bibelwissen/views/nt/ev/mk/getauft/verderben.pug

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| Inhaltsangabe/Überschrift
br
| Himmlischer Sendungsbeschluss
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,1-3
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h5.card-title Johannes der Täufer in der Wüste: Seine Taufe und seine Ankündigung des Kommenden
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,4-8
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h5.card-title Die Taufe Jesu: Tod und Auferstehung Jesu als Wendepunkt der Heilsgeschichte
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,9-11
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h5.card-title Die Versuchung Jesu
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,12-13
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h5.card-title Johannes tritt ab, Jesus tritt auf: Eröffnungsruf des Wirkens Jesu: Das Reich Gottes ist zum Greifen nahe!
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,14-15
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h5.card-title Die Berufung der ersten Jünger
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,16-20
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h5.card-title Die neue Lehre in der Synagoge: Jesus gekommen, um Satan/die Dämonen ins Verderben zu stürzen
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,21-28
.slide.mb-3
hr
p.card-text.mb-0.konzentr-4.bibeltextkonzentr
| 1 Anfang des Evangeliums Jesu Christi, Sohn (eines) Gottes.
br
| 2 Wie geschrieben steht beim Propheten Jesaja:
br
q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der einen Weg bahnen wird.
br
q 3 Stimme eines Rufers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen!
p.card-text.mb-0.konzentr-3.bibeltextkonzentr
| 4 So trat Johannes der Täufer in der Wüste auf und verkündete eine Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden.
br
| 5 Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus;
br
| sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen.
p.card-text.mb-0.konzentr-3.bibeltextkonzentr
| 6 Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften
br
| und er lebte von wildem Honig.
br
| 7 Er verkündete:
q
| Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich;
br
| ich bin es nicht wert, mich zu bücken und ihm die Riemen der Sandalen zu lösen.
br
| 8 Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.
p.card-text.mb-0.konzentr-2.bibeltextkonzentr
| 9 Und es geschah in jenen Tagen, da kam Jesus aus Nazareth in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen.
br
| 10 Und sogleich, als er aus dem Wasser stieg, sah er,
br
| dass der Himmel aufriss und der Geist wie eine Taube in ihn hineinkam.
br
| 11 Und eine Stimme aus dem Himmel sprach:
q Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.
p.card-text.mb-0.konzentr-1.bibeltextkonzentr
| 12 Und sogleich trieb der Geist Jesus in die Wüste.
br
| 13 Jesus blieb vierzig Tage in der Wüste und wurde vom Satan in Versuchung geführt.
br
| Er lebte bei den wilden Tieren und die Engel dienten ihm.
p.card-text.mb-0.konzentr-2.bibeltextkonzentr
| 14 Nachdem Johannes ausgeliefert worden war, ging Jesus nach Galiläa;
br
| er verkündete das Evangelium Gottes
br
| 15 und sprach:
q
| Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe.
br
| Kehrt um und glaubt an das Evangelium!
p.card-text.mb-0.konzentr-3.bibeltextkonzentr
| 16 Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon,
| die auf dem See ihre Netze auswarfen; sie waren nämlich Fischer.
br
| 17 Da sagte er zu ihnen:
q
| Kommt her, mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.
br
| 18 Und sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm nach.
br
| 19 Als er ein Stück weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes;
| sie waren im Boot und richteten ihre Netze her.
br
| 20 Sogleich rief er sie und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und folgten Jesus nach.
p.card-text.konzentr-4.bibeltextkonzentr
| 21 Sie kamen nach Kafarnaum. Am folgenden Sabbat ging er in die Synagoge und lehrte.
br
| 22 Und die Menschen waren voll Staunen über seine Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten.
br
| 23 In ihrer Synagoge war ein Mensch, der von einem unreinen Geist besessen war.
br
| Der begann zu schreien:
br
q
| 24 Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret?
br
| Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen?
br
| Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes.
br
| 25 Da drohte ihm Jesus:
br
q
| Schweig und verlass ihn!
br
| 26 Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei.
br
| 27 Da erschraken alle und einer fragte den anderen:
br
q
| Was ist das? Eine neue Lehre mit Vollmacht: Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl.
br
| 28 Und sein Ruf verbreitete sich rasch im ganzen Gebiet von Galiläa.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
q Anfang
h6.card-subtitle.text-muted Anfang vom Ende der „unreinen Geister“
hr
ul.card-text
li Markus erzählt die erste Austreibung eines Dämons, eines unreinen Geistes.
li Sehr passend dazu findet sich in der Mitte der konzentrischen Gliederung die Erzählung von der Versuchung Jesu, also seine Auseinandersetzung mit dem Satan.
li
| Die Frage des Dämon an Jesus: „Bist du gekommen, um uns uns Verderben zu stürzen?“ beantwortet der Fortgang der Erzählung indirekt mit Ja.
li
| Mit Jesus hat das Ende des Dämonischen begonnen, letztlich nimmt man die Mitte der Konzentrik dazu das Ende der Herrschaft Satans insgesamt.
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h5.card-title
q Bereitet den Weg des Herrn
h6.card-subtitle.text-muted Im Kampf gegen die Herrschaft des Satan bzw. das Besessensein durch einen <i>unreinen</i> Geist
hr
ul.card-text
li
| Die Versuchungserzählung als Mitte der konzentrischen Gliederung macht deutlich:
br
| Der unreine Geist bzw. der Mensch, der von ihm besessen ist ist dem Bereich Satans zuzuordnen.
li
| Dem gegenüber steht als Einwirkung des oberen Endes der konzentrischen Gliederung der Ruf, sich in den Dienst Gottes zu stellen.
li
| Wieder wird also letztlich das Gegenüber Gott ↔ Satan inszeniert und darin die Dämonenaustreibung verortet.
li
| Insofern der Aufruf „Bereitet den Weg des Herrn“ bei (Deutero-)Jesaja wie bei Markus eine klar ethische Ausrichtung hat,
br
| das Gegenüber Gott ↔ Sünde in Röm 6, auf das wir in den vorhergehenden Erzählungen gestoßen sind, schon aus sich eine ethische Konnotation hat („nicht mehr Diener der Sünde“)
br
| und Markus selbst dann in Mk 7,14-23 „unrein“ in einem ethischen Sinne definieren wird,
br
| wird man so interpretieren müssen:
br
i
| Der mit einem unreinen Geist Besessene ist ein Mensch, dessen ethisches Verhalten ihn als „Diener Satans/der Sünde“ erweist
| (und nicht als „Diener Gottes“).
li
| „Besessensein“ meint in diesem Kontext, dass der Mensch in seinem Verhalten „gefangen“ ist:
ul.card-text
li jemand, der ganz vernarrt ist in eine Sache;
li jemand, der ganz versessen ist nach Macht, Geld und Ruhm;
li jemand, der rationalen Argumenten gegenüber verschlossen ist etc;
li jemand, der auch „über Leichen geht“, das Leiden anderer blind oder willig in Kauf nimmt, und sich vielleicht auch selber zugrunde richtet.
li
| Es braucht daher ein rettendes Ereignis, eine rettende Begegnung, die so mächtig ist, dass der Mensch aus seinem Besessensein befreit wird.
br
| Dieses Ereignis ist hier die Begegnung mit Jesus bzw. mit seiner Lehre.
li
| So kann der Ruf „Bereitet den Weg des Herrn!“ speziell in dieser Erzählung auch auf die Sendung Jesu bezogen werden,
br
| wie insgesamt diese Erzählung auf das Gekommensein Jesu einen klaren Schwerpunkt legt („Bist du gekommen ...“ als Frage des Dämon an Jesus):
br
i
| Jesu Sendung steht ganz im Dienste des Kommens Gottes zu den Menschen, das als notwendige Kehrseite das Stürzen der Dämonen und letztlich Satan selbst
| ins Verderben mit sich bringt.
br
| Dies wird in dieser Erzählung „bebildert“.
p.small.card-text
| Im weiteren Verlauf des Evangeliums wird deutlich werden, wie das Ausführen der Sendung Jesu auch zum ethischen Charakter
| von „Bereitet den Weg des Herrn“ passt.
li.small
| Die hier gebotene Interpretation von „Besessensein mit einem unreinen Geist“ klingt fast aufgeklärt und passt auch ins 21. Jahrhundert.
br
| Doch muss man aufpassen, dass man das christologisch-soteriologische Element nicht übersieht und die Realität der gefangennehmenden Sünde nicht banalisiert.
| Sonst ist man schnell bei der Nicht-Notwendkeit der Erlösung durch Christus und hat den christlichen Glauben entleert.
li.small
| Es bleibt auch festzuhalten, dass man damals bestimmte Krankheiten als Besessenheit durch Dämonen deutete.
| Zum Teil können anhand von Beschreibungen dieser Krankheiten heutige Ärzte genau sagen, um welche Krankheiten es sich
| handelte (z. B. Epilepsie). Diese Krankheiten, denen man anders als z. B. Brüchen
| oder Erkältungen nicht Herr werden konnte, deutete man als Besessensein durch
| einen mächtigen Dämon, der einen Menschen gefangen hält und an einem normalen
| Leben hindert.
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h5.card-title
| Verkehrte Welt
h6.card-subtitle.text-muted Die Lebensinsel in der Wüste der unreine Geist in der Synagoge
hr
ul.card-text
li
| Die Erzählung von der Versuchung Jesu Mitte der konzentrischen Gliederung erzählt unter anderem, wie mitten in der Wüste der von Satan beherrschten Gottferne um Jesus herum eine Lebensinsel ersteht;
br
| am Ort des Todes macht sich das Leben, die „Neue Schöpfung“ breit.
li
| Hier nun stößt Jesus in der Syngoge also einem Ort, der dem Gottesdienst gewidmet ist auf einen Menschen, der von einem unreinen Geist besessen ist,
| mithin also dem Bereich des Satan und also der Gottferne angehört.
li
| Dass dieser Kontrast von Markus bewusst hergestellt ist, zeigt der weitere Fortgang des Evangeliums,
| wo religiöse Autoritäten sich gegen Jesus stellen (in Mk 3,1-6 im Kontext der Synagoge!) oder Jesus die ethische Praxis der
| (sich als besonders fromm gebenden) Pharisäer kritisiert.
br
| Mithin begegnet hier eine indirekte Anklage, die dann bei der Tempelreinigung ausgesprochen werden wird:
| Der Ort des Gottesdienstes ist zu einer „Räuberhöhle“ geworden.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahnen wird
hr
ul.card-text
li.small
| Man könnte geneigt sein, hier an jene zu denken, die den Ruf Jesu im ganzen Gebiet von Galiläa verbreiten;
| das wäre in gewisser Weise auch eine Analogie zu Johannes dem Täufer, der auf den kommenden Stärkeren hinweist.
br
| Doch bleiben die Träger des Rufes Jesu ohne direktes Subjekt; dies fällt auf und stellt sich gegen die genannte Deutung.
li
| Das einzige Gegenüber im Dialog mit Jesus ist der unreine Geist (mit dem Geheilten wechselt Jesus kein Wort!).
li
| Dieser fragt Jesus auch, ob er gekommen sei, ihn und Seinesgleichen ins Verderben zu stürzen; damit wird die Sendung Jesu hinterfragt.
ul.card-text
li
| Diese Sendung Jesu wird am oberen Ende der konzentrischen Gliederung durch den Ruf „Bereitet den Weg des Herrn!“
| ausgedrückt (s. o.).
br
| Aber auch das Mischzitat Mal 3,1; Ex 23,20 in Mk 1,2b hat die Sendung Jesu im Blick;
br
| in der vorangehenden Erzählung, der Berufung der ersten Jünger, war jedenfalls klar Jesus der Bote Gottes nach Mal 3,1; Ex 23,20.
li
| In der Mitte der konzentrischen Gliederung treibt der gute Geist Gottes Jesus in die „Wüste“;
| das Treiben durch den Geist verdeutlicht, dass dieser Gang Jesu in die „Wüste“ seiner Sendung durch Gott entspricht,
| und damit auch das, was sich dort ereignet:
br
| In der „Wüste“ wird eine Auseinandersetzung Jesu („Versuchung“) mit Satan verortet, und Jesus erschafft
| inmitten der „Wüste der Gottferne“ die „Insel des Lebens“.
li
| Das Wirken des guten Geistes Gottes, der Jesus als dessen Sendung in die „Wüste“ treibt (→ Mitte der konzentrischen Gliederung),
| und das Gekommensein Jesu,
| um den unreinen Geist und Seinesgleichen ins Verderben zu stürzen (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung), verbinden sich,
br
| wobei der Geist (Gottes) und der „unreine Geist“ sich als Gegensätze gegenüberstehen, „Wüste“ und „Verderben“ aber parallel
| für das Gleiche.
br
| Schlüssel zum Verständnis ist die Einsicht, dass die „Wüste“ als Ort der Gottferne eine Analogie zum Tod am Kreuz hat,
| das auch als Ort der Gottferne verstanden werden kann; der Tod Jesu am Kreuz wird jedenfalls
| von Markus sehr deutlich als Sterben in Gottferne bebildert wird (→ „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen“).
li
| Man wird also sagen können: Der Geist Gottes treibt Jesus in die „Wüste“ im Sinne des „Verderbens“ im Tod am Kreuz,
| um den unreinen Geist und Seinesgleichen ins Verderben zu stürzen.
li
| Überträgt man nun diese Gedanken auf das Mischzitat Mal 3,1; Ex 23,20 (→ oberes Ende der konzentrischen Gliederung),
| wird man sagen dürfen:
br
i
| Das Mischzitat Mal 3,1; Ex 23,20 ist hier auf Jesus im Hinblick auf den unreinen Geist zu beziehen:
br
| Jesus geht als göttlicher Bote dem unreinen Geist ins Verderben voraus, um diesem und Seinesgleichen den Weg ins Verderben zu bahnen,
| sie also ins Verderben zu stürzen.
br
| Das ist seine göttliche Sendung.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
q er lehrte wie einer, der Vollmacht hat
br
q Du bist der Heilige Gottes uns ins Verderben zu stürzen Schweig!
br
q Was ist das? Eine neue Lehre mit Vollmacht ...
hr
.card.slide.border-secondary.mb-2
.card-body
h5.card-title
| Jesus dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzt als Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten
hr
ul.card-text
li
| Der Hinweis auf die Vollmacht der Lehre Jesu rahmt die Erzählung.
li
| In der Mitte der Erzählung wird die Vollmacht Jesu durch die Austreibung eines unreinen Geistes bestätigt.
br
| Dieser betitelt Jesus als „Heiligen Gottes“: „Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes“.
br
| Darin spiegelt sich die Betitelung Jesu mit „Sohn (eines) Gottes“ am oberen Ende der konzentrischen Gliederung.
li
| In der Mitte der konzentrischen Gliederung ist der Geist Gottes die treibende Kraft des Wirkens Jesu.
li
| „Vollmacht“ als Rahmen der Erzählung und „Heiliger Gottes“ in der Mitte der Erzählung,
| sowie „Sohn Gottes“ am oberen Ende der konzentrischen Gliederung und „Geist (Gottes)“ in der Mitte der konzentrischen Gliederung
| gehen eine Verbindung ein und machen gemeinsam
span.bibelstelle Röm 1,4
| gegenwärtig:
br
| Jesus ist
q.bibeltext
| dem <i>Geist</i> der <i>Heilig</i>keit nach eingesetzt als <i>Sohn Gottes in Macht</i> seit der Auferstehung von den Toten.
li
| Damit ist die Quelle der Vollmacht Jesu deutlich: seine Auferstehung von den Toten.
br
| Dabei liegt angesichts dessen, dass die Erzählung im Kontext der konzentrischen Gliederung darauf abhebt,
| dass Jesus zum Verderben der unreinen Geister diesen ins Verderben vorausgeht (→ Tod am Kreuz),
| ein besonderer Akzent auf „von den <i>Toten</i>“.
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h5.card-title
| Die machtvolle, aber verschwiegene Lehre Jesu und das Schweigegebot an den unreinen Geist
hr
ul.card-text
li
| Markus unterstreicht Neuheit und Vollmacht der Lehre Jesu.
li
| Inhaltlich bleibt die Lehre Jesu in der Erzählung selber unbestimmt;
| gemäß den Gesetzen der Konzentrik muss die Lehre Jesu aber in der Mitte der Erzählung gefunden werden können,
| wie auch die Quelle seiner Vollmacht die in Verbindung mit der Lehre die Erzählung rahmt in der Mitte gefunden werden konnte.
li
| Dem Verschweigen der Lehre im Rahmen der Erzählung eigentümlich parallel ist das Schweigegebot an den unreinen Geist
| in der Mitte der Erzählung;
br
| dies legt nahe, dass beides zusdammengesehen werden muss.
li
| Das Schweiggebot folgt unmittelbar auf die Betitelung Jesu als „Heiliger Gottes“;
br
| davor hatte der unreine Geist die Frage nach dem Ziel der Sendung Jesu gestellt.
li
| Was der unreine Geist verschweigt, ist der Weg zu diesem Ziel und damit auch die Ursache für den Titel „Heiliger Gottes“;
br
| dieser Weg, der mit der Frage des unreinen Geistes wesenhaft zusammenhängt,
| kann aber und soll auch durch das Dreieck „oberes Ende Mitte unteres Ende der konzentrischen Gliederung“ in der Mitte
| der Erzählung eingetragen werden:
br
| Jesus geht getrieben von Gottes Geist vor dem unreinen Geist und Seinesgleichen her
| <i>selber den Weg ins Verderben</i> (→ Tod am Kreuz), um ihnen damit den Weg ins Verderben zu bahnen
| und sie so ins Verderben zu stürzen.
br
| Damit hat sich Jesus auf einzigartige Weise in den Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen stellt.
li
| Durch diesen Weg in den Tod am Kreuz, der von Gott mit der Auferstehung beantwortet wurde,
| hat Jesus die Dämonen ins Verderben gestürzt und hat Jesus den Titel „Heiliger Gottes“ erhalten.
br
i Weil der unreine Geist diesen Weg Jesu verschweigt, wird er zum Schweigen verpflichtet.
li
| Für die verschwiegene <i>Lehre Jesu</i> gilt im Sinne der Analogie zum Schweigegebot,
| dass sie als wesentlichen Inhalt den verschwiegenen Weg Jesu ans Kreuz,
| mit dem er seine Sendung ausführt, enthält.
p.small.card-text Die Teile „In Galilaä/Judäa auf dem Weg“ werden dies bestätigen.
li
| Gerade dadurch, dass der Weg Jesu nur indirekt in der Erzählung gegenwärtig ist,
| liegt ein besonderer Akzent darauf;
| er ist notwendiger Verstehenshintergrund für diese Erzählung.
br
| In diesem Sinne kann das Schweigegebot auch invertierter Impuls sein:
br
i Dieser Weg Jesu in den Tod am Kreuz ist es, was verkündet werden soll!
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
q Schweig!
h6.card-subtitle.text-muted Ein erster Blick auf die Schweigegebote im Evangelium nach Markus
hr
ul.card-text
li
| Das Schweigegebot an den unreinen Geist in dieser Erzählung ist in einen größeren Kontext einzuordnen,
| denn in allen Galiläa-Teilen des Evangeliums (und nur dort!) begegnen Schweigegebote, die Jesus in bestimmten Situationen ausspricht:
ul.card-text
li
i Im Hinblick auf seine Person („Bekenntnisse“) bzw. das Wissen darum, wer er ist
br
| Mk 1,21-28; Mk 1,32-34; Mk 3,7-12; 8,27-30 („Messiasbekenntnis des Petrus“); 9,2-13 (Verklärung Jesu).
li
i Im Hinblick auf Wunder, die nicht weitererzählt werden dürfen
br
| Mk 1,40-45 (Heilung des Aussätzigen); 5,35-43 (Auferweckung der Tochter des Jairus); 7,31-37 (Heilung des Taubstummen).
li
| In der vorliegenden Erzählung wird das „Bekenntnis“ des unreinen Geistes mit dem Schweigegebot belegt;
| dass das Wunder als solches weitererzählt wird, ist dagegen völlig legitim (im Gegensatz zu anderen Wundern!).
li
| Das Schweigegebot angesichts des „Bekenntnisses“ hier wurde ausgesprochen, weil der Weg Jesu in den Tod am Kreuz verschwiegen wurde.
br
| Ohne das Miteinbeziehen dieses Weges können Vollmacht und Hoheitstitel Jesu irreführend und missverständlich sein.
li
| Man wird verallgemeindernd sagen können:
br
i
| Wo Schweigegebote sich auf Jesu Person beziehen („wer er ist“, Bekenntnisse), signalisieren sie,
| dass diese Aussagen in den größeren Kontext der Lehre Jesu vor allem seines Todes, aber auch seiner Auferstehung von den Toten einzubinden sind.
li
| Gerade angesichts dessen, dass man sich besonders als „unbedarfter Leser“ sich einiges zusammenreimen kann nicht zuletzt aus den Stichworten „Heiliger Gottes“ und „Sohn (eines) Gottes“ ,
| ist dieses Schweigegebot ein wichtiges „Achtung“-Schild, ja ein „Stopp“-Schild:
br
| Denn aus den Hoheitstiteln allein die Jesus z. B. mit Kaiser Vespasian „teilt“ könnte man ein völlig falsches Bild von Jesus bekommen!
br
| Ein solcher Jesus Christus darf nicht verkündet werden!
li.small
| Hier muss uns bewusst werden, was der „unbedarfte Leser“ bisher erzählt bekommen hat:
ul.card-text
li Er hat von einem himmlischen Sendungsbefehl gehört, der ihn an die großen Ereignisse zum Heil Israels erinnert das lässt Großes erahnen.
li Ihm wird von Johannes dem Täufer und einer Taufe erzählt, sowie von der Erwartungshaltung, die Johannes prägt und die er verkündet.
li
| Er wird Zeuge der Taufe Jesu. Als einziger außer Jesus selbst wird er Zeuge phantastischer Ereignisse rund um die Taufe Jesu;
| die „Überschrift“ des Evangeliums wird bestätigt: Jesus ist Gottes Sohn, mit ihm verbindet sich eine frohe Botschaft, deren Inhalt der Leser noch nicht erfahren hat.
li
| Gleich nach der Taufe wird Jesus in Versuchung geführt.
br
| Über Inhalt und Ergebnis der Versuchung erfährt der Leser aber nichts;
| er kann sich zwar manches denken, doch wird er geheimnisvoll in der Luft hängen gelassen.
li
| Jesus ruft zu Umkehr auf wie schon Johannes der Täufer und verkündet das Evangelium Gottes, das mit dem Nahegekommensein des Gottesreiches zusammenhängt.
br
| Inhaltlich bleibt das Evangelium aber ansonsten unbestimmt. Und was das Nahegekommensein des Gottesreiches nun bedeutet bzw. mit sich bringt außer, dass sich damit der Ruf zur Umkehr verbindet ist auch verschwiegen.
li
| Der Leser wird Zeuge der Berufung der ersten Jünger, die Jesus um sich schart und denen er einen doch etwas zwielichtigen Auftrag geben wird (→ „Menschenfischer“);
| er wundert sich vielleicht auch über die Radikalität der Reaktion der in die Nachfolge Gerufenen.
li
| Schließlich erfährt er von der ersten Austreibung eines unreinen Geistes und vom Staunen der Menge, weniger über das Wunder als vielmehr über die Lehre Jesu,
| die für ihn inhaltlich unbestimmt bleibt.
br
| Dass Jesus das Wunder wirken kann, hängt für ihn wohl eher damit zusammen, dass Jesus „der Heilige Gottes“ ist;
| er weiß ja schon, dass Jesus „Sohn Gottes“ ist.
li
| Es sind also wunderbare und zugleich wundersame Dinge, die der Leser bisher erfahren hat;
br
| wie aber das Evangelium vom nahegekommenen Gottesreich und die „Lehre Jesu“ inhaltlich zu füllen sind das ist bisher offen!
li
| Was der Dämon bekennt, ist wahr; und doch ist es wenn man den Weg Jesu und seine damit zusammenhängende Lehre kennt
| für sich allein genommen verführerisch und irreführend, verzerrend unvollständig.
li
| Für den „sehenden Leser“ war dieser Weg Jesu bisher schon omnipräsent;
br
| doch besteht stets die Gefahr, nur das „Ergebnis“ zu sehen und nicht den Weg dorthin.
br
| Gerade auf Letzteren legen aber Markus und Paulus besonderen Wert, weil dieser Weg sich bei jenen auswirken muss, die Jesus nachfolgen.
p.small.card-text
| Bei beiden ist zu bemerken, wie sie den einseitgen Blick auf die Auferstehungsherrlichkeit Jesu kritisieren,
| weil das Vergessen des Weges Jesu ans Kreuz ein Den-Mitmenschen-Vergessen mit sich bringen kann;
| sowohl bei Markus als auch Paulus begegnen dazu konkrete Beispiele.
br
| Markus wird sich dieser Thematik vor allem im übergreifenden Teil „Auf dem Weg“ widmen.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
q ... in Versuchung geführt
h6.card-subtitle.text-muted Von der Versuchung, das Kreuz auszublenden
hr
ul.card-text
li
| In der Mitte der konzentrischen Gliederung ist die Versuchung Jesu klar jene,
| nicht den Weg des Gehorsams bis zum Tod am Kreuz zu gehen.
p.card-text.small.mb-0
| Dies wird in Mk 8,32b-33 deutlich werden, wo Petrus Jesus von eben diesem Weg abhalten will und daher mit „Satan“ bezeichnet werden wird.
li
| In der Erzählung von der Dämonenaustreibung in der Synagoge besteht die Versuchung Jesu darin, den Dämon reden zu lassen,
br
| den Dämon also ein einseitiges Bild von ihm, seiner hoheitlichen Stellung und seiner Vollmacht verbreiten zu lassen (s. o.).
li
| Damit würde das „Darum“ der Erhöhung und also die Ursache für die hoheitliche Stellung und seine Vollmacht nämlich
| der Gehorsam bis zum Tod am Kreuz ausgeblendet, zumindest nicht betont.
li
| Besteht also vorösterlich die Versuchung darin, den Weg des Gehorsams bis zum Tod am Kreuz nicht zu gehen,
| so besteht sie nachösterlich darin, eben dieses Kreuz auszublenden und als entscheidendes Weg- und Wendestück nicht ernst zu nehmen.
li
| Mithin geht es also um eine Versuchung in der nachösterlichen Verkündigung, das „Ärgernis des Kreuzes“ zu beseitigen (Gal 5,11).
br
| Dass dies nicht nur eine theoretische Versuchung ist, dass vielmehr dieser Versuchung immer wieder nicht standgehalten wurde,
| davon legen die Briefe des Paulus Zeugnis ab.
br
| Die Ausführungen des Paulus machen deutlich, dass die christliche Theologie und auch die christliche Ethik eine andere wäre,
| wenn man das Kreuz ausblendet.
li
| Markus wird die Versuchung, das „Ärgernis des Kreuzes“ zu beseitigen, an bestimmten Stellen seines Evangeliums aufgreifen.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
q ... wie einer der Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten
hr
ul.card-text
li Deutlich hebt Markus den Unterschied zu den Schriftgelehrten hervor Jesu Lehre ist <i>anders</i> in Inhalt und Mächtigkeit.
li
| Dabei darf man nicht an ein Unvermögen einiger oder damaliger Schriftgelehrter denken.
br
| Vielmehr sind die <i>Schrift</i>gelehrten durchsichtig auf die Heiligen Schriften Israels, insbesondere die Tora, die traditionell Mose zugeschrieben wird
| und die der jüdische „Weg zum Heil“ ist.
li
| Durch die Betonung der offensichtlichen Vollmacht Jesu gerade auch gegenüber den Dämonen und das diesbezügliche Abheben Jesu von den Schriftgelehrten bzw. den Heiligen Schriften Israels
| wird eine Insuffizienz der Tora genau in diesem Punkt angedeutet.
li
| Markus führt also mit der Sendung Jesu in der Mitte der konzentrischen Gliederung seine Beschäftigung mit dem jüdischen Gesetz
| weiter; von der Beziehung Mitte und unteres Ende der konzentrischen Gliederung kommt
span.bibelstelle Röm 8,3
| in Blick (nachdem Röm 8,2
| bereits in der konzentrischen Gliederung Mk 1,1-15 präsent war):
br
q.bibeltext
| Denn weil das Gesetz, ohnmächtig durch das Fleisch, nichts vermochte,
br
| sandte Gott seinen Sohn in der Gestalt des Fleisches, das unter der Macht der Sünde steht,
| wegen der Sünde,
br
| um die Sünde im Fleisch zu verurteilen.
br
| Dies verbindet sich unmittelbar mit der Wüstensendung Jesu bzw. dem Gang Jesu ins Verderben.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
q .... mitten in einer verkehrten und verwirrten Generation
h6.card-subtitle.text-muted
| Charakterisierung der Menschen in der Synagoge nach
span.bibelstelle Phil 2,15
hr
ul.card-text
li
| Die Erzählung vom Wüstenaufenthalt Jesu bzw. seiner Versuchung, die jetzt die Mitte der konzentrischen Gliederung bildet, wurde bereits mehrfach mit
span.bibelstelle Phil 2,14-15
| in Verbindung gebracht:
br
q.bibeltext
| Tut alles ohne Murren und Bedenken,
br
| damit ihr rein und ohne Tadel seid, Kinder Gottes ohne Makel
br
i mitten in einer verkehrten und verwirrten Generation,
br
| unter der ihr als Lichter in der Welt leuchtet.
li
| Von dort aus lassen sich auch die Menschen in der Synagoge charakterisieren:
ul.card-text
li
| Der Mensch, der von einem unreinen Geist besessen ist, kann als Angehöriger einer „verkehrten Generation“ verstanden werden;
| der Ausdruck ist nach dem Kontext im Philipperbrief ethisch zu verstehen.
li
| Die anderen Menschen in der Synagoge staunen und fragen sich angesichts der Lehre Jesu;
| sie stellen auch eine Unterscheidung zwischen Jesus und den Schriftgelehrten fest.
br
| Insgesamt aber ist alles von „Verwirrung“ geprägt.
li
| Immerhin bricht die abschließende Notiz, dass sich der Ruf Jesu in ganz Galiläa verbreitet, das eher negative Bild auf:
br
| Wenn auch verwirrt, werden die Menschen zu Boten Jesu, was sich in der übernächsten Erzählung positiv auswirken wird.
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h5.card-title
| Jesu Gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz
br
| Jesus, der Sohn Gottes, dem die Engel dienen und dem die unreinen Geister gehorchen
h6.card-subtitle.text-muted Die Erzählung von der Austreibung des unreinen Geistes und der Philipperhymnus
hr
ul.card-text
li
| Wie in der vorhergehenden konzentrischen Gliederung (Berufung der ersten Jünger) deutlich wurde,
| ist in der Erzählung von der Versuchung Jesu der Philipperhymnus gegenwärtig:
br
| Jesu Gehorsam gegenüber dem ihn in die „Wüste der Gottferne“ treibenden Geist macht den Gehorsam Jesu bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz gegenwärtig;
br
| von diesem Weg will ihn Satan abbringen, darin besteht die Versuchung Jesu.
li
| Der dem Befehl Jesu folgende unreine Geist, der auf das Wort Jesu hin schweigt und ausfährt, verbindet sich zugleich einerseits mit diesem
| Gehorsam Jesu bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz sowie andererseits mit den Engeln, die Jesus dienen.
li
| Die Verbindung zum Dienst der Engel ist von Phil 2,10 her zu verstehen, wo als Ziel der Erhöhung besungen wird, dass Himmel, Erde
| und Unterwelt vor Jesus die Knie beugen, ihm also gehorsam sind.
br
| Genau dies ist zu 2/3 in den Engeln und dem unreinen Geist, der der Unterwelt zuzuordnen ist, bebildert.
li
| So sind der Dienst der Engel und der Gehorsam des unreinen Geistes Zeugnis für die erfolgte Erhöhung Jesu,
| für seine Einsetzung „dem Geist der Heiligkeit als Sohn Gottes in Macht aufgrund der Auferstehung von den Toten“ (Röm 1,4),
| im Sinne der Verleihung des „Namen, der größer ist als alle Namen“ (Phil 2,9),
| worauf auch mit dem Titel „Heiliger Gottes“ angespielt wird.
li
| Auch hier ist das betonte „Darum“ in Phil 2,9 zu beachten:
br
| Durch den Weg in den Tod am Kreuz ist Jesus zu dem geworden, dem die Hoheitstitel gebühren (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung).
li
| Allerdings ist dieser Weg genau das Gegenteil von dem, was man vom „Sohn (eines) Gottes“ (→ oberes Ende der konzentrischen Gliederung)
| erwarten würde:
br
| Nicht Hoheit, sondern Erniedrigung.
li
| Der Gehorsam des unreinen Geistes als Parallele zum Gehorsam Jesu bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz ist wie bei den Jüngern
| im Sinne der Nachfolge zu verstehen:
br
| Jesus ist der göttliche Bote, der den unreinen Geistern voraus den Weg ins Verderben geht, um ihnen den Weg ins Verderben zu bahnen.
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h5.card-title Jesu Lehre: Das Evangelium Jesu Christi
h6.card-subtitle.text-muted Von der Kraft des Evangeliums
hr
ul.card-text
li Wie durch die obigen Ausführungen deutlich wurde, kann die „Lehre Jesu“ inhaltlich besonders mit seinem Weg ans Kreuz gefüllt werden.
li
| Auch die Auferstehung Jesu im Sinne der Einsetzung als „Sohn Gottes in Macht aufgrund der Auferstehung von den Toten“ ist in der Erzählung präsent und
| als Teil der Lehre Jesu zu verstehen.
li
| Beides Tod und Aufestehung sind das „Evangelium Jesu Christi“ (→ oberes Ende der konzentrischen Gliederung),
| wobei hier ein besonderer Akzent auf Jesu Tod liegt.
li So lassen sich „Evangelium Jesu Christi“ im oberen und „Lehre Jesu“ im unteren Ende der konzentrischen Gliederung aufeinander beziehen.
li
| Als Bedeutung von Jesu Tod als Inhalt von Jesu Sendung gehört zu diesem „Evangelium“ wesentlich,
| dass Jesus gekommen ist, die unreinen Geister ins Verderben zu stürzen.
li
| Auffällig ist, dass das Thema „Lehre Jesu“ nicht nur die Erzählung von der Austreibung des unreinen Geistes rahmt,
br
| sondern die Leute nicht eigentlich über das Wunder, sondern über die Lehre Jesu staunen.
br
i So erscheint die Austreibung geheimnisvoll als Auswirkung der Lehre Jesu.
li
| Dies erklärt sich die Identität von „Lehre Jesu“ und „Evangelium Jesus Christi“ bedenkend
| durch
span.bibelstelle Röm 1,16
br
q.bibeltext
| ... ich schäme mich des Evangeliums nicht: Es ist <i>eine Kraft Gottes</i> zur Rettung für jeden, der glaubt.
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h5.card-title Taufe Jesu und Beginn des öffentlichen Auftretens Jesu im konzentrischen Gegenüber
h6.card-subtitle.text-muted Das Evangelium von Tod und Auferstehung Jesu will um sich greifen
hr
ul.card-text
li Beide Erzählungen waren schon als Mitte und unteres Ende einer konzentrischen Gliederung verbunden.
li
| Jesus, der Sohn Gottes, verkündet das Evangelium Gottes.
li
| Inhalt des „Evangelium Gottes“ und Anbruch des Gottesreiches ist das in der Taufe Jesu „gegenwärtige“
| christologisch-soterialogische Grundereignis von Tod und Auferstehung Jesu;
| darauf bezieht sich der Glaube.
li
| Insofern im Rahmen des Beginns der Verkündigung Jesu darauf hingewiesen wird, dass schon der Vorläufer
| „ausgeliefert“ wurde, wird bei der Taufe Jesu im Gegenüber der Tod Jesu in besonderer Weise akzentuiert.
br
| In der Tauferzählung selbst wird zwar besonders der Aspekt der Auferstehung durch die reiche Schilderung der Begleitumstände
| des Aus-dem-Wasser-Steigens betont, im Gegenüber durch den Hinweis auf die „Auslieferung“ Johannes des Täufers
| aber die „Auslieferung“ Jesu vergegenwärtigt; dies scheint ganz im Sinne des Schweigegebotes an den unreinen Geist
| ein bewusster und deutlicher Kontrakpunkt zur Auferstehungsherrlichkeit zu sein im Sinne des notwendigen „davor“ bzw. „darum“ der Auferstehungsherrlichkeit.
li
| Mit der Auferweckung des Gekreuzigten durch Gott (→ „Wohlgefallen“!) verbindet sich auch die Forderung, das eigene Leben am Weg Jesu ans Kreuz auszurichten (→ Ruf zur Umkehr),
| um das künftige Sein bei Jesus zu erlangen.
li
| Diese Zusammenhänge bestätigen, dass die nicht spezifizierte Lehre am unteren Ende der konzentrischen Gliederung inhaltlich mit dem
| „Evangelium Gottes/Jesu Christi“ zu füllen ist und jene Erzählung dessen Auswirkungen bebildert:
br
i
| Die Erzählung von der Austreibung des unreinen Geistes legt Zeugnis ab, wie das Evangelium von Tod und Auferstehung Jesu seine Kraft entfaltet
| zur Befreiung des Menschen aus der Hand des Satan/der Sünde.
li
| Die Tauferzählung macht
span.bibelstelle Röm 1,4
| gegenwärtig:
br
| Jesus ist jener,
q.bibeltext der dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzt ist als Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten.
br
| Mk 1,14-15 macht
span.bibelstelle Gal 4,4-6
| präsent:
br
q.bibeltext
| Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, ... damit wir die Sohnschaft erlangen.
br
| Weil ihr aber Söhne seid, sandte Gott den Geist seines Sohnes in unsere Herzen, den Geist, der ruft: Abba, Vater.
br
| Jesu Geistempfang und Einsetzung als Sohn Gottes in Macht korrespondiert also damit,
| dass auch die Christen in der Taufe zu Söhnen Gottes werden und den Heiligen Geist empfangen.
br
| Beides ist „Ergebnis“ der Sendung Jesu.
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h5.card-title Der Vorläufer und die Nachfolger Jesu im konzentrischen Gegenüber
h6.card-subtitle.text-muted Beide im Dienste des Stärkeren
hr
ul.card-text
li Wie Johannes der Täufer Jesus vorausging, so folgen die Jünger Jesus nach.
li
| Wie die Gewandung des Johannes eine Radikalität ausdrückt in Analogie zu Elija,
br
| so spricht auch eine Radikalität aus der Berufung der ersten Jünger, die nach der Berufung des Elischa des Schülers Elijas gestaltet ist.
li
| Johannes selber praktiziert eine Umkehrtaufe und weist auf den nach ihm kommenden Stärkeren und seine Geisttaufe hin;
br
| die Jünger werden diese Geisttaufe praktizieren (→ „Menschenfischer“).
ul.card-text
li Beide stehen damit im Dienste des Stärkeren und der Umkehr und Erneuerung des Gottesvolkes bzw. der Menschheit.
li Beide haben damit wie Jesus (Mitte und unteres Ende der konzentrischen Gliederung) eine Sendung, die gegen Dämonen, Satan und Sünde gerichtet ist.
li
| Das Verlassen des Vaters durch die Söhne des Zebedäus womit sie aus einer Gesellschaft des „Habens“ und „menschlicher Macht“ ausbrechen
| spiegelt sich in der Wüsten-Askese Johannes des Täufers;
br
| seine „Taufe des Sinneswandels“ wiederum im Sinneswandel der Zebdäussöhne.
br
| Beides ist zu verbinden mit Jesu „Weg in die Wüste“ (→ Mitte der konzentrischen Gliederung),
| der für Jesus ein „Weg ins Verderben“ ist (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung),
| ein Weg der Erniedrigung des „Sohn (eines) Gottes“ bis hin ans Kreuz (→ Phil 2,6-11).
li
| Das zerrissene Netz, das die Söhne des Zebedäus zu flicken versuchen, bis Jesus sie in die Nachfolge ruft,
| steht für das jüdische Gesetz, das unter der Sünde eingeschlossen hatte (→ Gal 3,22);
br
| von diesem Zustand hat Jesus befreit, indem er dem „Gesetz des Geistes“ unterstellt (→ Mitte der konzentrischen Gliederung)
| vom „Gesetz der Sünde und des Todes“ (Röm 8,2) befreit hat:
q.bibeltext Das Netz ist zerrissen, und wir sind frei
span.bibelstelle Ps 127,7.
br
| Dies ermöglicht die neue, in der von Johannes verheißen Geisttaufe vermittelten Existenz unter dem „Gesetz des Geistes“ (Röm 8,2),
| die die Existenz unter dem „Gesetz der Sünde und des Todes“ ablöst;
br
| das Gesetz, das unter der Sünde eingeschlossen hatte, durch die Sendung des Sohnes nun aber zerrissen ist, einerseits,
| und der Geist bzw. die Geisttaufe andererseits stehen sich gegenüber;
br
| wie es kein Zurück zur Sünde gegen soll, darf es auch kein Zurück zum Gesetz geben.