene Regel aufgegriffen ist, stellt sich die Frage nach dem Lohn | des Gutseins – weiß man doch wohl aus eigenem Erleben, dass die Gültigkeit dieser Regel | allzu oft ein Wunschtraum ist. br | Damit steht unausgesprochen die Frage im Raum, was ich selbst von einem solchen Verhalten tatsächlich haben soll, | zumal das unbedingt geforderte aktive Gutsein zu Feinden und Bösen eine ungeheuerliche Herausforderung ist. .card.slide.mb-1 .card-body h6.card-title 2. Strophe: Nachahmung der Sünder oder Nachahmung Gottes? h6.card-subtitle.text-muted.mb-2 Aufbrechen der zwischenmenschlichen Gegenseitigkeit durch Gottes Güte und seinen Lohn .card-text p | Die zweite Strophe erscheint wie eine Antwort auf die unausgesprochene Frage der ersten. br | Dazu bringt sie Gott und seinen Lohn ins Spiel, zusammen mit Gottes Güte. p | Der Hörer wird in einen (einfachen) Gegensatz gestellt: den zwischen Gott und dem Sünder – verbunden mit der Frage: | wen will er nachahmen? br | Gekonnt ist der Hörer, der Aufruf an ihn und die Lohnesverheißung | zwischen das Verhalten der Sünder und das Verhalten Gottes gesetzt, mit der Lohnesverheißung auf der Seite Gottes. p | Das Verhalten des Sünders wird als berechnendes, auf Gegenseitigkeit bedachtes Handeln beschrieben. | Es ist davon geprägt, dass man quitt sein will: alles soll genau vergolten werden. br | Gerade weil aber alles vergolten ist, wird es keinen Dank mehr geben. br | Was mit diesem Dank gemeint ist, wird durch den zweiten Teil der Strophe deutlich: | es geht um den (endzeitlich-jenseitigen) Lohn durch Gott. Und den gibt es nur für nicht schon | auf Erden vergoltenes Gutsein. p | Das Verhalten Gottes dagegen ist von seiner großzügigen Güte geprägt, die auch den Undankbaren und Bösen | gilt. Genauso soll sich auch der Hörer verhalten: Er soll in seinem Verhalten Gott nachahmen! p | Für diese imitatio dei winkt dann der (endzeitlich-jenseitige) große Lohn, | ja die Verheißung Söhne [und Töchter] des Höchsten zu sein. p.mb-0 | So erscheint das von Jesus geforderte Verhalten einerseits motiviert durch die Abgrenzung von den Sündern, | andererseits durch den Blick auf Gott: Gottes Güte soll die Menschen prägen im Sinne der | imitatio dei; und denen, die sich darauf einlassen, winkt der große endzeitlich-jenseitige Lohn. .card.slide.mb-1 .card-body h6.card-title 3. Strophe: Surfen auf der Welle der göttlichen Barmherzigkeit zum reichen Lohn im Gericht h6.card-subtitle.text-muted.mb-2 Gottes in die Welt drängende Barmherzigkeit .card-text p | Auffällig ist, dass die dritte Strophe keinerlei Gegensätze mehr enthält: | sie ist ganz von der von Gott ausgehenden, den Menschen in seinem Verhalten ergreifen wollende | Barmherzigkeit geprägt, die dem von ihr ergriffenen Menschen dann im (endzeitlich-jenseitigen) Gericht Gottes | den überreichen Lohn bringen wird. p | Konkret geht es – als gelebte Barmherzigkeit – in dieser Strophe darum, nicht über andere Menschen zu richten und sie | nicht zu verurteilen; das wird gegebenenfalls Aufgabe Gottes im Gericht sein. br | Mehr noch, statt zu richten und zu verurteilen soll Schuld vergeben werden – mit der Verheißung, selber | Gericht und Verurteilung durch Gott zu entgehen und dass eigene Schuld von Gott vergeben werden wird. p | Der Aufruf zum barmherzigen Umgang mit Schuld – die aus zwischenmenschichen Beziehungen durch Vergebung | weggestrichen werden soll – wird ergänzt durch den Aufruf, zu geben – also Gutes in die zwischenmenschlichen | Beziehungen einfließen zu lassen –; dieser Aufruf mündet schließlich in die Verheißung übergroßen Lohnes für derartiges Verhalten. p | Der letzte Satz (Mit dem Maß, mit dem ihr zumesst, wird auch euch zugemessen werden) | hat eine gewisse Parallele zum letzten Satz der ersten Strophe | (Und wie ihr wollt, dass euch die Menschen tun sollen, das tut auch ihr ihnen!): | beide können als Aufruf gelesen werden, viel Gutes zu tun in der hoffenden Erwartung bzw. mit der Verheißung, | viel Gutes zurückzubekommen. Dabei liegt in der ersten Strophe der Akzent auf dem Aufruf, | in der dritten Strophe der Akzent auf dem verheißenen Lohn. br | Gerade der Gedanke des Lohnes ist jetzt aber im Vergleich zur ersten Strophe von Gottes Gericht her auf eine andere Ebene gehoben, | und man kann den Schlusssatz des ersten Abschnittes umformulieren und mit dem Schlussatz des dritten ergänzen: blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5 p.mb-0 i | Wie ihr wollt, dass euch Gott einst im Gericht tun soll, das tut jetzt euren Mitmenschen! br | Und tatsächlich: mit diesem Maß, mit dem ihr euren Mitmenschen zumesst, wird auch euch von Gott zugemessen werden. p | Damit ist die in der ersten Strophe aufgeworfene Frage nach dem Lohn für das unbedingte Gutsein | definitiv beantwortet. p | So begegnet hier die herausfordernde Einladung, sich von Gottes Güte und Barmherzigkeit anstecken zu lassen, | in der Erwartung nicht von menschlicher Gegenleistung – womit das getane Gute ja schon abgerechnet wäre –, | sondern in der Erwartung, von Gott ein gutes, volles, gehäuftes, überfließendes Maß zu erhalten | für das Überfließen dessen, was ich an Gutem meinen Mitmenschen gegenüber getan habe – gerade den Bösen und Feinden und jenen, | von denen ich nichts zurückerwarten kann. p.mb-0 | In der Konsequenz dieser Gedanken liegt, dass die Grenzen abgeschlossener, auf Gegenseitigkeit beruhender | Beziehungen und Gruppen aufgebrochen werden zu einer nach außen hin wirkenden und überfließenden Güte und Barmherzigkeit, | zu einem neuen wahrhaft mitmenschlichen, alle nur denkbaren Grenzen durchbrechenden Miteinander | – nicht zuletzt auch mit den Armen, Hungernden und Weinenden der Seligpreisungen. br | Aber auch die mit dem Wehe belegten Personenkreise – die man besonders aus der Perspektive | der Seliggepriesenen als Feinde und Böse bezeichnen könnte – sind integriert in die Forderung | nach Güte und Barmherzigkeit: jetzt ist nicht Zeit des Gerichtes, sondern Zeit zur Vergebung. | Das Gericht ist Sache Gottes und Sache der Zukunft des endgültigen Kommens des Reiches Gottes | in seiner ganzen – rettenden oder eben richtenden – Fülle. .card.slide.mb-3 .card-body h5.card-title Die drei Bausteine der Forderung der Feindesliebe .card.slide.mb-1 .card-body h6.card-title Die Nachahmung Gottes h6.card-subtitle.text-muted.mb-2 Aufbrechen der Beziehung zwischen Gott und Mensch auf den Mitmenschen hin .card-text p | Grundlegend ist die Vorstellung, dass der Mensch nach Gen 1,26-28 als Abbild Gottes geschaffen ist. | Das ist weniger statisch als vielmehr funktional gedacht: der Mensch als | ‚wandelnde und handelnde Götterstatue‘. p | Beim Sabbatgebot mit seiner doppelten Begründung ist die Nachahmung Gottes deutlich ausgedrückt: | Wie Gott nach der Schöpfung am siebten Tag ruhte, soll auch der Mensch am siebten Tag ruhen (Ex 20,8-11); | wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit hat, so soll am Tag des Sabbat | Befreiung von jeglicher Arbeit herrschen (Dtn 5,12-15). br | Bemerkenswert ist nun, dass dieser zentrale wöchentliche Feiertag nicht nur das Moment der dankbaren | Erinnerung beinhaltet, sondern auch eine unübersehbar soziale Komponente hat: auch dem Sklaven | soll am Sabbat Ruhe ermöglicht werden, ebenso dem Fremden; | ja sogar das Tier ist in die umfassende Ruhe eingeschlossen. br | Damit wird das Geschehen der Befreiung aus Ägypten – das in der Überschrift der Zehn Weisungen | prominent angesprochen ist – nicht nur erinnert, sondern vollzogen: nachgeahmt. p.mb-0 | In diesem Kontext von besonderer Bedeutung ist das Nacheinander (bzw. Nebeneinander) der Psalmen 111 und 112: blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5 p.mb-0 | Der HERR ist gnädig und barmherzig. br | Speise gab er denen, die ihn fürchten, seines Bundes gedenkt er auf ewig. footer.blockquote-footer cite Ps 111,4b-5 blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5 p.mb-0 | Gnädig und barmherzig ist der Gerechte. br | Glücklich ein Mann, der gnädig ist und leiht ohne Zinsen, der nach dem Recht das Seine ordnet. footer.blockquote-footer cite Ps 112,4b-5 p | Es ist deutlich, dass der Gerechte in seinem Verhalten Gott selbst nachgebildet ist. p.mb-0 | Gerade von der Verbindung dieser beiden Psalmen her ist es ein kurzer Weg zur Weisung Jesu: blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5 p.mb-0 i Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist! footer.blockquote-footer cite Lk 6,36 p.mb-0 | Insofern mit dem Erinnern an Gottes Heilstaten, seine Güte und Barmherzigkeit der Gedanke der Nachahmung Gottes | verbundet ist, | ist das Verhältnis zwischen Gott und Mensch aufgebrochen auf den Mitmenschen hin: br i | Die adäquate Antwort auf erfahrens Heil durch Gott ist nicht nur der Dank gegenüber Gott (Loben, Preisen, Anbeten), | sondern auch, dass man Gott im Verhalten zu den Mitmenschen nachahmt, sich verhält wie Gott. .card.slide.mb-1 .card-body h6.card-title Der (endzeitlich-jenseitige) Lohn Gottes h6.card-subtitle.text-muted.mb-2 Aufbrechen der Beziehung zwischen Mensch und Mensch von Gott her und auf Gott hin .card-text p | Unübersehbar ist, dass Jesus zwar eine unbedingte Liebe zum Mitmensch fordert, die unabhängig ist von dem, | was man durch das Gegenüber erlebt hat oder von ihm erwarten kann, | aber dass Jesus doch auch vom Lohn für ein solches Verhalten spricht – aber es ist der Lohn Gottes, | der hier in Aussicht gestellt wird. p | Schon lange vor Jesus hatte man sich Gedanken darüber gemacht, dass der sogenannte Tun-Ergehen-Zusammenhang | im Laufe eines irdischen Lebens nicht immer aufgeht: Menschen tun Gutes – aber leiden; Menschen tun Böses – | aber es geht ihnen gut und sie scheinen ungestraft davonzukommen. br | Dieses Erleben führte – neben anderen Dingen – zur Geburt des Jüngsten Gerichtes: Gott wird für einen Ausgleich | sorgen! Er wird – im Nachhinein – das Leben eines guten Menschen entlohnen und den Bösen bestrafen. p | Bereits mit diesem Gedanken ist die unmittelbare Gegenseitigkeit menschlicher Interaktionen aufgebrochen | von Gott her bzw. auf Gott hin: durch seinen endzeitlich-jenseitigen Lohn ist der, der seinen Mitmenschen | gütig, barmherzig etc. begegnet, nicht der Dumme – auch wenn er es in den Augen der Welt sein mag, | weil er im irdischen Dasein nichts davon hat. p | Was ursprünglich als Trost gedacht war für im irdischen Leben zu kurz gekommene Gerechte, | das wendet Jesus zu einer Grundlage seiner Forderung: Wenn es letztlich darauf ankommt, | was von Gott her – in seinem Gericht – gilt, was ich dann von meinem Verhalten als Lohn habe, | dann kann ich absolut vernachlässigen, was ich jetzt durch mein Verhalten an Gutem zurückbekomme: | ich kann einfach gut sein. p | Mehr aber noch, denn Jesus spitzt sogar noch zu: br | Wenn man im zwischenmenschlichen Bereich quitt ist, dann ist kein Dank im Sinne des endzeitlich-jenseitigen Lohnes | durch Gott mehr zu erwarten! Das entspricht ganz der ursprünglichen | Vorstellung des Lohnes durch Gott: Ausgleich für das, was auf Erden nicht schon ausgeglichen wurde. br | Es gilt also, einen Überschuss an Gutem zu produzieren, der noch nicht abgerechnet ist durch | innerweltliche Gegenseitigkeiten! p | Zusammengefasst lässt sich sagen: br i | Ich bin gar nicht darauf angewiesen, vom Mitmenschen etwas ‚zurückzubekommen‘, | weil ich alles von Gott erwarten kann. br | Ja weil ich von Gott ein gutes, volles, gehäuftes, überfließendes Maß erwarten kann, | bin ich eingeladen, dies auch das Maß an Gutem gegenüber meinen Mitmenschen sein zu lassen: br | Nicht nur quitt sein, sondern einen noch nicht abgerechneten Überschuss haben! br span.small q Denn nach dem Maß, mit dem ihr messt, wird auch euch zugemessen werden. p.mb-0 | In letzter Konsequenz führt dies dazu, dass der Gedanke der zwischenmenschlichen Gegenseitigkeit | – sowohl in Form von erwartetem Lohn, als auch in Form von (negativer) Vergeltung – | als Triebfeder für das eigene Handeln komplett aufgehoben und zurückgewiesen wird; | ich darf bzw. soll alles dem endzeitlichen Gericht Gottes überlassen – und selber nach | dem in Aussicht gestellten Maß handeln: über die Maßen gut sein. .card.slide.mb-1 .card-body h6.card-title Die Feindesliebe Gottes h6.card-subtitle.text-muted.mb-2 Gottes zuvorkommend-großzügige Güte und Barmherzigkeit .card-text p | Das alttestamentlich Gottesbild ist vielfältig. Natürlich ist es auch Gottes Aufgabe, | zu strafen und zu richten: seine Feinde bzw. jene, die sein erwähltes Volk bedrohen. br | Gott wird – von seinem Volk als Ganzem wie von Einzelnen – um Hilfe vor Feinden angerufen und es | ist auch von Feinden Gottes die Rede. br | Kurzum: Es lassen sich viele Stellen finden, die offensichtlich das Gegenteil von Feindesliebe Gottes bezeugen. p | Und doch, fragt man das Alte Testament nach den Weseneigenschaften Gottes, erhält man dies als Antwort: blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5 p.mb-0 | Der Herr ging vor seinem [= des Mose] Angesicht vorüber und rief: br q | Der HERR ist der HERR, ein barmherziger und gnädiger Gott, langmütig und reich an Huld und Treue: | Er bewahrt tausend Generationen Huld, nimmt Schuld, Frevel und Sünde weg, br | aber er spricht nicht einfach frei, er sucht die Schuld der Väter bei den Söhnen und Enkeln heim, | bis zur dritten und vierten Generation. footer.blockquote-footer cite Ex 34,6-8 p | Voraus geht die Erzählung vom Goldenen Kalb – also der Bundesbruch durch das Volk –, Kontext ist die Erneuerung | des Bundes zwischen Gott und seinem Volk. br i Hier wird überdeutlich, dass das Volk Gottes aus dem überfließenden Reichtum von Gottes Gnade und Barmherzigkeit lebt. p | Freilich ist ebenso von Vergeltung durch Gott die Rede, aber auch bei Jesus ist der Gedanke des Gerichtes | präsent ( +symbol("arrow-right") | Weherufe!). Und die Strophen zwei und drei leben vom künftigen Gericht Gottes. So ist bei Jesus das | Gericht Gottes nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben. p.mb-0 | Von besonderer Wichtigkeit im Hinblick auf die Wesenseigentschaften Gottes | ist die theologische Aufarbeitung des Exils in Babylon (6. Jhdt. v. Chr.): br | Das Exil wurde als Folge der Treulosigkeit des Volkes gegenüber Gott gewertet, als Strafe Gottes, | der seinen Zorn über sein Volk ausgießt. br | Dass das Exil zu einem Ende kam und Israel wieder heim durfte, das wurde dem gnadenhaften Wirken Gottes | zugeschrieben, der seine Abneigung gegenüber Israel überwindet aufgrund seines Erbarmens | (und des Versprechens gegenüber den Urahnen Israels bzw. der Treue zu seinem Namen): blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5 p.mb-0 | Jakob, du hast mich nicht gerufen, Israel du hat dir mit mir keine Mühe gemacht. br | Nein, du hat mich mit deinen Sünden geknechtet, mir Mühe gemacht mit deinen Vergehen. br | Ich, ich bin es, der deine Vergehen wegwischt um meinetwillen, deiner Sünden gedanke ich nicht mehr. br | Lade mich vor, gehen wir miteinander ins Gericht; zähl auf, du, damit du Recht bekommst! | Schon dein Urahn hat gesündigt; deine Anführer haben sich gegen mich aufgelehnt. footer.blockquote-footer cite Jes 43,22.24a-27 p.mb-0 | Gepriesen wird gerade das zuvorkommende Heilshandeln Gottes, das Umkehr nach sich ziehen soll: blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5 p.mb-0 | Ich habe weggewischt deine Vergehen wie ein Wolke | und deine Sünden wie Nebel. Kehr um zu mir; denn ich habe dich erlöst. footer.blockquote-footer cite Jes 43,22.24a-27 p.mb-0 | Auch wird generell die Güte Gottes gegenüber dem (umkehrenden) Sünder gepriesen bzw. erbeten: blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5 p.mb-0 | Gedenke nicht meiner Jugendsünden und meiner Frevel! Nach deiner Huld gedenke meiner, HERR, denn du bist gütig! br | Der HERR ist gut und redlich, darum weist er Sünder auf den rechten Weg. ... br | Um deines Namens willen, HERR, vergib meine Schuld, denn sie ist groß! footer.blockquote-footer cite Ps 25,7-8.11; vgl. auch Ps 32, Ps 51. blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5 p.mb-0 | Würdest du, HERR, die Sünden beachten, mein Herr, wer könnte bestehen? br | Doch bei dir ist Vergebung, damit man in Ehrfurcht dir dient. ... br | Ja, er wird Israel erlösen von all seinen Sünden. footer.blockquote-footer cite Ps 130,3-4.8 //- .small //- p.mb-0 //- | Im Hinblick gerade auf die Psalmen muss man unterscheiden: //- ul.mb-0 //- li //- | Da gibt es die Frevler/Böse/Feinde, //- | die in ihrer Bosheit/Sünde/Feindschaft //- | verharren – sie werden als Gegenüber auch Gottes gezeichnet mit der Bitte an Gott, vor ihnen bewahrt und beschützt zu werden //- | bis hin zu deren Vernichtung. //- li //- | Und dann gibt es jene, die zwar sündigen, zum Teil sogar große Schuld auf sich geladen haben, //- | sich aber – nicht zuletzt dann durch die Vergebung Gottes – doch im Bund mit Gott wissen. Gottes gnädiges handeln an ihnen //- | wird als Auswirkung sowohl von Gottes Bundestreue als auch des grundsätzlichen Willen zum Guten beim betreffenden Menschen //- | betrachtet. //- p //- | Versteht man den Sünder als Feind Gottes, gibt es also quasi Feinde verschiedenen Grades; //- | eine umfassende Feindesliebe gibt es aber nicht, weder bei Gott, noch als Forderung an den Menschen. p.mb-0 | Jesus kann sich also auf die breite Bezeugung des Alten Testamentes stützen, | wenn er Gottes Barmherzigkeit und Gnade/Güte als die grundlegenden Wesenseigenschaften | Gottes herausstellt, die es nachzuahmen gilt: blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5 p.mb-0 | Ihr sollt eure Feinde lieben und Gutes tun und leihen, wo ihr nichts zurückerhoffen könnt. ... br | Denn auch er [= Gott] ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. br | Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist! footer.blockquote-footer cite Lk 6,35-36 p.mb-0 | Dass Jesus hier wahrscheinlich weisheitlich-schöpfungstheologisch gedacht haben wird, | das zeigt die Parallele im Matthäus-Evangelium: blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5 p.mb-0 | Er [= Gott] lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten br | und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. footer.blockquote-footer cite Mt 5,45 p | Grundsätzlicher kann man nicht mehr denken und die Feindesliebe Gottes als allgemeines Prinzip | des Handelns Gottes ausdrücken: br i Die Feindesliebe Gottes ist täglich neu verifizierbar! br span.small | Ein Gedanke, der allerdings nicht nur bei Jesus begegnet, sondern bereits vor und neben ihm; | siehe oben Seneca. p | Die Ausführungen Jesu machen klar: br | Jesus trennt – wie schon bei den Seligpreisungen und Weherufen – | Jetzt [= irdisches Leben] und Dann [= Gericht bzw. endgültiges Kommen des Reiches Gottes]: br | Jesus verschiebt den Gedanken des richterlichen – strafenden und belohnenden – Eingreifens Gottes | ganz in die Zukunft auf das endzeitliche Gericht Gottes | und sieht die jetzige Zeit radikal als Zeit der Barmherzigkeit Gottes und seiner Umkehr ermöglichenden Feindesliebe. p.mb-0 | Auf dieser Basis fordert Jesus seine Hörer auf, sich von diesem Verhalten Gottes anstecken zu lassen. br | Auch wenn Gott also unabhängig von einer positiven Antwort des Menschen gnädig und barmherzig ist, | so hat sein Handeln doch ein konkretes Ziel: dass es die Menschen ihm gleich tun! br | Gerade in diesem Nachvollziehen der Feindesliebe und Güte Gottes werden sie zu | Söhnen [und Töchtern] des Höchsten. .card.slide.mb-3 .card-body h5.card-title Feindesliebe: logische Konsequenz aus dem Gottesbild Jesu .card-text p.mb-0 | Nimmt man die drei Bausteine der Forderung der Feindesliebe zusammen, erscheint diese Forderung als logische Konsequenz. br | Sie ist es aber nur, wenn man die Radikalisierung Jesu im Gottesbild und auch das Denken auf den zwei Ebenen | (jetzt/irdische Welt; dann/Gericht Gottes an der Schwelle zum endgültigen Kommen des Reiches Gottes) mitvollzieht. p | Auf der Grundlage der drei Bausteine bricht Jesus die berechnende zwischenmenschliche Gegenseitigkeit auf | und stellt den Menschen ins Angesichts des barmherzigen und gütigen Gottes und seines endzeitlich-jenseitigen Lohnes. p | Von Gott geht auch die Initative aus: Seine – täglich erlebbare! – Feindesliebe | soll zur eigenen Feindesliebe ermutigen, ja fordert dazu auf. p | In diesem Sinne ist auch die Goldene Regel zu verstehen: Der Akzent liegt nicht auf der (zwischenmenschlichen) | Gegenseitigkeit, sondern darauf, die Initiative zu ergreifen, von sich aus Gutes zu tun. – Und in Verbindung mit der | dritten Strophe ist sie modifiziert. p | Gottes Verhalten soll als Impuls und Auftrag verstanden werden, selber so wie Gott – eben: zuvorkommend-großzügig barmherzig | und gütig – am Mitmenschen zu handeln, ja sogar und gerade am Feind und an dem, von dem ich nichts erwarten kann. p | Da, wo in der 3. Strophe von Gegenseitigkeit die Rede ist, ist die zwischenmenschliche Ebene der Jetzt-Zeit | mit der (endzeitlichen) Ebene Gott – Mensch verbunden: | Der, der zurückgeben bzw. zurückvergeben wird, ist nicht ein Mensch, sondern Gott, und zwar im Gericht. p | So ergibt sich als Schema: br | Gott ist zuvorkommend-großzügig barmherzig und gütig – auch gegenüber Undankbaren und Bösen (Feinden) br |     +symbol("arrow-right") | Der Mensch soll zuvorkommend-großzügig barmherzig und gütig sein – auch gegenüber seinen Feinden und zu jenen, von denen er nichts erwarten kann, genau wie es Gott ist br |        +symbol("arrow-right") | Gott wird das an ihm selbst Maß nehmende Verhalten übergütlich vergelten – man braucht also | gar nichts vom Mitmenschen erwarten/erhoffen! p.mb-0 | Die Feindesliebe, wie Jesus sie vorstellt, ist ganz von Gott her gedacht, aber auch auf Gott hin: | er gibt mit seinem eigenen Verhalten den Anstoß; bei ihm – in Gottes Zurückmessen – | bekommt das menschliche Verhalten seinen Lohn. br | Dadurch wird das Vergeltungs- und Lohndenken im zwischenmenschlichen Bereich letztlich komplett ausgeschaltet; | was dagegen bleibt, ist das Angestiftetsein zum Guten – durch Gott bzw. durch Mitmenschen. .card.slide.mb-3 .card-body h5.card-title Jesu Feindesliebe am Kreuz: Beispiel für seine Jünger .card-text p | Am Kreuz – so erzählt Lukas – praktiziert Jesus selbst die Feindesliebe: Er betet für seine Feinde! p.mb-0 | Das Gleiche wird Stephanus, der erste Märtyrer der Christenheit, bei seiner Steinigung tun (Apg 7,54-8,1a [7,60!]). .card.slide.mb-3 .card-body h5.card-title Gottes Feindesliebe im Kreuz Jesu .card-text p.mb-0 | Wiewohl die Feindesliebe als Forderung Jesu sicher | auf den historischen Jesus zurückgeht, bekommt sie durch das Kreuz Jesu eine besondere Note. br | Paulus kann in Röm 5,1-11 schreiben: blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5 p.mb-0 | Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, | dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. ... br | Da wir mit Gott versöhnt wurden | durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Gottes Feinde waren, ... footer.blockquote-footer cite Röm 5,8.10 p | Dieser Abschnitt wird mit Recht unter dem Titel Rechtfertigung des Gottlosen geführt. p | Das Kreuz kann als Inbegriff der Feindesliebe Gottes gelten, die | allem menschlichen Tun zuvorkommt. p.mb-0 | Dadurch ist auch das alte Do-ut-des-Denken überholt. br | Nicht: der Mensch gibt (Opfer), damit Gott gibt; | sondern: Gott hat gegeben, damit der Mensch gibt – aber nicht (nur) ihm (Gott), sondern seinen Mitmenschen! .card.slide.mb-3 .card-body h5.card-title Verzicht auf Widerstand mit Hintergedanke .card-text p | Schon in Spr 25,21-22 begegnet der Gedanke, dass das gütige Verhalten dem Feind gegenüber glühende Kohlen | auf dessen Haupt legt: Es kann Ärgernis oder gar Grund zum Umdenken sein, so dass die Feindschaft endet | und vielleicht sogar Freundschaft entsteht. p.mb-0 | Auch der von Jesus geforderte Verzicht auf Wiederstand (29-30) ist nicht ein passives Hinnehmen, sondern | ein aktives auf den Feind Einwirken, ja ein ihn Provozieren. Das soll dem Feind die Augen öffnen für das, | was er an Unrecht tut, und ihn zu einem Nachdenken bringen. .card.slide .card-body h5.card-title Feindesliebe – wirklich lebbar? .card-text p | Über die Feindesliebe und ihre tatsächliche Lebbarkeit wurde viel geschrieben. p | Klar sind die theologischen Prämissen, die Jesus von seinem Gottesbild ausgehend diese Forderung haben | formulieren lassen. p | Klar ist auch, dass Jesus in einer Zeit relativen Friedens gelebt hat: die Römer waren zwar als Besatzungsmacht | im Lande, was vielen nicht passte, aber es herrschte kein Krieg. br | Auch als Lukas sein Evangelium schreibt, herrscht im Großen und Ganzen Friede. p | Aber die Zeit Jesu war auch geprägt von den Aufständen der Zeloten gegen die römische Besatzungsmacht, | und Lukas schaut auf den nicht zuletzt dadurch entstandenen jüdisch-römischen Krieg zurück. br | Jesu Programm der Feindesliebe ist ein – theologisch begründetes! – Gegenprogramm zu den militanten | Aufständen der Zeloten, die ihrerseits ihr Handeln theologisch begründeten. | Allen, die die Feinde nicht passiv ertragen, sich nicht einfach geschlagen geben wollten, bot | Jesus eine friedliche Lösung an, aktiv zu werden. Darin liegt die Stärke der Feindesliebe. p | In der Theologiegeschichte sind immer wieder auch die Grenzen der Feindesliebe deutlich geworden. | Sie offenbaren sich, sobald der zwischenmenschliche Bereich verlassen wird und staatlich-völkische Dimensionen | in Spiel kommen: wenn es nicht nur um das persönliche Verhalten von Nicht-Soldaten geht, sondern um | den Umgang mit ganze Menschengruppen bedrohenden Situationen (Krieg). p | Jesu verpflichtendes Gebot der Feindesliebe ist und bleibt gerade als christliches Spezifikum | Stachel im Fleisch aller, die als Christen über rechte Reaktionen auf Bedrohungen und Feindschaften aller Art nachdenken. br | Auch wenn sie nicht immer und überall gelebt werden kann, sie muss doch Grund sein, | darüber nachzudenken, wie dem Kreislauf der Gewalt entkommen werden kann. p.mb-0 | Nicht zu vergessen ist aber, dass die Aussagen, die Jesus im Kontext der Feindesliebe macht, | auch ohne Zuspitzung auf die Feindesliebe ihren Wert und ihre Bedeutung haben. br | Gerade das Aufbrechen der zwischenmenschlichen Gegenseitigkeit durch Lohn und Strafe durch Gott | kann ein Impuls sein, im zwischenmenschlichen Bereich nicht alles aufzurechnen, | ein Engagement nicht danach zu bewerten, was für mich herausspringt, sondern was es für den anderen bedeutet. br | Da ist als Beispiel das Ehrenamt mit seinen vielen Facetten zu nennen, | aber auch die Sorge für und um Menschen, die selber gar nichts oder wenig geben können: Menschen mit körperlichen und | geistigen Einschränkungen, alte Menschen, Arme etc.