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block content
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+headline("Theologische Grundgedanken")
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q
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| Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, eines Sohnes eines Gottes
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span
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| (Mk 1,1)
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h2.slide
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q Evangelium ... eines Sohnes eines Gottes
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span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Vgl. Ebner, Einleitung 176-177.")
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p.nomarginbottom.slide
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| Warum Markus - im Gegensatz zu Matthäus und Lukas - sein Werk <i>Evangelium</i> nennt,
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| dafür gibt es mehrere Erklärungsversuche, die sich auch ergänzen mögen.
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br
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span.slide Interessant ist ein <b><i>zeitgeschichtlicher</i> Erklärungsversuch</b>:
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li.slide Mk 1,14-15 (<q>Das Reich Gottes ist [zum Greifen] nahe</q>) <span class="oi oi-arrow-right"></span> <i>Anbruch der Gottesherrschaft</i>.
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li.slide Als Markus sein Evangelium schreibt, da ist im römischen Reich gerade die <i>Herrschaft eines neuen Kaisers angebrochen</i>.
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ul.nodisplay
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li.slide
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| 68 n. Chr.: Tod Kaiser Neros
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span.oi.oi-arrow-right
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| bürgerkriegsartige Wirren im römischen Reich; ständig mobilisieren neue Kandidaten ihre Legionen, um Anspruch auf den Kaiserthron zu erheben.
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li.slide 69 n. Chr.: <b>Evangelien</b> aus dem Osten treffen in Rom ein:
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br
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span.slide <b>General Vespasian</b> - gerade mit seinen Truppen in Palästina - ist von den Legionen in Ägypten, dann auch von jenen in Syrien <b>zum Kaiser ausgerufen</b> worden.
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li.slide
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| Nach dem <b>Sieg über die Gegner</b> in Rom und die <b>Anerkennung seiner Wahl</b> durch den Senat gehen diese <b>Evangelien</b> gleichsam wie ein Echo zurück in den Osten des Reiches.
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p.nomarginbottom.slide Vor diesem zeitgeschichtlichen Hintergrund erscheinen auch andere <b>Erzählzüge im Evangelium in einem neuen Licht</b>:
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ul.nodisplay
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li.slide
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| Wie es Markus von Jesus erzählt, <q>wirkte</q> Vespasian <i>zunächst in Galiläa</i> und zog <i>dann von Cäsarea Philippi aus Schritt für Schritt nach Jerusalem</i> - natürlich mit ganz anderer Absicht.
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li.slide Markus gebraucht in seinem Evanglium zweimal die Wendung <q>Sohn eines Gottes</q> für Jesus:
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ul.nodisplay
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li.slide <i>Am Anfang seines Evangeliums</i>: <i><q>eines Sohnes eines Gottes</q></i>.
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li.slide <i>Als Jesus stirbt</i>, spricht der römische (!) Hauptmann: <q>Wahrhaftig, dieser Mensch war <i>ein Sohn eines Gottes</i></q> (Mk 15,39).
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p.slide.nomarginbottom
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span Markus schreibt nicht <q>des Sohnes Gottes</q> und nicht <q>war Gottes Sohn</q>; er gebraucht jeweils die artikellose Form!
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br
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span.slide.small Die Übersetzungen - selbst die <q>wörtlichen</q> - sind hier in der Regel nicht korrekt!
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p.slide.nomarginbottom <q>Sohn eines Gottes</q> aber ist <i>im römischen Reich Kaisertitulatur</i> zu Lebzeiten eines Kaisers.
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br
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span.slide.small Bei Vespasian - dessen Vater ja nicht schon Kaiser war und also nach seinem Tod nicht vergöttlicht worden war - war das zwar nicht auf Anhieb so, aber auch er hat diesen Titel <q>Sohn eines Gottes</q> für sich beansprucht.
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p.nomarginbottom.slide
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b Markus setzt also Person und Weg von Vespasian und Jesus zueinander in Beziehung.
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br
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span.slide Und mit dem Bekenntnis des römischen Hauptmannes unter der Kreuz geschieht eine gewaltige Umwertung:
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p.slide
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i Der Titel für den mächtigsten Mann, den <q>Ersten</q> - den Kaiser -, wird auf den übertragen, der nach göttlichem Ratschluss als Messias der <q>Letzte</q> von allen wurde und den schändlichen Kreuzestod starb.
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p.slide So erklärt sich, dass Markus sein Evangelium schon mit diesem Titel des Ersten der damaligen Zeit beginnt:
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.alert.alert-primary.slide
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h4.alert-heading <q>Bei euch aber soll es anders sein ...</q> (Mk 10,43)
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p.nomarginbottom
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b
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| Den
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q <q>Evangelien</q> vom Herrschaftsantritt Vespasians als römischen Kaiser wird im MkEv das Evangelium vom Beginn der Gottesherrschaft, wie es von Jesus proklamiert wird, entgegengesetzt.
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span.footnote(data-trigger="tooltip", title="Ebner, Einleitung 176.")
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br
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spans.slide Das <q><i>Du</i> bist gemein geliebter Sohn, an <i>dir</i> habe ich Wohlgefallen gefunden.</q> (Mk 1,11) und <q><i>Dieser</i> ist mein gelieber Sohn; auf <i>ihn</i> sollt ihr hören!</q> bekommt dadurch eine ganz eigene Note!
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br
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b.slide Denn: Jesus ist der <q>Erste</q>, der <q>Letzter</q> wurde.
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br
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span.slide Das ist das Evangelium, das Markus erzählt.
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br
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span.slide Das ist das Evangelium, auf das zu hören ist, das also - in der Nachfolge Jesu - im eigenen Leben Anwendung finden will.
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h2.slide(style="margin-top: 50px;") <u>Anfang</u> des Evangeliums Jesu Christi
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span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Schenke, Markus 44.")
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p.nomarginbottom.slide Markus beginnt sein Werk nicht mit <q>Evangelium Jesu Christi</q>, sondern stellt noch <q>Anfang</q> davor.
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p.slide.small Dieses Wort bezieht sich wahrscheinlich auf das ganze Werk des Markus, nicht nur auf die ersten Verse, und damit auf das irdische Wirken Jesu insgesamt bis hin zu Tod und Auferstehung.
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p.nomarginbottom.slide <b>Anfang</b> - bzw. das griechische Wort, das hier zugrunde liegt - <b>hat</b> einen <b>doppelten Sinn</b>!
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ul.nodisplay
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li.slide <b>Zeitlicher Anfang</b>
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ul.nodisplay.nomarginbottom
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li.slide In der <i>Verkündigung, im Leben, Sterben und Auferstehn Jesu</i> nimmt das Evangelium seinen <i>zeitlichen Anfang</i>.
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li.slide <i>Es setzt sich fort in der nachösterlichen Verkündigung</i>, in der Zeit also, auf die das Evangelium schon blickt (Mk 13,10; 14,9), und die die Zeit ist, in der die Adressaten des Markusevangeliums leben.
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br
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span.slide Sie leben sozusagen in der <q>Fortsetzung</q> dessen, was mit Jesus seinen Anfang genommen hat.
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li.slide <b>Grund und Ursprung</b>
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p.slide.nomarginbottom Gerade für die Zeit, in der die Leser seines Werkes leben, erzählt Markus von <i>Grund und Ursprung</i> der Verkündigung und des Lebens in der Nachfolge Jesu:
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ul.nodisplay.nomarginbottom
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li.slide Markus erzählt den <i>normativen Anfang</i>, die <i>fundierende Geschichte</i>.
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li.slide An ihm/ihr hat sich zu <i>messen, ob das, was als Evangelium Jesu gelebt bzw. verkündet wird, auch tatsächlich dieses Prädikat verdient!</i>
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li.slide
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| In diesem Sinne lässt Markus in seinem Evangelium Jesus auch sagen:
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span.slide
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q Wenn einer hinter mir her gehen will, dann ...
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span
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| (Mk 8,34)
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br
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span.slide <i>Wenn jemand Jesu Jünger sein will, muss er das beherzigen, was dieses Werk über Jesu Leben und seine Botschaft erzählt.</i>
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.alert.alert-primary.slide
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h4.alert-heading Mehr als ein Blick in die Vergangenheit
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p.nomarginbottom
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b Was Markus erzählt, hat für die Jünger Jesu zu allen Zeiten und an allen Orten grundlegende Bedeutung; es ist die <q>fundierende Geschichte</q> für alle, die Jesus nachfolgen wollen.
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+bottom_theologische_grundgedanken("evangelium")
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script.
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