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| Inhaltsangabe/Überschrift
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br
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| Himmlischer Sendungsbeschluss
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,1-3
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h5.card-title Johannes in der Wüste
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,4-6
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h5.card-title Die Taufe Jesu: Tod und Auferstehung Jesu als Wendepunkt der Heilsgeschichte
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,9-11
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h5.card-title Die Versuchung Jesu
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,12-13
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h5.card-title Johannes tritt ab, Jesus tritt auf: Eröffnungsruf des Wirkens Jesu: Das Reich Gottes ist zum Greifen nahe!
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,14-15
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.card.mb-1.konzentr-1
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h5.card-title Die Berufung der ersten Jünger: Auf, mir nach! → <q>Menschenfischer</q>!
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,16-20
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h5.card-title Die neue Lehre in der Synagoge: Jesus gekommen, um Satan/die Dämonen ins Verderben zu stürzen
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,21-28
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.card.mb-1.konzentr-3
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h5.card-title Die Heilung der Schwiegermutter des Petrus, die (daraufhin!) Jesus dient
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-1 Mk 1,29-31
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p.card-text
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| Aufgerichtet zum Dienst
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.card.mb-1.konzentr-4
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h5.card-title Die ganze Stadt vor der Tür; Jesus heilt und treibt Dämonen aus
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,32-34
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.card.mb-1.konzentr-5
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h5.card-title Rückzug und erneuter Aufbruch
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,35-39
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.slide.mb-3
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hr
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p.card-text.mb-0.konzentr-5.bibeltextkonzentr
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| 1 Anfang des Evangeliums Jesu Christi, Sohn (eines) Gottes.
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br
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| 2 Wie geschrieben steht beim Propheten Jesaja:
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br
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q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der einen Weg bahnen wird.
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br
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q 3 Stimme eines Rufers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen!
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p.card-text.mb-0.konzentr-4.bibeltextkonzentr
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| 4 So trat Johannes der Täufer in der Wüste auf und verkündete eine Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden.
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br
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| 5 Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus;
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br
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| sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen.
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p.card-text.mb-0.konzentr-4.bibeltextkonzentr
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| 6 Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften
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br
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| und er lebte von wildem Honig.
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br
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| 7 Er verkündete:
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q
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| Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich;
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br
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| ich bin es nicht wert, mich zu bücken und ihm die Riemen der Sandalen zu lösen.
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br
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| 8 Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.
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p.card-text.mb-0.konzentr-3.bibeltextkonzentr
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| 9 Und es geschah in jenen Tagen, da kam Jesus aus Nazareth in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen.
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br
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| 10 Und sogleich, als er aus dem Wasser stieg, sah er,
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br
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| dass der Himmel aufriss und der Geist wie eine Taube in ihn hineinkam.
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br
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| 11 Und eine Stimme aus dem Himmel sprach:
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q Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.
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p.card-text.mb-0.konzentr-2.bibeltextkonzentr
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| 12 Und sogleich trieb der Geist Jesus in die Wüste.
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br
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| 13 Jesus blieb vierzig Tage in der Wüste und wurde vom Satan in Versuchung geführt.
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br
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| Er lebte bei den wilden Tieren und die Engel dienten ihm.
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p.card-text.mb-0.konzentr-1.bibeltextkonzentr
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| 14 Nachdem Johannes ausgeliefert worden war, ging Jesus nach Galiläa;
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br
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| er verkündete das Evangelium Gottes
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br
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| 15 und sprach:
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q
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| Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe.
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br
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| Kehrt um und glaubt an das Evangelium!
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p.card-text.mb-0.konzentr-1.bibeltextkonzentr
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| 16 Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon,
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| die auf dem See ihre Netze auswarfen; sie waren nämlich Fischer.
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br
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| 17 Da sagte er zu ihnen:
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q
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| Kommt her, mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.
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br
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| 18 Und sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm nach.
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br
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| 19 Als er ein Stück weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes;
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| sie waren im Boot und richteten ihre Netze her.
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br
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| 20 Sogleich rief er sie und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und folgten Jesus nach.
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p.card-text.mb-0.konzentr-2.bibeltextkonzentr
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| 21 Sie kamen nach Kafarnaum. Am folgenden Sabbat ging er in die Synagoge und lehrte.
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br
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| 22 Und die Menschen waren voll Staunen über seine Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten.
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br
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| 23 In ihrer Synagoge war ein Mensch, der von einem unreinen Geist besessen war.
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br
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| Der begann zu schreien:
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br
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q
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| 24 Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret?
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br
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| Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen?
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br
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| Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes.
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br
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| 25 Da drohte ihm Jesus:
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br
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q
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| Schweig und verlass ihn!
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br
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| 26 Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei.
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br
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| 27 Da erschraken alle und einer fragte den anderen:
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br
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q
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| Was ist das? Eine neue Lehre mit Vollmacht: Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl.
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br
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| 28 Und sein Ruf verbreitete sich rasch im ganzen Gebiet von Galiläa.
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p.card-text.mb-0.konzentr-3.bibeltextkonzentr
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| 29 Sie verließen sogleich die Synagoge und gingen zusammen mit Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und Andreas.
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br
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| 30 Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett.
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br
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| Sie sprachen sogleich mit Jesus über sie
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br
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| 31 und er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf.
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br
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| Da wich das Fieber von ihr und sie diente ihnen.
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p.card-text.mb-0.konzentr-4.bibeltextkonzentr
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| 32 Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus.
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br
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| 33 Die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt
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br
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| 34 und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und er trieb viele Dämonen aus.
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br
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| Und er verbot den Dämonen zu reden, weil sie ihn kannten.
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p.card-text.konzentr-5.bibeltextkonzentr
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||
| 35 In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten.
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br
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||
| 36 Simon und seine Begleiter eilten ihm nach,
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br
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| 37 und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm:
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br
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q Alle suchen dich!
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br
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| Er antwortete:
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br
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q
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| Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort verkündet;
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br
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| denn dazu bin ich gekommen.
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br
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| 39 Und er zog durch ganz Galiläa, verkündete in ihren Synagogen und trieb die Dämonen aus.
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h5.card-title
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q Anfang
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hr
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ul.card-text
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li Zeitlich sind wir am Anfang des Tages: „In aller Frühe, als es noch dunkel war“.
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li
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| Inhaltlich wird in der zweiten Hälfte der Episode von einem neuen Aufbruch erzählt,
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| der sich vom bisherigen Umfeld Kafarnaum löst und nun „ganz Galiläa“ in Blick nimmt.
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.card-body
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h5.card-title
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q In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf
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h6.card-subtitle.text-muted Anspielung auf Ostern
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hr
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ul.card-text
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li Dem sich entwickelnden Geschehen zufolge spielt Mk 1,21-34 am Sabbat; es wird kein Tageswechsel erzählt.
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li Damit ist Mk 1,35-39 auf den ersten Tag der Woche, den Sonntag, zu datieren.
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li
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| Daher lässt die Notiz, dass Jesus frühmorgens, als es noch dunkel war, „aufsteht“ und effektiv verschwindet, den „sehenden Leser“ an den Ostersonntag denken (Mk 16,1-8),
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| an dem Jesus in aller Frühe, als gerade die Sonne aufgeht – also ein Stück später als sein Sichzurückziehen hier – und die Frauen
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| das Grab aufsuchen, auch „verschwunden“ ist, weil er „auferstanden“ ist.
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li
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| Damit wird einleitend Ostern in der Erzählung präsent.
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li.small
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| Dies bestätigt, dass der Abend der in der Erzählfolge vorausgehenden Erzählung mit dem Tod Jesu zu verbinden ist und dieser
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| dort der Hauptfokus ist:
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br
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| weil der Tod Jesu dem Heilsplan Gottes entspricht (→ „Evangelium Gottes“, „Königsherrschaft Gottes nahegekommen“; Viertes Lied vom Gottesknecht des Jesaja),
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| reißt er die Dämonen mit ins Verderben und eröffnet für ihn selbst und für die Menschen
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||
| eine Zukunft von Gott her: er bringt ihm die Auferstehung und
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| den „Kranken“ als Anteilhabe daran die „Heilung“;
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br
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| der Morgen der aktuellen Erzählung vergegenwärtigt (zumindest zunächst) die Auferstehung und lässt die ganze Erzählung unter dem Fokus
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| der Auferstehung erscheinen (dazu passt dann auch der Neuaufbruch am Ende der Erzählung; s. u.).
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.card-body
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h5.card-title
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q ... und ging an einen einsamen Ort, um zu beten
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h6.card-subtitle.text-muted „Wüste der Gottferne“ → Tod am Kreuz
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hr
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ul.card-text
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li
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| Der Erzählzug, dass Jesus an einen einsame Ort geht und dort betet, erinnert den „sehenden Leser“ an den Tod Jesu am Kreuz:
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br
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| er stirbt dort von allen verlassen, auch von Gott.
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li
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| Die Einsamkeit der Gottferne am Kreuz bringt der markinische Jesus betend
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| mit Rückgriff auf
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span.bibelstelle Ps 22,2
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| zum Ausdruck:
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br
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q.bibeltext
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| Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
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li
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| Diese Parallelen verdeutlichen:
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br
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i Der Gang Jesu in die Einsamkeit und sein Gebet dort vergegenwärtigen den Tod Jesu am Kreuz!
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li
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| Die Erzählung führt den Leser also von der einleitend angespielten Auferstehung „zurück“ zum Tod am Kreuz.
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p.small.card-text
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||
| Dass hinter dieser „Verdrehung“ ein wichtiger Gedanke steht, wird die weitere Betrachtung zeigen.
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li.small
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| Am Rande sei vermerkt:
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ul.card-text
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li
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| Im Griechischen schwingt bei „einsamer Ort“ die „Wüste“ mit;
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| die deutsche Übersetzung verdeckt dies.
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li
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| Die „Einsamkeit“ vergegenwärtigt daher die „Wüste“, die analog zur Versuchungserzählung als „Wüste der Gottferne“ verstanden werden kann,
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||
| wohin seine Sendung (durch den Geist) Jesus treibt.
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||
.card.slide.border-primary.mb-3
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.card-body
|
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h5.card-title
|
||
| Ostern/Präexistenz → Tod am Kreuz → Auferstehung
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h6.card-subtitle.text-muted Die Abfolge der Erzählung und die Sendung Jesu – Der Philipperhymnus (mal wieder) als Bezugspunkt
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hr
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ul.card-text
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||
li
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||
| Die Berufung der erste Jünger – Petrus und seiner Begleiter – bildet einen Teil der Mitte der aktuellen konzentrischen Gliederung.
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li
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||
| Als diese Erzählung das untere Ende der konzentrischen Gliederung war, standen die Taufe Jesu und seine
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||
| unmittelbar folgende Wüstensendung durch den Geist in der Mitte jener konzentrischen Gliederung.
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li
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| Die Abfolge „Heraussteigen aus dem Wasser mit Begleiterscheinungen“ als Anspielung auf Auferstehung und Erhöhung → „Wüstensendung“
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| als Erniedirgung (bis zum Tod am Kreuz) wurde als Anspielung auf Entäußerung und Erniedrigung des einst Gottgleichen,
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| wie sie der Philipperhymnus besingt, verstanden (und mit der Entäußerung
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||
| und Erniedrigung der Söhne des Zebedäus im Sinne der Nachfolge verbunden).
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br
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| Dabei wurde die in der Tauferzählung bebilderte Auferstehung und Erhöhung Jesu mit der Präexistenz des einst Gottgleichen
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| als eigentlichem „Startort“ der Sendung Jesu in eins gesetzt.
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li
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| In der aktuellen Erzählung begegnet die gleiche Abfolge „Auferstehung“ → „Tod am Kreuz“;
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| auch hier kann die „Auferstehung“ transparent auf die „Präexistenz“ des einst Gottgleichen werden.
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li
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||
| Die Erzählung endet – nach dem Dialog am „Ort des Kreuzes“ zwischen Petrus und Jesus – mit einem Neuaufbruch Jesu,
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||
| wodurch die Auferstehung (erneut) angedeutet wird.
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li
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| Damit ergibt sich die in der Überschrift genannte Abfolge, die der Sendung Jesu nach dem Philipperhymnus entspricht:
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br
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| Dies ist das „Evangelium Gottes“, das „Jesus“ verkündet, mit dem das Nahekommen der Königsherrschaft einhergeht
|
||
| und das zu Umkehr und Glaube aufruft (→ Teil Mitte der konzentrischen Gliederung).
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||
p.small.card-text.mb-0
|
||
| Der Bezug zum Philipperhymnus wird noch dadurch verstärkt, dass sowohl dieser als auch das Ende der vorliegenden Erzählung
|
||
| in eine universalistische Perspektive mündet (s. u.).
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li
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||
| Ferner zeigt sich, dass die vorliegende Erzählung den Aufbau der genau
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||
| vorausgehenden Erzählung umdreht:
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table.table.table-sm
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thead
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tr
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th.card-text
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| Am Abend ...
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th.card-text
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||
| Am Morgen ...
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tbody
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tr
|
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td.card-text
|
||
| Tod
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||
p.card-text.small (Abend, Sonne untergegangen)
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||
td.card-text
|
||
| Auferstehung bzw. Präexistenz
|
||
p.card-text.small (Morgen, Aufstehen)
|
||
tr
|
||
td.card-text
|
||
| Auferstehung
|
||
p.card-text.small (Heilung der Menschen, Dämonenaustreibungen)
|
||
td.card-text
|
||
| Tod
|
||
p.card-text.small (Einsamkeit, Gebet)
|
||
tr
|
||
td.card-text
|
||
| Tod
|
||
p.card-text.small (Schweigegebot)
|
||
td.card-text
|
||
| Auferstehung
|
||
p.card-text.small (Neuaufbruch)
|
||
li.small
|
||
| Es bestätigt sich, dass die Schweigegebote an die Dämonen mit dem Tod Jesu zu verbinden sind.
|
||
|
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.card.slide.border-primary.mb-3
|
||
.card-body
|
||
h5.card-title
|
||
| „Simon und seine Begleiter eilten ihm nach“? – Sie verfolgten ihn!
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||
h6.card-subtitle.text-muted Petrus (sowie seine Begleiter und „alle“): „Jesusfischer“
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||
hr
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||
ul.card-text
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||
li
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||
| Dass Jesus von Petrus und seinen Begleitern in der Einsamkeit aufgesucht wird,
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||
| übersetzt die Einheitsübersetzung mit „sie eilten ihm nach“.
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||
ul.card-text
|
||
li Beim „Nacheilen“ schwingt eine positive Bewertung des Handelns von Petrus und seinen Begleitern mit.
|
||
li
|
||
| Ein Anklang an „Nachfolge“ ist herauszuhören – passend auch zu dem Umstand, dass in der aktuellen konzentrischen Gliederung
|
||
| die Berufung der ersten Jünger – also „Petrus und seiner Begleiter“ – Teil der Mitte der konzentrischen Gliederung ist.
|
||
li
|
||
| Wieder könnte Entäußerung und Erniedrigung der Söhne des Zebedäus bei ihrer Berufung mit dem von Jesus erzählten
|
||
| Handeln – Entäußerung und Erniedrigung als Gang „nach“ der Auferstehung bzw. aus der Präexistenz in die „Wüste“ –
|
||
| im Sinne gelingender Nachfolge verbunden werden.
|
||
li
|
||
| Was aber die Einheitsübersetzung mit „eilten ihm nach“ übersetzt, heißt eigentlich „verfolgten ihn“,
|
||
| und das entsprechende griechische Wort ist negativ besetzt.
|
||
br
|
||
| Damit einher geht eine Vertauschung dessen, was bei der Jüngerberufung erzählt wird:
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||
ul.card-text
|
||
li
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||
| Petrus und Andreas wurden zu Menschenfischern berufen,
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||
br
|
||
| hier sind es Petrus, seine Begleiter und schließlich alle, die Jesus suchen, die Jesus verfolgen,
|
||
| die ihn, der am Morgen weggegangen war, – so ist es zu verstehen – zurückholen wollen, gleichsam wieder einfangen wollen:
|
||
br
|
||
| Petrus, seine Begleiter und „alle“ betätigen sich als „Jesusfischer“ (im negativen Sinn).
|
||
li
|
||
| Jakobus und Johannes haben ihren Vater und die Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb verlassen,
|
||
br
|
||
| hier wird ein Festhalten, ein Zurückhabenwollen assoziiert.
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||
|
||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
||
.card-body
|
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h5.card-title
|
||
| Vertauschung als Grundmoment der aktuellen Erzählung
|
||
h6.card-subtitle.text-muted Verkehrte Welt
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||
hr
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||
ul.card-text
|
||
li
|
||
| Es war aufgefallen, dass die vorliegende Erzählung gegenüber der vorausgehenden Erzählung einen genau entgegengesetzen Ablauf hat.
|
||
li
|
||
| Auferstehung und Tod Jesu am Kreuz werden in der vertauschten Reihenfolge erzählt.
|
||
li
|
||
| Die Jünger sind nicht als Menschenfischer, sondern als Jesusfischer aktiv.
|
||
li
|
||
| Statt Verlassen und Loslassen sind Festhalten und Zurückhabenwollen in der Erzählung assoziiert.
|
||
|
||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
||
.card-body
|
||
h5.card-title
|
||
q.bibeltext
|
||
| Ihr lieft gut. Wer hat euch gehindert, weiter der Wahrheit zu folgen?
|
||
span.bibelstelle Gal 5,7
|
||
h6.card-subtitle.text-muted Sinneswandel – im negativen Sinn
|
||
hr
|
||
ul.card-text
|
||
li
|
||
| Bei ihrer Berufung, die zusammen mit dem Ruf zu Umkehr und Glaube an das Evangelium die Mitte der konzentrischen Gliederung bildet,
|
||
| haben sich die Jünger von Jesus in Dienst nehmen lassen und haben deswegen alles verlassen;
|
||
br
|
||
| so haben sie richtig auf den Ruf zu Glauben und Umkehr reagiert.
|
||
li
|
||
| Am unteren Ende der konzentrischen Gliederung wird nun ein Sinneswandel der Berufenen im negativen Sinn erzählt (s. o.).
|
||
br
|
||
| So müssen sie sich erneut den Ruf zu Umkehr und zum Glauben an das Evangelium anhören.
|
||
li
|
||
| Dies lässt an Gal 5,7 denken: dort kritisiert Paulus die Galater, dass sie sich von dem von ihm vermittelten christlichen Weg
|
||
| haben abbringen lassen. Er versucht durch eindringliche, beschwörende Worte, sie wieder auf den rechten Weg zurückzubringen.
|
||
li
|
||
| Der Bezug zu einigen zentralen Stellen des Galaterbriefes ist ein Schlüssel zum Verständis der vorliegenden Erzählung,
|
||
| wie die nachfolgenden Ausführungen zeigen werden.
|
||
|
||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
||
.card-body
|
||
h5.card-title
|
||
q.bibeltext
|
||
| Warum werde ich verfolgt?
|
||
span.bibelstelle Gal 5,11
|
||
h6.card-subtitle.text-muted Vom Ärgernis des Kreuzes
|
||
hr
|
||
ul.card-text
|
||
li
|
||
| Wie Jesus in der aktuellen Erzählung verfolgt wird, so beklagt sich Paulus über Verfolgung:
|
||
br
|
||
q.bibeltext
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||
| Ich aber, Brüder und Schwestern, wenn ich noch Beschneidung verkündete – warum werde ich dann verfolgt?
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br
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| Damit wäre ja das Ärgernis des Kreuzes beseitigt.
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span.bibelstelle Gal 5,11
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li
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| Um die Aussage des Paulus – und damit auch Mk 1,35-39 – zu verstehen, ist ein Blick in die früheste Kirchengeschichte nötig:
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ul.card-text
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li
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| Paulus hatte besonders deutlich eine Mission untern den Völkern betrieben, ohne die gläubig gewordenen Heiden auf das jüdische Gesetz
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| mit seinen Speise- und Reinheitsvorschriften und insbesondere die Beschneidung (der Männer) zu verpflichten.
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li
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| Hintergrund ist die (vor allem von Paulus wahrgenommene)
|
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| Spannung zwischen Jesus und dem jüdischen Gesetz, bzw. zwischen der Kreuzigung Jesu
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| und den Vorschriften des jüdischen Gesetzes, die in
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span.bibelstelle Dtn 21,23
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| begründet ist:
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br
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q.bibeltext Verflucht ist, wer am Holze hängt.
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br
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| Diese Aussage hat zunächst jene im Blick, die <i>nach</i> ihrer Hinrichtung zur zusätzlichen postmortalen
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| Bestrafung und Schmähung an einem Holzpfahl aufgehängt wurden,
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br
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| dieser Vers wurde aber zur Zeit Jesu nachweislich auch auf die Kreuzigung bezogen.
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li
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| Nimmt man diese Aussage im Hinblick auf Jesu Tod am Kreuz ernst, erklärt sich,
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| warum Paulus vom „Ärgernis des Kreuzes“ sprechen kann:
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br
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| der Glaube an das Evangelium vom <i>Kreuzes</i>tod Jesu und seiner Auferstehung sprengt,
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| was im jüdischen Kontext eigentlich vorstellbar ist.
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br
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| Jüdisches Gesetz als Grundlage des Lebens mit Gott und der Glaube an Jesu Kreuzestod und seine Auferstehung
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| zu Gott schließen sich – genau genommen – aus.
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br
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||
| Daher sieht sich Paulus nicht mehr im Stande, „Beschneidung“ zu verkünden;
|
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| gemeint ist – wie er in Gal 5,3-4 ausführt –, die Verpflichtung auf das jüdische Gesetz,
|
||
| und zwar als „Weg zum Heil“.
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br
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| Paulus konstatiert eine scharfe Trennung zwischen (dem Glauben an) Jesus und dem jüdischen Gesetz als „Weg zum Heil“:
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br
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q.bibeltext
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| Ihr, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, seid von Christus getrennt;
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br
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||
| ihr seid aus der Gnade herausgefallen.
|
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br
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| Denn wir erwarten im Geist aus dem Glauben die Hoffnung der Gerechtigkeit.
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span.bibelstelle Gal 5,4-5
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||
br
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||
| Dies bedeutet nicht nur, dass jemand nicht auf das jüdische Gesetz verpflichtet werden muss – Jude werden muss –,
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| um Christ werden zu können. Eine Verpflichtung von Nichtjuden auf das jüdische Gesetz widerspricht vielmehr sogar dem
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| Evangelium; daher lehnt Paulus dies entschieden ab.
|
||
br
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||
| Analog hat dies auch Folgen für zum Glauben an Jesus gekommene Juden,
|
||
| die nicht mehr an die jüdischen Speise- und Reinheitsvorschriften gebunden sind.
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||
br
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||
| Das paulinische Christentum bildet daher eine (spannungsreiche) Gemeinschaft von zum Glauben an Jesus
|
||
| gekommenen Juden und zum Glauben an Jesus gekommenen ehemaligen Heiden, die der Glaube an Gottes
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| Heilshandeln in Jesus Christus – der Glaube an das Evangelium – eint, und nicht die Verpflichtung auf das jüdische Gesetz
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| (das die Juden als Religionsgemeinschaft eint).
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li
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| Die scharfe Trennung zwischen Jesus und jüdischem Gesetz teilen jene, die Paulus verfolgen, nicht;
|
||
| sie harmonisieren beides und beseitigen dadurch – wie Paulus kritisiert – das „Ärgernis des Kreuzes“.
|
||
br
|
||
| Für sie gilt: das jüdische Gesetz hat weiter seine Geltung als „Weg zum Heil“;
|
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| wer gerettet werden will, muss sich an das jüdische Gesetz inklusive der Speise- und Reinheitsvorschriften halten;
|
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br
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| er muss effektiv „<i>Jude</i> jesuanischer Prägung“ werden.
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||
li
|
||
| Jene heidenchristlichen Gemeinden, die Paulus gegründet hatte, wurden
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| – davon legt der Galaterbrief und legen auch andere Briefe des Paulus Zeugnis ab –
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||
| zumindest zum Teil von solchen Jesus-Gesetz-Harmonisierern
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| – wir sprechen von „judaisierenden Christen“ – aufgesucht und es wurde versucht, die Jesus-Gesetz-Harmonisierung
|
||
| auch dort zu implementieren.
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li
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||
| Offenbar wurde damit argumentiert, dass auch Paulus ein Verkünder des jüdischen Gesetzes (gewesen) sei.
|
||
br
|
||
| Da mag eine der christlichen Zeit vorausgehende jüdische Missionstätigkeit des Paulus eine Rolle spielen,
|
||
| die man jetzt gegen die tatsächliche aktuelle Botschaft des Paulus ausspielt:
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||
br
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| Paulus hatte offenbar einst – wie Petrus jetzt in der Mitte der konzentrischen Gliederung – das Netz des „Gesetzes der Sünde und des Todes“
|
||
| ausgeworfen, das ihm erst nach seiner Berufung und durch sie im Nachhinein als solches bewusst wurde.
|
||
br
|
||
| Daher distanziert sich Paulus um so deutlicher davon.
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li
|
||
| Paulus spricht auch vom „anderen Evangelium“, das es aber nicht gibt:
|
||
br
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q.bibeltext
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| Ich bin erstaunt, dass ihr euch so schnell von dem abwendet, der euch durch die Gnade Christi berufen hat,
|
||
| und dass ihr euch einem anderen Evangelium zuwendet.
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||
br
|
||
| Es gibt kein anderes Evangelium, es gibt nur einige Leute, die euch verwirren und die das Evangelium
|
||
| Christi verfälschen wollen.
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span.bibelstelle Gal 1,6-7
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||
li
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||
| Hinter dem verfolgten „Jesus“ scheint also der verfolgte Paulus hervor.
|
||
li
|
||
| Es wird auch klar, warum die Erzählung mit Einsamkeit und Gebet Jesu den Tod Jesu am Kreuz, wie in Markus erzählt,
|
||
| besonders deutlich präsent macht:
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||
ul.card-text
|
||
li
|
||
| Die Mitte der konzentrischen Gliederung erzählt in Mk 1,14-15 vom Beginn des neuen Zeitalters des Glaubens („Die Zeit ist erfüllt ... kehrt um und glaubt an das Evangelium“),
|
||
br
|
||
| sowie in Mk 1,16-20 im Bild des zerrissenen Netzes (s. u. und vorhergehende konzentrische Gliederungen) vom Ende des Zeitalters des Gesetzes.
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||
li
|
||
| Das untere Ende der konzentrischen Gliederung erzählt in der Mitte mittels der Stichworte „Einsamkeit“ und „Gebet“ vom Kreuz Jesu;
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||
br
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||
| dies aber ist der „Ort des Freikaufes“ nach Gal 3,13, dies ist die Schwelle vom alten Zeitalter des Gesetzes zum neuen Zeit des Glaubens.
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||
li
|
||
| Genau an diesen Ort verfolgen Petrus und seine Begleiter Jesus und wollen ihn von dort zurückholen.
|
||
br
|
||
| Damit ist angedeutet, dass sie das „Ärgernis des Kreuzes“ beseitigen wollen.
|
||
li
|
||
| Der Versuch, das „Netz“ wieder herzurichten – also das jüdische Gesetz wieder aufzurichten – und der Versuch, Jesus „vom Kreuz“ zurückzuholen,
|
||
| verbinden sich als parallele Handlungen;
|
||
br
|
||
| so wird erzählerisch bebildert, dass das (Wieder-)Aufrichten des Gesetzes der Versuch ist, das „Ärgernis des Kreuzes“ zu beseitigen.
|
||
|
||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
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.card-body
|
||
h5.card-title
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||
q Nachdem Johannes ausgeliefert worden war
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h6.card-subtitle.text-muted Johannes und das Kreuz Jesu: beides ein „Ärgernis“
|
||
hr
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ul.card-text
|
||
li Im ersten Teil der Mitte der konzentrischen Gliederung wird die Auslieferung Johannes des Täufers erinnert.
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||
li
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||
| Vergegenwärtigt ist, dass Johannes zu einem „Ärgernis“ für König Herodes geworden war, der ihn deshalb einsperren
|
||
| und später umbringen hat lassen.
|
||
li
|
||
| Die Auslieferung des zum „Ärgernis“ gewordenen Johannes des Täufers verbindet sich somit
|
||
| unmittelbar mit dem „Ärgernis“ des Todes Jesu <i>am Kreuz</i>.
|
||
li
|
||
| In der Mitte der konzentrischen Gliederung sind der zum „Ärgernis“ gewordene Vorläufer Johannes und der Ruf in die Nachfolge Jesu
|
||
| zusammengebunden:
|
||
br
|
||
| auf dem Weg ihrer Nachfolge müssen sich die Jünger dem „Ärgernis des Kreuzes“ stellen mit den entsprechenden
|
||
| Konsequenzen für ihr eignes Leben (→ Entäußerung und Erniedrigung) und ihrer Verkündigungstätigkeit
|
||
| als Menschenfischer, in der es besonders um das „Ärgernis des Kreuzes“ gehen muss;
|
||
br
|
||
| insofern müssen sie ggf. selber zum „Ärgernis“ werden,
|
||
| wie es bereits Johannes war und wie es Paulus im frühen Christentum wurde.
|
||
br
|
||
| Nur so sind sie Künder des <i>einen</i> gültigen Evangeliums Gottes, der durch das „Ärgernis des Kreuzes“
|
||
| <i>allen</i> Völkern durch den Glauben an Jesus den Weg zum Heil eröffnet hat; <i>allen</i> Völkern ist die Königsherrschaft Gottes nahegekommen
|
||
| und ruft sie zu Glaube und Umkehr.
|
||
|
||
|
||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
||
.card-body
|
||
h5.card-title
|
||
q Kehrt um!
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||
h6.card-subtitle.text-muted Wie man es dreht und wendet: das Kreuz bleibt!
|
||
hr
|
||
ul.card-text
|
||
li
|
||
| Mit den Vertauschungen in der Erzählung verbindet sich der Ruf zur Umkehr in der Mitte der konzentrischen Gliederung:
|
||
ul.card-text
|
||
li
|
||
| Wie Jesus am Ende der Erzählung sollen die Jünger durch (weltweite) Verkündigung und Dämonenaustreibung Menschenfischer
|
||
| sein und nicht „Jesusfischer“.
|
||
li
|
||
| Wie Jesus sollen die Jünger verlassen und zurücklassen (im Sinne von Entäußerung und Erniedrigung) statt
|
||
| zurück haben zu wollen.
|
||
li
|
||
| Nimmt man auch bei der Abfolge Auferstehung → Kreuz die Vertauschung zur Reihenfolge Kreuz → Auferstehung vor,
|
||
| ist zwar die richtige Reihenfolge wiederhergestellt, aber das Kreuz bleibt; es lässt sich nicht eliminieren.
|
||
br
|
||
| Es ist und muss sein zentrales Element der christlichen Verkündigung, wie es auch hier die Mitte der Erzählung bildet:
|
||
br
|
||
q.bibeltext Ist euch Jesus Christus nicht deutlich als der Gekreuzigte vor Augen gestellt worden?
|
||
span.bibelstelle Gal 3,1b
|
||
br
|
||
| Dies muss dann aber Konsequenzen haben, auch für die Stellung zum jüdischen Gesetz.
|
||
li
|
||
| Abzuwehren ist eine Haltung, wie sie Paulus in
|
||
span.bibelstelle Phil 3,18-19
|
||
| beschreibt:
|
||
br
|
||
q.bibeltext
|
||
| Denn viele – von denen ich oft zu euch gesprochen habe, doch jetzt unter Tränen spreche –
|
||
| leben als <i>Feinde des Kreuzes Christi</i>.
|
||
br
|
||
| Ihr Ende ist das Verderben, ihr Gott ist der Bauch, ihre Ehre besteht in ihrer Schande; Irdisches haben sie im Sinn.
|
||
br
|
||
| Die Aussage „Irdisches haben sie im Sinn“ lässt sich gut mit dem angedeuteten Zurückhabenwollen der Söhne des Zebedäus verbinden,
|
||
| die sich nun neu unter den Ruf zur Umkehr stellen und entsprechend handeln müssen, wie sie es schon getan haben;
|
||
| auch von ihnen konnte man einst gut sprechen, muss es nun aber gleichsam „unter Tränen“ tun.
|
||
li
|
||
| Hierzu passt, dass Paulus jene, die die (Wieder-)Aufrichtung des jüdischen Gesetzes (unter den Heiden) fordern, in
|
||
span.bibelstelle Gal 6,12
|
||
| bezeichnet als
|
||
q.bibeltext Leute, die im Fleisch nach Anerkennung streben
|
||
| .
|
||
br
|
||
| Im Kontext schreibt auch Paulus von drohender Verfolgung einerseits und sein Mitgekreuzigtsein mit Christus andererseits, was
|
||
span.bibelstelle Gal 6,11-14
|
||
| insgesamt als Stelle, auf die Markus uns stoßen will und die die ganze Dringlichkeit, die Paulus seinen Ausführungen gibt, unterstreicht:
|
||
br
|
||
q.bibeltext
|
||
| 11 Seht, mit welch großen Buchstaben ich euch schreibe, mit eigener Hand.
|
||
br
|
||
| 12 Jene Leute, die im Fleisch nach Anerkennung streben, nötigen euch nur deshalb zur Beschneidung,
|
||
| damit sie wegen des Kreuzes Christi nicht verfolgt werden.
|
||
br
|
||
| 13 Denn obwohl sie beschnitten sind, halten sie selbst das Gesetz nicht; dennoch dringen sie auf eure Beschneidung,
|
||
| damit sie sich eures Fleiches rühmen können.
|
||
br
|
||
| 14 Ich aber will mich allein des Kreuzes Jesu Christi, unseres Herrn, rühmen,
|
||
| durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt.
|
||
li
|
||
| Stimmig dazu ist das Beenden des Herrichten des Netzes (= Wiederherstellung des jüdischen Gesetzes) mit
|
||
| dem Verlassen der Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb in der Erzählung von der Berufung der ersten Jünger unlöslich verbunden
|
||
| und letztlich eine einzige Handlung, die notwendig ist, um in die Nachfolge Jesu einzutreten.
|
||
li
|
||
| Insgesamt geht es Paulus und Markus darum, das Kreuz Christi ernst zu nehmen mit allen Konsequenzen.
|
||
li
|
||
| In diesem Dienst steht der erzählerische Kniff, am Anfang die Auferstehung Jesu präsent zu machen,
|
||
| den Leser dann aber auf seinen Tod am Kreuz umzulenken.
|
||
br
|
||
| Dies ist vom „<i>Darum</i> (hat Gott ihn (= Jesus) über alle erhöht)“ als Schwarnier des Philipperhymnus, der in der Erzählung
|
||
| im Hintergrund steht, zwischen Erniedrigung und Erhöhung her zu verstehen:
|
||
br
|
||
| Jesus darf nicht einseitig als Auferstandener verkündet werden, sein Kreuz muss eine zentrale Rolle spielen.
|
||
| weil dies folgen haben muss für die Verkündigung und für die christliche Ethik.
|
||
br
|
||
| Es darf daher nicht in den Hintergrund treten, darf nicht vergessen, verleugnet oder kleingeredet werden.
|
||
br
|
||
| Denn es besteht sonst die Gefahr, dass Jesu himmlische Herrlichkeit eine unheilige „Hochzeit“ eingeht
|
||
| mit irdischem Macht- und Reichtumsstreben, wie dies (schon länger) Markus thematisiert.
|
||
| Vgl. dazu auch die „Versuchung“ des Dämon in der Erzählung von der Dämonenaustreibung: „Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes“,
|
||
| was Jesus mit dem Schweigegebot beantwortet, weil der Dämon den Weg Jesu ins Verderben ans Kreuz verschwiegen hat.
|
||
p.card-text.small.mb-0
|
||
| Wie die Kirchengeschichte zeigt, hat die Kirche gerade hier versagt!
|
||
|
||
|
||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
||
.card-body
|
||
h5.card-title
|
||
q Lasst uns <i>anderswohin</i> gehen
|
||
h6.card-subtitle.text-muted Der Wirkradius „Jesu“ weitet sich – vor allem nach Ostern
|
||
hr
|
||
ul.card-text
|
||
li
|
||
| Auf das Suchen des Petrus antwortet Jesus mit dem Aufruf zu einem neuen Aufbruch, der das Territorium seines Wirkens vergrößert.
|
||
br
|
||
| Jesus lässt sich nicht zurückholen, er bricht vielmehr neu <i>anderswohin</i> auf.
|
||
li
|
||
| Nach dem Blick auf die Auferstehung bzw. die Präexistenz Jesu am Anfang und den Tod Jesu am Kreuz in der Mitte der Erzählung
|
||
| vergegenwärtigt der am Ende erzählte Neuaufbruch die Auferstehung und die nachösterliche Verkündigung.
|
||
li Das „anderswohin“ bezieht sich in der Erzählung selber auf die „benachbarten Dörfer“ sowie „ganz Galiläa“.
|
||
li
|
||
| Von Ostern her ist aber auf eine noch deutlich größere Ausweitung der Tätigkeit „Jesu“ angespielt:
|
||
br
|
||
| nach Ostern beschränkten sich die Verkünder des Evangeliums nicht mehr nur auf das Volks Israel,
|
||
| sondern es fand seinen Weg zu den Völkern – einer „erweiterten“ Nachbarschaft im Sinne der „ganzen Welt“ (→ „Heidenmission“).
|
||
li
|
||
| Das „anderswohin“ unterstreicht dabei die Verlagerung des Christentums vom ursprünglichen Judenchristentum zu einem stark
|
||
| von Christen aus den Völkern geprägten Christentum (→ „Heidenchristentum“).
|
||
li
|
||
| Man beachte in diesem Zusammenhang auch das distanzierende „in <i>ihren</i> Synagogen“.
|
||
|
||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
||
.card-body
|
||
h5.card-title
|
||
q.bibeltext Das Netz ist zerrissen und wir sind frei
|
||
span.bibelstelle Ps 127,7
|
||
h6.card-subtitle.text-muted
|
||
q.bibeltext
|
||
| Zur Freiheit hat uns Christus befreit. Steht daher fest und lasst euch nicht wieder ein Joch der Knechtschaft auflegen!
|
||
span.bibelstelle Gal 5,1
|
||
hr
|
||
ul.card-text
|
||
li
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||
| Beim Ruf in die Nachfolge sind die Söhne des Zebedäus gerade dabei, das Fischernetz herzurichten;
|
||
br
|
||
| das entsprechende griechische Wort ist etwas dehnbar, man kann auch an ein zerrissenes Netz denken, das gerade geflick wird.
|
||
li
|
||
| Indem Jesus sie in die Nachfolge ruft und sie folgen, lassen sie das Netz zerrissen zurück.
|
||
li
|
||
| Mit dem oben zitierten Psalmvers als Brücke und unter Beachtung der bereits angeführten Aussagen zum jüdischen Gesetz und seiner
|
||
| Stellung im Evangelium Jesu nach Paulus kann der Aufruf von Gal 5,1 gegenwärtig werden, den die Söhne des Zebedäus – ins Bild übertragen –
|
||
| umsetzen.
|
||
li
|
||
| Die Freiheit meint hier die Freiheit vom jüdischen Gesetz – dem „Joch der Knechtschaft“ –,
|
||
| dies bedeutet auch die Freiheit zur gesetzesfreien Völkermission, wie sie vor allem Paulus betreibt.
|
||
|
||
|
||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
||
.card-body
|
||
h5.card-title
|
||
q.bibeltext ... damit den Völkern ... der Segen Abrahams zuteilwird
|
||
span.bibelstelle Gal 3,14
|
||
h6.card-subtitle.text-muted
|
||
| Der Freikauf vom jüdischen Gesetz und der Segen für die Völker
|
||
hr
|
||
ul.card-text
|
||
li
|
||
| Mk 1,14-15 in der Mitte der konzentrischen Gliederung
|
||
| macht in Verbindung mit dem zerrissenen „Netz“
|
||
span.bibelstelle Gal 4,4-5
|
||
| gegenwärtig:
|
||
br
|
||
q.bibeltext
|
||
| Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn,
|
||
br
|
||
| geboren von einer Frau und
|
||
i dem Gesetz unterstellt,
|
||
br
|
||
| damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz stehen,
|
||
br
|
||
| und damit wir die Sohnschaft erlangen.
|
||
li
|
||
| In den Flanken der Mitte der konzentrischen Gliederung wird einerseits erzählt,
|
||
| wie Jesus „dem Gesetz des Geistes unterstellt“ diesen Freikauf vollzieht (→ Wüstensendung Mk 1,12-13),
|
||
| andererseits wie Jesus einen Menschen von der Herrschaft „des Gesetzes der Sünde und des Todes“ befreit (→ Dämonenaustreibung Mk 1,21-28),
|
||
| wobei eine Insuffizienz des jüdischen Gesetzes mitschwingt (gemäß Gal 3,21; Röm 8,2).
|
||
br
|
||
| Am unteren Ende der konzentrischen Gliederung ist mit dem angespielten Tod Jesu am Kreuz auch der Freikauf gegenwärtig.
|
||
li
|
||
| Aus dem Galaterbrief sind zu Gal 4,4-5 die Ausführungen in
|
||
span.bibelstelle Gal 3,6-10.13-14
|
||
| zu ergänzen:
|
||
br
|
||
q.bibeltext
|
||
| 6 So auch bei Abraham: Er glaubte Gott und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet.
|
||
br
|
||
| 7 Erkennt also: Die aus dem Glauben leben, sind Söhne Abrahams.
|
||
br
|
||
| 8 Und da die Schrift vorhersah, dass Gott die Völker aufgrund des Glaubens gerecht macht,
|
||
| hat sie dem Abraham im Voraus verkündet:
|
||
br
|
||
| In dir sollen alls Völker gesegnet werden.
|
||
br
|
||
| 9 Also werden sie, die glauben, gesegnet mit dem glaubenden Abraham.
|
||
br
|
||
| 10 Diejenigen aber, die aus den Werken des Gesetzes leben, stehen unter einem Fluch.
|
||
br
|
||
| Denn geschrieben steht: Verflucht ist jeder, der sich nicht an alles hält, was das Buch des Gesetzes zu tun vorschreibt. [Dtn 27,26]
|
||
br
|
||
| 13 Christus hat uns vom Fluch des Gesetzes freigekauft, indem er für uns zum Fluch geworden ist;
|
||
br
|
||
| denn es steht geschrieben: Verflucht ist, wer am Holz hängt. [Dtn 21,23]
|
||
br
|
||
| 14 Jesus Christus hat uns freigekauft, damit den Völkern durch ihn der Segen Abrahams zuteilwird
|
||
br
|
||
| und wir so durch den Glauben den verheißenen Geist empfangen.
|
||
li
|
||
| Das Zuteilwerden des „Segen für die Völker“ (→ Gen 12,3) meint – das macht der Kontext im Galaterbrief deutlich – die (allein) den
|
||
| Glauben an Jesus als heilsnotwendig voraussetzende Völkermission,
|
||
| die sich hier als Ergebnis des Freikaufs vom (Fluch des) Gesetz(es) festgehalten wird.
|
||
br
|
||
| Auch die Heiden werden durch den Glauben zu „Söhnen Gottes“, wie es die Söhne des Zebedäus bei ihrem Eintritt in die Nachfolge Jesu
|
||
| geworden sind, was sie jetzt durch ihre Wiederzuwendung zum jüdischen Gesetz infrage stellen.
|
||
|
||
|
||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
||
.card-body
|
||
h5.card-title
|
||
q Glaubt an das Evangelium!
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||
h6.card-subtitle.text-muted
|
||
| Dazu bin ich gekommen:
|
||
q.bibeltext um unter allen Völkern den Gehorsam des Glaubens aufzurichten
|
||
span.bibelstelle Röm 1,5
|
||
hr
|
||
ul.card-text
|
||
li
|
||
| Im ersten Teil der Mitte der konzentrischen Gliederung ruft Jesus zu Umkehr und Glaube an das Evangelium auf,
|
||
| im zweiten Teil der Mitte folgen die vier Erstberufenen gehorsam.
|
||
li
|
||
| Das erinnert stark an die Wendung „Gehorsam des Glaubens“, die sich in
|
||
span.bibelstelle Röm 1,5-6
|
||
| findet (vgl. auch die Heilung der Schwiegermutter des Petrus) und sich mit der Berufung durch Jesus Christus verbindet:
|
||
br
|
||
q.bibeltext
|
||
| Durch ihn [= Jesus Christus] haben wir Gnade und Apostelamt empfangen,
|
||
br
|
||
i um unter allen Völkern den Gehorsam des Glaubens aufzurichten um seines Namens willen;
|
||
br
|
||
| unter ihnen lebt auch ihr, die ihr von Jesus Christus berufen seid.
|
||
br
|
||
| Hier spricht Paulus von seiner eigenen Sendung als Völkermissionar.
|
||
br
|
||
| Das Aufrichten des Gehorsams des Glaubens ist dabei als Gegenbegriff zur Aufrichtung des Gehorsams gegenüber dem jüdischen Gesetz zu verstehen.
|
||
li
|
||
| Damit lässt sich das „dazu bin ich gekommen“, das Markus Jesus in Verbindung mit dem angezielten erweiterten Wirkkreis
|
||
| – effektiv der Völkermission –
|
||
| in den Mund legt, verbinden.
|
||
li
|
||
| Vom „Ärgernis des Kreuzes“ aus, das das jüdische Gesetz sprengt („Das Netz ist zerrissen“), geschieht der Neuaufbruch;
|
||
| es ist ein Neuaufbruch in die von der Verpflichtung auf das jüdische Gesetz freie Völkermission („... und wir sind frei“).
|
||
li
|
||
| Der markinische Jesus wird so durchsichtig auf Paulus und seine Sendung:
|
||
br
|
||
| was Paulus tut – den Gehorsam des Glaubens unter den Völker aufzurichten und nicht den Gehorsam gegenüber dem jüdischen Gesetzt –,
|
||
| wird schon Jesus – verdeckt – als dessen eigene Sendung „untergeschoben“;
|
||
br
|
||
| in diesem Sinn wird „Jesus“ im Markus-Evangelium immer wieder ins Heidenland aufbrechen (→ Überfahrten).
|
||
li
|
||
| Erinnert sie hier auch daran, dass Simon und Andreas griechische Namen sind, Jakobus und Johannes dagegen semitische;
|
||
br
|
||
| schon die erstberufenen Jünger versinnbildlichen also die Völkermission.
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q Kehrt um und glaubt an das Evangelium
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| Vom Gesetz ist da keine Rede ...
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hr
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li
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| In der aufgezeigten Frontstellung zwischen Jesus bzw. dem Glauben an das Evangelium einerseits
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| und dem jüdischen Gesetz andererseits kann auffallen, dass in der Mitte der konzentrischen Gliederung
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| der Ruf zur Umkehr und der Ruf zum Glauben an das Evangelium parallel sind,
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br
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| die Umkehr also vom Glauben an das (inhaltlich mit Entäußerung, Erniedrigung, Gehorsam bis zum Tod am Kreuz,
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| Auferstehung und Erhöhung gefüllte) Evangelium her bestimmt wird und nicht vom jüdischen Gesetz her.
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br
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| Jedenfalls ist der Ruf Jesu zur Umkehr kein Ruf zu einer verbesserten („vollkommenen“) Befolgung des jüdischen Gesetzes (ganz anders etwa der Evangelist Matthäus!).
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li
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| Im ganzen Evangelium wird immer wieder der Glaube der Menschen hervorgehoben werden und sie werden durch
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| ihn des mit Jesus geschenkten Heils teilhaftig.
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li
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| Das jüdische Gesetz dagegen wird im Hinblick auf das Eröffnen des Heils als unzulänglich gebrandmarkt.
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p.card-text.small.mb-0
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| Siehe dazu auch bereits die in die Schriftgelehrten verschlüsselte Inzuffizienz des jüdischen Gesetzes in Mk 1,21-28.
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h5.card-title
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q ... damit <i>alle</i> ... auf der Erde ... ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu
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h6.card-subtitle.text-muted
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| Die universalistische Perspektive des Philipperhymnus und der Neuaufbruch zur Völkermission
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hr
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li
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| Wie oben bemerkt, entspricht die Erzählfolge in der vorliegenden Erzählung dem Weg Jesu nach dem Philipperhymnus.
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li
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| Im Zuge der dort besungenen Erhöhung des bis zum Tod am Kreuz sich erniedrigt habenden
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| ist davon die Rede, dass „alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu“.
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br
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| Damit ist eine universalistische Perspektive ausgedrückt.
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li
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| Diese universalistische Perspektive im Hinblick auf „alle ... auf der Erde“ findet sich auch am Ende der vorliegenden Erzählung,
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| wenn vom Wirken Jesu in „<i>ganz</i> Galiläa“ gesprochen wird, was letztlich die Völkermission auf der ganzen Erde meint.
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q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahnen wird
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| Jesu Neuaufbruch als Ruf zur Völkermission
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hr
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li
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| Wie oben gezeigt, muss hier im Hinblick auf Petrus und seine Begleiter von „verfolgen“ die Rede sein
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| und kann nicht mit „nacheilen“ übersetzt werden; ein „Nachfolgen“ des Petrus und seiner Begleitung im positiven Sinne ist also gerade nicht im Blick.
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li
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| Umso mehr liegt der Akzent auf Jesus als dem vorausgehenden göttlichen Boten, der sich nicht zurückholen lässt, sondern neu aufbricht
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| und dazu die Jünger zu Umkehr, Glaube und Nachfolge aufruft.
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li
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| Das schließt Entäußerung und Erniedrigung ein, wie es von Jesus am unteren Ende der konzentrischen Gliederung erzählt wird
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| und wie es auch von den Söhne des Zebedäus bereits einmal erzählt werden konnte.
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li
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| Das schließt Verkündigung und Dämonenaustreibung im Sinne des „Menschenfischerseins“ ein.
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li
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| Das schließt hier aber besonders die Weitung der Verkündigung in die Völkermission ein, die im „anderswohin“ und in diversen anderen
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| Anspielungen angedeutet ist:
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br
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| das Kreuz Jesu – die Mitte des Glaubens und der Verkündigung – hat den Weg dorthin geöffnet.
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h5.card-title
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q Bereitet den Weg des Herrn
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h6.card-subtitle.text-muted Jesu neuer Aufbruch im Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen
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hr
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| Das „Bereitet den Weg des Herrn“ am oberen Ende der konzentrischen Gliederung
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| spiegelt sich in der Verkündigungs- und Heilungstätigkeit Jesu:
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br
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| Indem Jesus verkündigend und Dämonen austreibend durch die Lande zieht,
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| kommt Gott zu den Menschen und befreit sie von der Herrschaft Satans;
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br
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| so steht Jesus im Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen.
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li
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| Dabei ist das „dazu bin ich gekommen“, das die Sendung Jesu aufgreift,
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| in Verbindung mit dem „lasst uns <i>anderswohin</i> gehen“ als Weitung des Wirkkreises Jesu zu beachten:
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br
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| Der Auftrag „Bereitet den Weg des Herrn“ – also der Auftrag, sich in den Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen zu stellen –
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| ist vom einengenden jüdischen Gesetz befreit
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| und richtet sich nun auf die Völkermission.
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li
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| Indem die Jünger Jesus verfolgen und ihn zurückholen wollen, stellen sie sich der territorialen Weitung
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| der Tätigkeit Jesu entgegen.
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li
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| Sie bereiten den Weg des Herrn nicht, sie wollen den Weg Jesu, des Herrn, eingrenzen,
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| und zwar territorial wie auch von der Bedeutung des Kreuzes her, dessen „Ärgernis“ sie beseitigen wollen,
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| indem Jesus mit dem jüdischen Gesetz harmonisiert wird.
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h5.card-title
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||
q Und <i>er</i> zog durch ganz Galiläa
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hr
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ul.card-text
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li
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| Angesichts der in der Erzählung angedeuteten Kontroverse rund um das „Ärgernis des Kreuzes“ und seine Bedeutung für die Völkermission
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| muss auffallen, dass es heißt „Und <i>er</i> zog durch ganz Galiläa“. Das Mitziehen der Jünger wird nicht erzählt!
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li
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| Umsomehr muss bewusst werden, wie die Präsenz der Erstberufenen bisher erzählt war und weitergehend erzählt wird:
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ul.card-text
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li
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| Nach der Berufung in Mk 1,16-20 hießt es in Mk 1,21 „<i>Sie</i> kamen nach Kafarnaum.“; das schließt die Jünger ein.
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br
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| Auch wenn dann erzählt wird, dass (vielleicht nur) <i>er</i> in die Synagoge geht, heißt es doch in Mk 1,29
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| „<i>Sie</i> verließen sogleich die Synagoge“ – offenbar waren die Jünger also doch in der Synagoge dabei und gehen nun mit Jesus
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| in das Haus des Simon und Andreas.
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li
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||
| In der Szene Mk 1,32-34 sind die Jünger zwar nicht erwähnt, aber doch lokal anwesend, weil alles vor dem Haus des Simon und Andreas spielt.
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li
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| In Mk 1,35-39 dann die Kontroverse.
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li
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| In Mk 1,40-45 ist Jesus jedenfalls allein unterwegs (ehe dann am Ende von Leute von überallher zu ihm kommen).
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li
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| In Mk 2,1 kehrt Jesus offenbar alleine wieder nach Kafarnaum zurück: „Als <i>er</i> nach einigen Tagen wieder nach Kafarnaum hineinging ...“;
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| sicher ist ein dortiges Zusammentreffen mit Petrus und seinen Begleitern vorauszusetzen – das Haus ist wohl auch als das Haus des Simon und Andreas vorzustellen –,
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| aber direkt erzählt wird das nicht.
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li
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| In Mk 2,13-17 wird nichts von Petrus und seinen Begleitern erzählt; und wer im weiteren Verlauf „die Jünger“ sind ist nicht eindeutig – es können
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| auch die Vielen sein, die Jesus seit Mk 2,13-17 nachfolgen.
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li
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| Erst in Mk 3,13-19 ist dann explizit auch wieder von Petrus und seinen Begleitern die Rede, insofern sie in der Apostelliste auftauchen.
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li
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| Vielleicht darf man als Folge, dass sich Jesus nicht zurückholen hat lassen, also eine gewisse Scheidung zwischen Jesus einerseits
|
||
| und Petrus und dessen Begleitern andererseits angedeutet sehen; sie würde der kirchengeschichtlichen Spannung zwischen den „judaisierenden Christen“
|
||
| und Paulus entsprechen, wobei Petrus nach Gal 2,11-21 eine gewisse schwankende Zwischenposition einnimmt.
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.card-body
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h5.card-title
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||
q Als Kephas aber nach Antiochia gekommen war ...
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h6.card-subtitle.text-muted Der Dialog zwischen Petrus und Jesus als Anspielung auf den „antiochenischen Zwischenfall“ und die Auseinandersetzung zwischen Paulus und Petrus
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hr
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ul.card-text
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li
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| Ist deutlich geworden, dass sich hier eigentlich nicht Petrus und Jesus, sondern Petrus und Paulus gegenüberstehen und
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| es um die Frage nach der gesetzesfreien Heidesmission geht,
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br
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| und fällt auf, dass „am Horizont“ – hier: in der Mitte der konzentrischen Gliederung –
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| der Name Jakobus auftaucht,
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br
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| dann werden in der Erzählung des Markus die Ausführungen des Paulus in
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span.bibelstelle Gal 2,11-14
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| zum „antiochenischen Zwischenfall“ präsent, die von einem Konflikt zwischen Paulus und Petrus – mit Jakobus am Horizont – erzählen:
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br
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q.bibeltext
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| 11 Als Kephan [= Petrus = Simon] aber nach Antiochia gekommen war, habe ich ihm ins Angesicht widerstanden,
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br
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| weil er sich ins Unrecht gesetzt hatte.
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br
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| 12 Bevor nämlich einige von Jakobus eintrafen, hatte er mit den Heiden zusammen gegessen.
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br
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| Nach ihrer Ankunft aber zog er sich zurück und sonderte sich ab,
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||
br
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||
| weil er die aus der Beschneidung [= Judenchristen] fürchtete.
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br
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||
| 13 Und mit ihm heuchelten die anderen Juden, sodass auch Barnabas durch ihre Heuchelei mitgerissen wurde.
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br
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||
| 14 Als ich aber sah, dass sie nicht geradlinig auf die Wahrheit des Evangeliums zugingen, sagte ich zu Kephas in Gegenwart aller:
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br
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||
q
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||
| Wenn du als Jude nach Art der Heiden und nicht nach Art der Juden lebst,
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br
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| wie kannst due dann die Heiden zwingen, wie Juden zu leben?
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li.small
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| Man beachte auch hier, dass Markus Petrus sowohl bei der Berufung, als auch in der aktuellen Erzählung „Simon“ nennt – das ist ein griechischer Name
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| (der semitische wäre Sim<i>e</i>on); das verbindet sich sehr gut mit der der Aussage „Wenn du als Jude nach Art der Heiden und nicht nach Art der Juden lebst ...“.
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li
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| Wie in der Erzählung des Markus wird auch hier von einem Rückzug berichtet, allerdings nicht von Jesus (bzw. indirekt Paulus),
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| sondern von Petrus.
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br
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| Paulus versucht ihn in Gal 2,14 „zurückzuholen“ zu seinem bisherigen Verhalten, wie Petrus bei Markus versucht, Jesus „zurückzuholen“.
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br
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||
| Im Blick auf den Ausführungen des Paulus sind bei Markus also die Positionen vertauscht,
|
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| was sehr gut zur „Vertauschung“ passt, die in der Erzählung bei Markus auch im Verhältnis zur Mitte der konzentrischen Gliederung begegnet.
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li
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| Eine weitere Vertauschung zwischen dem „antiochenischen Zwischenfall“ und der Erzählung bei Markus ist zu notieren:
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br
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| Wie bei Markus Jesus wieder eingefangen werden soll, so wurde Petrus von den Leuten des Jakobus gleichsam „wieder eingefangen“:
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br
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| er ist angsichts der Judenchristen, die von Jakobus nach Antiochia gekommen waren – offenbar, weil sie gehört hatten,
|
||
| dass man dort gesetzesfreie Heidenmission betreibt und auch Judenchristen (wie Petrus und Paulus) entsprechend gesetzesfrei leben –
|
||
| wieder zur „jüdischen Lebensweise“ – also zur Praxis der Absonderung der Juden von den Heiden und der Befolgung der Speise- und
|
||
| Reinheitsvorschriften des jüdischen Gesetzes – zurückgekehrt.
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li
|
||
| Parallel ist jedoch, dass einmal Paulus, einmal Jesus gegenüber Petrus klar auftritt und den eigenen Standpunkt bzw. die eigene Sendung deutlich macht
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| und sich nicht davon abbringen lässt:
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br
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| Wie bei Markus Jesus dem Petrus entgegentritt, sich nicht wieder einfangen lässt und zur „Heidenmission“ aufbricht,
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br
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| so tritt beim „antiochenischen Zwischenfall“ Paulus dem Petrus entgegen und verteidigt die gesetzesfreie Heidenmission (im ganzen Galaterbrief).
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li
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||
| Da wie dort ist eine Verfolgung mit Rückholabsicht durch Andersdenkende gegeben: bei Markus wird Jesus von Petrus verfolgt,
|
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| beim „antiochenischen Zwischenfall“ sind es Petrus und mit ihm die Judenchristen samt Paulus, die von den Leuten des Jakobus „verfolgt“ werden;
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br
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||
| während Petrus und die anderen – sogar der Paulusbegleiter Barnabas – sich „einfangen“ lassen,
|
||
| widersteht Paulus (wie Jesus).
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li
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| Markus wie Paulus sind deutliche Vertreter der gesetzesfreien Heidenmission, wie aus den Paulusbriefen und noch weiteren Stellen im Markus-Evangelium
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| klar hervorgeht.
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.card-body
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h5.card-title
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| Gebet und Sendung
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hr
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ul.card-text
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li
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| Auch wenn der einsame Ort, an den Jesus zum Gebet geht, mit dem Tod am Kreuz zu verbinden ist,
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| an dem Jesus Ps 22,2 zitiert, ist es doch ein nicht unwichtiger Erzählzug,
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||
| dass die Jünger Jesus beim Gebet finden und er dann von seiner Sendung spricht.
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||
br
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||
| Es ist erzählerisch nahegelegt, dass sich Jesus im Gebet seiner Sendung (neu) bewusst wurde.
|
||
li
|
||
| Das kann eine Aufforderung sein, sich im Gebet immer neu der eigenen Sendung bewusst zu werden
|
||
| und auch die eigene Not in der Nachfolge („Wüstenerfahrungen“) vor Gott zu bringen.
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||
li
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||
| Das kann eine Zusage sein, dass Jesus im Gebet gefunden werden kann – gerade nach Ostern,
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||
| wenn Jesus nicht mehr leibhaftig auf Erden weilt.
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.card-body
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h5.card-title
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||
| Umkehr – Nachfolge
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hr
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ul.card-text
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li
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| In der Mitte der konzentrischen Gliederung sind der Ruf Jesu zur Umkehr und der Ruf in die Nachfolge zusammengebunden.
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li
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| Beides gehört zusammen; Nachfolge bedingt Sinneswandel!
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li
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| Es ist im Evangelium das letzte Vorkommen von „Umkehr“, das im Evangelium quasi durch das Begriffsfeld „Nachfolge“ abgelöst wird.
|
||
li
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| Durch die fortschreitende Konzentrik verbindet sich „Umkehr“ aber noch mit vielen weiteren Erzählungen – und zwar sowohl
|
||
| als Umkehrruf des Täufers als auch als Umkehrruf Jesu.
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||
.card.slide.border-primary.mb-3
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.card-body
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||
h5.card-title
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| Mitte und unteres Ende der konzentrischen Gliederung als gegenüberliegende Erzählungen in der Gliederung „Galiläa I/A“
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hr
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ul.card-text
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li
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| In der Gliederung „Galiläa I/A“ stehen sich Jüngerberufung und Suche der Jünger nach Jesus einander gegenüber:
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ul.card-text
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li
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| Das „Ärgernis des Kreuzes“ muss die Nachfolge prägen (s. o.); jeder Einhegung Jesu,
|
||
| jeder Verharmlosung des Kreuzes muss gewehrt werden.
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li
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| Wie Jesus mit dem „dazu bin ich gekommen“ eine bestimmte Ausrichtung seiner Sendung betont,
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| müssen auch die Jünger ihre Sendung, ihre Nachfolge im Blick haben:
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br
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| dem „dazu bin ich gekommen“ muss ein „dazu sind wir berufen“ entsprechen.
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li
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| Jesus nach führt ihre Sendung die Jünger in die Völkermission.
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li
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||
| Wie Jesus nach dem Gebet am einsamen Ort von seiner Sendung spricht,
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| so sind die Jünger gerufen, sich im Gebet ihrer eigenen Sendung stets neu bewusst zu werden
|
||
| und „Wüstenerfahrungen“ vor Gott zu bringen.
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br
|
||
| Es ist eine Zusage, dass sich Jesus, der Auferstandene, im Gebet finden lässt.
|
||
li In der Gliederung „Galiläa I/A“ stehen sich der Eröffnungsruf des Wirkens Jesu und sein Neuaufbruch einander gegenüber:
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ul.card-text
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||
li Formal wird hier wie dort von der Verkündigungstätigkeit Jesu erzählt.
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||
li
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||
| In Mk 1,14-15 kommt Jesus – nach der Taufe am Jordan und der Wüstensendung/Versuchung – wieder nach Galiläa, zunächst an den See bzw. nach Kafarnaum;
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br
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||
| in Mk 1,39 zieht er schließlich durch „ganz Galiläa“ – eine Weitung seines Wirkkreises, letztlich in die Völkermission.
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li
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||
| Als Ort der Verkündigung werden in Mk 1,39 speziell die Synagogen genannt;
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br
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| dort kam es schon zu einer Dämonenaustreibung, dort wird Jesus auch künftig Widerstand erfahren:
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br
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| dort scheint Umkehr besonders nötig zu sein.
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li
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| Die Dämonenaustreibungen, die in Mk 1,39 erwähnt werden, geschehen im Kontext der Umkehr und des Glaubens an das Evangelium (Mk 1,14-15);
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br
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| sie können – wie in Mk 1,21-28 – als Auswirkung der Lehre Jesu – also seiner Verkündigung – gelesen und als Bestätigung für den Anbruch des Gottesreiches verstanden werden:
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||
br
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||
| Menschen hören auf, Diener Satans zu sein, und werden Diener Gottes.
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||
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.card.slide.border-primary.mb-3
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||
.card-body
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||
h5.card-title
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||
| Das Wirken Johannes des Täufers und die Massenheilungen und –dämonenaustreibungen als gegenüberliegende Erzählungen
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h6.card-subtitle.text-muted
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||
| Jesus, der Stärkere, in Aktion
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hr
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ul.card-text
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li
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| Von Johannes dem Täufer heißt es, dass unter anderem „alle Einwohner Jerusalems“ zu ihm zogen;
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br
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| in Mk 1,32-34 ist „die ganze Stadt“ (Kafarnaum) vor der Haustür versammelt.
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li
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||
| Johannes der Täufer verkündet das Kommen des Stärkeren mit der Geisttaufe;
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br
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||
| in Mk 1,32-34 sieht man ihn in Aktion: Kranke werden gesund, die Dämonen müssen weichen: Jesus erweist sich als „der Stärkere“;
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br
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||
| die Dämonen wissen darum, dass Jesus dieser Stärkere ist.
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||
li
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||
| Die Menschen, die die Kranken zu Jesus bringen, haben den von Johannes geforderten Sinneswandel vollzogen:
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br
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||
| sie machen sich zu Dienern der Kranken.
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li
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| Auch erscheinen von der Umkehrpredigt Johannes des Täufers her die „Heilungen“ in einem ethischen Licht:
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br
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||
| „krank“ ist im übertragenen Sinne zu verstehen, mit der „Heilung“ verbindet sich die Sündenvergebung.
|
||
li
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||
| Die Taufe erscheint als „Ort“ dieser Gesundung.
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li
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||
| Die angekündigte Geisttaufe und die Austreibung der unreinen Geister sind – im Sinne einer Vertauschung –
|
||
| aufeinander zu beziehen: die unreinen Geister ziehen aus, der Geist Gottes/Jesu zieht ein.
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p.small.card-text
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||
| Bezüglich des einwohnenden Geistes gibt es im ganzen neuen Testament, schon in der zeitgenössischen jüdischen Literatur,
|
||
| keine „geistfreien“ Menschen: es wohnt entweder ein schlechter/unreiner/widergöttlicher Geist ein,
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||
| oder der gute/reine/göttliche Geist.
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br
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||
| Hier gibt es einen (mehr oder weniger) scharfen Dualismus,
|
||
| der besonders in Qumran mit der Zweigeisterlehre besonders ausgefaltet ist.
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|
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.card.slide.border-primary.mb-3
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.card-body
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||
h5.card-title
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||
| Die Taufe Jesu und die Heilung der Schwiegermutter des Petrus als gegenüberliegende Erzählungen
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h6.card-subtitle.text-muted
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||
| Das Evangelium von Jesu Tod und Auferstehung richtet Menschen auf zum Dienst (→ Röm 6)
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hr
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||
ul.card-text
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li
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| Die Parallele zwischen der Auferstehung Jesu – „als er aus dem Wasser stieg“ – und der Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus wird deutlich:
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br
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||
| wie Jesus in der Auferweckung durch Gott „aufgerichtet“ wurde, so „richtet“ nun Jesus,
|
||
| der ein für alle Mal für die Sünde gestorben ist und als Auferstandener sein Leben für Gott lebt, die Schwiegermutter des Petrus „auf“;
|
||
br
|
||
| beide entsteigen dem Tod: Jesus im realen, die Schwiegermutter des Petrus im übertragenen Sinn.
|
||
li
|
||
| Die Taufe erscheint als Ort der rettenden <i>Schicksalsgemeinschaft</i> mit Jesus.
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||
li
|
||
| Die Taufe verpflichtet, „tot zu sein für die Sünde“ und „für Gott zu leben in Christus Jesus“ im Sinne eines <i>Handlungsgemeinschaft</i> mit Jesus;
|
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br
|
||
| dies setzen sowohl die Jünger, indem sie Jesus bezüglich der kranken Frau (Schwiegermutter hat Versuchungscharakter!) ansprechen, als auch
|
||
| die Schwiegermutter des Petrus nach ihrer Heilung, indem sie Jesus und seinen Begleitern dient, um.
|
||
li
|
||
| Insgesamt wird durch das vorliegende Gegenüber
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span.bibelstelle Röm 6,4
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||
| vergegenwärtigt:
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br
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||
q.bibeltext
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||
| Wir wurden ja mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod, damit
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br
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||
i auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, in der Neuheit des Lebens wandeln.
|
||
li
|
||
| Das aufrichtende Handeln Jesu, bei dem Jesus gehorsam (hier gegenüber seinen Begleitern) seiner Sendung folgt,
|
||
| steht unter dem Wohlgefallen Gottes.
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||
li
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||
| Auch in diesem Gegenüber finden sich Vertauschungen:
|
||
ul.card-text
|
||
li Bei der Taufe wird Jesus aufgerichtet, bei der Heilung der Schwiegermutter ist er selber aufrichtend aktiv.
|
||
li Bei der Taufe wird Jesus (von Gott) in eine hoheitliche Position eingesetzt, bei der Heilung der Schwiegermutter ist er (seinen Begleitern) „gehorsam“.
|
||
|
||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
||
.card-body
|
||
h5.card-title
|
||
| Die Versuchung Jesu und die neue, Dämonen austreibende Lehre in der Synagoge als gegenüberliegende Erzählungen
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||
h6.card-subtitle.text-muted
|
||
| Jesus ist gekommen, um Satan ins Verderben zu stürzen
|
||
hr
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||
ul.card-text
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||
li
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||
| Beide Erzählungen begegneten bereits als Mitte und unteres Ende einer konzentrischen Gliederung;
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||
| das dazu Gesagte ist hier zu vergegenwärtigen.
|
||
li
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||
| Während die Versuchung inhaltlich und vom Ergebnis her offen bleibt,
|
||
| macht die Episode in der Synagoge klar, dass Jesus nicht nur gekommen ist, um die Dämonen mitsammt ihrem Anführer – Satan – ins Verderben zu stürzen,
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||
| sondern dies auch tatsächlich tut;
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br
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| dazu geht Jesus ihnen ins Verderben „voraus“.
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li
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| „Wüste“ im Sinne der Gottferne und „Verderben“ verbinden sich inhaltlich; und beides sind formal „Orte“, an die Jesus geht:
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| gemeint ist in beiden Fällen der Tod Jesu am Kreuz.
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br
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||
| Durch diesen Gang Jesu ins Verderben entsteht die „Insel des Lebens“ mitten in der „Wüste der Gottferne“,
|
||
| ist die Gottferne auf der Erde aufgebrochen.
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||
li
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| Das Gegenüber ist – gerade mit Mk 1,14-15.16-20 als Mitte der konzentrischen Gliederung – von Gal 4,4-5 her zu verstehen:
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| es wird einerseits erzählt, wie Jesus „dem Gesetz des Geistes unterstellt“ den Freikauf vom (Fluch des) Gesetz(es) vollzieht (→ Wüstensendung Mk 1,12-13),
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| andererseits, wie Jesus einen Menschen von der Herrschaft „des Gesetzes der Sünde und des Todes“ befreit (→ Dämonenaustreibung Mk 1,21-28),
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| wobei eine Insuffizienz des jüdischen Gesetzes mitschwingt (gemäß Gal 3,21; Röm 8,2).
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| Auch in diesem Gegenüber finden sich Vertauschungen:
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| In der Versuchungserzählung ist Jesus dem Geist Gottes gehorsam,
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| in der Synagoge der unreine Geist gegenüber Jesus;
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| dies ist vom Philipperhymnus her zu verstehen, der auch am unteren Ende der konzentrischen Gliederung präsent ist.
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| In der <i>Wüste</i> wird Jesus von <i>Engeln</i> bedient, in der <i>Synagoge</i> begegnet Jesus einem <i>unreinen Geist</i>.
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