bibelwissen/views/nt/ev/mk_old/theologische_grundgedanken/versager_helden.pug

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span Von <q>Versagern</q> und <q>Helden</q>
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Vgl. Ebner, Einleitung 163-165.")
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p.slide.nomarginbottom Auffällig ist im Markus-Evangelium <b>das eigenwillige Jüngerbild</b>:
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li.slide Jesus gibt sich alle Mühe, seine Jünger in alles einzuführen -
br
span.slide aber <i>sie verstehen nicht</i>.
li.slide Auch die Jünger werden - wie die Gegner Jesu - <i>als verstockt gezeichnet</i> (Mk 6,52; 8,17).
li.slide.small Dagegen kann es in Jerusalem sogar von einem Schriftgelehrten heißen, dass er nicht fern vom Reich Gottes ist (Mk 12,28-34).
p.slide.nomarginbottom Zunächst hatte alles <b>gut angefangen in Galiläa</b>:
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li.slide Jesus <i>beruft</i> die Jünger, und sie <i>folgen sofort</i>.
li.slide Jesus will sie <i>zu Menschenfischern machen</i>.
li.slide Jesus beruft die Zwölf, die <i>bei ihm in die Lehre gehen</i> sollen.
li.slide Sie <i>sendet</i> Jesus <i>mit Vollmacht</i> - also als echte Teilhaber seiner eigenen Sendung - <i>aus</i>: sie sollen - wie er - heilen und lehren.
p.slide.nomarginbottom Doch dann kommt der <b>Weg nach Jerusalem mit Schwierigkeiten</b>:
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li.slide <i>Petrus</i> rutscht mit seiner Ablehnung des Weges Jesu wenigstens kurzzeitig auf die <i>Seite der dämonischen Gegner Jesu</i>.
li.slide Die Unterweisungen Jesu <i>öffnen die Augen der Jünger nicht wirklich</i>.
p.slide.nomarginbottom <b>Totales Fiasko</b> dann <b>in Jerusalem</b>:
ul.nodisplay
li.slide Judas <i>verrät</i>.
li.slide Petrus <i>verleugnet</i>.
li.slide <i>Alle fliehen</i> angesichts von Prozess und Kreuzigung Jesu.
li.slide <b><i>Jerusalem ist damit der Ort des (vorläufigen) Endes der Jüngerschaft!</i></b>
li.slide Nur kurzzeitig springen die <i>Frauen, die auch von Galiläa aus Jesus nachgefolgt waren</i>, in die Bresche:
br
span.slide vom Grab - wo sie gerade eben die Osterbotschaft empfangen haben - <i>fliehen</i> sie und <i>führen ihren Auftrag nicht aus</i>.
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Die Jünger - und Jüngerinnen - sind höchst zweifelhafte Identifikationsfiguren
ul.nomarginbottom
li.slide
b Einerseits Empfänger von Offenbarung
br
span.slide In ihnen ist der Leser z. B. mit auf dem Berg der Verklärung und bei der Auferweckung der Tochter des Jairus dabei.
br
span.slide Er hört mit ihnen die besonderen Belehrungen Jesu an seine Jünger.
li.slide
b Andererseits in ihrem Verhalten eher Anti-Helden, Anti-Identifikationsfiguren
br
span.slide Dies gilt besonders <q>auf dem Weg</q> und in Jerusalem.
p.slide Angesichts des eigenwilligen Schlusses des Evangeliums in Mk 16,8 ergibt sich die Frage: <b>wer trägt die Botschaft überhaupt weiter?</b>
p.slide.small
| Ein Vergleich mit den anderen Evangelien zeigt: die wollten das Jüngerbild des Markus-Evangeliums nicht so stehen lassen.
| Besonders bei Matthäus, für den die Jünger die spätere Kirche repräsentieren, kommen die Jünger wesentlich besser weg!
p.slide.nomarginbottom Doch kennt das Markus-Evangelium auch <b>echte <q>Helden</q>, echte Identifikationsfigure</b>, aber es sind eher die <i>kleinen Figuren am Rande</i>:
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li.slide
b Der geheilte Gerasener
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li.slide Er will <q>mit Jesus sein</q> - wie die Zwölf berufen wurden, um <q>mit Jesus zu sein</q>.
li.slide
| Er folgt trotz der Ablehnung Jesu in der Dekapolis dem Auftrag Jesu und verkündet nicht nur in seiner Familie,
| sondern <q>in der ganzen Dekapolis</q> das, was an und mit ihm geschehen ist und wie Gott mit ihm Erbarmen hatte (Mk 5,1-20).
li.slide So hat er offenbar dazu beigetragen, dass Jesu zweiter Besuch in der Dekapolis anderes verlief:
br
span.slide
| Die Heilung des Taubstummen erzählt, dass das Wort Gottes in der Dekapolis auf fruchtbaren Boden fällt und die Heiden in das Lob des Gottes Israels einstimmen (Mk 7,31-37).
li.slide
b Die Syrophonizierin
br
span.slide Sie versteht das Gleichnis Jesu und antwortet geschickt darauf (Mk 7,24-30).
li.slide
b Der blinde Bartimäus
br
span.slide Er foglt nach seiner Heilung <q>Jesus auf seinem Weg</q> - als Kontrast zu allen, die vor dem Weg Jesu zurückschrecken (Mk 10,46-52).
li.slide
b Der römische Hauptmann unter dem Kreuz
br
span.slide
| Er spricht das Gottessohn-Bekenntnis.
br
| Auch wenn dieses aus christlicher Perspektive defizitär ist (<q>Dieser Mensch <i>war ein</i> Sohn <i>eines</i> Gottes.</q>), bringt er die Umwertung <q>Erster</q> - <q>Letzer</q> im Sinne des Markus gültig zum Ausdruck.
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading <q>Helden</q> im Markus-Evangelium sind eher die kleinen Figuren am Rande
p.nomarginbottom Interessanterweise sind die meisten dieser kleinen Helden Heiden. Ausgerechnet sie verstehen und praktizieren die Lehre Jesu.
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