bibelwissen/views/firmung2018/05/01_mk.pug

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+headline("Trennlinien - Gemeinschaft, die trägt - Paten")
span Mk 6,14-8,26: Die vierte <q>Woche</q> im Wirken Jesu
h2 Was wird erzählt? Was ist aufgefallen? Was hat mich irritiert? Wo habe ich Fragen?
h2.slide(style="margin-top: 50px;") Die Erzählungen genauer betrachtet
p.slide
| Noch immer im Erzählbogen Mk 3,7-8,26: Rund um den See von Galiläa.
br
span.slide Umfasst zwei <q>Wochen</q> mit Scharnierstück dazwischen.
h4.slide
b Rückblick in Auswahl: Die dritte <q>Woche</q> des Wirkens Jesu (Mk 3,7-6,13)
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b Mk 4,35-5,20 Erste Fahrt ins Heidengebiet
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li.slide
i Der Sturm auf dem See
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li.slide In der mythischen Denkwelt der Antike können die widrigen Winde als dämonische Chaosmächte der heidnischen Götter verstanden werden, die die Ankunft des Jesusbootes in ihrem Gebiet verhindern wollen. (Martin Ebner)
li.slide Die trotzdem gelungene Überfahrt ins Heidenland zeigt Jesus als Besieger der heidnischen Götter.
li.slide
| Real-Geschichtlicher Hintergrund: Widerstände gegen die Heidenmission von heidnischer Seite;
br
span.slide konkret vor allem wohl die Verfolgung unter Kaiser Nero mit vielen Toten.
li.slide
i Aussage der Erzählung:
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li.slide Die Heidenmission geht auf Jesus selbst zurück und entspricht seinem Auftrag (siehe auch unten!).
li.slide Jesus als Sieger über die heidnischen Chaosmächte/Gotter wird die Kirche vor dem Untergang bewahren - sein passives Verhalten, das die Angst vor dem Untergang verstärken kann, ist keine Schwäche sondern <q>nur</q> Duldung.
li.slide
i Die Heilung des Besessenen von Gerasa
br
span.slide Der wird von Jesus zum <b><q>ersten Heidenmissionar</q></b> ausgesandt.
br
span.slide
i Einige Auffälligkeiten:
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li.slide Nur Jesus steigt aus dem Boot aus.
li.slide Die Jünger bleiben im Boot - sie betreten das heidnische Land nicht.
li.slide Die Heilung erfolgt umständlich: Die Dämonen werden in eine Schweineherde verbannt, die dann ins Meer stürzt.
li.slide <i>Hintergrund</i>: Schweine waren/sind die von den Juden am meisten verhassten Tiere.
li.slide
i Die Austreibung der Dämonen kann also als (Versuch der) Reinigung des Heidenlandes durch Jesus verstanden werden.
li.slide Doch <i>so</i> kann Jesus keinen Fuß fassen: Jesus wird wieder weggeschickt.
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li.slide <i>Vordergründig</i>: Wirtschaftlicher Schaden durch die Vernichtung der Schweineherde.
li.slide <i>Hintergründig</i>: Die jüdischen Speise- und Reinheitsvorschriften, die den Heiden fremd sind, stehen der Heidenmission im Weg.
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b Mk 6,6b-11 Die Aussendung der zwölf Jünger
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b Mk 6,12-13 Ausführung des Missionsauftrages
h4.slide(style="margin-top: 15px;")
b
i Scharnierstück
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b Mk 6,14-29 Die Enthauptung Johannes des Täuferes
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li.slide Gehört von der zeitlichen Abfolge der Ereignisse her eigentlich in Mk 1 (Mk 1,14: <q>Nachdem Johannes ausgeliefert worden war ...</q>)
li.nodisplay#subslide-enthauptung Die Positionierung der Erzählung vom Tod des Vorläufers Jesu an dieser Stelle - zwischen Aussendung und Rückkehr der Zwölf - macht deutlich, was Unterwegssein als Jünger Jesu bzw. Nachfolge Jesu allgemein auch bedeuten kann ...
h4.slide(style="margin-top: 15px;")
b
i Die vierte <q>Woche</q> des Wirkens Jesu (Mk 6,30 - 8,26)
h5.slide(style="color: peru;")
b Erster Durchgang (Mk 6,30-52)
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b Mk 6,30-34 Rückkehr der Zwölf, Vergeblicher Rückzug, Andrang des Volkes
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b
i Mk 6,35-44 Die Speisung der Fünftausend
span.slide
b
i : Krönung des Wirkens Jesu im Judengebiet.
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b Mk 6,45-52 Die Epiphanie (<q>Erscheinung</q>) Jesu auf dem Wasser
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li.slide Größerer Zusammenhang: Zweite Fahrt Jesu ins Heidengebiet.
li.slide Diese Fahrt misslingt völlig, man kommt in Gennesaret an - also nicht im Heidengebiet, sondern im Judengebiet.
li.slide Grund: <q>Gegenwind</q>
li.slide Real-Geschichtlicher-Hintergrund: <q>Gegenwind</q> gegenüber der Heidenmission von judenchristlicher Seite aus!
br
span.slide Im weiteren Verlauf der Erzählung wird jedenfalls genau das dabei ausschlaggebende Thema <q>Rein und Unrein</q> vor allem im Hinblick auf die jüdischen Speisevorschriften thematisiert.
h5.slide(style="color: peru;")
b Zweiter Durchgang (Mk 6,53-7,23)
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b Mk 6,53-56 Andrang des Volkes, Heilungen in Gennesaret
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b Mk 7,1-13 Auseinandersetzungen mit den Gegner zu <q>Rein und Unrein</q> [salopp ausgedrückt: <q>geht</q> - <q>Finger weg</q>] (<span class="oi oi-arrow-right"></span> Speisevorschriften der Juden)
.viewbox.slide.konzentrisch-1(style="background-color: gold;")
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b Mk 7,14-15 Rätselwort über Rein und Unrein
br
span.slide
i
q Nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt, kann ihn unrein machen, sondern was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein.
.viewbox.slide.konzentrisch-1
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b Mk 7,16-23 Die Lösung des Rätselwortes - Erklärung an die Jünger
br
span.slide
i
q Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habgier, Bosheit, Hinterlist, Ausschweifung, Neid, Verleumdung, Hochmut und Unvernunft. All dieses Böse kommt von innen und macht den Menschen unrein.
h5.slide(style="color: peru;")
b Dritter Durchgang (Mk 7,24-8,26)
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b Mk 7,24-30 Aufbruch - zu Fuß! - ins Heidenland (mit Unmöglichkeit, dass er verborgen blieb) + Der Glaube der heidnischen Frau (in Tyrus)
br
span.slide Dabei Klärung und Feststellung des <q>heilsgeschichtlichen Vorranges</q> der Juden gegenüber den Heiden.
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b
i Mk 7,31-37 Die Heilung eines Taubstummen (Dekapolis)
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li.slide Rein äußerlich: Jesus heilt nicht anders als die heidnischen Wunderheiler.
li.slide Tiefer geschaut: Heilung des Taubstummen <i>im Heidenland</i>:
br
span.slide <i>Das Wort des Gottes Israels hören und den Glauben an ihn bekennen</i>, dazu öffnet Jesus dem Heiden Ohren und Mund.
li.slide Dieses Heilungwunder Jesu hat <i>grundsätzliche Bedeutung</i>:
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li.slide
| Die umstehenden Menschen - wohl als Heiden vorzustellen! - stimmen in das Lob des Gottes Israels mit biblischen Worten ein:
|
q Er [= Jesus] hat alles gut gemacht; er macht, dass die Tauben hören und die Stummen sprechen.
|
| (Mk 7,37)
br
span.slide
| Damit wird einerseits Gen 1,31 aufgegriffen (<q>Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut.</q>),
| andererseits Jes 35,5-6 (Kontext: Verheißung des messiansichen Heils; <q>die Ohren der Tauben sind wieder offen, ... die Zunge des Stummen jauchzt auf</q>).
li.slide
| Mehr aber noch: Vom Anklang an die Schöpfungserzählung her bekommt das beschriebene Heilungshandeln Jesu einen bemerkenswerten Akzent:
| In der zweiten Schöpfungserzählung wird der Mensch aus Erde/Ton vom Ackerboden geform. Nun stelle man sich einen Töpfer vor,
| der bei der Durchsicht seiner Figuren feststellt, dass bei einem Exemplar die Ohren und der Mund nicht <q>passen</q>: Er
| macht seinen Finger feucht und drückt nochmal hin ... - nichts anderes tut Jesus.
br
span.slide Auch begegnet das Schema <q>Wort <span class="oi oi-arrow-right"></span> Geschehen</q>: <q>Effata</q> <span class="oi oi-arrow-right"></span> sofortiges Öffnen von Mund und Ohren
li.slide
i Die Erzählung bringt damit insgesamt zum Ausdruck:
br
span.slide
b
i Jesus ist nicht nur der Messias Israels, sondern auch der Heiden!
br
span.slide
b
i In Jesus handelt der Schöpfer neu-schöpferisch an den Heiden: er öffnet ihnen, die bisher für ihn verschlossen waren, die Ohren für das Evangelium und den Mund zum Bekenntnis an ihn.
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b
i Mk 8,1-9 Die Speisung der Viertausend
span.slide
b
i : Krönung des Wirkens Jesu im Heidengebiet.
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b Mk 8,10-12 Stipvisite im <q>Judenland</q>: Die Zeichenforderung der Gegner Jesu
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b Mk 8,13-21 [Dritte Überfahrt ins Heidenland:] Die blinden Jünger
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b
i Mk 8,22-26 Die Heilung eines Blinden bei Betsaida
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b Die Fahrten Jesu über den See sind <i>nicht wirklich auf einer Landkarte nachzuvollziehen</i>:
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li.slide Gerasa - dorthin geht die erste Reise - liegt 50 km entfernt vom See.
li.slide Betsaida ist nur wenige Kilometer von Kafarnaum entfernt - da wäre die Reise zu Fuß die sinnvollere Variante.
li.slide Die Lokalisierung von Gennesaret ist bis heute nicht geklärt (auch wenn die Karten zur Bibel etwas anderes suggerieren!).
p.slide.nomarginbottom Schüssel zum Verständis der Fahrten: die Reisenotizen sind im Sinne einer <b>religiösen Landschaftskarte</b> zu interpretieren
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li.slide <i>Westliches Ufer</i>: hier leben <i>Juden</i>.
li.slide <i>Östliches Ufer</i>: hier leben <i>Heiden</i>.
p.slide So ist es von den Menschen her, denen Jesus da und dort begegnet, zu verstehen.
br
span.slide Und dies ist dann auch bei der Interpretation der einzelnen Erzählungen wichtig!
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b Auffällig
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li.slide Die Überfahrt ist beim ersten Mal nur unter schweren Hinternissen möglich, beim zweiten Mal scheitert sie komplett.
li.slide Die Rückfahrt (ins Judengebiet) gelingt immer ohne Probleme.
li.slide Die <q>Wetterphänomene</q> bei der Fahrt ins Heidengebiet sind offenbar für Markus Symbole für realgeschichtliche Probleme bei der Heidenmission.
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Der See Gennesaret symbolisiert die Trennlinie zwischen Juden und Heiden
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b
| Ihre unverrückbare Basis ist der jüdische Monotheismus, der Glaube an den einen einzigen Gott Israels,
| der das Judentum vom Heidentum unterscheidet.
br
| Im konkreten Alltag manifestiert sich diese Trennlinie besonders in den jüdischen Speise- und Reinheitsvorschriften.
br
| In diesem Abschnitt des Evangeliums setzt sich Markus mit den Problemen und Fragen auseinander,
| die die Überquerung dieser Trennline in der Verkündigung des Evangelums mit sich bringt.
br
i Konkret:
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li Ist die Heidenmission im Sinne Jesu?
li Gehen wir dabei nicht unter? (angesichts von Verfolgungen und den Auseinandersetzungen unter Christen, die es dabei gibt!)
li Reicht das Bekenntnis zu Jesus als Christus und zum einen und einzigen Gott Israels (Monotheismus) aus, oder müssen Heiden auch auf andere Dinge - wie vor allem das jüdische Gesetz - verpflichtet werden?
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i Das <q>Umgehen</q> des Sees auf dem Landweg in die Dekapolis hat vor diesem Hintergrund einen tieferen Sinn:
br
span.slide
i Jesus <q>umgeht</q> die jüdischen Speise- und Reinheitsvorschriften.
ul.nodisplay
li.slide
| <i>Hintergrund:</i>
| Vor allem in den ersten Jahrzehnten nach Ostern gab es heftige Auseinandersetzungen
| zwischen Judenchristen, die für die gesetzesfreie Heidenmission offen waren, und besonders Thora-treuen Judenchristen,
| die die zum christlichen Glauben gekommenen Heiden auf das jüdische Gesetz mit seinen Reinheits- und Speisevorschriften verpflichten wollten.
li.slide Mit dem Landweg, über den Jesus dann nach der gescheiterten Fahrt doch im Heidenland ankommt - dem Ziel der Überfahrt -, <b>umgeht Jesus die durch den See Gennesaret gezogene Linie zwischen Juden und Heiden</b> ganz anschaulich!
li.slide Wie Jesus den See Gennesaret umgeht, so darf man <b>in seiner Nachfolge die jüdischen Speise- und Reinheitsvorschriften umgehen</b>.
li.slide <b>Brücke zu den Heiden</b> sind seine <b>theologischen Ausführungen zu Rein und Unrein</b>.
li.slide Es ist sicher auch kein Zufall, dass diese Ausführungen genau zwischen den beiden Speisungen - im Juden- und dann im Heidengebiet - angesiedelt sind!
li.slide
b Abschließend zu <q>rein und unrein</q>
ul.nodisplay
li.slide Die aus dem Kult stammende Unterscheidung von Rein und Unrein im Hinblick auf Nahrung, Reinigung bestimmter Gegenstände, bestimmten Krankheiten etc. wird zwar zurückgewiesen.
br
span.slide Damit ist der Weg zu den Heiden geöffnet.
li.slide Dennoch wird auch weiterhin zwischen Rein und Unrein unterschieden, doch diese Unterscheidung wird <i>ethisch qualifiziert</i>.
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