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| Inhaltsangabe/Überschrift
br
| Himmlischer Sendungsbeschluss
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,1-3
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h5.card-title Johannes der Täufer in der Wüste: Seine Taufe und seine Ankündigung des Kommenden
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,4-8
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h5.card-title Die Taufe Jesu
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,9-11
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h5.card-title Die Versuchung Jesu
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,12-13
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h5.card-title Johannes tritt ab, Jesus tritt auf: Eröffnungsruf des Wirkens Jesu: Kehrt um! Das Reich Gottes ist zum Greifen nahe!
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,14-15
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h5.card-title Die Berufung der ersten Jünger
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,16-20
.slide.mb-3
hr
p.card-text.mb-0.konzentr-3.bibeltextkonzentr
| 1 Anfang des Evangeliums Jesu Christi, Sohn (eines) Gottes.
br
| 2 Wie geschrieben steht beim Propheten Jesaja:
br
q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der einen Weg bahnen wird.
br
q 3 Stimme eines Rufers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen!
p.card-text.mb-0.konzentr-2.bibeltextkonzentr
| 4 So trat Johannes der Täufer in der Wüste auf und verkündete eine Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden.
br
| 5 Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus;
br
| sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen.
p.card-text.mb-0.konzentr-2.bibeltextkonzentr
| 6 Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften
br
| und er lebte von wildem Honig.
br
| 7 Er verkündete:
q
| Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich;
br
| ich bin es nicht wert, mich zu bücken und ihm die Riemen der Sandalen zu lösen.
br
| 8 Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.
p.card-text.mb-0.konzentr-1.bibeltextkonzentr
| 9 Und es geschah in jenen Tagen, da kam Jesus aus Nazareth in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen.
br
| 10 Und sogleich, als er aus dem Wasser stieg, sah er,
br
| dass der Himmel aufriss und der Geist wie eine Taube in ihn hineinkam.
br
| 11 Und eine Stimme aus dem Himmel sprach:
q Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.
p.card-text.mb-0.konzentr-1.bibeltextkonzentr
| 12 Und sogleich trieb der Geist Jesus in die Wüste.
br
| 13 Jesus blieb vierzig Tage in der Wüste und wurde vom Satan in Versuchung geführt.
br
| Er lebte bei den wilden Tieren und die Engel dienten ihm.
p.card-text.mb-0.konzentr-2.bibeltextkonzentr
| 14 Nachdem Johannes ausgeliefert worden war, ging Jesus nach Galiläa;
br
| er verkündete das Evangelium Gottes
br
| 15 und sprach:
q
| Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe.
br
| Kehrt um und glaubt an das Evangelium!
p.card-text.konzentr-3.bibeltextkonzentr
| 16 Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon,
| die auf dem See ihre Netze auswarfen; sie waren nämlich Fischer.
br
| 17 Da sagte er zu ihnen:
q
| Kommt her, mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.
br
| 18 Und sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm nach.
br
| 19 Als er ein Stück weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes;
| sie waren im Boot und richteten ihre Netze her.
br
| 20 Sogleich rief er sie und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und folgten Jesus nach.
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h5.card-title
q Anfang
h6.card-subtitle.text-muted Beginn einer neuen Sammlungsbewegung Ausbreitung der neuen Schöpfung
hr
ul.card-text
li Jesus beruft die ersten vier Jünger.
li Im Laufe des Evangeliums werden viele weitere dazukommen.
li Jesu initiiert eine neue Sammlungsbewegung, eine Erneuerungsbewegung (zunächst) innerhalb des Gottesvolkes Israel.
li
| In diesem Sinne sind die Stichworte „Netz“ und „Menschenfischer” (u. a.) zuverstehen:
br
| → Wie ein Fischernetz dazu dient, Fische zusammenzusammeln, so will Jesus mit Hilfe seiner Jünger Menschen zusammensammeln, mit ihm als Mitte.
li
| Durch die beiden Erzählungen in der Mitte der konzentrischen Gliederung Taufe Jesu (→ Tod und Auferstehung Jesu) und Versuchung Jesu ,
| die das Thema „neuer Adam“, „Neue Schöpfung“ verbindet, gibt Markus zugleich ein (erst nachösterlich mögliches) Tiefenverstehen
| dieser Sammlungsbewegung im Sinne der Ausbreitung der in Christus begonnenen „Neuen Schöpfung“ (s. u.).
li
| Dass Jesus eine Sammlungsbewegung losgetreten hat, kann stets neu in Erinnerung rufen:
br
| Christlich-jüdischer Glaube war und ist nicht nur Privatsache oder Sache einer einzelnen Familie,
| sondern ein „Gemeinschaftsprojekt“, ein Netzwerk, das die Menschen untereinander und mit Gott/Christus verbindet,
| gerade auch im Alltag und im (nicht nur gottesdienstlichen) gemeinsamen Feiern.
li
| Indem Markus hier hervorhebt, dass Jesus Brüder beruft, lässt er schon etwas vom „geschwisterlichen Geist“, der im (neuen) Gottesvolk herrschen soll, erahnen.
li
| Dass es immer zwei sind, korrespondiert damit, dass Jesus seine Jünger später „zu zweit“ aussenden wird;
br
| dies entspricht auch dem jüdischen Zeugnisrecht,
| wonach es für eine gültige Aussage immer zwei Personen braucht.
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h5.card-title
q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahnen wird
br
q Bereitet den Weg des Herrn
br
| →
q Kommt her, mir nach!
hr
ul.card-text
li
| Der Berufungs-Ruf „Kommt her, mir nach!“ greift unzweifelt die Ankündigung des vorausgehenden göttlichen Boten auf.
br
| → Jesus ist <i>der</i> göttliche Bote schlechthin, der den ihm Nachfolgenden „den Weg bahnt“, der also ihre ganze Existenz prägt und bestimmt.
li
| Auch spiegelt sich der Imperativ „Bereitet den Weg des Herrn!“ im Imperativ „Kommt her, mir nach!“.
br
| → Damit bekommt „Nachfolge“ eine inhaltliche Bestimmung, ein Ziel: den Weg des Herrn bereiten, also sich in den Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen stellen.
br
span.small In besonderer Weise verbindet sich daher der Imperativ „Bereitet den Weg des Herrn!“ mit der Absicht Jesu, seine Jünger zu Menschenfischern zu machen (s. u.).
li
| Schon hier ist klar, dass „Nachfolge“ mehr ist, als ein Jesus „Nachlaufen“ oder das physiche „Bei Jesus sein”.
li
| Auch ist von der Textfolge her der Ruf „Kommt her, mir nach!“ in Mk 1,17 vom Ruf zur Umkehr in Mk 1,15 her zu lesen:
br
| Nachfolge erfordert eine Neu-Ausrichtung des Lebens!
li
| Nachfolge meint letztlich:
br
i
| Den Weg, den Jesus vorausgegangen ist, im eigenen Leben nachgehen.
br
| Also: so leben, wie Jesus selbst gelebt hat, in seinen Fußspuren wandeln.
br
| Als Sprachspiel:
br
i Den Weg des Herrn (= Gottes/Jesu) zu den Menschen bereiten, indem man den Weg des Herrn (= Jesu) (nach-)geht.
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h5.card-title Bei Jesus in die Schule gehen
h6.card-subtitle.text-muted Blick in die Zukunft
hr
ul.card-text
li
| Die berufenen Jünger stehen am Anfang ihres Weges mit Jesus;
br
| gleiches gilt für den „unbedarften“ Leser.
li
| Für sie ist vor allem der Blick in die Zukunft bedeutsam:
br
| sie werden bei Jesus „in die Schule gehen“ und lernen, was „Nachfolge“ heißt und heißen muss.
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h5.card-title Dem „neuen Adam“ nach in die „neue Schöpfung“ folgen
h6.card-subtitle.text-muted Blick auf die bisherigen Erzählungen im Evangelium
hr
p.card-text
span.small
| Ist die Erzählung der Taufe Jesu als Erzählung (auch und besonders) von Tod und Auferstehung Jesu „enttarnt“, ergibt sich noch eine andere Sichtweise.
ul.card-text
li
| In der Mitte der konzentrischen Gliederung stehen zugleich und über das „sogleich“ in Mk 1,12 engstens verbunden :
ul.card-text
li die Erzählung von der Taufe Jesu mit der das Wohlgefallen Gottes äußernden „Stimme vom Himmel“;
li die Erzählung von der Versuchung Jesu.
| Dadurch ist diese Mitte einerseits durch das Gegenüber von Gott und Satan/Sünde ausgezeichnet,
br
| was den Ruf zur Nachfolge auch zum Ruf zur Entscheidung macht: für Gott oder für die Sünde;
br
| gleichzeitig kreisen beide Erzählungen um das Thema „Neue Schöpfung“ mit Jesus als „neuem Adam“.
li
| Das Gegenüber Gott ↔ Sünde und dies ausgehend von der Taufe und ihrer soteriologisch-ethischen Bedeutung („Neuheit des Lebens“),
| verbunden mit der Aufforderung zur konsequenzen Entscheidung für Gott findet sich auch in Röm 6:
br
q.bibeltext
| 3 Wisst ihr denn nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getaufen wurden, auf seinen Tod getauft worden sind?
br
| 4 Wir wurden ja mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod, damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters
| von den Toten auferweckt wurde, in der Neuheit des Lebens wandeln.
br
| 5 Wenn wir nämlich mit der Gestalt seines Todes verunden wurden, dann werden wir es auch mit der seiner Auferstehung sein.
br
| 6 Wir wissen doch: Unser alter Mensch wurde mitgekreuzigt, damit der von der Sünde beherrschte Leib vernichtet werde,
| sodass wir nicht mehr Sklaven der Sünde sind.
br
| 7 Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde.
br
| 8 Sind wir nun mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden.
br
| 9 Wir wissen, dass Christus, von den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod hat keine Macht mehr über ihn.
br
i 10 Denn durch sein Sterben ist er ein für alle Mal gestorben für die Sünde, sein Leben aber lebt er für Gott.
br
i 11 So begreift auch ihr euch als Menschen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus.
br
| 12 Daher soll die Sünde nicht mehr in eurem sterblichen Leib herrschen, sodass ihr seinen Begierden gehorcht.
br
| 13 Stellt eure Glieder nicht der Sünde zur Verfügung als Waffen der Ungerechtigkeit, sondern stellt euch Gott zur Verfügung
| als Menschen, die aus Toten zu Lebenden geworden sind, und stellt eure Glieder als Waffen der Gerechtigkeit in den Dienst Gottes!
span.bibelstelle Röm 6,3-13
li
| Nun muss auffallen, dass der Erzählzusammenhang Mk 1,9-20 genau dem Schema Röm 6,9-11 entspricht:
ul.card-text
li
| Die Taufe (der Gläubigen) „vergegenwärtigt“ ganz im Sinne von Röm 6,3-5 den Tod und die Auferstehung Jesu (→ Röm 6,9.10a).
li Die Versuchung entspricht der Aussage, dass Jesus „ein für alle Mal gestorben [ist] für die Sünde“ (→ Röm 6,10b).
li Das Auftreten Jesu in Galiläa und seine Verkündigung des Evangeliums „bebildert“, dass er „sein Leben [...] lebt für Gott“ (→ Röm 6,10c).
li
| Die folgende Jüngerberufung mit „Kommt her, mir nach!“ schließt sich daran absolut konsequent an, im Sinne des
br
q So begreift <i>auch ihr</i> euch als Menschen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus
| (→ Röm 6,11).
li.small
| Im Hinblick auf die Komposition des Evangeliums lässt sich somit sagen:
br
| In Mk 1,1-11 folgt Markus Röm 1,1-4, wobei die Taufe das „dem Geist der Heiligkeit eingesetzt als Sohn Gottes in Macht seit
| der Auferstehung von den Toten“ bebildet; gleichzeitig ist die Tauferzählung der Anlass, nach Röm 6 zu springen
| und von dort aus in die Nachfolge Jesu zu rufen, dessen neue Existenz als Auferstandener eine Analogie im Leben der Christen haben muss.
li
| So kann der Ruf zur Nachfolge in Mk 1,16-20 ganz im Sinne von Röm 6,11 verstanden werden, wobei das weitere Evangelium darlegen wird,
| was es nun heißt, „tot zu sein für die Sünde“ und „für Gott zu leben in Christus Jesus“.
li
| Das „Mir nach!“ beinhaltet gemäß Röm 6 einerseits eine <i>„Schicksalsgemeinschaft“</i> mit Jesus (mit ihm gekreuzigt, mit ihm begraben, mit ihm Teilhaber an der Neuheit des Lebens),
| andererseits den Aufruf zur <i>„Handlungsgemeinschaft“</i> mit Jesus (mit ihm „tot für die Sünde“, mit ihm „für Gott leben“).
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h5.card-title
q Wasser
|
q Wüste
|
q Geist
h6.card-subtitle.text-muted Von der unheilvollen Gemeinsamkeit scheinbarer Gegensätze
hr
ul.card-text
li In der konzentrischen Mitte stehen „Wasser“ (Jordan) und „Wüste“ nebeneinander.
li Wasser wird oft mit „Leben“ assoziiert, Wüste dagegen mit „Tod“.
li Wie schon an anderer Stelle erwähnt, kann aber auch das Wasser mit Untergang und Tod assoziiert werden, wie es Markus in seinem Evangelium auch immer wieder tut.
li
i
| Gerade im Hinblick auf die Taufe verbindet sich mit dem „Symbol“ Wasser nicht eigentlich ein „Abwaschen“ von Sünden,
br
| sondern im Hinabsteigen, Untertauchen ein Sterben gegenüber dem alten Leben und im Heraussteigen, Auftauchen ein „Neugeschaffenwerden“ zu einem neuen Leben, das nicht mehr von der Sünde beherrscht ist.
li
| In diesem Sinne ist die Taufe ein echter Durchgangsritus: durch den Tod hindurch zu einem neuen Leben.
li
| Bestimmend für die neue Existenz ist der Geist Gottes, der in den beiden Erzählungen der konzentrischen Mitte begegnet:
br
| aus ihm lebt der Christ, lässt sich von ihm führen; und er hilft auch, Versuchung zu bestehen.
br
q.bibeltext
| Wenn wir im Geist leben, lasst uns auch im Geist wandeln!
span.bibelstelle Gal 5,25
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h5.card-title
q Menschenfischer
h6.card-subtitle.text-muted Nepper, Schlepper, Bauernfänger? Durchgang zu einem neuen Leben im Dienste Gottes als Teil der „Neuen Schöpfung“!
hr
ul.card-text
li
| Indem Jesus die Jünger zu Menschenfischern machen will, nimmt er sie für sich und das Evangelium in Dienst;
br
| in ihnen spiegeln sich die Engel der Versuchungserzählung in der Mitte der konzentrischen Gliederung wider, die Jesus dienen.
li
| Der Begriff <q>Menschenfischer</q> hat in der damaligen Zeit einen negativen Klang,
| vergleichbar unserem <q>Nepper, Schlepper, Bauernfänger</q>;
br
| das kommt wohl auch davon, dass das im Fischernetz Gefangene zu Tod und Verzehr bestimmt ist ...
li.small
| Es ist wohl diesem Hintergrund geschuldet, dass der Evangelist Lukas den Begriff „Menschenfischer“
| durch „Menschen (lebendig) fangen“ (= „beleben“, „wiederbeleben“) ersetzt.
li
| Die Erzählungen der Mitte der konzentrischen Gliederung verdeutlichen, wie Markus „Menschenfischer“ hier besonders verstanden haben will
| und dabei auch ein eigener Akzent auf dem „mir nach“ ruht:
ul.card-text
li
| Wie Jesus sollen die Jünger von Gottes Geist gestärkt und geführt in die Wüste der von Satan beherrschten Gottferne gehen zugunsten der Menschen:
| dabei ihre eigenen Versuchungen bestehen und Menschen für Gott und Christus gewinnen.
li
| In der Taufe sollen sie die Menschen Kraft des Todes und der Auferstehung Jesu realsymbolisch aus der Verstrickung in Sünde und Tod lösen
| und zu einem neuen Leben in der Nachfolge Jesu befreien auf dass die „Neue Schöpfung“ um sich greife und der „neue Adam“ sich
| in der Menschheit auspräge.
li
| Auf diese Weise als „Menschenfischer“ tätig, erfüllen die Jünger in der Nachfolge Jesu in besonderer Weise
| den Auftrag „Bereitet den Weg des Herrn!“ (→ konzentrische Gliederung oben):
br
| sie stehen im Dienst des befreienden Kommens Gottes zu den Menschen.
li
| Das „mir nach“ beinhaltet in diesem Sinne Anteilhabe an der Sendung Jesu!
li
| So ist die Taufe als Initiationssakrament „von Anfang an“ jenes Werkzeug Gottes, das in die Gemeinschaft der Christen
| hineinstellt, gleichsam das Netz, das alle Christen zusammenhält.
li
| Gleichzeitig wird deutlich, dass der negative Beiklang des Wortes „Menschenfischer“ kein „Unfall“ ist, keine „verbesserungswürdige Wortwahl“;
| vielmehr beinhaltet „Menschenfischer“ ganz im Sinne von Röm 6
| das realsymbolische Sterben des Täuflings in der Taufe und das „aus dem Wasser steigen“ zu einer neuen Existenz, die Jesus zum Maßstab nimmt.
.card.slide.border-primary.mb-3
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h5.card-title
q Söhne
h6.card-subtitle.text-muted Eintreten in die Sohnschaft gegenüber Gott
hr
ul.card-text
li In der Tauferzählung wird Jesus als Sohn Gottes angesprochen, und in der Versuchung erweist sich Jesus auch als Sohn Gottes (vgl. Mk 15,39!).
li
| In der ganzen christlichen Theologie ist mit der Taufe der Gedanke verbunden, dadurch selbst „Sohn Gottes“ zu werden.
br
span.small Wobei „Sohn“ hier als christologisch-soteriologischer Begriff zu verstehen ist und die „Töchter“ einschließt.
li
| Darauf spielen sicher auch die Stichworte „Sohn“ und „Vater“ im Hinblick auf die Brüder Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, an.
br
| → Indem sie ihren menschlichen Vater verlassen und in die Nachfolge Jesu eintreten, werden sie zu Söhnen Gottes.
li
| Diese Notiz hat auch eine besondere inhaltliche Tiefe, die im Kontext der konzentrischen Gliederung auffallen muss.
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h5.card-title
| Jesus-Nachfolge als Sinneswandel
h6.card-subtitle.text-muted
| Die „Vertreibung“ aus dem „Paradies“ (bzw. der eigenen „Komfortzone“), um eine „Insel des Lebens in der Wüste“ zu errichten
hr
ul.card-text
li
| In der Mitte der konzentrischen Gliederung ist das Thema „Neue Schöpfung“ mit Jesus als „neuem Adam“ präsent,
| dadurch
| lesen sich die Vorgänge fast wie die Vertreibung aus dem Paradies:
br
| Gleich, nachdem Jesus als Auferstandener aus dem Tod heraussteigt und die himmlische Herrlichkeit des Auferstandenen aufleuchtet,
| wird er vom Geist in die „Wüste“ getrieben, fast vertrieben.
br
| Der Leser kann nicht beim Blick auf den Auferstandenen verweilen, sondern muss mit ihm in die „Wüste“ gehen.
li
| Doch ist dieses Treiben in die Wüste nicht ein Verbannen, sondern vom Auftrag Jesu her zu verstehen,
| mitten in der „Wüste der Gottferne“ eine „Insel des Lebens“ zu errichten, wie die Erzählung vom Wüstenaufenthalt
| durch das Dienen der Engel und das Zusammenleben mit den wilden Tieren bebildert.
br
| Der Leser wird also von der Auferstehung Jesu fast anachronistisch auf die (vorösterliche) Sendung Jesu verwiesen, umgelenkt.
li
| Die beiden Pole dieser Umlenkung können als Gegensätze verstanden werden:
ul.card-text
li
| Die Auferstehungswirklichkeit Jesu bringt eine in Mk 1,9-11 auch angedeutete Auferstehungsherrlichkeit mit sich,
| eine hoheitliche Stellung (→ Röm 1,4: „Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten“).
li
| Die Sendung in die „Wüste“ assoziiert ein ganz anderes Umfeld, das dieser hoheitlichen Stellung nicht entspricht.
li
| Da der „sehende Leser“ dabei auch auf Jesu Tod am Kreuz blickt und die damit verbundene Erniedrigung,
| wird der Kontrast zwischen „Hoheitlicher Stellung“ und „Wüste“ besonders deutlich.
li
| Blickt man von der Sendung Jesu in die „Wüste“ auf das „eigentliche“ Davor also nicht auf die Auferstehung,
| sondern seine „Herkunft“ , stößt man darauf, dass Markus davon erzählt, dass Jesus seine Heimat Nazaret in Galiläa
| verlassen hat, um zu Johannes zu gelangen und sich von ihm „taufen“ zu lassen.
li
| Durch die Verbindung der Gedanken „Heimat verlassen“ und „Von der Herrlichkeit in die Wüste“ wird man im Hinblick auf Christus
| auf den sog. „Philipperhymnus“
| im Brief des Paulus an die Philipper gelenkt (Phil 2,6-11).
br
span.small
| Die weitere Betrachtung des Markus-Evangeliums wird dann auch zeigen, dass Markus mit höchster
| Wahrscheinlichkeit den Philipperbrief des Apostel Paulus kannte.
li
| In diesem „Philipperhymnus“ wird besungen, dass Christus sein Gott-Gleich-Sein wörtlich übersetzt „nicht als Raub festgehalten hat“,
| sondern seine himmlische Herrlichkeit seine „persönliche Komfortzone“ verlassen hat,
| um Mensch zu werden: Diener bis zum Tod am Kreuz.
br
q.bibeltext
| 6 Er war Gott gleich, hielt es aber nicht als einen Raub fest, Gott gleich zu sein,
br
| 7 sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich.
br
| Sein Leben war das eines Menschen;
br
| 8 er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.
br
| 9 Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen,
br
| 10 damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu
br
| 11 und jeder Mund bekennt: Jesus Christus ist der Herr zur Ehre Gottes, des Vaters.
span.bibelstelle Phil 2,6-11
li
| Dieser Hymnus wird von Paulus überliefert das macht sein Kontext deutlich , um den Christen zu veranschaulichen,
| wie auch sie gesinnt sein sollen (→ Nachfolge!).
li
| Von diesen Bezügen her fordert die Jesus-Nachfolge einen Sinneswandel, der dem Sinneswandel des ursprünglich Gottgleichen entspricht.
br
span.small
| Es ist sicher kein Zufall, dass in der vorliegenden konzentrischen Gliederung
| die Verkündigung der Sinneswandel-Taufe durch Johannes den Täufer und der Ruf zum Sinneswandel durch Jesus selbst
| gegenüberliegen.
.card.slide.border-secondary.mb-2
.card-body
h5.card-title
| Ausbrechen aus einer Welt des „Habens“
h6.card-subtitle.text-muted
| Das „Verlassen“ des Vaters als verbindendes Element zwischen Jesus und den Söhnen des Zebedäus
hr
ul.card-text
li
| Die Anspielung auf den Philipperhymnus in der Mitte der konzentrischen Gliederung lässt einen bestimmten Erzählzug der Berufung
| der Söhne des Zebedäus besonders hervortreten:
br
| Es wird erwähnt, dass Zebedäus Tagelöhner hat.
br
| Dies weist auf einen gewissen Wohlstand der Familie hin, den die beiden Söhne erben würden, wenn sie bei ihrem Vater bleiben würden.
br
| Indem sie Jesus nachfolgen, lassen sie dieses Erbe zurück und die Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb:
li
| So wird eine inhaltiche Beziehung zwischen den Söhnen des Zebedäus und dem Gottessohn hergestellt:
br
| Christus hat auf seine himmlische Herrlichkeit verzichtet und seinen Vater „verlassen“ (→ Menschwerdung),
br
| er hat auf „Haben“ verzichtet und ist ein Diener, ein Sklave geworden.
br
| In Analogie dazu verlassen die Söhne des Zebedäus ihren Vater, verzichten auf das Erbe
| und treten in den Dienst Jesu.
li
| So wird im Handeln der „Nachfolgenden“ indirekt das Handeln des „Vorausgängers“ (= Jesus) erzählt und vergegenwärtigt,
br
| und zugleich dieses Handeln des „Vorausgängers“ als Vorbild herausgestellt.
li
| Im Hinblick auf die Söhne des Zebedäus lässt sich verallgemeinernd sagen:
br
i
| Jakobus und Johannes brechen durch ihre Jesus-Nachfolge aus einer „Gesellschaft des Habens“ aus
br
span.small </i>(auch wenn es immer wieder Rückfälle gibt, vgl. Mk 10,35-40)<i>,
br
| sie verlassen ihre „persönliche Komfortzone“, „erniedrigen“ sich und treten in den Dienst an der Menschheit (→ „Menschenfischer“).
br
| Damit folgen sie nach Phil 2,6-11 in besonderer beispielhafter! Weise Jesus nach.
.card.slide.border-secondary.mb-2
.card-body
h5.card-title
| Ausbrechen aus menschlichen Machtstrukturen
h6.card-subtitle.text-muted
| Der „Wechsel“ des Vaters (Mensch → Gott) in der Berufung der Zebedäussöhne als prinzipieller Gedanke
hr
ul.card-text
li
| Neben dem oben ausgeführten Gedanken des „Habens“ verbindet sich mit dem Verlassen des Vaters
| durch die Söhne Jakobus und Johannes auch der Gedanke der „menschlichen Macht“,
br
| lassen die Söhne des Zebedäus ja nicht nur ihren menschlichen Vater zurück,
| sondern auch die Stellung als Söhne im väterichen Betrieb bzw. dann später als Erben des Vaters.
li
| So verkörpern sie beispielhaft, was später im Evangelium nach Markus noch deutlich hervorgehoben werden wird:
br
i
| Es geht auch um ein Ausbrechen aus der patriarchalischen (oder je nach kulturellem Kontext matriarchalischen) Prägung
| menschlicher Gesellschaft,
br
| um ein Ausbrechen aus menschlichen Herrschaftsstrukturen.
br
span.small Siehe auch oben: „geschwisterlicher Geist“.
br
span.small
| Wo im weiteren Verlauf „Familie Gottes“ zum Thema wird, ist auffälligerweise nie vom (menschlichen) Vater die Rede:
br
| es gibt nur einen Vater, den im Himmel.
p.card-text.slide
i
| Insgesamt wird deutlich, wie Nachfolge neben einem „soteriologischen Element“ (→ Menschenfischer)
| auch ein „ethisches Element“ hat im Sinne des Ausbrechens aus einer Gesellschaft, die sich von materiellem Haben
| und menschlichen Machtstrukturen her definiert, zu einer Gemeinschaft, die verzichtet und sich in Dienst nehmen lässt.
.card.slide.border-secondary
.card-body
h5.card-title
| Nochmal: Die eigenwillige Abfolge Auferstehung → „Wüste“
h6.card-subtitle.text-muted
| Röm 6 als Vorbild
hr
p.card-text
| Die Umlenkung vom Blick auf den Auferstandenen auf seine Sendung (→ „Wüste“) hat eine Entsprechung in Röm 6:
ul.card-text
li
| Als Fortsetzung des Satzes
br
q Wir wurden ja mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod,
br
| würde man eine Weiterführung erwarten wie etwa:
br
q so sind wir auch mit ihm auferstanden.
li
| Doch es heißt:
br
q
| damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde,
br
i in der Neuheit des Lebens wandeln.
li.small
| Erst später wird es heißen:
br
q
| Wenn wir nämlich mit der Gestalt seines Todes verbunden wurden,
br
| dann werden wir es auch mit der seiner Auferstehung sein.
br
| Diese Formulierung aber blickt in die Zukunft, nicht in die Gegenwart.
li
| Sicher schreibt Paulus auch ganz bewusst:
br
q Wisst ihr nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getauft worden, <i>auf seinene Tod</i> getauft worden sind?
li
| Hintergrund ist, dass (sicher nicht nur) in Korinth Gläubige der Meinung waren, schon selber auferstanden zu sein,
| also schon am Ziel zu sein: es kann nichts mehr passieren.
li
| Dagegen betont Paulus durchaus mit einem mahnenden Ton :
br
| Ja, wir haben Teil an der Auferstehung Jesu und werden auch einmal
| mit ihm in der Auferstehungsherrlichkeit sein aber das ist Zukunft, wir sind noch auf dem Weg, nicht schon am Ziel angekommen;
br
| die Teilhabe an der Auferstehung Jesu bedeutet nicht, schon selbst auferstanden zu sein,
| sondern ist vielmehr ein Auftrag, als Teil der „Neuen Schöpfung“ den Alltag zu bestehen;
br
| sie ist als Auftrag zu verstehen, das eigene Leben auf dem Weg bis zum eigenen Tod und der dann erst
| folgenden Auferstehung entsprechend zu gestalten: „tot für die Sünde für Gott leben“.
li
| Paulus im Römerbrief und Markus hier in der Mitte der konzentrischen Gliederung
| mit Ruf zur Nachfolge am unteren Ende gemeinsam ist also,
br
| dass sie den Blick auf die Auferstehungsherrlichkeit Jesu umbiegen zu einem Auftrag an die Gläubigen
| in der Nachfolge Jesu.
li.small
| Bei beiden begegnet aus diesem Grund der eigenwillige Umstand, dass der Auferstandene der ja wirklich schon am Ziel ist
| zum Vorbild für jene wird, die noch auf dem Weg zum Ziel sind;
br
| für sie wäre
| Jesus als selber Auf-dem-Weg-Seiender das naheliegendere Beispiel, da er ja eigentlich durch diesen Weg auf dem er schon
| die Versuchung bestanden hat zum Vorbild geworden ist.
br
| Markus verbindet beide Sichtweisen, indem in seinem Evangelium Jesus bereits (seit der Taufe) der Auferstandene ist,
| er als Irdischer aber doch zugleich noch auf dem Weg zum Kreuz ist.
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h5.card-title
q Tut alles ohne Murren und Bedenken ...
span.bibelstelle Phil 2,14
h6.card-subtitle.text-muted Die Jünger als Teil der „Insel des Lebens“ in der Wüste
hr
ul.card-text
li
| Es fällt auf, dass die berufenen Jünger ohne Umschweife in die Nachfolge eintreten;
br
| bei Petrus und Andreas wird sogar explizit ein „sogleich“ gesetzt,
| aber auch bei den Söhnen des Zebedäus erfolgt unmittelbar auf den Ruf Jesu das Verlassen des Vaters.
li
| Hier kann einem wie schon der Versuchungserzählung, die jetzt Teil der Mitte der konzentrischen Gliederung ist
span.bibelstelle Phil 2,14-15
| in den Sinn kommen:
br
q.bibeltext
i Tut alles ohne Murren und Bedenken,
br
| damit ihr rein und ohne Tadel seid, Kinder Gottes ohne Makel
br
| mitten in einer verkehrten und verwirrten Generation,
br
| unter der ihr als Lichter in der Welt leuchtet.
br
| Mit Phil 2,14 könnte man sagen: die vier treten „ohne Murren und Bedenken“ in die Nachfolge Jesu ein.
li
| Dazu gibt es einen indirekten weiteren Bezug:
br
| Das „Kinder Gottes“-Sein „rein und ohne Tadel“ im Zitat aus dem Philipperbrief spiegelt sich in der Tauferzählung in der Mitte
| der konzentrischen Gliederung in der Anrede Jesu durch Gott sowie in der Wohlgefallensbekundung wieder;
br
| und von dort aus im Verlassen des Vaters durch die Söhne des Zebedäus, um Kinder Gottes zu werden.
li
| So werden die Jünger als zugehörig zur in Mk 1,12-13 angedeuteten „Insel des Lebens“ inmitten der Wüste der von Satan beherrschten Gottferne gekennzeichnet.
li
| Als „Menschenfischer“ helfen die Jünger, Menschen auf diese „Insel des Lebens“ zu retten.
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h5.card-title
q Sogleich
h6.card-subtitle.text-muted Die Sendung Jesu vollzieht sich und nimmt andere in die Pflicht
hr
ul.card-text
li
| In der Versuchungserzählung (→ Mitte der konzentrischen Gliederung) drückt das „sogleich“, das keinen Raum zwischen Taufe und Gang in die Wüste lässt,
| die göttliche Sendung Jesu aus.
br
span.small
| In diesen Verstehenszusammenhang lässt sich auch das „sogleich“ bei der Taufe Jesu einordnen: Jesu wird als Anfang gelesen für seine Sendung
| gerüstet; bzw. Jesu Sendung kommt in der Aufertehung zu ihrem Ziel.
li
| In der vorliegenden Erzählung begegnet das „sogleich“ zweimal, zwar mit unterschiedlichem Bezug, aber stets vom Gedanken der göttlichen Sendung/Berufung her verstehbar:
ul.card-text
li
| Jesus ruft Simon und Andreas und sogleich folgen sie Jesus nach:
br
| In dieser Nachfolge vollzieht sich ihre Berufung durch Gott.
li
| Jesus sieht die Söhne des Zebedäus und sogleich ruft er sie:
br
| In diesem Ruf in die Nachfolge vollzieht sich ein Teil der Sendung Jesu (und später auch der Jünger im Sinne des Menschenfischerseins).
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h5.card-title Alles verlassen?
h6.card-subtitle.text-muted Fragen zur Radikalität der Jesus-Nachfolge
hr
ul.card-text
li
| Auffällig ist, wie unbedingt und ohne weitere Umschweife („sogleich“ in Mk 1,18!) die Berufenen in die Nachfolge eintreten:
br
| Von den vier erstberufenen Jüngern wird erzählt, dass sie ihren Beruf und ihre Familie hinter sich lassen, um Jesus nachzufolgen.
li
| Als alttestamentliches Vorbild kann die Berufung des Elischa durch Elija dienen; teils klingt diese mehr als ähnlich:
br
q.bibeltext
| ... Elija ... traf ... Elischa, den Sohn Schafats.
br
| Er war gerade mit zwölf Gespannen am Pflügen und er selbst pflügte mit dem zwölften.
br
| Im Vorbeigehen warf Elija seinen Mantel über ihn. Sogleich verließ Elischa die Rinder, eilte Elija nach ...
span.bibelstelle 1 Kön 19,19-20
ul.card-text
li Wie die Erstberufenen gerade ihre Netze auswarfen, ist Elischa gerade beim Pflügen.
li Wie Jakobus und Johannes über ihren Vater identifiert werden, so auch Elischa.
li Hier wie dort ist das „sogleich“ hervorstechend.
li Hier wie dort ist ein gewisses Vermögen der Familien vorauszusetzen: Zebedäus hat Tagelöhner, die Familie des Elischa hat nicht nur eines, sondern zwölf Gespanne.
li Wie die Jünger Jesus nachgehen sollen, läuft Elischa Elija nach.
li Während aber Elischa noch in einer größeren Aktion sich von seinen Eltern verabschiedet, ist dies bei Jakobus und Johannes klar knapper und damit dringlicher formuliert.
li Insgesamt wird man sagen dürfen, dass die Berufungserzählung des Elischa Pate gestanden hat für die Berufungserzählung der ersten Jünger bei Markus.
li
| Auffällig muss aber sein, dass man wenig später im Haus der Schwiegermutter des Petrus einkehrt (Mk 1,29-31).
br
span.small
| Paulus kann in 1 Kor 9,5 erwähnen, dass die übrigen Apostel, die Herrenbrüder und eigens erwähnt auch Petrus ihre (christlichen) Frauen
| auf ihren Missionsreisen dabei haben.
br
| Petrus und auch die anderen haben also offenbar nicht einfach ihre Familien allein („im Stich“) gelassen.
li
| Es kommt auf die Priorisierung an: Die Nachfolge muss an oberster Stelle stehen und alles ist von ihr her zu betrachten.
li
| Das schließt sicher manches aus wie das Evangelium noch verdeutlichen wird , familiäre Bindungen aber nicht zwangsläufig.
li
| Wichtig ist Markus die Unbedingtheit der Nachfolge; in diesem Sinne ist es eine radikale Nachfolge.
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h5.card-title Jesus, der Johannes „Nachfolgende“
hr
ul.card-text
li
| Passend zur Nachfolgethematik am unteren Ende der konzentrischen Gliederung, stehen sich
| auf der inneren Position Johannes der Täufer und Jesus gegenüber.
li
| Johannes hatten den Stärkeren angekündigt, der nach ihm kommt; dieser Jesus tritt nun auf, nachdem Johannes ausgeliefert worden war.
li
| Beide verbindet der Ruf zur Umkehr.
ul.card-text
li
| Damit ist von der Mitte der konzentrischen Gliederung her ein Sinneswandel gemeint,
| der dem Sinneswandel des Gottgleichen entspricht, der sich entäußert hat und ein Diener bis zum Letzten geworden ist (→ Phil 2,6-11).
li
| Am unteren Ende der konzentrischen Gliederung wird dieser Gedanke mit den Söhnen des Zebedäus verbunden;
br
| man kann ihn auch hier in der Wüsten-Askese Johannes des Täufers angedeutet sehen, sich spiegelnd im von Jesus verkündeten
| „Evangelium Gottes“, das die Erniedrigung des Gottessohnes im Tod enthält
| (und sich in diesem Sinne auch mit der Mitte der konzentrischen Gliederung verbindet).
li
| Ferner kann die „Taufe des Sinneswandels“ mit der Notiz der Auslieferung Johannes des Täufers verbunden werden,
| ist diese doch „durchsichtig“ auf die Auslieferung Jesu, also seinen Tod am Kreuz gemäß göttlicher Sendung.
br
| Es ist also auf die Christen und Christus zu übertragen, gemäß Röm 6:
br
q.bibeltext Wisst ihr denn nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getaufen wurden, auf seinen Tod getauft worden sind?
span.bibelstelle Röm 6,3
li
| Während der Einzugsbereich Johannes des Täufers Judäa und Jerusalem sind, tritt Jesus zunächst in Galiläa auf;
br
| doch wird der weitere Weg Jesus dann nach Judäa und Jerusalem führen ...
li
| Die Taufe der Vielen wird in Beziehung gesetzt zu „Reich Gottes“, „Evangelium“, „Umkehr“ und „Glaube“
| alles Themen, die sich in der christlichen Theologie auch sonst mit der Taufe verbinden.
ul.card-text
li Die Taufe ist Element der geforderten Umkehr und besiegelt diese auf Zukunft hin.
li Gleichzeitig setzt die Taufe (im christlichen Sinne) den Glauben an das Evangelium voraus.
li Durch die Taufe wird man Teil einer neuen Wirklichkeit, nämlich des angebrochenen Reiches Gottes.
//-
.small
h6 Unwahrscheinliche Gliederungsvariante
p
| Diese Variante ist nur möglich, wenn man die Taufe Jesu aufteilt; das ist möglich (siehe andere konzentrische Gliederungen).
| Allerdings ist es nicht unbedingt naheliegend, weil das Auftrennen des Wirkens Johannes des Täufers sich eher anbietet.
br
| Dazu kommt: In obiger Gliederung sind <q>Geisttaufe</q> und <q>der Geist treibt Jesus in die Wüste</q> sowie
| <q>der Stärkere</q> und <q>Jesus in Auseinandersetzung mit Satan [= der Starke]</q> eng verbunden.
br
| Außerdem liegen oben die Umkehrpredigt Johannes des Täufers einerseits und Jesu andererseits gegenüber.
.card.mb-3.konzentr-4
.card-body.gliederung
h5.card-title
| Inhaltsangabe/Überschrift
br
| Himmlischer Sendungsbeschluss
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,1-3
.card.mb-3.konzentr-3
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h5.card-title Johannes der Täufer in der Wüste: Seine Taufe und seine Ankündigung des Kommenden
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,4-8
.card.mb-3.konzentr-2
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h5.card-title Die Taufe Jesu I: Jesus lässt sich taufen = Tod
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,9
.card.mb-3.konzentr-1
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h5.card-title Die Taufe Jesu II: <q>Als er aus dem Wasser stieg, da ...</q> = Auferstehung
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,10-11
.card.mb-3.konzentr-2
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h5.card-title Die Versuchung Jesu
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,12-13
.card.mb-3.konzentr-3
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h5.card-title Johannes tritt ab, Jesus tritt auf: Eröffnungsruf des Wirkens Jesu: Das Reich Gottes ist zum Greifen nahe!
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,14-15
.card.mb-3.konzentr-4
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h5.card-title Die Berufung der ersten Jünger
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,16-20