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blockquote.blockquote.mb-3.ml-5
p.mb-0
| Es geschah aber: Als die Volksmenge Jesus bedrängte und das Wort Gottes hören wollte,
| da stand er am See Gennesaret und sah zwei Boote am See liegen. Die Fischer waren aus ihnen ausgestiegen
| und wunschen ihre Netze.
| Jesus stieg in eines der Boote, das dem Simon gehörte, und bat ihn, ein Stück weit vom Land wegzufahren.
| Dann setzte er sich und lehrte das Volk vom Boot aus.
p.mb-0(style="margin-left: 1.5rem;")
| Als er seine Rede beendet hatte, sagte er zu Simon:
| Fahr hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus!
p.mb-0(style="margin-left: 3rem;")
| Simon antwortete ihm:
| Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen.
| Doch auf dein Wort hin werde ich die Netze auswerfen.
p.mb-0(style="margin-left: 4.5rem;")
| Das taten sie und sie fingen eine große Menge Fische; ihre Netze aber drohten zu reißen.
| Und sie gaben ihren Gefährten im anderen Boot ein Zeichen, sie sollten kommen und ihnen helfen.
| Sie kamen und füllten beide Boote, sodass sie fast versanken.
p.mb-0(style="margin-left: 3rem;")
| Als Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füßen und sagte:
| Geh weg von mir; denn ich bin ein sündiger Mensch, Herr!
| Denn Schrecken hatte ihn und alle seine Begleiter ergriffen über den Fang der Fische, den sie gemacht hatten;
| ebenso auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, die mit Simon zusammenarbeiteten.
p.mb-0(style="margin-left: 1.5rem;")
| Da sagte Jesus zu Simon: Fürchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen fangen.
p.mb-0
| Und sie zogen die Boote an Land, verließen alles und folgte ihm nach.
footer.blockquote-footer
cite Lk 5,1-11
.card.slide.mb-3
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h5.card-title Jesus, der Menschenfischer
.card-text
p
| Lukas gestaltet die Szenerie im Vergleich zur Mk 1,16-20 um und greift einen Gedanken auf,
| der sich bei Markus erst in 4,1-2 findet: Weil die Menge Jesus bedrängt, flüchtet
dieser in ein Boot.
p
| Von diesem Fischer-Boot aus verkündet Jesus nun das Wort Gottes.
p
| Lukas illustriert damit, was Menschenfischer sein zunächst und zuerst bedeutet:
br
i
| Den Menschen das Wort Gottes verkünden und sie gerade so zusammensammeln.
p
| Gleichzeitig erscheint durch die Gestaltung der Szene Jesus selbst sehr augenfällig als
| erster, prototypartiger Menschenfischer.
p
| Indem die Erzähung abschließend festhalten kann, dass Petrus und die Söhne des Zebedäus Jesus folgen,
| hat sich Jesus tatsächlich als Menschenfischer erwiesen,
| der Menschen durch sein Wirken – hier sein doppeltes Wort an Petrus und das dieses bekräftigende Wunder – eingefangen
hat.
p.mb-0
| Während der erste Teil der Erzählung Jesus als Menschenfischer zeichnet, der das Wort Gottes
verkündet,
| illustriert der letzte, kurze Teil also, was als Folge rechten Hörens erwartet ist
| (im Sinne eines erfolgreichen Menschenfischens
):
p.mb-0.ml-3
i die alte Existenz hinter sich lassen
span.small (hier: sie zogen die Boote an Land, verließen alles
),
br
i aufbrechen und Jesus nachfolgen
span.small (hier: folgten ihm [= Jesus] nach
)
br
i in der Gemeinschaft der Glaubenden
span.small (hier: Petrus nicht allein, sondern mit den Söhnen des Zebedäus)
br
i – was auch immer das im eigenen Leben bedeuten mag.
p.small.mb-0
| Dass und wie dies im Spannungsfeld von Auf dein Wort hin!
und Ich bin ein sündiger Mensch!
geschieht,
| bebildert diese Erzählung an Petrus – dazu später mehr.
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h5.card-title
q Menschen fangen
.card-text
p
| Der Begriff Menschenfischer
hat in der damaligen Zeit einen negativen Klang,
| vergleichbar unserem Nepper, Schlepper, Bauernfänger
;
br
| das kommt ja wohl auch davon, dass das im Fischernetz Gefangene zu Tod und Verzehr bestimmt ist ...
p
| Vom Kontext im Evangelium her ist zwar klar, dass es sich bei Menschen fangen
im Munde Jesu um etwas Positives handelt,
| aber Lukas will das auch durch seine Wortwahl unterstreichen:
br
| Er ersetzt den Ausdruck Menschenfischer
(Mk/Mt) durch Menschen (lebendig) fangen
.
br
| Das gleiche Wort bedeutet auch beleben
, wiederbeleben
!
p.mb-0
i
| So wird das Fischerboot zum Rettungsschiff, das Netz zum Rettungsring, das verkündete Wort
| zur rettenden Botschaft!
.card.slide.mb-3
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h5.card-title
q Auf dein Wort hin
.card-text
p
| Die Antwort des Petrus auf den Auftrag Jesu, die Netze zum Fischfang auszuwerfen, klingt
| in der ersten Hälfte ernüchternd:
br
| In der günstigen Nachtzeit wurde nichts gefangen. Und jetzt ist man am hellen Tag,
| der ohnehin eher Misserfolg verspricht.
p
| Die zweite Hälfte der Antwort drückt dann schon den Glauben des Jüngers aus: Auf dein Wort hin ...
.
p
| Interessant ist, dass Petrus zwar den eigenwilligen Auftrag Jesu, jetzt die Netze auszuwerfen,
| kommentiert, aber – anders als Maria bei der Verkündigung der Geburt Jesu –
| nicht auf eine weitere Bekräftigung oder ein Zeichen wartet:
| er handelt voll Vertrauen auf Jesu Wort hin.
p
| Das Wort Jesu gibt Petrus nicht nur – gegen alle Wahrscheinlichkeit gerichtete – Zuversicht,
| sondern bewirkt auch das Wunder des großen Fischfangs, welches wiederum die Wirkmächtigkeit des Wortes Jesu unterstreicht.
br
| Aber es brauchte auch das Auf dein Wort hin!
des Petrus;
| es braucht die vertrauende Bereitschaft, Jesus zu folgen.
p.mb-0.small
| Anzumerken ist hier, dass Lukas in Lk 4,31-41 einige Wunderheilungen erzählt,
| in denen insbesondere Jesus wirkmächtiges Wort unterstrichen wird.
br
| In 4,36 fragen sich die Zeugen des Wunders:
| Was ist das für ein Wort? Mit Vollmacht und Kraft befiehlt er den unreinen Geistern und sie fliehen.
br
| Bei der Heilung des Schwiegermutter des Petrus in Lk 4,38-39 schreibt Lukas Er beugte sich über sie und gebot
| dem Fieber.
In Mk 1,31 heißt es dagegen: und er ging zu ihr,
| fasste sie an der Hand und richtete sie auf.
Lukas betont das wirkmächtige Wort Jesu und bereitet durch diese Erzählungen
| das Auf dein Wort hin
des Petrus vor.
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h5.card-title
q Ich bin ein sündiger Mensch
.card-text
p
| Die spontane Reaktion des Petrus auf den überwältigenden, durch Jesu Wort gewirkten Fischfang
| entspricht der (alttestamentlichen) Reaktion des Menschen, wenn er dem Göttlichen begegnet:
br
| er erkennt seine Niedrigkeit, Unwürdigkeit, Sündhaftigkeit, hier durch die Geste verstärkt: Petrus geht auf die Knie.
p
| Die Antwort Jesu entspricht ihrerseits diesem Schema: Fürchte dich nicht!
in
| Verbindung mit einer göttlichen Intervention bzw. einem göttlichen Auftrag.
br
| Die Szenerie malt also aus, wie Petrus dem Göttlichen in Jesus begegnet, der ihn in Dienst nimmt.
p
| Dass Petrus aber nicht nur erschrickt und/oder sich fürchtet (wie vor ihm Zacharias, Maria, die Hirten),
| sondern sagt Ich bin ein sündiger Mensch!
, das ist sicher bedacht von Lukas so erzählt.
p
| Der Leser weiß ja wohl doch schon um das Versagen des Petrus während der Passion Jesu.
br
| Er weiß aber auch, dass Petrus am Anfang dessen steht, was Kirche wurde – vor Ostern wie nach Ostern.
br
| Beide Aspekte kommen bereits hier zusammen.
p.mb-0
| So unterstreicht Lukas gerade an Petrus den Sünde überwindenden
| Neuanfang in Jesus, der wenig später sagen wird: Ich bin nicht gekommen, um Gerechte, sondern Sünder
| zur Umkehr zu rufen.
(Lk 5,32).
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h5.card-title Petrus, der Menschenfischer – auf Jesu Wort hin
.card-text
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5
p.mb-0
| Fürchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen (lebendig) fangen!
footer.blockquote-footer
cite Lk 5,10
.card.slide.mb-1
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h6.card-title Das Einfangen
des Petrus
.card-text
p
| Nach diesem Wort Jesu geht die Erzählung sehr schnell zu Ende; es wird nur
noch erzählt,
| dass Petrus und die Söhne des Zebedäus ihre Boote an Land ziehen, alles verlassen und Jesus nachfolgen,
| ihm also ins Netz gegangen
sind.
p
| Das Auf dein Wort hin!
des Petrus ist schon gesprochen; es behält auch hier seine Gültigkeit
| und wird vollzogen.
p
| Der überreiche Fischfang ist jener Moment, der auch und gerade für Petrus alles verändert:
br
| Als das Wunder geschieht, als Petrus dem Göttlichen in Jesus, wirklich dem Wort Gottes begegnet,
| da geht es nicht mehr um das Fangen von Fischen, sondern um das Einfangen
des Petrus für seine künftige Aufgabe.
p
| Das ist der Dreiklang dieser Erzählung:
br
| Auf Jesu Wort hin Fische fangen, um Petrus zu fangen zum Menschen fangen
| auf Jesu Wort hin.
p.mb-0
| Wie das Wort Fahr hinaus und werft eure Netze aus!
den überreichen Fischfang bewirkt,
| so fängt das Wort Von jetzt an wirst du Menschen (lebendig) fangen!
in Verbindung
| mit dem reichen Fischfang den Petrus ein: er verlässt alles und folgt Jesus nach.
.card.slide.mb-1
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h6.card-title Die Zukunft des Petrus: getragen von Jesu Wort
.card-text
p
| Formal bilden die Worte Jesu (Fahr hinaus und werft eure Netze aus!
, Von jetzt an wirst du Menschen (lebendig) fangen!
)
| den Rahmen um die Worte des Petrus (Auf dein Wort hin!
, Ich bin ein sündiger Mensch!
).
br
| So ist die Existenz des Petrus mit seinen Höhen und Tiefen von Jesu Wort zusammengebunden, umfangen und getragen,
| ja wie in einem Netz gehalten.
br
| Der überreiche Fischfang – die Mitte der Erzählung – ist Bestätigung der Wirkmächtigkeit des Wortes Jesu und dadurch zugleich
| Verheißung für die von Jesu Wort getragene Zukunft, die hier aufleuchtet.
br
| Sie wird aber nicht mehr im Fangen
von Fischen, sondern von Menschen bestehen.
p
| Formal ist anzumerken, dass Von jetzt an wirst du Menschen (lebendig) fangen!
weder Auftrag
| noch Befehl ist, vielmehr Prophetie und Verheißung für die jetzt beginnende Zukunft des Petrus.
| Man wird Auftrag und Befehl aus dem Wort Fahr hinaus und werft eure Netze aus!
| mithören sollen.
br
| Die beiden gesprochenen Worte Jesu vor und nach dem Fischfang und das durch Jesu Wort
| gewirkte Wunder wollen als Einheit verstanden werden:
br
i
| Petrus begegnet dem wirkmächtigen Wort des Herrn,
br
| das ihn in seiner ganzen Existenz anspricht und ihn in Dienst nimmt,
br
| das ihn in eine Zukunft getragen von Jesu Wort stellt, ihn hält und halten wird,
br
| das ihn ergreift und alles verlassen lässt.
p.mb-0
| Die Existenz des Petrus ist von jetzt an
durch
| Auftrag und Verheißung Jesu bestimmt, Netze auszuwerfen
und Menschen (lebend) zu fangen
.
| Auch wenn dieses Wort Jesu jetzt schon beginnt, sich zu erfüllen:
| Petrus geht doch einer größeren Erfüllung erst noch entgegen.
.card.slide.mb-1
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h6.card-title Ausblick in die Apostelgeschichte: Petrus, der Menschenfischer
.card-text
p
| An bzw. seit Pfingsten wird auch das Wort des Petrus – in der Kraft des Geistes – wirkmächtig sein:
| seine Pfingstpredigt trifft die Hörer mitten ins Herz
(Apg 2,37) und bringt viele Menschen dazu,
| sich taufen zu lassen
| (Die nun, die sein Wort annahmen, ließen sich taufen.
| An diesem Tag [= Pfingsten] wurden ihrer Gemeinschaft etwa dreitausend Menschen hinzugefügt.
[Apg 2,41]).
br
i Petrus ist zum Menschenfischer geworden.
br
| Der überreiche Fischfang auf das Wort Jesu hin, der zusammen mit dem Wort Von jetzt an wirst du Menschen (lebendig) fangen!
| den Petrus und die Söhne des Zebedäus eingefangen
hat,
| wird zum Bild der erfolgreichen, wirkmächtigen Verkündigungstätigkeit des Petrus
| und der Apostel – ja der Kirche überhaupt – in der Kraft des Geistes Gottes.
br
span.small
| Und von Pfingsten her wird auch klar, warum Petrus ein zweites Boot herbeiwinken musste:
| es wird Rettungsboot all denen in der Ferne, die der Herr, unser Gott, herbeirufen wird
(Apg 2,39),
| womit nur die Heiden gemeint sein können.
hr
.small
p
| Petrus erscheint in der Erzählung vom reichen Fischfang - wie es synoptischer Tradition (Mk, Mt, Lk) entspricht –
| als erstberufener Apostel. Er wird dann im Verlauf des Evangeliums seine übliche
Rolle
| als Erster und Sprecher der Apostel ausüben.
p
| Dahinter mag die Erinnerung stecken, dass Petrus tatsächlich der Erstberufene war.
p
| Wichtiger ist aber, dass nach Ostern Petrus am Anfang der Sammlungsbewegung stand, die dann zur Kirche
| wurde: Petrus gilt als der Erste, dem der Auferstandene erschienen ist (vgl. Lk 24,34).
p.mb-0
| Da dies ausgerechnet auch Paulus überliefert (1 Kor 15,3b-5), ist daran nicht zu zweifeln.
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h6.card-title Grundlegend: Auf Jesu Wort hin und aus der Kraft des Geistes
.card-text
p.mb-0
| Während wir in der Erzählung vom reichen Fischfang auf die ersten Worte stoßen, die Jesus an Jünger richtet,
| finden wir die letzten Worte, die Jesus – dann als Auferstandener, vor der Himmelfahrt – zu den Jüngern spricht
| am Anfang der Apostelgeschichte:
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5
p.mb-0
| Beim gemeinsamen Mahl gebot er ihnen:
| Geht nicht weg von Jerusalem, sondern wartet auf die Verheißung des Vaters,
| die ihr von mir vernommen habt! Denn Johannes hat mit Wasser getauft,
| ihr aber werdet schon in wenigen Tagen mit dem Heiligen Geist getauft werden.
| ...
br
| ... ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch herabkommt;
| und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa
| und Samarien und bis an die Grenzen der Erde.
footer.blockquote-footer
cite Apg 1,4-5.8
p
| Die Weisung Jesu an seine Jünger, Jerusalem nicht zu verlassen, sondern auf die Gabe des Geistes zu warten,
| kann im Kontext nur so verstanden werden, dass die Jünger nicht auf eigene Faust
| verkündigen sollen – die Forderung Jesu unterstreicht nicht nur die Bedeutung Jerusalems
| sondern impliziert doch wohl auch, dass eine Verkündigung ohne Geistgabe ohne Erfolg sein würde.
br
| Denn der Warnung davor, jetzt (schon) Jerusalem zu verlassen –
| und damit eine eigenmächtige Verkündigungstätigkeit zu starten –, auf der einen Seite korrespondiert auf der anderen Seite
| die Gabe des Heiligen Geistes als Kraft zu einem die Grenzen Israels überschreitenden Verkündigungsgeschehen.
//- dass Lukas es so verstanden hat, zeigt sich darin, dass die Jünger nicht nur in Jerusalem bleiben,
//- sondern auch dort nicht verkündigen!!!
br
span.small
| Ihr werdet Kraft empfangen!
und Ihr werdet meine Zeugen sein!
sind in Apg 1,9
| zwar nebeneinandergstellt, aber es sind nicht Aussagen auf der gleichen Ebene,
| vielmehr ist Ersteres Bedingung der Möglichkeit für Letzteres.
br
| Es heißt aber nicht ... dann könnt ihr
,
| sondern ... und ihr werdet meine Zeugen sein
!
br
| Das Wort Jesu ist Verheißung und Prophetie; durch den Heiligen Geist wird es Wirklichkeit werden.
p
| Jesus warnt also am Anfang der Apostelgeschichte seine Jünger:
br
| wartet auf den Heiligen Geist, er ist die Kraft zur Verkündigung, ohne die nichts läuft!
p
| Auch in der Erzählung vom reichen Fischfang ist der Kontrast aufgebaut
| zwischen einerseits dem eigenen – eigentlich den Regeln entsprechenden – Handeln der Fischer
| um Petrus, das aber ohne Erfolg bleibt, und andererseits dem – fast widersinnigen – Folgen des Auftrages Jesu,
| was aber tatsächlich von (übergroßem) Erfolg gekrönt ist.
br
| Ferner hat das Wort Jesu an seine Jünger in Apostelgeschichte: Ihr werdet meine Zeugen sein!
–
| das letzte Wort Jesu überhaupt vor der Himmelfahrt – doch eine gewisse Ähnlichkeit zu
| Von jetzt an wirst du Menschen (lebendig) fangen!
:
| Beide haben prophetischen Charakter, sind Verheißung.
p
| Während bei der Erzählung vom reichen Fischfang der Akzent auf dem wirkmächtigen Wort Jesu ruht,
| ist in der Apostelgeschichte – gerade am Anfang, aber letztlich durchgängig – der Akzent
| auf den Heiligen Geist gelegt, ohne den nichts läuft.
p
| In der Zusammenschau kommt etwas für Lukas sehr wichtiges zum Ausdruck:
br
i
| Die Verkündigung durch die Apostel
| erhält einerseits ihre Kraft und Wirkung aus dem Wort Jesu, die Netze auszuwerfen
:
| Von jetzt an wirst du Menschen (lebendig) fangen!
.
br
| Andererseits ist es der Heilige Geist, der nicht nur Jesus während seines irdischen Wirkens erfüllte,
| sondern nach Ostern Jesu verheißendes Wort bleibend und kraftvoll wirksam sein lässt.
br
| Was aber für die Verkündigung gilt, gilt für die Kirche insgesamt.
p
| Ohne dies – das Wort Jesu und den Geist – sind Verkündigung und Kirche nichts und zum Scheitern verurteilt.
br
| Umgekehrt ist der Beistand gerade auch für widrige Verhältnisse verheißen; es braucht den Glauben des Petrus:
| Auf dein Wort hin ...
p
| Kirche ist als Geschöpf des Wortes Gottes in Jesus und als Geschöpf des Geistes Gottes vorgestellt;
| sie verkündet – wie Jesus – in der Kraft des Geistes das Wort Gottes als ihre erste und eigentliche Aufgabe
| und ist dabei Zeuge des Heils in Christus.
br
| Mit genau diesen Zügen wird Lukas die Verkündigungstätigkeit in der Apostelgeschichte zeichnen:
| die Apostel verkünden – gegen alle Wiederstände – das Wort Gottes
; sie sind tatsächlich Menschenfischer
geworden.
p
| Hinter der Verkündigung der Kirche steht Gott selbst, der durch sie sein Wirken entfaltet,
| das Menschen zusammensammelt in der Gemeinde Jesus Christi.
p.mb-0
| Wo Kirche – aus Eigensinn, Kleingläubigkeit etc. – dem nicht entspricht (wie auch einst Petrus auf die Seite der Sünde rutschte),
| muss sie sich neu das Auf dein Wort hin!
des Petrus zu eigen machen.
.card.slide
.card-body
h5.card-title Ver-Netz-ung
.card-text
p.small
| Natürlich darf man einzelne Elemente der Erzählung nicht überfrachten.
br
| Aber das Symbol des Netzes, das sich mit dem Fischfang verbindet, welcher in der Erzählung
| zum Symbol der Sammlungsbewegung durch die Verkündigung des Gotteswortes wird, ist es doch wert,
| genauer beleuchtet
zu werden.
p
| Als erste und wichtigste Bedeutung – weil schon in der Erzählung selbst angelegt – ist zu nennen:
br
i
| Ein Netz trägt und hält: so sollen die Menschen durch das Wirken der Kirche Halt erleben
| (wie Petrus mit seinen Höhen und Tiefen im Wort Jesu).
br
| Gerade weil sich Kirche im Netz
Gottes getragen wissen darf, kann und darf, muss und soll sie selbst
| Netz
sein für die verschiedenen Menschen, die bei ihr Halt und Zukunft suchen.
p
| Unabhängig davon, ob die Fische als Einzeltiere oder als Schwarm vorzustellen sind,
| werden sie durch das Netz zusammengeschweißt
, und zwar zu einer Schicksalsgemeinschaft:
br
| man teilt das gleiche Los – normalerweise zu Tod und Verzehr, hier aber –: Anteil am in Christus eröffneten Heil.
p
| Ein Netz besteht selber aus miteinader verbundenen Knoten.
br
| Das Netz ist Symbol für Verbindung (
+symbol("arrow-right")
| Internet).
br
| Das passt sehr gut zum im Evangelium erzählten Anliegen Jesu, Menschen neu mit Gott und untereinander zu verbinden,
| Sünde, Ausgrenzung und Stigmatisierung zu überwinden.
p
| Da fügt sich auch gut ins Bild, dass ein Fischernetz Fische ganz unterschiedlicher Art einfangen
kann,
| eine bunte Sammlung, wie auch Jesus Jüngerschar – und schon der Zwölferkreis – bunt war.
p
| Weiter gedacht steht das Netz auch für die Verbindung von Gruppen und Gemeinden untereinander, eine Vernetzung auf
| verschiedenen Ebenen (Pfarrei, Seelsorgebereich, Dekanat, Bistum, Weltkirche).
p.mb-0
| Grundlegend bleibt aber, dass Jesus nicht einzelne unverbunden berufen hat, sondern von Anfang an
| auf eine Gemeinschaft abgezielt hat, die durch die Verkündigung des Wortes Gottes und seine gläubige Aufnahme entsteht.