extends ../layout include ../mixins block content .card.mb-1.konzentr-6 .card-body.gliederung h5.card-title | Inhaltsangabe/Überschrift br | Himmlischer Sendungsbeschluss h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,1-3 .card.mb-1.konzentr-5 .card-body.gliederung h5.card-title Johannes in der Wüste: Seine Taufe und seine Ankündigung des Kommenden h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,4-7 .card.mb-1.konzentr-4 .card-body.gliederung h5.card-title Die Taufe Jesu: Tod und Auferstehung Jesu als Wendepunkt der Heilsgeschichte h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,9-11 .card.mb-1.konzentr-3 .card-body.gliederung h5.card-title Die Versuchung Jesu h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,12-13 .card.mb-1.konzentr-2 .card-body.gliederung h5.card-title Johannes tritt ab, Jesus tritt auf: Eröffnungsruf des Wirkens Jesu: Das Reich Gottes ist zum Greifen nahe! h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,14-15 .card.mb-1.konzentr-1 .card-body.gliederung h5.card-title Die Berufung der ersten Jünger h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,16-20 .card.mb-1.konzentr-2 .card-body.gliederung h5.card-title Die neue Lehre in der Synagoge: Jesus gekommen, um Satan/die Dämonen ins Verderben zu stürzen h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,21-28 .card.mb-1.konzentr-3 .card-body.gliederung h5.card-title Die Heilung der Schwiegermutter des Petrus, die (daraufhin!) Jesus dient h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,29-31 .card.mb-1.konzentr-4 .card-body.gliederung h5.card-title Die ganze Stadt vor der Tür; Jesus heilt und treibt Dämonen aus (jene wissen, wer er ist) h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,32-34 .card.mb-1.konzentr-5 .card-body.gliederung h5.card-title Rückzug und erneuter Aufbruch h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,35-39 .card.mb-1.konzentr-6 .card-body.gliederung h5.card-title Die Heilung des Aussätzigen h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,40-45 .slide.mb-3 hr p.card-text.mb-0.konzentr-6.bibeltextkonzentr | 1 Anfang des Evangeliums Jesu Christi, Sohn (eines) Gottes. br | 2 Wie geschrieben steht beim Propheten Jesaja: br q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der einen Weg bahnen wird. br q 3 Stimme eines Rufers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen! p.card-text.mb-0.konzentr-5.bibeltextkonzentr | 4 So trat Johannes der Täufer in der Wüste auf und verkündete eine Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden. br | 5 Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus; br | sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen. br | 6 Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften br | und er lebte von wildem Honig. br | 7 Er verkündete: q | Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich; br | ich bin es nicht wert, mich zu bücken und ihm die Riemen der Sandalen zu lösen. br | 8 Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen. p.card-text.mb-0.konzentr-4.bibeltextkonzentr | 9 Und es geschah in jenen Tagen, da kam Jesus aus Nazareth in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen. br | 10 Und sogleich, als er aus dem Wasser stieg, sah er, br | dass der Himmel aufriss und der Geist wie eine Taube in ihn hineinkam. br | 11 Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: q Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden. p.card-text.mb-0.konzentr-3.bibeltextkonzentr | 12 Und sogleich trieb der Geist Jesus in die Wüste. br | 13 Jesus blieb vierzig Tage in der Wüste und wurde vom Satan in Versuchung geführt. br | Er lebte bei den wilden Tieren und die Engel dienten ihm. p.card-text.mb-0.konzentr-2.bibeltextkonzentr | 14 Nachdem Johannes ausgeliefert worden war, ging Jesus nach Galiläa; br | er verkündete das Evangelium Gottes br | 15 und sprach: q | Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. br | Kehrt um und glaubt an das Evangelium! p.card-text.mb-0.konzentr-1.bibeltextkonzentr | 16 Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon, | die auf dem See ihre Netze auswarfen; sie waren nämlich Fischer. br | 17 Da sagte er zu ihnen: q | Kommt her, mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. br | 18 Und sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm nach. br | 19 Als er ein Stück weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; | sie waren im Boot und richteten ihre Netze her. br | 20 Sogleich rief er sie und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und folgten Jesus nach. p.card-text.mb-0.konzentr-2.bibeltextkonzentr | 21 Sie kamen nach Kafarnaum. Am folgenden Sabbat ging er in die Synagoge und lehrte. br | 22 Und die Menschen waren voll Staunen über seine Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten. br | 23 In ihrer Synagoge war ein Mensch, der von einem unreinen Geist besessen war. br | Der begann zu schreien: br q | 24 Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret? br | Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen? br | Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes. br | 25 Da drohte ihm Jesus: br q | Schweig und verlass ihn! br | 26 Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei. br | 27 Da erschraken alle und einer fragte den anderen: br q | Was ist das? Eine neue Lehre mit Vollmacht: Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl. br | 28 Und sein Ruf verbreitete sich rasch im ganzen Gebiet von Galiläa. p.card-text.mb-0.konzentr-3.bibeltextkonzentr | 29 Sie verließen sogleich die Synagoge und gingen zusammen mit Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und Andreas. br | 30 Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett. br | Sie sprachen sogleich mit Jesus über sie br | 31 und er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf. br | Da wich das Fieber von ihr und sie diente ihnen. p.card-text.mb-0.konzentr-4.bibeltextkonzentr | 32 Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus. br | 33 Die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt br | 34 und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und er trieb viele Dämonen aus. br | Und er verbot den Dämonen zu sagen, dass sie wussten, wer er war. p.card-text.mb-0.konzentr-5.bibeltextkonzentr | 35 In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten. br | 36 Simon und seine Begleiter eilten ihm nach, br | 37 und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm: br q Alle suchen dich! br | Er antwortete: br q | Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort verkündet; br | denn dazu bin ich gekommen. br | Und er zog durch ganz Galiläa, verkündete in ihren Synagogen und trieb die Dämonen aus. p.card-text.konzentr-6.bibeltextkonzentr | 40 Ein Aussätziger kam zu Jesus und bat ihn um Hilfe; er fiel vor ihm auf die Knie und sagte: br q Wenn du willst, kannst du mich rein machen. br | 41 Jesus hatte Mitleid mit ihm; br | er streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte: br q Ich will – werde rein! br | 42 Sogleich verschwand der Aussatz und der Mann war rein. br | 43 Jesus schickte ihn weg, wies ihn streng an 44 und sagte zu ihm: br q Sieh, dass du niemandem etwas sagst, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring für deine Reinigung dar, was Mose festgesetzt hat – ihnen zum Zeugnis. br | 45 Der Mann aber ging weg und verkündete bei jeder Gelegenheit, was geschehen war; br | er verbreitete die Geschichte, so dass sich Jesus in keiner Stadt mehr zeigen konnte; br | er hielt sich nur noch an einsamen Orten auf. br | Dennoch kamen die Leute von überallher zu ihm. .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title | Aussatz! hr ul.card-text li Unter Aussatz verstand man damals verschiedene Hautkrankheiten – manche ansteckend und tödlich, andere eher harmlos. li | Aus Sicherheitsgründen behandelte man alle gleich: wer an Aussatz erkrankt war, musste sich vom bisherigen sozialen Leben | verabschieden und sich an Orte außerhalb der Städte und Dörfer zurückziehen, damit sich | niemand aus Versehen anstecken konnte. li.small | Das klingt hart, fast unmenschlich – aber wenn man eine möglicherweise tödliche Krankheit nicht heilen kann, dann bleibt einem nichts anderes übrig. br | Auch wir heute kennen Quarantäne, in die jemand muss, wenn der Verdacht auf eine möglicherweise ansteckende und gefährliche/tödliche Krankheit vorliegt. li | Durch seinen Aussatz war der Mann zu einem Leben an den Rändern der Gesellschaft verdammt, | zu einem Leben als Ausgegrenzter; er gehörte zu den „Letzten“ der Gesellschaft. li | Als Aussätziger ist der Mann nicht nur von der menschlichen Gesellschaft ausgeschlossen – nur unter Seinesgleichen konnte er sich aufhalten – | sondern lebt auch fern der Gemeinschaft mit Gott: als „Unreiner“ (siehe seine Heilungsbitte) ist er vom Kult und damit von der Begegnung mit Gott ausgeschlossen. .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title | „Anfang“? br | „Bote vor dir her, der deinen Weg bahnen wird“? hr ul.card-text li | Abgesehen davon, dass mit dem Priester und mit dem darzubringenden Reinigungsopfer indirekt Jerusalem und der Tempel in Blick kommen, | die Jesus gegen Ende seines Weges aufsuchen wird, fällt es schwer, in dieser Erzählung etwas mit „Anfang“ zu verbinden; br | eher wird ein „Ende“ erzählt: das Ende der öffentlichen Wirksamkeit Jesu, der sich als Resultat der Begegnung mit dem Aussätzigen | und dessen „Verkündigungstätigkeit“ „in keiner Stadt mehr zeigen konnte“ und sich nur noch an einsamen Orten aufhielt. li | Auch erscheint – wenn auch nur auf den ersten Blick – der Aussätzige in die Rolle des „Boten vor dir her, der deinen Weg bahnen wird“ | zu schlüpfen: br | Jesus übernimmt das Schicksal des Aussätzigen, der nicht unter die Menschen gehen durfte, damit er niemanden anstecken konnte. li | Diese „Vertauschung“ – das sei hier gleich angemerkt – ist konstitutiv für diese Erzählung, wie sie auch in der vorausgehenden Erzählung konstitutiv war. .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title | Aussatz? h6.card-subtitle.text-muted Der unreine Geist in der Synagoge (→ Mk 1,21-28) als Interpretationshilfe – rein werden hr ul.card-text li | Der Aussätzige bittet nicht direkt um Heilung vom Aussatz; er möchte rein werden. br | Dies ist sachlich logisch, da er als Aussätziger als Unreiner – als Unberührbarer – gilt. li | Dieser Erzählzug stellt aber eine Beziehung zur Austreibung des unreinen Geistes in der Synagoge her. br | Das Besessensein vom „unreinen Geist“ in jener Erzählung wurde in einem ethischen Sinne gedeutet: br | der Bessene ist Diener Satans, nicht Diener Gottes, | was sich in einem entsprechenden ethischen Verhalten ausdrückt. li | Dies ermöglicht es, „Aussatz“ hier im übertragenen Sinne zu verstehen: br | weil er ein schlechtes Verhalten an den Tag legt, ist er isoliert, niemand möchte mit ihm zusammen sein; br | er ist „aussätzig“, auch wenn er nicht an der Krankheit „Aussatz“ leidet. li | So muss beachtet werden, dass in der Erzählung vordergründig die Heilung eines Aussätzigen im Sinne der Krankheit erzählt wird, | hintergründig aber dieser „Aussatz“ des Mannes in einem ethischen Sinne zu verstehen ist; | beides aber hat gemeinsam, dass es von den Menschen und zugleich von Gott trennt. .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title | Jesus | q streckte die Hand aus, berührte ihn | | – | q sogleich verschwand der Aussatz hr ul.card-text li Einen Aussätigen zu berühren ist strengstens verboten – weil man sich anstecken könnte. li Jesus berührt den Aussätzigen und heilt ihn so; er kann ihn berühren, weil er ihn heilen kann. li Dass Jesus den Aussätzigen berührt, hebt diese Erzählung von Aussatzheilungen im Alten Testament ab – von denen es ganze zwei gibt: ul.card-text li | In Num 12,10-15 wird vom Aussatz der Schwester des Mose, Mirjam, erzählt. br | Sie wird durch Gott auf das Gebet des Mose hin geheilt. br i Es findet keine Berührung statt. li | In 2 Kön 5 erfährt der Syrer Naaman Heilung durch Gott durch eine rituelle Waschung. br i Auch hier gibt es keine Berührung des Kranken. li | Dass Jesus den Aussätzigen zur Heilung berührt ist also ein besonders auffälliger Erzählzug, | der auch nicht ohne Folgen bleibt – für beide. .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title | „Austausch“ h6.card-subtitle.text-muted „Er hat unsere Krankheit getragen“ hr ul.card-text li | Durch die Heilung ist dem ehedem Aussätzigen der Weg in die soziale Gemeinschaft (Familie, Dorf, etc.) wieder offen, | wovon der Geheilte sogleich Gebrauch macht. li | Doch durch das Berühren des Aussätzigen wird Jesus nach jüdischer Vorstellung selber zu einem Aussätzigen: br | das Schweigegebot, das Jesus an den Geheilten mit heftigen Worten richtet, | soll ihn auf der Ebene der Erzählung vor den negativen Folgen der Berührung des Aussätzigen schützen. li | Durch das Herumerzählen des Ganzen durch den Geheilten wird Jesus als Aussätziger geoutet, was als Folgen zeitigt – | das wird in der Erzählung schön bebildert –, dass er sich „in keiner Stadt mehr zeigen konnte; er hielt sich | nur noch an einsamen Orten auf“ (Mk 1,45). li | Es findet ein „Austausch“ statt: der Mann wird seinen Aussatz los, Jesus wird zum ‚Aussätzigen‘; br | Dabei setzen die Erzählung und das Evangelium insgesamt voraus, dass sich Jesus nicht an der (realen) Krankheit | Aussatz angesteckt hat; dennoch ist es für die Erzählung und das, was sie ausdrücken will, unbedingt notwendig, dass Jesus nun ein „Aussätziger“ ist. li | Der bibelkundige Leser denkt dabei unweigerlich an eine Stelle im Buch Jesaja, wo vom „Gottesknecht“ | (Gottes besonderem Werkzeug zum Heil der Menschen) die Rede ist: br | „er hat unsere Krankheit getragen“ (Jes 53,4). br | Nicht unerheblich ist, dass Jesaja die Wendung „Er hat unsere Krankheit getragen!“ in einem bildlichen, | die Überwindung körperlicher Leiden übersteigenden, umfassend-heilvollen Sinn versteht im Sinne einer Befreiung aus Schuld und Gottferne: br q.bibeltext | 2 ... | Er hatte keine schöne und edle Gestalt, sodass wir ihn anschauen mochten. br | Er sah nicht so aus, dass wir Gefallen fanden an ihm. br | 3 Er wurde verachtet und von den Menschen gemieden, ein Mann voller Schmerzen, mit Krankheit vertraut. br | Wie einer, vor dem man das Gesicht verhüllt, war er verachtet; br | wir schätzten ihn nicht. br | aber er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen. br | Wir meinten, er sei von Gott geschlagen, von ihm getroffen und gebeugt. br | 5 Doch er wurde durchbohrt wegen unserer Vergehen, wegen unserer Sünden zermalmt. br | Zu unserem Heil lag die Züchtigung auf ihm, br | durch seine Wunden sind wir geheilt. br | 6 Wir hatten uns alle verirrt wie Schafe, jeder ging für sich seinen Weg. br | Doch der HERR ließ auf ihn treffen die Schuld von uns allen. ... br | 8 ... | Er wurde vom Land der Lebenden abgeschnitten und wegen der Vergehen meines Volkes zu Tode getroffen. ... br | 11 Nachdem er vieles ertrug, erblickt er das Licht. ... br | Mein Knecht, der gerechte, macht die Vielen gerecht; br | er lädt ihre Schuld auf sich. br | 12 Deshalb gebe ich ihm Anteil unter den Großen br | und mit Mächtigen teilt er die Beute, br | weil er sein Leben dem Tod preisgab br | und sich unter die Abtrünnigen rechnen ließ. br | Er hob die Sünden von Vielen auf und trat für die Abtrünnigen ein. span.bibelstelle Jes 53,2-6.8.11-12 li | Der in der Heilung des „Aussätzigen“ tragende Gedanke das „Austausches“, | der den einen belastet, um den anderen zu befreien, prägt auch dieses „Vierte Gottesknechtslied“ des Jesaja (Jes 52,13-53,12). br | Und die Beschreibung dessen, der die Krankheit des Volkes getragen hat bzw. die damit zusammenhängende Beschreibung | des Volkes vor der Rettung („jeder ging für sich seinen Weg“ [Jes 53,6b]), passt sehr gut zur „Krankheit“ „Aussatz“. li | Man wird also sagen können, dass Markus mit der Erzähung von der Heilung des „Aussätzigen“ | den Satz „Er hat unsere Krankheit getragen“ aus dem Vierten Gottesknechtslied des Jesaja auf Jesus übertragt | und entsprechend bebildert; br | damit dies „funktioniert“ muss Jesus den Aussätzigen berühren. li | Wichtig ist, dass auch bei Deuterojesaja von „Krankheit“ in einem übertragenen Sinne die Rede ist; br | dies zu verstehen und auf die Krankenheilungen im Markus-Evangelium zu übertragen ist der zentrale Schlüssel zur Deutung derselben. .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title | „Einsame Orte“ h6.card-subtitle.text-muted Der Tod am Kreuz als Übernahme der Gottferne – und damit „Ort des Austausches“ hr ul.card-text li | Im Griechischen schwingt vom entsprechenden Wort her bei den „einsamen Orten“, an denen sich Jesus nun nur noch aufhält, die „Wüste“ mit, | die als Ort der Gottferne schon mehrfach im übertragenen Sinne verstanden werden konnte und musste. li | Bei der Auslegung der Erzählung von der Taufe Jesu (→ Tod und Auferstehung Jesu) und auch der vorausgehenden Erzählung wurde darauf hingewiesen, | dass Markus den Tod Jesu am Kreuz als Sterben in der und in die Gottferne inszeniert: br | kein himmlischer Helfer, Finsternis im Land, Aushauchen des Geistes; schließlich der Ruf Jesu: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ br | Hinzu kommt, dass der Tod am Kreuz auch im Verlassensein von allen Menschen geschieht: br | die Jünger haben Jesus verraten oder verleugnet oder sind geflohen; andere verspotten und verhöhnen ihn. li | Den theologischen Hintergrund dazu bietet das Buch Deuteronomium: br q.bibeltext | ein [an einen Holzpfahl] Gehenkter ist ein von Gott Verfluchter span.bibelstelle Dtn 21,23 br | Ursprünglich bezog sich diese Stelle auf nach der Hinrichtung durch Aufhängen an einem Pfahl zur Schau gestellte | Tote, die dadurch besonders erniedrigt wurden; zur Zeit Jesu wurde dieser Satz aber auch auf die Kreuzigung übertragen: br i Der Tod am Kreuz als Tod der Gottferne. li | Im Hinblick auf Jesus und den Glauben an ihn kann sich span.bibelstelle Dtn 21,23 | mit span.bibelstelle Jes 53,4 | verbinden: br q.bibeltext | Wir meinten, er sei von Gott geschlagen, von ihm getroffen und gebeugt. br | Dies bebildet Markus durch die Verhöhnung der beim Tod Jesu anwesenden Vertreter des Gottesvolkes. li | Mit der Erzählung von der Heilung des „Aussätzigen“ durch Jesus, der als Folge selber „aussätzig“ wird, | bietet Markus eine Deutung des Kreuzestodes Jesu durch Rückgriff auf das Vierte Lied vom Gottesknecht des Deuterojesaja. li | Deutlich wird, dass der „Aussätzige“ – gemäß des Viertes Gottesknechtsliedes – symbolisch für alle steht, | die in der (Herrschaft der) Sünde | gefangen sind und deren Beziehungen zu Gott und zu den Mitmenschen daher | der ‚Heilung‘ bedürfen. i br | Am Kreuz findet einen „Austausch“ zwischen ihnen und Jesus statt: br | er übernimmt ihre Krankheit, sie werden geheilt; br | er stirbt in die Gottferne, sie werden aus der Gottferne befreit und zugleich in geheilte Gemeinschaft mit den Mitmenschen gestellt. .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title | „Dennoch kamen die Leute von überallher zu ihm“ h6.card-subtitle.text-muted Die Ambivalenz des „einsamen Ortes“ hr ul.card-text li | Wieder sind – wie die „Wüste“ generell – die „einsamen Orte“ widersprüchlich inszeniert. ul.card-text li Einerseits die (notwendige) Einsamkeit aufgrund des „Aussatzes“. li Andererseits kommen die Menschen von überallher zu ihm – was nun nichts mehr mit Einsamkeit zu tun hat. li | Bezieht man den Gang Jesu in die Einsamkeit auf seinen Tod am Kreuz, br | hat das Kommen der Menschen zu Jesus als Voraussetzung, dass der Tod nicht das Ende Jesu war; br | insofern kann man im Kommen der Menschen zu Jesus indirekt seine Auferstehung ausgedrückt sehen. li.small | Dem entspricht, dass man im Vierten Gottesknechtslied des Deuterojesaja aus christlicher Perspektive | auch den Gedanken der Auferstehung ausgedrückt sehen kann (→ „erblickt er das Licht“; | „gebe ich ihm Anteil unter den Großen“). li | Das Bild, das sich im Kopf ausprägt, kennen wir bereits: br | mitten in der „Wüste“ entsteht um Jesus herum eine „Insel des Lebens“, li | Der Evangelist macht auch deutlich: br | Das Wunderbare, das über Jesus erzählt wird, zieht die Menschen an, weil sie daran teilhaben wollen. .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title | Der Gang in die „Einsamkeit“ – Das Ziehen durch ganz Galiläa bzw. das Kommen von überallher h6.card-subtitle.text-muted „Vertauschungen“ im Vergleich zur vorausgehenden Erzählung hr ul.card-text li | Im direkten Vergleich zur vorausgehenden Erzählung fallen Vertauschungen auf: table.table.table-sm.mt-3 thead tr th.card-text(style="width: 50%;") | Rückzug und Aufbruch th.card-text | Heilung des „Aussätzigen“ tbody tr td.card-text | Jesus „steht auf“ und geht in die „Einsamkeit“ br | Petrus verfolgt Jesus, um diesen aus der „Einsamkeit“ (= Tod am Kreuz [„Ärgernis des Kreuzes“]) zurückzuholen td.card-text | Ein Aussätziger kommt zu Jesus, und bittet um Heilung br | Es findet ein „Austausch“ statt (im Tod am Kreuz) tr td.card-text | Jesus verlässt den „einsamen Ort“ und zieht verkündigend durch „ganz Galiläa“ td.card-text | Der Geheilte verkündet, was Jesus an „einsame Orte“ treibt; br | die Leute kommen „von überallher“ zu Jesus li | Während Mk 1,35-39 damit beginnt, dass Jesus in die Einsamkeit geht, | endet Mk 1,40-45 damit. li | Gerade im Blick auf die Enden der Erzählung wird die „Vertauschung“ deutlich: br | einmal geht Jesus aus der Einsamkeit in die Öffentlichkeit, einmal zieht er sich aus der Öffentlichkeit in die Einsamkeit zurück; br | einmal ist Jesus der Verkünder, einmal ist es der Geheilte; br | einmal geht Jesus zu den Menschen in weitem Umfeld („ganz Galiläa“), einmal kommen die Menschen aus weitem Umfeld („von überallher“) zu ihm. li | Während in Mk 1,35-39 Petrus Jesus in die Einsamkeit verfolgt, weil er ihn von dort „zurückholen“ will – das „Ärgernis des Kreuzes“ beseitigen will –, | kommen die Menschen in Mk 1,40-45 „von überallher“ (→ Juden und Völkerwelt!) zu Jesus in die „Einsamkeit“, weil sie das „Ärgernis des Kreuzes“ | positiv anzieht: im Tod Jesu am Kreuz sehen sie ihre Chance auf Heil, wie es der „Aussätzige“ erlebt hat. .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title | „ich will“ – „sogleich“ – „Mitleid“ h6.card-subtitle.text-muted Jesus lebt seine Sendung hr ul.card-text li Im Dialog zwischen Jesus und dem Aussätzigen geht es um den Willen Jesu: „Wenn du willst, kannst du mich rein machen.“ li | Damit wird der Wille Jesu zur Heilung des „Aussätzigen“ (bzw. der sich in ihm versammelnden „Vielen“) herausgestellt: br i Jesu Ja zu seiner Sendung, und das – angesichts des Kontextes – mit alle Konsequenzen. li | In die Sendung durch Gott ist auch wieder das „sogleich“ einzuordnen: br | In der Jüngerberufung markierte es das Eintreten der Jünger in die Nachfolge Jesu, | wie auch den Ruf Jesu in die Nachfolge als Elemente der göttlichen Sendung. br | Hier erfüllt sich die Sendung Jesu, indem der „Aussätzige“ „rein“ wird. li | Als Motivation Jesu wird sein Mitleid angegeben, in welchem sich das Erbarmen Gottes spiegelt | und das noch mehrfach als Motivation Jesu genannt werden wird. .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title | „Sieh, dass du niemandem etwas sagst“ h6.card-subtitle.text-muted Ein dritter Blick auf die Schweigegebote – Das erste Schweigegebot im Hinblick auf ein Wunder hr ul.card-text li Jesus fährt den Geheilten richtig an, dass er niemandem etwas erzählt – die deutsche Übersetzung verharmlost. li | Auf der Ebene der Erzählung ist das Schweigegebot klar durch den Aussatz begründet: br | durch das Berühren des Aussätzigen ist Jesus selber aussätzig geworden – | vor den entsprechenden Folgen will das Schweigegebot schützen. li | Angesichts der bereits an Dämonen ergangenen Schweigebote ist das Schweigegebot hier aber in einen größeren Kontext einzuordnen; br | auffällig auch: schon den Dämon in der Synagoge hatte Jesus angefahren, dass er schweigt. li | Während aber gegenüber den Dämonen das Aussprechen des Bekenntnisses, wer Jesus ist, mit dem Schweigegebot belegt wurde, br | wird hier das Wunder selbst mit dem Schweigegebot belegt. br | Dies lässt fragen, was die Dämonenaustreibung mit der Heilung des „Aussätzigen“ verbindet und was diese | von den meisten anderen Wundern unterscheidet: ul.card-text li i Deutung des Todes Jesu ul.card-text li | Das Schweigegebot an den Dämon in der Synagoge war im Kontext der verschwiegenen Lehre Jesu ausgesprochen worden, | die das Wissen darum, wer Jesus ist, notwendig ergänzt, und | die vor allem mit dem Weg, den Jesus zur Erfüllung seiner Sendung zurücklegt, inhaltlich gefüllt werden konnte: br | mit dem Gang Jesu ins Verderben zum Verderben der Dämonen – und letztlich Satan –; br | damit wird Jesu Tod eine bestimmte soteriologische Bedeutung zugemessen. li | Auch in der Heilung des „Aussätzigen“ wird der Tod Jesu am Kreuz gedeutet, und zwar | im Sinne des „Austausches“ zur Befreiung der von Satan/den Dämonen | Besessenen: br | Jesus geht in die Gottferne („Verderben“), um die Menschen daraus zu retten. li i „Austausch“ (nicht „Schicksalsgemeinschaft“) – Auswirkung des Todes Jesu (nicht Teilhabe an der Auferstehung) ul.card-text li | Anders als bei den bisherigen Wundern geht es hier bei der Heilung des „Aussätzigen“ | nicht um eine (positive) Schicksalsgemeinschaft des/der Geheilten mit Jesus | im Sinne einer Teilhabe an der Auferstehung Jesu – wie etwa bei der Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus –, | die alle ohne ein sich auf das Wunder beziehendes Schweigegebot erzählt werden, br | sondern um den „Austausch“ Jesu, den er mit dem Kranken vollzieht und der anschaulich bebildert wird. li | Gemeinsam ist den Dämonenaustreibungen und dem „Austausch“ mit dem „Aussätzigen“ | die Verbindung des Wunders nicht mit der Auferstehung, sondern mit dem Tod Jesu am Kreuz: br | den Dämonen geht Jesus mit seinem Tod am Kreuz ins „Verderben“ voraus; br | mit dem „Aussätzigen“ findet im Tod am Kreuz ein „Austausch“ statt. li | So kann das hier vorhandene Schweigegebot als Signal verstanden werden: ol.card-text li | in die in Mk 1,21-28 mit dem Schweigegebot korrelierende inhaltlich nicht direkt bestimmte „Lehre Jesu“ ergänzend | diese Deutung des Todes Jesu als „Austausch“ einzutragen; li | kommende Erzählungen mit Schweigegeboten im Hinblick auf Wunder (im Unterschied zu Schweigegeboten im Hinblick auf die Person Jesu) | auf die Thematik „Austausch“ hin auszulegen; br | diese Wunder werden durch die Schweigegebote in besonderer Weise hervorgehoben und verbunden. .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title | „Der Mann aber ging weg und verkündete bei jeder Gelegenheit das Wort“ h6.card-subtitle.text-muted Das Brechen des Schweigegebotes als Signal hr ul.card-text li | Während sich die Dämonen an das Schweigegebot gehalten haben und sich künftig auch alle anderen mit Ausnahme von Mk 7,31-37 | an das Schweigegebot halten werden, | wird das Schweigegebot durch den vom „Aussatz“ Geheilten gebrochen. li | Formal entspricht die Verkündigungstätigkeit des Geheilten dem „Austausch“ mit Jesus: von dessen Verkündigungstätigkeit | war gerade noch erzählt worden; als „Aussätziger“ kann Jesus nicht verkündigen – dafür übernimmt der Geheilte. li | Was die Einheitsübersetzung mit br q Der Mann aber ging weg und verkündete bei jeder Gelegenheit, was geschehen war; er verbreitete die Geschichte ... br | übersetzt, müsste eigentlich wie folgt heißen: br q Der Mann aber ging hinaus und begann vielfach zu verkünden und das Wort zu verbreiten ... li | Die inhaltliche Bestimmung der Wendung „das Wort“ ist zwar nicht eindeutig gegeben, sie ist wohl aber mit der | Botschaft, dass Jesus ihn, den einst „Aussätzigen“, geheilt hat und ihn dazu berührt hat, zu füllen | – nur so ist zu begründen, warum Jesus nun die Folgen des übernommenen „Aussatzes“ in der Erzählung zu tragen hat. p.small.card-text Es kann also nicht nur um die Heilung selbst gehen, sondern die Berührung durch Jesus muss mit enthalten sein. li | Die eigenwillige Wendung „das Wort“ kann man in Analogie zu der nicht direkt bestimmten „Lehre“ Jesu in der Erzählung | von der Austreibung des unreinen Geistes in der Synagoge setzen; br | jedenfalls ist eine inhaltliche Entsprechung gegeben: ul.card-text li Jesu Gang ins Verderben den Dämonen voraus, um die Menschen von der Herrschaft der Dämonen zu befreien; li Jesu Übernahme des „Aussatzes“ des „Aussätzigen“, was diesem Heilung bringt. li | Den einen bringt der Tod Jesu am Kreuz den Untergang, den anderen – als Kehrseite derselben Medaille – ein neues Leben. li | Insofern das Schweigegebot hier eines von nur zweien ist, das im ganzen Evangelium gebrochen wird, | könnte dies ein Signal sein: br i Diese Botschaft vom „Austausch“ Jesu mit dem „Aussätzigen“ ist unbedingt zu verkünden! .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title | Scharnier h6.card-subtitle.text-muted Die hervorgehobene Bedeutung der Heilung des „Aussätzigen“ hr ul.card-text li | Die vorliegende Erzählung ist das Scharnier der Gliederung „Galiläa I“, zwischen den Teilen „Galiläa I/A“ und „Galiläa I/C“, | und gleichzeitig das erste von mehreren solcher Scharniere. li Dies gibt ihr auch formal ein hohes Gewicht. .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title q Bereitet den Weg des Herrn h6.card-subtitle.text-muted Der von Jesus vollzogene „Austausch“ im Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen hr ul.card-text li | Indem Jesus mit dem „Aussätzigen“ den „Austausch“ vollzieht, befreit er ihn aus der Gottferne | und stellt ihn neu in die geheilte Gemeinschaft mit Gott (und den anderen Menschen). li | So ist Gott (neu) im Leben dieses Menschen angekommen. li | Mit dem vollzogenen „Austausch“ hat sich Jesus ganz in den Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen gestellt, | hat er „den Weg des Herrn“ zu diesem Menschen „bereitet“. .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title | „Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahnen wird“ I h6.card-subtitle.text-muted Vom Reinigen der Netze zum Rein-Machen der Menschen hr ul.card-text li | In besonderer Weise werden die Söhne des Zebedäus, deren Berufung in der Mitte der konzentrischen Gliederung steht, | mit der Heilung des Aussätzigen verbunden: br | In Mk 1,19 wird erzählt, dass die beiden gerade ihre Netze herrichten (gr. katartizo); br | in Mk 1,40 bittet der Aussätzige Jesus, ihn rein zu machen (gr. katarizo) – br | die sprachliche Ähnlichkeit im Griechischen ist sicher nicht zufällig! li | Im Sinne des „Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahen wird“ | wird hier das einstige Reinigen des Fischernetzes auf das „Reinigen“ von Menschen übertragen | als soteriologisches Wirken in der Nachfolge Jesu: br | in der Taufe, in der Jesu Tod und Auferstehung gegenwärtig sind, | sollen sie Menschen vom „Aussatz“ der Gottferne heilen, sie „rein machen“ – von Christus her, | in welchem durch den „Austausch“ die neue Reinheit geschenkt ist. li | Während bei Petrus und Andreas das Netzeauswerfen bei ihrer Berufung unmittelbar aufgegriffen wird | und auf „Menschenfischer“ übertragen wird, br | fehlt dort eine solche unmittelbare Übertragung der Tätigkeit der Zebedäussöhne auf die spätere Tätigkeit im Dienste Jesu und des Evangeliums; br | hier wird sie nachgeholt. .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title q geh, zeig dich dem Priester und bring für deine Reinigung dar, was Mose festgesetzt hat – ihnen zum Zeugnis h6.card-subtitle.text-muted Der Tempel in Jerusalem kommt in Blick hr ul.card-text li | Es ist Aufgabe der Priester – die auch die Funktion eines Arztes hatten –, die Gesundung von Aussätzigen zu bestätigen. br | Wenn der Priester die Heilung bestätigt – die wiederhergestellte „Reinheit“ feststellt –, darf der Geheilte wieder am normalen Leben teilnehmen. li | Da der „Aussatz“ hier theologisch-ethisch zu verstehen ist, muss weiter bedacht werden, | dass der Tempel eigentlich der Ort der Sündenvergebung und der Wiederherstellung der „Reinheit“ ist. br | Jesu Wirken „ersetzt“ in diesem Falle den Tempel – dort kann man nur bestätigen. li | Mit der Notiz kommt jedenfalls indirekt der Tempel und mit ihm Jerusalem in den Blick; | dorthin wird Jesus sein weiterer Weg führen – der Konflikt dort deutet sich hier schon an, | wird doch quasi das Zeugnis vorausgeschickt, dass Jesus (sein Tod und seine Auferstehung) „Reinheit“ jenseits des Tempels ermöglicht. .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title q.bibeltext | Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, ... dem Gesetz unterstellt ... span.bibelstelle Gal 4,4 h6.card-subtitle.text-muted q.bibeltext Das Netz ist zerrissen, und wir sind frei span.bibelstelle Ps 127,7 hr ul.card-text li | Die Aufforderung Jesu an den Geheilten, sich dem Priester zu zeigen und das Reinigungsopfer darzubringen – also dass jüdische Gesetz zu erfüllen –, | passt eigentlich nicht zum markinischen Jesus; br | sie wirft in der Markus-Exegese aufgrund der sonst sehr deutlich festzustellenden Distanz | zum jüdischen Gesetz Fragen auf. li | Bereits in der vorausgehenden Erzählung war das Reparieren des Netzes, wovon Jesus die Söhne des Zebedäus durch den Ruf | in die Nachfolge erfolgreich abhält, mit Ps 127,7 als Brücke auf span.bibelstelle Gal 5,1 | bezogen worden: br q.bibeltext Zur Freiheit hat uns Christus befreit. Steht daher fest und lasst euch nicht wieder ein Joch der Knechtschaft auflegen! br | Markus beschäftigt sich also mit dem im Bild des Netzes gegenwärtigen jüdischen Gesetz und nutzt dazu den Brief des Paulus an die Galater. li | Das auffällige Halten Jesu an das jüdische Gesetz ist dann von span.bibelstelle Gal 4,4-5 | her verständlich: br q.bibeltext | Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, br | geboren von einer Frau und i dem Gesetz unterstellt, br | damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz stehen, br | und damit wir die Sohnschaft erlangen. li | Das Freikaufen derer, die unter dem Gesetz stehen, lässt sich sehr gut mit der Heilung des „Aussätzigen“ verbinden, | da span.bibelstelle Gal 3,10.13-14 | zu ergänzen ist: br q.bibeltext | 10 Diejenigen aber, die aus den Werken des Gesetzes leben, stehen unter einem Fluch. br | Denn geschrieben steht: Verflucht ist jeder, der sich nicht an alles hält, was das Buch des Gesetzes zu tun vorschreibt. [Dtn 27,26] br | 13 Christus hat uns vom Fluch des Gesetzes freigekauft, indem er für uns zum Fluch geworden ist; br | denn es steht geschrieben: Verflucht ist, wer am Holz hängt. [Dtn 21,23] br | 14 Jesus Christus hat uns freigekauft, damit den Völkern durch ihn der Segen Abrahams zuteilwird br | und wir so durch den Glauben den verheißenen Geist empfangen. li | Der „Segen für die Völker“ (→ Gen 12,3) in Verbindung mit dem Freikauf vom (Fluch des) Gesetz(es) war in der vorhergehenden Erzählung Thema; br | jetzt geht es um den Freikauf als solchen – das stellvertretende Tragen des Fluches – und es kommen daher | – als jene, „die unter dem Gesetz stehen“ (→ Gal 4,5) – besonders die Juden in den Blick. li | Insofern Gal 4,4-5 das Thema „Sohn Gottes“ bzw. „Sohnschaft“ in die Heilung des „Aussätzigen“ einträgt, br | begegnet dieses sowohl in der Mitte der konzentrischen Gliederung (→ Söhne des Zebedäus), als auch am oberen und unteren Rand | der konzentrischen Gliederung: br | der „Aussätzige“ wird durch den „Austausch“ mit Jesus zu einem Sohn Gottes, wie die Söhne des Zebedäus durch ihre Nachfolge zu Söhnen Gottes werden. .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title q.bibeltext | Zur Freiheit hat uns Christus befreit. Steht daher fest und lasst euch nicht wieder ein Joch der Knechtschaft auflegen! span.bibelstelle Gal 5,1 h6.card-subtitle.text-muted Das Gesetz wiederaufrichten oder Menschen vom Fluch des Gesetzes „reinigen“ hr ul.card-text li | Ist erkannt, dass sich das Flicken des Netzes durch die Söhne des Zebedäus in einem übertragenen Sinn auf den Versuch des | Wiedereinführens des jüdischen Gesetzes im (paulinisch-markinischen) Christentum beziehen lässt, ist | die durch den Wortanklang hergestellte Verbindung zwischen dem Herrichten der Netzte (gr. katartizo) und dem Reinmachen | des „Aussätzigen“ (gr. katarizo) vor diesem Hintergrund nochmal zu bedenken. li | Indem die Söhne des Zebedäus das Herrichten der Netzte – also das Wiederaufrichten des jüdischen Gesetzes – sein lassen müssen, | um in die Nachfolge Jesu einzutreten, br | wird zwischen dem Wiederaufrichten des jüdischen Gesetzes und dem Wiederherstellen („rein machen“) | der Menschen ein scharfes „entweder – oder“ konstituiert. li | Ganz im Sinne des Paulus ist nicht beides zugleich zu haben, wie dieser in span.bibelstelle Gal 5,4 | verdeutlicht: br q.bibeltext | Ihr, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, seid von Christus getrennt; br i ihr seid aus der Gnade herausgefallen. li | Die Umkehrprobe in Bezug auf das Handeln der Söhne des Zebedäus funktioniert: br | Würden die Jünger wieder zum Herrichten der Netzte – also zur Wiederaufrichtung des Gesetzes – zurückkehren, | müssten sie die Jesus-Nachfolge verlassen; sei wären von Jesus getrennt. li | Für Paulus wie für Markus ist klar, dass christliche Existenz – für Judenchristen wie für Völkerchristen – | eine Existenz jenseits des jüdischen Gesetzes sein muss, weil nur so der Fluch, den das Gesetz spricht und den Jesus stellvertretend getragen hat, | in die Vergangenheit rutscht und eine befreite Gegenwart ermöglicht ist: br | Der gläubige Christ hat sich vom Gesetz das Todesurteil zusprechen lassen und ist diesem durch das Mitsterben/Mitgekreuzigtsein mit Christus (→ Taufe) entkommen, | was aber in eine Existenz führt, die das jüdische Gesetz hinter sich lässt. br | Paulus drückt es in span.bibelstelle Gal 2,19 | so aus: br q.bibeltext | Ich bin durch das Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich für Gott lebe. br | Ich bin mit Christus gekreuzigt worden. br | Paulus und Markus nehmen gerade dadurch jüdisches Gesetz einerseits und Kreuz Jesu andererseits radikal ernst! .card.slide.border-primary.mb-3 .card-body h5.card-title | „Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahnen wird“ II h6.card-subtitle.text-muted Der Philipperhymnus in seinem Kontext und seine Bezüge zur vorliegenden konzentrischen Gliederung hr p.card-text | In der Mitte der konzentrischen Gliederung steht die Berufung der ersten Jünger mit dem Ruf Jesu: „Kommt her, mir nach!“. br | Und die Berufung der Söhne des Zebedäus, die ihren Vater verlassen, macht – wie mehrfach erwähnt – den Philipperhymnus präsent; br | in dessen (längerer) Hinführung schreibt Paulus: br q.bibeltext | Vor allem: Lebt als Gemeinde so, wie es dem Evangelium Christi entspricht! ... br | Seid untereinander so gesinnt, wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht. span.bibelstelle Phil 1,27a; 2,5 br | Jedensmal geht es um Nachfolge, um das Beispiel Jesu, dem es nachzueifern gilt: br i Jesus ist der Bote Gottes vor den Jüngern her, der ihren weiteren Weg verbindlich bestimmt. p.card-text | Davon angeleitet, entdeckt man gerade in dieser konzentrischen Gliederung viele Bezüge, | die sich mit dem Philipperhymnus in Verbindung bringen lassen. p.card-text q.bibeltext | 6 Er war Gott gleich, hielt es aber nicht als einen Raub fest, Gott gleich zu sein, br | 7 sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. br | Sein Leben war das eines Menschen; br | 8 er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. br | 9 Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, br | 10 damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu br | 11 und jede Zunge bekennt: Jesus Christus ist der Herr zur Ehre Gottes, des Vaters. span.bibelstelle Phil 2,6-11 p.card-text | Wie die folgenden Ausführungen belegen, steht die ganze konzentrische Gliederung in besonderer Weise in Verbindung | mit dem Philipperhymnus und dessen Kontext | und soll in Zusammenhang mit diesem gelesen werden im Sinne einer Vergegenwärtigung, Bebilderung | und Anwendung dieses Hymnus analog zu seiner Verwendung im Brief des Paulus an die Philipper. .card.slide.border-secondary.mb-2 .card-body h5.card-title q | Er war Gott gleich, hielt es aber nicht als einen Raub fest, Gott gleich zu sein, br | sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. br | ... er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, br | bis zum Tod am Kreuz h6.card-subtitle.text-muted | Oberes und unteres Ende der konzentrischen Gliederung br | in Verbindung mit der Berufung der Söhne des Zebedäus in der Mitte der konzentrischen Gliederung hr .card.slide.border-secondary.mb-1 .card-body h5.card-title Philipperhymnus und Heilung des „Aussätzigen“ h6.card-subtitle.text-muted Jesus, Sohn (eines) Gottes, erniedrigt sich und „tauscht“ mit einem „Letzten“ hr ul.card-text li | Der Philipperhymnus besingt, wie der Gottgleiche die Position tauscht: br | aus der himmlischen Herrlichkeit heraus in die Erniedrigung bis zum schmachvollen Tod am Kreuz; br | von weiter oben als der Gottgleichheit kann man nicht kommen, tiefer als zum Tod am Kreuz – vorgestellt auch als äußerste Gottferne – kann man nicht sinken: br | Jener, der eigentlich – qua Gottgleichheit – „Erster“ ist, wird zum „Letzten“. li | In Analogie dazu erzählt die Heilung des Aussätzigen, dass Jesus, Sohn (eines) Gottes – Titel des „Ersten“ in der römischen Gesellschaft –, | mit einem „Aussätzigen“ einen „Austausch“ vollzieht, von einem Gesunden zu einem „Kranken“ wird, | um den Kranken gesund zu machen (→ „er hat unsere Krankheit getragen“); br | durch „Aussätzigsein“ aber gehört man zu den „Letzten“ der Gesellschaft, br | und Ort des „Austausches“ ist der Tod am Kreuz (s. o.). li | Während in der Heilung des „Aussätzigen“ der „Austausch“ konstitutiv ist, | enthält der Philipperhymnus nicht explizit den Gedanken, dass die Entäußerung und Erniedrigung des Gottgleichen zugunsten eines anderen geschieht, also um jemand anderen zu beschenken bzw. aufzurichten; br | der Hymnus geht vielmehr zur Erhöhung des sich selbst erniedrigt habenden durch Gott über. li | Allerdings zeigt der Kontext des Hymnus im Philipperbrief, dass Paulus den Hymnus der Erniedrigung des Gottgleichen und seine darauffolgende Erhöhung | in seinen Brief aufnimmt, um damit ein Verhalten der Gemeinde zugunsten anderer zu motivieren, bei dem der Gedanke „Erniedrigung zur Erhöhung anderer“ eine Rolle spielt | und er also den Hymnus im diesem Sinne versteht: br q.bibeltext | In Demut schätze einer den anderen höher ein als sich selbst. br | Jeder achte nicht nur auf das eigene Wohl, sondern auch auf das der anderen. span.bibelstelle Phil 2,3a.4 li | Mit „Entäußerung“, „gehorsam“ und „Tod am Kreuz“ enthält der Hymnus aber schon selber Begriffe, die eine soteriologische Bedeutung der Erniedrigung des Gottgleichen andeuten bzw. beinhalten: ul.card-text li | In der Adam-Christus-Parallele in Röm 5,12-21 wird dem Gehorsam Christi eine soteriologische Funktion beigemessen: br q.bibeltext | Wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die vielen zu Sündern gemacht worden sind, br | so werden auch durch den Gehorsam des einen die vielen zu Gerechten gemacht werden. span.bibelstelle Röm 5,19 li | Der Gedanke der „Entäußerung“ („Entleerung“) begegnet in span.bibelstelle 2 Kor 8,9 | im Sinne eines „Austausches“: br q.bibeltext | Denn ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus: br | Er, der reich war, wurde euretwegen arm, um euch durch seine Armut reich zu machen. br | Paulus will damit die Korinther zur Kollekte für Jerusalem motivieren. br span.small | Dieser Vers steht auch im Hintergrund von Mk 10,21! li | Der „Tod am Kreuz“ ist in der gesamten paulinischen Tradition „Ort des Heiles“. br | Im Philipperhymnus klappt diese Wendung nach und ist daher betont, sicher in einem soteriologischen Sinne. br ul.card-text.small li | Vielleicht hängt die auffällige Doppelung „bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz“ mit dem Vierten Lied vom Gottesknecht des Jesaja zusammen; br | dort findet sich die Aussage „... er sein Leben dem Tod preisgab und sich unter die Abtrünnigen rechnen ließ“ (Jes 53,12a): br | der Tod am Kreuz lässt sich als Tod der Abtrünnigen/Verbrecher sehr gut mit dem Satzteil „sich unter die Abtrünnigen rechnen ließ“ verbinden. li | Auffällig ist, dass im Vierten Gottesknechtslied der stellvertretende Tod – analog zum Tod am Kreuz im Philipperhymnus – Grund für die Erhöhung ist: br q.bibeltext | Deshalb gehe ich ihm Anteil unter den Großen und mit den Mächtigen teilt er die Beute, br | weil er sein Leben dem Tod preisgab und sich unter die Abtrünnigen rechnen ließ. span.bibelstelle Jes 53,12a-b li | Wahrscheinlich speist sich also der Philipperhymnus aus dem Vierten Gottesknechtslied. li | Das Vierte Lied vom Gottesknecht, das mit der Aussage „Er hat unsere Krankheit getragen“ (Jes 53,4a) auch Pate für die Erzählung von der | Heilung des „Ausätzigen“ stand, ist generell vom „Austausch“ geprägt, so auch das Sich-unter-die-Abtrünnigen-rechnen-Lassen im Sinne des | „Mein Knecht, der gerechte, macht die Vielen gerecht; er lädt ihre Schuld auf sich. ... Er hob die Sünden der Vielen auf und trat für die Abtrünnigen ein“ (Jes 53,11d.12c). br | Daher ist es wahrscheinlich, dass Entleerung und Erniedrigung des Gottgleichen „bis zum Tod am Kreuz“ analog im Sinne eines „Austausches“ zu verstehen sind: br | um den Menschen, der in die Tiefe der Gottferne gefallen war, aus dieser Gottferne zu erlösen – ihn mit Gottes Gnade zu beschenken und ihn aufzurichten –, ist der Gottgleiche in die Tiefe der Gottferne – den Tod am Kreuz – hinabgestiegen. li | Der Hymnus weist im Vergleich zum Gottesknechtslied eine doppelte Radikalisierung auf: br | Der „Austausch“ geschieht auf Seiten des Erlösers als Entleerung und Erniedrigung von der höchsten Stelle – der Gottgleichheit – herab in die tiefste Tiefe der Gottferne des Tod am Kreuz, br | und die Erhöhung stellt nicht in die Gemeinschaft der „Großen und Mächtigen“, sondern verleiht „den Namen, der größer ist als alle Namen“. li | Insgesamt wird man sagen können, dass die Heilung des „Aussätzigen“ | genau das erzählt, was der Philipperhymnus bis zum soteriologisch verstandenen „Tod am Kreuz“ besingt, nur dass die Erzählung von Jes 53,4a her das Bild „gesund ↔ krank“ nutzt. br | Wie der Philipperhymnus vom Vierten Gottesknechtslied inspiriert ist, so auch die Heilung des „Aussätzigen“, | die aber im Kontext der konzentrischen Gliederung auch mit dem Philipperhymnus in Beziehung steht. //- li | In diese Analogie der Erniedrigung des Gottessohnes im Philipperhymnus und bei der Heilung des Aussätzigen | ist die Parallele im Handeln des Gottessohnes Jesus und der Söhne des Zebedäus einzubinden: br | Auf der soteriologischen Ebene gilt: br i Der Gesunde – Jesus – wird „krank“, damit der Kranke gesund wird. | – Dies führen die Söhne des Zebedäus weiter, indem sie künftig Menschen „reinigen“ und dabei diesen „Austausch“ Jesu vergegenwärtigen und zur Anwendung bringen. br | Dazu kommt aber, dass diese Reihung auf das zu übertragen ist, | was von den Söhnen des Zebedäus neben dem Netzreinigen (→ Ausgangspunkt für ihr späteres soteriologisches Handeln) noch erzählt wird; br | dabei ist vom „Austausch“ Jesu her auch dort ein „Austausch“ zu ergänzen auf der ethischen Ebene: br i Die Habenden verzichten, damit die, die nichts haben, etwas haben. br i Der Mächtigen werden zu Dienern, damit die, die Diener sind, bedient werden. .card.slide.border-secondary.mb-1 .card-body h5.card-title Die Söhne des Zebedäus: Berufen zum Dienst am Menschen h6.card-subtitle.text-muted „Austausch“ in einem ethischen Sinne als Nachfolge Jesu hr ul.card-text li | Über das Stichwort „Sohn“/„Söhne“ sind die Söhne des Zebedäus (→ Mitte der konzentrischen Gliederung) mit dem „Sohn (eines) Gottes“ (→ oberes Ende der konzentrischen Gliederung) verbunden, br | über die sprachliche Ähnlichkeit „rein machen“/„Netze reinigen“ mit der Heilung des „Aussätzigen“ durch Jesus (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung). li | Wie die Söhne des Zebedäus ihren Vater verlassen und damit die Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb aufgeben, um Jesus nachzufolgen, br | so hat der Gottgleiche seine himmlische Herrlichkeit und die damit verbundene Stellung dort verlassen: ul.card-text li | Der Eintritt in die Nachfolge Jesu bedeutet für die Söhne des Zebedäus, aus einer Welt des Habens auszubrechen: br | sie verlassen mit ihrem Vater auch den irdischen Besitz der Familie, der – so legen es die Tagelöhner nahe – nicht zu klein gewesen sein kann. br | Hier ist eine Analogie zum Gottessohn zu sehen, der seine himmlische Herrlichkeit verlassen, | sich entäußert hat. li | Und wie der Gottessohn durch seine Erniedrigung zum Diener, zum Sklaven wurde, gehorsam bis zum Tod am Kreuz, br | so lassen sich die Jünger für die Sache Jesu in Dienst nehmen – angedeutet nicht zuletzt im Gehorsam gegenüber Jesus, | von dem sie sich ohne Umschweife in die Nachfolge rufen lassen. li | Während bei Simon und Andreas ihr Netzeauswerfen unmittelbar bei der Berufung mit der Bestimmung, „Menschenfischer“ zu werden, aufgegriffen wird, br | fehlt ein analoger Erzählzug bei Jakobus und Johannes, die gerade ihre Netze reinigen; br | dies wird hier indirekt nachgeholt, indem das Handeln Jesu am „Aussätzigen“ (→ „rein machen“) mit dem Handeln der Zebedäussöhne bei ihrer Berufung | (→ „Netze reinigen“) durch eine sprachliche Ähnlichkeit verbunden wird: br | sie, die einst „Netze gereinigt“ haben, werden künftig – in der Taufe – „Menschen reinigen“ und dabei den von | Christus vollzogenen „Austausch“ mit dem „Aussätzigen“ (= Sündern) im Tod am Kreuz vergegenwärtigen und zur Anwendung und Auswirkung bringen; br | so setzt sich in ihrem Wirken die Erlösung in Christus fort (s. o.). li | Weil das Thema „Austausch“ für die Erzählung von der Heilung des „Aussätzigen“ konstitutiv ist und | das Handeln Jesu mit dem der Zebedäussöhne verknüpft ist, | ist nahegelegt, dass das Thema „Austausch“ auch bei den Söhnen des Zebedäus eine Rolle spielen muss. li | Allerdings kommt es beim „Menschen reinigen“ – also der Taufe – nicht zu einem „Austausch“ der Jünger mit den Täuflingen (in dem Sinne, dass die Taufspender „unrein“ werden würden). br | Dadurch entsteht eine Spannung, die aufgelöst werden muss. //- li | Hier kann folgender Gedankengang helfen: br | Das „Rein machen“ des „Aussätzigen“ ist mit dem „Austausch“ Jesu mit dem „Aussätzigen“ (→ „er hat unsere Krankheit getragen“) identisch; br | damit wiederum ist – löst man die Bildsprache auf – identisch, was der Philipperhymnus vom Gottgleichen bis zum „Tod am Kreuz“ besingt; br | Entleerung und Erniedrigung des Gottgleichen im Philipperhymnus ist aber | analog von den Söhnen des Zebedäus erzählt, die ihren Vater und damit die Stellung im väterlichen Betrieb verlassen | und in den Dienst Jesu treten. – Genau damit lässt sich der Gedanke des „Austausches“ verbinden im Sinne der Nachfolge. //- Berufung der Jünger Heilung des Aussätzigen Nachfolge: Ergänzung eines Gegenüber SdZ reinigen Netze Jesus reinigt den Aussätzigen durch Austausch Jünger reinigen Menschen – ohne Austausch SdZ verlassen Vater Gottgleicher entleert und erniedrigt sich, Jünger tauschen mit den Letzten um den Menschen aus der Gottferne zu retten, also zu Gott zu erhöhen → Austausch br span.small | Verkürzt könnte man auch sagen: br | Weil das Thema „Austausch“ bei der Heilung des „Aussätzigen“ zentral ist, dieses sich aber nicht mit der | Analogie „(Menschen) rein machen“ – „Netze reinigen“ verbinden lässt, br | ist in die Analogie zwischen Jesus und den Zebedäussöhnen das hineinzuholen, was von letzteren | neben dem Netzereinigen noch erzählt wird, nämlich das, womit sie auf den Ruf in die Nachfolge antworten | und womit sie dem Vorbild des Gottgleichen im Philipperhymnus folgen; br | vom „Austausch“ Jesu her ist dort ein „Austausch“ zu ergänzen. br | Oder, nochmal anders ausgedrückt: br | Der „Austausch“ Jesu mit dem „Aussätzigen“ bedeutet für die Jünger, dass sie nun – in der Taufe – „Menschen reinigen“ können von Schuld. br | Von dieser soteriologischen Ebene ist auf die ethische Ebene zu gehen, weil der „Austausch“ mit dem „Aussätzigen“ durch Jesus ein Bild ist | für seine Entäußerung und Erniedrigung zum Sklaven bis zum Tod am Kreuz; bei dieser Rückübertragung müssen die Söhne des Zebedäus | mitgenommen werden, also ist statt der Verbindung „Netze reinigen → Menschen reinigen“ das in Blick zu nehmen, was im Zuge des Eintritts in die Nachfolge | von ihnen auf der ethischen Ebene erzählt wird und womit sie dem Vorbild des Gottgleichen im Philipperhymnus folgen; | dort ist der „Austausch“ einzutragen. li | Schlüssel dazu ist die Erkenntnis der Analogie zwischen der Erzählung der Heilung des „Aussätzigen“ und dem | Philipperhymnus. br | Die Erzählung nutzt die Bildsprache „Krankheit“ aus dem Vierten Lied vom Gottesknecht des Jesaja, | um das Erlösungsgeschehen zu beschreiben: „er hat unsere Krankheit getragen“. Der „Austausch“, den Jesus vollzieht, | ist einzigartig, einmalig – die Jünger können ihn (in der Taufe) nur „anwenden“. br | Wechselt man nun von dieser Bildsprache „Krankheit“ | in die sachlich indentischen Ausdruckskategorien des Philipperhymnus, | muss man die Söhne des Zebedäus „mitnehmen“: | Nun erscheint als verbindendes Element zwischen Jesus und den Söhnen des Zebedäus nicht „Netze reinigen → Menschen reinigen“, | sondern das Verlassen des hohen Status; dort lässt sich auch bei den Söhnen des Zebedäus ein „Austausch“ eintragen, | und dies soll der Leser tun. table.table.table-sm.mt-3 thead tr th.card-text | Biblischer Text als Verstehensfokus th.card-text | Handeln Jesu th.card-text | Anknüpfungspunkt in der Erzählung von der Berufung der Zebedäussöhne th.card-text | Dienst der Jünger in der Nachfolge Jesu tbody tr td.card-text | Viertes Lied vom Gottesknecht br | → Bildebene td.card-text | „Rein machen“ des „Aussätzigen“ durch Vollzug eines „Austausches“ (im Tod am Kreuz): br | „er hat unsere Krankheit getragen“ td.card-text | Die Söhne des Zebedäus reinigen ihre Netze td.card-text | Die Jünger „reinigen“ im Bad der Taufe Menschen br | → soteriologische Ebene tr td.card-text | Philipperhymnus br | → Sachebene td.card-text | Der Gottgleiche entäußert und erniedrigt sich bis zum Tod am Kreuz, | um den Menschen aus der Gottferne zu befreien br | → Sachlich identische Analogie zum „Austausch“ mit dem „Aussätzigen“ td.card-text | Die Söhne des Zebedäus verlassen ihren Vater und damit die Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb td.card-text | „Austausch“ auf ethischer Ebene li | Der Evangelist will also sagen: ul.card-text li | Wie Jesus bei der Heilung des Aussätzigen einen „Austausch“ vollzogen hat: br i Der Gesunde – Jesus – wird „krank“, damit der Kranke gesund wird. li | So sollen – auf die ethische Ebene übertragen – auch die Jünger einen „Austausch“ vollziehen: br i Die Habenden verzichten, damit die, die nichts haben, beschenkt werden. span.small (Vgl. Mk 10,21) br i Der Mächtigen werden zu Dienern, damit die, die niedergedrückt sind oder ausgenutzt werden, aufrichtend-befreiende Hilfe erfahren. span.small (Vgl. Mk 10,42-44) br | Denn gerade dies ist das Handeln des Gottessohnes nach dem Philipperhymnus, das für die Menschen Erlösung gebracht hat. span.small (Vgl. Mk 10,45) br span.small | Zugegeben: Bei Mächtige → Diener hinkt der „Austausch“ etwas; dies liegt aber daran, | dass keine neuen Mächtigen kreiert werden sollen, sondern eine Gemeinschaft von Dienern entstehen soll, | in der aber gerade „die ganz unten“, die „Letzten“, Hilfe erfahren, aufgerichtet werden und in diesem Sinne nicht „Letzte“ bleiben; br | wer sich aber zum Diener dieser „Letzten“ macht, der stellt sich auf die Stufe noch darunter, wird in diesem Sinne zum „Letzten der Letzten“, | so dass die „Letzten“ eine Stufe nach oben erhöht werden. li | Durch das Eintragen des „Austausches“ erhält das ethische Handeln der Zebedäus-Söhne bei ihrer Berufung ein menschliches Gegenüber, wie das soteriologische | Handeln Jesu und der Jünger schon immer ein Gegenüber hatte: br | Ihr Verzicht und ihr Gehorsam Jesus gegenüber geschieht nicht in ein „Nichts“ hinein, auch nicht primär um eines | himmlischen Lohnes willen, ihr Dienst in der Nachfolge Jesu ist kein (rein) spirituell-liturgischer Dienst; br i ihr Verzicht und ihr Dienst geschehen zugunsten eines menschlichen Gegenübers, mit dem es in gewisser Weise zu einem „Austausch“ kommt. br | Damit zielt Nachfolge auf die umfassende Verwandlung der Lebensumstände im Hier und Heute: der eigenen zugunten der von anderen | im Sinne einer Teilhabe an der „Neuheit des Lebens“ und des „Aufrichtens von Menschen“. li | In diesem Sinn bilden das „soteriologische Element“ (→ „Menschenfischer/-reiniger“) und das „ethische Element“ (→ Verzicht, Sich-in-Dienst-nehmen-Lassen) | von Nachfolge nicht nur eine unlösliche Einheit, es kann sogar von einem doppelten „soteriologischen Handeln“ der Jünger die Rede sein: ul.card-text li | Dass Jesus durch den „Austausch“ (= Tod am Kreuz) den „Aussätzigen“ rein gemacht hat, | ermächtigt und ruft sie, Menschen im Bad der Taufe rein zu machen. li | Aber auch ihr ethisches Handeln in der Nachfolge Jesu hat soteriologische Qualität, | insofern Menschen aus ihren schwierigen Lebensumständen befreit oder diese zumindest gelindert werden; br | dies aber in Analogie, nicht Identität, als indirekte Auswirkung durch analoges Handeln der Jünger, | nicht als Mitwirkung an der einmaligen Erlösertat Christi. li | Durch diese mehrdimensionale Nachfolge im Dienst an den Menschen werden die „Söhne des Zebedäus“ zu „Söhnen Gottes“. .card.slide.border-secondary.mb-2 .card-body h5.card-title q | Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen ... br | damit alle ... unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu ... br | Jesus Christus ist der Herr zur Ehre Gottes, des Vaters. h6.card-subtitle.text-muted Die Taufe Jesu und die Massenheilungen mit Dämonenaustreibungen als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung hr ul.card-text li | Tod und Auferstehung Jesu, die in der Tauferzählung präsent sind, wirken sich aus: br | Die Menschen werden „gesund“, die Dämonen müssen weichen. br | → Jesus ist der Eine, der für die Vielen starb: „Mein Knecht, der gerechte, macht die Vielen gerecht; er lädt ihre Schuld auf sich.“ (Jes 53,11 b); br | dies verbindet sich mit der Übernahme des „Aussatzes“ des „Aussätzigen“, der dadurch gesund wird (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung). li | An dieser Tat Jesu hat Gott sein Wohlgefallen, wie es in der Taufszene ausgesprochen wird. li | In der Auferstehung (→ „als er aus dem Wasser stieg“) wird Jesus daher „dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzt als Sohn Gottes in Macht“ (→ Röm 1,4); br | entsprechend wird Jesus von Gott angeredet: „Du bist mein geliebter Sohn“. br | Gegenüberliegend weichen die Dämonen, die wissen, wer Jesus ist. br | „Sohn (eines) Gottes“ (→ oberes Ende der konzentrischen Gliederung und Tauferzählung) | ist Kaisertitualtur im römischen Reich, der Titel des „Ersten“ im Reich; br | somit kann sich diese Sohnesbetitelung mit der Verleihung des Namens, „der größer ist als alle Namen“ verbinden. br span.small | Im Philipperhymnus wird zwar nicht auf den Gottessohntitel abgehoben, sondern auf den Titel „Kyrios“ (= „Herr“). br | Allerdings ist auch dies ein Titel des Kaisers – der Bezug zum „Ersten im Reich“ ist also so oder so gegeben. li | Die „Stimme vom Himmel“, die Jesus als Sohn anspricht, und das gegenüberliegende Verbot an die Dämonen zu sprechen, weil sie ihn kannten, | verbindet sich mit der Aussage „jede Zunge bekennt: Jesus Christus, ist der Herr ...“. br | Gott – der hinter der „Stimme vom Himmel“ steckt – und die Dämonen sind als Extreme vorstellbar, | die „jede Zunge“ dazwischen einschließen. br | Das Verbot an die Dämonen zu sprechen, weil sie ihn kannten, ist die Verhinderung eines Bekenntnisses (analog zum „Bekenntnis“ des Dämon in Mk 1,21-28), | wodurch „jede Zunge bekennt“ aus bestimmtem Grund invertiert wird, aber gerade in der Invertierung dennoch da ist. br | Zwar heißt es einnmal „Stimme“, einmal „Zunge“, doch ist die Zunge ein wichtiges Werkzeug für die Sprache; | in Mk 7,35 heißt es deshalb auch: „... seine Zunge wurde von ihrer Fessel befreit und er konnte richtig reden.“ br | Ferner haben „Zunge“ und „Sprache“ im Griechischen einen ähnlichen Klang: „glossä“ – „phonä“; jeweils mit Omega gebildet. span.small | Die Verwendung von „Stimme“ (vom Himmel) in Mk 1,11 hängt dort auch mit dem Aufgreifen | von „Stimme eines Rufers in der Wüste“ in Mk 1,3 zusammen. li | Die Austreibung der Dämonen, die wissen, wer Jesus ist, lässt sich – | besonders im Gegenüber zur Taufe, wo der Gottessohntitel Jesu im Sinne des „Namen über alle Namen“ aufleuchtet – | auch mit dem Satzteil „damit alle ... unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu“ | im Philipperhymnus verknüpfen: br | sie beugen in dem Sinne das Knie vor Jesus, dass sie aus den Menschen weichen – und indem sie gehorsam sind, also nicht bekannt machen, wer Jesus ist, | was die Erzählung indirekt aussagt. li | Durch den Sohnestitel wird die „Stimme vom Himmel“ bei der Taufe indirekt als Stimme „Gottes, des Vaters“ aufgelöst; | das geäußerte Wohlgefallen Gottes und die sich damit verbindende Erhöhung im Sinne der Auferstehung = | Einsetzung Jesu als „Sohn Gottes in Macht“ legt Zeugnis ab, dass dies alles „zur Ehre Gottes, des Vaters“ geschieht. .card.slide.border-secondary.mb-2 .card-body h5.card-title q | damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu h6.card-subtitle.text-muted | Der Wüstenaufenthalt Jesu und die Heilung der Schwiegermutter des Petrus als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung br | in Verbindung mit den Dämonenaustreibungen hr ul.card-text li | Wie die Versuchung Jesu seinen Tod zum Heil der Menschen gegenwärtig macht, br | so die Heilung der Schwiegermutter des Petrus seine Auferstehung und die Auswirkung der Anteilhabe an Jesu Tod und Auferstehung für den Menschen: br | Aufgerichtet zum Dienst. li | Beide Erzählungen waren schon (Teil der) Mitte und unteres Ende einer konzentrischen Gliederung: br | Jesus, der von den Jüngern auf die Kranke aufmerksam gemacht wird, rettet sie auf die „Insel des Lebens in der Wüste der Gottferne“, | die durch seinen Gang in die „Wüste“ entsteht. li | Ihr Dienst an Jesus und seinen Begleitern verbindet sich mit dem Dienst der Engel an Jesus bei dessen Wüstenaufenthalt: br | sie stehen als Vertreter für „alle im Himmel“ und „auf der Erde“, die „ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu“. li | Durch die Versuchung Jesus durch Satan müssen hier die Dämonenaustreibungen durch Jesus (gegenüber der Taufe und gegenüber der Evangelienverkündigung) | mitbedacht werden: br | Auch sie – die „unter der Erde“ – „beugen ihre Knie vor dem Namen Jesu“, indem sie aus den Menschen weichen und sich an das Schweigegebot halten. br | Von dort aus ist hier einzutragen, dass selbst Satan sein „Knie vor dem Namen Jesu“ beugen muss, den Jesus hat seine Versuchung bestanden | und damit Satan besiegt. .card.slide.border-secondary.mb-2 .card-body h5.card-title q | wie es dem Evangelium Christi entspricht ...: br | er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz br | damit alle auf der Erde ... und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu ... h6.card-subtitle.text-muted | Der Eröffnungsruf des Wirkens Jesu und die Dämonenaustreibung in der Synagoge als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung hr ul.card-text li | Der Auftakt des Wirkens Jesu blickt zunächst zurück auf den gewaltsamen Tod Johannes des Täufers („Nachdem Johannes ausgeliefert worden war ...“) | und macht so Jesu eigenen Tod präsent; br | dies verbindet sich mit der Frage des Dämon, ob Jesus gekommen sei, ihn und Seinesgleichen „ins Verderben zu stürzen“: br | → Jesus ist gekommen, um dem Dämon „voraus“ „ins Verderben“ zu gehen (→ Tod am Kreuz) und ihn und seinesgleichen auf diese Weise „ins Verderben zu stürzen“. br | Insofern es sich dabei um jenen handelt, den der Dämon als „Heiligen Gottes“ bezeichnet – eine Ehrbezeichnung! –, schwingt jene Erniedrigung mit, | die der Philipperhymnus besingt. li | Gerade dieser Gang Jesu, des „Heiligen Gottes“, ins Verderben ist fundamentaler Teil des „Evangelium Gottes“; br | der Titel „Heiliger Gottes“ spielt zugleich auf die Einsetzung Jesu „dem Geist der Heiligkeit nach als Sohn Gottes in Macht“ an | als komplementärem Bestandteil des „Evangelium Gottes“: br | durch Tod und Auferstehung Jesu ist „das Reich Gottes zum Greifen nahegekommen“. li | Das Nahegekommensein des Gottesreiches wirkt sich aus und muss sich auswirken: br | Wie der Dämon vor dem Namen Jesu, des „Heiligen Gottes“, die Knie beugt, indem er schweigt und weicht, | sollen auch die Menschen vor diesem Namen Jesu die Knie beugen, indem sie seinem Ruf zu Glaube und Umkehr folgen: | eine Verpflichtung, zu leben, „wie es dem Evangelium Christi entspricht“, | nämlich selber den Weg der Erniedrigung zu gehen. .card.slide.border-secondary.mb-2 .card-body h5.card-title q | Lebt als Gemeinde so, wie es dem Evangelium Christi entspricht ...: br | er erniedrigte sich ... | Darum hat ihn Gott über alle erhöht h6.card-subtitle.text-muted | Das Wirken Johannes des Täufers und der Neuaufbruch Jesu als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung hr ul.card-text li | Jesus ist der nach Johannes kommende „Stärkere“, besonders durch seine Auferstehung, | auf die die Erzählung vom Neuaufbruch eingangs anspielt. br | Durch die Auferstehung hat Jesus auch die Stellung eingenommen, die ihn von allen anderen abhebt, | was Johannes mit deutlicher Unterwürfigkeit zum Ausdruck bringt. li | Wie aber Johannes in der Wüste als Asket lebt und wirkt, br | so sucht Jesus – dessen überragende Stellung bewusst gemacht wurde – auch die „Wüste“ auf: br | der Blick auf die hoheitliche Stellung des Auferstandenen wird umgelenkt auf seine Sendung in die – als Gegensatz mit Erniedrigungscharakter zu verstehende – „Wüste der Gottferne“, | die der Ort seines irdischen Wirkens war; diese Sendung in die Wüste erfüllt ihn als Beistand seiner Jünger auch weiterhin. li | Tiefsinnig sind die Orte und die Aktionsrichtungen in den beiden Erzählungen aufeinander zu beziehen: ul.card-text li | Wie die Leute aus „ganz Judäa“ und „alle Einwohner Jerusalems“ zu Johannes in die Wüste kommen, br | so wird Jesus von „allen“ gesucht und geht Jesus dann aus der „Wüste“ in die „benachbarten Dörfer“ und zieht schließlich durch „ganz Galiläa“. li | Doch kommen die Leute zu Johannes in die Wüste, weil ihre Heimat selber „Wüste“ ist: Ort der Gottferne (→ Jes 40,3: „Wüste“ bezieht sich auf Jerusalem!). br | So ist auch der Gang Jesu „aus der Wüste“ in die Dörfer eigentlich kein Verlassen der „Wüste“, sondern ein weiteres Vordringen in sie hinein. li | Diese „Wüste“ ist der Ort, an den die Begleiter Jesu ihm „nacheilen“ müssen, weil das auch Ort ihrer Sendung ist, | wie sie auch schon Ort der Sendung Johannes des Täufers war. li | Da die Umlenkung von der Auferstehungsherrlichkeit auf die Sendung Jesu den Blick auf den Weg der Erniedrigung lenkt, den Jesus im Rahmen seiner Sendung | auf sich genommen hat, br | verbindet sich diese Umlenkung | mit dem „Darum“ im Philipperhymnus als Schwarnier zwischen Erniedrigung | und Erhöhung des ursprünglich Gottgleichen. br | Es ist ein betontes „Darum“, das die jetzige Stellung mit dem vorausgegangenen Weg begründet | und damit diesen Weg betont; br | es ist dieser Weg in die Erniedrigung, der der Grund ist – wie der Kontext deutlich macht –, warum Paulus | den Hymnus in seinem Philipperbrief überliefert: br | dieser Weg der Erniedrigung des Gottgleichen muss sich im Verhalten der Christen ausprägen. li | In diesem Sinn verkündet Johannes die „Taufe des Sinneswandels“, der ol.card-text li | der Umlenkung vom Blick auf den Auferstanden | auf die Sendung Jesu und damit auch die eigene Sendung in der Nachfolge Jesu folgt und der li | als Vorbild den Sinneswandel des Gottgleichen hat, der dieses Gott-gleich-Sein nicht als Raub festhielt, sondern sich entäußerte | und erniedrigte. li | So fällt der Blick auch auf die Askese Johannes des Täufers als Vorläufer Jesu und die Jünger, die Jesus nachfolgen bzw. nacheilen | (→ Gegenüber und Mitte der konzentrischen Gliederung): br | Die Askese des Täufers kann dazu in Beziehung gesetzt werden, dass Petrus und seine Begleiter Jesus nach in die Wüste „herabsteigen“ | und dass die Söhne des Zebedäus den Reichtum der Familie (→ Tagelöhner) | verlassen und sich von Jesus in Dienst nehmen lassen, womit sie das „Darum“ ernst nehmen und den geforderten Sinneswandel vollziehen. .card.slide.border-secondary .card-body h5.card-title q | in Demut schätze einer den anderen höher ein als sich selbst span.bibelstelle Phil 2,3 h6.card-subtitle.text-muted | Der von Jesus vollzogene „Austausch“ als soteriologisch-ethisches Paradigma hr ul.card-text li | Jesu „Reinmachung“ des „Aussätzigen“ ist hier soteriologisch zu verstehen, was schon die Bezüge zum Vierten Gottesknechtslied belegen: br | ein Mensch in der Gottferne wird durch den „Austausch“, den Jesus am Kreuz vollzieht, indem er in die Gottferne hinein stirbt, | (neu) in die geheilte Gemeinschaft mit Gott hineingeholt. li | In einem dreifachen Sinne kommt hier aber eine bestimmte Ethik ins Spiel: ul.card-text li | Zur Erlösung in Christus – zum „Austausch“ – gehört essentiell, | dass der Gottessohn sich erniedrigt und sich zum Diener und Sklaven bis zum Letzten macht. br | Damit hat die Erlösung durch Jesu Tod unlöslich eine bestimmte ethische Dimension. li | Der „Aussatz“ des „Aussätzigen“ ist die Gottferne und die Entfremdung von den Mitmenschen | aufgrund seines ethischen Verhaltens im Dienste der Sünde. br | Die Heilung beudetet für ihn neue Gemeinschaft mit Gott und den Mitmenschen, | die sich in einem geänderten, gottgefälligen Lebenswandel zeigt und zeigen muss. li | Dabei ist die ethische Dimension des Erlöserhandelns des Gottessohnes selber verbindliches Beispiel | für das eigene Handeln in der Nachfolge Jesu, | wie dies bei der Berufung der Söhne des Zebedäus bebildert werden kann. li | Das rückblickende „Darum“ in Verbindung mit der folgenden Erhöhung im Philipperhymnus ist Paulus | wie Markus Motivation zum Aufruf, sich selber zu erniedrigen: br q.bibeltext Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein. span.bibelstelle Mk 10,35 br | Dies kann als radikalisierte Fassung des Aufrufes des Paulus im Kontext des Philipperhymnus gelesen werden: br q.bibeltext in Demut schätze einer den anderen höher ein als sich selbst span.bibelstelle Phil 2,3 li | Hier beginnt auch der „Aussätzige“ nochmal zu schillern: br | er kann – in einem erweiterten Sinne – für alle „Ausgegrenzten“ stehen, für alle, die (allein) für sich ihren Weg gehen (müssen) (→ Jes 53,6!); br | da mag Schuld eine Rolle spielen, Krankheit (→ Krankenheilungen [→ Mehrdeutigkeit der Krankheiten]), die Zugehörigkeit zu einem Volk (→ „Heidenmission“) oder einer Bevölkerungsgruppe (schon in Mk 2,13-17 kommen die Zöllner in Blick) | oder der soziale Status (→ blinder Bettler Bartimäus in Mk 10,36-52), letztlich alles, durch das jemand zu einem „Ausgegrenzten“, zu einem „Letzten“ wird. li | Jesus hat mit dem „Aussätzigen“ einen „Austausch“ vollzogen und ist selbst zu einem „Letzten“ geworden. br | Im „Mir nach!“ (→ Mitte der konzentrischen Gliederung) steckt der Aufruf, sich selber zu erniedrigen, | selber zum Diener der „Letzten“ zu werden und so selber „Letzter“, um diese „Letzten“ in | die geheilte – von allen trennenden und belastenden Dingen befreite – Gemeinschaft mit Gott und den Mitmenschen zu heben, | letztlich „den Weg des Herrn“ zu diesen „Letzten“ zu bereiten. .card.slide.border-primary .card-body h5.card-title | Anfang des Evangeliums! h6.card-subtitle.text-muted Grund und Prinzip des Evangeliums hr ul.card-text li | Das griechische Wort, das wir mit „Anfang“ übersetzen, meint nicht nur den zeitlichen Anfang, | sondern auch „Grund“, „Ursprung“, „Prinzip“. li | Wenn daher hier – in einem zeitlichen Sinn – eher von einem Ende als von einem Anfang erzählt wird, | kann das an Anreiz sein, weiterzudenken. li | Tatsächlich erzählt die Heilung des „Aussätzigen“, mit dem Jesus – im Tod am Kreuz – den „Austausch“ vollzieht, | den Grund und den Ursprung des Evangeliums, br | zugleich aber auch das Prinzip des Evangeliums, das die Jünger – gemäß Phil 2,6-11 – aufruft, das Handeln Jesu im eigenen | Handeln nachzuvollziehen.