extends ../layout include ../mixins block content +headline("Theologische Grundgedanken") span Die Schweigegebote +footnote("Vgl. Ebner, Einleitung 177-178; Gnilka, Markus I 167-170 [Exkurs Messiasgeheimnis].") p.slide.nomarginbottom Im Evangelium nach Markus fallen Schweigegebote auf; Jesus richtet sie ul.nodisplay li.slide an Dämonen, li.slide an Geheilte bzw. Zeugen der Wunder, li.slide an die Jünger. p.slide.nomarginbottom Inhalt p.slide i Man soll ihn, seine Person ( Titel z. B. in Mk 1,24; 3,11-12!) und sein Wunderwirken nicht bekannt machen. p.slide.nomarginbottom Erträge der Forschung ul.nodisplay li.slide Die Schweigegebote gehen nicht auf den historischen Jesus zurück, sondern sind eine Erfindung des Markus. br span.slide Es ist daher nicht zu fragen, was Jesus damit bezwecken wollte, sondern Markus. br span.slide i Die Schweigegebote richten sich nicht an die Zeugen des historischen Jesus, sondern haben in der Kommunikation Erzähler - Leser ihren Ort. li.slide Die Schweigegebote finden sich nicht immer nach Heilungen. br span.slide i Sie entfallen vor allem dann, wenn im Kontext das Leiden Jesu Thema ist oder von der Nachfolge die Rede ist. br span.slide.small Beispiel Wunder: Das Entfallen des Schweigegebotes in Mk 2,1-10; 3,1-6 lässt sich durch den Streitgesprächcharakter bzw. den Tötungsbeschluss in Mk 3,6 erkären. br span.slide.small Nachfolge: Sie wird auf dem Weg von den Leidensankündigugen her in einem spezifischen Sinn verstanden: als Dienst und Bereitschaft, das Kreuz zu tragen. li.slide Die Schweigegebote werden zeitlich eingeschränkt. ul.nomarginbottom.nodisplay li.slide In Mk 9,9 findet sich die Aussage: ... bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist. li.slide Insofern es sich hier um das letzte Schweigegebot im Evangelium handelt, wird man dies auf alle Schweigegebote beziehen können. li.slide So ergibt sich von hier aus der Sinn der Schweigegebote: .alert.alert-primary.slide h4.alert-heading Das Bekenntnis zu Jesus muss das Bekenntnis zu seinem Weg einschließen p.nomarginbottom b Wenn von Jesus als Messias, Wunderheiler, Heiligem Gottes und Sohn Gottes erzählt wird, dann muss auch sein Weg Thema sein. h2.slide(style="margin-top: 50px;") Konkretisierung angesichts des zeitgeschichtlichen Kontextes p.slide.nomarginbottom b Legitimation Kaiser Vespasians ul.nodisplay.nomarginbottom li.slide Ihm fehlte eigentlich die Legitimation, römischer Kaiser zu werden: er stammte nicht aus dem Hochadel und hatte keinen bereits vergöttlichten Vater. li.slide Seine Propagandisten halfen nach: ul.nodisplay li.slide Es wird auf göttliche Zeichen und Orakel verwiesen, die verdeutlichen sollen, dass hinter dem Aufstieg Vespasians die Götter stehen. br span.slide So kann Vespasian dann trotz seiner defizitären Abstammung den Titel Sohn eines Gottes tragen. li.slide Wundergeschichten werden in Umlauf gebracht. br span.slide Beispiele: Heilung eines Blinden und eines Lahmen durch Berührung in Alexandrien. p.slide i Es ging bei Vespasian also um (inszenierte) Schau-Wunder, die Vespasian als Kaiser göttlich legitimieren sollten. Und deswegen sollte von den Wundern natürlich überall erzählt werden. p.slide.nomarginbottom b Jesus wird hier als Gegenpol gezeichnet ul.nodisplay li.slide Er setzt die Zeugen seines Wirken nicht als Propagandisten ein, sie werden es aus freien Stücken - gegen Jesu ausdrücklichen Wunsch. li.slide Jesu Wunder sind keine Schau-Wunder und die Geheilten keine Objekte einer Demonstration. br span.slide Vielmehr sind Jesu Wunder Auswirkungen der angebrochenen Gottesherrschaft. li.slide Die Wunder Jesu sind nicht dazu da, um Jesus zu legitimieren und die Menschen von ihm zu überzeugen. br span.slide Sie setzen vielmehr bereits einen gewissen Glauben voraus bzw. beim Wissen der Dämonen um Jesu Person an. br span.slide Und da, wo Jesus Unglauben vorfindet, da kann er auch keine Machttaten tun (Mk 6,1-6a)! p.slide.nomarginbottom b Ergebnis: Die Schweigegebote relativieren bestimmte Elemente der Jesustradition ul.nodisplay li.slide i Wunder br span Sie sind keine legitimierenden Schau-Wunder und dürfen nicht als solche verstanden werden. li.slide i Bekenntnis zu Jesus in Form von Hoheitstiteln .alert.alert-primary.slide h4.alert-primary Die Schweigegebote stehen im Dienste der (später erteilten) Lehre auf dem Weg p.nomarginbottom | Nur der bekennt sich vollgültig zu Jesus, der sich nicht einseitig an den Wundern Jesu oder an (Bekenntnis-)Titeln festmacht, sondern an seinem Weg und diesem in seinem eigenen Verhalten entspricht. br b Christsein hängt nicht nur vom rechten (Lippen-)Bekenntnis zu Jesus ab, sondern ganz essentiell von der gelebten Bereitschaft, seinen Weg zu gehen. p.small.slide Diese Sichtweise wird dadurch unterstrichen, dass die Schweigegebote mit der Lehre auf dem Weg verknotet sind: Das letzte Schweigegebot findet sich nach der ersten Leidensankündigung mit entsprechender Unterweisung zum Kreuz-Tragen! +bottom_theologische_grundgedanken("schweigegebote") script. push_slide_stack('.slide') $(function () { $('[data-toggle="tooltip"]').tooltip() })