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span Mk 16,1-8: Der erste Tag der achten <q>Woche</q> im Markus-Evangelium
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blockquote.blockquote.slide.ml-5.mb-3
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p.mb-0
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| Als der Sabbat vorüber war, kauften Maria aus Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle,
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| um damit zum Grab zu gehen und Jesus zu salben.
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br
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| Am ersten Tag der Woche kamen sie in aller Frühe zum Grab, als eben die Sonne aufging.
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br
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| Sie sagten zueinander: <q>Wer könnte uns den Stein vom Eingang des Grabes wegwälzen?</q>
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| Doch als sie hinblickten, sahen sie, dass der Stein schon weggewälzt war; er war sehr groß.
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br
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| Sie gingen in das Grab hinein und sahen auf der rechten Seite einen jungen Mann sitzen,
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| der mit einem weißen Gewand bekleidet war; da erschraken sie sehr.
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br
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| Er aber sagte zu ihnen:
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br
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| <q>Erschreckt nicht! Ihr sucht Jesus von Nazaret, den Gekreuzigten.
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br
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| Er ist auferstanden; er ist nicht hier.
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br
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| Seht, da ist die Stelle, wohin man ihn gelegt hat.
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br
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| Nun aber geht und sagt den Jüngern und dem Petrus: <q>Er geht euch voraus nach Galiläa</q>; dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch gesagt hat.</q>
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br
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| Da verließen sie das Grab und flohen; denn Schrecken und Entsetzen hatte sie gepackt. Und sie sagten niemand etwas davon; denn sie fürchteten sich.
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cite Mk 16,1-8
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.card.slide.mb-3
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h5.card-title Die Erzählung vom leeren Grab und der Glaube an die Auferstehung Jesu
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h6.card-subtitle.text-muted.mb-3 Das leere Grab als <i>Beweis</i> für die Auferstehung?
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h6.card-title Das leere Grab an sich ist <i>mehrdeutig</i>!
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ul.nodisplay
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li.slide Der Leichnam Jesu könnte umgebettet worden sein – mit oder ohne Wissen der Jünger.
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li.slide Man könnte sich auch im Grab geirrt haben.
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li.slide Oder: war Jesus doch nicht wirklich tot?
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li.slide Auch das Neue Testament selbst weiß um die Mehrdeutigkeit des leeren Grabes und antwortet darauf!
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p.slide
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b Das leere Grab an sich ist damit <i>kein Beleg, kein Beweis für die Auferstehung Jesu!</i>
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p.slide.mb-0
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| Die Erzählung von der Auffindung des leeren Grabes kam auch erst relativ spät in die christliche Überlieferung.
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br
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| Am Anfang des Glaubens an die Auferstehung Jesu stand etwas anderes:
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.card.slide
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h6.card-title Die <i><u>Erscheinungen</u></i> Jesus als Auferstandener vor seinen Jüngern</b> und die entsprechenden Erzählungen
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.card-text
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p
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| <i>Sie</i> stehen am Anfang der Oster-Überlieferung.
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br
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span.slide.small
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| (Ohne dass damit gesagt wäre, dass sich jede im Neuen Testament erzählte Begegnung mit dem Auferstandenen
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| auf ein Ereignis stützt, das sich genau so ereignet hätte.)
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blockquote.blockquote.slide.ml-5.mb-3
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p.slide.mb-0
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span.small
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| Ich erinnere euch, Brüder und Schwestern, an das Evangelium, das ich euch verkündet habe.
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| Ihr habt es angenomen; <i>es ist der Grund, auf dem ihr steht.</i>
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| Durch dieses Evangelium werdet ihr gerettet, wenn ihr festhaltet an dem Wort, das ich euch verkündet habe,
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| es sei denn, ihr hättet den Glauben unüberlegt angenommen.
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br
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||
| Vor allem habe ich euch überliefert, was auch ich empfangen habe:
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p.slide.mb-0(style="margin-left: 20px;")
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| Christus ist <i>für unsere Sünden</i> <b>gestorben</b>,
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p.slide.mb-0(style="margin-left: 100px;")
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| gemäß der Schrift,
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p.slide.mb-0(style="margin-left: 200px;")
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| und ist <u>begraben</u> worden.
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p.slide.mb-0(style="margin-left: 20px;")
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| Er ist <i>am dritten Tag</i> <b>auferweckt worden</b>,
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p.slide.mb-0(style="margin-left: 100px;")
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||
| gemäß der Schrift,
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p.slide.mb-0(style="margin-left: 200px;")
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| und <b><i><u>erschien</u></i></b> dem Kephas [= Petrus], dann den Zwölf.
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footer.blockquote-footer
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cite 1 Kor 15,3-6: eine urchristliche Glaubensformel
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p.slide.mb-0
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| An diesem christlichen Grundbekenntnis sind folgende Dinge wichtig:
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ul.nodisplay.mb-0
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li.slide Das leere Grab wird gar nicht genannt.
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br
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span.slide.small Das wäre aber eigentlich sogar zu erwarten gewesen, wird doch das Begräbnis eigens erwähnt.
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li.slide Das Begräbnis Jesu wird genannt als Beleg für das <i>echte</i> Totsein Jesu – nur Tote werden begraben.
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br
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span.slide Im zweiten, parallel zum ersten konstruierten Satz, in welchem es um die Auferstehung Jesu geht, sind an der entsprechenden Stelle im Satz die Erscheinungen Jesu genannt.
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br
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span.slide
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i Gemäß dieses urchristlichen Grundbekenntnisses ist also nicht das leere Grab, sondern sind vielmehr die <b>Erscheinungen das Auferstandenen Beleg für seine <i>echte</i> Auferstehung</b>.
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li.slide Bei entsprechendem Verständnis der Heiligen Schriften Israels kann man Tod und Auferstehung Jesu schon darin vorgezeichnet sehen (<q>gemäß der Schrift</q>).
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br
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span.slide Das Christus-Ereignis steht damit im Einklang zur bisherigen Offenbarung Gottes und seinem bisherigen Handeln!
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li.slide Tod auf Auferstehung Jesu geschahen nicht um Jesu selbst will, sondern zum Heil der Menschen (<q>für unsere Sünden</q>, <q>am dritten Tag</q> [der dritte Tag ist im AT der Tag des heilvollen Eingreifens Gottes!]).
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li.slide <q>Erscheinen</q> meint hier nicht <q>Gedankenblitze</q> oder <q>Visionen</q>, sondern real-leibliche Begegnungen.
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br
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span.slide.small In verschiedenen Erzählungen von Erscheinungen des Auferstandenen ist davon die Rede, dass Jesus mit seinen Jüngern gegessen und getrunken hat, dass man ihn anfassen konnte.
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li.slide
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| Das verwendete griechische Wort für <q>erscheinen</q> ist hier das gleiche wie es für Gotteserscheinungen verwendet wird:
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| Die Erscheinungen des Auferstandenen geschehen aus dem Bereich Gottes heraus!
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br
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span.slide.small Auferstehung ist nicht einfach ein aus dem Grab wieder ins irdische Leben Zurückkehren (<span class="oi oi-arrow-right"></span> Vampire, Zombies), sondern ist Neuschöpfung, ist ein Zu-Gott-Kommen.
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br
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span.slide.small Das Christentum kennt keine Wiedergeburt, sondern Auferstehung; nicht quasi-ewiger Kreislauf von Wiedergeburten, sondern <i>ein</i> Leben auf der Erde und dann Auferstehung.
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.card.slide.mb-3
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.card-body
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h5.card-title Mk 16,1-8 als Ende der Evangelien-Erzählung des Markus
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h6.card-subtitle.text-muted.mb-3 So endet das Evangelium nach Markus!?
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.card-text
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blockquote.blockquote.slide.ml-5.mb-3
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p.mb-0
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| Da verließen sie [= die Frauen] das Grab und flohen; denn Schrecken und Entsetzen hatte sie gepackt. Und sie sagten niemand etwas davon; denn sie fürchteten sich.
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footer.blockquote-footer
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cite Mk 16,8
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p.slide.small
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| Die weiteren Verse (9-20), die in der Einheitsübersetzung abgedruckt sind, sind eine spätere Zufügung; vgl. auch die Hinweise zur Stelle in der Einheitsübersetzung!
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p.slide.mb-0
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| Das Ende des Markus-Evangeliums kann nur verstanden werden, wenn man die geheimnisvollen Worte, die der junge Mann im Grab
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| – doch wohl ein Engel – an die Frauen richtet, versteht, und die Reaktion der Frauen hintergründig zu deuten weiß:
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ul.nodisplay
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li.slide
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| Da ist der Verweis darauf, dass man Jesus in Galiläa sehen könne; dorthin würde er vorausgehen.
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br
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| Galiläa ist nicht nur der Name einer Landschaft in Palästina, sondern auch ein <q>Ort</q> innerhalb des Evangeliums:
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| Das Wirken Jesu in Galiläa ist ein breiter Teil der Evangelien-Erzählung des Markus.
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li.slide
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| Petrus wird im Wort des Engels ausdrücklich genannt.
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br
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| Seine Berufung (im Rahmen der Berufung der ersten Jünger) ist das Erste, was Jesus in Galiläa tut.
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br
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span.small Liest man das von Ostern her, dann bekommt Petrus eine zweite Chance; er wird – wie in 8,33 – (wieder) in die Nachfolge gerufen.
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li.slide
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| Das Verhalten der Frauen kann – in Verbindung mit dem Verkündigungsauftrag an sie – verstanden werden als <q>invertiertes Schweigegebot</q>.
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br
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| Im Galiläa-Teil des Evangeliums gab es immer wieder Schweigegebote, die zum Teil gebrochen wurden; hier nun ein Auftrag zur Verkündigung,
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| der ins Schweigen mündet.
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p.slide
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| Nimmt man alles zusammen, kann man sagen: Das Ende des Evangeliums verweist mit der Ankündigung, man könne Jesus in Galiläa sehen,
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| auf jenen Teil des Evangeliums, in welchem sich Jesus tatsächlich als Messias und Heiland zeigt, seine Vollmacht unterstrichen wird.
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br
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| Der Leser des Evangeliums kann nun aber sagen, wo das alles herkommt: <i>aus Tod und Auferstehung Jesu</i> stammt seine Vollmacht über
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| die Dämonen und den Satan sowie seine Vollmacht, religiöse und ethische Weisungen auszulegen und zu geben.
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p.slide
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| <q>Höhepunkt</q> in ‚Galiläa’ ist dann die Erzählung von der Verklärung Jesu; dort kann man Jesus tatsächlich in seiner Auferstehungsherrlichkeit <q>sehen</q>.
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br
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| Gerade dort aber ist auch – auf dem Weg vom Berg herab – von seinem Tod und seiner Auferstehung die Rede.
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p.mb-0.slide
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| Das Ende des Markus-Evangeliums verweist also auf den ganzen Galiläa-Teil als <q>Ort</q> der <q>Erscheinung</q> des Auferstandenen,
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| und mit der Erwähnung des Petrus gleich an dessen Anfang:
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br
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i Das kann als Impuls gelesen werden, das Evangelium (immer wieder!) von vorne zu lesen:
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ul.nodisplay.mb-0
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li.slide um den Weg Jesu <i>immer besser und tiefer zu verstehen</i>,
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li.slide ihn <i>für das eigene Leben anzueignen</i>
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li.slide und aus ihm <i>Kraft schöpfen auf dem eigenen Weg der Nachfolge</i>.
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.card.slide.mb-3
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.card-body
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h5.card-title Aus der Taufe leben
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h6.card-subtitle.text-muted.mb-3 Die Verbindungen zwischen Tod und Auferstehung Jesu einerseits und seiner Taufe andererseits – und was sie bedeuten
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.card-text
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ul.nodisplay
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li.slide(data-subslides=".slide-johdt")
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| Die Erzählung vom Tod Jesu am Kreuz enthält einen Verweis auf die Sendung Johannes des Täufers (s. u. <q>kein himmlischer Helfer</q>).
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li.slide(data-subslides=".slide-taufe")
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| Die Erzählung vom Tod Jesu am Kreuz enthält direkte inhaltliche Gegensätzlichkeiten zur Erzählung von der Taufe Jesu (s. u.: blau).
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br
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span.slide Der Tod Jesu ist von <i>Gottferne</i> geprägt – Gottes Abwesenheit, kein himmlischer Helfer, der Geist wird ausgehaucht, Jesu Wirken als Menschen auf Erden endet –, bei der Taufe Jesu <i>bricht die Welt Gottes in die irdische ein</i>.
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.slide-johdt.nodisplay
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.viewbox
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p.mb-0 <i>Verspottung Jesu</i> u. a. durch die jüdischen Führer
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p.mb-0
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span.oi.oi-arrow-right
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span
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b negatives Bekenntnis
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.viewbox.konzentrisch-2
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p.mb-0 <i>Finsternis im ganzen Land</i> [Mk 15,33]
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br
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span.oi.oi-arrow-right
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span
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b Abwesenheit Gottes im Land
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.viewbox.konzentrisch-3
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p.mb-0
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| <i>Jesu Schrei</i> der <b>Gottverlassenheit</b> [Mk 15,34 = Ps 22,2]
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br
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q Eloi, Eloi, lema sabachtani: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
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.viewbox.konzentrisch-4
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p.mb-0 <i>Elija</i> kommt nicht [Mk 15,35-36]
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br
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span.oi.oi-arrow-right
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span
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b kein himmlischer Helfer
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br
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span.slide-johdt.nodisplay Die Umstehenden denken – so erzählt Markus –, Jesus würde nach Elija als himmlischem Retter rufen.
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ul.mb-0.nodisplay
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li.slide-johdt.nodisplay
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| Zu beachten:
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q Juden würden den Gebetsruf niemals missverstehen und Römer könnten niemals auf die Figur des Elija kommen.
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+footnote("Ebner, Markus 164.")
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br
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span.slide-johdt.nodisplay
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span.oi.oi-arrow-right
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i Es war also der Evangelist selbst, der sicher ganz bewusst in die Mitte der Kreuzigungsszene einen Hinweis auf das (Nicht-)Kommen des Elija gesetzt hat.
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li.slide-johdt.nodisplay Mk 9,9-13: Gespräch über Elija, dessen Auftreten vor dem Kommen des Messias erwartet wurde.
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||
br
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||
| Mk 9,13:
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||
br
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||
q Ich sage euch: <q>Elija ist schon gekommen, doch sie haben mit ihm gemacht, was sie wollten, wie es in der Schrift steht.</q>
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br
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span.slide-johdt.nodisplay Das kann sich nur auf Johannes den Täufer beziehen!
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||
br
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span.slide-johdt.nodisplay
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| So wissen die Leser:
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br
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| Elija war bereits gekommen, nämlich in der Gestalt Johannes des Täufers.
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li.slide-johdt.nodisplay Mk 1,2-3 Auftrag Johannes des Täufers:
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br
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||
q
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| Siehe, ich sended meinen Boten <b>vor dir her</b>, der deinen Weg bahnen wird.
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| Stimme eines Rufers in der Wüste: <q>Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen!</q>
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ul.nodisplay.mb-0
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li.slide-johdt.nodisplay Damit wird traditionell auf die Umkehrpredigt und Tauftätigkeit des Täufers hingewiesen.
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li.slide-johdt.nodisplay Markus ist aber auch daran gelegen, dass der <i>Täufer den Weg Jesu insofern gebahnt hat, als er – quasi vor ihm her – den Weg des Leides und gewaltsamen Sterbens gegangen ist.</i>
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br
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span.slide-johdt.nodisplay Dieser Gedanke steckt auch hinter seiner Einspielung der Passion des Täufers in Mk 6,14-29!
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br
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li.slide-johdt.nodisplay
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i Dieser Weg Jesu, den Johannes vorausgegangen ist, der ist jetzt am Kreuz an seinem Ziel angekommen.
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.viewbox.konzentrisch-3
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||
p.mb-0 Jesus stribt mit lautem <i>Schrei</i> und <b>haucht den Geist aus</b> [Mk 15,37]
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p.mb-0.slide-taufe.nodisplay(style="color: blue;")
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||
| Vgl. Taufe Jesu: Der Geist kommt au Jesus herab, bzw. – wörtlich übersetzt – ihn ihn hinein.
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.viewbox.konzentrisch-2
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p.mb-0 Der <i>Tempelvorhang zerreißt</i> [Mk 15,38]
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br
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span.oi.oi-arrow-right
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||
span
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||
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b Abwesenheit Gottes im Tempel
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p.mb-0.slide-taufe.nodisplay(style="color: blue;")
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||
| Auf dem Tempelvorhang ist der Kosmos abgebildet!
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||
br
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||
span.nodisplay.slide-taufe
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||
| Vgl. Taufe Jesu: <q>Zerreißen</q> des Himmels (im Griechischen gleiches Verb!).
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.viewbox
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||
p.mb-0 Römischer Hauptmann: <q>Wahrhaftig, dieser Mensch war ein Sohn eines Gottes!</q>
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||
br
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||
span.oi.oi-arrow-right
|
||
span
|
||
|
|
||
b positives Bekenntnis
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p.mb-0.slide-taufe.nodisplay(style="color: blue;")
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||
| Vgl. Taufe Jesu: Jesus wird von Gott als sein Sohn angesprochen.
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||
|
||
ul.nodisplay
|
||
li.slide
|
||
| Die Erzählungen vom leeren Grab und von der Taufe sind durch das Thema <q>(neue) Schöpfung</q> miteinander verbunden.
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||
br
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||
span.small.slide
|
||
| <q>Neue Schöpfung</q> meint dabei die Erneuerung der Schöpfung durch den Beginn des Reiches Gottes, wie es Jesus am Anfang seines Wirkens angesagt hat.
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||
|
||
ul.nodisplay
|
||
li.slide.small
|
||
| Schon formal sind die beiden Teile <q>Wüste</q> (Anfang: Taufe) und <q>Grab</q> (Neuaufbruch: Auferstehung)
|
||
| als Randteile des konzentrisch gegliederten Evangeliums aufeinander bezogen.
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||
li.slide
|
||
i Erzählung vom leeren Grab
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||
ul.nodisplay
|
||
li.slide Die Erzählung vom leeren Grab <q>spielt</q> am ersten (!) Tag der achten (!) <q>Woche</q>: 8 = 7 + 1.
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||
br
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||
span.slide Die Schöpfung geschah nach Gen 1 in 7 Tagen, Jesu Wirken wird von Markus in 7 Wochen eingeteilt.
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||
br
|
||
span.slide Die 8 als 7 + 1 steht für den Neubeginn.
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||
li.slide Als die Frauen zum Grab gehen, geht gerade die Sonne auf.
|
||
br
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||
span.slide Gottes erstes Werk ist die Erschaffung des Lichtes.
|
||
li.slide
|
||
i Erzählung von der Taufe Jesu
|
||
ul.nodisplay
|
||
li.slide
|
||
| Bei der ersten Schöpfungserzählung heißt es in Gen 1,2, dass der Geist Gottes über der Urflut schwebte,
|
||
| bei der zweiten in Gen 2,7, dass Gott dem Menschen den Lebensatem einhaucht.
|
||
br
|
||
span.slide
|
||
| Zu beachten ist, dass die <q>rabbinische Theologie ... das Schweben des Gottesgeistes über den Wassern (Gen 1,2) mit dem Schweben eines Vogels, einer Taube oder eines Adlers veranschaulichen</q>
|
||
+footnote("Gnilka, Markus I 52.")
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||
|
|
||
| kann.
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||
br
|
||
span.slide In Mk 1,10 heißt es nun, dass der <i>Geist Gottes wie eine Taube herabkommt</i>, und zwar auffälligerweise nicht, wie meist übersetzt wird, auf Jesus herab, sondern in Jesus hinein.
|
||
br
|
||
span.slide.small Beides (<q>herab</q>, <q>herein</q>) ist, wie die Kommentare zur Stelle sagen, sachlich identisch. Auffallend ist es trotzdem. Zumal Mt und Lk von Jes 42,1 - der Stelle, die hier zugrunde liegt - her den Markus-Text verändern und statt <q>hinein</q> <q>herab</q> schreiben.
|
||
li.slide Die Wüste als Wirkort des Täufers steht für Neuanfänge:
|
||
ul.mb-0
|
||
li.slide Vor allem: Konstituierung Israels in der Wüste;
|
||
li.slide aber auch: Schöpfung (Gen 1,2: Tohuwabohu [<q>wüst und leer</q>] als Beschreibung der Roh-Erde).
|
||
|
||
|
||
p.slide.mb-0 Angesichts dessen, dass
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||
ul.nodisplay.mb-0
|
||
li.slide das Markus-Evangelium am Ende eine Erzählung von der Erscheinung des Auferstandenen vermissen lässt;
|
||
li.slide die Kreuzigungsszene einen prominent platzierten Hinweis auf Johannes den Täufer enthält;
|
||
li.slide die Erzählung vom leeren Grab das Thema <q>neue Schöpfung</q> zwar anreißt, aber nicht ausführt,
|
||
br
|
||
span.slide dieses Thema aber auch in der Erzählung von der Taufe Jesu eine wichtige Rolle spielt
|
||
p.slide wird man sagen können:
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||
|
||
.alert.alert-primary.slide
|
||
h4.alert-heading Die Erzählung von der Taufe Jesu ist im Markus-Evangelum eine an den Anfang des Evangelius gesetzte Ostererzählung
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||
p.mb-0
|
||
| Markus bietet seine <q>Erscheinungserzählung</q> nicht am Ende, sondern am Anfang des Evangeliums!
|
||
br
|
||
span.slide
|
||
b Markus erzählt am Anfang seines Evangeliums – Mk 1,1-13 – von der Neuen Schöpfung, die in Tod und Auferstehung Jesu Wirklichkeit geworden war.
|
||
br
|
||
i Jesus <q>erscheint</q> hier als <q>Prototyp</q> dieser Neuen Schöpfung.
|
||
br
|
||
span.slide
|
||
i Und das Evangelium entfaltet, was dieser Anbruch des Gottesreiches (Mk 1,14-15!) bedeutet und bedeuten muss.
|
||
|
||
p.slide
|
||
| Hat man die Erzählung von der Taufe Jesu am Anfang des Evangeliums
|
||
| als am Ende ‚fehlende‘ Ostererzählung ‚enttarnt‘, ist der abrupte und provozierende Schluss schlicht genial:
|
||
br
|
||
| Er verhindert, dass die Leser des Evangeliums beim Blick auf den Auferstandenen stehen bleiben und vergessen,
|
||
| was der Weg Jesu dorthin war.
|
||
br
|
||
| Statt dessen setzt Markus in gewisser Weise alles wieder auf Anfang:
|
||
| Ostern ist nicht nur das ‚krönende‘ Ende des Weges Jesu, sondern auch –
|
||
| und das ist Markus besonders wichtig – Anfang und Aufruf an die Jünger
|
||
| und die Leser des Evangeliums, das Evangelium selber zu verkünden (
|
||
+symbol("arrow-right")
|
||
| Auftrag an die Frauen, Aussendungen im Evangelium etc.)
|
||
| und
|
||
| den Weg Jesu im eigenen Leben zu gehen (
|
||
+symbol("arrow-right")
|
||
| Berufung der ersten Jünger gleich zu Beginn des Wirkens in Galiläa: <q>Auf, mir nach!</q>
|
||
| ) – und gerade so zum eigenen
|
||
| Ostern, zur eigenen Auferstehung, zu gelangen.
|
||
p.slide
|
||
| Daher bot sich die Verbindung von Taufe Jesu und Erscheinungserzählung geradezu an,
|
||
| ist sie doch das ‚Sakrament des Anfangs‘ für Jesus wie
|
||
| für die Jünger.
|
||
br
|
||
| Einerseits – und das ist urchristliche Erinnerung – nahm
|
||
| Jesu öffentliches Auftreten und damit sein ‚Weg‘ mit der Taufe durch Johannes seinen Anfang.
|
||
br
|
||
| Andererseits ist nach Ostern die Taufe jenes Sakrament, mit dem jede christliche Existenz beginnt.
|
||
p.slide
|
||
| Somit kann als Impuls des Markus an die Leser festgehalten werden:
|
||
p.slide
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| Werdet euch eurer eigenen Taufe bewusst und bedenkt und beherzigt, was dies
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| für das eigene Leben bedeuten muss – im Koordinatensystem von Tod und Auferstehung Jesu:
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| Wir sind durch die Taufe hineingenommen in das Ereignis von Tod und Auferstehung Jesu:
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| <i>Wir</i> sind durch die Taufe <b>Teil der Neuen Schöpfung</b>, der neuen Wirklichkeit, <b>die Gott in Tod und Auferstehung Jesu geschaffen hat,</b>
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| Teil der neuen Welt, die mitten in der alten existiert.
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| Wir sind <b>beschenkt mit dem gleichen Geist, der auch in und durch Jesus gewirkt hat</b>.
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| Wir stehen zu Gott in ganz enger Beziehung: <b>wir sind Kinder Gottes</b>.
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| Wir sind gesandt, den Weg Jesu, den der Täufer auf seine Weise vorausgegangen ist,
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| <q>hinter Jesus her</q> nachzugehen.
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span.slide In diesem Sinne ist gerade die erste <q>Woche</q> des Wirkens Jesu in Galiläa wichtig:
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| <i>Sich bei der Berufung der Jünger selber angesprochen fühlen</i>:
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span.slide Jesu Ruf, <q>hinter ihm her</q> zu gehen, auf sich selbst zu beziehen und bewusst in die Jesus-Nachfolge einzutreten.
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span.slide Dabei schließt die Berufung zu <q>Menschenfischern</q> ein Zweifaches ein:
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| Das Evangelium von und über Jesus Christus in die Welt zu tragen
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| und in Wort und Tat zu verkünden;
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| – und damit in die <q>Kommunikationslücke</q> einzutreten, die durch die Flucht der Jünger
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| und das Schweigen der Frauen am Ende des Evangeliums entstanden ist.
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| Teil der Sammlungsbewegung Jesu zu sein, oder – wie Paulus sich ausdrückt: – Glied des Leibes Christi sein;
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| sich einzubringen mit den eigenen Fähigkeiten und Charismen und sich gegenseitig zu ergänzen.
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| Christsein – das geht nicht allein!
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| <i>Mit den Menschen bei der ersten Dämonenaustreibung über die Lehre Jesu, die die Dämonen besiegt, staunen</i>:
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| Es ist die Lehre, die Jesu <q>auf dem Weg</q> seinen Jüngern erklärt und versucht nahezubringen – und die
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| doch oft quer steht zu dem, was Menschen wichtig ist.
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| Im Blick auf den Weg Jesu sowie gestärkt durch den Glauben an die Auferstehung des Gekreuzigten und die Gabe des Geistes können auch
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| wir die Dämonen besiegen, die uns antreiben wollen, groß, mächtig, Erster, Herrscher etc. zu sein.
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| <i>Sich wie die Schwiegermutter des Petrus von Jesus aufrichten lassen zum Dienst aneinander</i>:
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span.slide die entsprechende Erzählung ist die Mitte (!) der ersten <q>Woche</q> des Wirkens Jesu:
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span.slide Nachdem Jesus die Schwiegermutter des Petrus geheilt hat, dient sie Jesus und den Jüngern;
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span.slide damit setzt sie die <q>Lehre auf dem Weg</q> beispielhaft um.
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| Wer so – hinter Jesus her – den Weg des Dienens geht – gerade gegenüber den Letzten und Kleinen in der Gesellschaft –
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| der vollzieht im eigenen Leben, was Jesu programmatischer Eröffnungsruf am Anfang seines Wirkens war und ist (Mk 1,15):
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| Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist zum Greifen nahe.
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| Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!
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