bibelwissen/views/nt/ev/mk_old/theologische_grundgedanken/ende_anfang.pug

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span Ende ist Anfang
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Vgl. Ebner, Einleitung 180-181.")
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p.slide.nomarginbottom Das <b>Evanglium endet</b> - trotz Auferstehungsbotschaft - <b>in der Katastrophe</b>:
ul.nodisplay
li.slide Die Jünger sind geflohen.
li.slide Die Frauen richten die Auferstehungsbotschaft niemandem aus.
p.slide.nomarginbottom
b Wer also folgt der Verheißung des Jünglings im Grab, dass Jesus vorausgeht nach Galiläa und er sich dort sehen lässt?
p.slide
q
| Die beste Lösung des abrupten Schlusses eröffnet sind in rezeptionsästhetischer Sicht ...: Der Leser ist angesprochen.
| Er kann Jesus <q>sehen</q>, wenn er den Text des Evangeliums erneut liest, die sieben Wochen hinter Jesus her geht -
| und sich von ihm über die wahre Nachfolge <i>auf dem Weg</i> die Augen öffnen lässt.
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Ebner, Einleitung 164 (incl. Hervorhebung).")
p.slide.nomarginbottom So kann der <b>Schluss</b> des Markus-Evangeliums <b><i>in doppelter Hinsicht</i> Impuls an den Leser</b> sein und <b>zu einem Anfang werden</b>:
ul.nodisplay
li.slide <i>Das Evangelium noch einmal - immer wieder! - von vorne lesen</i>,
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li.slide um den Weg Jesu <i>immer besser und tiefer zu verstehen</i>,
li.slide ihn <i>für das eigene Leben anzueignen</i>
li.slide und aus ihm <i>Kraft schöpfen auf dem eigenen Weg der Nachfolge</i>.
li.slide <i>Das Evangelium von Jesus in Wort und Tat verkünden</i>
br
span.slide und so <i>in die Kommunikationslücke eintreten</i>, die durch die Flucht der Jünger und das Schweigen der Frauen entstanden ist.
p.slide.nomarginbottom Sicher kennen (auch) die (ersten) Leser des Markus-Evangeliums Erzählungen von Erscheinungen des Auferstandenen!
br
span.slide.small Nach 1 Kor 15 gehören sie ja auch zum Grundbetand der Glaubenstradition.
br
span.slide Gerade angesichts dessen ist das <b>Verschweigen der Erscheinungserzählungen</b> einerseits und der <b>Rückverweis auf Galiläa</b> andererseits <b>genial</b> und <i>passt ausgezeichnet zur gesamten Evangelienkomposition</i> des Markus:
ul.nodisplay
li.slide Die <i>nachösterliche Nachfolge</i> wird <i>rückgebunden an den vorösterlichen Ruf Jesu in die Nachfolge</i>, an das <q>hinter ihm her</q>, mit dem sein Wirken in Galiläa begann.
li.slide Dieses <i><q>hinter ihm her</q></i> wird dann <i>im Evangelium, der <q>fundierenden Geschichte</q></i> der Jesus-Nachfolge, vor allem <q>auf dem Weg</q> <i>näher expliziert</i>.
li.slide <i>In der ersten <q>Woche</q> in Galiläa wird der mit Jesu Auftreten verbundene Anbruch der Gottesherrschaft paradigmatisch durchgespielt:</i>
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li.slide <b>Jesus beginnt</b> eine <b>neue Sammlungsbewegung</b>
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Sie besteht aus Menschen, die <i><q>hinter ihm her</q></i> gehen.
br
span.slide Denn diese Nachfolge-Gemeinschaft <i>eignet sich die Lehre <q>auf dem Weg</q> an und praktiziert sie</i>.
li.slide Dabei ist <i>im Menschenfischerwort der nachösterliche Missionsauftrag enthalten</i>.
li.slide Die <b>Lehre, die die Dämonen bannt</b> und die zunächst nicht inhaltlich näher bestimmt wurde, <b>ist die Lehre <q>auf dem Weg</q></b>.
br
span.slide
| Sie besiegt - je neu - den Satan, der von Jesus schon <q>ein für alle Mal</q> besiegt ist (
span.oi.oi-arrow-right
|
| Versuchungsgeschichte; Kreuz).
li.slide Diese Lehre <b>richtet den Menschen auf zum Dienst aneinander</b>.
br
span.slide Das Aufrichten der Schwiegermutter des Petrus und ihr darauffolgender Dienst an Jesus und den Jüngern ist die <i>Mitte der ersten <q>Woche</q></i>!
p.slide.nomarginbottom
| Das fluchtartige Verlassen des Grabes durch die Frauen und ihr Schweigen sind für den Leser wie ein <q>Hier geht's nicht weiter!</q>
br
span.slide Und der Jüngling im Grab <q>beschildert</q> die Umleitung: <q>Nach Galiläa!</q>
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading In Galiläa Jesus <q>sehen</q>
p.slide.nomarginbottom
b Nicht der Blick auf den Auferstandenen ist die Krönung des Evangeliums, sondern - gerade von der Auferstehung Jesu her - sein Ruf in die Nachfolge und damit verbunden das Gehen auf dem Weg <q>hinter Jesus her</q> - mit allem was dazugehört.
p.slide.nomarginbottom Damit wird deutlich eingeschärft, was Jesu programmatischer Ruf am Anfang seines Wirkens war und ist:
br
i Das Reich Gottes ist angebrochen, hier auf dieser Erde.
br
i Und das muss Konsequenzen haben, hier auf dieser Erde.
p.slide
| Wie bei der Erzählung von der Verklärung Jesu müssen die Leser vom vermeintlichen Höhepunkt <q>herabsteigen</q>,
| den Weg des Menschensohnes bedenken und zusehen, dass sie - anders als die Jünger vor Ostern -
| auf dem eigenen Weg der Nachfolge nicht versagen.
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