bibelwissen/views/nt/ev/mk/getauft/er_heilte_viele.pug

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| Inhaltsangabe/Überschrift
br
| Himmlischer Sendungsbeschluss
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,1-3
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h5.card-title Johannes der Täufer in der Wüste: Seine Taufe und seine Ankündigung des Kommenden
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,4-8
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h5.card-title Die Taufe Jesu
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,9-11
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h5.card-title Die Versuchung Jesu
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,12-13
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h5.card-title Johannes tritt ab, Jesus tritt auf: Eröffnungsruf des Wirkens Jesu: Das Reich Gottes ist zum Greifen nahe!
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,14-15
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h5.card-title Die Berufung der ersten Jünger
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,16-20
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h5.card-title Die neue Lehre in der Synagoge: Jesus gekommen, um Satan/die Dämonen ins Verderben zu stürzen
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,21-28
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h5.card-title Die Heilung der Schwiegermutter des Petrus
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,29-31
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h5.card-title Die ganze Stadt vor der Tür die Dämonen wissen, wer Jesus ist
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,32-34
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hr
p.card-text.mb-0.konzentr-5.bibeltextkonzentr
| 1 Anfang des Evangeliums Jesu Christi, Sohn (eines) Gottes.
br
| 2 Wie geschrieben steht beim Propheten Jesaja:
br
q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der einen Weg bahnen wird.
br
q 3 Stimme eines Rufers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen!
p.card-text.mb-0.konzentr-4.bibeltextkonzentr
| 4 So trat Johannes der Täufer in der Wüste auf und verkündete eine Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden.
br
| 5 Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus;
br
| sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen.
p.card-text.mb-0.konzentr-4.bibeltextkonzentr
| 6 Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften
br
| und er lebte von wildem Honig.
br
| 7 Er verkündete:
q
| Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich;
br
| ich bin es nicht wert, mich zu bücken und ihm die Riemen der Sandalen zu lösen.
br
| 8 Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.
p.card-text.mb-0.konzentr-3.bibeltextkonzentr
| 9 Und es geschah in jenen Tagen, da kam Jesus aus Nazareth in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen.
br
| 10 Und sogleich, als er aus dem Wasser stieg, sah er,
br
| dass der Himmel aufriss und der Geist wie eine Taube in ihn hineinkam.
br
| 11 Und eine Stimme aus dem Himmel sprach:
q Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.
p.card-text.mb-0.konzentr-2.bibeltextkonzentr
| 12 Und sogleich trieb der Geist Jesus in die Wüste.
br
| 13 Jesus blieb vierzig Tage in der Wüste und wurde vom Satan in Versuchung geführt.
br
| Er lebte bei den wilden Tieren und die Engel dienten ihm.
p.card-text.mb-0.konzentr-1.bibeltextkonzentr
| 14 Nachdem Johannes ausgeliefert worden war, ging Jesus nach Galiläa;
br
| er verkündete das Evangelium Gottes
br
| 15 und sprach:
q
| Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe.
br
| Kehrt um und glaubt an das Evangelium!
p.card-text.mb-0.konzentr-2.bibeltextkonzentr
| 16 Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon,
| die auf dem See ihre Netze auswarfen; sie waren nämlich Fischer.
br
| 17 Da sagte er zu ihnen:
q
| Kommt her, mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.
br
| 18 Und sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm nach.
br
| 19 Als er ein Stück weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes;
| sie waren im Boot und richteten ihre Netze her.
br
| 20 Sogleich rief er sie und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und folgten Jesus nach.
p.card-text.mb-0.konzentr-3.bibeltextkonzentr
| 21 Sie kamen nach Kafarnaum. Am folgenden Sabbat ging er in die Synagoge und lehrte.
br
| 22 Und die Menschen waren voll Staunen über seine Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten.
br
| 23 In ihrer Synagoge war ein Mensch, der von einem unreinen Geist besessen war.
br
| Der begann zu schreien:
br
q
| 24 Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret?
br
| Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen?
br
| Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes.
br
| 25 Da drohte ihm Jesus:
br
q
| Schweig und verlass ihn!
br
| 26 Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei.
br
| 27 Da erschraken alle und einer fragte den anderen:
br
q
| Was ist das? Eine neue Lehre mit Vollmacht: Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl.
br
| 28 Und sein Ruf verbreitete sich rasch im ganzen Gebiet von Galiläa.
p.card-text.mb-0.konzentr-4.bibeltextkonzentr
| 29 Sie verließen sogleich die Synagoge und gingen zusammen mit Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und Andreas.
br
| 30 Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett.
br
| Sie sprachen sogleich mit Jesus über sie
br
| 31 und er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf.
br
| Da wich das Fieber von ihr und sie diente ihnen.
p.card-text.konzentr-5.bibeltextkonzentr
| 32 Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus.
br
| 33 Die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt
br
| 34 und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und er trieb viele Dämonen aus.
br
| Und er verbot den Dämonen zu reden, weil sie ihn kannten.
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h5.card-title
q Anfang
hr
ul.card-text
li Das erste Mal wird erzählt, dass die Massen zu Jesus kommen: „die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt“.
li Das erste Mal werden Massenheilungen erzählt.
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h5.card-title
| Die Präsenz von Tod und Auferstehung Jesu in Mitte und unterem Ende der konzentrischen Gliederung
h6.card-subtitle.text-muted Indirekte Anspielungen auf das Schicksal Jesu
hr
ul.card-text
li
| In der Mitte der konzentrischen Gliederung wird das Schicksal des Vorläuferes Jesu erwähnt: „Nachdem Johannes <i>ausgeliefert</i> worden war ...“:
br
| Johannes wurde ein Opfer der Mächtigen, konkret des König Herodes, den Johannes kritisiert hatte und der Johannes dann umbringen ließ.
br
| Damit wird indirekt auf das Schicksal des gewaltsamen Todes Jesu selbst angespielt, ist doch „ausgeliefert“ terminus technicus für die Passion Jesu bis zum Tod am Kreuz.
br
| Die Notiz der Auslieferung Johannes des Täufers in der Mitte der konzentrischen Gliederung verbindet sich daher mit dem Abend
| bzw. der untergehenden Sonne am unteren Ende der konzentrischen Gliederung:
br
| es ist wie in Mk 14,17 angegeben wird Abend, als Jesus sich mit den Jüngern zum
| Mahl vor seinem Tod im vorbereiteten Raum einfindet; er thematisiert als erstes seine bevorstehende Auslieferung,
| die sich dann als Verrat des Judes im weitern Verlauf des Abend ereignen wird.
br
| Als Jesus am Kreuz hängt, bricht eine Finsternis über das ganze Land herein.
li
| Im „<i>Nachdem</i> ... ausgeliefert“ und der Verkündigungstätigkeit Jesu einerseits sowie indirekt in den erzählten Heilungen andererseits
| ist dagegen die Auferstehung Jesu gegenwärtig.
li
| Somit ist das „Evangelium Gottes“ im Sinne von Jesu Tod und Auferstehung in den Erzählzügen der Mitte wie des
| unteren Endes der konzentrischen Gliederung präsent.
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h5.card-title
q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahnen wird
h6.card-subtitle.text-muted Johannes, der Vorläufer Jesu Jesus, der göttliche Bote zum Heil der Menschen
hr
ul.card-text
li
| Wie oben beschrieben, wird ist das Schicksal Jesu in der Mitte und am unteren Ende der konzentrischen Gliederung
| präsent, und dies nicht zuletzt in Verbindung mit genannten Personen: Johannes dem Täufer (→ Auslieferung/Tod) und den Geheilten (→ Auferstehung).
li
| Hinzu kommen noch die Dämonen, die mit Jesus den Weg ins Vererben teilen, den er ihnen dazu vorausgegangen ist.
li
| Es fällt auf, dass es in den beiden unmittelbar vorausgehenden Erzählungen auch um eine Dämonenaustreibung und eine Heilung ging;
br
| was dort für <i>einen</i> Dämon und für <i>eine</i> Kranke erzählt wurde, das wird hier in den <i>Plural</i> gesetzt.
li
| Vor Dämonenaustreibung und Heilung ging es um die <i>Nachfolge</i> und wurde dabei von der <i>Entäußerung und Erniedrigung der Zebedäussöhne</i> erzählt;
br
| jetzt ist in der Mitte der konzentrischen Gliederung Johannes der Täufer, der <i>Vorläufers</i> Jesu, erinnert,
| mit dem sich nicht nur eindrücklich die Askese in der Wüste verbindet, sondern auch besonders die in der Mitte erwähnte <i>„Auslieferung“,
| die auf sein erniedrigendes Schicksal als Opfer der Mächtigen bis hin zu seinem schmachvollen Tod</i> im Rahmen eines Festmahles anspielt, von dem Markus in Mk 6,14-29 erzählt.
li
| Diese Beobachtungen legen nahe:
ul.card-text
li
| Aktuelle Mitte und unteres Ende der konzentrischen Gliederung greifen mit Johannes dem Täufer, den Dämonen und den Kranken
| die Jünger, den Dämon und die Schwiegermutter des Petrus auf und damit die drei vorausgehenden Erzählungen.
li
| Diese drei Erzählungen bildeten auch insofern eine Einheit als alle drei die Wüstensendung in der Mitte der konzentrischen
| Gliederung hatten, als sie selbst unteres Ende jener Gliederung waren.
br
| Mit ihnen am unteren Rand der konzentrischen Gliederung und der Wüstensendung in der Mitte
| wurde der Weg Jesu von Entäußerung und Erniedrigung über den Tod am Kreuz bis hin zur Erhöhung
| nach dem Philipperhymnus abgeschritten
| im Sinne des „Boten vor dir her“, der mit Jesus zu identifizieren war und an dessen Geschickt die Jünger, der Dämon
| und die Schwiegermutter des Petrus je nach Abschnitt des Philipperhymnus „Anteil“ hatten.
li
| Insofern wird dieser Weg Jesu nach dem Philipperhymnus in der Konstellation Mitte und unteres Ende der aktuellen konzentrischen Gliederung
| wieder präsent, gleichsam als überschießender Abschluss.
li
| Somit ergeben sich folgende Bezüge im Sinne einer (positiven wie negativen) Schicksalsgemeinschaft:
ul.card-text
li
| Die Auslieferung Johannes des Täufers macht die Auslieferung Jesu selbst präsent:
br
i
| Johannes ist der göttliche Bote, der Jesus voraus nicht nur Entäußerung und Erniedrigung praktizierte, sondern
| auch das Schicksal der Erniedrigung durch die Mächtigen bis hin zum gewaltsamen Tod erleben musste; insofern hat er den Weg Jesu vorgezeichnet:
br
i → Schicksalsgemeinschaft der Sendung durch Gott in Entäußerung und Erniedrigung, die ihren Höhepunkt im gewaltsamen, erniedrigenden Tod hat.
li
| Die Austreibung der Dämonen erinnert an die Austreibung des ersten Dämon in der Synagoge (in der Gliederung „Galiläa I/A“ die gegenüberliegnde Erzählung!):
br
i Jesus ist der göttliche Bote, der den Dämonen voraus ins Verderben geht, um sie ins Verderben zu stürzen.
br
i → Negative Schicksalsgemeinschaft
li
| Die Heilung „aller möglichen Krankheiten“ erinnert an die Heilung der Schwiegermutter des Petrus (in der Gliederung „Galiläa I/A“ die Mitte),
| wodurch sich nahelegt, diese „Krankheiten“ wie das „Fieber“ der Schwiegermutter des Petrus im übertragenen Sinne zu verstehen,
| zumindest, was das Handeln Jesu betrifft (auf Seiten der Menschen ist es so oder so ein Liebesdienst gegenüber kranken Personen):
br
i
| Jesus ist der göttlichen Bote, der nach seinem Tod am Kreuz von Gott auferweckt wurde:
| „ihm nach“ folgen im Sinne einer Analogie die „Kranken“ den Weg in die „Gesundheit“.
br
i → Positive Schicksalsgemeinschaft
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h5.card-title
q.bibeltext Mein Knecht, der Gerechte, macht die Vielen gerecht
span.bibelstelle Jes 53,11
h6.card-subtitle.text-muted
| Die Veränderung des Numerus gegenüber den drei vorausgehenden Erzählungen, das Vierte Lied vom Gottesknecht des Jesaja
| und der Philipperhymnus
hr
ul.card-text
li
| Sicher kein Zufall sind die Veränderungen im Numerus:
ul.card-text
li
| Von den Nachfolgenden wird auf den Vorläufer gewechselt und damit in den Singular.
li
| Bei Dämon und Schwiegermutter ist das Gegenteil der Fall: es wird in den Plural gewechselt.
| Damit wird die Auslieferung Johannes des Täufers auf Jesus übertragen das Motiv „der Eine für die Vielen“ präsent.
br
| Man beachte in diesem Zusammenhang auch, dass zwar erzählt wird, dass „man alle Kranken und Besessenen zu Jesus“ brachte,
| dieser aber „viele“ heilte und „viele Dämonen“ austrieb: das ist keine Einschränkung als ob einige Kranke ungeheilt geblieben
| oder einige Dämonen nicht ausgetrieben worden wären sondern diesem Motiv geschuldet.
li
| „Der Eine für die Vielen“ ist ein zentrales Motiv im Vierten Lied vom Gottesknecht des (Deutero-)Jesaja,
| das den Tod des Einen zugunsten der Vielen besingt;
br
| dabei gibt es einige Analogien zum Philipperhymnus:
br
q.bibeltext
| 7 Er wurde bedrängt und misshandelt, aber er tat seinen Mund nicht auf.
br
| Wie ein Lamm, das man zum Schlachten führt, und wie ein Schaf vor seinen Scherern verstummt, so tat auch er seinen Mund nicht.
br
| 8 Durch Haft und Gericht wurde er dahingerafft, doch wen kümmert sein Geschick?
br
| Er wurde vom Land der Lebenden abgeschnitten und wegen der Vergehen meines Volkes zu Tode getroffen. ...
br
| 10 Doch der HERR hat Gefallen an dem ... Zermalmten.
br
| Wenn du, Gott, sein Leben als Schuldopfer einsetzt, wird er Nachkommen sehen und lange leben.
br
| Was Gott gefällt, wird durch seine Hand gelingen.
br
| 11 Nachdem er vieles ertrug, erblickt er das Licht. Er sättigt sich mit Erkenntnis.
br
i Mein Knecht, der Gerechte, macht die Vielen Gerecht;
br
| er lädt ihre Schuld auf sich.
br
| 12 Deshalb gebe ich ihm Anteil unter den Großen und mit dem Mächtigen teilt er die Beute,
br
| weil er sein Leben dem Tod preisgab und sich unter die Abtrünnigen rechnen ließ.
br
span.bibelstelle Jes 53,7-9.10-12
ul.card-text
li
| Unzweifelhaft lässt sich Jes 53,7 mit Erniedrigung und Gehorsam bis zum Tod am Kreuz verbinden.
li
| Jes 53,8a nennt die Haft, die Jesus und Johannes gemeinsam ist; das Gerichtsverfahren Jesu wird Markus entfalten
| mit erzählerischer Aufnahme von Jes 53,7.
li
| Jes 53,8b erzählt vom Tod des Gottesknechts, mit dem sich sowohl der Tod Johannes des Täufers als auch der Tod Jesu parallelisieren lässt.
li
| Jes 53,11 besingt, dass Gott den Gottesknecht aus der Tiefe heraufgeführt hat
| und Jes 53,12 von der hoheitlichten Stellung des einst Erniedrigten beies in Analogie zu Auferstehung und Erhöhung Jesu (→ Taufe).
li
| Jes 53,10 spricht im Horizont von Jes 53,8b, das den Tod des Gottesknechts mit der Schuld des Volkes begründet
| vom doppelten Schicksal des Gottesknechts: er wird selber lange leben, und er wird Nachkommen sehen.
br
| Das „lange leben“ kann man wenn man Jesus mit dem Gottesknecht identifizert auf die Auferstehung beziehen.
br
| Bei den „Nachkommen“ wird man mit Blick auf Jes 53,11b und vor allem vom Gedanken der Nachfolge im Evangelium her
| an die Vielen denken dürfen, die der mit Jesus identifizierte Gottesknecht durch seinen Tod „gerecht macht“ und die ihm nachfolgen.
br
| Jedenfalls ist die Aufrichtung und Erhöhung des Gottesknechts parallel der Gerechtmachung der Vielen;
| und beides ist im Tod des Gottesknechts begründet.
li
| Bedingung für diesen positiven Ausgang für den Gottesknecht und mit ihm die Vielen ist, dass sich Erniedrigung und Tod des
| Gottesknechts im Rahmen einer göttlichen Sendung ereignet.
li
| Insgesamt wird hier im Vierten Lied vom Gottesknecht ein Weg besungen, zu dem einerseits Erniedrigung bis zum Tod gehört,
| weil dieser Tod aber dem Heilsplan Gottes entspricht andererseites zugleich die Erhöhung des Gottesknechts,
| ferner auch parallel dazu die Gerechtmachung der Vielen durch den stellvertretenden Tod.
li
| Der vom Vierten Lied des Gottesknechts besungene Weg ist daher dem im Philipperhymnus besungenen Weg Jesu analog,
| das „Darum“ des Philipperhymnus mit dem „Deshalb“ in Jes 53,32 identisch.
br
| Hinzu kommt eine soteriologische Deutung des Weges in Erniedrigung und Tod, die der Philipperhymnus aber voraussetzt
| (wie sich auch in den nächsten Erzählungen des Markus-Evangeliums noch zeigen wird).
li
| Die Erzählung von der Heilung der Vielen, die sich an das Abschreiten des Weges Jesu anhand von Jüngern (→ Erniedrigung),
| Dämon (→ Gang ins Verderben) und Schwiegermutter des Petrus (→ Erhöhung/Auferstehung) gemäß des Philipperhymnus anschließt,
| erzählt von der Bedeutung diese Weges Jesu für „die Vielen“ ganz im Sinne des Vierten Liedes vom Gottesknecht,
| das den Weg des Einen zur Rettung für „die Vielen“ erklärt.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
q Bereitet den Weg des Herrn
h6.card-subtitle.text-muted Ergreift die Chance des Reiches Gottes!
hr
p.card-text.mb-0
| Die Verkündigung des nahegekommenen Gottesreiches und des Rufes nach Umkehr und Glaube an das Evangelium (→ Mitte konzentrische Gliederung)
| verbindet sich mit dem Aufruf, den „Weg des Herrn zu bereiten“, also sich in den Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen zu stellen
| (→ oberes Ende konzentrische Gliederung);
| dies wird in der vorliegenden Erzählung beispielhaft bebildet:
ul.card-text
li
| Es wird erzählt, dass man alle Kranken und Besessenen zu Jesus brachte,
br
| womit die Menschen in ihrem Handeln die Chance, die durch das zum Greifen nahegekommene Gottesreich gegeben ist, ergreifen;
br
| eine Analogie zu den Jüngern in der Erzählung von der Heilung der Schwiegermutter des Petrus (Mitte Gliederung „Galiläa I/A“),
| die Jesus auf die kranke Frau ansprechen.
li
| Damit stellen sich die Menschen, die die Kranken und Besessenen zu Jesus bringen, in den Dienst des heilvollen Kommens Gottes/Jesu zu den Menschen;
br
| sie „bereiten“ ganz plastisch „den Weg des Herrn“ zu den kranken und besessenen Menschen,
br
| diesmal nicht, indem sie Jesus zu Kranken führen, sondern indem sie Menschen zu Jesus bringen.
li
| Das Handeln der Menschen zeigt ihren Glauben an das Evangelium
br
| im Sinne eines Glaubens, der durch die Liebe wirkt (→ Gal 5,6).
.card.slide.border-primary.mb-3
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h5.card-title
q Evangelium Jesu Christi Evangelium Gottes
h6.card-subtitle.text-muted Das Evangelium entfaltet seine Kraft
hr
ul.card-text
li
| Neben Umkehr und Glaube an das Evangleium wirkt sich auch aus, was am Ende der Heilung des Dämon in der Synagoge (→ gegenüberliegende Erzählung der Gliederung „Galiläa I/A“) notiert wird:
br
| Jesu
q.bibeltext Ruf verbreitete sich rasch im ganzen Gebiet von Galiläa
span.bibelstelle Mk 1,28.
li
| Die Erzählung legt Zeugnis ab, wie das Evangelium seine ganze erlösende und befreiende Kraft entfaltet:
br
q.bibeltext
| ... ich schäme mich des Evangeliums nicht: Es ist <i>eine Kraft Gottes</i> zur Rettung für jeden, der <i>glaubt</i>
span.bibelstelle Röm 1,16
li
| Damit wird auch das Ziel des Evangeliums bzw. des darin verkündeten christologisch-soteriologischen Doppelereignisses von Jesu Tod und Auferstehung deutlich:
br
| die „Heilung“ der „Kranken“.
li
| Dies aber ist zusammen mit dem Handeln der Menschen mit dem Ruf Jesu zu Glaube und Umkehr zu verbinden:
br
| die „Heilung“ bedeutet demgemäß, dass die nun Geheilten umgekehrt und zum Glauben an das Evangelium gekommen sind.
.card.slide.border-primary.mb-3
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h5.card-title
q ... sein Leben lebt er für Gott
h6.card-subtitle.text-muted und das tun alle anderen Menschen hier auch
hr
ul.card-text
li
| Jene Erzähung, die jetzt die Mitte der konzentrischen Gliederung bildet,
| war im Kontext Taufe → Wüstensendung → Beginn des öffentlichen Wirkens → Ruf in die Nachfolge
| von Röm 6 her mit „leben für Gott“ verbunden worden.
li
| Die Erzählung von der Heilung der vielen bebildet, wie Jesus „für Gott lebt“: er heilt und treibt Dämonen aus,
| was im Hinblick auf die übertragenen Bedeutung von „Krankheit“ identisch ist.
li
| Gleichzeitig folgen die Menschen, die die Kranken bringen, dem Ruf zu Umkehr und Glaube und leben
| auch sie ganz handgreiflich für Gott, indem sie für ihre Kranken sorgen.
li
| Da das „Kranksein“ aber letztlich „Sündersein“ ist, die Heilung „gerecht macht“ nicht nur im Sinne eines freispechenden Urteils
| sondern einer Dämonenaustreibung, „leben“ als Konsequenz nun auch die Geheilten „für Gott“.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
q Und er verbot den Dämonen zu reden, weil sie ihn kannten
h6.card-subtitle.text-muted Ein zweiter Blick auf die Schweigegebote im Markus-Evangelium
hr
ul.card-text
li
| Die Schweigegebote sind eines der großen Themen rund um die Erforschung des Markus-Evangeliums.
br
| Bahnbrechend ist das Werk von William Wrede von 1901.
ul.card-text
li Er erkannte, dass die Schwegegebote nicht auf den historischen Jesus zurückgehen, sondern eine „Erfindung“ des Markus sind.
li Damit ist nicht zu fragen, was Jesus mit ihnen bezwecken wollte, sondern warum sie der Evangelist Markus einsetzt.
li
| Die Schweigegebote sind auch nicht eigentlich an das Gegenüber Jesu in den Erzählungen gerichtet,
br
| sondern gehören zur Kommunikation des Erzählers mit seinen Lesern: ihnen soll ein Signal gegeben werden.
li Immer wieder gab es Wandlungen im Verständnis der Schweigegebote; sie zu verstehen, ist offenbar eine Herausforderung; und viele Erklärungsversuche „hinken“.
li Was das Verstehen der Schweigegebote besonders erschwert:
ul.card-text
li Matthäus und Lukas übernehmen die Schweigegebote zu einem gewissen Teil, haben sie aber offenbar auch nicht verstanden.
li Nicht immer sind Schweigegebote bei Dämonenaustreibungen und Wundern gesetzt.
li Ein Schweigegebot wird auch klar gebrochen.
li
| Die Schweigegebote haben unterschiedliche Typen:
br
| manchmal geht es um die Person Jesu („Bekenntnisse“), ohne dass das Wunder selbst mit einem Schweigegebot belegt wird,
br
| manchmal geht es um die Wunder selbst;
br
| irritierend ist, dass es auch einmal trotz „Bekenntnis“ des Dämon kein Schweigegebot an ihn gibt (→ Mk 5,1-20).
br
| Die Einzelbetrachtung wird sich dem jeweils widmen.
p.card-text.mb-0 Für die vorliegende Erzählung gilt:
ul.card-text
li
| In der Gliederung „Galiläa I/A“ liegt die Erzählung von der Dämonenaustreibung in der Synagoge gegenüber.
br
| In beiden geht es um Dämonenaustreibung(en), in beiden findet sich ein Schweigegebot; beide Male bezieht es sich auf das Wissen um die Person Jesu.
li
| Während das Schweigegebot dort einem den Weg Jesu in den Tod am Kreuz vergessenden Bekenntnis den Riegel vorschiebt,
| kann es sich in diesem Sinne hier einerseits mit der Notiz verbinden,
| dass Johannes der Täufer „ausgeliefert“ wurde (→ Mitte der konzentrischen Gliederung), andererseits mit dem Abend und der untergegangenen Sonne (s. o.),
| was beides indirekt den Tod Jesu präsent macht.
li
| Beiden Schweigegeboten gemeinsam ist also, dass sie sich verbinden lassen mit dem in der
| jeweiligen Mitte der konzentrischen Gliederung bzw. in der Erzählung selbst nur angedeuteten
| Weg Jesu in den Tod am Kreuz,
| der im Hintergrund der Austreibung der unreinen Geister steht:
br
| Jesus ist gleichsam den unreinen Geistern voraus ins Verderben gegangen, um ihnen den Weg ins Verderben zu bahnen, sie also ins Verderben zu stürzen.
br
| Das wird aber von den Dämonen verschwiegen; sie wollen wohl (wie der Dämon in Mk 1,21-28) mittels Titeln verkünden, wer Jesus ist:
| das greift zu kurz, daher das Schweigegebot.
li
| Das Schweigegebot an die Dämonen ist geschickt am Ende der Erzählung platziert:
br
| nachdem der Leser in Gedanken ganz bei Auferstehung, Erhöhung und Heilung ist,
| wird er zusammen mit den Dämonen gehindert, Jesus mit (einseitigen) Titeln, die (nur) seine hoheitliche Stellung verdeutlichen, zu überhäufen;
br
| er wird gerade mittels des Schweigebotes auf das gelenkt, was nur indirekt angedeutet, aber in der direkten Aussage verschwiegen wird:
br
| den Tiefpunkt des Weges Jesu, den Tod am Kreuz, der aber gerade das „Darum“ der Erhöhung Jesu und des Heils der Menschen ist.
li
| Die Schweigegebote an die Dämonen sind von der Eigenart des Markus-Evangeliums her zu erklären:
br
| Jesus ist im ganzen Evangelium bereits der Auferstandene, der „dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzt ist als Sohn Gottes in Macht
| seit der Auferstehung von den Toten“ (Röm 1,4 → Taufe). Daher hat er Vollmacht auch und gerade über die unreinen Geister.
br
| Allerdings liegen der Tod Jesu und seine Auferstehung in der Erzählabfolge noch in der Zukunft und ist auch noch keine Leidensankündigung gesprochen,
| kann also an dieser Stelle des Evangeliums nur indirekt von Jesu Tod und seiner Auferstehung durch Anspielungen erzählt werden.
br
| Daher setzt Markus Schweigegebote ein, die mit dem Verschweigen der Herkunft von Vollmacht und Hoheit Jesu einhergehen
| und die Person Jesu und damit auch die Quelle seiner Hoheit und Vollmacht in ein Geheimnis hüllen.
br
| Zumindest der „sehende Leser“ erkennt aber in den Erzählungen indirekte Anspielungen auf Tod und Auferstehung Jesu;
| er kann mit Röm 1,4 im Hintergrund die Quelle von Vollmacht und Hoheit Jesu erschließen.
br
| Da die Schweigegebote einen Kontrapunkt zur Hoheit Jesu (→ Titel/Bekenntnisse) in den Erzählungen setzen,
| liegt ein besonderer Akzent auf „Auferstehung <i>von den Toten</i>“, also auf dem Tod Jesu.
| Dazu passt, dass die Schweigegebote an die Dämonen gerichtet werden, mit denen Jesus den Weg ins Verderben „teilt“.
| Dem entspricht auch, dass das „Darum“ (→ Philipperhymnus) bzw. das „Deshalb“ (→ Viertes Lied vom Gottesknecht)
| der Erhöhung Jesu bzw. des Gottesknechtes gerade im auf sich genommenen Tod besteht.
br
i
| Die Schweigegebote sind gesprochen, weil die Ursache für Jesu Vollmacht und Hoheit nämlich sein Tod am Kreuz verschwiegen wird;
| in der Umkehrung erzählen die Schweigegebote aber genau davon.
li
| Wie es in Mk 1,21-28 die Lehre Jesu in Vollmacht ist, die den unreinen Geist austreibt und die effektiv mit dem „Evangelium Gottes/Jesu Christi“
| im Sinne des Todes und der Auferstehung Jesu identisch ist,
br
| so ist es hier das Evangelium vom nahegekommenen Gottesreich, das Jesu Tod und Auferstehung zur Grundlage hat,
| das die unreinen Geister austreibt und den Kranken Heilung bringt.
br
| Das Schweigegebot will verhindern, den „Preis“ dieses Heiles nämlich Jesu Tod am Kreuz zu vergessen.
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h5.card-title
q Am Abend, als die Sonne untergegangen war ...
br
q Und er verbot den Dämonen zu reden, weil sie ihn kannten
h6.card-subtitle.text-muted Die Rahmung der Erzählung und die Ursache für die Heilung der Kranken
hr
ul.card-text
li
| Wie deutlich geworden ist, beziehen sich sowohl die Zeitangabe am Anfang der Erzählung als auch
| das Schweigegebot am Ende der Erzählung auf die Passion Jesu, zugespitzt den Tod Jesu.
li
| Damit rahmen die Anspielungen auf Jesu Tod die ganze Erzählung, in deren Mitte von Heilungen und Dämonenaustreibungen erzählt wird:
br
| Der Tod Jesu erscheint als „Rahmen“, als Ursache des in Jesus geschenkten Heils.
li
| Im Hinblick auf die Dämonen verbindet sich damit das Mit-ins-Verdergen-gerissen-Werden beim Tod Jesu.
li
| Im Hinblick auf die Heilungen ist die
| Analogie zur Heilung der Schwiegermutter des Petrus zu beachten:
br
| die Parallele im Ablauf der Wüstensendung Jesu und der Heilung der Schwiegermutter des Petrus verortet gerade da,
| wo bei der Wüstensendung der Tod Jesu steht, bei der Heilung der Schwiegermutter deren Aufrichtung:
br
| der Tod Jesu ist der „Wendepunkt“ für Jesus wie für die Schwiegermutter, und auch für die „Kranken“ hier,
| deren Heilung einerseits Folge des im soteriologischen Sinne gedeuteten Todes Jesu ist
| und andererseits Anteilhabe an der Auferstehung und Erhöhung Jesu.
p.card-text.small
| Beide Dimensionen des soteriologisch gedeuteten Todes finden sich im Vierten Gottesknecht des Jesaja vorgezeichnet (s. o.).
li
| In Mk 1,21-28 war es die Lehre Jesu in Vollmacht, die die Erzählung rahmte und die neben der Auferstehung als Quelle der Vollmacht
| Jesu Gang ins Verderben enthält als Ursache für die hoheitliche Einsetzung, als Ursache der verliehenen Vollmacht ;
br
| ganz analog dazu ist Mk 1,32-34 durch indirekte Anspielungen auf Jesu Tod gerahmt
| als Ursache für das dazwischen erzählte Heil.
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h5.card-title
q.bibeltext Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn ...
span.bibelstelle Gal 4,4
h6.card-subtitle.text-muted Das heilende, befreiende Handeln Jesu als Freikauf vom Gesetz der Sünde und des Todes
hr
ul.card-text
li
| Mk 1,14-15 als Mitte der konzentrischen Gliederung macht
span.bibelstelle Gal 4,4-5a(-6)
| gegenwärtig:
br
q.bibeltext
| 4 Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und dem Gesetz unterstellt,
br
| 5 damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz stehen
br
| und damit wir die Sohnschaft erlangen.
br
| 6 Weil ihr aber Söhne seid, sandte Gott den Geist seines Sohnes in unsere Herzen, den Geist, der ruft: Abba, Vater.
li
| Flankiert wird die Mitte einerseits durch die Wüstensendung des Gottessohnes, „dem Gesetz des Geistes unterstellt“ (→ Röm 8,2),
| bei der sich der Fraukauf „vom Gesetz der Sünde und des Todes“ (→ Röm 8,2) ereignet (→ Versuchung durch Satan in der Wüste der Gottferne),
br
| andererseits ist die zweite Flanke die Berufung der ersten Jünger, bei der das zerrissene Netz das Niedergerissene
| „Gesetz der Sünde und des Todes“ ins Bild bringt und die Söhne des Zebedäus durch ihren Eintritt in die Nachfolge Jesu
| „die Sohnschaft erlangen“.
li
| Insgesamt bebildert also die erweiterte Mitte der konzentrischen Gliederung Gal 4,4-6.
li
| Die Erzählung von der Heilung Vieler in Mk 1,32-34 ist daher ganz von Gal 4,4-6 her zu lesen:
br
| die Vielen werden vom „Gesetz der Sünde und des Todes“ befreit,
br
| man darf vielleicht sogar das „Gesetz der Sünde“ mit den Dämonenaustreibungen,
| und das „Gesetz des Todes“ mit den Heilungen verbinden.
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h5.card-title
| Jesu Vorläufer und Nachfolger in der Rettung der Menschen
br
| Jesus, der Stärkere, der die Schwiegermutter des Petrus aus dem Todesverfallensein aufrichtet
h6.card-subtitle.text-muted Das Wirken Johannes des Täufers und die Heilung der Schwiegermutter des Petrus als gegenüberliegende Erzählungen in der konzentrischen Gliederung
hr
ul.card-text
li
| Johannes verkündet eine Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden und weist die Menschen auf den nach ihm kommenden Stärkeren (= Jesus) und seine Geisttaufe hin;
br
| in der Mitte der konzentrischen Gliederung ruft auch Jesus nachdem Johannes ausgeliefert worden war zur Umkehr auf und verkündet das nahegekommene Gottesreich,
br
| als dessen Auswirkung er die Schwiegermutter des Petrus aufrichtet und so aus den Fängen der Sünde und des Todes befreit;
br
| indirekt erscheint die Taufe als sakramentaler Ort dieser Aufrichtung.
li
| Insofern in der Mitte der konzentrischen Gliederung der Freikauf vom Gesetz gemäß Gal 4,4-5a steht, können die genannten Bezüge
| (Verheißung Stärkerer mit Geisttaufe einerseits, Befreiung aus Sünde und Tod andererseits) mit
span.bibelstelle Röm 8,2
| formuliert werden:
br
q.bibeltext
| Das Gesetz des Geistes, des Lebens in Christus Jesus hat dich frei gemacht vom Gesetz der Sünde und des Todes.
li
| Wie Johannes durch die Verkündigung der Umkehr(taufe), verbunden mit seinem Hinweis auf den nach ihm kommenden Stärkeren, im Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen steht,
br
| so stellen sich die Jünger in den Dienst des Kommens Gottes, indem sie Jesus auf die kranke Schwiegermutter des Petrus hinweisen und so die Heilung in Gang bringen.
li
| Wie der Ausspruch des Johannes, dass er es nicht wert sei, sich „zu bücken und ihm [= dem Stärkeren = Jesus] die Rimen der Sandalen zu lösen“
| die „Hoheit“ des kommenden Stärkeren verkündet,
br
| so bebildet der Umstand, dass Jesus zunächst der Schwiegermutter des Petrus dient indem er sie (durch seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung!) aufrichtet
| und sich dann(!) von ihr bedienen lässt, die Zugewandtheit dieses „Stärkeren“ zu den Menschen, erweist der Stärkere seine Hoheit in der Erniedrigung (am Kreuz!),
| durch die der Dienst aneinander zu einer „hoheitlichen Aufgabe“ aufgewertet wird.
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h5.card-title
| Der dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzte Sohn Gottes in Macht als „Heiliger Gottes“, der die Dämonen austreibt
h6.card-subtitle.text-muted Die Taufe Jesu und die Dämonenaustreibung als gegenüberliegende Erzählungen in der konzentrischen Gliederung
hr
ul.card-text
li
| Jesus ist der „Heilige Gottes“, weil er der „dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzt[e] Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten“ ist (Röm 1,4 → Taufe!).
li
| Das erklärt auch die Vollmacht, die er hat und die die Menschen „bemerken“.
li
| Die (nicht näher spezifizierte) Lehre Jesu bezieht sich auf das in der Taufe Jesu gegenwärtige christologisch-soterialogische Doppelereignis
| von Tod und Auferstehung Jesu, das das „Evangelium Gottes“ ist, das Jesus verkündet (→ Mitte der konzentrischen Gliederung).
li
| Das Wohlgefallen, das Gott an Jesus hat, bezieht sich darauf, dass er um den Dämon und Seinesgleichen ins Verderben zu stürzen
| selber in das Verderben gegangen ist, was sich in der Taufe in seiner „negativen Hälfte“ als „in das Wasser [= Tod] Steigen“ spiegelt;
br
| so schenkt er den Vielen (→ Mk 1,34!) die Gesundheit.
li
| Die Erzählung von der Dämonenaustreibung in der Synagoge spielt auf die Insuffizienz des Gesetzes an, zum Leben (jenseits der Sünde und des Todes) zu befreien,
| lebendig zu machen (→ Röm 8,3; Gal 3,21);
br
| diese Insuffizienz ist die Ursache für die Sendung des bei der Taufe auch so titulierten Sohnes:
br
q.bibeltext
| Denn weil das Gesetz, ohnmächtig durch das Fleisch, nichts vermochte,
br
| sandte Gott seinen Sohn
| in der Gestalt des Fleisches, das unter der Macht der Sünde steht,
br
| wegen der Sünde, um die Sünde im Fleisch zu verurteilen.
span.bibelstelle (Röm 8,3).
br
| Auf diese Sendung spielt die Mitte der konzentrischen Gliederung mit Rückgriff auf Gal 4,4-6 an, das mit Röm 8,2-3 verwandt ist.
br
| Die Erzählung von der Taufe erzählt nun vom erfolgreichen Abschluss der Sendung Jesu und seiner Erhöhung.
li
| Auch wenn in beiden sich gegenüberliegenden Erzählungen Tod und Auferstehung Jesu präsent sind,
| ist doch einmal die Auferstehung, einmal der Tod Jesu akzentuiert.
li
| Einmal ist Gott das „Gegenüber“ Jesu, das ihn aus dem Tod holt;
br
| einmal ist es der unreine Geist,
| dem voran Jesus ins Verderben geht.
li
| Aufgrund seiner Insuffizienz ist das Gesetz um mit Röm 8,2 zu sprechen zu einem
| „Gesetz der Sünde und des Todes“ geworden;
| weil es nicht lebendig machen kann, tötet es (es vermitelt <i>entweder</i> Segen, <i>oder</i> Fluch, worauf Paulus auch in Gal 3,10.12 abhebt!).
br
| Daher auch verbindet sich mit ihm der Fluch, von dem Paulus in Gal 3,10-14 spricht.
br
| So ist auch nicht nur die Insuffizenz des Gesetzes ausgedrückt, sondern ferner indirekt vom Gang Jesu ins Verderben erzählt,
| der nicht nur die Insuffizenz des Gesetzes ausgleicht, sondern vom Fluch des Gesetzes freikauft,
| indem Jesus am Kreuz „für uns zum Fluch geworden ist“ (Gal 3,13).
br
| Dass also das Gesetz tötet, gilt in einzigartiger Weise für Jesus selber, der damit alle anderen von diesem tödlichen Fluch des Gesetzes freikauft.
br
| Gegenüberliegend sieht Jesus und mit ihm der Leser den Geist in Aktion, der Jesus lebendig macht.
br
| So betrachtet kann einem
span.bibelstelle 2 Kor 3,6
| in den Sinn kommen:
br
q.bibeltext
| Der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig.
br
| Von nun an gilt nicht mehr das „Gesetz der Sünde und des Todes“, sondern das davon befreiende
| „Gesetz des Geistes, des Lebens in Christus Jesus“ sich auswirkend in der Austreibung des unreinen Geistes.
p.card-text.small.mb-0
| Paulus macht die Aussage in 2 Kor 3,6 generell, nicht allein auf Jesus bezogen;
br
| diese Weitung begegnet bei Markus (besonders) dann, wenn die Heilung des Gelähmten der Auferstehung Jesu gegenüberliegt (siehe dort).
br
| Sie passt mit Fokussierung auf Jesus aber bereits hier;
| generell muss die Fokussierung auf Jesus sowohl bei der Taufe, als auch bei der Dämonenaustreibung
| auffallen (der Geheilte spricht kein Wort, die anderen sind Zaungäste).
br
| Dies verbindet sich hier mit dem Gedanken des „Einen“ (→ aktuelles Gegenüber) für „die Vielen“ (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung).
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h5.card-title
| Jesus nach die Versuchung bestehen
h6.card-subtitle.text-muted Die Versuchung Jesu und die Berufung der ersten Jünger als gegenüberliegende Erzählungen in der konzentrischen Gliederung
hr
ul.card-text
li
| Die Bezüge zum Freikauf vom Gesetz, die sich durch diese Gegenüberstellung ergeben, wurden oben bereits ausgeführt;
br
| zu ergänzen ist die Kombination der analogen Verse
q.bibeltext
| 10 Durch sein Sterben ist er (= Christus) ein für alle Mal gestorben für die Sünde (, sein Leben aber lebt er für Gott),
br
| 11 So begreift auch ihr euch als Menschen, die für die Sünde tot sind (, aber für Gott leben in Christus Jesus).
span.bibelstelle Röm 6,10-11
br
q.bibeltext
| Ich bin durch das Gesetz dem Gesetz gestorben (, damit ich für Gott lebe).
span.bibelstelle Gal 2,19
br
| Röm 6,10 ist auf die Wüstensendung/Versuchungserzählung zu beziehen, Röm 6,11 sowie Gal 2,19 auf die Berufung der Jünger.
br
span.bibelstelle Gal 2,19
| fährt dann fort mit:
br
q.bibeltext Ich bin mit Christus gekreuzigt worden.
br
| Dabei ist zu bedenken, dass die Wüstensendung den Gehorsam Jesu bis zum Kreuz beinhaltet.
br
| Im Hinblick auf die Söhne des Zebedäus, die ihre Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb verlassen, kommt
span.bibelstelle Gal 6,14
| in den Sinn:
br
q.bibeltext
| Ich aber will mit allein des Kreuzes Jesu Christi, unseres Herrn, rühmen, durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt.
br
| Das ist eine Absage an irdische Werte: Anerkennung (→ Gal 6,12), aber auch Macht und Reichtum, wie das von den Söhnen des Zebedäus erzählt wird.
li
| Was die Wüstensendung Jesu mit der Berufung der ersten Jünger verbindet ist in besonderer Weise der Gehorsam:
ul.card-text
li Jesus ist in seiner Sendung gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.
li Die Jünger lassen sich von Jesus gehorsam in die Nachfolge rufen.
| Zu bedenken ist, dass Jesus in der Mitte zum Glauben an das Evangelium aufruft.
ul.card-text
li Dieses Evangelium ist in der Wüstensendung Jesu bebildert.
li Die Jünger wiederum zeigen mit ihrem Eintreten in die Nachfolge ihren Glauben (der sich mit der Umkehr verbindet).
| Dem Gehorsam Jesu bis zum Tod am Kreuz dem Evangelium (als eine Flanke der Mitte der konzentrischen Gliederung)
| entspricht im Lichte der Auferstehung der Gehorsam des Glaubens
| (incl. Umkehr gemäß des Evangeliums) (als die andere Flanke der Mitte der konzentrischen Gliederung).
li Auf dem Weg der Jesus-Nachfolge gilt es, selber tot zu sein für die Sünde und die eigenen Versuchungen zu bestehen.
li Eine spezielle Versuchung sind darauf wird das Evangelium noch eingehen die Macht und der Reichtum (→ Söhne des Zebedäus).
li
| Gleichzeitig ergeht mit der Bestimmung, Menschenfischer zu werden, der Auftrag, Menschen aus dem Netz der Sünde und des Todes zu befreien;
br
| damit nimmt Jesus die Jünger in Dienst, wie ihm die Engel in der Wüste gedient haben.
br
| Dazu gehört auch die Verkündigung des Evangeliums mit der Ansage des nahegekommenen Gottesreiches (→ Mitte der konzentrischen Gliederung).
li
| Wie Jesus sollen sich die Jünger der Führung des Geistes anvertrauen und werden so auch „Wüstenzeiten“ und Versuchungen überstehen.
br
| Dies kann mit
span.bibelstelle Gal 5,16-17.25
| gefüllt werden:
br
q.bibeltext
| Ich aber sage euch: Wandelt im Geist, dann werdet ihr das Begehren des Fleisches nicht erfüllen.
br
| Denn das Fleisch begehrt gegen den Geist, der Geist gegen das Fleisch,
br
| denn diese sind einander entgegengesetzt,
br
| damit ihr nicht das tut, was ihr wollt.
br
| Wenn wir im Geist leben, lasst uns auch im Geist wandeln.
br
| Dabei erscheint die Gabe des Geistes als Bedingung der Möglichkeit, der Versuchung zu widerstehen.