bibelwissen/views/nt/ev/mk/getauft/mir_nach.pug

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h5.card-title
| Inhaltsangabe/Überschrift
br
| Himmlischer Sendungsbeschluss
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,1-3
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h5.card-title Johannes der Täufer in der Wüste: Seine Taufe und seine Ankündigung des Kommenden
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,4-8
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h5.card-title Die Taufe Jesu
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,9-11
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h5.card-title Die Versuchung Jesu
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,12-13
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h5.card-title Johannes tritt ab, Jesus tritt auf: Eröffnungsruf des Wirkens Jesu: Kehrt um! Das Reich Gottes ist zum Greifen nahe!
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,14-15
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h5.card-title Die Berufung der ersten Jünger
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,16-20
.slide.mb-3
hr
p.card-text.mb-0.konzentr-3.bibeltextkonzentr
| 1 Anfang des Evangeliums Jesu Christi, Sohn (eines) Gottes.
br
| 2 Wie geschrieben steht beim Propheten Jesaja:
br
q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der einen Weg bahnen wird.
br
q 3 Stimme eines Rufers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen!
p.card-text.mb-0.konzentr-2.bibeltextkonzentr
| 4 So trat Johannes der Täufer in der Wüste auf und verkündete eine Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden.
br
| 5 Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus;
br
| sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen.
p.card-text.mb-0.konzentr-2.bibeltextkonzentr
| 6 Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften
br
| und er lebte von wildem Honig.
br
| 7 Er verkündete:
q
| Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich;
br
| ich bin es nicht wert, mich zu bücken und ihm die Riemen der Sandalen zu lösen.
br
| 8 Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.
p.card-text.mb-0.konzentr-1.bibeltextkonzentr
| 9 Und es geschah in jenen Tagen, da kam Jesus aus Nazareth in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen.
br
| 10 Und sogleich, als er aus dem Wasser stieg, sah er,
br
| dass der Himmel aufriss und der Geist wie eine Taube in ihn hineinkam.
br
| 11 Und eine Stimme aus dem Himmel sprach:
q Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.
p.card-text.mb-0.konzentr-1.bibeltextkonzentr
| 12 Und sogleich trieb der Geist Jesus in die Wüste.
br
| 13 Jesus blieb vierzig Tage in der Wüste und wurde vom Satan in Versuchung geführt.
br
| Er lebte bei den wilden Tieren und die Engel dienten ihm.
p.card-text.mb-0.konzentr-2.bibeltextkonzentr
| 14 Nachdem Johannes ausgeliefert worden war, ging Jesus nach Galiläa;
br
| er verkündete das Evangelium Gottes
br
| 15 und sprach:
q
| Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe.
br
| Kehrt um und glaubt an das Evangelium!
p.card-text.konzentr-3.bibeltextkonzentr
| 16 Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon,
| die auf dem See ihre Netze auswarfen; sie waren nämlich Fischer.
br
| 17 Da sagte er zu ihnen:
q
| Kommt her, mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.
br
| 18 Und sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm nach.
br
| 19 Als er ein Stück weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes;
| sie waren im Boot und richteten ihre Netze her.
br
| 20 Sogleich rief er sie und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und folgten Jesus nach.
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h5.card-title
q Anfang
h6.card-subtitle.text-muted Beginn einer neuen Sammlungsbewegung Ausbreitung der neuen Schöpfung
hr
ul.card-text
li Jesus beruft die ersten vier Jünger.
li Im Laufe des Evangeliums werden viele weitere dazukommen.
li Jesu initiiert eine neue Sammlungsbewegung, eine Erneuerungsbewegung (zunächst) innerhalb des Gottesvolkes Israel.
li
| In diesem Sinne sind die Stichworte „Netz“ und „Menschenfischer” (u. a.) zuverstehen:
br
| → Wie ein Fischernetz dazu dient, Fische zusammenzusammeln, so will Jesus mit Hilfe seiner Jünger Menschen zusammensammeln, mit ihm als Mitte.
li
| Durch die beiden Erzählungen in der Mitte der konzentrischen Gliederung Taufe Jesu (→ Tod und Auferstehung Jesu) und Versuchung Jesu ,
| die das Thema „neuer Adam“, „Neue Schöpfung“ verbindet, gibt Markus zugleich ein (erst nachösterlich mögliches) Tiefenverstehen
| dieser Sammlungsbewegung im Sinne der Ausbreitung der in Christus begonnenen „Neuen Schöpfung“ (s. u.).
li
| Dass Jesus eine Sammlungsbewegung losgetreten hat, kann stets neu in Erinnerung rufen:
br
| Christlich-jüdischer Glaube war und ist nicht nur Privatsache oder Sache einer einzelnen Familie,
| sondern ein „Gemeinschaftsprojekt“, ein Netzwerk, das die Menschen untereinander und mit Gott/Christus verbindet,
| gerade auch im Alltag und im (nicht nur gottesdienstlichen) gemeinsamen Feiern.
li
| Indem Markus hier hervorhebt, dass Jesus Brüder beruft, lässt er schon etwas vom „geschwisterlichen Geist“, der im (neuen) Gottesvolk herrschen soll, erahnen.
li
| Dass es immer zwei sind, korrespondiert damit, dass Jesus seine Jünger später „zu zweit“ aussenden wird;
br
| dies entspricht auch dem jüdischen Zeugnisrecht,
| wonach es für eine gültige Aussage immer zwei Personen braucht.
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h5.card-title
q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahnen wird
br
q Bereitet den Weg des Herrn
br
| →
q Kommt her, mir nach!
hr
ul.card-text
li
| Der Berufungs-Ruf „Kommt her, mir nach!“ greift unzweifelt die Ankündigung des vorausgehenden göttlichen Boten auf.
br
| → Jesus ist <i>der</i> göttliche Bote schlechthin, der den ihm Nachfolgenden „den Weg bahnt“, der also ihre ganze Existenz prägt und bestimmt.
li
| Auch spiegelt sich der Imperativ „Bereitet den Weg des Herrn!“ im Imperativ „Kommt her, mir nach!“.
br
| → Damit bekommt „Nachfolge“ eine inhaltliche Bestimmung, ein Ziel: den Weg des Herrn bereiten, also sich in den Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen stellen.
p.small.card-text In besonderer Weise verbindet sich daher der Imperativ „Bereitet den Weg des Herrn!“ mit der Absicht Jesu, seine Jünger zu Menschenfischern zu machen (s. u.).
li
| Schon hier ist klar, dass „Nachfolge“ mehr ist, als ein Jesus „Nachlaufen“ oder das physiche „Bei Jesus sein”.
li
| Auch ist von der Textfolge her der Ruf „Kommt her, mir nach!“ in Mk 1,17 vom Ruf zur Umkehr in Mk 1,15 her zu lesen:
br
| Nachfolge erfordert eine Neu-Ausrichtung des Lebens!
li
| Nachfolge meint letztlich:
br
i
| Den Weg, den Jesus vorausgegangen ist, im eigenen Leben nachgehen.
br
| Also: so leben, wie Jesus selbst gelebt hat, in seinen Fußspuren wandeln.
br
| Als Sprachspiel:
br
i Den Weg des Herrn (= Gottes/Jesu) zu den Menschen bereiten, indem man den Weg des Herrn (= Jesu) (nach-)geht.
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h5.card-title Bei Jesus in die Schule gehen
h6.card-subtitle.text-muted Blick in die Zukunft
hr
ul.card-text
li
| Die berufenen Jünger stehen am Anfang ihres Weges mit Jesus;
br
| gleiches gilt für den „unbedarften“ Leser.
li
| Für sie ist vor allem der Blick in die Zukunft bedeutsam:
br
| sie werden bei Jesus „in die Schule gehen“ und lernen, was „Nachfolge“ heißt und heißen muss.
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h5.card-title Dem „neuen Adam“ nach in die „neue Schöpfung“ folgen
h6.card-subtitle.text-muted Blick auf die bisherigen Erzählungen im Evangelium
hr
p.card-text
span.small
| Ist die Erzählung der Taufe Jesu als Erzählung (auch und besonders) von Tod und Auferstehung Jesu „enttarnt“, ergibt sich noch eine andere Sichtweise.
ul.card-text
li
| In der Mitte der konzentrischen Gliederung stehen zugleich und über das „sogleich“ in Mk 1,12 engstens verbunden :
ul.card-text
li die Erzählung von der Taufe Jesu mit der das Wohlgefallen Gottes äußernden „Stimme vom Himmel“;
li die Erzählung von der Versuchung Jesu.
| Dadurch ist diese Mitte einerseits durch das Gegenüber von Gott und Satan/Sünde ausgezeichnet,
br
| was den Ruf zur Nachfolge auch zum Ruf zur Entscheidung macht: für Gott oder für die Sünde;
br
| gleichzeitig kreisen beide Erzählungen um das Thema „Neue Schöpfung“ mit Jesus als „neuem Adam“.
li
| Das Gegenüber Gott ↔ Sünde und dies ausgehend von der Taufe und ihrer soteriologisch-ethischen Bedeutung („Neuheit des Lebens“),
| verbunden mit der Aufforderung zur konsequenzen Entscheidung für Gott findet sich auch in Röm 6:
br
q.bibeltext
| 3 Wisst ihr denn nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getaufen wurden, auf seinen Tod getauft worden sind?
br
| 4 Wir wurden ja mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod, damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters
| von den Toten auferweckt wurde, in der Neuheit des Lebens wandeln.
br
| 5 Wenn wir nämlich mit der Gestalt seines Todes verunden wurden, dann werden wir es auch mit der seiner Auferstehung sein.
br
| 6 Wir wissen doch: Unser alter Mensch wurde mitgekreuzigt, damit der von der Sünde beherrschte Leib vernichtet werde,
| sodass wir nicht mehr Sklaven der Sünde sind.
br
| 7 Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde.
br
| 8 Sind wir nun mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden.
br
| 9 Wir wissen, dass Christus, von den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod hat keine Macht mehr über ihn.
br
i 10 Denn durch sein Sterben ist er ein für alle Mal gestorben für die Sünde, sein Leben aber lebt er für Gott.
br
i 11 So begreift auch ihr euch als Menschen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus.
br
| 12 Daher soll die Sünde nicht mehr in eurem sterblichen Leib herrschen, sodass ihr seinen Begierden gehorcht.
br
| 13 Stellt eure Glieder nicht der Sünde zur Verfügung als Waffen der Ungerechtigkeit, sondern stellt euch Gott zur Verfügung
| als Menschen, die aus Toten zu Lebenden geworden sind, und stellt eure Glieder als Waffen der Gerechtigkeit in den Dienst Gottes!
span.bibelstelle Röm 6,3-13
li
| Nun muss auffallen, dass der Erzählzusammenhang Mk 1,9-20 genau dem Schema Röm 6,9-11 entspricht:
ul.card-text
li
| Die Taufe (der Gläubigen) „vergegenwärtigt“ ganz im Sinne von Röm 6,3-5 den Tod und die Auferstehung Jesu (→ Röm 6,9.10a).
li Die Versuchung entspricht der Aussage, dass Jesus „ein für alle Mal gestorben [ist] für die Sünde“ (→ Röm 6,10b).
li Das Auftreten Jesu in Galiläa und seine Verkündigung des Evangeliums „bebildert“, dass er „sein Leben [...] lebt für Gott“ (→ Röm 6,10c).
li
| Die folgende Jüngerberufung mit „Kommt her, mir nach!“ schließt sich daran absolut konsequent an, im Sinne des
br
q So begreift <i>auch ihr</i> euch als Menschen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus
| (→ Röm 6,11).
li.small
| Im Hinblick auf die Komposition des Evangeliums lässt sich somit sagen:
br
| In Mk 1,1-11 folgt Markus Röm 1,1-4, wobei die Taufe das „dem Geist der Heiligkeit eingesetzt als Sohn Gottes in Macht seit
| der Auferstehung von den Toten“ bebildet; gleichzeitig ist die Tauferzählung der Anlass, nach Röm 6 zu springen
| und von dort aus in die Nachfolge Jesu zu rufen, dessen neue Existenz als Auferstandener eine Analogie im Leben der Christen haben muss.
li
| So kann der Ruf zur Nachfolge in Mk 1,16-20 ganz im Sinne von Röm 6,11 verstanden werden, wobei das weitere Evangelium darlegen wird,
| was es nun heißt, „tot zu sein für die Sünde“ und „für Gott zu leben in Christus Jesus“.
li
| Das „Mir nach!“ beinhaltet gemäß Röm 6 einerseits eine <i>„Schicksalsgemeinschaft“</i> mit Jesus (mit ihm gekreuzigt, mit ihm begraben, mit ihm Teilhaber an der Neuheit des Lebens),
| andererseits den Aufruf zur <i>„Handlungsgemeinschaft“</i> mit Jesus (mit ihm „tot für die Sünde“, mit ihm „für Gott leben“).
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h5.card-title
q Wasser
|
q Wüste
|
q Geist
h6.card-subtitle.text-muted Von der unheilvollen Gemeinsamkeit scheinbarer Gegensätze
hr
ul.card-text
li In der konzentrischen Mitte stehen „Wasser“ (Jordan) und „Wüste“ nebeneinander.
li Wasser wird oft mit „Leben“ assoziiert, Wüste dagegen mit „Tod“.
li Wie schon an anderer Stelle erwähnt, kann aber auch das Wasser mit Untergang und Tod assoziiert werden, wie es Markus in seinem Evangelium auch immer wieder tut.
li
i
| Gerade im Hinblick auf die Taufe verbindet sich mit dem „Symbol“ Wasser nicht eigentlich ein „Abwaschen“ von Sünden,
br
| sondern im Hinabsteigen, Untertauchen ein Sterben gegenüber dem alten Leben und im Heraussteigen, Auftauchen ein „Neugeschaffenwerden“ zu einem neuen Leben, das nicht mehr von der Sünde beherrscht ist.
li
| In diesem Sinne ist die Taufe ein echter Durchgangsritus: durch den Tod hindurch zu einem neuen Leben.
li
| Bestimmend für die neue Existenz ist der Geist Gottes, der in den beiden Erzählungen der konzentrischen Mitte begegnet:
br
| wie Jesus der Geist eingehaucht wird und wie Jesus sich vom Geist antreiben lässt,
br
| so lebt auch der Christ aus dem Geist und soll sich von ihm führen lassen.
br
q.bibeltext
| Wenn wir im Geist leben, lasst uns auch im Geist wandeln!
span.bibelstelle Gal 5,25
br
| Der Geist hilft auch so ist es angedeutet , eigenen Versuchungen zu bestehen.
.card.slide.border-primary.mb-3
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h5.card-title
q Menschenfischer
h6.card-subtitle.text-muted Nepper, Schlepper, Bauernfänger? Durchgang zu einem neuen Leben im Dienste Gottes als Teil der „Neuen Schöpfung“!
hr
ul.card-text
li
| Indem Jesus die Jünger zu Menschenfischern machen will, nimmt er sie für sich und das Evangelium in Dienst;
br
| in ihnen spiegeln sich die Engel der Versuchungserzählung in der Mitte der konzentrischen Gliederung wider, die Jesus dienen.
li
| Der Begriff <q>Menschenfischer</q> hat in der damaligen Zeit einen negativen Klang,
| vergleichbar unserem <q>Nepper, Schlepper, Bauernfänger</q>;
br
| das kommt wohl auch davon, dass das im Fischernetz Gefangene zu Tod und Verzehr bestimmt ist ...
li.small
| Es ist wohl diesem Hintergrund geschuldet, dass der Evangelist Lukas den Begriff „Menschenfischer“
| durch „Menschen (lebendig) fangen“ (= „beleben“, „wiederbeleben“) ersetzt.
li
| Die Erzählungen der Mitte der konzentrischen Gliederung verdeutlichen, wie Markus „Menschenfischer“ hier besonders verstanden haben will
| und dabei auch ein eigener Akzent auf dem „mir nach“ ruht:
ul.card-text
li
| Wie Jesus sollen die Jünger von Gottes Geist gestärkt und geführt in die Wüste der von Satan beherrschten Gottferne gehen zugunsten der Menschen:
| dabei ihre eigenen Versuchungen bestehen und Menschen für Gott und Christus gewinnen.
li
| In der Taufe sollen sie die Menschen Kraft des Todes und der Auferstehung Jesu realsymbolisch aus der Verstrickung in Sünde und Tod lösen
| und zu einem neuen Leben in der Nachfolge Jesu befreien auf dass die „Neue Schöpfung“ um sich greife und der „neue Adam“ sich
| in der Menschheit auspräge.
li
| Auf diese Weise als „Menschenfischer“ tätig, erfüllen die Jünger in der Nachfolge Jesu in besonderer Weise
| den Auftrag „Bereitet den Weg des Herrn!“ (→ konzentrische Gliederung oben):
br
| sie stehen im Dienst des befreienden Kommens Gottes zu den Menschen.
li
| Das „mir nach“ beinhaltet in diesem Sinne Anteilhabe an der Sendung Jesu!
li
| So ist die Taufe als Initiationssakrament „von Anfang an“ jenes Werkzeug Gottes, das in die Gemeinschaft der Christen
| hineinstellt, gleichsam das Netz, das alle Christen zusammenhält.
li
| Gleichzeitig wird deutlich, dass der negative Beiklang des Wortes „Menschenfischer“ kein „Unfall“ ist, keine „verbesserungswürdige Wortwahl“;
| vielmehr beinhaltet „Menschenfischer“ ganz im Sinne von Röm 6
| das realsymbolische Sterben des Täuflings in der Taufe und das „aus dem Wasser steigen“ zu einer neuen Existenz, die Jesus zum Maßstab nimmt.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
q Söhne
h6.card-subtitle.text-muted Eintreten in die Sohnschaft gegenüber Gott
hr
ul.card-text
li In der Tauferzählung wird Jesus als Sohn Gottes angesprochen, und in der Versuchung erweist sich Jesus auch als Sohn Gottes (vgl. Mk 15,39!).
li
| In der ganzen christlichen Theologie ist mit der Taufe der Gedanke verbunden, dadurch selbst „Sohn Gottes“ zu werden.
p.small.card-text Wobei „Sohn“ hier als christologisch-soteriologischer Begriff zu verstehen ist und die „Töchter“ einschließt.
li
| Darauf spielen sicher auch die Stichworte „Sohn“ und „Vater“ im Hinblick auf die Brüder Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, an.
br
| → Indem sie ihren menschlichen Vater verlassen und in die Nachfolge Jesu eintreten, werden sie zu Söhnen Gottes.
li
| Diese Notiz hat auch eine besondere inhaltliche Tiefe, die im Kontext der konzentrischen Gliederung auffallen muss.
.card.slide.border-secondary.mb-2
.card-body
h5.card-title
| Jesus-Nachfolge als Sinneswandel
h6.card-subtitle.text-muted
| Die „Vertreibung“ aus dem „Paradies“ (bzw. der eigenen „Komfortzone“), um eine „Insel des Lebens in der Wüste“ zu errichten
hr
ul.card-text
li
| In der Mitte der konzentrischen Gliederung ist das Thema „Neue Schöpfung“ mit Jesus als „neuem Adam“ präsent,
| dadurch
| lesen sich die Vorgänge fast wie die Vertreibung aus dem Paradies:
br
| Gleich, nachdem Jesus als Auferstandener aus dem Tod heraussteigt und die himmlische Herrlichkeit des Auferstandenen aufleuchtet,
| wird er vom Geist in die „Wüste“ getrieben, fast vertrieben.
br
| Der Leser kann nicht beim Blick auf den Auferstandenen verweilen, sondern muss mit ihm in die „Wüste“ gehen.
li
| Doch ist dieses Treiben in die Wüste kein Verbannen, sondern vom Auftrag Jesu her zu verstehen,
| mitten in der „Wüste der Gottferne“ eine „Insel des Lebens“ zu errichten, wie die Erzählung vom Wüstenaufenthalt
| durch das Dienen der Engel und das Zusammenleben mit den wilden Tieren bebildert.
br
| Der Leser wird also von der Auferstehung Jesu fast anachronistisch auf die (vorösterliche) Sendung Jesu verwiesen, umgelenkt.
li
| Die beiden Pole dieser Umlenkung können als Gegensätze verstanden werden:
ul.card-text
li
| Die Auferstehungswirklichkeit Jesu bringt eine in Mk 1,9-11 auch angedeutete Auferstehungsherrlichkeit mit sich,
| eine hoheitliche Stellung (→ Röm 1,4: „Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten“).
li
| Die Sendung in die „Wüste“ assoziiert ein ganz anderes Umfeld, das dieser hoheitlichen Stellung nicht entspricht.
li
| Da der „sehende Leser“ dabei auch auf Jesu Tod am Kreuz blickt und die damit verbundene Erniedrigung,
| wird der Kontrast zwischen „Hoheitlicher Stellung“ und „Wüste“ besonders deutlich.
li
| Blickt man von der Sendung Jesu in die „Wüste“ auf das „eigentliche“ Davor also nicht auf die Auferstehung,
| sondern seine „Herkunft“ , stößt man darauf, dass Markus davon erzählt, dass Jesus seine Heimat Nazaret in Galiläa
| verlassen hat, um zu Johannes zu gelangen und sich von ihm „taufen“ zu lassen.
li
| Durch die Verbindung der Gedanken „Heimat verlassen“ und „Von der Herrlichkeit in die Wüste“ wird man im Hinblick auf Christus
| auf den sog. „Philipperhymnus“
| im Brief des Paulus an die Philipper gelenkt (Phil 2,6-11).
p.small.card-text
| Die weitere Betrachtung des Markus-Evangeliums wird dann auch zeigen, dass Markus mit höchster
| Wahrscheinlichkeit den Philipperbrief des Apostel Paulus kannte.
li
| In diesem „Philipperhymnus“ wird besungen, dass Christus sein Gott-Gleich-Sein wörtlich übersetzt „nicht als Raub festgehalten hat“,
| sondern seine himmlische Herrlichkeit seine „persönliche Komfortzone“ verlassen hat,
| um Mensch zu werden: Diener bis zum Tod am Kreuz.
br
q.bibeltext
| 6 Er war Gott gleich, hielt es aber nicht als einen Raub fest, Gott gleich zu sein,
br
| 7 sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich.
br
| Sein Leben war das eines Menschen;
br
| 8 er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.
br
| 9 Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen,
br
| 10 damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu
br
| 11 und jeder Mund bekennt: Jesus Christus ist der Herr zur Ehre Gottes, des Vaters.
span.bibelstelle Phil 2,6-11
li
| Dieser Hymnus wird von Paulus überliefert das macht sein Kontext deutlich , um den Christen zu veranschaulichen,
| wie auch sie gesinnt sein sollen (→ Nachfolge!).
li
| Von diesen Bezügen her fordert die Jesus-Nachfolge einen Sinneswandel, der dem Sinneswandel des ursprünglich Gottgleichen entspricht.
p.small.card-text
| Es ist sicher kein Zufall, dass in der vorliegenden konzentrischen Gliederung
| die Verkündigung der Sinneswandel-Taufe durch Johannes den Täufer und der Ruf zum Sinneswandel durch Jesus selbst
| gegenüberliegen.
.card.slide.border-secondary.mb-2
.card-body
h5.card-title
| Ausbrechen aus einer Welt des „Habens“
h6.card-subtitle.text-muted
| Das „Verlassen“ des Vaters als verbindendes Element zwischen Jesus und den Söhnen des Zebedäus
hr
ul.card-text
li
| Die Anspielung auf den Philipperhymnus in der Mitte der konzentrischen Gliederung lässt einen bestimmten Erzählzug der Berufung
| der Söhne des Zebedäus besonders hervortreten:
br
| Es wird erwähnt, dass Zebedäus Tagelöhner hat.
br
| Dies weist auf einen gewissen Wohlstand der Familie hin, den die beiden Söhne erben würden, wenn sie bei ihrem Vater bleiben würden.
br
| Indem sie Jesus nachfolgen, lassen sie dieses Erbe zurück und die Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb:
li
| So wird eine inhaltiche Beziehung zwischen den Söhnen des Zebedäus und dem Gottessohn hergestellt:
br
| Christus hat auf seine himmlische Herrlichkeit verzichtet und seinen Vater „verlassen“ (→ Menschwerdung),
br
| er hat auf „Haben“ verzichtet und ist ein Diener, ein Sklave geworden.
br
| In Analogie dazu verlassen die Söhne des Zebedäus ihren Vater, verzichten auf das Erbe
| und treten in den Dienst Jesu.
li
| So wird im Handeln der „Nachfolgenden“ indirekt das Handeln des „Vorausgängers“ (= Jesus) erzählt und vergegenwärtigt,
br
| und zugleich dieses Handeln des „Vorausgängers“ als Vorbild herausgestellt.
li
| Im Hinblick auf die Söhne des Zebedäus lässt sich verallgemeinernd sagen:
br
i
| Jakobus und Johannes brechen durch ihre Jesus-Nachfolge aus einer „Gesellschaft des Habens“ aus
br
span.small </i>(auch wenn es immer wieder Rückfälle gibt, vgl. Mk 10,35-40)<i>,
br
| sie verlassen ihre „persönliche Komfortzone“, „erniedrigen“ sich und treten in den Dienst an der Menschheit (→ „Menschenfischer“).
br
| Damit folgen sie nach Phil 2,6-11 in besonderer beispielhafter! Weise Jesus nach.
.card.slide.border-secondary.mb-2
.card-body
h5.card-title
| Ausbrechen aus menschlichen Machtstrukturen
h6.card-subtitle.text-muted
| Der „Wechsel“ des Vaters (Mensch → Gott) in der Berufung der Zebedäussöhne als prinzipieller Gedanke
hr
ul.card-text
li
| Neben dem oben ausgeführten Gedanken des „Habens“ verbindet sich mit dem Verlassen des Vaters
| durch die Söhne Jakobus und Johannes auch der Gedanke der „menschlichen Macht“,
br
| lassen die Söhne des Zebedäus ja nicht nur ihren menschlichen Vater zurück,
| sondern auch die Stellung als Söhne im väterichen Betrieb bzw. dann später als Erben des Vaters.
li
| So verkörpern sie beispielhaft, was später im Evangelium nach Markus noch deutlich hervorgehoben werden wird:
br
i
| Es geht auch um ein Ausbrechen aus der patriarchalischen (oder je nach kulturellem Kontext matriarchalischen) Prägung
| menschlicher Gesellschaft,
br
| um ein Ausbrechen aus menschlichen Herrschaftsstrukturen.
p.small.card-text.mb-0 Siehe auch oben: „geschwisterlicher Geist“.
p.small.card-text
| Wo im weiteren Verlauf „Familie Gottes“ zum Thema wird, ist auffälligerweise nie vom (menschlichen) Vater die Rede:
br
| es gibt nur einen Vater, den im Himmel.
p.card-text.slide
i
| Insgesamt wird deutlich, wie Nachfolge neben einem „soteriologischen Element“ (→ Menschenfischer)
| auch ein „ethisches Element“ hat im Sinne des Ausbrechens aus einer Gesellschaft, die sich von materiellem Haben
| und menschlichen Machtstrukturen her definiert, zu einer Gemeinschaft, die verzichtet und sich in Dienst nehmen lässt.
.card.slide.border-secondary
.card-body
h5.card-title
| Nochmal: Die eigenwillige Abfolge Auferstehung → „Wüste“
h6.card-subtitle.text-muted
| Röm 6 als Vorbild
hr
p.card-text
| Die Umlenkung vom Blick auf den Auferstandenen auf seine Sendung (→ „Wüste“) hat eine Entsprechung in Röm 6:
ul.card-text
li
| Als Fortsetzung des Satzes
br
q Wir wurden ja mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod,
br
| würde man eine Weiterführung erwarten wie etwa:
br
q so sind wir auch mit ihm auferstanden.
li
| Doch es heißt:
br
q
| damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde,
br
i in der Neuheit des Lebens wandeln.
li.small
| Erst später wird es heißen:
br
q
| Wenn wir nämlich mit der Gestalt seines Todes verbunden wurden,
br
| dann werden wir es auch mit der seiner Auferstehung sein.
br
| Diese Formulierung aber blickt in die Zukunft, nicht in die Gegenwart.
li
| Sicher schreibt Paulus auch ganz bewusst:
br
q Wisst ihr nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getauft worden, <i>auf seinene Tod</i> getauft worden sind?
li
| Hintergrund ist, dass (sicher nicht nur) in Korinth Gläubige der Meinung waren, schon selber auferstanden zu sein,
| also schon am Ziel zu sein: es kann nichts mehr passieren.
li
| Dagegen betont Paulus durchaus mit einem mahnenden Ton :
br
| Ja, wir haben Teil an der Auferstehung Jesu und werden auch einmal
| mit ihm in der Auferstehungsherrlichkeit sein aber das ist Zukunft, wir sind noch auf dem Weg, nicht schon am Ziel angekommen;
br
| die Teilhabe an der Auferstehung Jesu bedeutet nicht, schon selbst auferstanden zu sein,
| sondern ist vielmehr ein Auftrag, als Teil der „Neuen Schöpfung“ den Alltag zu bestehen;
br
| sie ist als Auftrag zu verstehen, das eigene Leben auf dem Weg bis zum eigenen Tod und der dann erst
| folgenden Auferstehung entsprechend zu gestalten: „tot für die Sünde für Gott leben“.
li
| Paulus im Römerbrief und Markus hier in der Mitte der konzentrischen Gliederung
| mit Ruf zur Nachfolge am unteren Ende gemeinsam ist also,
br
| dass sie den Blick auf die Auferstehungsherrlichkeit Jesu umbiegen zu einem Auftrag an die Gläubigen
| in der Nachfolge Jesu.
li.small
| Bei beiden begegnet aus diesem Grund der eigenwillige Umstand, dass der Auferstandene der ja wirklich schon am Ziel ist
| zum Vorbild für jene wird, die noch auf dem Weg zum Ziel sind;
br
| für sie wäre
| Jesus als selber Auf-dem-Weg-Seiender das naheliegendere Beispiel, da er ja eigentlich durch diesen Weg auf dem er schon
| die Versuchung bestanden hat zum Vorbild geworden ist.
br
| Markus verbindet beide Sichtweisen, indem in seinem Evangelium Jesus bereits (seit der Taufe) der Auferstandene ist,
| er als Irdischer aber doch zugleich noch auf dem Weg zum Kreuz ist.
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h5.card-title
| Die Erstberufenen: „tot für den Sünde leben für Gott“
h6.card-subtitle.text-muted Alles verlassen Menschenfischer
hr
ul.card-text
li
| Das „Mir nach!“ ist im Kontext der unmittelbar vorausgehenden Erzählungen nach der Tauferzählung als
| „So begreift auch ihr euch als Menschen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus“ (→ Röm 6,11) zu verstehen.
li
| Exemplarisch wird dies an den vier Erstberufenen bebildert:
ul.card-text
li
i Simon und Andreas
br
| Sie werden als Menschenfischer berufen.
br
| Als solche Leben sie ihr Leben für Gott.
li
i Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus
br
| Sie brechen aus einer Gesellschaft des Habens und menschlichen Machtstrukturen selbst eigentlich habend und mächtig aus.
br
| Dies gehört zum „tot sein für die Sünde“;
br
| das Verharren in beidem wird im Laufe des Evangeliums von Jesus angeprangert werden.
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h5.card-title
q Tut alles ohne Murren und Bedenken ...
span.bibelstelle Phil 2,14
h6.card-subtitle.text-muted Die Jünger als Teil der „Insel des Lebens“ in der Wüste
hr
ul.card-text
li
| Es fällt auf, dass die berufenen Jünger ohne Umschweife in die Nachfolge eintreten;
br
| bei Petrus und Andreas wird sogar explizit ein „sogleich“ gesetzt,
| aber auch bei den Söhnen des Zebedäus erfolgt unmittelbar auf den Ruf Jesu das Verlassen des Vaters.
li
| Hier kann einem wie schon der Versuchungserzählung, die jetzt Teil der Mitte der konzentrischen Gliederung ist
span.bibelstelle Phil 2,14-15
| in den Sinn kommen:
br
q.bibeltext
i Tut alles ohne Murren und Bedenken,
br
| damit ihr rein und ohne Tadel seid, Kinder Gottes ohne Makel
br
| mitten in einer verkehrten und verwirrten Generation,
br
| unter der ihr als Lichter in der Welt leuchtet.
br
| Mit Phil 2,14 könnte man sagen: die vier treten „ohne Murren und Bedenken“ in die Nachfolge Jesu ein.
li
| Dazu gibt es einen indirekten weiteren Bezug:
br
| Das „Kinder Gottes“-Sein „rein und ohne Tadel“ im Zitat aus dem Philipperbrief spiegelt sich in der Tauferzählung in der Mitte
| der konzentrischen Gliederung in der Anrede Jesu durch Gott sowie in der Wohlgefallensbekundung wieder;
br
| und von dort aus im Verlassen des Vaters durch die Söhne des Zebedäus, um Kinder Gottes zu werden.
li
| So werden die Jünger als zugehörig zur in Mk 1,12-13 angedeuteten „Insel des Lebens“ inmitten der Wüste der von Satan beherrschten Gottferne gekennzeichnet.
li
| Als „Menschenfischer“ helfen die Jünger, Menschen auf diese „Insel des Lebens“ zu retten.
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h5.card-title
| Der Gehorsam bis zum Tod am Kreuz und der Gehorsam der Erstberufenen beim Eintritt in die Nachfolge
h6.card-subtitle.text-muted Die Erzählung von der Versuchung Jesu und der Philipperhymnus
hr
ul.card-text
li
| Das unmittelbare Eintreten der Jünger in die Nachfolge Jesu ihr Gehorsam angesichts des Rufes Jesu
| spiegelt sich in der Mitte der konzentrischen Gliederung darin, dass sich Jesus ohne Umschweife vom Geist
| in die Wüste treiben lässt:
br
| so wie Jesus dem Geist gegenüber gehorsam ist,
br
| so sind es die Jünger Jesus gegenüber.
li
| Gleichzeitig spiegelt sich das In-Dienst-nehmen-Lassen der Jünger in der Mitte der konzentrischen Gliederung darin, dass die Engel Jesus dienen:
br
| Erde und Himmel dienen Jesus.
li
| Versteht man nun noch die Wüste wie wir es getan haben als Ort der Gottferne,
br
| verbindet diese als „Wüste der Gottferne“ mit dem Tod Jesu am Kreuz, der wie bereits erwähnt als Sterben in die Gottferne gezeichnet ist
| (→ „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Mk 15,34),
br
| und ist auch siehe oben auf Bezüge zum
| Philipperhymnus aufmerksam geworden, drängt sich regelrecht auf, auch diese Erzählzüge mit dem Philipperhymnus zu verbinden:
br
q.bibeltext
| 8 er erniedrigte sich und war <i>gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz</i>.
br
| 9 <i>Darum hat ihn Gott über alle erhöht</i> und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen,
br
| 10 damit <i>alle im Himmel, auf der Erde</i> und unter der Erde <i>ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu</i>
span.bibelstelle Phil 2,8-10
br
| Die Versuchung Jesu besteht demgemäß darin, diesen Weg des Gehorsams bis zum Tod am Kreuz nicht zu gehen.
li
| Das „Darum“ in Phil 2,9 ist ein betontes Scharnier zwischen Erniedrigung und Erhöhung des einst Gottgleichen;
| und mit dieser Erhöhung Jesu verbindet sich in Phil 2,10 das Ziel, dass Himmel, Erde und Unterwelt vor Jesus die Knie beugen;
br
| das kann als Zeichen von Hochachtung und Ehrerbietung verstanden werden,
br
| das kann im weiteren Sinne aber auch als Gehorsam bis hin zum Dienst verstanden werden.
br
| Versteht man jedenfalls den Dienst der Engel und den gehorsamen Eintritt der Jünger in den Dienst Jesu
| von Phil 2,10 her, ist das Kniebeugen durch Himmel, Erde und Unterwelt zu 2/3 in den Engeln und den Berufenen bebildert.
li
| Unterstützend ist die Beobachtung, dass in der Versuchungserzählung die Trias Engel, (gezähmte wilde) Tiere und Satan
| der Trias „im Himmel, auf der Erde und unter der Erde“ entspricht.
li
| Mithin schaut die Erzählung von der Versuchung Jesu beim Dienst der Engel also schon auf die Erhöhung Jesu,
br
| ist in einer einzigen Erzählung letztlich die ganze Sendung Jesu gegenwärtig.
li
| So betrachtet wird in der doppelten Mitte der konzentrischen Gliederung <i>zweimal</i> der Weg Jesu erzählt:
br
| Zunächst das Kommen Jesu zur Taufe und seine Taufe durch Johannes (→ Hineinsteigen im Sinne des Todes)
| sowie die Ereignisse beim Heraussteigen aus dem Wasser (→ Auferweckung);
br
| dann wieder auf den Anfang zurücksetzend den Weg Jesu in die „Wüste der Gottferne“ bis hin zum Tod am Kreuz,
| den Jesus seiner Sendung gemäß gehorsam geht worauf sich das bei der Taufe geäußerte Wohlgefallen Gottes bezieht ,
| was in seine abschließend im Dienst der Engel angedeuteten Erhöhung mündet.
li
| Der Weg in die „Wüste der Gottferne“ nach dem Hereinbrechen der Herrlichkeit Gottes über Jesus
| hat eine gewisse Analogie zur Entäußerung und Erniedrigung des Philipperhymnus, auch wenn der Ausgangspunkt dort die Präexistenz ist.
br
| Es leuchtet das „Darum“ der Erhöhung auf (→ Wohlgefallen, das Gott in der „Taufe“ Jesu äußert):
br
| der Blick auf die bei der Taufe angedeutete Auferstehungsherrlichkeit wird umgebogen auf den Weg dorthin.
li
| In diesen Weg von der Erniedrigung zur Erhöhung ist die Berufung und damit die Sendung der Jünger eingeordnet als Weg der Nachfolge:
br
| der Gehorsam gegenüber dem Ruf Jesu und in diesem Zug die Entäußerung und Erniedrigung als Verlassen der Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb durch die Söhne des Zebedäus.
br
| Und wie Jesus die Jünger quasi auf seinem Weg mitnimmt, so sollen auch die Jünger als Menschenfischer andere mitnehmen
| auf diesem Weg in der Nachfolge Jesu.
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h5.card-title
q ... in Versuchung geführt
h6.card-subtitle.text-muted Die Versuchung beim Ruf in die Nachfolge
hr
ul.card-text
li
| In der Erzählung von der Berufung der ersten Jünger selbst ist keine Versuchung Jesu erzählt;
br
| vielmehr ist diese Thematik auf die Berufenen zu übertragen.
li
| Ihre Versuchung besteht darin, bei ihrem Beruf und ihrer Familie zu bleiben
| und den Ruf in die Nachfolge abzulehnen.
li
| Besonders gilt diese Versuchung für die Söhne des Zebedäus, für die die Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb
| eine echte Versuchung ist, den Ruf in die Nachfolge abzulehnen, gelten doch Macht und Reichtum
| aus irdisch-menschlicher Perspektive als erstrebenswert sie loszulassen ist genau das Gegenteil!
li
| Wie der weitere Verlauf des Evangeliums deutlich machen wird, handelt es sich hier nicht nur um eine Versuchung
| bim Eintritt in die Nachfolge; es ist vielmehr eine wiederkehrende Versuchung, der immer neu standgehalten werden muss.
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h5.card-title
q Sogleich
h6.card-subtitle.text-muted Die Sendung Jesu vollzieht sich und nimmt andere in die Pflicht
hr
ul.card-text
li
| In der Versuchungserzählung (→ Mitte der konzentrischen Gliederung) drückt das „sogleich“, das keinen Raum zwischen Taufe und Gang in die Wüste lässt,
| die göttliche Sendung Jesu aus.
p.small.card-text
| In diesen Verstehenszusammenhang lässt sich auch das „sogleich“ bei der Taufe Jesu einordnen: Jesu wird als Anfang gelesen für seine Sendung
| gerüstet; bzw. Jesu Sendung kommt in der Aufertehung zu ihrem Ziel.
li
| In der vorliegenden Erzählung begegnet das „sogleich“ zweimal, zwar mit unterschiedlichem Bezug, aber stets vom Gedanken der göttlichen Sendung/Berufung her verstehbar:
ul.card-text
li
| Jesus ruft Simon und Andreas und sogleich folgen sie Jesus nach:
br
| In dieser Nachfolge vollzieht sich ihre Berufung durch Gott.
li
| Jesus sieht die Söhne des Zebedäus und sogleich ruft er sie:
br
| In diesem Ruf in die Nachfolge vollzieht sich ein Teil der Sendung Jesu (und später auch der Jünger im Sinne des Menschenfischerseins).
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h5.card-title Alles verlassen?
h6.card-subtitle.text-muted Fragen zur Radikalität der Jesus-Nachfolge
hr
ul.card-text
li
| Auffällig ist, wie unbedingt und ohne weitere Umschweife („sogleich“ in Mk 1,18!) die Berufenen in die Nachfolge eintreten:
br
| Von den vier erstberufenen Jüngern wird erzählt, dass sie ihren Beruf und ihre Familie hinter sich lassen, um Jesus nachzufolgen.
li
| Als alttestamentliches Vorbild kann die Berufung des Elischa durch Elija dienen; teils klingt diese mehr als ähnlich:
br
q.bibeltext
| ... Elija ... traf ... Elischa, den Sohn Schafats.
br
| Er war gerade mit zwölf Gespannen am Pflügen und er selbst pflügte mit dem zwölften.
br
| Im Vorbeigehen warf Elija seinen Mantel über ihn. Sogleich verließ Elischa die Rinder, eilte Elija nach ...
span.bibelstelle 1 Kön 19,19-20
ul.card-text
li Wie die Erstberufenen gerade ihre Netze auswarfen, ist Elischa gerade beim Pflügen.
li Wie Jakobus und Johannes über ihren Vater identifiert werden, so auch Elischa.
li Hier wie dort ist das „sogleich“ hervorstechend.
li Hier wie dort ist ein gewisses Vermögen der Familien vorauszusetzen: Zebedäus hat Tagelöhner, die Familie des Elischa hat nicht nur eines, sondern zwölf Gespanne.
li Wie die Jünger Jesus nachgehen sollen, läuft Elischa Elija nach.
li Während aber Elischa noch in einer größeren Aktion sich von seinen Eltern verabschiedet, ist dies bei Jakobus und Johannes klar knapper und damit dringlicher formuliert.
li Insgesamt wird man sagen dürfen, dass die Berufungserzählung des Elischa Pate gestanden hat für die Berufungserzählung der ersten Jünger bei Markus.
li
| Auffällig muss aber sein, dass man wenig später im Haus der Schwiegermutter des Petrus einkehrt (Mk 1,29-31).
p.small.card-text
| Paulus kann in 1 Kor 9,5 erwähnen, dass die übrigen Apostel, die Herrenbrüder und eigens erwähnt auch Petrus ihre (christlichen) Frauen
| auf ihren Missionsreisen dabei haben.
br
| Petrus und auch die anderen haben also offenbar nicht einfach ihre Familien allein („im Stich“) gelassen.
li
| Es kommt auf die Priorisierung an: Die Nachfolge muss an oberster Stelle stehen und alles ist von ihr her zu betrachten.
li
| Das schließt sicher manches aus wie das Evangelium noch verdeutlichen wird , familiäre Bindungen aber nicht zwangsläufig.
li
| Wichtig ist Markus die Unbedingtheit der Nachfolge; in diesem Sinne ist es eine radikale Nachfolge.
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h5.card-title Jesus, der Johannes „Nachfolgende“
hr
ul.card-text
li
| Passend zur Nachfolgethematik am unteren Ende der konzentrischen Gliederung, stehen sich
| auf der inneren Position Johannes der Täufer und Jesus gegenüber.
li
| Johannes hatten den Stärkeren angekündigt, der nach ihm kommt; dieser Jesus tritt nun auf, nachdem Johannes ausgeliefert worden war.
li
| Beide verbindet der Ruf zur Umkehr.
ul.card-text
li
| Damit ist von der Mitte der konzentrischen Gliederung her ein Sinneswandel gemeint,
| der dem Sinneswandel des Gottgleichen entspricht, der sich entäußert hat und ein Diener bis zum Letzten geworden ist (→ Phil 2,6-11).
li
| Am unteren Ende der konzentrischen Gliederung wird dieser Gedanke mit den Söhnen des Zebedäus verbunden;
br
| man kann ihn auch hier in der Wüsten-Askese Johannes des Täufers angedeutet sehen, sich spiegelnd im von Jesus verkündeten
| „Evangelium Gottes“, das die Erniedrigung des Gottessohnes im Tod enthält
| (und sich in diesem Sinne auch mit der Mitte der konzentrischen Gliederung verbindet).
li
| Ferner kann die „Taufe des Sinneswandels“ mit der Notiz der Auslieferung Johannes des Täufers verbunden werden,
| ist diese doch „durchsichtig“ auf die Auslieferung Jesu, also seinen Tod am Kreuz gemäß göttlicher Sendung.
br
| Es ist also auf die Christen und Christus zu übertragen, gemäß Röm 6:
br
q.bibeltext Wisst ihr denn nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getaufen wurden, auf seinen Tod getauft worden sind?
span.bibelstelle Röm 6,3
li
| Während der Einzugsbereich Johannes des Täufers Judäa und Jerusalem sind, tritt Jesus zunächst in Galiläa auf;
br
| doch wird der weitere Weg Jesus dann nach Judäa und Jerusalem führen ...
li
| Die Taufe der Vielen wird in Beziehung gesetzt zu „Reich Gottes“, „Evangelium“, „Umkehr“ und „Glaube“
| alles Themen, die sich in der christlichen Theologie auch sonst mit der Taufe verbinden.
ul.card-text
li Die Taufe ist Element der geforderten Umkehr und besiegelt diese auf Zukunft hin.
li Gleichzeitig setzt die Taufe (im christlichen Sinne) den Glauben an das Evangelium voraus.
li Durch die Taufe wird man Teil einer neuen Wirklichkeit, nämlich des angebrochenen Reiches Gottes.
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h5.card-title
q.bibeltext
| Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn ...
span.bibelstelle Gal 4,4
br
q.bibeltext
| Das Netz ist zerrissen und wir sind frei
span.bibelstelle Ps 127,7
hr
ul.card-text
li
| Wie Mk 1,16-20 den Zyklus Röm 6 in Mk 1,9-20 („ein für alle Mal gestorben für die Sünde, sein Leben lebt er für Gott so auch ihr“)
| weiterführt und vollendet,
br
| so führt Mk 1,16-20 auch
span.bibelstelle Gal 4,4-6,
| das mit Mk 1,14-15 in Blick kam, weiter und vollendet es:
br
q.bibeltext
| 4 Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und dem Gesetz unterstellt,
br
| 5 damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz stehen
br
| und damit wir die Sohnschaft erlangen.
br
| 6 Weil ihr aber Söhne seid, sandte Gott den Geist seines Sohnes in unsere Herzen, den Geist, der ruft: Abba, Vater.
li
| Die Sendung des Sohnes, dem Gesetz des Geists unterstellt, bildet nun die Mitte der konzentrischen Gliederung.
li
| Wie oben gezeigt, werden die Söhne des Zebedäus auf dem Weg der Jesusnachfolge zu Söhnen Gottes ganz im Sinne
| von Gal 4,5b.
li
| Wie auch oben angesprochen, gilt die Geistsendung auch den Jüngern insofern die Taufe Jesu „Prototyp“
| der christlichen Taufe ist und sind sie gerufen, wie Jesus dem Geist zu folgen;
br
| dies entspricht einerseits Gal 4,6, andererseits aber wie oben schon erwähnt Gal 5,25 im Kontext von Gal 5,16-18.
li
| Das Freigekauftsein vom Gesetz Gal 4,5a ist mit Ps 127,7 im Hintergrund im Bild des zerrissenen Netzes bebildert:
br
| Das griechische Wort, das beschreibt, was die Söhne des Zebedäus tun, ist dehnbar;
| es ist sehr gut ein zerrissenes Netz vorzustellen, das die beiden reparieren wollen.
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h5.card-title
| Jesus ist
q.bibeltext
| ein für alle Mal gestorben für die Sünde, sein Leben aber lebt er für Gott
span.bibelstelle Röm 6,10
br
| So gilt für Paulus:
q.bibeltext
| Ich bin durch das Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich für Gott lebe
span.bibelstelle Gal 2,19
hr
ul.card-text
li
| Als Jesus die Söhne des Zebedäus beruft, reparieren sie gerade das Netz.
br
| Dies ist im Hinblick auf die Bezüge zum Galaterbrief durchsichtig auf das jüdische Gesetz und dessen Wiederaufrichtung,
| von der Paulus im Brief an die Galater spricht.
li
| Um in die Jesus-Nachfolge einzutreten, müssen die Söhne des Zebedäus diese Wiederaufrichtung des Gesetzes sein lassen;
br
| zwischen Jesus und jüdischem Gesetz wird eine Gegenüber konstruiert mit sich ausschließendem Charakter.
br
| Dies ist in der vorausgehenden konzentrischen Gliederung bereits gegenwärtig und mit der Befreiung vom jüdischen Gesetz
| bzw. von der Knechtschaft der Sünde (vgl. Gal 3,19-25 für die Zusammenhänge) zu verbinden.
li
| Nach Röm 6,11 soll der Getaufte
| (im Sinne des „so auch ihr“ → „mir nach“: Mk 1,16-20) „tot sein für die Sünde und für Gott leben“,
| weil für Jesus nach Röm 6,10 gilt: er ist „ein für alle mal gestorben für die Sünde“ (→ Mk 1,12-13: Mitte der konzentrischen Gliederung),
| „sein Leben aber lebt er für Gott“ (→ Mk 1,14-15).
br
| In
span.bibelstelle Gal 2,19
| findet sich eine analoge Formulierung, die statt von der „Sünde“ vom „Gesetz“ spricht,
| was durch die Erklärung in Gal 3,19-25 möglich ist:
br
q.bibeltext
| Ich bin durch das Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich für Gott lebe.
br
| So wie Christus ein für alle Mal für die Sünde gestorben ist Mitte der konzentrischen Gliederung ,
br
| muss der Christ ein für alle Mal dem Gesetz gestorben sein unteres Ende der konzentrischen Gliederung ;
br
| ein „leben für Gott“ ist nur jenseits der Sünde möglich, und das heißt wegen Gal 3,19-25 auch: jenseits des Gesetzes.
li
| Im Kontext dieser Aussage verwehrt sich Paulus der Wiederaufrichtung des Gesetzes:
br
q.bibeltext
| 18 Denn wenn ich das, was ich niedergerissen habe, wieder aufbaue, dann stelle ich mich selbst als Übertreter hin.
br
| 19 Denn ich bin durch das Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich für Gott lebe.
br
| Ich bin mit Christus gekreuzigt worden.
br
| 20 Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir.
br
| Was ich nun im Fleisch lebe, lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat.
span.bibelstelle Gal 2,18-20
li
| Die Aussagen Gal 2,19b.20a lassen sich sehr gut mit der Thematik „Nachfolge“ verbinden (→ Mk 8,34!),
| wie Entäußerung und Erniedrigung der Söhne des Zebedäus durch das Verlassen der Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb
| Nachfolge Jesu sind, ganz im Sinne dessen, was Paulus in
span.bibelstelle Gal 6,14
| schreibt:
br
q.bibeltext
| Ich aber will mich allein des Kreuzes Jesu Christi, unseres Herrn, rühmen, durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt.
br
| Gal 6,14 kann als Absage an irdische Werte Anerkennung (Gal 6,12), aber auch Reichtum und Macht verstanden werden, wie es von den Söhnen des Zebedäus erzählt wird.
li
| Gal 2,20b wiederum verbindet sich einerseits mit dem Ruf zum Glauben in Mk 1,14-15, das mit Mk 1,16-20 zusammen die Stelle Gal 4,4-6 vergegenwärtigt.
br
| Andererseits ist die Hingabe des Gottessohnes in der Mitte der konzentrischen Gliederung, näherhin in der Wüstensendung nach der Tauferzählung (→ „Sohn Gottes“), angedeutet.
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.card-body
h5.card-title
q.bibeltext
| Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, ... damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz stehen
span.bibelstelle Gal 4,4-5a
br
| und
q.bibeltext
| ... um unter allen Völkern den Gehorsam des Glaubens aufzurichten
span.bibelstelle Röm 1,5
h6.card-subtitle.text-muted Ein zweiter Blick auf das Gegenüber von Mk 1,4-8 und Mk 1,14-15
hr
ul.card-text
li
| Die befreiend-freikaufende Sendung des Sohnes wird in der Mitte der konzentrischen Gliederung erzählt.
br
| In Mk 1,14-15 wird diese Sendung und ihre Bedeutung ins Wort gebracht und dabei Gal 4,4-6 vergegenwärtigt.
br
| In Mk Mk 1,4-8 werden die Auswirkungen der Sendung erzählt: Menschen sind befreit von der Herrschaft der Sünde,
| erfahren in der Taufe die Vergebung der Sünden;
br
| sie sind nun frei vom „Gesetz der Sünde und des Todes“ (Röm 8,2).
li
| In der Mitte der konzentrischen Gliederung ist stimmig dazu
span.bibelstelle Gal 3,13-14
| im Hintergrund zu vergegenwärtigen:
br
q.bibeltext
| Christus hat uns vom Fluch des Gesetzes freigekauft, indem er für uns zum Fluch geworden ist;
br
| denn es steht geschrieben: Verflucht ist, wer am Holz hängt.
br
| Jesus Christus hat uns freigekauft, damit den Völkern durch ihn der Segen Abrahams zuteilwird
br
| und wir die Verheißung des Geistes empfangen durch den Glauben.
li
| Johannes hatte auf den Stärkeren hingewiesen, der nach ihm kommt und der mit dem Heiligen Geist taufen wird.
br
| Mk 1,14-15 nimmt die zeitliche Abfolge und den Überbietungscharakter auf, indem es mit „Nachdem“ beginnt sowie
| vom Anbruch der Königsherrschaft Gottes und des Zeitalters des Glaubens erzählt.
li
| Während Johannes der Täufer in Mk 1,8 die Geisttaufe des Stärkeren ankündigt, ruft Mk 1,15 zum Glauben auf.
br
| Dieses Gegenüber vergegenwärtigt aus Gal 3,13-14 unmittelbar die Aussage
br
q.bibeltext
| Christus hat uns losgekauft ...., damit wir die <i>Verheißung des Geistes</i> empfingen durch den <i>Glauben</i>.
br
| Gemeint ist hier das „Empfangen des verheißenen Geistes“, nicht nur die Verheißung als solche.
br
| Ferner rückt
span.bibelstelle Gal 3,2
| in Blick:
br
q.bibeltext
| Dies eine möchte ich von euch wissen:
br
| Habt ihr den Geist durch die Werke des Gesetzes oder
| <i>durch das Hören der Glaubensbotschaft</i> empfangen?
p.card-text.small.mb-0
| Natürlich kann wie in der vorhergehenden konzentrischen Gliederung auch an Gal 4,6 gedacht werden,
br
| „Verheißung“/„verheißen“ verbindet sich mit der Ankündigung der Geisttaufe durch Johannes besser als Gal 4,6,
br
| zumal in Mk 1,14-15 zum Glauben aufgerufen wird.
li
| Den Anbruch des Zeitalters des Glaubens und das Ende des Zeitalters des Gesetzes thematisiert Paulus insgesamt
| in Gal 3,22-25; mit der Taufe Jesu und der Sohnesbetitelung Jesu bei der Taufe in der Mitte der konzentrischen Gliederung
| und der Sohnesthematik am unteren Ende der konzentrischen Gliederung sowie mit dem Thema „(alle) Völker“
| im aktuellen Gegenüber (sowie in der Berufungserzählung, s. u.) kann aber
span.bibelstelle Gal 3,22-28
| insgesamt im Hintergrund stehen:
br
q.bibeltext
| 22 Aber die Schrift hat alles unter der Sünde eingeschlossen,
| damit die Verheißung aus dem Glauben an Jesus Christus denen gegeben wird, die glauben.
br
| 23 Ehe der Glaube kam, waren wir vom Gesetz behütet, verwahrt, bis der Glaube offenbar werden sollte.
br
| 24 So ist das Gesetz unter Erzieher auf Christus hin geworden, damit wir aus dem Glauben gerecht gemacht werden.
br
| 25
i Nachdem aber der Glaube gekommen ist, stehen wir nicht mehr unter dem Erzieher.
br
| 26 Denn alle sei ihr durch den Glauben Söhne Gottes in Christus Jesus.
br
| 27 Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen.
br
| 28 Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht männlich und weiblich;
| denn ihr alle seid <i>einer</i> in Christus Jesus.
li
| Zu Johannes dem Täufer kommen die Menschen aus „ganz Judäa“ sowie „alle Einwohner Jerusalems“,
| Jesus dagegen geht nach Galiläa;
br
| da wie dort erschallt der Umkehrruf, bei Jesus ergänzt durch den Ruf zum Glauben.
br
| Mit Judäa als jüdischem Kernland mit Jerusalem als Hauptstadt da und Galiläa das von Nichtjuden durchsetzt ist dort im Gegenüber der
| konzentrischen Gliederung sind zwei Regionen Palästinas benannt;
br
| dies kann im Sinne einer Weitung verstanden werden, wobei zu bedenken ist, dass Galiläa in Mk 1,39 siehe dort die Völkerwelt andeuten kann;
br
| dadurch wird die Aussage
br
q.bibeltext
| Jesus Christus hat uns freigekauft, damit den Völkern durch ihn der Segen Abrahams zuteilwird
br
| aus
span.bibelstelle Gal 3,14
| vergegenwärtigt (wobei „Völker“ hier Israel und die Völkerwelt einschließt, wie die Segensverheißung an Abraham auch zusammenbindend ist [→ Gal 3,8: „<i>alle</i> Völker“!];
| wohl liegt aber ein gewisser Akzent auf der Völkerwelt, weil dies der Argumentationsrichtung des Paulus entspricht).
br
| Bedenkt man, dass die Menschen, die zu Johannes dem Täufer kommen, gehorsam dem Umkehrruf folgen
| und dass Jesus zum Glauben aufruft, ist auch an
span.bibelstelle Röm 1,5
| zu denken:
br
q.bibeltext
| ... um unter allen Völkern den Gehorsam des Glaubens aufzurichten
br
| (Im „allen“ ist hier dann definitiv Israel mitgemeint, auch im Bezug zu Gal 3,14 ist dies vorauszusetzen.)
p.card-text.small.mb-0
| Das „Nachdem“ zu Beginn von Mk 1,14-15 darf hier noch nicht im Sinne einer (nachösterlichen) Ablösung verstanden werden,
| da die Menschen aus „ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems“ positiv dargestellt werden: sie folgen gehorsam dem Umkehrruf;
| dies ist auch in Übereinstimmung mit anderen konzentrischen Gliederungen und dem jeweiligen Gegenüber von Mk 1,4-8 festzuhalten.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
| Simon und Andreas Jakobus und Johannes
h6.card-subtitle.text-muted Eine Besonderheit der Namen der Apostel neu verstanden
hr
ul.card-text
li
| Mit Gal 3,13-14 in der Mitte sowie Mk 1,4-8 und Mk 1,14-15 als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung
| war der Segen für die Völker bzw. des Führen aller Völker zum Gehorsam des Glaubens in Blick geraten (s. o.).
li
| Mit diesem Gedanken im Hintergrund kann ein altes exegetisches Rätsel gelöst werden:
br
| Schon lange ist in der Forschung aufgefallen, dass Simon und Andreas griechische Namen sind (semitisch wäre „Sim<b>e</b>on“),
| Jakobus und Johannes dagegen semitische Namen.
br
| Aufgrund der obigen Feststellung ist es sehr wahrscheinlich, dass dies kein Zufall ist;
br
| vielmehr sind schon in den vier Erstberufenen deren Berufung just am unteren Ende der aktuellen konzentrischen Gliederung erzählt wird
| „alle Völker“ Juden und Völkerwelt angedeutet,
| denen der Segen Abrahams zuteilwerden soll bzw. die zum Gehorsam des Glaubens geführt werden sollen.
li
| Unterstützt wird dies durch folgende Beobachtung:
br
| Liest man Mk 1,16-20 nach Mk 1,14-15, die beide zusammen Gal 4,4-6 und damit die Befreiung vom jüdischen Gesetz vergegenwärtigen,
| folgen die Jünger mit dem Ruf zur Nachfolge
| gleichzeitig gehorsam dem Ruf zu Umkehr und Glaube an das Evangelium,
br
| dies lässt sich direkt mit der Wendung „Gehorsam des Glaubens“ in Röm 1,5 verbinden, zu der Paulus alle Völker führen will.
li.small
| Schließlich wird diese Sichtweise auch dadurch bestätigt, dass die Berufung der ersten Jünger in der Gliederung „Galiläa I“
| (mit der Heilung des Aussätzigen als Mitte) der Heilung des Gelähmten gegenübersteht;
br
| dort ist aber definitiv die Thematik „Beschnittene und Unbeschnittene“ gegenwärtig, wie allein schon die „doppelte Dachöffnung“ zeigt,
| zusammen mit dem allein rechtfertigenden Glauben („als er ihren Glauben sah ...“).
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h5.card-title
| Von der Versuchung, das Gesetz (wieder) aufzurichten
h6.card-subtitle.text-muted Eine Problematik des Briefes des Paulus an die Galater
hr
ul.card-text
li
| Mit der Thematik „Versuchung“ in der Mitte der konzentrischen Gliederung verbindet sich auch das Herrichten des „Netzes“ also des jüdischen Gesetzes
| durch die Söhne des Zebedäus (und umgekehrt).
li
| Das Wiederaufrichten des Gesetzes ist wie teils schon oben gesehen eine grundsätzliche Problematik des Briefes des Apostel Paulus an die Galater.
li
| Als nämlich judenchristliche Missionare nach dem Weiterzug des Paulus zur weiteren Mission in die galatischen Gemeinden eingedrungen waren,
| versuchen diese die Galater davon zu überzeugen, dass zur Erlangung des Heiles die Verpflichtung auf das jüdische Gesetz samt Beschneidung (für die Männer)
| unbedingt notwendig sei der Glaube an Jesus allein reiche nicht.
li
| Dem Brief an die Galater kann man entnehmen, dass die Galater im Begriff waren, sich dem zu beugen;
br
| Paulus fährt einige Argumentationsstränge auf, um dem entgegenzuwirken.
li
| Nachfolge erfordert wie in der Berufungserzählung eindrücklich bebildert das Zurücklassen und Kaputtseinlassen des „Netzes“ also des jüdischen Gesetzes ;
br
| da spielen natürlich auch im Zusammenhang mit der vorausgehenden Erzählung Mk 1,14-15 präsent gewordenen Aussagen des Galater- und Römerbriefes eine Rolle:
br
| das jüdische Gesetz hat „alles unter der Sünde eingeschlossen“ (Gal 3,22), es ist daher das „Gesetz der Sünde und des Todes“ (Röm 8,2);
br
| das (Wieder-)Aufrichten des Gesetzes treibt daher in die Hände der durch das Gesetz gefangen nehmenden Sünde;
br
| denn man muss auch
span.bibelstelle Gal 5,3
| bedenken:
br
q.bibeltext Ihr, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, seid von Christus getrennt; ihr seid aus der Gnade herausgefallen.
br
| Folglich ist das Zurückkehren zum jüdischen Gesetz bzw. seine Einführung in Galatien effektiv ein Zurückkehren zur Sünde,
br
| Rückkehr bzw. Einführung des Gesetzes können daher mit der Versuchung durch Satan verbunden bzw. als Versuchung durch Satan verstanden werden.
li
| Dies scheint zunächst ein verwegener Gedanke zu sein.
br
| Allerdings kann Paulus jene, die die Einführung des jüdischen Gesetzes in Galatien betreiben, als solche bezeichnen, „die im Fleisch nach Anerkennung streben“
| quasi Anti-Typen zu den Söhnen des Zebedäus, die (im Sinne von Entäußerung und Erniedrigung nach dem Philipperhymnus) ihre Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb zurücklassen, um Jesus nachzufolgen.
br
| Das Verlassen der Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb und das Aufgeben des zerrissenen „Netzes“ ist in der Erzählung miteinander verknüpft, ist ein notwendig zusammenhängendes Handeln.
br
| Wie das Bleiben in der hoheitlichen Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb die Versuchung der Söhne des Zebedäus ist,
br
| so kann also aufgrund der beschriebenen Zusammenhänge auch das Zurückkehren zum jüdischen Gesetz bzw. dessen Einführung in Galatien mit der Versuchung durch Satan verbunden werden.
li
| Zu beachten und für ein tieferes Verständnis leitend ist die Beobachtung, dass die Versuchung der Jünger, das Gesetz (wieder) aufzurichten,
| der Versuchung Jesu, das Kreuz nicht anzunehmen, parallel ist.
br
| Das Gesetz (wieder) aufzurichten, würde eine Relativierung des Kreuzes Christi bedeuten;
br
| es würde wie Paulus sich in Gal 5,11 ausdrückt das „Ärgernis des Kreuzes beseitigen“.
br
| Eine Harmonisierung des Kreuzes mit dem jüdischen Gesetz würde weder das eine noch das andere ernst nehmen,
| ist doch nach Paulus die in Gal 3,13-14 zitierte Aussage Dtn 21,23 zu bedenken:
br
| Gesetz und Kreuz schließen sich aus;
br
| ist aber der Gekreuzigte entgegen Dtn 21,23 (aber gemäß des Vierten Gottesknechtsliedes des Jesaja)! auferstanden, ist das ein göttliches Zeichen
| mit klarer Aussage, wo nun das Heil zu suchen ist, weil es nur dort gefunden weren kann.
br
| Eine Relativierung des Kreuzes bzw. von Dtn 21,23 würde Gal 3,13-14 in seiner Heilsaussage zerstören:
br
| Das Kreuz würde seiner erlösenden Kraft beraubt und in der Tat hat das Kreuz Christi in der entsprechenden Form des „Christentums“
| keine erlösende Dimension: es ist „einfach“ das „typische“ Prophetenschicksal, die Auferstehung ist „lediglich“ die Rehabilitierung des Propheten
| und seine Bestimmung zum künftigen Richter über Lebende und Tote.
br
| Wird das Kreuz nicht ernst genommen sondern relativiert, ist es zugleich auch als Richtschnur christlicher Ethik relativiert bzw. entleert:
| Sehr schön bebildert Markus (s. o.), dass die Versuchung, das Gesetz (wieder) aufzurichten, der Versuchung, weiter an weltlich-irdischen Dingen zu hängen,
| parallel ist.
br
| Dies stimmt mit den Aussagen des Galaterbriefes überein; in Gal 6,12 kann Paulus sogar soweit gehen,
| dass er das Streben nach „Anerkennung“ zur Ursache dafür macht, das Kreuz Christi zu relativieren (vgl. dazu auch Phil 3,18-19).
br
| So ist theoretisch (→ Theologie/„Erlösungslehre“) wie praktisch (→ Ethik) die Herrschaft der Sünde bzw. Satans nicht
| gebrochen bzw. neu aufgerichtet, wo das Gesetz neu aufgerichtet wird.
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h5.card-title
| Der Vorübergang des Herrn, der in die Freiheit führt
h6.card-subtitle.text-muted Ein Motiv aus dem Buch Exodus (Befreiung aus Ägypten)
hr
ul.card-text
li
| Was die Einheitsübersetzung mit
br
q.bibeltext
| Als Jesus am See von Galiläa entlangging ...
br
| übersetzt, heißt wörtlich:
br
q.bibeltext
| Und vorübergehend, vorüber am See von Galiläa ...
li
| Entlanggehen und Vorübergehen sind hier sachlich identisch: das Vorübergehen am See von Galiläa ist das Entlanggehen an demselben.
li
| Die Formulierung scheint aber mit „vorübergehend, vorüber am“ (gr. „paragwn para“) unbeholfen zu sein; mal stolpert darüber.
br
| Dies könnte Absicht sein.
li
| Markus verwendet das Wort „parago“ („vorübergehen“) an genau drei Stellen im Evangelium.
br
| An allen drei Stellen geht ein Mann vorüber, zweimal ist dies Jesus.
li
| In allen drei Erzählungen wird ein Sohn oder werden zwei Söhne mit dem Vater namentlich genannt dies ist nur in den drei
| Erzählungen mit „parago“ so, was diese Stellen auch auf diese Weise miteinander verbindet:
ul.card-text
li Mk 1,16-20: Jakobus und Johannes mit ihrem Vater Zebedäus.
li
| Mk 2,13-14: Levi mit seinem Vater Alphaios.
br
q.bibeltext
| Und vorübergehend sah er Levi, den (Sohn) des Alphaios, sitzend am Zollgebäude.
li
| Mk 15,21: Simon von Kyrene mit seinen Söhnen Alexander und Rufus.
br
q.bibeltext
| Und sie zwingen einen vorübergehenden gewissen Simon, einen Kyrener, kommend vom Feld, den Vater des Alexander und Rufus, dass er aufnahm sein Kreuz.
li
| In allen drei Erzählungen ist „Befreiung“ gegenwärtig:
ul.card-text
li
| Dass Simon und Andreas die Netze auswerfen, Jakubus und Johannes ihre Netze reparieren, sind zunächt unverfängliche Tätigkeiten im Alltag von Fischern.
br
| Insofern aber auf einer anderen Ebene das Netz auf das „Gesetz der Sünde und des Todes“ zu beziehen ist, erscheint ihr Handeln in einem anderen Licht:
br
| das zerrissene Netz deutet die Befreiung von diesem „Gesetz der Sünde und des Todes“ durch Jesus an, dessen Sendung in den Tod zu eben diesem Zweck
| in der Mitte der konzentrischen Gliederung steht.
br
| Das Weggerufenwerden der Vier durch Jesus vom „Netz“ und ihr Eintreten in die Nachfolge lässt die Befreiung für sie konkret werden.
li
| Levi sitzt gerade am Zoll, als er berufen wird; er ist damit auf gewisse Weise „Diener der Sünde“ (Macht, Reichtum; siehe dort).
br
| Sein Aufstehen ist in Analogie zur Auferstehung Jesu nach Röm 6 zu verstehen, sein Eintreten in die Nachfolge eine Lebenswende
| mit nachfolgendem „Wandel in der Neuheit des Lebens“.
br
| Dies wird auch dadurch deutlich, dass mit der Berufung Levi als unterem Ende der konzentrischen Gliederung die Aufrichtung der Schwiegermutter
| des Petrus in der Mitte steht, die aus Fieber erlöst wird.
br
| Deutlich wird also: Levi wird befreit aus den Fängen der Sünde und des Todes zu einem neuen Leben in der Nachfolge Jesu.
br
| Das Wort Jesu, sein Ruf in die Nachfolge, ist schöpferisches Wort, das für Levi eine neue, gute Wirklichkeit schafft.
li
| Als Jesus hinausgeführt wird zur Kreuzigug kommt gerade Simon von Kyrene vorbei, dem das Kreuz aufgeladen wird.
br
| Hier ist es Jesus, der immerhin bis zur Kreuzigung selbst von der Last des Kreuzes befreit wird.
br
| Dies ist im Sinne der Kreuzes-Nachfolge zu verstehen (siehe dort).
li
| In allen drei Erzählungen geht es also um ein Vorübergehen, das sich mit einer bestimmten Befreiung verbindet;
| zweimal klar aus den Händen der Sünde und des Todes.
br
| Dies lässt an die Pessach-Nacht der Israeliten in Ägypten denken:
br
| in der Nacht, in der Gott die Erstgeborenen der Ägypter tötet als „ultima ratio“, weil der Pharao die Israeliten nicht gehen lassen wollte
| geht Gott verschonend an den Häusern der Israeliten vorüber, an deren Häusern das Blut der geschlachteten Lämmer angebracht war.
br
| Dieser „Vorübergang des Herrn“ ist, weil dadurch tatsächlich die Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten folgte,
| zu einem Inbegriff dieser Befreiung geworden.
br
| Dass zwei der relevanten Erzählungen am Wasser (See von Galiläa) spielen, assoziert dann auch das Schilfmeer, an dem Gott sein
| Volk nochmal aus der Hand der Ägypter gerettet hat der Durchzug durch das Schilfmeer als Sinnbild der Taufe (→ Osternacht, Taufwasserweihegebet).
br
| So lässt sich mit großer Wahrscheinlichkeit festhalten:
br
i
| Das Motiv des „Vorübergangs des Herrn“, das sich mit der Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten verbindet,
br
| wird von Markus auf die Befreiung aus der Sklaverei der Sünde und des Todes übertragen.
li
| Mk 1,16-20 und Mk 2,13-14 sind Berufungserzählungen.
br
| Im Kontext der Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten wird die Berufung des Mose gegenwärtig.
ul.card-text
li
| Auffällig ist, dass Markus in Mk 1,16-20 zwar einerseits die Berufung des Elischa durch Elija adaptiert,
| andererseits aber nicht das „treffen“ („Elija traf Elischa“) übernimmt, sondern von einem Sehen spricht:
br
q.bibeltext
| ... sah er Simon und Andreas ...
br
| ... sah er Jakobus ... und Johannes ...
br
| Ebenso dann bei Levi in Mk 2,14:
br
q.bibeltext
| ... sah er Levi ...
br
| Bei der Berufung des Mose am brennenden Dornbusch ist ein zweifaches Sehen Gottes erzählt:
br
q.bibeltext
| 4 Als der HERR <i>sah</i>, dass Mose näher kam, um sich das anzusehen, rief Gott ihm mitten aus dem Dornbusch zu ...
br
| 7 Der HERR sprach:
br
q
| Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten <i>gesehen</i> und ihre laute Klage über ihre Antreiber habe ich gehört.
br
| Ich kenne sein Leid.
br
| 8 Ich bin herabgestiegen, um es der Hand der Ägypter zu entreißen und aus jenem Land hinaufzuführen
| in ein schönes, weites Land, in ein Land, in dem Milch und Honig fließen ...
span.bibelstelle Ex 3,4.7-8
br
| Gott sieht Mose, Gott sieht die Not seines Volkes.
br
| Auch Jesus sieht nicht nur Simon und Andreas, Jakobus und Johannes sowie Levi,
| sondern die Situation, in der sie gerade sind und die sie ob nun das „Netz“ auswerfend, es reparierend oder am Zoll sitzend
| als Sklaven der Sünde ausweist.
br
| Daraus befreit er sie.
li
| Dabei ist auch das Motiv des Herabsteigens zur Befreiung im Evangelium präsent:
ul.card-text
li
| Mit der Berufung der ersten Vier als unterem Ende der konzentrischen Gliederung stehen
| Taufe und Wüstensendung in der Mitte, die zusammen mit der Berufung der Zebedäussöhne
| Entäußerung, Erniedrigung und Gehorsam des Gottessohnes nach dem Philipperhymnus vergegenwärtigen.
li
| Mit der Berufung des Levi als unterem Ende der konzentrischen Gliederung steht die Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus
| in der Mitte, bei der Jesus seinen Jüngern, die um die Heilung der Kranken bitten, „gehorsam“ ist wieder eine Anspielung
| auf Entäußerung, Erniedrigung und Gehorsam des Gottessohnes nach dem Philipperhymnus, die die Aufrichtung der Kranken zur Folge hat.
li
| Wie Mose Gottes menschliches Werkzeug zur Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten, werden
| auch die Berufenen zur Befreiung in Dienst genommen:
ul.card-text
li
| Simon und Andreas werden unmittelbar in diesem Sinne als Menschenfischer berufen.
br
| Auch das Indienstnehmen von Jakobus und Johannes ist dort wenn auch teils mit eigenen Akzenten einzuordnen.
li
| Levi wird in die Nachfolge berufen; es wird erzählt, dass er daraufhin aufsteht und nachfolgt.
br
| Dies verbindet sich einerseits mit dem Dienst der Schwiegermutter des Petrus an Jesus und seinen Begleitern nach deren Aufrichtung,
br
| andererseits als direkt auf Jesus bezogene Nachfolge mit der Aufrichtung der Schwiegermutter durch Jesus selbst.
br
| Auch Levi ist wie die vier Erstberufenen von Jesus für seine eigene Sendung in Dienst genommen:
br
| Menschen aus der Gewalt der Sünde und des Todes zu befreien bzw. sie (auf die Ebene der Ethik übertragen) aufzurichten.
li
| Auffällig ist, dass sich mit allen drei hier relevanten Söhnen im Zuge des Eintritts in die Nachfolge Jesu
| Entäußerung, Erniedrigung und Gehorsam verbinden (zu den Söhnen des Zebedäus siehe oben, zu Levi als Zöllner siehe dort).
br
| Die Söhne werden auch jeweils nicht am Anfang der Erzählung genannt, sondern in beiden Erzählungen nach einem „weitergehen“
| Jesu: damit könnte eine Überbietung des damaligen „Vorübergangs des Herrn“ beim Exodus in der Sendung Jesu angedeutet sein.
li
| Mk 15,21 erzählt nicht von einer Berufung, und doch von befreiender Kreuzes-Nachfolge.
br
| Der Vers weist dabei eine Reihe von Vertauschungen gegenüber den anderen beiden Stellen auf,
| die sicher nicht Zufall sind, sondern bewusst gesetzt wurden weil die Vertauschungen ein Gesamtbild ergeben:
ul.card-text
li
| Im Gegensatzu zu den anderen beiden Erzählungen wird nicht der Sohn über den Vater, sondern der Vater über die Söhne identifiziert.
li
| Nicht Jesus geht vorüber,
br
| sondern Simon von Kyrene geht vorüber.
li
| Folglich wird auch im Vers selber nicht Jesu befreiend tätig,
br
| sondern Simon von Kyrene trägt <i>für</i> Jesus das Kreuz im Sinne der Kreuzes-Nachfolge.
| Die bewussten Vertauschungen stehen einerseits im Dienste der Kreuzes-Nachfolge,
br
| andererseits verdeutlichen sie in der Umkehrung , dass Jesus unser Kreuz trägt (→ Viertes Gottesknechtslied des Jesaja:
q.bibeltext Er hat unsere Krankheit getragen.
span.bibelstelle Jes 53,4
| ), um uns der Sklaverei der Sünde und des Todes zu entreißen.
li
| In die Zusammenhänge rund um den „Vorübergang des Herrn“ ist auch die Heilung des blinden Bettlers Bartimäus in
span.bibelstelle Mk 1,46-52
| einzuordnen, die von der Einheitsübersetzung wie folgt eingeleitet wird:
br
q.bibeltext
| Sie kamen nach Jericho.
br
| Als er mit seinen Jüngern und einer großen Menschenmenge Jericho wieder verließ,
br
| saß am Weg ein blinder Bettler, Bartimäus, der Sohn des Timäus.
span.bibelstelle Mk 10,46
br
| Hier scheint ohne dass „parago“ steht und damit im Gegensatz zu obiger Behauptung das Schema
| „Sohnesname“, der Sohn des „Vatersname“ (wie bei Jakobus und Levi) zu stehen.
br
| Doch steht das griechische Original wörtlich übersetzt folgendes da:
br
q.bibeltext
| Und sie kommen nach Jericho.
br
| Und als er herausging aus Jericho und seine Jünger und eine zahlreiche Menge,
br
| sah der Sohn des Timaios, Bartimaios, ein blinder Bettler, am Weg.
span.bibelstelle Mk 10,46
ul.card-text
li
| Damit begegnet gerade nich das oben erwähnte Schema.
br
| Außerdem ist „huios timaiou“ („Sohn des Timäus“) die genaue Übersetzung von „Bartimaios“.
br
| Auch wenn die Formulierung hier mit obigem Schema verwandt ist, wird doch eher der Name der gleichen Person
| <i>zwei</i>mal hintereinander erwähnt: einmal in griechischer Übersetzung, einmal der jüdische Name selbst.
br
| Dies entspricht auffallend dem, dass Bartimäus <i>zwei</i>mal rufen muss, bis Jesus sich ihm zuwendet,
br
| und dass von den Begleitern Jesu <i>zwei</i> unterschiedliche Verhaltensweisen erzählt werden: zunächst die zurückdrängend-niederdrückende
| Aktion, die Bartimäus zum Schweigen bringen will, dann aber nach Jesu Intervention die einladend-herrufende Aktion.
li
| Die doppelte, zweisprachige Namensnennnung verbindet Bartimäus aber auch mit den vier Erstberufenen, von denen zwei griechische und zwei semitische Namen tragen,
| wie auch mit Levi, der zwar Jude ist, durch seinen Beruf aber in gewisser Weise Heide.
br
| Damit verbindet sind Bartimäus tatsächlich gerade mit jenen Berufungserzählungen, die oben in Blick kamen,
| bei denen ein Vorübergang des Herrn ausdrücklich erzählt wird.
li
| Stellt man sich die Ereignisfolge vor dem geistigen Auge vor, Jesus mit seiner Gefolgschaft aus Jericho ausziehend
| und Bartimäus am Weg sitzend, dann sieht man tatsächlich ein Vorübergehen Jesu, aber und das ist ein wichtiger Unterschied
| nicht nur Jesu sondern auch der Vielen, die im Laufe der Erzählung eine wichtige Rolle spielen und in ihrem Verhalten gleichsam „umswitchen“.
br
| Auffälligist, dass Jesus Jericho betritt ohne dass es dort etwas gibt, das es zu erzählen gäbe.
br
| Jesus scheint Jericho nur zu betreten, um es gleich wieder zu verlassen; und die erzählten Ereignisse spielen
| beim Herausgehen aus Jericho am Weg. Damit könnte ganz gezielt auf den Exodus (Ex-hodos; Heraus-Weg!) aus Ägypten angespielt sein
| was unterstreicht, dass das einen Vorübergang Jesu (9n Aufnahme der Exodus-Tradition) sehende geistige Auge recht hat.
li
| Hinzu kommt, dass in der Erzählung das zweimalige Schreien des Bartimäus eine zentrale Rolle spielt,
| wie auch in der oben zitierten Berufung des Mose:
br
q.bibeltext
| Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten <i>gesehen</i> und sein Geschrei wegen seiner Antreiber habe ich gehört.
br
| Ich kenne sein Leid.
span.bibelstelle Ex 3,7
span.small &nbsp;(relevante Stelle nach Elberfelder Bibel korrigiert)
br
| In der Erzählung wird auch ein Hören erzählt, allerdings nicht Jesu, sondern des Bartimäus („dass es Jesus von Nazaret ist“);
br
| dabei ist das Hören Jesu aber implizit vorausgesetzt, da er stehen bleibt und so die Heilung des Bartimäus in Gang kommt.
br
| Sein Hören ist genauso implizit erzählt wie sein Vorbeigehen und damit die beiden relevanten Motive aus den
| zugezogenen Stellen zum Exodus.
br
| Das Stehenbleiben Jesu ist dabei einerseits der Gegensatz zum Vorübergehen, der letzteres implizit vergegenwärtigt,
| andererseits Folge seines Hörens, das ebenso implizit vergegenwärtigt wird.
br
| Während also bei den Erstberufenen und Levi das Sehen Jesu explizit erzählt wird, wird das Hören Jesu implizit vorausgesetzt;
br
| beides begegnet zusammen in der Berufung des Mose im Hinblick auf Gottes Sehen und Hören des Leids seines Volkes.
br
| Das Herabsteigen Gottes zur Rettung seines Volkes verbindet sich dabei mit der Aussage Jesu über den Menschensohn
| unmittelbar vor der Begegnung mit Bartimäus: „... Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen,
| sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.“ (Mk 10,45)
br
| Die Vielen in der Erzählung missachten genau dies zunächst, folgen dann aber nach der Intervention Jesu genau in diesem Sinne.
li
| Während sich Jesus den vier Erstberufenen und Levi direkt zuwendet, nimmt er hier die Vielen in Dienst:
| er lässt Bartimäus durch sie herbeirufen, und sie tun dies sie sind wie ausgewechselt.
br
| Sie handeln nun im Sinne des Herabsteigens Gottes bzw. des Menschensohnes nach Mk 10,45, im Sinne der Zuwendung, des Herabbeugens zu den Leidenden.
li
| Heilung des Bartimäus ist keine Berufungserzählung im eigentlichen Sinn. Und dennoch hat sie Berührungspunkte:
ul.card-text
li
| Bartimäus wird nicht in die Nachfolge gerufen, doch die Erzählung endet damit, dass er Jesus „nachfolgte auf seinem Weg“,
br
| ganz analog wie die vier Erstberufenen und Levi;
br
| hier jedoch den Meta-Teil „Auf dem Weg“ abschließend mit einem besonderen Aktzent auf dem „Weg“,
| den Jesus nun wir stehen unmittelbar vor dem Einzug in Jerusalem sehr bald als Kreuz-Weg gegehen wird.
li
| Während sonst ein Mann 2x Jesus, 1x Simon von Kyrene an einem oder wenigen vorübergeht,
br
| gehen hier viele an einem Mann vorüber.
br
| Dies Vielen werden von Jesus in Dienst genommen und dazu gewandelt;
br
| neben der Heilung des blinden Bettlers Bartimäus ist dies ein zentraler Zug der Erzählung.
li
| Bartimäus kann (wieder) sehen: gemeint ist damit vor allem die Bedeutung und Sinnhaftigkeit des Kreuz-Weges Jesu.
br
| Auch den Vielen gehen in diesem Sinne die Augen auf, als Jesus interveniert: sie sind es im eigentlichen Sinne,
| die von ihrer Blindheit geheilt werden und nun als Sehende wie Bartimäus Jesus nachfolgen, indem sie sich dem blinden Bettler
| am Weg zuwenden.
li
| Bartimäus wird sitzend angetroffen und soll weil Jesus sich ihm zuwenden will aufstehen; er springt schließlich auf,
| auf Jesus zu, und wird von diesem geheilt. Analogien zur Auferstehung Jesu sind gegeben, und doch anders als bei Levi,
| eher wie bei der Schwiegermutter des Petrus.
br
| Bei Bartimäus scheint es gerade weil die Vielen zu seiner Heilung in Dienst genommen werden eher um die ethische Zuwendung
| mit soteriologischer Dimension zu gehen als um das soteriologische Handeln Jesu selbst,
br
| um Nachfolge der Vielen auf der Grundlage der soteriologischen Tat des Einen, Jesus.
li
| Wie die vier Erstberufenen Netz und Betrieb zurücklassen, wie Levi den Zoll zurücklässt,
br
| so lässt Bartimäus seinen Mantel zurück: er wirft ihn ab als Zeichen des Aufbruchs in eine neue Existenz.
li
| Insgesamt zeigt sich, dass die Heilung des blinden Bettlers Bartimäus sehr vielschichtig ist,
br
| durchaus mit den Berufungserzählungen verwandt und mit dem Vater-Sohn-Schema spielend, und doch anders.
br
| Motive des Exodus spielen sicher eine Rolle, und sind doch anders eingetragen.
br
| Schließlich geht es nicht um den Einen, der vorübergeht, nicht um den „Vorübergang“ des Herrn“,
| sondern um den „Vorübergang der Vielen“, die nicht in einem negativen Sinne achtlos vorübergehen sollen, jemanden sogar noch schelten,
| sondern die um dem „Vorübergang des Herrn“ nachzufolgen wie Jesus stehen bleiben müssen, um sich dem Notleidenden heilvoll zuzuwenden.
//-
.small
h6 Unwahrscheinliche Gliederungsvariante
p
| Diese Variante ist nur möglich, wenn man die Taufe Jesu aufteilt; das ist möglich (siehe andere konzentrische Gliederungen).
| Allerdings ist es nicht unbedingt naheliegend, weil das Auftrennen des Wirkens Johannes des Täufers sich eher anbietet.
br
| Dazu kommt: In obiger Gliederung sind <q>Geisttaufe</q> und <q>der Geist treibt Jesus in die Wüste</q> sowie
| <q>der Stärkere</q> und <q>Jesus in Auseinandersetzung mit Satan [= der Starke]</q> eng verbunden.
br
| Außerdem liegen oben die Umkehrpredigt Johannes des Täufers einerseits und Jesu andererseits gegenüber.
.card.mb-3.konzentr-4
.card-body.gliederung
h5.card-title
| Inhaltsangabe/Überschrift
br
| Himmlischer Sendungsbeschluss
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,1-3
.card.mb-3.konzentr-3
.card-body.gliederung
h5.card-title Johannes der Täufer in der Wüste: Seine Taufe und seine Ankündigung des Kommenden
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,4-8
.card.mb-3.konzentr-2
.card-body.gliederung
h5.card-title Die Taufe Jesu I: Jesus lässt sich taufen = Tod
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,9
.card.mb-3.konzentr-1
.card-body.gliederung
h5.card-title Die Taufe Jesu II: <q>Als er aus dem Wasser stieg, da ...</q> = Auferstehung
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,10-11
.card.mb-3.konzentr-2
.card-body.gliederung
h5.card-title Die Versuchung Jesu
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,12-13
.card.mb-3.konzentr-3
.card-body.gliederung
h5.card-title Johannes tritt ab, Jesus tritt auf: Eröffnungsruf des Wirkens Jesu: Das Reich Gottes ist zum Greifen nahe!
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,14-15
.card.mb-3.konzentr-4
.card-body.gliederung
h5.card-title Die Berufung der ersten Jünger
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,16-20