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| Inhaltsangabe/Überschrift
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br
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| Himmlischer Sendungsbeschluss
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,1-3
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h5.card-title Johannes in der Wüste
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,4-6
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h5.card-title Die Taufe Jesu: Tod und Auferstehung Jesu als Wendepunkt der Heilsgeschichte
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,9-11
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h5.card-title Die Versuchung Jesu
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,12-13
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h5.card-title Johannes tritt ab, Jesus tritt auf: Eröffnungsruf des Wirkens Jesu: Das Reich Gottes ist zum Greifen nahe!
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,14-15
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.card.mb-1.konzentr-1
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h5.card-title Die Berufung der ersten Jünger: Auf, mir nach! → <q>Menschenfischer</q>!
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,16-20
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.card.mb-1.konzentr-2
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h5.card-title Die neue Lehre in der Synagoge: Jesus gekommen, um Satan/die Dämonen ins Verderben zu stürzen
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,21-28
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.card.mb-1.konzentr-3
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h5.card-title Die Heilung der Schwiegermutter des Petrus, die (daraufhin!) Jesus dient
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-1 Mk 1,29-31
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p.card-text
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| Aufgerichtet zum Dienst
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.card.mb-1.konzentr-4
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h5.card-title Die ganze Stadt vor der Tür; Jesus heilt und treibt Dämonen aus
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,32-34
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.card.mb-1.konzentr-5
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h5.card-title Rückzug und erneuter Aufbruch
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,35-39
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.slide.mb-3
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hr
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p.card-text.mb-0.konzentr-5.bibeltextkonzentr
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| 1 Anfang des Evangeliums Jesu Christi, Sohn (eines) Gottes.
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br
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| 2 Wie geschrieben steht beim Propheten Jesaja:
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br
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q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der einen Weg bahnen wird.
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q 3 Stimme eines Rufers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen!
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p.card-text.mb-0.konzentr-4.bibeltextkonzentr
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| 4 So trat Johannes der Täufer in der Wüste auf und verkündete eine Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden.
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br
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| 5 Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus;
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br
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| sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen.
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p.card-text.mb-0.konzentr-4.bibeltextkonzentr
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| 6 Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften
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br
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| und er lebte von wildem Honig.
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br
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| 7 Er verkündete:
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q
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| Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich;
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| ich bin es nicht wert, mich zu bücken und ihm die Riemen der Sandalen zu lösen.
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br
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| 8 Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.
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p.card-text.mb-0.konzentr-3.bibeltextkonzentr
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| 9 Und es geschah in jenen Tagen, da kam Jesus aus Nazareth in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen.
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br
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| 10 Und sogleich, als er aus dem Wasser stieg, sah er,
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br
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| dass der Himmel aufriss und der Geist wie eine Taube in ihn hineinkam.
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br
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| 11 Und eine Stimme aus dem Himmel sprach:
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q Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.
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p.card-text.mb-0.konzentr-2.bibeltextkonzentr
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| 12 Und sogleich trieb der Geist Jesus in die Wüste.
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br
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| 13 Jesus blieb vierzig Tage in der Wüste und wurde vom Satan in Versuchung geführt.
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br
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| Er lebte bei den wilden Tieren und die Engel dienten ihm.
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p.card-text.mb-0.konzentr-1.bibeltextkonzentr
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| 14 Nachdem Johannes ausgeliefert worden war, ging Jesus nach Galiläa;
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br
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| er verkündete das Evangelium Gottes
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br
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| 15 und sprach:
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q
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| Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe.
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br
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| Kehrt um und glaubt an das Evangelium!
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p.card-text.mb-0.konzentr-1.bibeltextkonzentr
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| 16 Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon,
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| die auf dem See ihre Netze auswarfen; sie waren nämlich Fischer.
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br
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| 17 Da sagte er zu ihnen:
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q
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| Kommt her, mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.
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br
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| 18 Und sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm nach.
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br
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| 19 Als er ein Stück weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes;
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| sie waren im Boot und richteten ihre Netze her.
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br
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| 20 Sogleich rief er sie und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und folgten Jesus nach.
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p.card-text.mb-0.konzentr-2.bibeltextkonzentr
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| 21 Sie kamen nach Kafarnaum. Am folgenden Sabbat ging er in die Synagoge und lehrte.
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br
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| 22 Und die Menschen waren voll Staunen über seine Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten.
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br
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| 23 In ihrer Synagoge war ein Mensch, der von einem unreinen Geist besessen war.
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br
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| Der begann zu schreien:
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q
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| 24 Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret?
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| Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen?
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br
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| Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes.
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br
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| 25 Da drohte ihm Jesus:
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br
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q
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| Schweig und verlass ihn!
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br
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| 26 Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei.
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| 27 Da erschraken alle und einer fragte den anderen:
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br
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q
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| Was ist das? Eine neue Lehre mit Vollmacht: Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl.
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br
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| 28 Und sein Ruf verbreitete sich rasch im ganzen Gebiet von Galiläa.
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p.card-text.mb-0.konzentr-3.bibeltextkonzentr
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| 29 Sie verließen sogleich die Synagoge und gingen zusammen mit Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und Andreas.
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br
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| 30 Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett.
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br
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| Sie sprachen sogleich mit Jesus über sie
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| 31 und er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf.
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| Da wich das Fieber von ihr und sie diente ihnen.
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p.card-text.mb-0.konzentr-4.bibeltextkonzentr
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| 32 Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus.
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br
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| 33 Die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt
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br
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| 34 und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und er trieb viele Dämonen aus.
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br
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| Und er verbot den Dämonen zu sagen, dass sie wussten, wer er war.
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p.card-text.konzentr-5.bibeltextkonzentr
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| 35 In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten.
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br
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| 36 Simon und seine Begleiter eilten ihm nach,
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br
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| 37 und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm:
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br
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q Alle suchen dich!
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br
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| Er antwortete:
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br
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q
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| Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort verkündet;
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br
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| denn dazu bin ich gekommen.
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br
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| Und er zog durch ganz Galiläa, verkündete in ihren Synagogen und trieb die Dämonen aus.
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.card-body
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h5.card-title
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q Anfang
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ul.card-text
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li Zeitlich sind wir am Anfang des Tages: „In aller Frühe, als es noch dunkel war“.
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li
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| Inhaltlich wird in der zweiten Hälfte der Episode von einem neuen Aufbruch erzählt,
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| der sich vom bisherigen Umfeld Kafarnaum löst und nun „ganz Galiläa“ in Blick nimmt.
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h5.card-title
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q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahnen wird
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h6.card-subtitle.text-muted
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q Simon und seine Begleiter eilten ihm [= Jesus] nach ...
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hr
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ul.card-text
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li
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| Dem Ruf „Kommt her, mir nach!“ bei der Berufung (→ Mitte der konzentrischen Gliederung) folgend,
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| eilen Petrus und seine Begleiter Jesus nach.
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li
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| Damit wird klar Jesus als der vorausgehende göttliche Bote, der den Nachfolgenden den Weg bahnt (→ oberes Ende der konzentrischen Gliederung), inszeniert.
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li
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| Sein Gang in die „Einsamkeit“, sein Aufbruch zu Verkündigung und Dämonenaustreibung mit Weitung des Wirkkreises will und wird auch ihren weiteren Weg bestimmen (s. u.).
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h5.card-title
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q Bereitet den Weg des Herrn
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h6.card-subtitle.text-muted Jesu neuer Aufbruch im Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen – „dazu bin ich gekommen“
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hr
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ul.card-text
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li
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| Die Erzählung endet damit, dass Jesus neu aufbricht und dabei seinen Wirkkreis erweitert;
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br
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| nicht mehr nur Kafarnaum ist nun sein Wirkort, sondern „ganz Galiläa“.
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li
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| Dabei führt Jesus fort, was er begonnen hat: Verkündigung und Dämonenaustreibungen.
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li
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| Mit diesem Wirken steht er klar im Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen;
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br
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| indem Jesus durch Galiläa zieht, kommt Gott zu den Menschen und befreit sie von der Herrschaft Satans.
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li
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| Damit erfüllt Jesus seine Sendung („dazu bin ich gekommen“), wie auch
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| in der Jüngerberufung die Sendung Jesu und die Sendung der Jünger Thema war
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| und beim ersten Auftreten Jesu auch auf die Sendung Johannes des Täufers geblickt wurde (→ Mitte der konzentrischen Gliederung).
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.card-body
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h5.card-title
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q In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf
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h6.card-subtitle.text-muted Anspielung auf Ostern
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hr
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ul.card-text
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li Dem sich entwickelnden Geschehen zufolge spielt Mk 1,21-34 am Sabbat; es wird kein Tageswechsel erzählt.
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li Damit ist Mk 1,35-39 auf den ersten Tag der Woche, den Sonntag, zu datieren.
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li
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| Dies lässt die Notiz, dass Jesus frühmorgens, noch in der Nacht, „aufsteht“ und effektiv verschwindet, den „sehenden Leser“ an den Ostersonntag denken (Mk 16,1-8),
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| an dem Jesus in aller Frühe, als gerade die Sonne aufgeht – also ein Stück später als sein Sichzurückziehen hier – und die Frauen
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| das Grab aufsuchen, auch „verschwunden“ ist, weil er „auferstanden“ ist.
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li
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| Damit wird Ostern in der Erzählung präsent.
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.card-body
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h5.card-title
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q ... und ging an einen einsamen Ort
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h6.card-subtitle.text-muted Wüste!
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hr
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ul.card-text
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li
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| Im Griechischen schwingt bei „einsamer Ort“ die „Wüste“ mit;
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| die deutsche Übersetzung verdeckt dies.
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li
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| Versteht man die „Einsamkeit“ als „Wüste“ – wie in der Versuchungserzählung – im übertragenen Sinne,
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| ergibt sich eine doppelte Widersprüchlichkeit der Szene – analog zur Versuchungserzählung –:
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br
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| „Wüste“ als Ort nicht nur der menschlichen Einsamkeit, sondern auch der Gottferne,
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br
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| doch gleichzeitig Gebet als Verbindung zu Gott und zugleich Aufgesuchtwerden von Petrus und seinen Begleitern, indirekt von „allen“.
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li
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| Angesichts der Präsenz von Ostern in der Erzählung ist Jesu Weg in die Einsamkeit bzw. in die „Wüste“ unerwartet;
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| man würde ihn eher in einer der Auferstehung entsprechenden Umgebung erwarten.
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br
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| Doch kommt gerade in dieser Umbiegung der Erwartung zum Vorschein, worauf Markus Wert legt,
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| wie die weitere Betrachung noch zeigen wird.
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br
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span.small
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| Sicher „hinkt“ hier manches; doch ist dies dem Umstand geschuldet, dass Markus einerseits Jesu Auferstehung
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| durch klare Anspielungen gegenwärtig macht, andererseits Jesus aber noch auf dem Weg zu Tod und Auferstehung ist.
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br
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| Mithin ist also das „Weiter“ auf zwei Ebenen zu verorten:
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ul.card-text.small
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li Jesu Wirken als Auferstandener – vom Himmel her in Unterstützung seiner Jünger.
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li Jesu Weg ans Kreuz.
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.card.slide.border-primary.mb-3
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.card-body
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h5.card-title
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q ... um zu beten
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h6.card-subtitle.text-muted Jesus im Gebet finden!
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hr
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ul.card-text
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li
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| Jesus hat sich zum Gebet zurückgezogen.
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li
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| Als die ihm nachgelaufenen Jünger ihn finden, erzählt er ihnen etwas über seine Sendung.
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li
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| Die Jünger lernen, dass das Gebet für Jesus und seine Sendung bzw. seinen Weg eine wichtige
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||
| Rolle spielt.
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li
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| So ist die Erzählung auch an alle Jesus Nachfolgenden eine Einladung zum Gebet:
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br
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| um Orientierung zu finden, um sich der eigenen Sendung immer neu bewusst zu werden,
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br
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||
| um sich in „Wüstenzeiten“ zurechtzufinden und sie zu durchstehen.
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||
li
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||
| Im Hinblick auf Ostern, seit dem Jesus nicht mehr leibhaftig unter den Menschen wandelt,
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||
| ist die Erzählung auch eine Einladung, die Gemeinschaft mit dem Auferstandenen im Gebet zu suchen:
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||
| eine Zusage, dass Jesus im Gebet gefunden werden kann.
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||
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.card.slide.border-primary.mb-3
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.card-body
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h5.card-title
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||
q alle suchen dich
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h6.card-subtitle.text-muted Petrus, der Menschenfischer, mit „allen“ im Fischernetz
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hr
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ul.card-text
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li
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| Petrus war als Menschenfischer berufen worden (→ Mitte der konzentrischen Gliederung).
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li
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||
| Hier nun eilen nicht nur die Begleiter mit Petrus Jesus hinterher,
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br
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||
| vielmehr sind es „alle“, die Jesus suchen, also zu ihm wollen.
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li
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||
| Sicher soll dieses Bild im Kopf entstehen:
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br
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| Petrus, der Menschenfischer, hat „alle“ in seinem „Fischernetz“ im Schlepptau,
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||
| als er Jesus sucht und schließlich findet.
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.card.slide.border-primary.mb-3
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.card-body
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h5.card-title
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||
q alle suchen dich – lasst uns anderswohin gehen: dazu bin ich gekommen
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||
h6.card-subtitle.text-muted Warum Jesus die Flucht ergreift
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hr
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ul.card-text
|
||
li Die Notiz, dass Jesus von allen gesucht wird, muss als ambivalent eingestuft werden:
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ul.card-text
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li Sie ist einerseits positiv zu verstehen, insofern Petrus in seinem „Menschenfischernetz“ „alle“ dabei hat.
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||
li
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||
| Andererseits wirft der Umstand, dass in der vorhergehenden Erzählung bereits alle Kranken geheilt worden waren,
|
||
| die Frage auf, was nun „alle“ von Jesus wollen, warum sie ihn suchen.
|
||
li
|
||
| Festzuhalten ist jedenfalls, dass bevor diese „alle“ überhaupt nachkommen können, Jesus aufbricht zu einer erweiterten Wirksamkeit,
|
||
| die er mit seiner Sendung begründet.
|
||
li
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||
| Vom Gesamt des Evangeliums her legt es sich nahe, dass Markus Jesus sich hier einer Verehrung durch die Menschen
|
||
| aufgrund der Heilungen und Dämonenaustreibungen entziehen lässt (– das wäre in gewisser Weise eine Analogie zu den Schweigegeboten –)
|
||
| und mittels dem „dazu bin ich gekommen“ auf die aktive Umsetzung seiner Sendung verweist: Wirken zum Heil der Menschen.
|
||
li
|
||
| Ein Signal für die Zeit nach Ostern:
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||
br
|
||
| das Ziel des Wirkens Jesu ist nicht seine eigene Verehrung (als Auferstandener in der Herrlichkeit des Himmels),
|
||
| sondern die Umkehr und die Nachfolge der Jünger im Dienst des Evangeliums zum Heil der Menschen (→ Mitte der konzentrischen Gliederung);
|
||
br
|
||
| es geht Jesus um die Menschen, nicht um seine eigene Verehrung!
|
||
li
|
||
| So biegt gerade das ambivalente Stichwort „Einsamkeit“/„Wüste“ eine Anbetungs- und Verherrlichungschristologie um
|
||
| zu einer Sendungschristologie:
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||
ul.card-text
|
||
li
|
||
| Der Vorstoß in die „Wüste“, um darin eine „Insel des Lebens“ zu erschaffen, war der Weg Jesu während seines irdischen Wirkens.
|
||
br
|
||
| Der Blick auf den Auferstandenen, der in der Herrlichkeit des Himmels thront,
|
||
| wird von der Erzählung umgebogen auf die „Wüste“ als Wirkort Jesu vor Tod und Auferstehung;
|
||
br
|
||
| diese Umlenkung führt damit von der höchsten Höhe des Himmels herab auf die Erde.
|
||
li
|
||
| Aus der Berufung der Söhne des Zebedäus (→ Mitte der konzentrischen Gliederung) wird der Philipperhymnus präsent:
|
||
br
|
||
q.bibeltext
|
||
| 6 Er war Gott gleich, hielt es aber nicht als einen Raub fest, Gott gleich zu sein,
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||
br
|
||
| 7 sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich.
|
||
br
|
||
| Sein Leben war das eines Menschen;
|
||
br
|
||
| 8 er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.
|
||
br
|
||
| 9 Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen,
|
||
br
|
||
| 10 damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu
|
||
br
|
||
| 11 und jeder Mund bekennt: Jesus Christus ist der Herr zur Ehre Gottes, des Vaters.
|
||
span.bibelstelle Phil 2,6-11
|
||
br
|
||
| Besonders in der Zeit nach Ostern ist <i>diese</i> Erinnerung an den Gottessohn wichtig,
|
||
br
|
||
| der gerade nicht in der himmlischen Herrlichkeit geblieben ist, sondern sich erniedrigte und den Weg des Dienens bis an Kreuz gegangen ist:
|
||
br
|
||
| der Blick auf den Auferstanden in seiner Herrlichkeit muss immer wieder auf seinen Weg dorthin führen – um Sendung und Weg des nun Auferstandenen nicht zu vergessen
|
||
| und sich auch der eigenen Sendung immer neu bewusst zu werden.
|
||
li
|
||
| In der Erzählung folgen Petrus und seine Begleiter in die „Wüste“ nach;
|
||
| dies ist der Ort, an den auch die Jünger (besonderes nach Ostern) gesandt sind:
|
||
br
|
||
| Als „Menschenfischer“ in der Nachfolge Jesu sollen sie Menschen auf die „Insel des Lebens mitten in der Wüste der Gottferne“ hinüberretten
|
||
| (→ Mitte der konzentrischen Gliederung).
|
||
li
|
||
| Dass Jesus – wie es diese Erzählung bebildert – nach seiner Auferstehung den Jüngern gerade in die „Wüste“ vorausgeht,
|
||
| um sie hinter sich herzuziehen, ist Auftrag und Verheißung zugleich:
|
||
ul.card-text
|
||
li
|
||
| Jesu Sendung in die „Wüste“ muss in den Jüngern weitergehen.
|
||
br
|
||
| Dazu gehört in der Nachfolge Jesu – wie bei den vier Erstberufenen – Verzicht und Dienst (→ Phil 2,6-11),
|
||
| ein „geistiges“ (Auferstehungsherrlichkeit → Sendung auf die Erde) wie materielles „Herabsteigen“.
|
||
li
|
||
| Jesus trägt das „Menschenfischersein“ der Jünger – sie sind nicht auf sich allein gestellt, sondern bekommen „himmlischen Beistand“.
|
||
br
|
||
| So geht auch für Jesus als Auferstandenen – als der er „tot ist für die Sünde“ und „für Gott lebt“ (→ Röm 6) – die
|
||
| Auseinandersetzung mit Satan – auch wenn dieser letztlich schon besiegt ist – weiter,
|
||
| bleibt die „Wüste“ weiterhin sein Wirkort.
|
||
li
|
||
| Zusammenfassend lässt sich sagen:
|
||
br
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| Den Blick zum Auferstandenen lenkt Markus in die „Wüste“ als Ort der Sendung Jesu und der Sendung der Jünger um –
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| dorthin müssen die Jünger Jesus immer neu nachfolgen, und nicht zuletzt im Gebet werden sie seinen Beistand erfahren.
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| Die „Wüste“ ist auch ein Kontrast zu all den „schönen Orten“ von Verehrung.
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q anderswohin
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h6.card-subtitle.text-muted Der Wirkradius „Jesu“ weitet sich – vor allem nach Ostern
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li Das „anderswohin“ bezieht sich in der Erzählung selber auf die „benachbarten Dörfer“ sowie „ganz Galiläa“.
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| Von Ostern her, das in der Erzählung präsent ist, ist aber auf eine noch deutlich größere Ausweitung der Tätigkeit „Jesu“ angespielt:
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| nach Ostern beschränkten sich die Verkünder des Evangeliums nicht mehr nur auf das Volks Israel,
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| sondern es fand seinen Weg zu den Völkern – einer „erweiterten“ Nachbarschaft im Sinne der „ganzen Welt“ (→ „Heidenmission“).
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| Das „anderswohin“ unterstreicht dabei die Verlagerung des Christentums vom ursprünglichen Judenchristentum zu einem stark
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| von Christen aus den Völkern geprägten Christentum (→ „Heidenchristentum“).
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| Man beachte in diesem Zusammenhang auch das distanzierende „in <i>ihren</i> Synagogen“.
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| Umkehr – Nachfolge
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| In der Mitte der konzentrischen Gliederung sind der Ruf Jesu zur Umkehr und der Ruf in die Nachfolge zusammengebunden.
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| Beides gehört zusammen; Nachfolge bedingt Sinneswandel!
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| Es ist im Evangelium das letzte Vorkommen von „Umkehr“, das im Evangelium quasi durch das Begriffsfeld „Nachfolge“ abgelöst wird.
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| Durch die fortschreitende Konzentrik verbindet sich „Umkehr“ aber noch mit vielen weiteren Erzählungen – und zwar sowohl
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| als Umkehrruf des Täufers als auch als Umkehrruf Jesu.
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| Mitte und unteres Ende der konzentrischen Gliederung als gegenüberliegende Erzählungen in der Gliederung „Galiläa I/A“
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li In der Gliederung „Galiläa I/A“ stehen sich Jüngerberufung und Suche der Jünger nach Jesus einander gegenüber:
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| Dies unterstreicht den Blick auf die Sendung Jesu („dazu bin ich gekommen“) und der Jünger („Menschenfischer“),
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| wobei die Verkündigungstätigkeit als konstitutives Element des Menschenfischerseins herausgestellt wird;
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| gerade durch die Verkündigung der Lehre Jesu geschehen ja auch die Wunder (→ Mk 1,21-28: Dämonenaustreibung durch die Lehre!).
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| Die Jünger müssen sich – wie Jesus – immer neu bewusst werden, was ihre Sendung ist.
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li Petrus erscheint in Mk 1,35-38 deutlich als „Menschenfischer“, mit „allen“ im „Fischernetz“.
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| Die Menschenfischer sind selber stehts darauf angewiesen, Jesu (im Gebet) zu suchen;
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| Jesus ist ihnen im Beten ein Lehrmeister.
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| Das „anderswohin“ Jesu nimmt besonders die nachösterliche Heidenmission in den Fokus.
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li In der Gliederung „Galiläa I/A“ stehen sich der Eröffnungsruf des Wirkens Jesu und sein Neuaufbruch einander gegenüber:
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li Formal wird hier wie dort von der Verkündigungstätigkeit Jesu erzählt.
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| In Mk 1,14-15 kommt Jesus – nach der Taufe am Jordan – wieder nach Galiläa; zunächst an den See bzw. Kafarnaum;
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| in Mk 1,39 zieht er schließlich durch „ganz Galiläa“.
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| Als Ort der Verkündigung werden in Mk 1,39 speziell die Synagogen genannt;
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| dort kam es schon zu einer Dämonenaustreibung, dort wird Jesus auch künftig Widerstand erfahren:
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| dort scheint Umkehr besonders nötig zu sein.
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| Die Dämonenaustreibungen, die in Mk 1,39 erwähnt werden, geschehen im Kontext der Umkehr und des Glaubens an das Evangelium (Mk 1,14-15);
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| sie können – wie in Mk 1,21-28 – als Auswirkung der Lehre Jesu – also seiner Verkündigung – gelesen und als Bestätigung für den Anbruch des Gottesreiches verstanden werden:
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| Menschen hören auf, Diener Satans zu sein, und werden Diener Gottes.
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| Das Wirken Johannes des Täufers und die Massenheilungen und –dämonenaustreibungen als gegenüberliegende Erzählungen
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| Jesus, der Stärkere, in Aktion
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| Von Johannes dem Täufer heißt es, dass unter anderem „alle Einwohner Jerusalems“ zu ihm zogen;
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| in Mk 1,32-34 ist „die ganze Stadt“ (Kafarnaum) vor der Haustür versammelt.
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| Johannes der Täuer verkündet das Kommen des Stärkeren mit der Geisttaufe;
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| in Mk 1,32-34 sieht man ihn in Aktion: Kranke werden gesund, die Dämonen müssen weichen – Jesus erweist sich als „der Stärkere“.
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| Von der Umkehrpredigt Johannes des Täufers her erscheinen die „Heilungen“ in einem ethischen Kontext:
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| „krank“ ist im übertragenen Sinne zu verstehen.
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| Die Taufe erscheint als „Ort“ dieser Gesundung.
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| Die Taufe Jesu und die Heilung der Schwiegermutter des Petrus als gegenüberliegende Erzählungen
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| Das Evangelium von Jesu Tod und Auferstehung richtet Menschen auf zum Dienst (→Röm 6)
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| Die Parallele zwischen der Auferstehung Jesu – „als er aus dem Wasser stieg“ – und der Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus wird deutlich:
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| wie Jesus in der Auferweckung durch Gott „aufgerichtet“ wurde, so „richtet“ Jesus nun die Schwiegermutter des Petrus „auf“;
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| beide entsteigen dem Tod: Jesus im realen, die Schwiegermutter des Petrus im übertragenen Sinn.
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| Die Taufe erscheint als Ort der rettenden <i>Schicksalsgemeinschaft</i> mit Jesus.
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| Wie Jesus sich in Mk 1,35-39 der Verehrung entzieht (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung),
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| so endet die Heilung der Schwiegermutter des Petrus nicht in Lobeshymnen auf Jesus, sondern im ganz
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| handgreiflichen Dienst der Schwiegermutter des Petrus an Jesus und seinen Begleitern:
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| dies ist die adäquate Umsetzung der Teilhabe an Tod und Auferstehung Jesu.
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| Dieser Dienst aneinander – im Sinne des „tot für die Sünde – leben für Gott“ – in der Nachfolge Jesu
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| ist <i>Handlungsgemeinschaft</i> mit Jesus: wie Jesus Menschen aufrichtet, so richtet dieser Dienst einander auf.
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| Die Versuchung Jesu und die neue, Dämonen austreibende Lehre in der Synagoge als gegenüberliegende Erzählungen
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| Jesus ist gekommen, um Satan ins Verderben zu stürzen
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| Beide Erzählungen begegneten bereits als Mitte und unteres Ende einer konzentrischen Gliederung;
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| das dazu Gesagte ist hier zu vergegenwärtigen.
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| Während die Versuchung inhaltlich und vom Ergebnis her offen bleibt,
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| macht die Episode in der Synagoge klar, dass Jesus nicht nur gekommen ist, um die Dämonen mitsammt ihrem Anführer – Satan – ins Verderben zu stürzen,
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| sondern dies auch tatsächlich tut;
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| dazu geht Jesus ihnen ins Verderben „voraus“.
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| „Wüste“ im Sinne der Gottferne und „Verderben“ verbinden sich inhaltlich – beides sind „Orte“, an die Jesus geht:
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| Durch Jesu Gang ins Verderben entsteht die „Insel des Lebens“ mitten in der „Wüste der Gottferne“,
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| ist die Gottferne auf der Erde aufgebrochen.
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