bibelwissen/views/nt/ev/mk/getauft/aufbruch.pug

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| Inhaltsangabe/Überschrift
br
| Himmlischer Sendungsbeschluss
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,1-3
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h5.card-title Johannes in der Wüste
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,4-6
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h5.card-title Die Taufe Jesu: Tod und Auferstehung Jesu als Wendepunkt der Heilsgeschichte
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,9-11
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h5.card-title Die Versuchung Jesu
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,12-13
.card.mb-1.konzentr-1
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h5.card-title Johannes tritt ab, Jesus tritt auf: Eröffnungsruf des Wirkens Jesu: Das Reich Gottes ist zum Greifen nahe!
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,14-15
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h5.card-title Die Berufung der ersten Jünger: Auf, mir nach! → <q>Menschenfischer</q>!
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,16-20
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h5.card-title Die neue Lehre in der Synagoge: Jesus gekommen, um Satan/die Dämonen ins Verderben zu stürzen
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,21-28
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h5.card-title Die Heilung der Schwiegermutter des Petrus, die (daraufhin!) Jesus dient
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-1 Mk 1,29-31
p.card-text
| Aufgerichtet zum Dienst
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h5.card-title Die ganze Stadt vor der Tür; Jesus heilt und treibt Dämonen aus
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,32-34
.card.mb-1.konzentr-5
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h5.card-title Rückzug und erneuter Aufbruch
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,35-39
.slide.mb-3
hr
p.card-text.mb-0.konzentr-5.bibeltextkonzentr
| 1 Anfang des Evangeliums Jesu Christi, Sohn (eines) Gottes.
br
| 2 Wie geschrieben steht beim Propheten Jesaja:
br
q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der einen Weg bahnen wird.
br
q 3 Stimme eines Rufers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen!
p.card-text.mb-0.konzentr-4.bibeltextkonzentr
| 4 So trat Johannes der Täufer in der Wüste auf und verkündete eine Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden.
br
| 5 Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus;
br
| sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen.
p.card-text.mb-0.konzentr-4.bibeltextkonzentr
| 6 Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften
br
| und er lebte von wildem Honig.
br
| 7 Er verkündete:
q
| Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich;
br
| ich bin es nicht wert, mich zu bücken und ihm die Riemen der Sandalen zu lösen.
br
| 8 Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.
p.card-text.mb-0.konzentr-3.bibeltextkonzentr
| 9 Und es geschah in jenen Tagen, da kam Jesus aus Nazareth in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen.
br
| 10 Und sogleich, als er aus dem Wasser stieg, sah er,
br
| dass der Himmel aufriss und der Geist wie eine Taube in ihn hineinkam.
br
| 11 Und eine Stimme aus dem Himmel sprach:
q Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.
p.card-text.mb-0.konzentr-2.bibeltextkonzentr
| 12 Und sogleich trieb der Geist Jesus in die Wüste.
br
| 13 Jesus blieb vierzig Tage in der Wüste und wurde vom Satan in Versuchung geführt.
br
| Er lebte bei den wilden Tieren und die Engel dienten ihm.
p.card-text.mb-0.konzentr-1.bibeltextkonzentr
| 14 Nachdem Johannes ausgeliefert worden war, ging Jesus nach Galiläa;
br
| er verkündete das Evangelium Gottes
br
| 15 und sprach:
q
| Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe.
br
| Kehrt um und glaubt an das Evangelium!
p.card-text.mb-0.konzentr-1.bibeltextkonzentr
| 16 Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon,
| die auf dem See ihre Netze auswarfen; sie waren nämlich Fischer.
br
| 17 Da sagte er zu ihnen:
q
| Kommt her, mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.
br
| 18 Und sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm nach.
br
| 19 Als er ein Stück weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes;
| sie waren im Boot und richteten ihre Netze her.
br
| 20 Sogleich rief er sie und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und folgten Jesus nach.
p.card-text.mb-0.konzentr-2.bibeltextkonzentr
| 21 Sie kamen nach Kafarnaum. Am folgenden Sabbat ging er in die Synagoge und lehrte.
br
| 22 Und die Menschen waren voll Staunen über seine Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten.
br
| 23 In ihrer Synagoge war ein Mensch, der von einem unreinen Geist besessen war.
br
| Der begann zu schreien:
br
q
| 24 Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret?
br
| Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen?
br
| Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes.
br
| 25 Da drohte ihm Jesus:
br
q
| Schweig und verlass ihn!
br
| 26 Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei.
br
| 27 Da erschraken alle und einer fragte den anderen:
br
q
| Was ist das? Eine neue Lehre mit Vollmacht: Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl.
br
| 28 Und sein Ruf verbreitete sich rasch im ganzen Gebiet von Galiläa.
p.card-text.mb-0.konzentr-3.bibeltextkonzentr
| 29 Sie verließen sogleich die Synagoge und gingen zusammen mit Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und Andreas.
br
| 30 Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett.
br
| Sie sprachen sogleich mit Jesus über sie
br
| 31 und er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf.
br
| Da wich das Fieber von ihr und sie diente ihnen.
p.card-text.mb-0.konzentr-4.bibeltextkonzentr
| 32 Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus.
br
| 33 Die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt
br
| 34 und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und er trieb viele Dämonen aus.
br
| Und er verbot den Dämonen zu sagen, dass sie wussten, wer er war.
p.card-text.konzentr-5.bibeltextkonzentr
| 35 In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten.
br
| 36 Simon und seine Begleiter eilten ihm nach,
br
| 37 und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm:
br
q Alle suchen dich!
br
| Er antwortete:
br
q
| Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort verkündet;
br
| denn dazu bin ich gekommen.
br
| Und er zog durch ganz Galiläa, verkündete in ihren Synagogen und trieb die Dämonen aus.
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h5.card-title
q Anfang
hr
ul.card-text
li Zeitlich sind wir am Anfang des Tages: „In aller Frühe, als es noch dunkel war“.
li
| Inhaltlich wird in der zweiten Hälfte der Episode von einem neuen Aufbruch erzählt,
| der sich vom bisherigen Umfeld Kafarnaum löst und nun „ganz Galiläa“ in Blick nimmt.
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h5.card-title
q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahnen wird
h6.card-subtitle.text-muted
q Simon und seine Begleiter eilten ihm [= Jesus] nach ...
hr
ul.card-text
li
| Dem Ruf „Kommt her, mir nach!“ bei der Berufung (→ Mitte der konzentrischen Gliederung) folgend,
| eilen Petrus und seine Begleiter Jesus nach.
li
| Damit wird klar Jesus als der vorausgehende göttliche Bote, der den Nachfolgenden den Weg bahnt (→ oberes Ende der konzentrischen Gliederung), inszeniert.
li
| Sein Gang in die „Einsamkeit“, sein Aufbruch zu Verkündigung und Dämonenaustreibung mit Weitung des Wirkkreises will und wird auch ihren weiteren Weg bestimmen (s. u.).
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h5.card-title
q Bereitet den Weg des Herrn
h6.card-subtitle.text-muted Jesu neuer Aufbruch im Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen „dazu bin ich gekommen“
hr
ul.card-text
li
| Die Erzählung endet damit, dass Jesus neu aufbricht und dabei seinen Wirkkreis erweitert;
br
| nicht mehr nur Kafarnaum ist nun sein Wirkort, sondern „ganz Galiläa“.
li
| Dabei führt Jesus fort, was er begonnen hat: Verkündigung und Dämonenaustreibungen.
li
| Mit diesem Wirken steht er klar im Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen;
br
| indem Jesus durch Galiläa zieht, kommt Gott zu den Menschen und befreit sie von der Herrschaft Satans.
li
| Damit erfüllt Jesus seine Sendung („dazu bin ich gekommen“), wie auch
| in der Jüngerberufung die Sendung Jesu und die Sendung der Jünger Thema war
| und beim ersten Auftreten Jesu auch auf die Sendung Johannes des Täufers geblickt wurde (→ Mitte der konzentrischen Gliederung).
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h5.card-title
q In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf
h6.card-subtitle.text-muted Anspielung auf Ostern
hr
ul.card-text
li Dem sich entwickelnden Geschehen zufolge spielt Mk 1,21-34 am Sabbat; es wird kein Tageswechsel erzählt.
li Damit ist Mk 1,35-39 auf den ersten Tag der Woche, den Sonntag, zu datieren.
li
| Dies lässt die Notiz, dass Jesus frühmorgens, noch in der Nacht, „aufsteht“ und effektiv verschwindet, den „sehenden Leser“ an den Ostersonntag denken (Mk 16,1-8),
| an dem Jesus in aller Frühe, als gerade die Sonne aufgeht also ein Stück später als sein Sichzurückziehen hier und die Frauen
| das Grab aufsuchen, auch „verschwunden“ ist, weil er „auferstanden“ ist.
li
| Damit wird Ostern in der Erzählung präsent.
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h5.card-title
q ... und ging an einen einsamen Ort
h6.card-subtitle.text-muted Wüste!
hr
ul.card-text
li
| Im Griechischen schwingt bei „einsamer Ort“ die „Wüste“ mit;
| die deutsche Übersetzung verdeckt dies.
li
| Versteht man die „Einsamkeit“ als „Wüste“ wie in der Versuchungserzählung im übertragenen Sinne,
| ergibt sich eine doppelte Widersprüchlichkeit der Szene analog zur Versuchungserzählung :
br
| „Wüste“ als Ort nicht nur der menschlichen Einsamkeit, sondern auch der Gottferne,
br
| doch gleichzeitig Gebet als Verbindung zu Gott und zugleich Aufgesuchtwerden von Petrus und seinen Begleitern, indirekt von „allen“.
li
| Angesichts der Präsenz von Ostern in der Erzählung ist Jesu Weg in die Einsamkeit bzw. in die „Wüste“ unerwartet;
| man würde ihn eher in einer der Auferstehung entsprechenden Umgebung erwarten.
br
| Doch kommt gerade in dieser Umbiegung der Erwartung zum Vorschein, worauf Markus Wert legt,
| wie die weitere Betrachung noch zeigen wird.
br
span.small
| Sicher „hinkt“ hier manches; doch ist dies dem Umstand geschuldet, dass Markus einerseits Jesu Auferstehung
| durch klare Anspielungen gegenwärtig macht, andererseits Jesus aber noch auf dem Weg zu Tod und Auferstehung ist.
br
| Mithin ist also das „Weiter“ auf zwei Ebenen zu verorten:
ul.card-text.small
li Jesu Wirken als Auferstandener vom Himmel her in Unterstützung seiner Jünger.
li Jesu Weg ans Kreuz.
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h5.card-title
q ... um zu beten
h6.card-subtitle.text-muted Jesus im Gebet finden!
hr
ul.card-text
li
| Jesus hat sich zum Gebet zurückgezogen.
li
| Als die ihm nachgelaufenen Jünger ihn finden, erzählt er ihnen etwas über seine Sendung.
li
| Die Jünger lernen, dass das Gebet für Jesus und seine Sendung bzw. seinen Weg eine wichtige
| Rolle spielt.
li
| So ist die Erzählung auch an alle Jesus Nachfolgenden eine Einladung zum Gebet:
br
| um Orientierung zu finden, um sich der eigenen Sendung immer neu bewusst zu werden,
br
| um sich in „Wüstenzeiten“ zurechtzufinden und sie zu durchstehen.
li
| Im Hinblick auf Ostern, seit dem Jesus nicht mehr leibhaftig unter den Menschen wandelt,
| ist die Erzählung auch eine Einladung, die Gemeinschaft mit dem Auferstandenen im Gebet zu suchen:
| eine Zusage, dass Jesus im Gebet gefunden werden kann.
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h5.card-title
q alle suchen dich
h6.card-subtitle.text-muted Petrus, der Menschenfischer, mit „allen“ im Fischernetz
hr
ul.card-text
li
| Petrus war als Menschenfischer berufen worden (→ Mitte der konzentrischen Gliederung).
li
| Hier nun eilen nicht nur die Begleiter mit Petrus Jesus hinterher,
br
| vielmehr sind es „alle“, die Jesus suchen, also zu ihm wollen.
li
| Sicher soll dieses Bild im Kopf entstehen:
br
| Petrus, der Menschenfischer, hat „alle“ in seinem „Fischernetz“ im Schlepptau,
| als er Jesus sucht und schließlich findet.
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h5.card-title
q alle suchen dich lasst uns anderswohin gehen: dazu bin ich gekommen
h6.card-subtitle.text-muted Warum Jesus die Flucht ergreift
hr
ul.card-text
li Die Notiz, dass Jesus von allen gesucht wird, muss als ambivalent eingestuft werden:
ul.card-text
li Sie ist einerseits positiv zu verstehen, insofern Petrus in seinem „Menschenfischernetz“ „alle“ dabei hat.
li
| Andererseits wirft der Umstand, dass in der vorhergehenden Erzählung bereits alle Kranken geheilt worden waren,
| die Frage auf, was nun „alle“ von Jesus wollen, warum sie ihn suchen.
li
| Festzuhalten ist jedenfalls, dass bevor diese „alle“ überhaupt nachkommen können, Jesus aufbricht zu einer erweiterten Wirksamkeit,
| die er mit seiner Sendung begründet.
li
| Vom Gesamt des Evangeliums her legt es sich nahe, dass Markus Jesus sich hier einer Verehrung durch die Menschen
| aufgrund der Heilungen und Dämonenaustreibungen entziehen lässt ( das wäre in gewisser Weise eine Analogie zu den Schweigegeboten )
| und mittels dem „dazu bin ich gekommen“ auf die aktive Umsetzung seiner Sendung verweist: Wirken zum Heil der Menschen.
li
| Ein Signal für die Zeit nach Ostern:
br
| das Ziel des Wirkens Jesu ist nicht seine eigene Verehrung (als Auferstandener in der Herrlichkeit des Himmels),
| sondern die Umkehr und die Nachfolge der Jünger im Dienst des Evangeliums zum Heil der Menschen (→ Mitte der konzentrischen Gliederung);
br
| es geht Jesus um die Menschen, nicht um seine eigene Verehrung!
li
| So biegt gerade das ambivalente Stichwort „Einsamkeit“/„Wüste“ eine Anbetungs- und Verherrlichungschristologie um
| zu einer Sendungschristologie:
ul.card-text
li
| Der Vorstoß in die „Wüste“, um darin eine „Insel des Lebens“ zu erschaffen, war der Weg Jesu während seines irdischen Wirkens.
br
| Der Blick auf den Auferstandenen, der in der Herrlichkeit des Himmels thront,
| wird von der Erzählung umgebogen auf die „Wüste“ als Wirkort Jesu vor Tod und Auferstehung.
li
| Aus dem Bezug zur Berufung der Söhne des Zebedäus (→ Mitte der konzentrischen Gliederung) wird der Philipperhymnus präsent:
br
q.bibeltext
| 6 Er war Gott gleich, hielt es aber nicht als einen Raub fest, Gott gleich zu sein,
br
| 7 sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich.
br
| Sein Leben war das eines Menschen;
br
| 8 er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.
br
| 9 Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen,
br
| 10 damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu
br
| 11 und jeder Mund bekennt: Jesus Christus ist der Herr zur Ehre Gottes, des Vaters.
span.bibelstelle Phil 2,6-11
br
| Besonders in der Zeit nach Ostern ist <i>diese</i> Erinnerung an den Gottessohn wichtig,
br
| der gerade nicht in der himmlischen Herrlichkeit geblieben ist, sondern den Weg des Dienens bis an Kreuz gegangen ist:
br
| der Blick auf den Auferstanden in seiner Herrlichkeit muss immer wieder auf seinen Weg dorthin führen um Sendung und Weg des nun Auferstandenen nicht zu vergessen
| und sich auch der eigenen Sendung immer neu bewusst zu werden.
li
| In der Erzählung folgen Petrus und seine Begleiter in die „Wüste“ nach;
| dies ist der Ort, an den auch die Jünger (besonderes nach Ostern) gesandt sind:
br
| Als „Menschenfischer“ in der Nachfolge Jesu sollen sie Menschen auf die „Insel des Lebens mitten in der Wüste der Gottferne“ hinüberretten
| (→ Mitte der konzentrischen Gliederung).
li
| Dass Jesus wie es diese Erzählung bebildert nach seiner Auferstehung den Jüngern gerade in die „Wüste“ vorausgeht,
| um sie hinter sich herzuziehen, ist Auftrag und Verheißung zugleich:
ul.card-text
li Jesu Sendung in die „Wüste“ muss in den Jüngern weitergehen.
li
| Jesus trägt das „Menschenfischersein“ der Jünger sie sind nicht auf sich allein gestellt, sondern bekommen „himmlischen Beistand“.
br
| So geht auch für Jesus als Auferstandenen als der er „tot ist für die Sünde“ und „für Gott lebt“ (→ Röm 6) die
| Auseinandersetzung mit Satan auch wenn dieser letztlich schon besiegt ist weiter,
| bleibt die „Wüste“ weiterhin sein Wirkort.
li
| Zusammenfassend lässt sich sagen:
br
| Den Blick zum Auferstandenen lenkt Markus in die „Wüste“ als Ort der Sendung Jesu und der Sendung der Jünger um
| dorthin müssen die Jünger Jesus immer neu nachfolgen, und nicht zuletzt im Gebet werden sie seinen Beistand erfahren.
li
| Die „Wüste“ ist auch ein Kontrast zu all den „schönen Orten“ von Verehrung.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
q anderswohin
h6.card-subtitle.text-muted Der Wirkradius „Jesu“ weitet sich vor allem nach Ostern
hr
ul.card-text
li Das „anderswohin“ bezieht sich in der Erzählung selber auf die „benachbarten Dörfer“ sowie „ganz Galiläa“.
li
| Von Ostern her, das in der Erzählung präsent ist, ist aber auf eine noch deutlich größere Ausweitung der Tätigkeit „Jesu“ angespielt:
br
| nach Ostern beschränkten sich die Verkünder des Evangeliums nicht mehr nur auf das Volks Israel,
| sondern es fand seinen Weg zu den Völkern einer „erweiterten“ Nachbarschaft im Sinne der „ganzen Welt“ (→ „Heidenmission“).
li
| Das „anderswohin“ unterstreicht dabei die Verlagerung des Christentums vom ursprünglichen Judenchristentum zu einem stark
| von Christen aus den Völkern geprägten Christentum (→ „Heidenchristentum“).
li
| Man beachte in diesem Zusammenhang auch das distanzierende „in <i>ihren</i> Synagogen“.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
| Mitte und unteres Ende der konzentrischen Gliederung als gegenüberliegende Erzählungen in der Gliederung „Galiläa I/A“
hr
ul.card-text
li In der Gliederung „Galiläa I/A“ stehen sich Jüngerberufung und Suche der Jünger nach Jesus einander gegenüber:
ul.card-text
li
| Dies unterstreicht den Blick auf die Sendung Jesu („dazu bin ich gekommen“) und der Jünger („Menschenfischer“),
| wobei die Verkündigungstätigkeit als konstitutives Element des Menschenfischerseins herausgestellt wird;
| gerade durch die Verkündigung der Lehre Jesu geschehen ja auch die Wunder (→ Mk 1,21-28: Dämonenaustreibung durch die Lehre!).
li
| Die Jünger müssen sich wie Jesus immer neu bewusst werden, was ihre Sendung ist.
li Petrus erscheint in Mk 1,35-38 deutlich als „Menschenfischer“, mit „allen“ im „Fischernetz“.
li
| Die Menschenfischer sind selber stehts darauf angewiesen, Jesu (im Gebet) zu suchen;
| Jesus ist ihnen im Beten ein Lehrmeister.
li
| Das „anderswohin“ Jesu nimmt besonders die nachösterliche Heidenmission in den Fokus.
li In der Gliederung „Galiläa I/A“ stehen sich der Eröffnungsruf des Wirkens Jesu und sein Neuaufbruch einander gegenüber:
ul.card-text
li Formal wird hier wie dort von der Verkündigungstätigkeit Jesu erzählt.
li
| In Mk 1,14-15 kommt Jesus nach der Taufe am Jordan wieder nach Galiläa; zunächst an den See bzw. Kafarnaum;
br
| in Mk 1,39 zieht er schließlich durch „ganz Galiläa“.
li
| Als Ort der Verkündigung werden in Mk 1,39 speziell die Synagogen genannt;
br
| dort kam es schon zu einer Dämonenaustreibung, dort wird Jesus auch künftig Widerstand erfahren:
br
| dort scheint Umkehr besonders nötig zu sein.
li
| Die Dämonenaustreibungen, die in Mk 1,39 erwähnt werden, geschehen im Kontext der Umkehr und des Glaubens an das Evangelium (Mk 1,14-15);
br
| sie können wie in Mk 1,21-28 als Auswirkung der Lehre Jesu also seiner Verkündigung gelesen und als Bestätigung für den Anbruch des Gottesreiches verstanden werden:
br
| Menschen hören auf, Diener Satans zu sein, und werden Diener Gottes.
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h5.card-title
| Das Wirken Johannes des Täufers und die Massenheilungen und dämonenaustreibungen als gegenüberliegende Erzählungen
h6.card-subtitle.text-muted
| Jesus, der Stärkere, in Aktion
hr
ul.card-text
li
| Von Johannes dem Täufer heißt es, dass unter anderem „alle Einwohner Jerusalems“ zu ihm zogen;
br
| in Mk 1,32-34 ist „die ganze Stadt“ (Kafarnaum) vor der Haustür versammelt.
li
| Johannes der Täuer verkündet das Kommen des Stärkeren mit der Geisttaufe;
br
| in Mk 1,32-34 sieht man ihn in Aktion: Kranke werden gesund, die Dämonen müssen weichen Jesus erweist sich als „der Stärkere“.
li
| Von der Umkehrpredigt Johannes des Täufers her erscheinen die „Heilungen“ in einem ethischen Kontext:
br
| „krank“ ist im übertragenen Sinne zu verstehen.
li
| Die Taufe erscheint als „Ort“ dieser Gesundung.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
| Die Taufe Jesu und die Heilung der Schwiegermutter des Petrus als gegenüberliegende Erzählungen
h6.card-subtitle.text-muted
| Das Evangelium von Jesu Tod und Auferstehung richtet Menschen auf zum Dienst (→Röm 6)
hr
ul.card-text
li
| Die Parallele zwischen der Auferstehung Jesu „als er aus dem Wasser stieg“ und der Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus wird deutlich:
br
| wie Jesus in der Auferweckung durch Gott „aufgerichtet“ wurde, so „richtet“ Jesus nun die Schwiegermutter des Petrus „auf“;
br
| beide entsteigen dem Tod: Jesus im realen, die Schwiegermutter des Petrus im übertragenen Sinn.
li
| Die Taufe erscheint als Ort der rettenden <i>Schicksalsgemeinschaft</i> mit Jesus.
li
| Wie Jesus sich in Mk 1,35-39 der Verehrung entzieht (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung),
br
| so endet die Heilung der Schwiegermutter des Petrus nicht in Lobeshymnen auf Jesus, sondern im ganz
| handgreiflichen Dienst der Schwiegermutter des Petrus an Jesus und seinen Begleitern:
br
| dies ist die adäquate Umsetzung der Teilhabe an Tod und Auferstehung Jesu.
li
| Dieser Dienst aneinander im Sinne des „tot für die Sünde leben für Gott“ in der Nachfolge Jesu
| ist <i>Handlungsgemeinschaft</i> mit Jesus: wie Jesus Menschen aufrichtet, so richtet dieser Dienst einander auf.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
| Die Versuchung Jesu und die neue, Dämonen austreibende Lehre in der Synagoge als gegenüberliegende Erzählungen
h6.card-subtitle.text-muted
| Jesus ist gekommen, um Satan ins Verderben zu stürzen
hr
ul.card-text
li
| Beide Erzählungen begegneten bereits als Mitte und unteres Ende einer konzentrischen Gliederung;
| das dazu Gesagte ist hier zu vergegenwärtigen.
li
| Während die Versuchung inhaltlich und vom Ergebnis her offen bleibt,
| macht die Episode in der Synagoge klar, dass Jesus nicht nur gekommen ist, um die Dämonen mitsammt ihrem Anführer Satan ins Verderben zu stürzen,
| sondern dies auch tatsächlich tut;
br
| dazu geht Jesus ihnen ins Verderben „voraus“.
li
| „Wüste“ im Sinne der Gottferne und „Verderben“ verbinden sich inhaltlich beides sind „Orte“, an die Jesus geht:
br
| Durch Jesu Gang ins Verderben entsteht die „Insel des Lebens“ mitten in der „Wüste der Gottferne“,
| ist die Gottferne auf der Erde aufgebrochen.