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| Inhaltsangabe/Überschrift
br
| Himmlischer Sendungsbeschluss
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,1-3
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h5.card-title Johannes in der Wüste: Seine Taufe und seine Ankündigung des Kommenden
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,4-7
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h5.card-title Die Taufe Jesu: Tod und Auferstehung Jesu als Wendepunkt der Heilsgeschichte
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,9-11
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h5.card-title Die Versuchung Jesu
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,12-13
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h5.card-title Johannes tritt ab, Jesus tritt auf: Eröffnungsruf des Wirkens Jesu: Das Reich Gottes ist zum Greifen nahe!
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,14-15
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h5.card-title Die Berufung der ersten Jünger
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,16-20
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h5.card-title Die neue Lehre in der Synagoge: Jesus gekommen, um Satan/die Dämonen ins Verderben zu stürzen
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,21-28
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h5.card-title Die Heilung der Schwiegermutter des Petrus, die (daraufhin!) Jesus dient
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,29-31
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h5.card-title Die ganze Stadt vor der Tür; Jesus heilt und treibt Dämonen aus (jene wissen, wer er ist)
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,32-34
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h5.card-title Rückzug und erneuter Aufbruch
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,35-39
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h5.card-title Die Heilung des Aussätzigen
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,40-45
.slide.mb-3
hr
p.card-text.mb-0.konzentr-6.bibeltextkonzentr
| 1 Anfang des Evangeliums Jesu Christi, Sohn (eines) Gottes.
br
| 2 Wie geschrieben steht beim Propheten Jesaja:
br
q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der einen Weg bahnen wird.
br
q 3 Stimme eines Rufers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen!
p.card-text.mb-0.konzentr-5.bibeltextkonzentr
| 4 So trat Johannes der Täufer in der Wüste auf und verkündete eine Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden.
br
| 5 Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus;
br
| sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen.
br
| 6 Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften
br
| und er lebte von wildem Honig.
br
| 7 Er verkündete:
q
| Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich;
br
| ich bin es nicht wert, mich zu bücken und ihm die Riemen der Sandalen zu lösen.
br
| 8 Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.
p.card-text.mb-0.konzentr-4.bibeltextkonzentr
| 9 Und es geschah in jenen Tagen, da kam Jesus aus Nazareth in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen.
br
| 10 Und sogleich, als er aus dem Wasser stieg, sah er,
br
| dass der Himmel aufriss und der Geist wie eine Taube in ihn hineinkam.
br
| 11 Und eine Stimme aus dem Himmel sprach:
q Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.
p.card-text.mb-0.konzentr-3.bibeltextkonzentr
| 12 Und sogleich trieb der Geist Jesus in die Wüste.
br
| 13 Jesus blieb vierzig Tage in der Wüste und wurde vom Satan in Versuchung geführt.
br
| Er lebte bei den wilden Tieren und die Engel dienten ihm.
p.card-text.mb-0.konzentr-2.bibeltextkonzentr
| 14 Nachdem Johannes ausgeliefert worden war, ging Jesus nach Galiläa;
br
| er verkündete das Evangelium Gottes
br
| 15 und sprach:
q
| Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe.
br
| Kehrt um und glaubt an das Evangelium!
p.card-text.mb-0.konzentr-1.bibeltextkonzentr
| 16 Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon,
| die auf dem See ihre Netze auswarfen; sie waren nämlich Fischer.
br
| 17 Da sagte er zu ihnen:
q
| Kommt her, mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.
br
| 18 Und sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm nach.
br
| 19 Als er ein Stück weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes;
| sie waren im Boot und richteten ihre Netze her.
br
| 20 Sogleich rief er sie und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und folgten Jesus nach.
p.card-text.mb-0.konzentr-2.bibeltextkonzentr
| 21 Sie kamen nach Kafarnaum. Am folgenden Sabbat ging er in die Synagoge und lehrte.
br
| 22 Und die Menschen waren voll Staunen über seine Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten.
br
| 23 In ihrer Synagoge war ein Mensch, der von einem unreinen Geist besessen war.
br
| Der begann zu schreien:
br
q
| 24 Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret?
br
| Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen?
br
| Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes.
br
| 25 Da drohte ihm Jesus:
br
q
| Schweig und verlass ihn!
br
| 26 Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei.
br
| 27 Da erschraken alle und einer fragte den anderen:
br
q
| Was ist das? Eine neue Lehre mit Vollmacht: Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl.
br
| 28 Und sein Ruf verbreitete sich rasch im ganzen Gebiet von Galiläa.
p.card-text.mb-0.konzentr-3.bibeltextkonzentr
| 29 Sie verließen sogleich die Synagoge und gingen zusammen mit Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und Andreas.
br
| 30 Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett.
br
| Sie sprachen sogleich mit Jesus über sie
br
| 31 und er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf.
br
| Da wich das Fieber von ihr und sie diente ihnen.
p.card-text.mb-0.konzentr-4.bibeltextkonzentr
| 32 Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus.
br
| 33 Die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt
br
| 34 und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und er trieb viele Dämonen aus.
br
| Und er verbot den Dämonen zu sagen, dass sie wussten, wer er war.
p.card-text.mb-0.konzentr-5.bibeltextkonzentr
| 35 In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten.
br
| 36 Simon und seine Begleiter eilten ihm nach,
br
| 37 und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm:
br
q Alle suchen dich!
br
| Er antwortete:
br
q
| Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort verkündet;
br
| denn dazu bin ich gekommen.
br
| Und er zog durch ganz Galiläa, verkündete in ihren Synagogen und trieb die Dämonen aus.
p.card-text.konzentr-6.bibeltextkonzentr
| 40 Ein Aussätziger kam zu Jesus und bat ihn um Hilfe; er fiel vor ihm auf die Knie und sagte:
br
q Wenn du willst, kannst du mich rein machen.
br
| 41 Jesus hatte Mitleid mit ihm;
br
| er streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte:
br
q Ich will werde rein!
br
| 42 Sogleich verschwand der Aussatz und der Mann war rein.
br
| 43 Jesus schickte ihn weg, wies ihn streng an 44 und sagte zu ihm:
br
q Sieh, dass du niemandem etwas sagst, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring für deine Reinigung dar, was Mose festgesetzt hat ihnen zum Zeugnis.
br
| 45 Der Mann aber ging weg und verkündete bei jeder Gelegenheit, was geschehen war;
br
| er verbreitete die Geschichte, so dass sich Jesus in keiner Stadt mehr zeigen konnte;
br
| er hielt sich nur noch an einsamen Orten auf.
br
| Dennoch kamen die Leute von überallher zu ihm.
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h5.card-title
| Aussatz!
hr
ul.card-text
li Unter Aussatz verstand man damals verschiedene Hautkrankheiten manche ansteckend und tödlich, andere eher harmlos.
li
| Aus Sicherheitsgründen behandelte man alle gleich: wer an Aussatz erkrankt war, musste sich vom bisherigen sozialen Leben
| verabschieden und sich an Orte außerhalb der Städte und Dörfer zurückziehen, damit sich
| niemand aus Versehen anstecken konnte.
li.small
| Das klingt hart, fast unmenschlich aber wenn man eine möglicherweise tödliche Krankheit nicht heilen kann, dann bleibt einem nichts anderes übrig.
br
| Auch wir heute kennen Quarantäne, in die jemand muss, wenn der Verdacht auf eine möglicherweise ansteckende und gefährliche/tödliche Krankheit vorliegt.
li
| Durch seinen Aussatz war der Mann zu einem Leben an den Rändern der Gesellschaft verdammt,
| zu einem Leben als Ausgegrenzter; er gehörte zu den „Letzten“ der Gesellschaft.
li
| Als Aussätziger ist der Mann nicht nur von der menschlichen Gesellschaft ausgeschlossen nur unter Seinesgleichen konnte er sich aufhalten
| sondern lebt auch fern der Gemeinschaft mit Gott: als „Unreiner“ (siehe seine Heilungsbitte) ist er vom Kult und damit von der Begegnung mit Gott ausgeschlossen.
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h5.card-title
| „Anfang“?
br
| „Bote vor dir her, der deinen Weg bahnen wird“?
hr
ul.card-text
li
| Abgesehen davon, dass mit dem Priester und mit dem darzubringenden Reinigungsopfer indirekt Jerusalem und der Tempel in Blick kommen,
| die Jesus gegen Ende seines Weges aufsuchen wird, fällt es schwer, in dieser Erzählung etwas mit „Anfang“ zu verbinden;
br
| eher wird ein „Ende“ erzählt: das Ende der öffentlichen Wirksamkeit Jesu, der sich als Resultat der Begegnung mit dem Aussätzigen
| und dessen „Verkündigungstätigkeit“ „in keiner Stadt mehr zeigen konnte“ und sich nur noch an einsamen Orten aufhielt.
li
| Auch erscheint wenn auch nur auf den ersten Blick der Aussätzige in die Rolle des „Boten vor dir her, der deinen Weg bahnen wird“
| zu schlüpfen:
br
| Jesus übernimmt das Schicksal des Aussätzigen, der nicht unter die Menschen gehen durfte, damit er niemanden anstecken konnte.
li
| Dieses „Umgedrehtsein“ das sei hier gleich angemerkt ist konstitutiv für diese Erzählung.
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h5.card-title
| Aussatz?
h6.card-subtitle.text-muted Der <i>unreine</i> Geist in der Synagoge (→ Mk 1,21-28) als Interpretationshilfe <i>rein</i> werden
hr
ul.card-text
li
| Der Aussätzige bittet nicht direkt um Heilung vom Aussatz; er möchte <i>rein</i> werden.
br
| Dies ist sachlich logisch, da er als Aussätziger als Unreiner als Unberührbarer gilt.
li
| Dieser Erzählzug stellt aber eine Beziehung zur Austreibung des <i>unreinen</i> Geistes in der Synagoge her.
br
| Das Besessensein vom „unreinen Geist“ in jener Erzählung wurde in einem ethischen Sinne gedeutet:
br
| der Bessene ist Diener Satans, nicht Diener Gottes,
| was sich in einem entsprechenden ethischen Verhalten ausdrückt.
li
| Dies ermöglicht es, „Aussatz“ hier im übertragenen Sinne zu verstehen:
br
| weil er ein schlechtes Verhalten an den Tag legt, ist er isoliert, niemand möchte mit ihm zusammen sein;
br
| er ist „aussätzig“, auch wenn er nicht an der Krankheit „Aussatz“ leidet.
li
| So muss beachtet werden, dass in der Erzählung vordergründig die Heilung eines Aussätzigen im Sinne der Krankheit erzählt wird,
| hintergründig aber dieser „Aussatz“ des Mannes in einem ethischen Sinne zu verstehen ist;
| beides aber hat gemeinsam, dass es von den Menschen und zugleich von Gott trennt.
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h5.card-title
| Jesus
|
q streckte die Hand aus, berührte ihn
|
|
|
q sogleich verschwand der Aussatz
hr
ul.card-text
li Einen Aussätigen zu berühren ist strengstens verboten weil man sich anstecken könnte.
li Jesus berührt den Aussätzigen und heilt ihn so; er kann ihn berühren, weil er ihn heilen kann.
li Dass Jesus den Aussätzigen berührt, hebt diese Erzählung von Aussatzheilungen im Alten Testament ab von denen es ganze zwei gibt:
ul.card-text
li
| In Num 12,10-15 wird vom Aussatz der Schwester des Mose, Mirjam, erzählt.
br
| Sie wird durch Gott auf das Gebet des Mose hin geheilt.
br
i Es findet keine Berührung statt.
li
| In 2 Kön 5 erfährt der Syrer Naaman Heilung durch Gott durch eine rituelle Waschung.
br
i Auch hier gibt es keine Berührung des Kranken.
li
| Dass Jesus den Aussätzigen zur Heilung berührt ist also ein besonders auffälliger Erzählzug,
| der auch nicht ohne Folgen bleibt für beide.
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h5.card-title
| „Austausch“
h6.card-subtitle.text-muted „Er hat unsere Krankheit getragen“
hr
ul.card-text
li
| Durch die Heilung ist dem ehedem Aussätzigen der Weg in die soziale Gemeinschaft (Familie, Dorf, etc.) wieder offen,
| wovon der Geheilte sogleich Gebrauch macht.
li
| Doch durch das Berühren des Aussätzigen wird Jesus nach jüdischer Vorstellung selber zu einem Aussätzigen:
br
| das Schweigegebot, das Jesus an den Geheilten mit heftigen Worten richtet,
| soll ihn auf der Ebene der Erzählung vor den negativen Folgen der Berührung des Aussätzigen schützen.
li
| Durch das Herumerzählen des Ganzen durch den Geheilten wird Jesus als Aussätziger geoutet, was als Folgen zeitigt
| das wird in der Erzählung schön bebildert , dass er sich „in keiner Stadt mehr zeigen konnte; er hielt sich
| nur noch an einsamen Orten auf“ (Mk 1,45).
li
| Es findet ein „Austausch“ statt: der Mann wird seinen Aussatz los, Jesus wird zum Aussätzigen;
br
| Dabei setzen die Erzählung und das Evangelium insgesamt voraus, dass sich Jesus nicht an der (realen) Krankheit
| Aussatz angesteckt hat; dennoch ist es für die Erzählung und das, was sie ausdrücken will, unbedingt notwendig, dass Jesus nun ein „Aussätziger“ ist.
li
| Der bibelkundige Leser denkt dabei unweigerlich an eine Stelle im Buch Jesaja, wo vom „Gottesknecht“
| (Gottes besonderem Werkzeug zum Heil der Menschen) die Rede ist:
br
| „er hat unsere Krankheit getragen“ (Jes 53,4).
br
| Nicht unerheblich ist, dass Jesaja die Wendung „Er hat unsere Krankheit getragen!“ in einem bildlichen,
| die Überwindung körperlicher Leiden übersteigenden, umfassend-heilvollen Sinn versteht im Sinne einer Befreiung aus Schuld und Gottferne:
br
q.bibeltext
| 2 ...
| Er hatte keine schöne und edle Gestalt, sodass wir ihn anschauen mochten.
br
| Er sah nicht so aus, dass wir Gefallen fanden an ihm.
br
| 3 Er wurde verachtet und von den Menschen gemieden, ein Mann voller Schmerzen, mit Krankheit vertraut.
br
| Wie einer, vor dem man das Gesicht verhüllt, war er verachtet;
br
| wir schätzten ihn nicht.
br
| aber er hat <i>unsere</i> Krankheit getragen und <i>unsere</i> Schmerzen auf sich geladen.
br
| Wir meinten, er sei von Gott geschlagen, von ihm getroffen und gebeugt.
br
| 5 Doch <i>er</i> wurde durchbohrt <i>wegen unserer Vergehen</i>, <i>wegen unserer Sünden</i> zermalmt.
br
| <i>Zu unserem Heil lag die Züchtigung auf ihm,</i>
br
| <i><b>durch seine Wunden sind wir geheilt.</b></i>
br
| 6 Wir hatten uns alle verirrt wie Schafe, jeder ging für sich seinen Weg.
br
| Doch der HERR ließ auf ihn treffen die Schuld von uns allen. ...
br
| 8 ...
| Er wurde vom Land der Lebenden abgeschnitten und wegen der Vergehen meines Volkes zu Tode getroffen. ...
br
| 11 Nachdem er vieles ertrug, erblickt er das Licht. ...
br
| Mein Knecht, der gerechte, macht die Vielen gerecht;
br
| er lädt ihre Schuld auf sich.
br
| 12 Deshalb gebe ich ihm Anteil unter den Großen
br
| und mit Mächtigen teilt er die Beute,
br
| weil er sein Leben dem Tod preisgab
br
| und sich unter die Abtrünnigen rechnen ließ.
br
| Er hob die Sünden von Vielen auf und trat für die Abtrünnigen ein.
span.bibelstelle Jes 53,2-6.8.11-12
li
| Der in der Heilung des „Aussätzigen“ tragende Gedanke das „Austausches“,
| der den einen belastet, um den anderen zu befreien, prägt auch dieses „Vierte Gottesknechtslied“ des Jesaja (Jes 52,13-53,12).
br
| Und die Beschreibung dessen, der die Krankheit des Volkes getragen hat bzw. die damit zusammenhängende Beschreibung
| des Volkes vor der Rettung („jeder ging für sich seinen Weg“ [Jes 53,6b]), passt sehr gut zur „Krankheit“ „Aussatz“.
li
| Man wird also sagen können, dass Markus mit der Erzähung von der Heilung des „Aussätzigen“
| den Satz „Er hat unsere Krankheit getragen“ aus dem Vierten Gottesknechtslied des Jesaja auf Jesus übertragt
| und entsprechend bebildert;
br
| damit dies „funktioniert“ <i>muss</i> Jesus den Aussätzigen berühren.
li
| Wichtig ist, dass auch bei Deuterojesaja von „Krankheit“ in einem übertragenen Sinne die Rede ist;
br
| dies zu verstehen und auf die Krankenheilungen im Markus-Evangelium zu übertragen ist der zentrale Schlüssel zur Deutung derselben.
.card.slide.border-primary.mb-3
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h5.card-title
| „Einsame Orte“
h6.card-subtitle.text-muted Der Tod am Kreuz als Übernahme der Gottferne und damit „Ort des Austausches“
hr
ul.card-text
li
| Es ist daran zu erinnern, dass bei den „einsamen Orten“, an denen sich Jesus nun nur noch aufhält, die „Wüste“ mitschwingt,
| die als Ort der Gottferne schon mehrfach im übertragenen Sinne verstanden werden konnte und musste.
li
| Bei der Auslegung der Taufe Jesu (→ Tod und Auferstehung Jesu) wurde darauf hingewiesen,
| dass Markus den Tod Jesu am Kreuz als Sterben in der und in die Gottferne inszeniert:
br
| kein himmlischer Helfer, Finsternis im Land, Aushauchen des Geistes; schließlich der Ruf Jesu: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“
br
| Hinzu kommt, dass der Tod am Kreuz auch im Verlassensein von allen Menschen geschieht:
br
| die Jünger haben Jesus verraten oder verleugnet oder sind geflohen; andere verspotten und verhöhnen ihn.
li
| Den theologischen Hintergrund dazu bietet das Buch Deuteronomium:
br
q.bibeltext
| ein [an einen Holzpfahl] Gehenkter ist ein von Gott Verfluchter
span.bibelstelle Dtn 21,23
br
| Ursprünglich bezog sich diese Stelle auf <i>nach</i> der Hinrichtung durch Aufhängen an einem Pfahl zur Schau gestellte
| Tote, die dadurch besonders erniedrigt wurden; zur Zeit Jesu wurde dieser Satz aber auch auf die Kreuzigung übertragen:
br
i Der Tod am Kreuz als Tod der Gottferne.
li
| Im Hinblick auf Jesus und den Glauben an ihn kann sich
span.bibelstelle Dtn 21,23
| mit
span.bibelstelle Jes 53,4
| verbinden:
br
q.bibeltext
| Wir meinten, er sei von Gott geschlagen, von ihm getroffen und gebeugt.
br
| Dies bebildet Markus durch die Verhöhnung der beim Tod Jesu anwesenden Vertreter des Gottesvolkes.
li
| Mit der Erzählung von der Heilung des „Aussätzigen“ durch Jesus, der als Folge selber „aussätzig“ wird,
| bietet Markus eine <i>Deutung des Kreuzestodes Jesu</i> durch Rückgriff auf das Vierte Lied vom Gottesknecht des Deuterojesaja.
li
| Deutlich wird, dass der „Aussätzige“ gemäß des Viertes Gottesknechtsliedes symbolisch für alle steht,
| die in der (Herrschaft der) Sünde
| gefangen sind und deren Beziehungen zu Gott und zu den Mitmenschen daher
| der Heilung bedürfen.
i
br
| Am Kreuz findet einen „Austausch“ zwischen ihnen und Jesus statt:
br
| er übernimmt ihre Krankheit, sie werden geheilt;
br
| er stirbt in die Gottferne, sie werden aus der Gottferne befreit und in geheilte Gemeinschaft mit den Mitmenschen gestellt.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
| „Dennoch kamen die Leute von überallher zu ihm“
h6.card-subtitle.text-muted Die Ambivalenz des „einsamen Ortes“
hr
ul.card-text
li
| Wieder sind wie die „Wüste“ generell die „einsamen Orte“ widersprüchlich inszeniert.
ul.card-text
li Einerseits die (notwendige) Einsamkeit aufgrund des „Aussatzes“.
li Andererseits kommen die Menschen von überallher zu ihm was nun nichts mehr mit Einsamkeit zu tun hat.
li
| Bezieht man den Gang Jesu in die Einsamkeit auf seinen Tod am Kreuz,
br
| hat das Kommen der Menschen zu Jesus als Voraussetzung, dass der Tod nicht das Ende Jesu war;
br
| insofern kann man im Kommen der Menschen zu Jesus indirekt seine Auferstehung ausgedrückt sehen.
li.small
| Dem entspricht, dass man im Vierten Gottesknechtslied des Deuterojesaja aus christlicher Perspektive
| auch den Gedanken der Auferstehung ausgedrückt sehen kann (→ „erblickt er das Licht“;
| „gebe ich ihm Anteil unter den Großen“).
li
| Das Bild, das sich im Kopf ausprägt, kennen wir bereits:
br
| mitten in der „Wüste“ entsteht um Jesus herum eine „Insel des Lebens“,
li
| Der Evangelist macht auch deutlich:
br
| Das Wunderbare, das über Jesus erzählt wird, zieht die Menschen an, weil sie daran teilhaben wollen.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
| „ich will“ „sogleich“ „Mitleid“
h6.card-subtitle.text-muted Jesus lebt seine Sendung
hr
ul.card-text
li Im Dialog zwischen Jesus und dem Aussätzigen geht es um den Willen Jesu: „<i>Wenn du willst</i>, kannst du mich rein machen.“
li
| Damit wird der Wille Jesu zur Heilung des „Aussätzigen“ (bzw. der sich in ihm versammelnden „Vielen“) herausgestellt:
br
i Jesu Ja zu seiner Sendung, und das angesichts des Kontextes mit alle Konsequenzen.
li
| In die Sendung durch Gott ist auch wieder das „sogleich“ einzuordnen:
br
| In der Jüngerberufung markierte es das Eintreten der Jünger in die Nachfolge Jesu,
| wie auch den Ruf Jesu in die Nachfolge als Elemente der göttlichen Sendung.
br
| Hier erfüllt sich die Sendung Jesu, indem der „Aussätzige“ „rein“ wird.
li
| Als Motivation Jesu wird sein Mitleid angegeben, in welchem sich das Erbarmen Gottes spiegelt
| und das noch mehrfach als Motivation Jesu genannt werden wird.
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.card-body
h5.card-title
| „Sieh, dass du niemandem etwas sagst“
h6.card-subtitle.text-muted Ein dritter Blick auf die Schweigegebote Das erste Schweigegebot im Hinblick auf ein Wunder
hr
ul.card-text
li Jesus fährt den Geheilten richtig an, dass er niemandem etwas erzählt die deutsche Übersetzung verharmlost.
li
| Auf der Ebene der Erzählung ist das Schweigegebot klar durch den Aussatz begründet:
br
| durch das Berühren des Aussätzigen ist Jesus selber aussätzig geworden
| vor den entsprechenden Folgen will das Schweigegebot schützen.
li
| Angesichts der bereits an Dämonen ergangenen Schweigebote ist das Schweigegebot hier aber in einen größeren Kontext einzuordnen;
br
| auffällig auch: schon den Dämon in der Synagoge hatte Jesus <i>angefahren</i>, dass er schweigt.
li
| Während aber gegenüber den Dämonen das Wissen darum, wer Jesus ist, mit dem Schweigegebot belegt wurde,
br
| wird hier das Wunder selbst mit dem Schweigegebot belegt.
br
| Dies lässt fragen, was die Dämonenaustreibung mit der Heilung des „Aussätzigen“ verbindet und was diese
| von den meisten anderen Wundern unterscheidet.
ul.card-text
li
i Deutung des Todes Jesu
ul.card-text
li
| Das Schweigegebot an den Dämon in der Synagoge war im Kontext der verschwiegenen Lehre Jesu ausgesprochen worden,
| die das Wissen darum, wer Jesus ist, notwendig ergänzt, und
| die mit der Sendung Jesu und dem Weg, den Jesus dazu zurücklegt, verbunden werden konnte:
br
| mit dem Gang Jesu ins Verderben zum Verderben der Dämonen und letztlich Satan ;
br
| damit wird Jesu Tod eine bestimmte soteriologische Bedeutung zugemessen.
li
| Auch in der Heilung des „Aussätzigen“ wird der Tod Jesu am Kreuz gedeutet, und zwar
| im Sinne des „Austausches“ zur Befreiung der von Satan/den Dämonen
| Besessenen:
br
| Jesus geht in die Gottferne („Verderben“), um die Menschen daraus zu retten.
li
i „Austausch“ (nicht „Schicksalsgemeinschaft“) Auswirkung des Todes Jesu (nicht der Auferstehung)
ul.card-text
li
| Anders als bei den bisherigen Wundern geht es hier bei der Heilung des „Aussätzigen“
| nicht um eine (positive) Schicksalsgemeinschaft des/der Geheilten mit Jesus
| im Sinne einer Analogie zur Auferstehung Jesu wie etwa bei der Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus ,
| die alle ohne ein sich auf das Wunder beziehendes Schweigegebot erzählt werden,
br
| sondern um den „Austausch“ Jesu, den er mit dem Kranken vollzieht und der anschaulich bebildert wird.
li
| Gemeinsam ist den Dämonenaustreibungen und dem „Austausch“ mit dem „Aussätzigen“
| die Verbindung des Wunders nicht mit der Auferstehung, sondern mit dem Tod Jesu am Kreuz:
br
| den Dämonen geht Jesus mit seinem Tod am Kreuz ins „Verderben“ voraus;
br
| mit dem „Aussätzigen“ findet im Tod am Kreuz ein „Austausch“ statt.
li
| So kann das hier vorhandene Schweigegebot als Signal verstanden werden:
ol.card-text
li
| in die in Mk 1,21-28 mit dem Schweigegebot korrelierende inhaltlich nicht direkt bestimmte „Lehre Jesu“ ergänzend
| diese Deutung des Todes Jesu als „Austausch“ einzutragen;
li
| kommende Erzählungen mit Schweigegeboten im Hinblick auf Wunder (im Unterschied zu Schweigegeboten im Hinblick auf die Person Jesu)
| auf die Thematik „Austausch“ hin auszulegen;
br
| diese Wunder werden durch die Schweigegebote in besonderer Weise hervorgehoben und verbunden.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
| „Der Mann aber ging weg und verkündete bei jeder Gelegenheit das Wort“
h6.card-subtitle.text-muted Das Brechen des Schweigegebotes als Signal
hr
ul.card-text
li
| Während sich die Dämonen an das Schweigegebot gehalten haben und sich künftig auch alle anderen an das Schweigegebot halten werden,
| wird das Schweigegebot durch den vom „Aussatz“ Geheilten gebrochen.
li
| Formal entspricht die Verkündigungstätigkeit des Geheilten dem „Austausch“ mit Jesus: von dessen Verkündigungstätigkeit
| war gerade noch erzählt worden; als „Aussätziger“ kann Jesus nicht verkündigen dafür übernimmt der Geheilte.
li
| Was die Einheitsübersetzung mit
br
q Der Mann aber ging weg und verkündete bei jeder Gelegenheit, was geschehen war; er verbreitete die Geschichte ...
br
| übersetzt, müsste eigentlich wie folgt heißen:
br
q Der Mann aber ging hinaus und begann vielfach zu verkünden und <i>das Wort</i> zu verbreiten ...
li
| Die inhaltliche Bestimmung der Wendung „das Wort“ ist zwar nicht eindeutig gegeben, sie ist wohl aber mit der
| Botschaft, dass Jesus ihn, den einst „Aussätzigen“, geheilt hat und ihn dazu berührt hat, zu füllen
| nur so ist zu begründen, warum Jesus nun die Folgen des übernommenen „Aussatzes“ in der Erzählung zu tragen hat.
br
span.small Es kann also nicht nur um die Heilung selbst gehen, sondern die Berührung durch Jesus muss mit enthalten sein.
li
| Die eigenwillige Wendung „das Wort“ kann man in Analogie zu der nicht direkt bestimmten „Lehre“ Jesu in der Erzählung
| von der Austreibung des unreinen Geistes in der Synagoge setzen;
br
| jedenfalls ist eine inhaltliche Entsprechung gegeben:
ul.card-text
li Jesu Gang ins Verderben den Dämonen voraus, um die Menschen von der Herrschaft der Dämonen zu befreien;
li Jesu Übernahme des „Aussatzes“ des „Aussätzigen“, was diesem Heilung bringt.
li
| Den einen bringt der Tod Jesu am Kreuz den Untergang, den anderen als Kehrseite derselben Medaille ein neues Leben.
li
| Insofern das Schweigegebot hier das einzige ist, das im ganzen Evangelium gebrochen wird,
| könnte dies ein Signal sein:
br
i Diese Botschaft vom „Austausch“ Jesu mit dem „Aussätzigen“ ist unbedingt zu verkünden!
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h5.card-title
q geh, zeig dich dem Priester und bring für deine Reinigung dar, was Mose festgesetzt hat ihnen zum Zeugnis
h6.card-subtitle.text-muted Der Tempel in Jerusalem kommt in Blick
hr
ul.card-text
li
| Es ist Aufgabe der Priester die auch die Funktion eines Arztes hatten , die Gesundung von Aussätzigen zu bestätigen.
br
| Wenn der Priester die Heilung bestätigt die wiederhergestellte „Reinheit“ feststellt , darf der Geheilte wieder am normalen Leben teilnehmen.
li
| Da der „Aussatz“ hier theologisch-ethisch zu verstehen ist, muss weiter bedacht werden,
| dass der Tempel eigentlich der Ort der Sündenvergebung und der Wiederherstellung der „Reinheit“ ist.
br
| Jesu Wirken „ersetzt“ in diesem Falle den Tempel dort kann man nur bestätigen.
li
| Mit der Notiz kommt jedenfalls indirekt der Tempel und mit ihm Jerusalem in den Blick;
| dorthin wird Jesus sein weiterer Weg führen der Konflikt dort deutet sich hier schon an,
| wird doch quasi das Zeugnis vorausgeschickt, dass Jesus (sein Tod und seine Auferstehung) „Reinheit“ jenseits des Tempels ermöglicht.
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h5.card-title
| Scharnier
h6.card-subtitle.text-muted Die hervorgehobene Bedeutung der Heilung des „Aussätzigen“
hr
ul.card-text
li
| Die vorliegende Erzählung ist das Scharnier der Gliederung „Galiläa I“, zwischen den Teilen „Galiläa I/A“ und „Galiläa I/C“,
| und gleichzeitig das erste von mehreren solcher Scharniere.
li Dies gibt ihr auch formal ein hohes Gewicht.
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h5.card-title
q Bereitet den Weg des Herrn
h6.card-subtitle.text-muted Der von Jesus vollzogene „Austausch“ im Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen
hr
ul.card-text
li
| Indem Jesus mit dem „Aussätzigen“ den „Austausch“ vollzieht, befreit er ihn aus der Gottferne
| und stellt ihn neu in die geheilte Gemeinschaft mit Gott (und den anderen Menschen).
li
| So ist Gott (neu) im Leben dieses Menschen angekommen.
li
| Mit dem vollzogenen „Austausch“ hat sich also Jesus ganz in den Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen gestellt.
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h5.card-title
| „Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahnen wird“ I
h6.card-subtitle.text-muted Vom Reinigen der Netze zum Rein-Machen der Menschen
hr
ul.card-text
li
| In besonderer Weise werden die Söhne des Zebedäus, deren Berufung in der Mitte der konzentrischen Gliederung steht,
| mit der Heilung des Aussätzigen verbunden:
br
| In Mk 1,19 wird erzählt, dass die beiden gerade ihre Netze herrichten (gr. katartizo);
br
| in Mk 1,40 bittet der Aussätzige Jesus, ihn rein zu machen (gr. katarizo)
br
| die sprachliche Ähnlichkeit im Griechischen ist sicher nicht zufällig!
li
| Im Sinne des „Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahen wird“
| wird hier das einstige Reinigen des Fischernetzes auf das „Reinigen“ von Menschen übertragen
| als soteriologisches Wirken in der Nachfolge Jesu:
br
| in der Taufe, in der Jesu Tod und Auferstehung gegenwärtig sind,
| sollen sie Menschen vom „Aussatz“ der Gottferne heilen, sie „rein machen“ von Christus her,
| in welchem durch den „Austausch“ die neue Reinheit geschenkt ist.
li
| Während bei Petrus und Andreas das Netzeauswerfen bei ihrer Berufung unmittelbar aufgegriffen wird
| und auf „Menschenfischer“ übertragen wird,
br
| fehlt dort eine solche unmittelbare Übertragung der Tätigkeit der Zebedäussöhne auf die spätere Tätigkeit im Dienste Jesu und des Evangeliums;
br
| hier wird sie nachgeholt.
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h5.card-title
| „Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahnen wird“ II
h6.card-subtitle.text-muted Der Philipperhymnus in seinem Kontext und seine Bezüge zur vorliegenden konzentrischen Gliederung
hr
p.card-text
| In der Mitte der konzentrischen Gliederung steht die Berufung der ersten Jünger mit dem Ruf Jesu: „Kommt her, mir nach!“.
br
| Und die Berufung der Söhne des Zebedäus, die ihren Vater verlassen, macht wie mehrfach erwähnt den Philipperhymnus präsent;
br
| in dessen (längerer) Hinführung schreibt Paulus:
br
q.bibeltext
| Vor allem: Lebt als Gemeinde so, wie es dem Evangelium Christi entspricht! ...
br
| Seid untereinander so gesinnt, wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht.
span.bibelstelle Phil 1,27a; 2,5
br
| Jedensmal geht es um Nachfolge, um das Beispiel Jesu, dem es nachzueifern gilt:
br
i Jesus ist der Bote Gottes vor den Jüngern her, der ihren weiteren Weg verbindlich bestimmt.
p.card-text
| Davon angeleitet, entdeckt man gerade in dieser konzentrischen Gliederung viele Bezüge,
| die sich mit dem Philipperhymnus in Verbindung bringen lassen.
p.card-text
q.bibeltext
| 6 Er war Gott gleich, hielt es aber nicht als einen Raub fest, Gott gleich zu sein,
br
| 7 sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich.
br
| Sein Leben war das eines Menschen;
br
| 8 er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.
br
| 9 Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen,
br
| 10 damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu
br
| 11 und jeder Mund bekennt: Jesus Christus ist der Herr zur Ehre Gottes, des Vaters.
span.bibelstelle Phil 2,6-11
p.card-text
| Wie die folgenden Ausführungen belegen, steht die ganze konzentrische Gliederung in besonderer Weise in Verbindung
| mit dem Philipperhymnus und dessen Kontext
| und soll in Zusammenhang mit diesem gelesen werden im Sinne einer Vergegenwärtigung, Bebilderung
| und Anwendung dieses Hymnus analog zu seiner Verwendung im Brief des Paulus an die Philipper.
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h5.card-title
q
| Er war Gott gleich, hielt es aber nicht als einen Raub fest, Gott gleich zu sein,
br
| sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich.
br
| ... er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod,
br
| bis zum Tod am Kreuz
h6.card-subtitle.text-muted
| Oberes und unteres Ende der konzentrischen Gliederung
br
| in Verbindung mit der Berufung der Söhne des Zebedäus in der Mitte der konzentrischen Gliederung
hr
.card.slide.border-secondary.mb-1
.card-body
h5.card-title Philipperhymnus und Heilung des „Aussätzigen“
h6.card-subtitle.text-muted Jesus, Sohn (eines) Gottes, erniedrigt sich und „tauscht“ mit einem „Letzten“
hr
ul.card-text
li
| Der Philipperhymnus besingt, wie der Gottgleiche die Position tauscht:
br
| aus der himmlischen Herrlichkeit heraus in die Erniedrigung bis zum schmachvollen Tod am Kreuz;
br
| von weiter oben als der Gottgleichheit kann man nicht kommen, tiefer als zum Tod am Kreuz vorgestellt auch als äußerste Gottferne kann man nicht sinken:
br
| Jener, der eigentlich qua Gottgleichheit „Erster“ ist, wird zum „Letzten“.
li
| In Analogie dazu erzählt die Heilung des Aussätzigen, dass Jesus, Sohn (eines) Gottes Titel des „Ersten“ in der römischen Gesellschaft ,
| mit einem „Aussätzigen“ einen „Austausch“ vollzieht, von einem Gesunden zu einem „Kranken“ wird,
| um den Kranken gesund zu machen (→ „er hat unsere Krankheit getragen“);
br
| durch „Aussätzigsein“ aber gehört man zu den „Letzten“ der Gesellschaft,
br
| und Ort des „Austausches“ ist der Tod am Kreuz (s. o.).
li
| Während in der Heilung des „Aussätzigen“ der „Austausch“ konstitutiv ist,
| enthält der Philipperhymnus nicht explizit den Gedanken, dass die Erniedrigung des Gottgleichen geschieht, um jemand anderen zu erhöhen;
br
| der Hymnus geht vielmehr zur Erhöhung des sich selbst erniedrigt habenden durch Gott über.
li
| Allerdings zeigt der Kontext des Hymnus im Philipperbrief, dass Paulus den Hymnus der Erniedrigung des Gottgleichen und seine darauffolgende Erhöhung
| in seinen Brief aufnimmt, um damit ein Verhalten der Gemeinde <i>zugunsten anderer</i> zu motivieren, bei dem der Gedanke „Erniedrigung zur Erhöhung anderer“ eine Rolle spielt
| und er also den Hymnus im diesem Sinne versteht:
br
q.bibeltext
| In Demut schätze einer den anderen höher ein als sich selbst.
br
| Jeder achte nicht nur auf das eigene Wohl, sondern auch auf das der anderen.
span.bibelstelle Phil 2,3a.4
li
| Mit „gehorsam“ und „Tod am Kreuz“ enthält der Hymnus aber schon selber Begriffe, die eine soteriologische Bedeutung der Erniedrigung des Gottgleichen andeuten bzw. beinhalten:
ul.card-text
li
| In der Adam-Christus-Parallele in Röm 5,12-21 wird dem Gehorsam Christi eine soteriologische Funktion beigemessen:
br
q.bibeltext
| Wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die vielen zu Sündern gemacht worden sind,
br
| so werden auch durch den <i>Gehorsam</i> des einen die vielen zu Gerechten gemacht werden.
span.bibelstelle Röm 5,19
li
| Der „Tod am Kreuz“ ist in der gesamten paulinischen Tradition „Ort des Heiles“.
br
| Im Philipperhymnus klappt diese Wendung nach und ist daher betont, sicher in einem soteriologischen Sinne.
br
ul.card-text.small
li
| Vielleicht hängt die auffällige Doppelung „bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz“ mit dem Vierten Lied vom Gottesknecht des Jesaja zusammen;
br
| dort findet sich die Aussage „... er sein Leben dem Tod preisgab und sich unter die Abtrünnigen rechnen ließ“ (Jes 53,12a):
br
| der Tod am Kreuz lässt sich als Tod der Abtrünnigen/Verbrecher sehr gut mit dem Satzteil „sich unter die Abtrünnigen rechnen ließ“ verbinden.
li
| Auffällig ist, dass im Vierten Gottesknechtslied der stellvertretende Tod analog zum Tod am Kreuz im Philipperhymnus Grund für die Erhöhung ist:
br
q.bibeltext
| <i>Deshalb</i> gehe ich ihm Anteil unter den Großen und mit den Mächtigen teilt er die Beute,
br
| <i>weil</i> er sein Leben dem Tod preisgab und sich unter die Abtrünnigen rechnen ließ.
span.bibelstelle Jes 53,12a-b
li
| Wahrscheinlich speist sich also der Philipperhymnus aus dem Vierten Gottesknechtslied.
li
| Das Vierte Lied vom Gottesknecht, das mit der Aussage „Er hat unsere Krankheit getragen“ (Jes 53,4a) auch Pate für die Erzählung von der
| Heilung des „Ausätzigen“ stand, ist generell vom „Austausch“ geprägt, so auch das Sich-unter-die-Abtrünnigen-rechnen-Lassen im Sinne des
| „Mein Knecht, der gerechte, macht die Vielen gerecht; er lädt ihre Schuld auf sich. ... Er hob die Sünden der Vielen auf und trat für die Abtrünnigen ein“ (Jes 53,11d.12c).
br
| Daher ist es wahrscheinlich, dass Entleerung und Erniedrigung des Gottgleichen „bis zum Tod am Kreuz“ analog im Sinne eines „Austausches“ zu verstehen sind:
br
| um den Menschen, der in die Tiefe der Gottferne gefallen war, aus dieser Gottferne zu erlösen in diesem Sinne zu Gott zu erheben , ist der Gottgleiche in die Tiefe der Gottferne den Tod am Kreuz hinabgestiegen.
li
| Der Hymnus weist im Vergleich zum Gottesknechtslied eine doppelte Radikalisierung auf:
br
| Der „Austausch“ geschieht als Entleerung und Erniedrigung von der höchsten Stelle der Gottgleichheit herab in die tiefste Tiefe der Gottferne des Tod am Kreuz,
br
| und die Erhöhung stellt nicht „unter die Großen und Mächtigen“, sondern verleiht „den Namen, der <i>größer</i> ist als alle Namen“.
li
| Insgesamt wird man sagen können, dass die Heilung des „Aussätzigen“
| genau das erzählt, was der Philipperhymnus bis zum soteriologisch verstandenen „Tod am Kreuz“ besingt, nur dass die Erzählung von Jes 53,4a her das Bild „gesund ↔ krank“ nutzt.
br
| Wie der Philipperhymnus vom Vierten Gottesknechtslied inspiriert ist, so auch die Heilung des „Aussätzigen“,
| die aber im Kontext der konzentrischen Gliederung auch mit dem Philipperhymnus in Beziehung steht.
//- li
| In diese Analogie der Erniedrigung des Gottessohnes im Philipperhymnus und bei der Heilung des Aussätzigen
| ist die Parallele im Handeln des Gottessohnes Jesus und der Söhne des Zebedäus einzubinden:
br
| Auf der soteriologischen Ebene gilt:
br
i Der Gesunde Jesus wird „krank“, damit der Kranke gesund wird.
| Dies führen die Söhne des Zebedäus weiter, indem sie künftig Menschen „reinigen“ und dabei diesen „Austausch“ Jesu vergegenwärtigen und zur Anwendung bringen.
br
| Dazu kommt aber, dass diese Reihung auf das zu übertragen ist,
| was von den Söhnen des Zebedäus neben dem Netzreinigen (→ Ausgangspunkt für ihr späteres soteriologisches Handeln) noch erzählt wird;
br
| dabei ist vom „Austausch“ Jesu her auch dort ein „Austausch“ zu ergänzen auf der ethischen Ebene:
br
i Die Habenden verzichten, damit die, die nichts haben, etwas haben.
br
i Der Mächtigen werden zu Dienern, damit die, die Diener sind, bedient werden.
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h5.card-title Die Söhne des Zebedäus: Berufen zum Dienst am Menschen
h6.card-subtitle.text-muted „Austausch“ in einem ethischen Sinne als Nachfolge Jesu
hr
ul.card-text
li
| Über das Stichwort „Sohn“/„Söhne“ sind die Söhne des Zebedäus (→ Mitte der konzentrischen Gliederung) mit dem „Sohn (eines) Gottes“ (→ oberes Ende der konzentrischen Gliederung) verbunden,
br
| über die sprachliche Ähnlichkeit „rein machen“/„Netze reinigen“ mit der Heilung des „Aussätzigen“ durch Jesus (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung).
li
| Wie die Söhne des Zebedäus ihren Vater verlassen und damit die Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb aufgeben, um Jesus nachzufolgen,
br
| so hat der Gottgleiche seine himmlische Herrlichkeit und die damit verbundene Stellung dort verlassen:
ul.card-text
li
| Der Eintritt in die Nachfolge Jesu bedeutet für die Söhne des Zebedäus, aus einer Welt des Habens auszubrechen:
br
| sie verlassen mit ihrem Vater auch den irdischen Besitz der Familie, der so legen es die Tagelöhner nahe nicht zu klein gewesen sein kann.
br
| Hier ist eine Analogie zum Gottessohn zu sehen, der seine himmlische Herrlichkeit verlassen,
| sich entäußert hat.
li
| Und wie der Gottessohn durch seine Erniedrigung zum Diener, zum Sklaven wurde, gehorsam bis zum Tod am Kreuz,
br
| so lassen sich die Jünger für die Sache Jesu in Dienst nehmen angedeutet nicht zuletzt im Gehorsam gegenüber Jesus,
| von dem sie sich ohne Umschweife in die Nachfolge rufen lassen.
li
| Während bei Simon und Andreas ihr Netzeauswerfen unmittelbar bei der Berufung mit der Bestimmung, „Menschenfischer“ zu werden, aufgegriffen wird,
br
| fehlt ein analoger Erzählzug bei Jakobus und Johannes, die gerade ihre Netze reinigen;
br
| dies wird hier indirekt nachgeholt, indem das Handeln Jesu am „Aussätzigen“ (→ „rein machen“) mit dem Handeln der Zebedäussöhne bei ihrer Berufung
| (→ „Netze reinigen“) durch eine sprachliche Ähnlichkeit verbunden wird:
br
| sie, die einst „Netze gereinigt“ haben, werden künftig in der Taufe „Menschen reinigen“ und dabei den von
| Christus vollzogenen „Austausch“ mit dem „Aussätzigen“ (= Sündern) im Tod am Kreuz vergegenwärtigen und zur Anwendung und Auswirkung bringen;
br
| so setzt sich in ihrem Wirken die Erlösung in Christus fort (s. o.).
li
| Weil das Thema „Austausch“ für die Erzählung von der Heilung des „Aussätzigen“ konstitutiv ist und
| das Handeln Jesu mit dem der Zebedäussöhne verknüpft ist,
| ist nahegelegt, dass das Thema „Austausch“ auch bei den Söhne des Zebedäus eine Rolle spielen muss.
li
| Allerdings kommt es beim „Menschen reinigen“ also der Taufe nicht zu einem „Austausch“ der Jünger mit den Täuflingen (in dem Sinne, dass die Taufspender „unrein“ werden würden).
br
| Dadurch entsteht eine Spannung, die aufgelöst werden muss.
//-
li
| Hier kann folgender Gedankengang helfen:
br
| Das „Rein machen“ des „Aussätzigen“ ist mit dem „Austausch“ Jesu mit dem „Aussätzigen“ (→ „er hat unsere Krankheit getragen“) identisch;
br
| damit wiederum ist löst man die Bildsprache auf identisch, was der Philipperhymnus vom Gottgleichen bis zum „Tod am Kreuz“ besingt;
br
| Entleerung und Erniedrigung des Gottgleichen im Philipperhymnus ist aber
| analog von den Söhnen des Zebedäus erzählt, die ihren Vater und damit die Stellung im väterlichen Betrieb verlassen
| und in den Dienst Jesu treten. Genau damit lässt sich der Gedanke des „Austausches“ verbinden im Sinne der Nachfolge.
//-
Berufung der Jünger Heilung des Aussätzigen Nachfolge: Ergänzung eines Gegenüber
SdZ reinigen Netze Jesus reinigt den Aussätzigen durch Austausch Jünger reinigen Menschen ohne Austausch
SdZ verlassen Vater Gottgleicher entleert und erniedrigt sich, Jünger tauschen mit den Letzten
um den Menschen aus der Gottferne zu retten,
also zu Gott zu erhöhen → Austausch
br
span.small
| Verkürzt könnte man auch sagen:
br
| Weil das Thema „Austausch“ bei der Heilung des „Aussätzigen“ zentral ist, dieses sich aber nicht mit der
| Analogie „(Menschen) rein machen“ „Netze reinigen“ verbinden lässt,
br
| ist in die Analogie zwischen Jesus und den Zebedäussöhnen das hineinzuholen, was von letzteren
| neben dem Netzereinigen noch erzählt wird, nämlich das, womit sie auf den Ruf in die Nachfolge antworten
| und womit sie dem Vorbild des Gottgleichen im Philipperhymnus folgen;
br
| vom „Austausch“ Jesu her ist dort ein „Austausch“ zu ergänzen.
br
| Oder, nochmal anders ausgedrückt:
br
| Der „Austausch“ Jesu mit dem „Aussätzigen“ bedeutet für die Jünger, dass sie nun in der Taufe „Menschen reinigen“ können von Schuld.
br
| Von dieser soteriologischen Ebene ist auf die ethische Ebene zu gehen, weil der „Austausch“ mit dem „Aussätzigen“ durch Jesus ein Bild ist
| für seine Entäußerung und Erniedrigung zum Sklaven bis zum Tod am Kreuz; bei dieser Rückübertragung müssen die Söhne des Zebedäus
| mitgenommen werden, also ist statt der Verbindung „Netze reinigen → Menschen reinigen“ das in Blick zu nehmen, was im Zuge des Eintritts in die Nachfolge
| von ihnen auf der ethischen Ebene erzählt wird und womit sie dem Vorbild des Gottgleichen im Philipperhymnus folgen;
| dort ist der „Austausch“ einzutragen.
li
| Schlüssel dazu ist die Erkenntnis der Analogie zwischen der Erzählung der Heilung des „Aussätzigen“ und dem
| Philipperhymnus.
br
| Die Erzählung nutzt die Bildsprache „Krankheit“ aus dem Vierten Lied vom Gottesknecht des Jesaja,
| um das Erlösungsgeschehen zu beschreiben: „er hat unsere Krankheit getragen“. Der „Austausch“, den Jesus vollzieht,
| ist einzigartig, einmalig die Jünger können ihn (in der Taufe) nur „anwenden“.
br
| Wechselt man nun von dieser Bildsprache „Krankheit“
| in die sachlich indentischen Ausdruckskategorien des Philipperhymnus,
| muss man die Söhne des Zebedäus „mitnehmen“:
| Nun erscheint als verbindendes Element zwischen Jesus und den Söhnen des Zebedäus nicht „Netze reinigen → Menschen reinigen“,
| sondern das Verlassen des hohen Status; dort lässt sich auch bei den Söhnen des Zebedäus ein „Austausch“ eintragen,
| und dies soll der Leser tun.
table.table.table-sm.mt-3
thead
tr
th.card-text
| Biblischer Text als Verstehensfokus
th.card-text
| Handeln Jesu
th.card-text
| Anknüpfungspunkt in der Erzählung von der Berufung der Zebedäussöhne
th.card-text
| Dienst der Jünger in der Nachfolge Jesu
tbody
tr
td.card-text
| Viertes Lied vom Gottesknecht
br
| → Bildebene
td.card-text
| „Rein machen“ des „Aussätzigen“ durch Vollzug eines „Austausches“ (im Tod am Kreuz):
br
| „er hat unsere Krankheit getragen“
td.card-text
| Die Söhne des Zebedäus reinigen ihre Netze
td.card-text
| Die Jünger „reinigen“ im Bad der Taufe Menschen
br
| → soteriologische Ebene
tr
td.card-text
| Philipperhymnus
br
| → Sachebene
td.card-text
| Der Gottgleiche entäußert und erniedrigt sich bis zum Tod am Kreuz,
| um den Menschen aus der Gottferne zu befreien
br
| → Sachlich identische Analogie zum „Austausch“ mit dem „Aussätzigen“
td.card-text
| Die Söhne des Zebedäus verlassen ihren Vater und damit die Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb
td.card-text
| „Austausch“ auf ethischer Ebene
li
| Der Evangelist will also sagen:
ul.card-text
li
| Wie Jesus bei der Heilung des Aussätzigen einen „Austausch“ vollzogen hat:
br
i Der Gesunde Jesus wird „krank“, damit der Kranke gesund wird.
li
| So sollen auf die ethische Ebene übertragen auch die Jünger einen „Austausch“ vollziehen:
br
i Die Habenden verzichten, damit die, die nichts haben, beschenkt werden.
br
i Der Mächtigen werden zu Dienern, damit die, die „Letzte“ sind, bedient werden.
br
| Denn gerade dies ist das Handeln des Gottessohnes nach dem Philipperhymnus, das für die Menschen Erlösung gebracht hat.
li
| So erhält das ethische Handeln der Zebedäus-Söhne bei ihrer Berufung ein Gegenüber, wie das soteriologische
| Handeln Jesu und der Jünger schon immer ein Gegenüber hatte:
br
| Ihr Verzicht und ihr Gehorsam Jesus gegenüber geschieht nicht in ein „Nichts“ hinein, auch nicht primär um eines
| himmlischen Lohnes willen,
br
i sondern geschieht zugunsten eines menschlichen Gegenübers, mit dem es in gewisser Weise zu einem „Austausch“ kommt.
br
| Damit zielt Nachfolge auf die umfassende Verwandlung der Lebensumstände im Hier und Heute: der eigenen zugunten der von anderen
| im Sinne einer Teilhabe an der „Neuheit des Lebens“ und des „Aufrichtens von Menschen“.
li
| In diesem Sinn bilden das „soteriologische Element“ (→ „Menschenfischer/-reiniger“) und das „ethische Element“ (→ Verzicht, Sich-in-Dienst-nehmen-Lassen)
| von Nachfolge nicht nur eine unlösliche Einheit, es kann sogar von einem doppelten „soteriologischen Handeln“ der Jünger die Rede sein:
ul.card-text
li
| Dass Jesus durch den „Austausch“ (= Tod am Kreuz) den „Aussätzigen“ rein gemacht hat,
| ermächtigt und ruft sie, Menschen im Bad der Taufe rein zu machen.
li
| Aber auch ihr ethisches Handeln in der Nachfolge Jesu hat soteriologische Qualität,
| insofern Menschen aus ihren schwierigen Lebensumständen befreit oder diese zumindest gelindert werden;
br
| dies aber in Analogie, nicht Identität, als indirekte Auswirkung durch analoges Handeln der Jünger,
| nicht als Mitwirkung an der einmaligen Erlösertat Christi.
li
| Durch diese mehrdimensionale Nachfolge im Dienst an den Menschen werden die „Söhne des Zebedäus“ zu „Söhnen Gottes“.
.card.slide.border-secondary.mb-2
.card-body
h5.card-title
q
| Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen ...
br
| damit alle ... unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu ...
br
| Jesus Christus ist der Herr zur Ehre Gottes, des Vaters.
h6.card-subtitle.text-muted Die Taufe Jesu und die Massenheilungen mit Dämonenaustreibungen als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung
hr
ul.card-text
li
| Tod und Auferstehung Jesu, die in der Tauferzählung präsent sind, wirken sich aus:
br
| Die Menschen werden „gesund“, die Dämonen müssen weichen.
br
| → Jesus ist der Eine, der für die Vielen starb: „Mein Knecht, der gerechte, macht die Vielen gerecht; er lädt ihre Schuld auf sich.“ (Jes 53,11 b);
br
| dies verbindet sich mit der Übernahme des „Aussatzes“ des „Aussätzigen“, der dadurch gesund wird (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung).
li
| An dieser Tat Jesu hat Gott sein Wohlgefallen, wie es in der Taufszene ausgesprochen wird.
li
| In der Auferstehung (→ „als er aus dem Wasser stieg“) wird Jesus daher „dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzt als Sohn Gottes in Macht“ (→ Röm 1,4);
br
| entsprechend wird Jesus von Gott angeredet: „Du bist mein geliebter Sohn“.
br
| Gegenüberliegend weichen die Dämonen, die wissen, wer Jesus ist.
br
| „Sohn (eines) Gottes“ (→ oberes Ende der konzentrischen Gliederung und Tauferzählung)
| ist Kaisertitualtur im römischen Reich, der Titel des „Ersten“ im Reich;
br
| somit kann sich diese Sohnesbetitelung mit der Verleihung des Namens, „der größer ist als alle Namen“ verbinden.
br
span.small
| Im Philipperhymnus wird zwar nicht auf den Gottessohntitel abgehoben, sondern auf den Titel „Kyrios“ (= „Herr“).
br
| Allerdings ist auch dies ein Titel des Kaisers der Bezug zum „Ersten im Reich“ ist also so oder so gegeben.
li
| Die Austreibung der Dämonen, die wissen, wer Jesus ist, lässt sich
| besonders im Gegenüber zur Taufe, wo der Gottessohntitel Jesu im Sinne des „Namen über alle Namen“ aufleuchtet
| auch mit dem Satzteil „damit alle ... unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu“
| im Philipperhymnus verknüpfen:
br
| sie beugen in dem Sinne das Knie vor Jesus, dass sie aus den Menschen weichen und indem sie gehorsam sind, also nicht bekannt machen, wer Jesus ist,
| was die Erzählung indirekt aussagt.
li
| Durch den Sohnestitel wird die „Stimme vom Himmel“ bei der Taufe indirekt als Stimme „Gottes, des Vaters“ aufgelöst;
| das geäußerte Wohlgefallen Gottes und die sich damit verbindende Erhöhung im Sinne der Auferstehung =
| Einsetzung Jesu als „Sohn Gottes in Macht“ legt Zeugnis ab, dass dies alles „zur Ehre Gottes, des Vaters“ geschieht.
.card.slide.border-secondary.mb-2
.card-body
h5.card-title
q
| damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu
h6.card-subtitle.text-muted
| Der Wüstenaufenthalt Jesu und die Heilung der Schwiegermutter des Petrus als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung
br
| in Verbindung mit den Dämonenaustreibungen
hr
ul.card-text
li
| Wie die Versuchung Jesu seinen Tod zum Heil der Menschen gegenwärtig macht,
br
| so die Heilung der Schwiegermutter des Petrus seine Auferstehung und die Auswirkung der Anteilhabe an Jesu Tod und Auferstehung für den Menschen:
br
| Aufgerichtet zum Dienst.
li
| Beide Erzählungen waren schon (Teil der) Mitte und unteres Ende einer konzentrischen Gliederung:
br
| Jesus, der von den Jüngern auf die Kranke aufmerksam gemacht wird, rettet sie auf die „Insel des Lebens in der Wüste der Gottferne“,
| die durch seinen Gang in die „Wüste“ entsteht.
li
| Ihr Dienst an Jesus und seinen Begleitern verbindet sich mit dem Dienst der Engel an Jesus bei dessen Wüstenaufenthalt:
br
| sie stehen als Vertreter für „alle im Himmel“ und „auf der Erde“, die „ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu“.
li
| Durch die Versuchung Jesus durch Satan müssen hier die Dämonenaustreibungen durch Jesus (gegenüber der Taufe und gegenüber der Evangelienverkündigung)
| mitbedacht werden:
br
| Auch sie die „unter der Erde“ „beugen ihre Knie vor dem Namen Jesu“, indem sie aus den Menschen weichen und sich an das Schweigegebot halten.
br
| Von dort aus ist hier einzutragen, dass selbst Satan sein „Knie vor dem Namen Jesu“ beugen muss, den Jesus hat seine Versuchung bestanden
| und damit Satan besiegt.
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q
| wie es dem Evangelium Christi entspricht ...:
br
| er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz
br
| damit alle auf der Erde ... und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu ...
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| Der Eröffnungsruf des Wirkens Jesu und die Dämonenaustreibung in der Synagoge als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung
hr
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li
| Der Auftakt des Wirkens Jesu blickt zunächst zurück auf den gewaltsamen Tod Johannes des Täufers („Nachdem Johannes ausgeliefert worden war ...“)
| und macht so Jesu eigenen Tod präsent;
br
| dies verbindet sich mit der Frage des Dämon, ob Jesus gekommen sei, ihn und Seinesgleichen „ins Verderben zu stürzen“:
br
| → Jesus ist gekommen, um dem Dämon „voraus“ „ins Verderben“ zu gehen (→ Tod am Kreuz) und ihn und seinesgleichen auf diese Weise „ins Verderben zu stürzen“.
br
| Insofern es sich dabei um jenen handelt, den der Dämon als „Heiligen Gottes“ bezeichnet eine Ehrbezeichnung! , schwingt jene Erniedrigung mit,
| die der Philipperhymnus besingt.
li
| Gerade dieser Gang Jesu, des „Heiligen Gottes“, ins Verderben ist fundamentaler Teil des „Evangelium Gottes“;
br
| der Titel „Heiliger Gottes“ spielt zugleich auf die Einsetzung Jesu „dem Geist der Heiligkeit nach als Sohn Gottes in Macht“ an
| als komplementärem Bestandteil des „Evangelium Gottes“:
br
| durch Tod und Auferstehung Jesu ist „das Reich Gottes zum Greifen nahegekommen“.
li
| Das Nahegekommensein des Gottesreiches wirkt sich aus und muss sich auswirken:
br
| Wie der Dämon vor dem Namen Jesu, des „Heiligen Gottes“, die Knie beugt, indem er schweigt und weicht,
| sollen auch die Menschen vor diesem Namen Jesu die Knie beugen, indem sie seinem Ruf zu Glaube und Umkehr folgen:
| eine Verpflichtung, zu leben, „wie es dem Evangelium Christi entspricht“,
| nämlich selber den Weg der Erniedrigung zu gehen.
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q
| Lebt als Gemeinde so, wie es dem Evangelium Christi entspricht ...:
br
| er erniedrigte sich ...
| <i>Darum</i> hat ihn Gott über alle erhöht
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| Das Wirken Johannes des Täufers und der Neuaufbruch Jesu als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung
hr
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li
| Jesus ist der nach Johannes kommende „Stärkere“, besonders durch seine Auferstehung,
| auf die die Erzählung vom Neuaufbruch eingangs anspielt.
br
| Durch die Auferstehung hat Jesus auch die Stellung eingenommen, die ihn von allen anderen abhebt,
| was Johannes mit deutlicher Unterwürfigkeit zum Ausdruck bringt.
li
| Wie aber Johannes in der Wüste als Asket lebt und wirkt,
br
| so sucht Jesus dessen überragende Stellung bewusst gemacht wurde auch die „Wüste“ auf:
br
| der Blick auf die hoheitliche Stellung des Auferstandenen wird umgelenkt auf seine Sendung in die als Gegensatz mit Erniedrigungscharakter zu verstehende „Wüste der Gottferne“,
| die der Ort seines irdischen Wirkens war; diese Sendung in die Wüste erfüllt ihn als Beistand seiner Jünger auch weiterhin.
li
| Tiefsinnig sind die Orte und die Aktionsrichtungen in den beiden Erzählungen aufeinander zu beziehen:
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li
| Wie die Leute aus „ganz Judäa“ und „alle Einwohner Jerusalems“ zu Johannes in die Wüste kommen,
br
| so wird Jesus von „allen“ gesucht und geht Jesus dann aus der „Wüste“ in die „benachbarten Dörfer“ und zieht schließlich durch „ganz Galiläa“.
li
| Doch kommen die Leute zu Johannes in die Wüste, weil ihre Heimat selber „Wüste“ ist: Ort der Gottferne (→ Jes 40,3: „Wüste“ bezieht sich auf Jerusalem!).
br
| So ist auch der Gang Jesu „aus der Wüste“ in die Dörfer eigentlich kein Verlassen der „Wüste“, sondern ein weiteres Vordringen in sie hinein.
li
| Diese „Wüste“ ist der Ort, an den die Begleiter Jesu ihm „nacheilen“ müssen, weil das auch Ort ihrer Sendung ist,
| wie sie auch schon Ort der Sendung Johannes des Täufers war.
li
| Da die Umlenkung von der Auferstehungsherrlichkeit auf die Sendung Jesu den Blick auf den Weg der Erniedrigung lenkt, den Jesus im Rahmen seiner Sendung
| auf sich genommen hat,
br
| verbindet sich diese Umlenkung
| mit dem „Darum“ im Philipperhymnus als Schwarnier zwischen Erniedrigung
| und Erhöhung des ursprünglich Gottgleichen.
br
| Es ist ein betontes „Darum“, das die jetzige Stellung mit dem vorausgegangenen Weg begründet
| und damit diesen Weg betont;
br
| es ist dieser Weg in die Erniedrigung, der der Grund ist wie der Kontext deutlich macht , warum Paulus
| den Hymnus in seinem Philipperbrief überliefert:
br
| dieser Weg der Erniedrigung des Gottgleichen muss sich im Verhalten der Christen ausprägen.
li
| In diesem Sinn verkündet Johannes die „Taufe des Sinneswandels“, der
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li
| der Umlenkung vom Blick auf den Auferstanden
| auf die Sendung Jesu und damit auch die eigene Sendung in der Nachfolge Jesu folgt und der
li
| als Vorbild den Sinneswandel des Gottgleichen hat, der dieses Gott-gleich-Sein nicht als Raub festhielt, sondern sich entäußerte
| und erniedrigte.
li
| So fällt der Blick auch auf die Askese Johannes des Täufers als Vorläufer Jesu und die Jünger, die Jesus nachfolgen bzw. nacheilen
| (→ Gegenüber und Mitte der konzentrischen Gliederung):
br
| Die Askese des Täufers kann dazu in Beziehung gesetzt werden, dass Petrus und seine Begleiter Jesus nach in die Wüste „herabsteigen“
| und dass die Söhne des Zebedäus den Reichtum der Familie (→ Tagelöhner)
| verlassen und sich von Jesus in Dienst nehmen lassen, womit sie das „Darum“ ernst nehmen und den geforderten Sinneswandel vollziehen.
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| in Demut schätze einer den anderen höher ein als sich selbst
span.bibelstelle Phil 2,3
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| Der von Jesus vollzogene „Austausch“ als soteriologisch-ethisches Paradigma
hr
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li
| Jesu „Reinmachung“ des „Aussätzigen“ ist hier soteriologisch zu verstehen, was schon die Bezüge zum Vierten Gottesknechtslied belegen:
br
| ein Mensch in der Gottferne wird durch den „Austausch“, den Jesus am Kreuz vollzieht, indem er in die Gottferne hinein stirbt,
| (neu) in die geheilte Gemeinschaft mit Gott hineingeholt.
li
| In einem dreifachen Sinne kommt hier aber eine bestimmte Ethik ins Spiel:
ul.card-text
li
| Zur Erlösung in Christus zum „Austausch“ gehört essentiell,
| dass der Gottessohn sich erniedrigt und sich zum Diener und Sklaven bis zum Letzten macht.
br
| Damit hat die Erlösung durch Jesu Tod unlöslich eine bestimmte ethische Dimension.
li
| Der „Aussatz“ des „Aussätzigen“ ist die Gottferne und die Entfremdung von den Mitmenschen
| aufgrund seines ethischen Verhaltens im Dienste der Sünde.
br
| Die Heilung beudetet für ihn neue Gemeinschaft mit Gott und den Mitmenschen,
| die sich in einem geänderten, gottgefälligen Lebenswandel zeigt und zeigen muss.
li
| Dabei ist die ethische Dimension des Erlöserhandelns des Gottessohnes selber verbindliches Beispiel
| für das eigene Handeln in der Nachfolge Jesu,
| wie dies bei der Berufung der Söhne des Zebedäus bebildert werden kann.
li
| Das rückblickende „Darum“ in Verbindung mit der folgenden Erhöhung im Philipperhymnus ist Paulus
| wie Markus Motivation zum Aufruf, sich selber zu erniedrigen:
br
q.bibeltext Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein.
span.bibelstelle Mk 10,35
br
| Dies kann als radikalisierte Fassung des Aufrufes des Paulus im Kontext des Philipperhymnus gelesen werden:
br
q.bibeltext in Demut schätze einer den anderen höher ein als sich selbst
span.bibelstelle Phil 2,3
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| Hier beginnt auch der „Aussätzige“ nochmal zu schillern:
br
| er kann in einem erweiterten Sinne für alle „Ausgegrenzten“ stehen, für alle, die (allein) für sich ihren Weg gehen (müssen) (→ Jes 53,6!);
br
| da mag Schuld eine Rolle spielen, Krankheit (→ Krankenheilungen [→ Mehrdeutigkeit der Krankheiten]), die Zugehörigkeit zu einem Volk (→ „Heidenmission“) oder einer Bevölkerungsgruppe (schon in Mk 2,13-17 kommen die Zöllner in Blick)
| oder der soziale Status (→ blinder Bettler Bartimäus in Mk 10,36-52), letztlich alles, durch das jemand zu einem „Ausgegrenzten“, zu einem „Letzten“ wird.
li
| Jesus hat mit dem „Aussätzigen“ einen „Austausch“ vollzogen und ist selbst zu einem „Letzten“ geworden.
br
| Im „Mir nach!“ (→ Mitte der konzentrischen Gliederung) steckt der Aufruf, sich selber zu erniedrigen,
| selber zum Diener der „Letzten“ zu werden und so selber „Letzter“, um diese „Letzten“ in
| die geheilte von allen trennenden und belastenden Dingen befreite Gemeinschaft mit Gott und den Mitmenschen zu heben,
| letztlich „den Weg des Herrn“ zu diesen „Letzten“ zu bereiten.
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| Anfang des Evangeliums!
h6.card-subtitle.text-muted Grund und Prinzip des Evangeliums
hr
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li
| Das griechische Wort, das wir mit „Anfang“ übersetzen, meint nicht nur den zeitlichen Anfang,
| sondern auch „Grund“, „Ursprung“, „Prinzip“.
li
| Wenn daher hier in einem zeitlichen Sinn eher von einem Ende als von einem Anfang erzählt wird,
| kann das an Anreiz sein, weiterzudenken.
li
| Tatsächlich erzählt die Heilung des „Aussätzigen“, mit dem Jesus im Tod am Kreuz den „Austausch“ vollzieht,
| den Grund und den Ursprung des Evangeliums,
br
| zugleich aber auch das Prinzip des Evangeliums, das die Jünger gemäß Phil 2,6-11 aufruft, das Handeln Jesu im eigenen
| Handeln nachzuvollziehen.