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h5.card-header IIIA) Sechste <q>Woche</q>: In Judäa <q>auf dem Weg</q>
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.small.text-muted Mk 10,1-10,52
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p.card-text
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b Nachfolge Jesu I: Gläubiges, unerschrockenes Bekenntnis zu Jesus und seinem Weg
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br
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| → 14,53-65 vs. 14,43-52 u. 14,66-72: <q>Wacht und betet!</q> (→ 14,38)
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h5.card-header A) Sechste <q>Woche</q> I
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.small.text-muted Mk 10,1-16
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h6.card-title In Sorge um Zusammenhalt der Ehepartner und für die Kinder
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-3 Mk 10,1-16
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.card.mb-2(style="background-color: inherit;")
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h6.card-title Aufbruch nach Judäa
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 10,1
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h6.card-title Über Ehe und Ehescheidung
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-3 Mk 10,2-12
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p.card-text.small.mb-0
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| <q>Nur weil ihr so hartherzig seid, hat er [= Mose] euch dieses Gebot gegeben.</q>
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br
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| Darin steckt eine doppelte Aussage:
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ul.small
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li
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| Die Hartherzigkeit des Menschen, offenbar als eine grundsätzliche Einschätzung/Beschreibung
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| des Menschen verstanden, sonst müsste man sie nicht in einem Gebot berücksichtigen.
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li
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| Das Gesetz enthält <q>Erleichterungen</q> aufgrund dieser Hartherzigkeit,
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| die eigentlich im Konflikt mit der Schöpfungsordnung stehen! (<q>Am Anfang der Schöpfung aber ...</q>!)
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br
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| Damit verbindet sich subtil eine Stellungnahme zum Gesetz: Es löst das Problem der Hartherzigkeit
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| des Menschen nicht; sonst bräuchte es keine Berücksichtigung der Hartherzigkeit.
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br
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| Gleichzeitig ist das Gesetz ein <i>Rückschritt</i> gegenüber dem (in den Augen Gottes/Jesu besseren)
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| ursprünglichen Schöpfungerwillen.
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p.card-text.small
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span.small
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| Man beachte die Analogie in der Sichtweise hier
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| – die Schöpfungserzählung enthält den eigentlichen Schöpferwillen, das mosaische Gesetz ist
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| quasi eine <q>Verwässerung</q> aufgrund der Hartherzigkeit des Menschen – mit der Argumentation
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| des Paulus, der der an Abraham ergangenen Verheißung den Vorrang
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| vor gibt vor dem später gegebenen Gesetz in Gal 3.
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.card(style="background-color: inherit;")
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h6.card-title Die Segnung der Kinder
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 10,13-16
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.card.konzentr-2.mb-2
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.card-body.gliederung
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h6.card-title
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| Frage, wie man das ewigen Leben erben kann
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br
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| Positive Aussicht des Fragenden
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-3 Mk 10,17-20
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p.card-text.small Niemand ist gut, außer Gott.
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p.card-text.small Gebote des <q>Alten Bundes</q> (die ihre Richtigkeit und Gültigkeit behalten)
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hr
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.card.konzentr-4.mb-1
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.card-body.gliederung
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h6.card-title
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| Frage des Mannes:
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q Guter Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben?
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br
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| Antwort Jesu I:
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q Warum nennst du mich gut? Niemand ist gut außer der eine Gott!
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-3 Mk 10,18
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p.card-text.small.mb-0
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| Die Frage des Mannes ist fragwürdig, vermischt sie doch zwei eigentlich unterschiedliche Dinge:
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ul.small
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li Einmal geht es um ein <i>Tun</i>, das zum ewigen Leben führt.
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li
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| Andererseits ist die Rede vom <i>Erben</i> des ewigen Lebens. Doch ist Erben normalerweise
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| nicht Folge eines bestimmten Tuns, sondern erfolgt aufgrund eines bestimmten Verhältnisses
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| zu einem anderen Menschen.
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p.card-text.small
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| Ebenso fragwürdig ist die Antwort Jesu, stellt er sich doch mit ihr
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| auf die Seite des (sündigen!) Menschen, nicht auf die Seite Gottes.
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br
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| Das muss auffallen, bildet er doch sonst im ganzen Markus-Evagelium eine Einheit mit Gott –
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| bis auf die Erzählung von der Kreuzigung Jesu, in der die Gottferne
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| (<q>Mein Gott ... warum hast du mich verlassen?</q>; Aushauchen des Geistes) sehr eindrücklich betont wird.
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p.card-text.small
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| Hier muss bedacht werden, dass im Folgenden aus den Zehn Geboten zitiert wird und schon in der
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| nicht weit vorausgehenden Erzählung zu Ehe und Ehescheidung der Blick auf das jüdische Gesetz gerichtet war.
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br
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| Wenn man aber die Stellung Jesu bzw. seiner Kreuzigung – die ja in der bald folgenden Leidensankündigung und
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| dann besonders in Mk 10,45 als Heilsereignis präsent ist – zum Gesetz anschaut, dann stößt man
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| auf Dtn 21,23, von Paulus in Gal 3,13 zitiert.
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br
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| Gal 3,13 lautet insgesamt: <q>Christus hat uns vom Fluch des Gesetzes freigekauft,
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| indem er für uns zum Fluch geworden ist; denn es steht schrieben: Verflucht ist jeder, der am Holz hängt.</q>
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| Bezeichnenderweise spricht Mk 10,45 vom Lösegeld.
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p.card-text.small
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| Jetzt muss auffallen, dass Paulus in Gal 3,14-18 (und dann auch in Gal 4,1-7) vom <q>Erben</q> im Hinblick
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| auf das Heil Gottes spricht.
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br
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| In Gal 3,18 findet sich die Aussage, dass sich das Erbe nicht aus dem Gesetz herleiten lässt,
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| sondern nur aus der Verheißung Gottes an Abraham, die der Gabe des Gesetzes vorausgeht und durch
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| jenes nicht aufgehoben werden kann.
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br
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| In Gal 3,6-12 hatte Paulus unterstrichen, dass das Gesetz auf dem Prinzip des Tuns aufbaut,
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| der Bund Gottes mit Abraham aber bzw. die Teilhabe an dessen Verheißung (<q>Segen für die Völker</q>, Gal 3,8)
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| – von Abraham her (Gen 15,6 → Gal 3,6-7.9!) –
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| auf dem Prinzip Glauben beruht.
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br
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||
| Da aber das Erbe sich nicht aus dem Gesetz herleiten lässt,
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| lässt es sich auch nicht aus dessen Prinzip <q>Tun</q> herleiten;
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| es ist vielmehr aus der Verheißung herzuleiten, und damit mit dem Glauben zu verbinden,
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| wenn man die Analogie der Gegenüberstellungen konsequent durchzieht.
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br
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span.small
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| Auch wenn das von Paulus nicht näher ausgeführt ist, gehen klar <q>Erbe(n)</q>
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| und <q>Glaube</q> zusammen, ist man doch durch den Glauben Sohn Abrahams (Gal 3,7!)
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| und Erbe der Verheißung (Gal 3,26-29!).
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br
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| Somit stehen <q>Erbe</q> und <q>Tun</q> in der Gegenüberstellung von Gal 3 nicht auf derselben Seite,
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| ja sind <q>Erben</q> und <q>Tun</q> letztlich Gegensätze.
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br
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span.small
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| Dass damit der oben schon aufgrund der im Begriff <q>Erben</q> enthaltenen Bedeutung
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| und Unterscheidung zum Tun beschriebe Sachverhalt getroffen ist,
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| ist zumindest ein schöner Nebeneffekt, könnte aber bei der Wahl der Begrifflichkeiten durch Paulus
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| auch eine Rolle gespielt haben.
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br
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| Letztlich wird man sagen können, dass sich das fragwürdige Nebeneinander von <q>Tun</q>
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| und <q>Erben</q> in der Frage des Mannes der Gegenüberstellung von <q>Glaube/Verheißung/<i>Erbe</i></q>
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| und <q>Tun/Gesetz</q> in Gal 3 verdanken und darauf Bezug nehmen dürfte.
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//- br
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//- | In Gal 3,6-12 stellt er die Prinzipien <q>Glaube</q> und <q>Tun</q>/Gesetz einander gegenüber,
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//- | wobei er den Glauben vom Bund mit Abraham her ableitet: alle, die wie er glauben,
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//- | <q>erben</q> den dem Abraham verheißenen Segen, der letztlich mit dem ewigen Leben identisch ist.
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//- br
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//- | In Gal 3,18 findet sich die Aussage, dass sich – aufgrund des (zeitlichen) Zusammenhangs zwischen Verheißung
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//- | an Abraham und Gesetz – das Erbe nicht aus dem Gesetz (und damit nicht aus dem Prinzip des Tuns) herleiten lässt
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//- | (womit implizit Erbe und Glaube verbunden werden – was zu obiger Unterscheidung passt, sowie zu dem,
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//- | was Paulus in Gal 3,6-12 sagt; ferner gebraucht er nur für den Bund zwischen Gott und Abraham
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//- | den Begriff <q>Testament</q> – dem der Begriff <q>Erbe</q> entspricht –, nicht aber für das mosaische Gesetz).
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//- br
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//- | Damit haben wir effektiv die Gegenüberstellung <q>Erben</q> und <q>Tun</q>/Gesetz – genauso wie in dieser
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//- | Erzählung im Markusevangelium.
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p.card-text.small
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span.small
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| In Gal 4,1-7 verwendet Paulus nochmal das Worte <q>Erbe</q> und schließt mit
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| der Aussage, dass Gott durch den Freikauf in Christus den Menschen
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| die Sohnschaft verliehen hat, womit sich das Erbe verbindet, dies alles aber
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| Werk Gottes ist: <q>Daher bist du nicht mehr Sklave, sondern Sohn;
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| bist du aber Sohn, dann auch Erbe, <i>Erbe durch Gott</i>.</q> (Gal 4,7)
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br
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||
| Dem entspricht die Auffassung in Mk 10,27, dass Rettung nur durch Gott möglich ist.
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.card.konzentr-3.mb-1
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.card-body.gliederung
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h6.card-title
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| Antwort Jesu II:
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| Die Zehn Gebote
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-3 Mk 10,19
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p.card-text.small – die aber nicht <q>reichen</q>, wie Mk 10,21 zeigen wird!
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p.card-text.small
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| Auffällig ist, wie Markus die Gebote aufführt: Er überspringt
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| den auf Gott bezogenen Teil (wobei man <q>der eine Gott</q> auch als
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| Reminiszenz an das erste Gebot verstehen kann),
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| im ethischen Teil verbindet er das neunte und zehnte zur Weisung
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| <q>Du sollst keinen Raub begehen</q>, vor allem aber fällt auf,
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| dass er, der sich sonst an die korrekte Reihenfolge hält,
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||
| das vierte Gebot an das Ende stellt, damit aber eben jenes Gebot
|
||
| besonders hervorhebt, dem er sich in Mk 7,10-13 besonders gewidmet hatte.
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.card.konzentr-2.mb-1
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.card-body.gliederung
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h6.card-title
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||
| Die Reaktion des Mannes:
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| Freudige Zuversicht.
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-3 Mk 10,20
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p.card-text.small
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||
| Die Aussage des Mannes muss verwundern, gerade auch angesichts von Mk 10,18:
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| <q>Niemand ist gut außer der eine Gott.</q>
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.card.konzentr-1.mb-2
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.card-body.gliederung
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h6.card-title Alles verkaufen, Geld den Armen geben, Jesus nachfolgen: Reichtum als <q>Lösegeld</q> für die Armen geben
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-3 Mk 10,21
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//- Nur das Wort Jesu gehört in die Mitte - korrespondierend zu 10,45!
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||
//- Beide Sätze ergänzen sich!
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//- außerdem ist die negative Antwort das Gegenüber zum richtigen Verhalten der 'Vielen'' in 10,46-49
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p.card-text.small
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||
| Dass sich der Mann offenbar vorbildlich an das jüdische Gesetz hält, heißt nocht nicht – um Mk 10,18 aufzugreifen –
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| dass er <q>gut</q> ist, also das Ersehnte – das ewige Leben – schon erreicht hätte.
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| Wie ist das zu verstehen?
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br
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| Innerhalb des Markus-Evangeliums gibt es einen klaren Hinweis, auf den man stößt, wenn man die oben
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| gemachte Beobachtung bzgl. Reihenfolge der Gebote bedenkt: das 4. Gebot steht am Ende und dieses
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| war in Mk 7,10-13 Thema.
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br
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| Dort greift Markus eine offenbar zu seiner Zeit gültige Auslegung auf, wie man dieses Gebot auch erfüllen kann.
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| Doch geht man damit – und das ist die Kritik im Munde Jesu – am eigentlichen Sinn des Gebotes vorbei.
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| Sprich: man erfüllt das Gebot (in den Augen der Menschen), und erfüllt es doch nicht (in den Augen Gottes).
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p.card-text.small
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||
| Im Korpus Paulinum gibt es eine Aussage, die der des Mannes in Mk 10,20 sehr ähnelt, und zwar in Phil 3,6.
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| Dort erklärt Paulus, er sei <q>untadelig gemessen an der Gerechtigkeit, die im
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| Gesetz gefordert ist.</q>
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br
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| Gleich darauf jedoch spricht er davon, dass er aufgrund der Erkenntnis Christi Jesu (→ Blindenheilung?),
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| die alles überrage, <i>alles aufgegeben</i> habe, um Christus zu gewinnen.
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br
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span.small
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||
| Vgl. Weish 9,5-6: <q>Wäre einer auch vollkommen unter den Menschen, er würde kein Ansehen genießen, wenn ihm deine Weisheit fehlt.</q>
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br
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| Das ist ein deutliches Zeugnis dafür, dass Paulus vor seiner Berufung keinerlei Konflikt zwischen sich und dem jüdischen
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| Gesetz gesehen hat – genauso wie der Mann hier.
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| Wäre nicht Christus gekommen bzw. seine Erkenntnis Christi Jesu, er hätte nichts
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||
| vermisst und er war – wie er Gal 1,14 festhält – jemand, der sich <q>mit dem größtem Eifer</q> sich
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| für die jüdischen Überlieferungen eingesetzt hat.
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||
| Er musste lernen,
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||
| dass es vor Gott um etwas tieferes geht als die (äußere) Erfüllung der göttlichen Gebote –
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||
| genauso wie der Mann hier.
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||
br
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||
| Vgl. 1 Kor 13: <q>Hätte ich die Liebe nicht ...</q>.
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||
br
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span.small
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| Und heißt es nicht schon im Alten Testament – was Markus in Mk 12,28-34 explizit aufgreifen wird:
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||
| <q>Du sollst den Herrn, deinen Gott, <i>lieben</i>!</q> (Dtn 6,4-5) und <q>Du sollst deinen Nächsten <i>lieben</i>
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| wie dich selbst</q> (Lev 19,18).
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p.card-text.small
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||
span.small
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||
| Das ist wohl die Antwort auf die zunächst divergierenden Aussagen gerade auch bei Paulus: einerseits
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| <q>Alle haben ja gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren.</q> (Röm 3,23); <q>alle sündigten</q> (Röm 5,12);
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| auch <q>Wegen der Übertretungen wurde es [= das Gesetz] hinzugefügt</q>. (Gal 3,19);
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| andererseits <q>ich war untadelig gemessen an der Gerechtigkiet, die im Gesetz gefordert ist.</q> (Phil 3,6)
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br
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| Gerade Gal 3,19 ist aus der Perspektive Gottes zu verstehen – wie ja Paulus auch deutlich zu verstehen gibt,
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| dass seine veränderte Sicht (erst!) durch die Erkenntnis Christi Jesu gekommen ist.
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| Dass der Mensch subjektiv der Meinung ist, alles richtig zu machen, heißt nicht, dass es auch
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| aus der Perspektive Gottes so ist. Davon legt gerade Mk 7,10-13 Zeugnis ab!
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||
| Nüchern, aus der Perspektive Gottes betrachtet, ist die in Mk 7,10-13 erwähnte Möglichkeit zur
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||
| Erfüllung des Elterngebotes ein klarer Verstoß gegen dasselbe – wenn man aus der Perspektive
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| der Liebe heraus denkt, die man einander schuldet.
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.card.konzentr-2.mb-2
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.card-body.gliederung
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h6.card-title
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||
| Negative Reaktion auf das Wort Jesu
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br
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||
| Frage, wer überhaupt gerettet werden kann
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-3 Mk 10,22-27
|
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p.card-text.small – Doch es gibt Hoffnung: <q>Für Gott ist alles möglich.</q>
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||
|
||
hr
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.card.konzentr-2.mb-1
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.card-body.gliederung
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h6.card-title
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||
| Die Reaktion des Mannes:
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||
| Er geht betrübt weg.
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-3 Mk 10,22
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||
p.card-text.small
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||
| Dass der Mann weg geht, offenbart seine Hartherzigkeit.
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||
br
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||
| Man beachte, dass man um 10,13-16 (Segnung der Kinder) konzentrisch
|
||
| gliedern kann und sich dann 10,2-12 (Ehe und Ehescheidung: Hartherzigkeit)
|
||
| und 10,17-28 gegenüberstehen. Auch ist im Kontext des hier
|
||
| einbezogenen Mk 7,10-13 mit Aufgriff von Jes 29,13 gesagt,
|
||
| dass das Herz (des Volkes) weit weg von Gott sei (Mk 7,6-7).
|
||
br
|
||
| Bei aller Erfüllung der Gebote ist dem Mann doch Hartherzigkeit
|
||
| zu attestieren, die ihn von seinen Mitmenschen und von Gott trennt –
|
||
| genauso wie in Mk 7,10-13 zwar formal das Elterngebot erfüllt wird,
|
||
| aber die echte Liebe zu den Eltern auf der Strecke bleibt.
|
||
|
||
.card.konzentr-3.mb-1
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h6.card-title
|
||
| Provokation Jesu (2x):
|
||
| Von der Schwere, in das Reich Gottes zu kommen (mit Verallgemeinerung);
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||
| es mangelt an <q>Selbstverleugnung und Kreuztragen</q>.
|
||
br
|
||
| Die jeweilige Reaktion der Jünger: Bestürzung und Schrecken
|
||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-3 Mk 10,23-26a
|
||
p.card-text.small
|
||
| Im konzentrischen Gegenüber zu den Geboten und im Schatten der
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||
| Hartherzigkeit wird effektiv festgehalten, dass eine Rettung
|
||
| durch das Gesetz ausgeschlossen ist, dass es das von Jesus
|
||
| geforderte Mehr braucht.
|
||
| Gerade dies kann Furcht und Schrecken auslösen.
|
||
br
|
||
| Man beachte hier die verallgemeinernde Formulierung in Mk 10,24!
|
||
|
||
.card.konzentr-4.mb-1
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h6.card-title
|
||
| Frage der Jünger:
|
||
q Wer kann dann noch gerettet werden?
|
||
br
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||
| Antwort Jesu:
|
||
q Für Menschen ist das unmöglich, aber nicht für Gott; denn für Gott ist alles möglich.
|
||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-3 Mk 10,26b-27
|
||
p.card-text.small
|
||
| Das ewige Leben liegt außerhalb menschlicher Möglichkeiten
|
||
| (<q>was muss ich tun ...</q>), nur Gott kann es geben: als (unverdients) Erbe,
|
||
| als <i>Rettung</i>!
|
||
p.card-text.small
|
||
| Im Blick auf die gegenüberliegende, rechte Seite der Gliederung
|
||
| wird auch deutlich, woran Markus hier denkt:
|
||
| Die Wandlung des Menschen.
|
||
br
|
||
| Doch davon erzählt Markus nicht umsonst zwischen
|
||
| Mk 10,45 – Jesus gibt sein Leben als Lösegeld für viele – und der Heilung
|
||
| des blinden Bartimäus.
|
||
| Es braucht die Erlösung in Christus,
|
||
| und es braucht beim Menschen ein Wunder, das dieses Ereignis verstehen lässt:
|
||
| es braucht <q>Offenbarung</q> (Gal 1,16) bzw. die
|
||
| <q>Erkenntnis Christi Jesu</q> (Phil 3,8) – jeweils als Werk Gottes vorzustellen; eben ganz
|
||
| im Sinne der Blindenheilungen, die den Meta-Teil <q>Auf dem Weg</q>
|
||
| rahmen.
|
||
br
|
||
| Hier ist das Gesetz difizitär: Es kann den Menschen nicht aus
|
||
| seiner Hartherzigkeit (bzw. allgemein: Sündhaftigkeit) befreien.
|
||
br
|
||
| Es braucht daher ein neues Heilshandeln Gottes, das sich in Christus ereignet hat.
|
||
p.card-text.small
|
||
| In Gal 3,21-22 schreibt Paulus: <q>Wäre ein Gesetz gegeben worden,
|
||
| das die Kraft hat, lebendig zu machen, dann käme in der Tat
|
||
| die Gerechtigkeit aus dem Gesetz; aber die Schrift hat alles unter der Sünde
|
||
| eingeschlossen, damit die Verheißung aus dem Glauben an Jesus Christus
|
||
| denen gegeben wird, die glauben.</q>
|
||
br
|
||
| Bei Bartimäus – und nicht nur bei ihm – heißt es: <q>Dein Glaube hat dich gerettet.</q> (Mk 10,52)
|
||
p.card-text.small
|
||
span.small
|
||
| Man mag einwenden, dass Jesus hier nicht mit der Forderung nach Glauben antwortet,
|
||
| sondern tatsächlich auf die Frage nach dem Tun, indem er sagt, was zu tun ist.
|
||
br
|
||
| Doch ist gerade das hier geforderte Tun nur dem möglich, der die gegenüberliegende
|
||
| Aussage Mk 10,45 verstanden hat und sie für sich bejaht und annimmt, eben glaubt.
|
||
| Der Mann hier <i>muss</i> scheitern, weil er den Glauben nicht hat, weil er in
|
||
| der Hartherzigkeit gefangen ist, weil das in Mk 10,45 beschriebene Heilsereignis sich an ihm
|
||
| (noch) nicht ausgewirkt hat.
|
||
br
|
||
| Eine Brücke kann man in Gal 5,6 sehen, wo vom <q>Glauben, der durch die Liebe wirkt</q> die Rede ist –
|
||
| auch bei Paulus ist der Glaube – in der Folge – notwendig(!) mit einem bestimmten Verhalten verbunden.
|
||
br
|
||
| Klar ist jedoch vor allem durch Mk 10,27, dass ein <q>Wunder</q> durch Gott geschehen muss
|
||
| und das ewige Leben eben nicht ohne Weiteres im Bereich des menschlichen Tuns liegt.
|
||
| Vielmehr ist ein entsprechendes Handeln und die Bereitschaft dazu Frucht des Geschenkes des Glaubens.
|
||
| Für Paulus wie für Markus bleibt aber gültig – und das steht hier im Hintergrund bzw. kommt hier
|
||
| zum Vorschein –, dass gerade auch vom Christen ein entsprechendes Verhalten gefordert wird und werden muss
|
||
| auf dem Weg zum ewigen Leben, wenn auch als Folge des vorausgehenden Gnadenhandeln Gottes.
|
||
p.card-text.small
|
||
| Das ist es also, was dem Gesetz fehlt und auf das wir oben schon gestoßen sind: es kann nicht lebendig machen,
|
||
| es kann die Hartherzigkeit des Menschen nicht wegnehmen, muss vielmehr damit umgehen;
|
||
| von daher kann man auch im Sinne des Markus sagen, das Gesetz habe alles unter der Sünde eingeschlossen:
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| es bietet keinen Ausweg aus der Sünde, hier in Gestalt der Hartherzigkeit,
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| ja es legt selber davon Zeugnis ab, dass der Mensch so, wie er durch die Sünde geworden ist,
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| nicht mehr dem guten Schöpferwillen entspricht.
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br
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| Es braucht ein göttliches Rettungshandeln! Von ihm erzählt Markus: Jesus hat sein Leben hingegeben
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| als Lösegeld für viele (Mk 10,45) und Gott öffnet die Augen zum Verstehen dieser Botschaft: das Evangelium
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| kann tatsächlich Menschen wandeln, wie Markus es in der gegenüberliegenden Erzählung Mk 10,46-49 erzählt.
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h6.card-title <q>Lohn</q> für das Verlassen von <q>allem</q> (Familie, Besitz) und der Nachfolge: Jetzt neue Familie, dann ewiges Leben.
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 10,28-31
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h5.card-header B) Leidensankündigung
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.small.text-muted Mk 10,32-34
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p.card-text.small Dritte Ankündigung von Leiden, Tod und Auferstehung Jesu
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h5.card-header C) Sechste <q>Woche</q> II
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.small.text-muted Mk 10,35-45
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h6.card-title
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| <q>Was wollt ihr, dass ich euch tue?</q>: Johannes und Jakobus wollen (einmal) neben Jesus thronen
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| Teilhabe der Jünger am Schicksal Jesu – Chifren <q>Taufe</q> und <q>Bechertrinken</q> (→ Eucharistie)
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-3 Mk 10,35-40
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| Taufe und Eucharistie als Sakramente der <q>Familie Gottes</q>.
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| Wem die Plätze links und rechts neben Jesu in der Herrlichkeit gehören,
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| das macht der Bezug zu 10,13-16 klar:
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| Jesus sagt im Hinblick auf die Kinder: <q>Solchen wie ihnen gehört das Reich Gottes.
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| Amen, ich sage auch: Wer das Reich Gottes nicht so annimmt wie in Kind, der wird nicht hineinkommen.</q>
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br
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| Gerade das aber ist keine Eingrenzung auf ein paar besondere Personen – wie es Jakobus und Johannes für sich wollen –,
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| sondern ist offen für alle; es braucht <i>nur</i> die Bereitschaft zur Jesus-Nachfolge.
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| Blickt man von der Anspielung auf die Taufe her auf die gegenüberliegende
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| Formulierung 10,6-8 <q>Am Anfang der Schöpfung hat Gott sie männlich und weiblich erschaffen.
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| ... und sie werden ein Fleisch sein. Sie sind also nicht mehr zwei, sondern <i>ein</i> Fleisch.</q>,
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| kann einem (nicht zuletzt durch die bereits auf der linken Seite aufgefallenen Bezüge zu Gal 3)
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| Gal 3,27-28 in den Sinn kommen:
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| <q>Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen. Es gibt nicht mehr Juden
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| und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht männlich und weiblich; denn ihr alle seid <i>einer</i> in Christus Jesus.</q>
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| Angeregt durch die Gegenüberstellung von 10,2-12 und 10,35-40 ergänzt der Paulusbriefkundige von 10,6-8 her in 10,35-40
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| fast automatisch den Tauftext aus dem Galaterbrief.
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br
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| Gerade das <q>ihr alle seid <i>einer</i> in Christus</q> in Gal 3,28 steht quer zum Ansinnen
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| des Jakobus und Johannes, einmal besondere Plätze zu haben.
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br
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| Die <q>Familie Gottes</q> soll eine integrierende sein, in der das Ansehen des Standes nicht gilt – in Mk 10,13-16
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| die Kinder, in Gal 3,28 die Sklaven –, in der Gleichheit gilt – in Mk 10,35-40 die Frage nach den besonderen Plätzen,
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| in Mk 10,2-12 gleiche Regeln für Mann und Frau, in Gal 3,28 <q>nicht (mehr) männlich und weiblich</q>
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| [das <q>nicht Jude noch Grieche</q> ist dem Markus auch sonst ein Anliegen] – und wo es keinen Platz für
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| Hartherzigkeit geben darf, die Menschen aus der Gemeinde vertreibt.
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| In 10,(2-)10-12 fällt auf, dass Markus Jesus sowohl den Fall <q>Mann entlässt Frau</q> als auch den Fall
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| <q>Frau entlässt Mann</q> ansprechen lässt. Das wird allgemein so verstanden, dass ein solcher
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| Vorgang im griechisch-römischen Kulturkontext durchaus möglich war und Markus beide Fälle bedacht wissen wollte. Es könnte aber auch sein,
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| dass hinter diesem Gedanken der Bezug zu Gal 3,27-28 steht, zumindest könnte die Taufstelle
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| im Galaterbrief (auch) Impuls dafür gewesen sein.
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h6.card-title
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| Falsch und richtig:
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br
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| 1) Verhalten der Herrscher als Kontrastbeispiel: unterdrücken, missbrauchen Macht
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br
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| 2) <q>Bei euch soll es anders sein</q>:
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br
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| 3) Wer Erster sein will, soll Diener, Sklave werden!
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-3 Mk 10,41-44
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p.card-text.small (Zusätzliches) Gebot des <q>Neuen Bundes</q>
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| Der Blick auf die (Auferstehungs-)Herrlichkeit Jesu wird umgebogen auf
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| die Änderung des sozial-ethischen Verhaltens (vgl. Röm 6!).
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.card.konzentr-inv-1.mb-2
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h6.card-title
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| Das Beispiel des Menschensohnes, der nicht gekommen ist, um zu sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-3 Mk 10,45
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| Begründet gerade auch 10,21!
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hr
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| Oben sind wir auf den (wahrscheinlichen) Bezug zu Gal 3,27-28 gestoßen.
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| Die linke Seite kann überraschend deutlich mit dem Galaterbrief
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| in Verbindung gebracht werden, vor allem Gal 3.
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br
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| Hinzu kommt: In 10,18 war die Rede vom <i>einen</i> Gott, was angesichts der dann zitierten
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| Gebote eine Reminiszenz an das erste Gebot sein kann,
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| doch ist auch hier ein Bezug zum Galaterbrief nicht auszuschließen,
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| denn in Gal 3,20 heißt es: <q>Gott aber ist der Eine</q>.
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br
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| Angesichts des aufgrund der Verfallenheit des Menschen an die Sünde als Heilsfaktor
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| ausfallenden Gesetzes verkündet Gal 3,19-29 als Ausweg: Christus, Glaube, Taufe. –
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| Alles dies begegnet auch hier.
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br
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| Dieser Bezug nicht nur von 10,35-40 zu Gal 3,27-28 sondern von 10,2-31 (speziell) zu Gal 3 insgesamt
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| macht es sehr wahrscheinlich, dass Markus nicht nur eine Gal 3,27-28 entsprechende Tradition
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| aufgenommen hat (die Paulus schon vor ihm verwendet hätte), sondern den Galaterbrief
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| als Grundlage benutzt hat.
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br
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| Wenn man von Gal 5,6 noch den <q>Glauben, der durch die Liebe wirkt</q> ergänzt, haben wir auch die
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| von Markus geforderte soziale Komponente im Hinblick auf die Armen.
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| Nochmal gilt es auch den Bezug zu Phil 3,1-14 herauszuheben:
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| Dort spricht Paulus davon, er sei <q>untadelig gemessen an der Gerechtigkeit, die im
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| Gesetz gefordert ist.</q> (Phil 3,6). → Mk 10,20!
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| Doch die Erkenntnis Jesu übersteigt alles. Paulus schreibt: <q>Seinetweg habe ich alles aufgegeben
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| und halte es für Unrat, um Christus zu gewinnen und in ihm erfunden zu werden.</q> (Phil 3,8-9)
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| → Mk 10,21!
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br
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| Ferner: <q>Christus will ich erkennen und die Macht seiner Auferstehung und die Gemeinschaft mit seinem Leiden,
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| indem ich seinem Tod gleich gestaltet werde.</q> → Bezug zur Taufe als <q>Mitgekreuzigtsein</q>
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| (s. o. Taufe als Schicksalsgemeinschaft).
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| Insgesamt erscheint es bei Paulus und bei Markus so, dass die Christusnachfolge von einer
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| anderen <q>Qualität</q> ist als die Gottesbeziehung im <q>Alten Bund</q>, in dessen
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| Zentrum das Gesetz mit seinen Geboten und Forderungen steht.
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br
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| Es geht um eine neue Dimension in der Beziehung zu Gott und zu den Mitmenschen,
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| die die Erfüllung von Geboten und Forderungen zwar einschließt, aber sich doch
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| darin nicht erfüllt, sondern dies übersteigt.
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br
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| Vgl. 1 Kor 13: <q>Hätte ich die Liebe nicht ...</q>; vgl. auch die Thematik <q>Neuschöpfung</q> bei Paulus und Markus.
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p.card-text.small.mb-0
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||
| An noch eine weitere Stelle aus einem Paulusbrief könnte Markus hier gedacht haben.
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| In Mk 10,21 heißt es: <q>Aber Jesus, ihn angeblickt habend, liebte ihn und sagte zu ihm ... </q>.
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| Der Aorist <q>liebte ihn</q> lässt sich nicht so einfach interpretieren, wie z. B. die
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| Einheitsübersetzung 2016 zeigt; dort heißt es: <q>umarmte ihn</q> – sehr unbeholfen!
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| Aus der Kombination von Mk 10,21 (<q>liebte ihn</q>) und Mk 10,45 (<q>Lebenshingabe als Lösegeld für viele</q>)
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| ergibt sich hier ein sinnvoller Ausweg: Gal 2,19-21:
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| <q>... ich bin durch das Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich für Gott lebe. Ich bin mit Christus mitgekreuzigt worden.
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| Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir. Was ich nun im Fleische lebe, lebe ich im Glauben
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| an den Sohn Gottes, <i>der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat</i> [Aoriste!].
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| Ich missachte die Gnade Gottes in keiner Weise; denn käme die Gerechtigkeit durch das Gesetz,
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| wo wäre Christus vergeblich gestorben.</q>
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br
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| Es ist völlig unzweifelhaft, dass wichtige Themenkreise in diesem Markuskontext auch in Gal 2,19-21
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| begegnen:
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ul.small.mb-0
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li Die Liebe Jesu und seine Hingabe.
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li Das Mitgekreuzigtsein.
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li Das Unvermögen des Gesetzes – der Ausweg: Christus, Glaube [und die entsprechenden Konsequenzen].
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li
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| Die fast mystische Einheit zwischen Christus und Paulus einerseits, die innere Entsprechung zwischen
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| Jesu Lebenshingabe und dem vom Reichen geforderten Verhalten andererseits.
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.card.konzentr-inv-2.mb-2
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.card-body.gliederung
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h6.card-title
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| Heilung des blinden Bettlers Bartimäus I: Falsch und richtig:
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br
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| 1) Bartimäus wird zunächst zurückgewiesen
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| 2) Intervention Jesu, <q>Wandlung</q> der Menschen:
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| 3) Bartimäus wird herbeigerufen
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-3 Mk 10,46-49
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p.card-text.small Hoffnung auf <q>Wandlung</q> erfüllt: Hören auf Jesu Wort, Blindenheilung (der <q>Vielen</q>) erfolgreich
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.card.konzentr-inv-3.mb-2
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.card-body.gliederung
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h6.card-title
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||
| Heilung des blinden Bettlers Bartimäus II:
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br
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| <q>Was willst du, dass ich dir tue?</q> Bartimäus möchte sehen können; – und er folgt Jesus auf seinem Weg
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-3 Mk 10,50-52
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p.mb-0.small
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||
| In Verbindung mit der gegenüberliegenden Erzählung werden Taufe und Eucharistie zu den Sakramenten der Nachfolge.
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br
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||
| Sie beziehen sich aber auf Nachfolge insgesamt, nicht nur auf die Nachfolge in den Tod aufgrund des Bekenntnisses (wie der Kontext Jakobus und Johannes einerseits und Tod Jesu andererseits nahe legen könnte);
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| dies wird aus zwei Gründen deutlich:
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li Jakobus und Johannes sind Anlass und sicher auch explizit Adressaten der Worte Jesu vom Dienen; sie werden in V 41 ausdrücklich nochmal erwähnt.
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li Das Wort <q>er folgte Jesus auf seinem Weg</q> ist in einem Kontext gesprochen, wo es um den Dienst an den <q>Letzten</q> der Gesellschaft geht.
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li Jesu eigenes Sterben wird in 10,45 – der Mitte dieses Teiles – insgesamt als Dienst des Menschensohnes verstanden und als Begründung für den Ruf zum Dienst an die Jünger benutzt.
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p.card-text.small
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||
| Letztlich sind gerade (wieder auch) in diesem Abschnitt die beiden Dimensionen der Jesusnachfolge – Martyriumsbereitschaft um Jesu und des Evangeliums willen und Dienst an den <q>Letzten</q> – zusammengebunden.
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hr
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p.card-text.small
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||
| Interessant auch, wie die Erzählung von Bartimäus, dem blinden <i>Bettler</i> die Themen Herrschaft und Reichtum zusammenbindet,
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| wie auch 10,21 und 10,45 (im Kontext gesprochen) als Mitten der beiden gegenüberliegenden Teile von IIIA diese beiden Bereiche ansprechen,
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| und im Wort vom Dienen verallgemeinern.
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