bibelwissen/views/nt/ev/mk_old/theologische_grundgedanken/nachfolge.pug

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span <q>Auf dem Weg</q> lernen, was Jesus-Nachfolge heißt
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p.slide.nomarginbottom Der Teil <q><b>Auf dem Weg</b></q> wird <b>durch die Gliederung besonders hervorgehoben</b>:
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li.slide <b>Mittelteil</b> des Evangeliums
li.slide(data-slideslave=".gliederung-blindenheilungen") <b>Blindenheilungen</b> davor und am Ende
li.slide(data-slideslave=".gliederung-petrusbekenntnis") Erste Erzählung: <b>Petrusbekenntnis</b>
li.slide(data-slideslave=".gliederung-programmatisch") <b>Programmatischer Schlusssatz</b> (vor Blindenheilung)
p.slide(data-slideslave=".gliederung-leidensank") Besonders stechen <q>Auf dem Weg</q> die <b>drei Leidensankündigungen</b> (Mk 8,31; 9,31; 10,33-34) hervor. Ihnen folgt jeweils ein <i>Schülerunverständnis</i> und eine darauf aufbauende <i>Schülerbelehrung</i> Jesu.
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b Blindenheilung
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b Mittelteil des Evangeliums: <q>Auf dem Weg</q>
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b Petrusbekenntnis: Jesus ist der Messias
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p.nomarginbottom
b Drei Leidensankündigungen, jeweils gefolgt von Jüngerunverständnis und darauf aufbauender Schülerbelehrung durch Jesus
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b Programmatischer Satz
span
|
q Auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.
|
| Mk (10,45).
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b Blindenheilung
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h4.alert-heading Der Weg Jesu und der Nachfolge-Weg der Jünger
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b Im mittleren Teil des Markus-Evangeliums - <q>Auf dem Weg</q> -, den der Evangelist besonders hervorhebt, lehrt Jesus die Jünger - und damit die Leser -, was es heißt, ihm nachzufolgen, also auf dem Weg der Jesus-Nachfolge zu sein.
p.slide All dies geht auf die Arbeit des Evangelisten zurück, der damit das Bekenntnis zu Jesu als dem Messias Gottes in einer spezifischen Weise auslegt und Jünger wie Leser in Bekenntnis und Lebensführung darauf verpflichtet.
h2.slide(style="margin-top: 50px;") Das Messias-Bekenntnis des Petrus und die erste Leidensankündigung
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Vgl. Ebner, Einleitung 159.")
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b Messias-Bekenntnis des Petrus
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li.slide <i>Eröffnung und Überschrift des Mittelteils</i>: <b>Jesus ist der Messias</b>
li.slide <i>Von Jesus nicht direkt zurückgewiesen!</i>
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b Indirekter Widerspruch durch Jesus
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li.slide <i>Jesus verbietet</i>, mit irgendjemand <i>über ihn</i> - also dieses Bekenntnis - <i>zu sprechen</i>.
li.slide <i>Erste Leidensankündigung</i>: <q>der Menschensohn müsse vieles erleiden und ... verworfen werden; er werde getötet, aber nach drei Tagen werde er auferstehen.</q> (Mk 8,31)
li.slide
| <i>Kontrast zu der üblichen Messiasvorstellung</i>:
|
q Der Titel <q>Messias</q> setzt auf dem Hintergrund jüdischer Traditionen die Erwartung eines könglichen Herrschers frei, der seine Feinde vertreibt und demonstrativ in seine Königsstadt einzieht.
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Ebner, Einleitung 159.")
li.slide <i>Umbiegung des Messias-Titels auf Jesus</i>: <b>Korrektur der üblichen Messiasvorstellung</b>
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li.slide Jesus <i>ist</i> der Messias - das wird auch die Verklärung bestätigen!
li.slide Jesus ist <i>anders</i> Messias als erwartet: Sein Weg führt nicht auf den Königsthron in Jerusalm - nachdem er seine Gegner und vor allem die Römer besiegt hätte -, sondern durch Leiden und Tod zur Auferstehung.
li.slide Dieses andere Messias-Sein Jesu sollen die Jünger <i>auf dem Weg verinnerlichen</i> - zusammen mit den Folgen, die dies für die Jesus-Nachfolge haben muss.
p.slide.nomarginbottom Dieses andere Messias-Bild löst - fast logischerweise! - Widerspruch aus:
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b Widerspruch des Petrus (<q>Jüngerunverständnis</q>)
ul.nodisplay
li.slide Petrus denkt von der üblichen Messiasvorstellung her.
li.slide Er kann den angekündigten Weg Jesu mit seiner Vorstellung - seiner Hoffnung! - vom Messias nicht vereinbaren.
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b Reaktion Jesu auf den Widerspruch des Petrus I
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li.slide Jesus <q>herrscht Petrus an</q> - so begegnet Jesus normalerweise nur Dämonen.
li.slide Jesus weist Petrus scharf zurecht: <q>Hinter mich, Satan!</q>
br
span.small
| <i>Wichtig</i>: Es heißt hier <i>nicht</i>: <q>Weg mit dir, Satan!</q>, wie etwa auch in der alten Einheitsübersetzung!
| Es geht hier nicht um die Verstoßung des Petrus durch Jesus, sondern darum, dass Petrus mit seiner Ablehnung des angekündigten Weges Jesu aus der Nachfolge
| herausgefallen ist; und Jesus fordert ihn auf, wieder in diese Nachfolge einzutreten, hinter Jesus herzugehen auf seinem Weg -
| mit praktisch der gleichen Wendung, mit der Jesus den Petrus einst berufen hatte!
p.slide.nomarginbottom
b Reaktion Jesu auf den Widerspruch des Petrus II (<q>Jüngerbelehrung</q>)
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li.slide
| Belehrung der Jünger und der Volksmenge:
|
i
q Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert, wird es retten.
|
| (Mk 8,34-35)
li.slide Bedeutung innerhalb der Evangelienerzählung: Für <b>Petrus</b> hätte das bedeutet, dann, als es kritisch wurde im Hof des Hohepriesters während der Verhandlung Jesu, <i>nicht Jesus, sondern sich selbst</i> zu <i>verleugnen</i>, sich also zu Jesus zu bekennen und die Folgen zu tragen.
li.slide Generelle Bedeutung in der Zeit der Verkündigung des Evangeliums (<q>um des Evangeliums willen</q>!) - gerade angesichts von Verfolgung und Nachteilen im Leben, bis hin zur letzten Konsequenz.
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Zweifache Ergänzung des Messias-Bekenntnisses mit fundamentaler Wichtigkeit
ul.nomarginbottom.nodisplay
li.slide
b Jesu <q>Königsweg</q> ist ein Weg, der durch Leiden und Kreuz führt und gerade so zur Auferstehung.
li.slide
b Jesu Weg muss sich auswirken auf das Verhalten all derer, die ihm nachfolgen: Glaubenslehre (Messias, sein Leiden, Sterben, Auferstehn) und Glaubenspraxis in der Jesus-Nachfolge werden unlösbar miteinander verbunden.
p.slide Gerade um Letzteres zu lernen, wiederholen sich Leidensankündigung, Jüngerunverständnis und Jüngerbelehrung noch zweimal mit konkreter Anwendung.
h2.slide(style="margin-top: 50px;") Die Verklärung Jesu
p.nomarginbottom.slide Die <b>fünfte <q>Woche</q></b> in der Evangelienerzählung nach Markus kann in <b>zwei Abschnitte</b> geteilt werden, die auffallend parallel gestaltet sind:
table.slide.table(style="margin-top: 5px; margin-bottom: 20px;")
thead
tr
th(style="width: 45%;") Erster Durchgang
th Zweiter Durchgang
tbody
tr
td Messiasbekenntnis des Petrus
td Verklärung Jesu
br
span.small.nodisplay#huettenbauen Petrus will Hütten bauen: Verklärungszustand auf Dauer festhalten
tr.slide
td Erste Leidensankündigung
td Gespräch beim Abstieg über die Wiederkunft des Elija sowie das <i>Leiden</i> des <q>Elija</q> und des Menschensohnes
tr.slide(data-slideslave="#huettenbauen")
td Einspruch des Petrus
td Versagen der Jünger bei einer Heilung
tr.slide
td Jüngerbelehrung: Kreuz aufnehmen und Selbstverleugnung
td Jüngerbelehrung im Haus
p.nomarginbottom.slide <i>Auffällig</i>:
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li.slide Beidemale blitzt auf, wer Jesus ist.
li.slide Beidemale fällt Petrus im Kontext negativ auf mit gleicher inhaltlicher Ausrichtung: Direkter Widerspruch gegen Jesus Weg einerseits, Hütten-Bau-Absicht [= Moment auf Dauer festhalten] andererseits.
li.slide Beidemale Anweisung Jesu, niemand etwas zu erzählen.
li.slide Beidemale geht es im anschließenden Gespräch um das Leiden (des Elija und auch) des Menschensohnes.
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p.nomarginbottom
b Die Verklärung Jesu kann als Bestätigung des Messiasbekenntnisses des Petrus vom Himmel her verstanden werden!
p.nomarginbottom.slide Jesus wird also ausgewählten Zeugen als Gottessohn geoffenbart, <b>flankiert von Mose und Elija</b>:
ul.nodisplay
li.slide <b>Mose</b>
ul.nomarginbottom.nodisplay
li.slide Dtn 18,15: <q>Einen Propheten wie mich [= Mose] wird dir der Herr, dein Gott, aus deiner Mitte, unter deinen Brüdern, erstehen lassen. <i>Auf ihn sollt ihr hören</i>.</q>
li.slide Jesus wird als <q><b>neuer Mose</b></q> gezeichnet, der den Willen Gottes gültig verkündet und auf den es zu hören gilt.
li.slide Dies gilt vor allem auch für die <q>auf dem Weg</q> erteilte Lehre Jesu für seine Nachfolger, die damit göttlich legitimiert wird.
li.slide <b>Elija</b>
ul.nomarginbottom.nodisplay
li.slide Elija gilt nach 1 Kön als in den Himmel entrückt.
li.slide Es gab (und gibt im Judentum noch heute!) die Erwartung, dass Elija vor dem großen Endgericht Gottes bzw. als Vorläufer des Messias kommen würde.
li.slide Wenn aber Jesus der Messias ist, wo ist dann Elija? Hätte der nicht schon da sein müssen?
li.slide Mehr noch: Wenn der wiedergekommene Elija mit seinem Auftrag gemäß Mal 3,23-24 - nämlich das Volk Israel auf das Gericht Gottes vorzubereiten, sodass es bestehen kann - erfolgreich sein würde - und das ist doch biblische Verheißung! - wie kann dann der Messias leiden müssen?
li.slide Diesen Gedanken spielt Markus geschickt ein und gibt dann im Munde Jesu die Erklärung:
ol.nomarginbottom.nodisplay
li.slide Ausgangspunkt: Aussage zur Auferstehung des Menschensohnes <i>von den Toten</i> - also indirekt Jesu Leidens und Todesankündigung.
li.slide Jüngerunverständnis: <q>Warum sagen die Schriftgelehrten, zuerst müsse Elija kommen?</q> (Mk 9,11) - und müsste der nicht alles wiederherstellen (vgl. Mk 9,12)? - wie kann es dann zum Tod des Messias kommen?
li.slide Antwort Jesu:
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide <b>Elija war schon da, nämlich in der Gestalt Johannes des Täufers</b> (indirekt ausgesagt).
li.slide Doch <b>dieser <q>Elija</q> ist ebenso einen gewaltsamen Tod gestorben</b>, wie es dem Menschensohn noch bevorsteht.
li.slide Damit wird die Vorstellung, Elija stelle alles wieder her, würde also erfolgreich sein mit seinem Auftrag, korrigiert.
li.slide
| Diese Korrektur geschieht im Blick auf das reale Geschick Johannes des Täufers und Jesu, wie es aus christlicher Sicht in der Bibel Israels vorgezeichnet ist
| (
span.oi.oi-arrow-right
|
| Prophetenschicksale, Gottesknecht, leidender Gerechter [Weish 2]).
.alert.alert-primary.slide
p.nomarginbottom
b
| Sowohl das Messiasbekenntnis des Petrus als auch die dieses bestätigende Verklärung Jesu stehen im Kontext von Leiden, Tod und Auferstehung des Messias/Menschensohnes.
| Und den Vorläufer des Messias - <q>Elija</q> in Johannes dem Täufer - hat dieses Schicksal des gewaltsamen Todes schon ereilt.
br
| Gleichzeitig wird die Lehre <q>auf dem Weg</q> mittels der Einspielung des Mose und der Stimme vom Himmel göttlich legitimiert.
h2.slide(style="margin-top: 50px;") Die zweite und dritte Leidensankündigung Jesu und die Konsequenzen für die Nachfolge
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Vgl. Ebner, Einleitung 159-160.")
p.slide Mit den zwei weiteren Leidensankündigungen wird ein direktes, beispielhaftes Fehlverhalten der Jünger verbunden; darauf geht Jesus jeweils ein und lehrt Konsequenzen seines Passionsweges für das Verhalten der Jünger in seiner Nachfolge.
p.slide.nomarginbottom
b
| Zweite Leidensankündigung
|
span.oi.oi-arrow-right
|
| Rangstreit der Jünger (<q>Größter sein</q>)
ul.nodisplay
li.slide Jesus reagiert in lehrender Pose: er setzt sich.
li.slide
i
q Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein.
|
| (Mk 9,35)
li.slide <i>Veranschaulichung</i>: Jesus stellt ein Kind in die Mitte und spricht von der Aufnahme von (Waisen-)Kindern.
ul.nomarginbottom.nodisplay
li.slide Es geht um den Dienst an den nicht nur im körperlichen Sinne Kleinen und Bedürftigen.
li.slide Mit ihnen solidarisiert sich Jesus: <q>Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf ...</q> (Mk 9,37)
li.slide <i>Test der Transferleistung der Jünger</i> - die fallen durch:
ul.nomarginbottom.nodisplay
li.slide Als man Kinder zu Jesus bringt, damit er sie segnet, weisen die Jünger die Leute mit ihren Kindern schroff ab.
li.slide Jesus kritisiert dies scharf und macht wieder grundsätzliche Aussagen: <q>Wer das Reich Gottes nicht so annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.</q> (Mk 10,15)
br
span.slide
i
q Wie die Kinder werden
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li.slide Kinder haben (noch) nichts:
br
i Verzicht auf materielle Sicherheiten.
li.slide Kinder werden - da <q>Kleinste</q> - gerne als Diener eingesetzt:
br
i Diener der <q>Kleinsten</q> und <q>Letzten</q> der Gesellschaft werden.
.alert.alert-primary.slide(style="margin-bottom: 0px;")
b Den (nicht nur im körperlichen Sinne) Kleinen, den Bedürftigen, den Letzten gehört das Reich Gottes.
br
b
i Wer nicht bereit ist, mit ihnen den Platz zu tauschen und ihr Diener zu werden, dem ist der Weg in das Reich Gottes versperrt.
span.slide.small Eine <i>beispielhafte Bebilderung</i> dazu findet sich in der <i>Erzählung von der Aussendung der Zwölf</i>
ul.nomarginbottom.nodisplay
li.slide
| Die Jünger sollen <i>auf alle materiellen Sicherheiten verzichten</i>.
|
span.small Dass dies nicht bedeutet, ins materielle Nichts zu fallen, stellt Jesus auf die Anfrage des Petrus in Mk 10,28-31 klar: man findet Halt in der Solidarität der Schwestern und Brüder, die untereinander teilen.
li.slide Jesus gibt den Jüngern die Vollmacht über die unreinen Geister, also die <i>Vollmacht, alle Unterdrückten und Beladenen von ihrer Last zu befreien</i>.
li.slide Und genau dies tun die Jünger nach Mk 6,13: <q>Sie trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie</q>, das heißt, sie wandten sich den Kleinen und Geringen und Außenseitern, den <q>Letzten</q> der Gesellschaft zu.
p.slide.nomarginbottom
b
| Dritte Leidensankündigung
|
span.oi.oi-arrow-right
|
| Plätze ganz oben haben (links und rechts von Jesus) (<q>Herrschen</q>) [Zebedäus-Söhne]
ul.nodisplay
li.slide Wer diese Plätze bekommt, das entscheidet Gott.
br
span.small.slide Und hat nicht die Verklärung gezeigt, wer diese Plätze bekommt/schon hat?
li.slide Grundsätzliche Lehre zum Thema Dienen und Herrschen (Vertiefung der bisherigen Aussagen nach dem Rangstreit der Jünger):
br
span.slide
i Nicht Herrschen und Unterdrücken - wie es die Mächtigen so tun - sondern Dienen und Sklave sein soll die Nachfolger Jesu prägen.
p.nomarginbottom.slide <b>Begründung</b> letztlich der ganzen Lehre <q>auf dem Weg</q><b>:</b>
br
q
b Denn auch der Menschensohn | ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen | und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.
|
| (Mk 10,45).
ul.nodisplay
li.slide Als letzter Satz vor der den Mittelteil abschließenden Blindenheilung besonders gewichtig.
li.slide <i>Weg Jesu mit der christlichen Erlösungslehre verbunden.</i>
p.slide.nomarginbottom <i>Lesehilfe</i>: von den Rändern her:
ul.nodisplay
li.slide <i>Anfang</i>: <q>denn auch der Menschensohn</q>: Jesus bzw. sein Weg wird als begründendes Modell der Nachfolge definiert.
li.slide <i>Ende</i>: Bekenntnis zur Erlösung durch Jesu Tod.
li.slide <i>Dazwischen</i>: Jesu Weg als <i>Dienst des Menschensohnes allgemein formuliert</i>:
br
span.slide Durch diese <i>allgemeine</i> Aussage ist der Weg Jesu für alle Jüngerinnen und Jünger aller Zeiten lebbar und in den Alltag übersetzt: es geht - für alle! - um den Dienst an den <q>Letzten</q>.
br
span.slide Gleichzeitig ist dieser Dienst unbedingte Verpflichtung:
br
span.slide
i Dieses mittlere Stück des Satzes ist die Verbindung zwischen dem Jünger bzw. der Gemeinde einerseits [Anfang des Satzes] und der Erlösung durch Jesu Tod andererseits [Ende des Satzes].
li.slide Im Hinblick auf das <q>denn auch</q> ist dieser Vers ein idealer und zusammenfassender Schlussatz der gesamten Lehre <q>auf dem Weg</q>:
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Wer der Erlösung teilhaftig werden will, der ist auf den Weg des Dienens gestellt
p.nomarginbottom
b
| Erlösungslehre und Mahnung, den Weg Jesu als Weg des Dienens nachzugehen, sind aufs Engste miteinander verknüpft.
p.slide.nomarginbottom
b Blindenheilung - ein erneuter Test, bei dem die Jünger aber erneut versagen
ul.nodisplay
li.slide Analog zur Episode mit den Kindern, die von den Jüngern abgewiesen wurden.
br
span.small.slide
| Die Parallelität wird noch deutlicher, wenn man bemerkt, dass von Markus im Griechischen für das
| Zurückweisen der Leute mit ihren Kindern das gleiche Wort benutzt ist, wie für den Versuch der Vielen,
| Bartimäus zum Schweigen zu bringen.
br
span.small.slide Und dieses Wörtchen ist <q>epitimao</q>: <q>tadeln, schelten</q>. Die Grundform <q>timao</q> dagegen bedeutet <q>schätzen, ehren</q>.
br
span Die Anklänge an den Namen <q>Bartimäus</q> dürften im Griechischen nicht überhörbar sein;
br
span zumal angegeben wird, was dieser Name bedeutet: <q>Sohn des Timäus</q> (<q>Bar</q> = <q>Sohn</q> <span class="oi oi-arrow-right"></span> Kind)
br
span
i Bartimäus ist <u>Inbegriff</u> der Kleinen, die eigentlich geehrt werden sollen, die aber allzuoft getadelt und gescholten, spricht: unterdrückt werden.
li.slide <q>Viele</q> wollen den blinden Bartimäus zum Schweigen bringen - wohl auch die Jünger!
li.slide Nicht die Jünger schreiten im Sinne Jesu ein, sondern Jesus muss selbst handeln!
li.slide Bartimäus ist der <q>Kleine</q> und Bedürftige und <q>Letzte</q>, den es nicht gilt zurückzuweisen und zu unterdrücken - dem Thema gerade eben! -, sondern ihn als Adressaten der heilenden Gegenwart Jesu und des Reiches Gottes zu begreifen!
p.slide Wann werden es die Jünger - die Leser! - endich verstehen?
h2.slide(style="margin-top: 50px;") Zusammenfassung
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Vgl. Ebner, Einleitung 160.")
p.slide
| <b>Die Schülergespräche, die sich auf die Jüngerunverständnisse nach den Ankündigungen des Wegs Jesu durch Leiden und Sterben
| zur Auferstehung beziehen, übertragen den Weg Jesu</b>
|
q <b>in <i><u>sozialethische</u></i> Kategorien.</b> Die Glaubenslehre vom Leidensweg Jesu hat verstanden, wer auf Rangstreben und Prestigesucht verzichtet und stattdessen Statusverzicht praktiziert.
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Ebner, Einleitung 160 (Hervorhebung geändert).")
p.slide Dies muss sich gerade im Umgang mit jenen bewähren, die in einer Gesellschaft als <q>Letzte</q> gelten.
p.slide
| Sich zu Jesus als dem Messias zu bekennen, schließt seinen Weg mit ein. Und dieses Bekenntnis zum Weg des Messias
| muss sich auf die Lebensführung all jener auswirken, die sich als seine Jünger verstehen. Daraus folgt aber notwendig,
| dass Jesus, dem Auferstandenen, nicht gedient ist, wenn man ihn (nur) <q>anbetet und verherrlicht</q>,
| sondern gerade dann, wenn man seinen Weg des Dienens und der Hingabe zu seinem eigenen Weg macht.
p.slide
| Bewusst hat der Evangelist vor und am Ende des Mittelteils seines Evangeliums jeweils eine Blindenheilung platziert:
| Er möchte all jenen, die sich zu Jesus als dem Messias bekennen (
span.oi.oi-arrow-right
|
| Messiasbekenntnis am Anfang des Mittelteils), der als Lösegeld für sie sein Leben gab (
span.oi.oi-arrow-right
|
| Ende des Mittelteils), die Augen dafür öffnen, was dieses Bekenntnis in seiner ganzen Tiefe und Tragweite beinhaltet und was das für ihr eigenes Leben bedeuten muss.
p.slide
| Und weil das ein Lernprozess ist und auch verschiedene Facetten hat, wird es dreimal durchgespielt.
| Damit zusammen hängt wohl auch der Umstand, dass die Blindenheilung vor dem Mittelteil des Evangeliums nicht sofort gelingt,
| sondern der Nachbesserung bedarf. Die zweite Blindenheilung hat auch ein zurückhaltendes, kritisches Moment
| (die <q>vielen</q> wollen den schreienden Bartimäus unterdrücken), doch immerhin gelingt die Heilung sofort.
| Und von Bartimäus heißt es - die Stichworte <q>Nachfolge</q> und <q>auf dem Weg</q> aufgreifend und verbindend -:
|
q er folgte ihm [= Jesus] auf seinem Weg
| ; wie dem Bartimäus sollen auch den Lesern die Augen aufgehend in einem tieferen Sinn: nämlich dafür, was echte Jesus-Nachfolge ist.
p.small.slide
| Bemerkenswert ist auch: Jesus stellt den Söhnen des Zebedäus und dem blinden Bartimäus die gleiche Frage:
| <q>Was soll ich euch/dir tun?</q> (Mk 10,36.51) - Die einen wollen neben Jesus thronen, Bartimäus dagegen will sehen - also das, was den Jüngern fehlt!
| Mit dem Wegwerfen des Mantels verlässt Bartimäus seine alte Existenz (wie die Jünger: Mk 1,18.20; 2,14; 10,28).
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Vgl. Opielka, Birgit: Zwei Außenseiter als Vorbild der Jünger. In: Bibel und Kirche 2/2011, 90-93.")
h2.slide(style="margin-top: 50px;") Konkretisierung angesichts des zeitgeschichtlichen Kontextes
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Vgl. Ebner, Einleitung 178-179.")
p.slide.nomarginbottom <b>Vespasians Aufstieg zum Kaiser zog Kreise</b>
ul.nodisplay
li.slide Er erhob Anhänger aus dem Ritterstand - dem er selbst entstammte - in den römischen Senat.
li.slide Mit Vespasians Aufstieg verband sich der Aufstieg vieler anderer.
li.slide Der Traum vom eigenen Aufstieg griff um sich: Man will - so gut und soweit es geht - groß sein, vorne mit dabei sein.
li.slide Die Chancen stehen naturgemäß bei denen besonders gut, die dem Kaiser nahe stehen bzw. ihm ergeben sind: Des Kaisers Weg nach oben kann auch ihr Weg nach oben sein!
p.slide.nomarginbottom Markus adaptiert und <q>pervertiert</q> das: <b>Jesu Weg ans Kreuz muss Kreise ziehen</b>
ul.nodisplay
li.slide Jesu Weg nach unten muss auch der Weg seiner Nachfolger nach unten sein.
li.slide Es darf nicht - wie bei den Gefolgsleuten des Kaisers - darum gehen, wer der Größte (nach dem Kaiser) ist bzw. wie man dorthin kommt.
br
span.slide Es gilt vielmehr, Letzter und Deiner zu sein - angesichts dessen, dass Jesus sich zum Diener aller gemacht hat.
li.slide Und es darf auch nicht darum gehen, die Plätze ganz oben innezuhaben und wie die Mächtigen zu herrschen und zu unterdrücken.
br
span.slide Sondern es muss darum gehen, die Plätze ganz unten zu haben und wie Jesus zu dienen.
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Von der <i>Herrschaftspyramide</i> von oben nach unten zur <i>Dienstpyramide</i> von unten nach oben
p.nomarginbottom
| In einer Zeit, in der der Aufstieg Vespasians vom Ritter zum Kaiser in aller Munde ist - vor allem sicher in Rom -
| schreibt Markus sein
br
b Gegen-Evangelium vom Abstieg des Messias und Menschensohnes Jesus bis ans Kreuz.
p.nomarginbottom
b
| Markus dreht die - nicht nur - römische Herrschaftspyramide mit dem Kaiser ganz oben und der Herrschaft von oben nach unten
| um zur Dienstpyramide von unten nach oben mit Jesus ganz unten.
p.slide.small
| Auch im Evangelium geschieht Übertragung von <q>Vollmacht</q>.
| Aber diese Übertragung an die Jünger (konkret: die Zwölf) bei ihrer Aussendung geschieht nicht,
| um sie als Herrscher über die Menschen einzusetzen, sondern um die Menschen von der Herrschaft alles Dämonischen
| - in einem umfassenden Sinn - zu befreien.
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