bibelwissen/views/nt/ev/mk_old/entstehung/quellen.pug

241 lines
12 KiB
Plaintext

extends ../layout
include ../mixins
block headline
+headline
+headline_item_start
+headline_item_entstehung
+headline_item_active
span Quellen
+footnote("Vgl. Ebner, Einleitung 165-169; Schnelle, Einleitung 225-226.")
block content
p.slide Markus konnte auf <b>mündiche und schriftliche Jesus-Traditionen</b> zurückgreifen.
p.slide.nomarginbottom Zu den den schriftlichen zählen auch schon <i>größere Einheiten</i>:
ul.nodisplay
li.slide Vorstufe der Passionsgeschichte
li.slide Vorstufe der Endzeitrede
li.slide Nach Gattungen zusammengestellte Sammlungen von Traditionsgut:
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Galiläsche Streitgespräche (Mk 2-3)
li.slide Gleichnissammlung (Mk 4)
li.slide Wundererzählungensammlung (Mk 4-6)
li.slide Sprüchesammlung (Mk 9,41-50)
li.slide Katechetische Sammlung (Mk 10: Ehe, Besitz, Rangstreben)
.slide.alert.alert-primary
h4.alert-heading Markus konnte sich auf umfangreiches Material stützen
p.nomarginbottom Bei der Verarbeitung hat der Evangelist mehr oder weniger deutlich in den Text eingegriffen und nicht einfach fertige Stücke in sein Evangelium <q>kopiert</q>!
h2.slide(style="margin-top: 50px;") Bezüge zu anderen Traditionssträngen
p.slide.nomarginbottom
b Bezüge zur Spruchquelle Q
ul.nodisplay
li.slide Sie lag Matthäus und Lukas als schriftliche Quelle vor; beide haben sie neben dem Markus-Evangelium und Sondergut zur Abfassung ihres Evangeliums benutzt.
li.slide Knapp 30 Worte Jesu bei Markus haben Parallelen in Q.
li.slide Markus dürfte Q aber nicht als schriftliche Quelle vorgelegen haben:
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Warum hätte Markus Feindesliebe und Vaterunser weglassen sollen?
li.slide Ferner sprechen unabhängige Weiterentwicklungen und Kombinationen von Worten Jesu dagegen.
li.slide
| <b>Folgerung</b>
|
q <i>Sowohl die Tradenten der Spruchquelle als auch die mk Gemeinde partizipieren an einem Pool von Jesuslogien, die mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Jesus selbst zurückgehen.</i>
+footnote("Ebner, Einleitung 166.")
p.slide.nomarginbottom
b Passion
ul.nodisplay
li.slide Zuverlässige Ortskenntnis
span.slide : die Passions dürfte auf eine in Jerusalem selbst entstandene Urfassung zurückgehen.
li.slide Die Urfassung der Passion dürfte Markus und Johannes gemeinsam sein
span.slide , wenn nicht Johannes doch das Markus-Evangelium kannte.
p.slide.nomarginbottom
b Bezüge zur <q>vorpaulinischen Tradition</q> (die Paulus bei seinen Briefen verwendet hat)
ul.nodisplay
li.slide Abendmahlserzählung (Mk 14,22-25; 1 Kor 11,23-25)
li.slide.small Paulus schreibt auch selbst ausdrücklich davon, dass er auf überlieferte Tradition zurückgreift, so etwa bei der Abendmahlsüberlieferung oder beim christichen Grundbekenntnis in 1 Kor 15.
h2.slide(style="margin-top: 60px;") Akzentuierungen in der Aufnahme von Traditionen
h3.slide(style="margin-top: 10px;") Eintragung des Jüngerunverständnisses
p.slide.nomarginbottom Die <b>Gleichnissammlung in Mk 4,1-34</b> folgte wahrscheinlich ursprünglich dem <b><q>Schema der apokalyptischen Gleichnisauslegung</q></b>:
.viewbox.slide
b Gleichnis
.viewbox.slide
b (aktualisierende) Deutung durch einen göttlich legitimierten Interpreten
.viewbox.slide
b Privilegierungsaussage
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Deutung als besonderes Geheimnis dargestellt, das den Adressaten selbst besonders privilegiert.
li.slide Den Adressaten wird alles erklärt, während die da draußen nicht verstehen, weil ihnen die gebotene Interpratation fehlt.
p(style="margin-top: 20px;").slide.nomarginbottom <b>Markus wandelt das Schema ab</b>, er baut die ihm zur Verfügung stehende Tradition um:
.viewbox.slide
b Gleichnis
.viewbox.slide
b <i>Pervertierte</i> Privilegierungsaussage
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Auch die Jünger als besondere Adressaten der Botschaft Jesu verstehen nicht.
li.slide Sie bekommen die Deutung durch Jesus nicht, weil sei besonders privilegiert sind, sondern weil auch sie nichts verstehen.
.viewbox.slide
b Deutung
.alert.alert-primary(style="margin-top: 20px;").slide
p.nomarginbottom
b Markus zeichnet die Jünger nicht als besonders privilegiert, sondern als besonders belehrungsbedürftig!
p.slide.nomarginbottom Das passt zum sonst bei Markus vorfindlichen Jüngerbild:
ul.nodisplay
li.slide Sie sind zwar ganz nah bei Jesus, bekommen alles genau erklärt - aber sie verstehen nicht wirklich;
span.slide am Ende fliehen alle.
li.slide Wer <q>drinnen</q> und wer <q>draußen</q> ist, das ist bei Markus nicht immer von vorneherin festgesetzt oder an bestimmte Personen gebunden.
h3.slide(style="margin-top: 30px;") Relativierung der Wunder
p.slide <b>In Mk 4,35-5,43; 6,35-52</b> dürfte Markus eine <b>bestehende Wundergeschichtensammlung verarbeitet</b> haben.
.viewbox.slide
b Seesturm
.viewbox.slide.s2-1-2-K2
b Heilung des Geraseners
.viewbox.slide.s2-1-2-K3
b Auferweckung der Tochter des Jairus I
.viewbox.slide.s2-1-2-K4
b Heilung der blutflüssigen Frau
.viewbox.slide.s2-1-2-K3
b Auferweckung der Tochter des Jairus II
hr.nodisplay.s2-1-2-nazareth(style="margin-top: 1px; margin-bottom: 1px; margin-left: 40px; border-top: 3px solid rgba(0,0,0,.4);")
p.nomarginbottom.nodisplay.s2-1-2-nazareth(style="margin-left: 40px;")
b Einschub des Markus - Beginn
.viewbox.nodisplay.s2-1-2-nazareth(style="margin-left: 50px; background-color: indianred;")
b Ablehnung Jesu in seiner Heimat
.viewbox.nodisplay.s2-1-2-nachfolge(style="margin-left: 50px; background-color: darkgoldenrod;")
b Aussendung der Zwölf
.viewbox.nodisplay.s2-1-2-nachfolge(style="margin-left: 75px; background-color: DarkTurquoise;")
b Mahl des Herodes, Enthauptung Johannes des Täufers
.viewbox.nodisplay.s2-1-2-nachfolge(style="margin-left: 50px; background-color: darkgoldenrod;")
b Rückkehr der Zwölf
p.nomarginbottom.nodisplay.s2-1-2-nazareth(style="margin-left: 40px;")
b Einschub des Markus - Ende
hr.nodisplay.s2-1-2-nazareth(style="margin-top: 1px; margin-bottom: 1px; margin-left: 40px; border-top: 3px solid rgba(0,0,0,.4);")
.viewbox.slide.s2-1-2-K2
b Mahl mit den Fünftausend
.viewbox.slide
b Seesturm
p.slide(data-slidefunc='wunder_konzentrisch')
i Es zeigt sich ein konzentrischer Aufbau;
span.slide
i er spricht für eine geschlossene Wundersammlung.
script.
function wunder_konzentrisch(isvisible) {
console.log('W')
if(isvisible) {
$(".s2-1-2-K2").css("margin-left", "25px").css("background-color", "yellow");
$(".s2-1-2-K3").css("margin-left", "50px").css("background-color", "orange");
$(".s2-1-2-K4").css("margin-left", "75px").css("background-color", "thistle");
}
else {
$(".s2-1-2-K2").css("margin-left", "0px").css("background-color", "lightgrey");
$(".s2-1-2-K3").css("margin-left", "0px").css("background-color", "lightgrey");
$(".s2-1-2-K4").css("margin-left", "0px").css("background-color", "lightgrey");
}
}
p.slide
i Markus zerstört diesen geschlossenen Aufbau wohl bewusst, indem er Einfügungen macht!
p.slide
i
b Anti-Wundererzählung mitten in der Wundersammlung:
br
span.slide(data-slideslave=".s2-1-2-nazareth")
i In seiner Heimat, wo er auf Ablehnung stößt, kann er keine Wunder tun.
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Die Wunder werden dem Glauben untergeordnet
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Heilungswunder setzen den Glauben voraus
span.slide - sie können zwar <i>Glauben wecken</i>, aber sie sind <i>nicht</i> dazu da, um Nicht-Glaubende <i>von Jesus</i> zu <i>überzeugen</i>.
p.slide Markus erzählt gerade nicht, dass Jesus bei Unglauben besonders viele Wunder tat, um die Menschen zu überzeugen!
p.slide.nomarginbottom Markus macht noch eine weitere Einfügung:
br
span.slide
i
b Aussendung und Rückkehr der Zwölf, Mahl des Herodes mit Enthauptung des Täufers;
br
span.slide(data-subslides=".s2-1-2-nachfolge") Auffällig ist dabei die <i>konzentrische Anordnung</i>:
ul.nodisplay
li.slide In der Mitte steht die Erzählung von der Enthauptung des Täufers (im Rahmen des Mahles des Herodes).
br
span.slide Damit wird die Passionsthematik in den Galiläa-Teil hineingeholt: Das Geschick des Vorläufers Jesu ist eine Vorwegnahme des Geschickes Jesu selbst.
li.slide Durch die Rahmung dieser Erzählung mit Aussendung und Rückkehr der Zwölf wird angezeigt, was Wirken im Namen Jesu, was also Nachfolge auch heißen kann.
li.slide Das Mahl Jesu mit den Fünftausend ist - auch - ein Kontrastmahl zum Mahl des Herodes:
ul.nodisplay
li.slide Herodes veranstaltet sein Mahl für <q>seine Hofbeamten und Offiziere zusammen mit den vornehmsten Bürgern von Galiläa</q> (Mk 6,21). Die einfachen Leute sind draußen.
li.slide
q Jesus dagegen nimmt sich wie ein guter König der Menschen an, die ohne Hirten sind (Mk 6,34):
ul.nodisplay
li.slide
q Er öffnet die ursprünglich für den kleinen Kreis geplante Mahlgemeinschaft (Mk 6,31) für alle, die sein Wort hören wollen.
li.slide
q Seine <q>Großen</q> setzt er als Diener für die kleinen Leute ein (Mk 6,41).</q>
+footnote("Ebner, Einleitung 168.")
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Die Wunder werden der Passion bzw. der Nachfolge untergeordnet
p.slide.nomarginbottom In Vorgriff auf die Lehre <q>auf dem Weg</q> macht Markus deutlich:
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Das <q>Große</q> an Jesus sind nicht die Wunder, sondern ist seine Passion.
li.slide In der Nachfolge Jesu zeigt sich wahre Größe nicht in Wundern, sondern in der Bereitschaft, den <q>Kleinen</q> zu dienen und den Weg der Nachfolge bis zur letzten Konsequenz zu gehen.
p.slide.nomarginbottom Noch eine <b>weitere Relativierung der Wunder</b> findet sich, gleich <b>beim ersten Wunder (Mk 1,21-28)</b>:
ul.nodisplay
li.slide Markus fand eine Dämonenaustreibung vor.
li.slide Doch in deren Einleitung und Schluss baut er das Thema <i>Lehre</i> ein:
ul.nodisplay
li.slide Noch vor dem Wunder staunen die Leute über die Lehre Jesu <q>mit Vollmacht</q>.
li.slide Nach der Austreibung ist nicht die Austreibung als solche Thema, sondern die <q>neue Lehre mit Vollmacht</q>.
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Die Wunder werden der Lehre Jesu untergeordnet
p.nomarginbottom.slide Wunder werden als Auswirkung der Lehre Jesu verstanden, die <q>auf dem Weg</q> den Jüngern erklärt wird.
h3.slide(style="margin-top: 30px;") Einbindung der Heiden
p.slide.nomarginbottom Die <b>Heilung des Taubstummen</b> platziert Markus <b>bewusst im <q>Heidenland</q></b>, in der Dekapolis (Mk 7,32-27):
ul.nodisplay
li.slide Jesu Berührung eines Heiden ist Grenzüberschreitung.
li.slide Sie öffnet Ohren und Mund der Heiden für den Glauben an den biblischen Gott:
ul.nodisplay
li.slide Der Abschließende Lobpreis am Ende der Erzählung - doch wohl im Mund der Heiden vorzustellen - besteht aus Bibelzitaten.
li.slide Der <q>Erfolg</q> des Wunders ist damit auch auf einer anderen Ebene als der eigentlichen Handlung <q>belegt</q>.
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading <i><u>Heiden</u></i> werden Ohren und Mund zum Glauben geöffnet
p.nomarginbottom Der Weg des Evangeliums zu den Heiden ist Markus wichtig.
p.slide
b
i Der Effata-Ritus bei der Taufe, der sich auf diese Erzählung bezieht, ist daher etwas sehr sinnvolles und dem biblischen Text absolut entsprechend.
block bottomnav
+bottom_entstehung("quellen")
script.
push_slide_stack('.slide')
$(function () {
$('[data-toggle="tooltip"]').tooltip()
})