extends ../layout include ../mixins block content .card.slide.mb-3 .card-body h5.card-title Das Zeitalter des Geistes – das Gnadenjahr des Herrn .card-text p | Seit der Verheißung der Geburt Johannes des Täufers war immer wieder vom Geist Gottes die Rede gewesen: blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5 p.mb-0 q | ... schon von Mutterleib an wird er [= Johannes] vom Heiligen Geist erfüllt sein. footer.blockquote-footer cite Lk 1,15 – Verheißung; ab LK 1,39-59 vorausgesetzte Erfüllung blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5 p.mb-0 q b Der Heilige Geist wird über dich [= Maria] kommen und Kraft des Höchsten wird dich überschatten. footer.blockquote-footer cite Lk 1,35 – Verheißung; ab LK 1,39-59 vorausgesetzte Erfüllung blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5 p.mb-0 q | Und es geschah, als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. | Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt. footer.blockquote-footer cite Lk 1,41 – Erfüllung von Lk 1,15 und Lk 1,35! blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5 p.mb-0 q | Sein Vater Zacharias wurde vom Heiligen Geist erfüllt und begann prophetisch zu reden. footer.blockquote-footer cite Lk 1,67 blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5 p.mb-0 q | Und siehe, in Jerusalem lebte ein Mann namens Simeon. Dieser Mann war gerecht und fromm | und wartete auf den Trost Israels und der Heilige Geist ruhte auf ihm.. br | Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden ... br | Er wurde vom Geist in den Tempel geführt ... footer.blockquote-footer cite Lk 2,25.26.27 blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5 p.mb-0 | Johannes über Jesus: br q | Er wird euch mit Heiligen Geist und mit Feuer taufen. br | Bei der Taufe: br q b ... und der Heilige Geist kam sichtbar in Gestalt einer Taube aufh ihn [= Jesus] herab. footer.blockquote-footer cite Lk 3,16.22 blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5 p.mb-0 q | Erfüllt vom Heiligen Geist, kehrte Jesus vom Jorden zurück. Er wurde vom Geist in der Wüste umhergeführt. footer.blockquote-footer cite Lk 4,1 blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5 p.mb-0 q | Jesus kehrte, erfüllt von der Kraft des Geistes, nach Galiläa zurück. ... br | Jesus liest: br q b Der Geist des Herrn ruht auf mir. footer.blockquote-footer cite Lk 4,14.18 .card.slide.mb-1 .card-body h6.card-title Zeiten-Wende .card-text p | Die Häufung der Erwähnung bzw. des Aktivwerdens des Heiligen Geistes ist sicher kein Zufall, sondern bewusste erzählerische | Umsetzung eines wichtigen Glaubensinhaltes. br | Alle diese Erwähnungen hängen ja direkt oder indirekt mit Jesus zusammen. br | Im Hinblick auf Jesus selbst sind die Umstände seiner Empfängnis, dann die Taufe (Messiassalbung) | und schließlich die Antrittspredigt, bei der Jesus quasi sein Amt als Messias übernimmt, zentrale Ereignisse. p | Lukas will deutlich machen: br i | Das neue, in Jesus sich ereignende | Heilshandeln Gottes wird wesentlich durch den Heiligen Geist geleitet und begleitet. br i | Jesus ist der Christus, der (mit Gottes Geist) Gesalbte, mit dem eine Zeitenwende stattgefunden hat, | und zwar die entscheidende (eschatologische) Wende zum Heil: br b In und mit Jesus hat das Zeitalter des Heiligen Geistes begonnen! p.mb-0 | Mit Jesus hat die messianische Heilszeit begonnen, die die Propheten verkündet hatten; besonders deutlich hier | durch das Aufgreifen des Jesaja-Zitates (übrigens ein Mischzitat aus Jes 61,1-2; 58,6 G) mit den Spitzen | Der Geist des Herrn ruht auf mir und Gnadenjahr des Herrn ausrufen. br span.small Dabei ist Jahr nicht wörtlich zu nehmen, sondern auf den Beginn der neuen Zeit bezogen. .card.slide .card-body h6.card-title Seine Herrschaft wird kein Ende haben (Lk 1,33) .card-text p | Das Wirken des Geists wird seine Fortführung in der Apostelgeschichte finden: br | Wie am Anfang des Evangeliums der Geist besonders häufig | erwähnt wird, Jesus durch Zeugung und Taufe der Gesalbte schlecht hin ist, | dessen ganzen Wirken als Messias durch die Kraft des Geistes Gottes | geschieht, br | so erhalten die Jünger am Anfang der Apostelgeschichte (Apg 2) die Gabe des Geites: es ereignet | sich die durch Johannes angekündigte Feuertaufe. br | Und der Antrittspredigt Jesu im Evangelium entspricht formal die Pfingstpredigt des Petrus! p.mb-0 | Dort – in der Pfingstpredigt – wird dann auch die Taufe als Sakrament des Christwerdens installiert: | jeder erhält in der Taufe den gleichen Geist wie die Apostel an Pfingsten, den Geist, der schon Jesus erfüllte. br | So ist das von damals nicht abgeschlossen und vorbei, sondern im Zeitalter des Geistes bleibend gegenwärtig; | auch wenn die Vollendung noch aussteht – sie geschieht am Ende der Tage –, zielt dieses neue Zeitalter doch darauf, | im Heute seine Spuren zu hinterlassen. br | Es bleibt – wie zur Zeit Jesu – die Spannung zwischen Schon-Jetzt und Noch-Nicht, aber klar muss doch auch sein: | Das damals war ein Beginn, der eine Zeit eröffnet hat, die andauert und gerade jene in Pflicht | nimmt, die durch Taufe (und Firmung) in besonderer Weise zum Zeitalter des Geistes gehören. .card.slide.mb-3 .card-body h5.card-title Erfüllung: Heute! .card-text p | Das Wort Heute ist im Evangelium an Schlüsselstellen zu finden. blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5 p.mb-0 q | Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren. footer.blockquote-footer cite Lk 2,11 blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5 p.mb-0 q | Da begann er, ihnen darzulegen: Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt. footer.blockquote-footer cite Lk 4,21 blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5 p.mb-0 | Nach der Heilung eines Gelähmten: br q | Heute haben wir Unglaubliches gesehen footer.blockquote-footer cite Lk 5,26 blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5 p.mb-0 q | Als Jesus an die Stelle kam, [wo Zachäus auf dem Baum saß,] schaute er hinauf und sagte zu ihm: | Zachäus, komm schnell herunter! Denn ich muss heute in deinem Haus bleiben. br | ... br q | Da sagte Jesus zu ihm: Heute ist diesem Haus Heil geschenkt worden ... footer.blockquote-footer cite Lk 19,5.9 [in 19,5 auch das wichtige Wort muss] blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5 p.mb-0 q | Jesus antwortete ihm [= dem reuigen Verbrecher am Kreuz]: | Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein. footer.blockquote-footer cite Lk 23,43 .card.slide.mb-1 .card-body h6.card-title Heute – Begegnung mit Jesus schenkt Rettung und Heil, Zukunft und Leben .card-text p | An diesen Stellen findet jeweils eine heilvolle Begegnung statt (oder wie in 4,14-30 zumindest die Einladung dazu), | wobei jeweils klar ist, dass das Heil durch Jesus vermittelt ist: br | Das Heute ist in Absetzung von anderen Heilsbringern (wie dem Kaiser) zu lesen: | heute = hier, nicht wo anders! br b | Das Heute bindet Rettung und Heil, Zukunft und Leben an die Begegnung mit Jesus: br | Jesus und er allein ist Retter, Heil, Zukunft, Leben etc. p | In diesem Heute der Begegnung mit Jesus geschieht das von den Propheten angekündigte Heil Gottes, | erfüllt sich die Heilsverheißung der Heiligen Schrift. p.mb-0 | Dazu muss man Jesus gläubig begegnen (und nicht wie in Lk 4,14-30 ablehnend). .card.slide.mb-1 .card-body h6.card-title Heute – Begegnung mit Jesus will verändern .card-text p.mb-0 | Diese heilende und rettende Begegnung mit Jesus zielt auch auf adäquate Veränderung im eigenen Leben; br | bestes Beispiel dafür: Zachäus, br | aber auch der reuige Verbrecher, der am Kreuz quasi noch die Kurve kriegt. .card.slide .card-body h6.card-title Heute – für uns?! .card-text p | Es bleibt für uns nach Ostern und Himmelfahrt die Frage, wie wir Jesus begegnen können, | wie es Heute für uns werden kann. p.mb-0 | Lukas beantwortet diese Frage in der Emmauserzählung; für uns ist Heute ul.mb-0 li in der Beschäftigung mit der Heiligen Schrift (Brannte nicht unser Herz in uns, als er unterwegs mit uns redete ... [Lk 24,32]); li in der Feier der Eucharistie (Da wurden ihre Augen aufgetan und sie erkannten ihn [Lk 24,31]); li | in der Gemeinschaft der Glaubenden (als alle wieder in Jerusalem sind und den Glauben teilen, erscheint Jesus | und schenkt den österlich-weihnachtlichen Frieden [Lk 24,36]). .card.slide.mb-3 .card-body h5.card-title Heil für Israel vs. Heil für die Völker .card.slide.mb-1 .card-body h6.card-title Heimat vs. Ferne .card-text p q Ist das nicht der Sohn Josefs!? p In diesem Satz steckt zunächst echtes Staunen, gewiss auch Stolz: einer von uns ist das, der so große Dinge tut! p | Die Antwort Jesu darauf kann man aber nur verstehen, wenn man in diesem Satz auch eine Erwartung hört, | die Jesus ins Wort bringt: br q Wenn du in Kafarnaum so große Dinge getan hast, wie wir gehört haben, dann tu sie auch hier in deiner Heimat! br | So ist auch das Sprichwort, das Jesus den Menschen (für die Zukunft) in den Mund legt, zu verstehen: br q Arzt, heile dich selbst! br | Jesus soll sich mit seiner Vaterstadt indentifizieren und auch – und vor allem! – hier große Dinge tun! p | Damit spricht sich als Erwartung aus: br i | Wenn Jesus ein Gnadenjahr des Herrn ausruft, dann doch bitteschön ganz konkret, | nicht nur im Wort, sondern besonders in der Tat vor allem für seine Heimat! br | Und nicht nur für die Menschen in Kafarnaum und anderswo! p | So aber, wie Jesus die Erwartung der Menschen in Nazareth aufgreift, kommt es einer Ablehnung gleich: | er weist von vorne herein ihr Ansinnen zurück. p | Damit ist die Spannung Ferne: heilvolles WirkenHeimat: unerfüllte Erwartung aufgebaut, | die auch den weiteren Fortgang der Erzählung prägt. p.small | Wunder in Kafarnaum, auf die hier Bezug genommen wird, waren eigentlich noch gar nicht erzählt; | die folgen erst in Lk 4,31-41! br | Man kann sie im Summarium Lk 4,14-15 enthalten sehen. Aber auffällig ist auch die Formulierung | Sicher werdet ihr mir ... vorhalten.. Die Sätze schillern hier zwischen Blick in die Vergangenheit | (so große Dinge getan hast, wie wir gehört haben) und dem Blick in die Zukunft | (ihr werdet mir vorhalten – offenbar noch nicht geschehen; Wunder in Kafarnaum noch nicht erzählt); | damit ist vorbereitet, dass Jesus in den nächsten Sätzen (weit) in die Zukunft blicken wird. p.small.mb-0 | In dieser Episode spiegelt sich die wohl historische Erinnerung, | dass Jesu Wirkkreis sich jenseits seiner Heimatstadt entfaltete: | Kafarnaum, nicht Nazareth. .card.slide.mb-1 .card-body h6.card-title Ablehnung Jesu in seiner Heimat .card-text p q Amen ich sage euch: Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt! p | Dieser Ausspruch Jesu ist auf der Ebene der Erzählung sehr unmotiviert: eine echte Ablehnung Jesu hat es bis | jetzt noch nicht gegeben, und auch von Unglauben ist nicht – wie in der Vorlage Mk 6,1-6 – die Rede! br | Die Ablehnung scheint fast eher von Jesus provoziert zu werden. p | Die Lösung: br | Das, wovon hier gesprochen wird, ist Prophetie und blickt einerseits vom Anfang des Wirkens Jesu in Nazareth | auf das Ende seines Wirkens in Jerusalem: Karfreitag. br | Das Wort Heimat weitet sich von Nazareth und Galiläa auf das jüdische Volk insgesamt; | die Ablehnung Jesu in seinem Volk ist angesprochen, die in den Karfreitag mündet, | und die Lukas schon bei der Geburt Jesu andeutet: weil im Wohnraum kein Platz für sie war (Lk 2,7). p | Über den Karfreitag (und Ostern) hinaus ist andererseits auch schon die Ablehnung der nachösterlichen Verkündigung | durch die Mehrheit der Juden im Blick. p.mb-0 | So willkommen seine Botschaft zunächst war, so unwillkommen war Jesus schließlich als Messias. br | Im Griechischen liegt ein Wortspiel vor: Gnadenjahr = willkommenes Jahr; Kein Prophet anerkannt = Kein Prophet willkommen. .card.slide.mb-1 .card-body h6.card-title Die Öffnung für die Heiden .card-text p | Mit der Erwähnung der Propheten Elija und Elischa sowie der Witwe von Sarepta bei Sidon und des Syrers Na'aman | schauen wir zunächst in die Vergangenheit: br | Schon früher konnten Heiden, die für den Gott Israels offen waren, dessen Heil erleben – gerade in Zeiten, | in denen Israel selbst sich von seinem Gott abgewandt hatte. p | Für Lukas haben diese Begebenheiten offenbar prophetischen Charakter. p | Ihre Erfüllung hat diese Prophetie nach Lukas weniger im irdischen Leben Jesu | als vielmehr in der nachösterlichen Verkündigung: Heiden sind offen für das Evangelium und stoßen in relativ großer Zahl | zur Gemeinschaft der Glaubenden dazu. br | Lukas schaut also schon weit über den Anfang des Wirkens Jesu hinaus. p | Die Apostelgeschichte wird entfalten, wie Jesus als Messias und das Evangelium auf Ablehnung durch die Mehrheit der Juden stößt, | andererseits aber Heiden zur Heilsgemeinde dazustoßen und die Kirche immer mehr zu einer heiden-/völkerchristlichen | Kirche wird. p | Diesen Prozess legt Lukas seinem Jesus als prophetische Worte schon am Anfang seines Wirkens in den Mund. p.mb-0 i | Aus nachösterlicher, heidenchristlicher Perspektive ist Jesu Sendung | eine Sendung besonders zugunsten der Heiden, auch wenn der historische Jesus selbst sich (wohl ausschließlich) | zu seinem eigenen Volk, den Juden, gesandt verstand. br | Nicht zuletzt deswegen wurde der Umstand, dass der historische Jesus wohl nicht in seiner unmittlbaren Heimat Nazareth, | sondern in Kafarnaum wirkte, festgehalten und für den größeren Kontext (Israel – Völker) fruchtbar gemacht | als quasi prophetisches Zeichen. br span.small | Schon im Evangelium nach Markus werden diese Gedanken durch die Gliederung durchdacht | ins Bild gebracht: erster Aufbruch zu den Heiden (im weiteren, konzentrisch angeordneten Kontext) gerahmt durch | die Ablehnung Jesu in seiner Familie und seiner Heimat Nazareth. .card.slide .card-body h6.card-title Indirekt: Jesus lehnt ab, Messias (nur) Israels zu sein .card-text p | Das Jesaja-Zitat ist ursprünglich in die Situation des Endes des Exils in Babylon und des durch Gott ermöglichten Neuanfangs | im Lande Juda gesprochen (6. Jhdt. v. Chr.). br | Schon damals gab es den Traum, | dass Israel als Nationalstaat unter dem Segen Gottes aufblüht. Viel Hoffnung | wurde (zunächst) auf einen Herrscher aus dem Hause Davids gesetzt. p | Solche Erwartungen konnte bei der Zitation aus Jesaja durch Jesus aufleben. br | Es gab ja vor allem die Sehnsucht, dass der Messias – Gottes Gesalbter – von der Herrschaft durch die (heidnischen!) Römer | befreien und das Volk Israel wieder zu einer Blüte führen würde (Stichwort königlicher Messias). p | Die Menschen in der Antrittsszene in Nazareth – so malt uns Lukas hintergründig vor Augen – sind genau darauf angesprungen: | Hinter dem Verlangen, Jesus solle besonders in Nazareth große Dinge tun, kann man ein – | auf die Ebene der Stadt heruntergebrochenes – nationalistisches Denken erkennen: br | Nazareth first, dem dann im globalen Kontet ein Israel first entspricht; | erst wir, dann – wenn überhaupt – die anderen. p | Doch die Sendung Jesu sah schlicht anders aus: Es ging nicht darum, das Reich für Israel wieder herzustellen (Apg 1,6). hr p | Schon mit seiner Hinwendung zu Zöllnern und Sündern durchbricht Jesus | die gängigen Erwartungen an den Messias – was ihm deutliche Kritik einbringt –, | auch an anderen Zügen von Jesu Verhalten stört man sich; | Kreuz und Auferstehung schließlich passen überhaupt nicht ins Bild: | ein leidender, ja gar gekreuzigter Messias, der auferstanden sein soll – | das stand und steht zu allen Vorstellungen | vom Messias im Judentum im Wiederspruch ( +symbol("arrow-right") | Emmaus-Erzählung: Jesus ist genötigt, den beiden Jüngern zu erkären: Musste nicht der Christus das | erleiden und so in seine Herrlichkeit gelangen? [Lk 24,26]!). hr p | Im Rahmen der Entwicklung der frühchristlichen Mission wurde dann mehr und mehr erkannt, | dass das, was sich in und mit Jesus ereignet hatte – das Heilsereignis seines Lebens und Wirkens, | seines Kreuzes und seiner Auferstehung –, | der ganzen Menschheit seit Adam gilt ( +symbol("arrow-right") | Stammbaum!). hr p i | In diesem Sinne verweigert der lukanische Jesus von Anfang an, | nationalistisch-königlicher Messias in seiner Heimat zu sein, | spricht von der zukünftigen Ablehnung seines – den Erwartungen und Vorstellungen nicht entsprechenden – Messias-Seins, | verweist auf eine Sendung zu den Völkern – und löst mit dieser dreifachen Klatsche | die Ablehnung durch seine Zuhörer aus, wobei die Zuhöhrer ihrerseits den situativen | Kontext der Erzählung räumlich und zeitlich übersteigen | hin zu allen, die sich an Jesu Selbstverständnis und Verhalten sowie an der nachösterlich Entwicklung stören. hr p | Gerade Karfreitag und Ostern – vorauf am Ende der Episode in Nazareth schon geblickt wird – | machen deutlich, dass Jesu Sendung viel tiefgreifender und umfassender | ist als alle irdisch-nationalistischen Vorstellungen vom Messias: br b | Jesus ist als endzeitlicher Repräsentant Gottes der Heilsbringer schlechthin, | und zwar in einem umfassenden, nationalistisches Denken und überhaupt | diese irdisch-begrenzte Welt übersteigenden Sinn! br i | In ihm steht das Paradies (wieder) offen ( +symbol("arrow-right") | Kreuzigungsszene: Heute noch, wirst du mit mir im Paradies sein.)! p | Bei Jesus als Messias geht es nicht um äußere – wenn auch bedrängende – Dinge wie hier die Herrschaft der Römer, | es geht um eine innere Wandlung des Menschen, es geht um geheilte Beziehungen zwischen Gott und Mensch und der Menschen | untereinander. Die großen Dinge – sprich: die Wunder –, die Jesus tut, sind Zeichen dieser neuen Wirklichkeit | und nicht eines (irdisch-nationalistisch) aufblühenden (Staates) Israel: p i | Das Gnadenjahr des Herrn ist keine irdisch-nationalistische Größe, sondern eine himmlische; br | aber auch keine rein jenseitige Wirklichkeit, | sondern eine in diese Welt schon hereinbrechende und die Menschen ergreifen wollende. br | Das Evangelium spricht davon dann auch in den Gleichnissen (vom Verlorenen) | und erzählt davon in den heilvollen Umkehr-Begegnungen mit Jesus; | die Apostelgeschichte wird das Hereinbrechen des Zeitalter des Heiligen Geists dann am Leben der | Urgemeinde in Jerusalem beispielhaft und idealisiert illustrieren | (z. B. Solidarität, Barmherzigkeit, Eintracht). p.small.mb-0 | Aus historischer Perspektive ist wichtig und spielt her eine Rolle, | dass Jesus sich nicht als militärischer Aufrührer verstand – | wie es sie damals auch gab –, sondern – ähnlich wie Johannes der Täufer – das Volk durch innere Umkehr erneuern wollte. .card.slide.mb-5 .card-body h5.card-title ... damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt (Lk 4,11) .card-text p | Im Vorgriff auf den Karfreitag – Golgota liegt außerhalb von Jerusalem! –, aber auch im Vorgriff auf das Schicksal | der Boten Jesu nach Ostern – Stephanus: nach Apg 7,58 zur Steinigung zur Stadt hinaus getrieben – wird Jesus aus der Stadt getrieben | und sollte hinabgestürzt werden: die Ablehnung Jesu durch seine Heimat materialisiert sich (schon). br | Geheimnisvoll entgeht er diesem Lynchversuch und geht weg. p | Man wird hier – analog zum Karfreitag – an Ostern denken dürfen, das sich hier andeutet (nicht nur im Hinblick auf Jesus, | sondern ebenso für seine Boten). p.mb-0 | Es gibt auch einen Bezug zur abschließenden Versuchung durch Satan in Lk 4,1-13: Jesus soll sich vom Tempel | hinabstürzen, weil er doch Gottes Sohn ist und erwarten darf, dass Gott – nach Ps 91,11-12 – | rettend eingreifen wird. br | Die mutwillige Herausforderung dieses Schutzes ist zwar nach Lk 4,9-12 nicht statthafte Provokation Gottes und Versuchung durch Satan, | doch ist die Verheißung des Psalmes für Jesus (und seine Jünger) tatsächlich gültig, wie hier im Vorgriff auf Ostern deutlich wird. .alert.alert-success.slide h4.alert-heading | Programmatische Antrittsrede Jesu: br | Kurzzusammenfassung der Heilsgeschichte aus nachösterlicher, völkerchristlicher Perspektive br span.small bewusst am Anfang des Wirkens Jesu hr p.mb-0 | Die Propheten haben das Heil angekündigt und auch bei ihnen gab es schon erste Momente der Öffnung für Heiden. br | Dieses Heil ist in Jesus umfassend – und die Erwartung der Propheten übersteigend und modifizierend – Wirklichkeit geworden | im Gnadenjahr des Herrn, das das Zeitalter des Heiligen Geistes mit sich gebracht hat im Sinne | der entscheidenden (eschatologischen) Zeitenwende zum Heil; | dieses Zeitalter dauert seit dem an und zielt auf alle Menschen. br | Doch Jesus stößt auf Ablehnung, wird am Karfreitag gekreuzigt; Gott aber erweckt ihn von den Toten. br | Jesu Botschaft und er selbst werden (trotzdem) von den meisten Juden auch nach Ostern abgelehnt; br | dafür stoßen Heiden in relativ großer Zahl zur Gemeinschaft der Glaubenden dazu.