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| Inhaltsangabe/Überschrift
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| Himmlischer Sendungsbeschluss
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,1-3
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h5.card-title
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| Johannes in der Wüste: Die Verkündigung der Taufe zur Vergebung der Sünden und die Ankündigung des kommenden Stärkeren
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| Die Taufe Jesu: Tod und Auferstehung Jesu als Wendepunkt der Heilsgeschichte
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,4-7.9-11
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h5.card-title Die Versuchung Jesu
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,12-13
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.card.mb-1.konzentr-4
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h5.card-title Johannes tritt ab, Jesus tritt auf: Eröffnungsruf des Wirkens Jesu: Das Reich Gottes ist zum Greifen nahe!
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,14-15
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.card.mb-1.konzentr-3
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h5.card-title Die Berufung der ersten Jünger
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,16-20
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h5.card-title Die neue Lehre in der Synagoge: Jesus gekommen, um Satan/die Dämonen ins Verderben zu stürzen
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,21-28
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.card.mb-1.konzentr-1
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h5.card-title Die Heilung der Schwiegermutter des Petrus, die (daraufhin!) Jesus dient
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,29-31
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.card.mb-1.konzentr-2
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h5.card-title Die ganze Stadt vor der Tür; Jesus heilt und treibt Dämonen aus
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,32-34
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.card.mb-1.konzentr-3
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h5.card-title Rückzug und Suche, Ansage des neuen Aufbruches: „Dazu bin ich gekommen ...“
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,35-38
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.card.mb-1.konzentr-4
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h5.card-title Erneuter Aufbruch (ganz Galiläa, Verkündigung in Synagogen, Dämonenaustreibungen)
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,39
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.card.mb-1.konzentr-5
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h5.card-title Die Heilung des Aussätzigen
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,40-45
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.card.mb-1.konzentr-6
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h5.card-title Jesus heilt den Gelähmten
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-1 Mk 2,1-12
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p.card-text
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q Wie Gott Christus auferweckt hat, so auch ihr: In der Neuheit des Lebens wandeln
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.card.mb-1.konzentr-7
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h5.card-title
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||
| Jesus geht am Ufer des Sees entlang; Scharen kommen und Jesus verkündet
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br
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| Die Berufung des Zöllners Levi
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 2,13.14
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hr
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p.card-text.mb-0.konzentr-7.bibeltextkonzentr
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| 1 Anfang des Evangeliums Jesu Christi, Sohn (eines) Gottes.
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| 2 Wie geschrieben steht beim Propheten Jesaja:
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q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der einen Weg bahnen wird.
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br
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q 3 Stimme eines Rufers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen!
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p.card-text.mb-0.konzentr-6.bibeltextkonzentr
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| 4 So trat Johannes der Täufer in der Wüste auf und verkündete eine Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden.
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br
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| 5 Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus;
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| sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen.
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br
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| 6 Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften
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br
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| und er lebte von wildem Honig.
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br
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| 7 Er verkündete:
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q
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| Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich;
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br
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| ich bin es nicht wert, mich zu bücken und ihm die Riemen der Sandalen zu lösen.
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br
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| 8 Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.
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p.card-text.mb-0.konzentr-6.bibeltextkonzentr
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| 9 Und es geschah in jenen Tagen, da kam Jesus aus Nazareth in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen.
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br
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| 10 Und sogleich, als er aus dem Wasser stieg, sah er,
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br
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| dass der Himmel aufriss und der Geist wie eine Taube in ihn hineinkam.
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br
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| 11 Und eine Stimme aus dem Himmel sprach:
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q Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.
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p.card-text.mb-0.konzentr-5.bibeltextkonzentr
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| 12 Und sogleich trieb der Geist Jesus in die Wüste.
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br
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| 13 Jesus blieb vierzig Tage in der Wüste und wurde vom Satan in Versuchung geführt.
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br
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| Er lebte bei den wilden Tieren und die Engel dienten ihm.
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p.card-text.mb-0.konzentr-4.bibeltextkonzentr
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| 14 Nachdem Johannes ausgeliefert worden war, ging Jesus nach Galiläa;
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br
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| er verkündete das Evangelium Gottes
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br
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| 15 und sprach:
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q
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| Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe.
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br
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| Kehrt um und glaubt an das Evangelium!
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p.card-text.mb-0.konzentr-3.bibeltextkonzentr
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| 16 Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon,
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| die auf dem See ihre Netze auswarfen; sie waren nämlich Fischer.
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br
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| 17 Da sagte er zu ihnen:
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q
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| Kommt her, mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.
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br
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| 18 Und sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm nach.
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br
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| 19 Als er ein Stück weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes;
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| sie waren im Boot und richteten ihre Netze her.
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br
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| 20 Sogleich rief er sie und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und folgten Jesus nach.
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p.card-text.mb-0.konzentr-2.bibeltextkonzentr
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| 21 Sie kamen nach Kafarnaum. Am folgenden Sabbat ging er in die Synagoge und lehrte.
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br
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| 22 Und die Menschen waren voll Staunen über seine Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten.
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| 23 In ihrer Synagoge war ein Mensch, der von einem unreinen Geist besessen war.
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br
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| Der begann zu schreien:
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q
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| 24 Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret?
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| Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen?
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br
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| Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes.
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| 25 Da drohte ihm Jesus:
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q
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| Schweig und verlass ihn!
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| 26 Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei.
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| 27 Da erschraken alle und einer fragte den anderen:
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q
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| Was ist das? Eine neue Lehre mit Vollmacht: Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl.
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| 28 Und sein Ruf verbreitete sich rasch im ganzen Gebiet von Galiläa.
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p.card-text.mb-0.konzentr-1.bibeltextkonzentr
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| 29 Sie verließen sogleich die Synagoge und gingen zusammen mit Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und Andreas.
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| 30 Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett.
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| Sie sprachen sogleich mit Jesus über sie
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| 31 und er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf.
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br
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| Da wich das Fieber von ihr und sie diente ihnen.
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p.card-text.mb-0.konzentr-2.bibeltextkonzentr
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| 32 Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus.
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| 33 Die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt
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br
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| 34 und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und er trieb viele Dämonen aus.
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br
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| Und er verbot den Dämonen zu sagen, dass sie wussten, wer er war.
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p.card-text.mb-0.konzentr-3.bibeltextkonzentr
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| 35 In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten.
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br
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| 36 Simon und seine Begleiter eilten ihm nach,
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br
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| 37 und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm:
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q Alle suchen dich!
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| Er antwortete:
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br
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q
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| Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort verkündet;
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br
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| denn dazu bin ich gekommen.
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p.card-text.mb-0.konzentr-4.bibeltextkonzentr
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| 39 Und er zog durch ganz Galiläa, verkündete in ihren Synagogen und trieb die Dämonen aus.
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p.card-text.mb-0.konzentr-5.bibeltextkonzentr
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| 40 Ein Aussätziger kam zu Jesus und bat ihn um Hilfe; er fiel vor ihm auf die Knie und sagte:
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q Wenn du willst, kannst du mich rein machen.
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br
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| 41 Jesus hatte Mitleid mit ihm;
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br
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| er streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte:
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br
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q Ich will – werde rein!
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br
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| 42 Sogleich verschwand der Aussatz und der Mann war rein.
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br
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| 43 Jesus schickte ihn weg, wies ihn streng an 44 und sagte zu ihm:
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br
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q Sieh, dass du niemandem etwas sagst, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring für deine Reinigung dar, was Mose festgesetzt hat – ihnen zum Zeugnis.
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br
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| 45 Der Mann aber ging weg und verkündete bei jeder Gelegenheit, was geschehen war;
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br
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| er verbreitete die Geschichte, so dass sich Jesus in keiner Stadt mehr zeigen konnte;
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br
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| er hielt sich nur noch an einsamen Orten auf.
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br
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| Dennoch kamen die Leute von überallher zu ihm.
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p.card-text.konzentr-6.bibeltextkonzentr.mb-0
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| 2,1 Als er nach einigen Tagen wieder nach Kafarnaum hineinging, wurde bekannt, dass er im Hause war.
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br
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| 2 Und es versammelten sich so viele Menschen, dass nich einmal mehr vor der Tür Platz war;
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br
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| und er verkündete ihnen das Wort.
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br
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| 3 Da brachte man einen Gelähmten zu ihm, von vier Männern getragen.
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br
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| 4 Weil sie ihn aber wegen der vielen Leute nicht bis zu Jesus bringen konnten,
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br
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| deckten sie dort, wo Jesus war, das Dach ab, schlugen die Decke durch und ließen den Gelähmten auf seiner Liege durch die Öffnung hinab.
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br
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| 5 Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten:
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br
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q Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!
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br
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| 6 Einige Schriftgelehrte aber, die dort saßen, dachten in ihrem Herzen:
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br
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q
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| 7 Wie kann dieser Mensch so reden? Er lästert Gott.
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br
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| Wer kann Sünden vergeben außer dem einen Gott?
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br
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| 8 Jesus erkannte sogleich in seinem Geist, dass sie so bei sich dachten, und sagte zu ihnen:
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br
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q
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| Was für Gedanken habt ihr in euren Herzen?
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br
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| 9 Was ist leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben?
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br
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| oder zu sagen: Steh auf, nimm deine Liege und geh umher?
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br
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| 10 Damit ihr aber erkennt, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, auf der Erde Sünden zu vergeben –
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br
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| sagte er zu dem Gelähmten:
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br
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q 11 Ich sage dir: Steh auf, nimm deine Liege und geh nach Hause!
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br
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| 12 Er stand sofort auf, nahm seine Liege und ging vor aller Augen weg.
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br
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||
| Da gerieten alle in Staunen;
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br
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| sie priesen Gott uns sagten:
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br
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q So etwas haben wir noch nie gesehen.
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p.card-text.konzentr-7.bibeltextkonzentr
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| 13 Jesus ging hinaus an den See.
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br
|
||
| Da kamen Scharen von Menschen zu ihm und er lehrte sie.
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br
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| 14 Und vorbeigehend sah er Levi, den Sohn des Alphaios, am Zoll sitzen
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br
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| und sagte zu ihm: „Folge mir nach!“
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br
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||
| Da stand Levi auf und folte ihm nach.
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.card.slide.border-primary.mb-3
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.card-body
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h5.card-title
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||
q Jesus ging wieder hinaus an den See.
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hr
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ul.card-text
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||
li Gemeint ist der See von Galiläa.
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li Das letzt Mal war Jesus dort, als er Simon und Andreas, Jakobus und Johannes berufen hat.
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||
li Wie noch zu zeigen sein wird, ist die folgende Berufung des Levi sehr ähnlich dazu aufgebaut.
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.card.slide.border-primary.mb-3
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.card-body
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h5.card-title
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||
q Da kamen Scharen von Menschen zu ihm und er lehrte sie.
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||
hr
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ul.card-text
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li Eine bekannte Szenerie: rund um Jesus versammeln sich viele Menschen, und Jesus lehrt sie.
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||
li
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||
| Der Inhalt der Lehre bleibt wieder(!) unbestimmt;
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br
|
||
| so kann sich diese Bemerkung mit verschiedenen konkreten Lehrinhalten verbinden.
|
||
li
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||
| Grundlegend geht es um das „Evangelium Jesu Christi“, das am oberen Ende der konzentrischen Gliederung genannt ist
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||
| und sich mit der Notiz der Lehrtätigkeit Jesu organisch verbindet.
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||
li
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||
| So ist schon in sich durch den Leser eine inhaltliche Füllung der Lehrtätigkeit Jesu möglich.
|
||
br
|
||
| Besonders ordnet sich dort aber auch die Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus in der Mitte der konzentrischen Gliederung
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| ein,
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||
br
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||
| einerseits der dort angedeutete „Gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz“,
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||
br
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||
| andererseits – als „Beantwortung“ dieses Gehorsams durch Gott –
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||
| die Aufrichtung des Menschen als Teilhabe an der Auferstehung Jesu,
|
||
| die Befreiung aus dem „Gesetz der Sünde und des Todes“, wie dies dann auch mit Levi bebildert sein wird (s. u.).
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.card.slide.border-primary.mb-3
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.card-body
|
||
h5.card-title
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||
q Und vorübergehend sah er Levi ...
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||
hr
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ul.card-text
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||
li
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||
| Die Einheitsübersetzung schreibt hier: „Als er <i>weiter</i>ging, sah er Levi.“
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||
br
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||
| Doch im griechischen Text des Neuen Testamentes ist eindeutig von „vorübergehen“ die Rede.
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||
li
|
||
| Damit könnte an den „Vorübergang des Herrn“ im Buch Exodus am Abend der Befreiung aus der Sklaverei in Ägpyten (→ Pessach-Mahl)
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||
| angeknüpft sein.
|
||
br
|
||
| Es ist ein „Vorübergang“ der strafenden Macht Gottes, der an den Israeliten – die ihre Haustüren gemäß göttlicher Weisung
|
||
| mit dem Blut der Pessach-Lämmer beschmiert hatten – verschonend verübergeht, während er bei den Ägyptern die Erstgeborenen tötet,
|
||
| nachdem sich der Pharao bisher geweigert hatte, die Israeliten ziehen zu lassen.
|
||
li
|
||
| Angesichts dessen, dass im Kontext des Vorübergehens Jesu Levi in die Nachfolge berufen wird, dessen Aufstehen zum Eintritt in die Nachfolge aber
|
||
| mit der Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus aus Fieber zu verbinden ist –
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||
| im Sinne der Befreiung aus Sünde und Tod –,
|
||
br
|
||
| erscheint diese Deutung des „Vorübergangs des Herrn“ (mit Herr = Jesus) nicht
|
||
| zu weit hergeholt (siehe auch unten zum Namen des Vaters des Levi!).
|
||
li
|
||
| In diesen Kontext lässt sich auch das Sehen Jesu einordnen, das sich hier auf Levi richtet, wie es sich bei der Berufung der vier Erstberufenen
|
||
| auf auch diese bezogen hatte.
|
||
br
|
||
| Denn der Exodus aus Ägypten „beginnt“ effektiv mit der Selbstvorstellung Gottes vor Mose, bei dem das Sehen Gottes eine tragende Rolle spielt:
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||
br
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q.bibeltext
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||
| 7 Der HERR sprach:
|
||
br
|
||
q
|
||
i Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen
|
||
br
|
||
| und ihre laute Klage über ihre Antreiber habe ich gehört.
|
||
br
|
||
| Ich kenne sein Leid.
|
||
br
|
||
| Ich bin herabgestiegen, um es der Hand der Ägypter zu entreißen und aus jenem Land hinaufzuführen in ein schönes, weites Land,
|
||
| in ein Land, in dem Milch und Honig fließen ...
|
||
span.bibelstelle Ex 3,7-8
|
||
br
|
||
| Diese Stelle lässt sich auf das Befreiungshandeln Gottes in Jesus Christus übertragen, in welchem Gott auf einzeigartige Weise
|
||
| „herabgestiegen“ ist (→ Philipperhymnus u. ö.).
|
||
br
|
||
| Man beachte auch, dass Jesus in der Erzählung zuvor den Geheilten „nach Hause“ geschickt hat, während in Ex 3,7-8
|
||
| dem Volk Israel eine neue (alte) Heimat verheißen wird.
|
||
|
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.card.slide.border-primary.mb-3
|
||
.card-body
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h5.card-title
|
||
q Levi, den Sohn des Alphaios
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||
hr
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||
ul.card-text
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||
li
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||
| In den deutschen Bibelübersetzung wird der Vater des Levi meist mit „Alphäus“ angegeben.
|
||
br
|
||
| Das ist nicht falsch, aber es stimmt nicht ganz mit dem überein, was im griechischen Text des Neuen Testamentes steht.
|
||
br
|
||
| Dort steht: „Levi, den (Sohn) des Alphaios“. [Das Wort „Sohn“ ist ausgelassen und muss ergänzt werden.]
|
||
li
|
||
| Liest man den Namen des Vaters des Levi so, erkennt man, dass „Alpha“, der erste Buchstabe des griechischen Alphabets,
|
||
| der tragende Bestandteil dieses Namens ist.
|
||
li
|
||
| Wie im Deutschen mit dem „A“, verbindet sich im Griechischen auch mit dem „Alpha“ der Gedanke des Beginns, des Anfangs,
|
||
| des Ersten.
|
||
br
|
||
| Man beachte auch die Wendung „Alpha und Omega“, die im Neuen Testament auf Jesus Christus bezogen wird (Offenbarung des Johannes,
|
||
| Osterkerze!) und „Anfang und Ende“, „Erster und Letzter“ bedeutet.
|
||
li
|
||
| Dies auf Levi bzw. seinen Vater übertragen, hört man im Griechischen effektiv:
|
||
br
|
||
| „Levi, der des Ersten“; „Levi, der des Anfangs/Beginns“.
|
||
li
|
||
| Dies verbindet sich einerseits mit dem oben bereits angesprochenen vermuteten Bezug zur Pessach-Nacht, in der die Erstgeborenen Israels verschont,
|
||
| die Erstgeborenen Ägyptens dagegen getötet wurden (auch wenn „Erstgeborener“ ein anderes Wort ist).
|
||
br
|
||
| Levi kann dabei entweder selbst als Erstgeborener („Levi, der Sohn den Anfangs“) vorgestellt werden,
|
||
br
|
||
| oder als Sohn eines solchen („Levi, der Sohn des Ersten“).
|
||
br
|
||
| Wie man auch genau kombiniert, es kann hier ein Hinweis auf den Umgang mit den Erstgeborenen beim Vorübergang des Herrn in der Pessach-Nacht herausgelesen werden,
|
||
br
|
||
| mit einem interessaten Twist, wie unten noch zu zeigen sein wird.
|
||
li
|
||
| „Levi, Sohn des Ersten/Anfangs/Beginns“ verbindet sich aber eindeutig (auch) mit der Wendung „Sohn (eines) Gottes“ am oberen Ende
|
||
| der konzentrischen Gliederung, denn Gott ist „Erster“, ist „Anfang und Beginn“ schlechthin.
|
||
br
|
||
| Hier schwingt eine besondere, erhobene Stellung mit – im Hinblick auf seine Berufung und seinen
|
||
| Eintritt in die Nachfolge nicht ohne Belang.
|
||
li
|
||
| Durch seinen Eintritt in die Nachfolge Jesu wird Levi – wie schon die Söhne des Zebedäus – ein Sohn Gottes;
|
||
br
|
||
| damit bleibt er – trotz des entscheidenden Tausches menschlicher Vater → Gott – „Sohn des Ersten/Beginns/Anfangs“,
|
||
br
|
||
| aber mit ganz anderen inhaltlichen Assoziationen.
|
||
li.small
|
||
| Die Deutung des Namens „Alphaios“ und die Bezüge zur Pessach-Nacht mögen zunächst „weit hergeholt“ erscheinen.
|
||
br
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| Doch ist zu beachten, dass dann, wenn die „fortschreitende Konzentrik“ das ganze Evangelium umfasst,
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| die Berufung des Levi zusammen mit dem anschließenden Mahl mit den Zöllnern und Sündern dem Letzten Abendmahl Jesu gegenüberliegt.
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br
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| Dieses ist von Markus eindeutig vom Rahmen her als Pessach-Mahl gestaltet.
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br
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| Spätestens dann müssen die Bezüge zum Auszug aus Ägypten bzw. zur Pessach-Nacht, bei der es besonders um die Erstgeborenen der Israeliten
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| wie der Ägypter geht, aufallen.
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br
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| In der Pessach-Nacht spielt – wie oben erwähnt – das Blut der Lämmer eine besondere Rolle;
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br
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| beim Letzten Abendmahl Jesu wird er – mit Blick auf den kreisenden Kelch – sagen: „Das ist mein Blut des Bundes.“
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br
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| Dies ist einerseits auf den Bundesschluss am Sinai in Ex 24 zu beziehen (Ex 24,8: „Da nahm Mose das Blut, besprengte damit das Volk und sagte:
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| Das ist das Blut des Bundes, den der HERR aufgrund all dieser Worte mit euch schließt.“), kann sich aber – besonders in jenem Gegenüber –
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| auch auf das Blut der Lämmer beziehen, das beim Pessach-Mahl zum Vorübergang des Herrn an die Türpfosten geschmiert wurde.
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| Levi, der Zöllner
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| Levi: Jude und Heide <i>zugleich</i>
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li Der Name „Levi“ ist eindeutig jüdisch. Levi wird – was an dieser Stelle des Evangeliums anders gar nicht möglich ist – als Jude vorgestellt.
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| Sein Beruf steht dazu im Kontrast:
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li
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| Die Aufgabe der Zöllner ist das Einziehen der indirekten Steuern;
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| dazu gehören die Brücken-, Markt- und Salzsteuer.
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li
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| Die Zöllner stehen im Dienst der von Rom abhängigen Landesfürsten – in Galiläa also des Herodes Antipas –;
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br
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| daher werden sie effektiv als verlängerter Arm der Besatzungsmacht Rom betrachtet.
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br
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| Schon allein aus diesem Grund sind sie sehr unbeliebt.
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li
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| Hinzu kommt, dass sie, damit sie als Zöllner arbeiten dürfen, den Zoll im Voraus für ein Jahr „pachten“ müssen.
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br
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| Sind sind also darauf angewiesen, dass sie durch ihre Arbeit als Zöllner mindestens das wieder erwirtschaften,
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| was sie selbst schon im Voraus „nach oben“ gezahlt haben.
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br
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| Daher haben die Zöllner gerne entsprechend hohe Zölle verlangt, was man angesichts ihrer Vorableistung durchaus – wenigstens zum Teil –
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| verstehen kann.
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br
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| In der Bevölkerung dagegen galten die Zöllner als jene, die sich gerne selber bereichern. Das kommt sicher nicht von ungefährt.
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| Der Evangelist Lukas kann vom Zöllner Zachäus sagen, dass er reich war (Lk 19,2).
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| Und der Fortgang dessen Berufung zeigt auch die Größe dieses Reichtums („... wenn ich von jemand zu viel gefordert habe,
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| gebe ich ihm das <i>Vierfache</i> zurück“ [Lk 19,8]).
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li
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| Durch beide Elemente – Arbeit für die Römer, Selbstbereicherung – galten die Zöllner daher – schon von Berufswegen her –
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| als „Sünder“, sie waren unrein.
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| Sie waren den Heiden gleich.
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li
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| Damit ist Levi von seiner Herkunft her Jude, durch seinen Beruf effektiv ein Heide;
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br
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| er vereint beides in sich selbst.
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br
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| Ganz analog dazu tragen von den vier Erstberufenen zwei einen semitischen, zwei einen griechischen Namen.
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li
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| Wieder geht es also – in der Person des Levi – um das Eintreten <i>aller</i> Völker in die Nachfolge Jesu;
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br
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| stimmig zum aktuellen Zyklus (Mk 1,35-2,17), der in Mk 1,35-39 mit dem Aufbruch in die Völkermission begann und
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| mit der Heilung des „Gelähmten“ und dem doppelten Dachabdecken „Juden und Griechen“ als gemeinsame Adressaten
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||
| des Heilswirkens Gottes in Christus Jesus präsent macht.
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li
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| Hier nun aber kommen wieder die Erstgeborenen aus der Pessach-Nacht ins Spiel.
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br
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| Während „damals“ eine Unterscheidung vorgenommen worden war – die einen durften leben, die anderen mussten sterben –
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| dürfen nun <i>beide</i> leben: Juden und Heiden sind gemeinsam und zu gleichen Bedingungen in die Nachfolge gerufen;
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br
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| siehe auch die vorausgehende Erzählung.
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q Folge mir nach!
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q Da stand Levi auf und folgte Jesus nach
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| Das Aufstehen des Levi in die Nachfolge Jesu vor dem Hintergrund der Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus in der Mitte der konzentrischen Gliederung
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hr
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li
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| Wie die vier Erstberufenen hört auch Levi den Ruf: „Folge mir nach!“
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li
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| Wie die Erstberufenen folgt auch Levi ohne Umschweife diesem Ruf, diesem Befehl Jesu.
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li
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| Zu beachten ist, dass in der Mitte der konzentrischen Gliederung Jesus selbst „gehorsam“ der Bitte um Heilung
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| der Schwiegermutter des Petrus folgt und diese aufrichtet;
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br
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| hier am unteren Ende der konzentrischen Gliederung
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| ist Levi dem Ruf Jesu gegenüber gehorsam. Sein Gehorsam muss als Nachfolge des Gehorsams Jesu bis zum Tod am Kreuz verstanden werden.
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li
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| Als Zöllner ist Levi einerseits als relativ wohlhabend vorzustellen; auch sein Name soll wohl dem Leser ein entsprechendes Signal geben.
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br
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| Andererseits hat er als Zöllner eine gewisse Macht über die Menschen.
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br
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||
| Sein Eintritt in die Nachfolge Jesu verbindet sich daher damit, dass er Reichtum und Macht hinter sich lässt –
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| wie schon die Söhne des Zebedäus bei deren Eintritt in die Nachfolge Jesu.
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br
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||
| Der oben schon erwähnte Bezug zwischen „Jesus Christus, Sohn (eines) Gottes“ und „Levi, der (Sohn) des Ersten/Anfangs/Beginns“
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| verbindet sich mit dem Gehorsam Jesu in der Mitte der konzentrischen Gliederung und assoziiert Entäußerung und Erniedrigung
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| (→ Philipperhymnus), die Levi mit seinem Eintritt in die Nachfolge Jesu als Nachfolge des einst Gottgleichen in
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||
| Entäußerung, Erniedrigung und Gehorsam vollzieht.
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li
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||
| Von hintergründiger Bedeutung ist das „Aufstehen“ des Levi.
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ul.card-text
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||
li
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||
| Es ist einerseits die notwendige körperliche Bewegung, wenn man vom Sitzen aus woanders hingehen will.
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li
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| Hier jedoch verbindet es sich mit der Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus in der Mitte der konzentrischen Gliederung,
|
||
| wie der verwendete Begriff auch die Auferstehung Jesu bezeichnen kann.
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br
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| Beide – die Schwiegermutter des Petrus wie Levi – entsteigen der Sünde und dem Tod zu einem neuen Leben
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| des Dienstes bzw. der Nachfolge;
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br
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| sie haben Teil an der Auferstehung Jesu.
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li
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| Zusätzlich wird gerade auch in der Abfolge
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br
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| „Heilung des Gelähmten“, der in der Taufe aus Sünde und Tod befreit wird, um in der Neuheit des Lebens zu wandeln (→ Röm 6), →
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br
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| „Berufung des Levi“, der aufsteht, um in die Nachfolge Jesu einzutreten,
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br
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| deutlich, dass die Berufung des Levi und dessen Aufstehen und Eintreten in die Nachfolge
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| ganz tiefsinnig als grundlegende Lebenswende zu verstehen ist, die durch die Befreiung in Christus ermöglicht ist.
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br
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||
| Dabei entsprechen sich „nach Hause“ (beim ehemals „Gelähmten“) und „folgte ihm nach“ (bei Levi) inhaltlich.
|
||
li
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||
| Auffallen muss, dass die Berufung des Levi mit deren Einleitung und die Heilung des Gelähmten mit deren Einleitung
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||
| grob dem gleichen Schema folgt:
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ul.card-text
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li
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| Jesus ist an einem bestimmten Ort – einmal im Haus, einmal am See – und es kommen die Massen;
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br
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| Jesus lehrt sie.
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li
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| Ein Mensch wird geheilt bzw. in die Nachfolge gerufen; dieser erhebt sich – in Analogie zur Auferstehung Jesu –
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| „geht nach Hause“ bzw. tritt in die Nachfolge ein.
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li
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||
| Während das eine als Heilung erzählt wird, wird das andere als Berufung gestaltet – letztlich geht es um das Gleiche.
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li
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| Die Berufung des Levi ist aber viel kompakter – es fehlen Elemente (die Vier, das Streitgespräch).
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br
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||
| Allerdings kann festgestellt werden, dass in der unmittelbar folgenden Erzählung das Streitgespräch quasi „nachgeholt“ wird.
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li
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| Im Hinblick auf den Namen des Vaters von Levi ist auch zu beachten,
|
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| dass Jesus als Auferstandener selbst als „Erstgeborener“ bezeichnet werden kann,
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| so unter anderem in
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span.bibelstelle Röm 8,28-30:
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br
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q.bibeltext
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| 28 Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alles zum Guten gereicht,
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br
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| denen, die gemäß seinem Ratschluss berufen sind;
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br
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| 29 denn diejenigen, die er im Voraus erkannt hat, hat er auch im Voraus dazu bestimmt, an Wesen und Gestalt seines Sohnes teilzuhaben,
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br
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i damit dieser der Erstgeborene unter vielen Brüdern sei.
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br
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| 30 Die er aber vorausbestimmt hat, die hat er auch berufen,
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br
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| und die er berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht;
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||
br
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||
| die er aber gerecht gemacht hat, die hat er auch verherrlicht.
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br
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||
| Man beachte auch das Stichwort „berufen“ in Röm 8,28b.30.
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br
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||
| Das Teilhaben „an Wesen und Gestalt“ Jesu kann im Aufstehen des Levi bebildert gesehen werden,
|
||
| wie auch – gerade im Nachgang der „Taufe“ des „Gelähmten“ – die Gerechtmachung.
|
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li
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||
| Röm 8,30 blickt – trotz Vergangenheitsformulierung – bereits auf die künftige Vollendung in Gottes Herrlichkeit;
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| da ist zu bedenken, dass auch in diesem Zusammenhang Jesus als „Erstgeborener“ bezeichnet werden kann, nämlich
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||
| als „der Erste der Entschlafenen“ (1 Kor 15,20),
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| wobei dort der gleiche Wortstamm für das Auferstehen (anastasis) der Menschen in der Nachfolge Jesu gebraucht ist wie hier
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| für das Aufstehen des Levi (anastas):
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br
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q.bibeltext
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| 20 Nun aber ist Christus auferweckt worden (egägertei) von den Toten als Erstlingsfrucht der Entschlafenen.
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br
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| 21 Weil nämlich durch einen Menschen der Tod gekomen ist,
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br
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||
| kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung (anastasis) der Toten.
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span.bibelstelle 1 Kor 15,20-21
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br
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||
| Wieder erweist sich die Verbindung von „Alpha(ios)“ und „anastasis“ als tiefsinnig.
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br
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||
| Auch wenn die Auferstehung aus den Toten für Levi in einem letzten und eigentlich Sinn noch bevorsteht (nach seinem leiblichen Tod),
|
||
| hat er schon jetzt Anteil an der Auferstehung Jesu (im Sinne von Röm 6),
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||
| ist er in gewisser Weise „Sohn des Ersten der Entschlafenen“, wenn man dieses Spiel mit dem Namen seines Vaters entsprechend
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| vollziehen will.
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br
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||
| Hier ist auch zu beachten, dass Jesus bei der Heilung des „Gelähmten“ diesen als „mein Sohn“ angesprochen hat.
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p.card-text.small.mb-0
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||
| Dies kommt alles in besonderer Weise zum Tragen, wenn sich die Heilung des Gelähmten und die Berufung des Levi
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| in einer konzentrischen Gliederung mit Mk 2,13 als Mitte gegenüberstehen,
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| sei aber schon hier bedacht.
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br
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| Erwähnt sei hier auch bereits, dass im Vierten Lied vom Gottesknecht des Jesaja von Nachkommen des Gottesknechts die Rede ist:
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br
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q.bibeltext
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| Wenn du, Gott, sein Leben als Schuldopfer einsetzt, wird er Nachkommen sehen und lange leben.
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span.bibelstelle Jes 53,10b
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li
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| Während von der Schwiegermutter des Petrus eine Erkrankung erzählt wird, die mehrdimensional betrachtet werden kann
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| (reale Krankheit, übertragen: „Hausdrachen“ → Sünderin), ist Markus beim Zöllner konkret:
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| er ist von seinem Beruf her ein Sünder.
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br
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| In der Zusammenschau „Schwiegermutter des Petrus“ – „Zöllner Levi“ wird die Krankheit der Schwiegermutter ganz zum Bild
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| für das Sündersein. Die Heilung ist nicht Erlösung von einer bestimmten (realen) Krankheit, sondern vom Sündersein, vom Verfallensein an die Sünde;
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| die Heilung führt zu einem Wandel in der Neuheit des Lebens, zum mehrdimensionalen Liebesdienst (→ Schwiegermutter) in der Nachfolge Jesu (→ Levi).
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.card-body
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h5.card-title
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| Der Sohn (eines) Gottes – die Schwiegermutter des Petrus – der Sohn des Alphaios
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h6.card-subtitle.text-muted
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| Erlangung der Sohnschaft gegenüber Gott durch die „Hochzeit“
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hr
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ul.card-text
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li
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| Die Schwiegermutter des Petrus in der Mitte der konzentrischen Gliederung assoziiert das Stichwort „Hochzeit“,
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| mit Petrus als Schwiegersohn, der dies nicht von Geburt an, sondern doch die Hochzeit mit seiner Frau ist;
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br
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| er verbindet sich mit dem Sohn (eines) Gottes und dem Sohn des Alphaios, der im Zuge der Nachfolge zu einem Sohn Gottes wird.
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li
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| Schon im Alten Testament kann der Bund Gottes mit seinem Volk im Bild der Hochzeit ausgedrückt werden:
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br
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q.bibeltext
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| 1 Um Zions willen kann ich nicht schweigen, um Jerusalems willen nicht still sein, ...
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br
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| 4 Nicht länger nennt man dich Verlassene und dein Land nicht mehr Verwüstung.
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br
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| sondern du wirst heißen: Ich habe Gefallen an dir und dein Land wird Vermählte genannt.
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br
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| 5 Wie der junge Mann die Jungfrau in Besitz nimmt, so nehmen deine Söhne dich in Besitz.
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br
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| Wie der Bräutigam sich freut über die Braut, so freut dein Gott über dich.
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span.bibelstelle Jes 62,1.4-5
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br
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| Bereits beim Propheten Hosea (8. Jhdt. v. Chr.) ist dieses Bild präsent;
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br
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| er vergleicht die Untreue Israels gegenüber seinem Gott mit dem Ehebruch
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| und spricht von der neuen Zuwendung Gottes im Bild der Verlobung:
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br
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q.bibeltext
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| 18 An jenem Tag – Spruch des HERRN – wirst du zu mir sagen: Mein Mann! ...
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br
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| 21 Ich verlobe dich mir auf ewig; ich verlobe dich mir um den Brautpreis von Gerechtigkeit und Recht, von Liebe und Erbarmen,
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br
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| 22 ich verlobe dich mir um den Brautpreis der Treue: Dann wirst du den HERRN erkennen.
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span.bibelstelle Hos 2,18.21-22
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li
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| Auch wenn das Bild der Hochzeit im Markus-Evangelium nicht weiter ausgeführt wird, gibt es in Mk 2,19
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| doch die Selbstbezeichnung Jesu als Bräutigam, die in der Gliederung „Galiläa I“ genau der Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus gegenüberliegt.
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br
|
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| Dies ist ein deutliches Indiz, dass „Schwiegermutter“ mehr ist als die Bezeichnung einer Verwandtschaftsbeziehung und eine Definition der Frau, die da „geheilt“ wird.
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li
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||
| Vielmehr kann das Heilsgeschehen als im Bild der Hochzeit ausgedrückt gesehen werden,
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| in dessen Rahmen eine Sohn-Werdung stattfindet:
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br
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||
| wie Petrus durch die Hochzeit zum Schwiegersohn seiner Schwiegermutter wurde,
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br
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||
| so Levi, der Sohn eines menschlichen „Ersten“ (Alpha[ios]), durch seinen Eintritt in die Nachfolge Jesu zum Sohn Gottes, des eigentlichen „Ersten“.
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h5.card-title
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| Die Taufe des Einen – die Taufen der Vielen: Mitbegraben mit Christus aufstehen zu einem neuen Leben
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h6.card-subtitle.text-muted
|
||
| Das Wirken Johannes des Täufers zusammen mit der Taufe Jesu als Gegenüber zur Heilung des Gelähmten in der konzentrischen Gliederung
|
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hr
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ul.card-text
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li
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||
| Damit die konzentrischen Gliederung um die Heilung der Schwiegermutter des Petrus aufgeht,
|
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br
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||
| müssen u. a. das Wirken Johannes des Täufers in Mk 1,4-8 und die Taufe Jesu in Mk 1,9-11 zusammengenommen werden
|
||
| und als gemeinsames Gegenüber zur Heilung des Gelähmten in Mk 2,1-12 betrachtet werden.
|
||
br
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||
| Dabei werden – inhaltlich stimmig – die Taufen der Vielen und die Taufe des Einen zusammengenommen,
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||
| wie im Gegenüber das Mitbegrabensein mit Christus nach Röm 6 Thema ist.
|
||
li
|
||
| Schon bei der Betrachtung von Mk 2,1-12 selbst wurde deutlich, dass es dabei um eine Erzählung geht,
|
||
| die u. a. die Tauftheologie in Röm 6 verarbeitet, die ganze Szenerie das Mitbegrabensein mit Christus umsetzt,
|
||
| das für den Gelähmten – der effektiv zur Taufe gebracht wird – zu einem „Wandel in der Neuheut des Lebens“ führt.
|
||
li
|
||
| Die von den Schriftgelehrten bestrittene Vollmacht Jesu zur Sündenvergebung verbindet sich mit dem Hinweis des Täufers
|
||
| auf den Stärkeren, der mit dem Geist taufen wird.
|
||
br
|
||
| Dazu wird Jesus als Folge seiner „Taufe“ – nämlich dem Tod am Kreuz –
|
||
| „dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzt als Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten“,
|
||
| wie Mk 1,9-11 bebildert: die Auferstehung ist der Grund seiner Vollmacht, und der Geist ist die Macht, die dahinter steht
|
||
| und mit der Jesus wirkt.
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||
li
|
||
| Durch diesen in der „Taufe“ vermittelten Geist ist es Jesus auch möglich, die Gedanken der Schriftgelehrten in ihrem Herzen
|
||
| zu erkennen:
|
||
br
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||
q.bibeltext
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||
| Jesus erkannte sogleich <i>in seinem Geist</i>, dass sie so bei sich dachten.
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||
li
|
||
| Bei der Heilung des Gelähmten wird innerhalb der Erzählung selbst recht subtil die Insuffizienz des jüdischen Gesetzes
|
||
| zur Sündenvergebung (im Sinne einer Lebenwende) ausgedrückt, ausgerechnet durch die Schriftgelehrten selbst (siehe dort).
|
||
| Denn das Gesetz hat nicht „die Kraft hat, lebendig zu machen“ (Gal 3,10) – daher nützen weder Beschneidung, noch sonstige „Werke des Gesetzes“,
|
||
| vielmehr verbindet sich mit dem Gesetz der Fluch (→ Gal 3,10).
|
||
br
|
||
| Jesus selbst hat im Gegensatz zum Gesetz aus besagtem Grund die Vollmacht und „die Kraft, lebendig zu machen“,
|
||
| die sich mit dem Glauben als Voraussetzung auf Seite der Menschen part, hier der Vier, die den Gelähmten zu Jesus tragen:
|
||
br
|
||
q.bibeltext
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||
| 15 Wir, die wir von Geburt Juden sind und nicht Sünder wie die Heiden,
|
||
| 16 wissen, dass der Mensch nicht aus Werken des Gesetzes gerecht wird, sondern aus dem Glauben an Jesus Christus;
|
||
br
|
||
| so sind auch wir zum Glauben an Jesus Christus gelangt, damit wir gerecht werden durch den Glauben an Jesus Christus
|
||
| und nicht durch Werke des Gesetzes;
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||
br
|
||
| denn durch Werke des Gesetzes wird kein Fleisch gerecht.
|
||
br
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||
| 6 Denn in Christus Jesus vermag weder Beschneidung noch Unbeschnittenheit etwas, sonder der Glaube, der durch die Liebe wirkt.
|
||
span.bibelstelle Gal 2,15-16; 5,6
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br
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||
| Gleichzeitig erscheint in der aktuellen Konstellation das Gegenüber Geist – Gesetz:
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br
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||
| wie der Geist Jesus in der Auferstehung lebendig macht, so tut er es analog auch bei den Menschen in der Taufe;
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br
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||
| die angekündigte Geist-Taufe ist auf die Heilung des Gelähmten zu beziehen.
|
||
br
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||
| Dem Gesetz dagegen fehlt nicht nur die „Kraft, lebendig zu machen“, was in Mk 2,1-12 subtil aus den Worten der Schriftgelehrten herauszuhören ist,
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| es ist vielmehr eine unheilvolle Paarung von Sünde und Gesetz zu konstatieren, aus dem sich die Notwendigkeit ergibt,
|
||
| vom Fluch des Gesetzes – gemeint ist damit das Todesurteil – befreit zu werden: effektiv tötet also das Gesetz.
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br
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||
| So formuliert auch Paulus in
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span.bibelstelle 1 Kor 15,56:
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br
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q.bibeltext Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft der Sünde ist das Gesetz.
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br
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| Daher kann mit dem Gegenüber Geist ↔ Gesetz
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span.bibelstelle 2 Kor 3,6b
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| in den Sinn kommen:
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br
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q.bibeltext
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| Denn der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig.
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br
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||
| Das Gegenüber von „Begräbnis“ Jesu (und Mitgebrabensein des Täuflings mit ihm) – unter Präsenz der <i>Schrift</i>gelehrten – einerseits
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| und Auferstehung Jesu durch den Geist andererseits machen diesen Bezug zusätzlich sehr wahrscheinlich:
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br
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||
| wir sehen einmal den Geist, der lebendig macht, bei Jesus (wie auch indirekt beim Gelähmten) in Aktion,
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br
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||
| das Mitgebrabensein mit Jesus aber setzt dessen Tod am Kreuz voraus,
|
||
| den er genau deswegen auf sich genommen hat, um für uns zum Fluch (→ Dtn 21,23)
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| zu werden und uns so vom Fluch des Gesetzes freizukaufen (→ Gal 3,13-14).
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br
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||
| Dieses Getötetwerden durch den Buchstaben, also durch das Gesetz,
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| kann – sekundär – auch auf das Mitgekreuzigtwerden/Mitsterben/Mitbegrabenwerden mit Christus (in der Taufe) bezogen werden,
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| wie es Paulus in
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span.bibelstelle Gal 2,19-20
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||
| formuliert:
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br
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q.bibeltext
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| 19 Denn ich bin durch das Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich für Gott lebe.
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br
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| Ich bin mit Christus gekreuzigt worden.
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||
br
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||
| 20 Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir.
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||
br
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||
| Was ich nun im Fleisch lebe, lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat.
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||
br
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| Für den Glaubenden gilt nun, was
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span.bibelstelle Röm 8,2
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| sagt und was im aktuellen Gegenüber besonders leuchtet:
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br
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q.bibeltext
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||
| Das Gesetz des Geistes, des Lebens in Christus Jesus [→ Taufe]
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br
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| hat dich frei gemacht vom Gesetz der Sünde und des Todes. [→ „Heilung“ des „Gelähmten“ mit Sündenvergebung]
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li
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| Wie die Schriftgelehrten subtil die Insuffizienz des jüdischen Gesetzes ausdrücken,
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| so verkündet gegenüberliegend Johannes der Täufer die Insuffizienz seiner Wasser-Taufe;
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br
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| die Geist-Taufe des Stärkeren – also die christliche Taufe – erst wird Abhilfe schaffen, wie sie im Gegenüber
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| bei der Heilung des Gelähmten zur Anwendung kommt und ihre Stärke – durch Christi Vollmacht, durch die Kraft des Geistes – „beweist“.
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||
li
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| Während Jesus bei seiner Taufe von der Stimme vom Himmel – also von Gott – angesprochen wird: „Du bist mein geliebter Sohn“,
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| so spricht Jesus den Gelähmten in Mk 2,5 als „mein Sohn“ an:
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| Durch Jesus spricht Gott selbst und macht den Gelähmten in der Taufe zum Sohn Gottes.
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| Jesus wirkt ganz von Gott her und bringt dem Menschen Versöhnung, Vergebung der Sünden, als der eine, der für alle gestorben ist
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| und das erlösende Mitgestorbensein (das sich mit dem Mitbegrabensein verbindet) ermöglicht:
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q.bibeltext
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| 14 Denn die Liebe Christi drängt uns, da wir erkannt haben:
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| Einer ist für alle gestorben, also sind alle gestorben.
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| 15 Er ist aber für alle gestorben, damit die Lebenden nicht mehr für sich leben,
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| sondern für den, der für sie starb und auferweckt wurde. ...
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| 17 Wenn also jemand in Christus ist, dann ist er eine neue Schöpfung:
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| Das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.
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| 18 Aber das alles kommt von Gott, der uns durch Christus mit sich versöhnt
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| und uns den Dienst der Versöhnung aufgetragen hat.
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i 19 Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat,
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| indem er ihnen ihre Verfehlungen nicht anrechnete und unter uns das Wort von der Versöhnung aufgerichtet hat.
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| 20 Wir sind also Gesandte an Christi statt und Gott ist es, der durch uns mahnt.
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br
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| Wir bitten an Christi statt: Lasst euch mit Gott versöhnen!
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br
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| 21 Er hat den, der keine Sünde kannte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm Gerechtigkeit Gottes würden.
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span.bibelstelle 2 Kor 5,14-15.17-21
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br
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| Die Schöpfungsthematik bei der Taufe Jesu, das Wirken Gottes durch Christus (aber auch durch die Gesandten Christi, s. u.),
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| die Vergebung der Sünden, der Eine für die Vielen – das sind verbindende Thematiken mit dem aktuellen Gegenüber der konzentrischen Gliederung.
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li
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| Die in der Tauferzählung aufleuchtende Herrlichkeit Gottes, die Anklänge dabei an die Schöpfungserzählung sowie
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| das Nichterkennen des Wirkens Gottes durch Jesus hindurch durch die Schriftgelehrten, gepaart mit dem Aussprechen der eigenen Unzulänglichkeit
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| durch Johannes den Täufer,
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| machen es wahrscheinlich, dass Markus uns im aktuellen Gegenüber nicht nur auf 2 Kor 3,6b selbst, sondern auch auf dessen Kontext stoßen will,
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| bei dem es auch umfassender um das Verhältnis von Altem – Gesetz – zu Neuem Bund – Geist – geht:
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br
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q.bibeltext
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| 4 Wir haben durch Christus so großes Vertrauen in Gott.
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br
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| 5 Doch sind wir dazu nicht von uns aus fähig, als ob wir uns selber etwas zuschreiben könnten;
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br
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| unsere Befähigung stammt vielmehr von Gott.
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br
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| 6 Er hat uns fähig gemacht, Diener des Neuen Bundes zu sein,
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br
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| nicht des Buchstabens, sondern des Geistes.
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br
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| Denn der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig.
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br
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| 7 Wenn aber schon der Dienst des Todes, dessen Buchstaben in Stein gemeißelt waren,
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| so herrlich war, dass die Israeliten das Gesicht des Mose nicht anschauen konnten, weil es eine Herrlichkeit ausstrahlte, die doch vergänglich war,
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br
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| 8 wie sollte da der Dienst des Geistes nicht viel herrlicher sein?
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br
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| 9 Denn wenn schon der Dienst der Verurteilung herrlich war, so ist der Dienst der Gerechtigkeit noch viel herrlicher.
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br
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| 10 Eigentlich ist das Verherrlichte nämlich in diesem Fall gar nicht verherrlicht angesichts der überragenden Herrlichkeit.
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br
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| 11 Wenn nämlich schon das Vergängliche in Herrlichkeit erschien: Die Herrlichkeit des Bleibenden wird es überstrahlen.
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br
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| 12 Wenn wir also eine solche Hoffnung haben, treten wir mit großem Freimut auf,
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br
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| 13 nicht wie Mose, der über sein Gesicht eine Hülle legte, damit die Israeliten das Ende des Vergänglichen nicht sahen.
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br
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| 14 Doch ihr Denken wurde verhärtet.
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br
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| Denn bis zum heutigen Tag liegt die gleiche Hülle auf dem Alten Bund, wenn daraus vorgelesen wird;
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br
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| sie wird nicht aufgedeckt, weil sie in Christus beseitigt wird.
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br
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| 15 Bis heute liegt die Hülle auf ihrem Herzen, wenn Mose vorgelesen wird.
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br
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| 16 Sobald er aber zum Herrn zurückkehrt, wird die Hülle entfernt.
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br
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| 17 Der Herr aber ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.
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br
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| 18 Wir alle aber schauen mit enthülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wie in einem Spiegel und werden so in sein eigenes Bild verwandelt,
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br
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| von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, durch den Geist des Herrn.
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br
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| 4,1 Daher erlahmt unser Eifer nicht in dem Dienst, der uns durch Gottes Erbarmen übertragen wurde.
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br
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| 2 Wir haben uns von aller schimpflichen Arglist losgesagt; wir verhalten uns nicht hinterhältig udn verfälschen das Wort Gottes nicht,
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| sondern machen die Wahrheit offenbar.
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br
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| So empfehlen wir uns vor dem Angesicht Gottes jedem menschlichen Gewissen.
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br
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| 3 Wenn unser Evangelium dennoch verhüllt ist, ist es nur denen verhüllt, die verloren gehen;
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br
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| 4 denn der Gott dieser Weltzeit hat das Denken der Ungläubigen verblendet.
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br
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| So strahlt ihnen der Glanz des Evangeliums von der Herrlichkeit Christi, der Gottes Bild ist,
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| nicht auf.
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br
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| 5 Wir verkünden nämlich nicht uns selbst, sondern Jesus Christus als den Herrn,
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br
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| uns aber als eure Knechte um Jesu willen.
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br
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| 6 Denn Gott, der sprach: Aus Finsternis soll Licht aufleuchten!,
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br
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| er ist in unseren Herzen aufgeleuchtet, damit aufstrahlt die Erkenntnis des göttlichen Glanzens auf dem Antlitz Christi.
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span.bibelstelle 2 Kor 3,4-4,6
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br
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| Das Spiel mit Enthüllt – Verhüllt lässt sich mit der Taufe Jesu verbinden, bei der die hereinbrechende Herrlichkeit Gottes
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| nur Jesus selber und mit ihm der (glaubende) Leser sieht, genauso wie die Vier, deren Glaube Jesus sieht.
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br
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||
| Interessant ist auch, dass sowohl in 2 Kor 4,6 als auch in Mk 2,6 das Herz eine Rolle spielt:
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br
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| Während Gott in den Herzen der Glaubenden aufgeleuchtet ist zur „Erkenntnis des göttlichen Glanzes auf dem Antlitz Christi“,
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br
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| ist das Herz der Schriftgelehrten („... dachten in ihrem Herzen“) unerleuchtet: sie sehen genau diesen „göttlichen Glanz auf dem Antlitz Christi“ nicht
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| und lehen ihn bzw. seine Vollmacht daher ab.
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li
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| Unmittelbar muss die Parallele im Handel Gottes bei der Taufe Jesu und der Vier, die den Gelähmten zu Jesus bringen, auffallen:
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br
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| Um Jesus aus dem Tod zu holen, reißt Gott den Himmel auf und lässt seinen Geist zu Jesus hinunter; so wird Jesus vom Tod auferweckt.
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br
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| Um den Gelähmten zu heilen, reißen die Vier das Dach auf uns lassen den Gelähmten zu Jesus hinunter; der steht – in Analogie zur Auferstehung Jesu – auf zu einem
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||
| neuen Leben, zum Wandeln in der Neuheit des Lebens.
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br
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||
| Im Hintergrund steht hier eine auf den ersten Blick vielleicht etwas ungewöhnliche Sicht auf
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span.bibelstelle Röm 6,4:
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br
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q.bibeltext
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| ... damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, in der Neuheit des Lebens wandeln.
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br
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| Der übliche Anknüpfungspunkt – und von Paulus sicher so intendiert – ist die Parallele zu Jesus Christus,
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||
| den Gott von den Toten auferweckt hat; in Analogie zur Auferstehung Jesu sollen nun die Getaufen in der Neuheit des Lebens wandeln;
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||
| die weiteren Ausführungen des Paulus in Röm 6 verdeutlichen die Parallele zwischen Christus und den Getauften.
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br
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||
| Markus stellt in diesem Sinne eine Analogie zwischen der Taufe Jesu und dem Gelähmten her, der sich in Analogie zum Aus-dem-Wasser-Steigen Jesu
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||
| erhebt und mit seiner Bahre weggeht.
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br
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||
| Daneben konstruiert Markus eine Parallele zwischen der „Herrlichkeit des Vaters“ und den Vieren, die den Gelähmten zu Jesus tragen.
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| Er macht sich dabei zu nutze, dass die „Herrlichkeit des Vaters“ indirektes Subjekt des zitierten Satzes ist.
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br
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||
| Das Wandeln in der Neuheit des Lebens, das auch von den Vieren ausgesagt werden kann, verbindet sich so mit dem Handeln der „Herrlichtkeit des Vaters“.
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br
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||
| Damit erreicht Markus und verstärkt er, was bei Paulus schon angelegt ist, dass diese „Herrlichkeit des Vaters“ nicht etwas statisches ist,
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| das geschaut, angebetet, verherrlicht etc. wird, sondern das selbst aktiv ist – wie die Königsherrschaft Gottes auch, die aktiv nahegekommen ist.
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br
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||
i Die Herrlichkeit Gottes ist funktional zu verstehen, nicht statisch.
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br
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||
| Diese „Herrlichkeit des Vaters“ kann man nicht <i>an</i>schauen, man muss ihr <i>zu</i>schauen – und dies als Vorbild für das eigene Handeln
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| in der „Neuheit des Lebens“ nehmen, quasi als Werkzeuge Gottes zur Aufrichtung des Menschen,
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br
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||
| sie führen als solche – soteriologisch (→ Taufe) wie ethisch (→ Hilfe gegenüber einem Gelähmten) – weiter, was Gott mit der Auferweckung Jesu getan bzw. begonnen hat:
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br
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q.bibeltext
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||
| stellt euch Gott zur Verfügung als Menschen, die aus Toten zu Lebenden geworden sind, und stellt eure Glieder als Waffen der Gerechtigkeit
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||
| in den Dienst Gottes!
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span.bibelstelle Röm 6,13
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br
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||
| Glieder hat der Mensch vier; und vier sind es, die den Gelähmten zu Jesus tragen.
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br
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| Vor diesem Hintergrund lässt sich Röm 6,4b griffig so verstehen:
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br
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||
| Wie Gott Christus in der Auferweckung aufgerichtet hat,
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| so sollen auch wir unsere Mitmenschen aufrichten bzw. dabei mithelfen. –
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br
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| Genau das machen die vier:
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||
br
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| Sie vollziehen an einem Mitmenschen – der als Gelähmter bzw. als Sünder am Rande der Gesellschaft lebt –
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| nach, was Gott in der Auferweckung Christi getan hat.
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br
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||
| Damit können wir sagen: Die Aufrichtung Jesu in der Auferstehung zielt von Gott her darauf ab,
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| dass der Mensch – in einem ganz vielschichtigen Sinne – aufgerichtet wird,
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| und wir uns – als solche, die an der Auferstehung Jesu durch die Taufe Anteil haben – an diesem Dienst beteiligen!
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li
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||
| Während Jesus in der Taufe als geliebter Sohn Gottes angesprochen wird und Gott praktisch durch Jesus hindurch den Gelähmten als
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| „Mein Sohn“ anspricht, geht die Selbstbezeichnung Jesu mit „Menschensohn“ dem einerseits parallel und ist doch zugleich ein Gegenbegriff.
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br
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||
| Er drückt nach Dan 7 die Erhöhung eines Menschen aus und korrespondiert damit der in der Taufe bebilderten
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| Einsetzung Jesu „dem Geist der Heiligkeit nach als Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten“;
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br
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||
| da Markus aber den Philipperhymnus omnipräsent in seinem Evangelium verarbeitet und ihm also keine Adoptions-Christologie zu unterstellen ist,
|
||
| wonach Jesus zunächst ein reiner Mensch gewesen wäre, der von Gott als Sohn adoptiert wurde, Jesus vielmehr schon immer
|
||
| Gottes Sohn ist (vgl. auch Gal 4,4: „... sandte Gott seinen Sohn“ – von Markus mit Mk 1,14-15 „getriggert“),
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||
| drückt er gleichzeitig Entäußerung und Erniedrigung des einst Gottgleichen aus:
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br
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q.bibeltext
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| ... er entäußerte sich, wurde wie ein Sklave und <i>den Menschen gleich</i>,
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||
| sein Leben war das eines Menschen,
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||
| er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.
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br
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||
| Darum hat ihn Gott über alle erhöht ...
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||
br
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||
| Dieser Tod Jesu am Kreuz ist – als Voraussetzung des Mitbegrabenswerdenkönnens mit ihm – in der Erzählung von der Heilung
|
||
| des Gelähmten ebenso gegenwärtig, wie er im Hineinsteigen Jesu in Wasser bei der Taufe – auch wenn dies nicht eigens ausgeführt wird –
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||
| präsent ist.
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||
br
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||
| Ferner ist zu beachten, dass Markus
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||
| den Tod Jesu am Kreuz in Mk 10,38 als Taufe bezeichnen kann, der Kontext Taufe bei Markus also – im Hinblick auf Jesus – Tief- und zugleich Wendepunkt des Geschickes
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||
| des einst Gottgleichen markiert, und in Analogie dazu für den in der Taufe Mitgekreuzigten, Mitgestorbenen, Mitbegrabenen den Beginn eines neuen Lebens
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| mit entsprechender ethischer Verpflichtung.
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br
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||
| Die Erniedrigung des einst Gottgleichen spiegelt sich in der Wüsten-Askese des Täufers
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br
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||
| und sie ist bebildert dadurch, dass Johannes der Täufer zwar Jesus als den Stärkeren bezeichnet, dem gegenüber er es nicht wert ist,
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||
| sich zu bücken und ihm die Riemen der Sandalen zu lösen, sich Jesus aber von ihm taufen lässt;
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br
|
||
| sie ist auch in der Mitte der konzentrischen Gliederung im Gehorsam Jesu gegenüber seinen Begleitern enthalten.
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br
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i
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||
| „Menschensohn“ ist bei Markus ein Titel für Jesus Christus, der </i>zugleich<i> Erniedrigung und Erhöhung ausdrückt.
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||
br
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||
| Dies ist an allen Stellen seiner Verwendung im Evangelium verifizierbar.
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li
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||
| Wie bei der Taufe Jesu wird auch bei der Heilung des Gelähmten ein Sehen Jesu erzählt; er sieht zweimal praktisch den gleichen Vorgang:
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br
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| Dach bzw. Himmel reißen auf und es wird „etwas“ zu ihm herabgelassen.
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br
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| Während bei der Taufe nur Jesus selbst (zusammen mit dem Leser) das Geschehen sieht,
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||
| können bei der Heilung des Gelähmten zwar alle das Handeln der Vier sehen,
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||
| doch das Sehen Jesu bezieht sich auf den Glauben der Vier, der zwar an sich unsichtbar ist, sich aber doch
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||
| – als Glaube, der durch die Liebe wirkt – im Handeln der Vier zeigt.
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||
br
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||
| Genauso ist die über Jesus hereinbrechende Herrlichkeit bei der Taufe,
|
||
| seine Einsetzung „dem Geist der Heiligkeit nach als Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten“,
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||
| zwar als solche nach außen unsichtbar, und doch sichtbar in den Erweisen der Vollmacht Jesu,
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||
| wie sie in der Erzählung der Heilung des Gelähmten bebildert wird:
|
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br
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||
| denn auch die Sündenvergebung(svollmacht) an sich ist unsichtbar, das Aufstehung und Weggehen des ehedem Gelähmten – also sein „Wandel in der Neuheit des Lebens“ –
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||
| legt dafür aber für alle sichtbar Zeugnis ab, nachdem das zunächst Unsichtbare von den Schriftgelehrten bestritten wurde.
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br
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||
| Dies alles fügt sich sehr gut in die in den obigen Zitaten aus 2 Kor begegnende Gegenüberstellung Enthüllt – Verhüllt ein.
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li
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||
| Im Gegenüber zur Auferstehung Jesu bezieht sich der Glaube der Vier in besonderer Weise auf diese,
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br
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||
| doch aber auch auf seinen Tod, der nicht nur im „Mitbegrabenwerden“ des Gelähmten, das die Vier gerade tun, vorausgesetzt ist,
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||
| sondern auch in der Tauferzählung gegenwärtig ist.
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br
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||
| Er bezieht sich nicht zuletzt auf
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span.bibelstelle Röm 1,3-4
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||
| , Menschwerdung (→ „Menschensohn“), Tod und Auferstehung zusammenfassend:
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br
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q.bibeltext
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| 3 das Evangelium von seinem Sohn,
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br
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| der dem Fleisch nach geboren ist als Nachkomme Davids,
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br
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| der dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzt ist als Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten.
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br
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||
| In dieser Auferstehung Jesu von den Toten erkennt der Glaube – den Tod Jesu im Licht der Auferstehung als Heils-Tod deutend – die Chance auf Leben,
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| auf Rettung jenseits des Gesetzes.
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br
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||
| Insofern sich der Glaube sowie die Völker-Thematik sowohl im Galater- als auch im Römerbrief mit Abraham verbinden (siehe auch oben) – beide Briefe werden von Markus
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| bei der Heilung des Gelähmten „benutzt“ –,
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| im aktuellen Gegenüber (indirekt im Mitbegrabensein mit Jesus) Jesu Begräbnis und seine Auferstehung gegenüberliegen
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| und sich ein „Gelähmter“ erhebt, mithin die Thematik „Leben aus den Toten“ begegnet und – wie oben schon angesprochen –
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| Schöpfungsthematik präsent ist und in der Heilund des Gelähmten die Thematik Sündenvergebung in Verbindung mit der Vollmacht Jesu,
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| legt es sich nahe, dass Markus uns auf
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span.bibelstelle Röm 4,1-25
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| (und vielleicht mehr – Röm 3,21-31 war ja schon in der vorausgehenden konzentrischen Gliederung mit Mk 2,1-12 verknüpft worden) stoßen will:
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br
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q.bibeltext
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| 1 Was sollen wir nun von Abraham sagen, was hat er erlangt, unser leiblicher Stammvater?
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| 2 Wenn Abraham aufgrund von Werken Gerechtigkeit erlangt hat,
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br
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| dann hat er zwar Ruhm, aber nicht vor Gott.
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br
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| 3 Denn was sagt die Schrift?
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br
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| „Abraham glaubte Gott und das wurde ihm als Gerechtigkeit angrechnet.“ [Gen 15,6]
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br
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| 4 Dem, der Werke tut, wird der Lohn nicht aus Gnade angerechnet, sondern weil er ihm zusteht.
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br
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| 5 Dem aber, der keine Werke tut, sondern an den glaubt, der den Gottlosen gerecht macht, dem wird sein Glaube als Gerechtigkeit angerechnet.
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br
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||
| 6 So preist auch David den Menschen selig, dem Gott Gerechtigkeit unabhängig von Werken anrechnet:
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br
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| 7 „Selig sind die, deren Frevel vergeben und deren Sünden bedeckt sind.
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br
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| 8 Selig ist der Mensch, dem der Herr die Schuld nicht anrechnet.“ [Ps 32,1-2]
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br
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||
| 9 Gilt nun diese Seligpreisung nur den Beschnittenen oder auch den Unbeschnittenen?
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br
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| Wir sagen ja: Abraham wurde der Glaube als Gerechtigkeit angerechnet.
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br
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| 10 Wie wurde er aber angerechnet: als er beschnitten oder als er unbeschnitten war?
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br
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| Nicht als er beschnitten, sondern als er noch unbeschnitten war.
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br
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| 11 Und das Zeichen der Beschneidung empfing er zur Besiegelung der Glaubensgerechtigkeit, die ihm als Unbeschnittenen zuteil wurde;
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br
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| also ist er der Vater aller, die als Unbeschnittene glauben, sodass ihnen die Gerechtigkeit angerechnet wird;
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br
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| 12 und er ist der Vater jener Beschnittenen, die nicht nur beschnitten sind, sondern auch den Spuren des Glaubens folgen,
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br
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| des Glaubens, den unser Vater Abraham schon vor seiner Beschneidung hatte.
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br
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| 13 Denn Abraham und seine Nachkommen erhielten nicht aufgrund des Gesetzes die Verheißung, Erben der Welt zu sein,
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br
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||
| sondern aufgrund der Glaubensgerechtigkeit.
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br
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| 14 Wenn nämlich jene Erben sind, die aus dem Gesetz leben, dann ist der Glaube entleert und die Verheißung außer Kraft gesetzt.
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br
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| 15 Denn das Gesetz bewirkt Zorn; wo aber kein Gesetz ist, da ist auch keine Übertretung.
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br
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| 16 Deshalb gilt: aus Glauben,
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br
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| damit auch gilt: aus Gnade.
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br
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| Nur so bleibt die Verheißung für die ganze Nachkommenschaft gültig,
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br
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||
| nicht nur für die, welche aus dem Gesetz, sonder auch für die, welche aus dem Glauben Abrahams leben.
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br
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||
| Er ist unser aller Vater,
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br
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||
| 17 wie geschrieben steht: „Ich habe dich zum Vater vieler Völker bestimmt“ [Gen 17,5 G] –
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br
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| im Angesicht Gottes, dem er geglaubt hat,
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br
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| des Gottes, der die Toten lebendig macht und das, was nicht ist, ins Dasein ruft.
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br
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| 18 Gegen alle Hoffnung hat er voll Hoffnung geglaubt, dass er der Vater vieler Völker wrede,
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br
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| nach dem Wort: „So zahlreich werden deine Nachkommen sein.“ [Gen 15,5 G]
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| 19 Ohne im Glauben schwach zu werden, bedachte er, der fast Hundertjährige, dass sein Leib und auch Saras Mutterschoß schon erstorben waren.
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| 20 Er zweifelte aber nicht im Unglauben an der Verheißung Gottes, sondern wurde stark im Glauben, indem er Gott die Ehre erwies
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br
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| 21 fest davon überzeugt, dass Gott die Macht besitzt, auch zu tun, was er verheißen hat.
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br
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| 22 Darum wurde es ihm auch als Gerechtigkeit angerechnet.
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br
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| 23 Doch nicht allein um seinetwillen steht geschrieben: „Es wurde ihm angerechnet“ [Gen 15,6],
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br
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| 24 sondern auch um unseretwillen, denen es angerechnet werden soll,
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br
|
||
i uns, die wir an den glauben, der Jesus, unseren Herrn, von den Toten auferweckt hat.
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br
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i 25 wegen unserer Verfehlungen wurde er hingegeben, wegen unserer Gerechtmachung wurde er auferweckt.
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br
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||
| Ein „Gelähmter“ ist einerseits in gewisser Weise ein Toter, andererseits jemand, der keine Werke (des Gesetzes) tut.
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br
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| Ps 32,1-2 kann unmittelbar auf die Heilung des „Gelähmten“ bezogen werden; auch die Vater-Sohn-Thematik passt nicht nur für
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||
| das Verhältnis zu Gott, sondern auch das Verhältnis zu Abraham.
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| Dass die Worte von Ps 32,1-2 David in den Mund gelegt werden, entspricht einerseits jüdisch(-christlich)er Schrift-Tradition,
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| wonach die Psalmen von David verfasst sind (was historisch nicht stimmt – eher in den Mund gelegt [nachträglich] für Situationen
|
||
| seines Lebens).
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br
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||
| Andererseits ist es eine interessante Begebenheit, dass sich mit der Taufe Jesu die Anspielung mindestens auf Röm 1,4,
|
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| eigentlich aber auf die ganze Tradition Röm 1,3-4 verbindet: Jesus als Nachkomme Davids (und Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten),
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||
| und nun gegenüberliegend eine Stelle aus dem Röberbrief vergegenwärtigt wird, bei der die Seligpreisung dessen,
|
||
| dem Gott die Sünden vergibt, David in den Mund gelegt ist:
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br
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||
| Jesus, der Davidssohn und gleichzeitig Sohn Gottes in Macht, spricht ganz im Sinne von Röm 4,1-25 Sündenvergebung zu.
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p.card-text.small.mb-0
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||
| Zu beachten ist, dass im ganzen paulinischen Schrifttum David nur dreimal erwähnt wird; alle drei Erwähnungen finden sich im Römerbrief:
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br
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||
| Am Anfang des Briefes nimmt Paulus die wohl palästinische Tradition Röm 1,3-4 auf, die den Judenchristen der Gemeinde sicher bekannt sein dürfte
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| (und eher eine Adoptions-Christologie vertritt): Jesus als Davidssohn, der durch die Auferstehung (auch) zum Gottessohn in Macht wird.
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br
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| Damit wird Jesus in die messianischen Erwartungen des Judentums eingeordnet: der Messias ist Sohn Davids.
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| Für Paulus typischer ist, Jesus als Nachkomme Abrahams zu bezeichnen, als <i>den</i> Nachkommen Abrahams schlechthin,
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| der den Völkern den Segen Abrahams bringt (→ Gal 3; Röm 4!).
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br
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| Im weiteren Verlauf des Römerbriefes wird David noch zweimal eingebunden, und zwar jeweils als Zeuge der Theologie des Paulus,
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| hier der Rechtfertigung allein aus Gnade (es sind zwei Psalmzitate; das zweite begegnet in Röm 11,9).
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br
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| Dieser Rückgriff auf David als Zeuge für seine Theologie steht sicher in Zusammenhang mit der Einbindugn der palästinischen Tradition,
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| die Jesus als Nachkomme Davids bezeichnet; schon im Römerbrief selber sind also Röm 1,3-4 und Röm 4,7-8 [= Ps 32,1-2] aufeinander bezogen.
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li
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| Johannes der Täufer verkündet die „Taufe des Sinneswandels zur Vergebung der Sünden“;
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br
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| gegenüberliegend haben nicht nur die Vier einen Sinneswandel vollzogen,
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| sondern wird – subtil – ein weiterer Sinneswandel erzählt:
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br
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| jemand – der „Gelähmte“ –, der getragen wird, wird zu jemand, der selber trägt; und im Rahmen der „Taufe“ empfängt er die Vergebung der Sünden.
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li
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| „Ganz Galiläa und alle Einwohner Jerusalems“, die zu Johannes dem Täufer kommen, verbinden sich mit jenen „alle“ in Mk 2,12,
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| die in Staunen geraten, Gott preisen und sagen, dass sie so etwas noch nie gesehen hätten.
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br
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| Hier schwingt eine Steigerung mit, die sich mit dem Hinweis des Johannes auf den Stärkeren verbindet.
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li
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| „Ganz Galiläa und alle Einwohner Jerusalems“ kann auf das Kernland Israels bezogen werden,
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| während in der Erzählung von der Heilung des Gelähmten Israel und die Völker gegenwärtig sind (→ Dachöffnung) – eine Erweiterung von Israel
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| in die Völkerwelt.
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br
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| Während auf der einen Seite Jesus den Glauben der Vier hervorhebt und der Gelähmte sich auf das Wort Jesu hin gehorsam erhebt,
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| folgen auf der anderen Seite „ganz Galiläa und alle Einwohner Jerusalems“ der Verkündigung Johannes des Täufers: Gehorsam ist hier implizit bebildert;
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br
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| nicht nur in Mk 2,1-12 selbst, sondern auch im aktuellen Gegenüber ist
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span.bibelstelle Röm 1,5
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| gegenwärtig:
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br
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q.bibeltext ... um unter allen Völkern den Gehorsam des Glaubens aufzurichten.
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li
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| Die Schriftgelehrten in Mk 2,1-12 stehen im Widerspruch zu jenen aus „ganz Galiläa und alle Einwohner Jerusalems“;
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br
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| später, in Mk 3,22-30, werden die Jesus hinterfragenden Schriftgelehrten aus Jerusalem kommen – diese Spannung wird bereits vorbereitet,
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| wie Jerusalem auch später Ort eher der Gegnerschaft gegen Jesus sein wird.
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li
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| Während in der vorhergehenden konzentrischen Gliederung – mit dem Gang Jesu ins Verderben zum Verderben der unreinen Geist als Mitte –
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| die Heilung des Gelähmten in besonderer Weise unter dem Aspekt des Todes Jesu gelesen werden konnte und musste,
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br
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| ist sie nun – mit der Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus als Mitte und der Berufung des Levi als unterem Ende der konzentrischen Gliederung –
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| in besondere Weise unter dem Aspekt der Auferstehung Jesu zu lesen, wie in den obigen Betrachtungen von der Taufe Jesu her die Herrlichkeit Gottes
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| auch in besonderer Weise in den Blick kam.
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br
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||
| Während aber in der vorhergehenden Gliederung der Aspekt der Auferstehung nicht ausgeblendet werden konnte, weil er
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| sowohl in der dortigen Mitte (Ansprache Jesu durch den Dämon, Vollmacht!) als auch in der Erzählung der Heilung des Gelähmten
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| präsent ist,
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br
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| kommt hier der Aspekt des Todes Jesu nicht zu kurz, weil er in der Tauferzählung präsent ist (Untertauchen) und
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| das Mitgebrabensein den Tod Jesu als notwendige Voraussetzung hat.
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br
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||
| Beides gehört unlöslich zusammen, kann aber akzentuiert werden.
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li
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||
| Sowohl die Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus – Mitte der konzentrischen Gliederung –, als auch die Berufung des Levi
|
||
| – unteres Ende der konzentrischen Gliederung – kann sich mit dem aktuellen Gegenüber sehr gut verbinden:
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||
br
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||
| Aufrichtung, Neuheit des Lebens, Jesu Tod und Auferstehung wirken sich aus.
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.card.slide.border-primary.mb-3
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.card-body
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h5.card-title
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||
| In die Wüste getrieben
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h6.card-subtitle.text-muted
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||
| Die Wüstensendung Jesu und die Heilung des „Aussätzigen“ als gegenüberliegenden Erzählungen in der konzentrischen Gliederung
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hr
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ul.card-text
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li
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| Der Geist treibt Jesus in die Wüste der Gottferne,
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br
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| die Versuchung durch Satan markiert den Gehorsam Jesu bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz,
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br
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||
| der Dienst der Engel schließlich die Auferstehung und Erhöhung; die Präsenz von Satan (→ Unterwelt),
|
||
| wilden Tieren (→ Erde) und Engel (→ Himmel) macht deutlich, dass der Philipperhymnus im Hintergrund der Erzählung steht.
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||
li
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| Die Versuchung Jesu bei der Heilung des Aussätzigen ist, diesen nicht zu heilen, ihn zu umgehen,
|
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| wie es seine Versuchung war, das Kreuz nicht anzunehmen.
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li
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||
| Der Wille Jesu – „Wenn du willst, kannst du mich rein machen“ – verbindet sich mit seinem Gehorsam gegenüber dem ihn
|
||
| treibenden Geist.
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br
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||
| Das Mitleid, das Jesus gegenüber dem „Aussätzigen“ äußert, wird durchsichtig auf das Mitleid Gottes als Ursache
|
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| für die Sendung des Sohnes.
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li
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||
| Durch die Berührung des „Aussätzigen“, die diesen heilt, wird Jesus – per definitionem – selber zu einem Aussätzigen;
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br
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||
| das Erzählen der Sache durch den Geheilten outet ihn diesbezüglich und treibt ihn an einsame Orte,
|
||
| die sich – schon vom zugrundeliegenden griechischen Wort her – mit der Wüste (der Gottferne) verbinden.
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||
br
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||
| So findet insgesamt ein „Austausch“ Jesu mit dem „Aussätzigen“ statt: „Er hat unsere Krankheit getragen“ (Jes 53,4);
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br
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||
| im Hintergrund steht das Vierte Lied vom Gottesknecht des (Deutero-)Jesaja.
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br
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||
| Ort dieses „Austausches“ ist das Kreuz, wie sich auch die Versuchung Jesu durch Satan auf das Kreuz bezieht.
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||
li
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||
| In beiden Erzählungen begegnet also zwar sehr indirekt, aber doch für den „sehenden Leser“ klar, das Kreuz Jesu
|
||
| als zentrales Element der Sendung Jesu.
|
||
br
|
||
| Es wird im Gegenüber deutlich, dass die Sendung Jesu in die Wüste der Gottferne zum Heil der Menschen geschieht,
|
||
| die Jesus aus der Gottferne in die neue, geheilte Gemeinschaft mit Gott holt; dazu geht er selber in die Gottferne.
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||
li
|
||
| Dass nach dem „Austausch“ und dem Gang Jesu in die Einsamkeit – also nach dem Tod am Kreuz –
|
||
| Menschen von überallher zu Jesus kommen, deutet die Auferstehung und Erhöhung Jesu an,
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||
| wie sie auch der Abschluss der Wüstensendung andeutet.
|
||
br
|
||
| Dabei verbindet sich der Erzählzug, dass die Menschen „von <i>überallher</i>“ kommen, mit der Weitung am Ende des Philipperhymnus
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||
| („<i>alle</i> im Himmel, <i>auf der Erde</i> und unter der Erde“),
|
||
| die bei der Wüstensendung mit Satan, wilden Tieren und Engel angedeutet ist.
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||
li
|
||
| In Sendung Jesu einerseits und Auswirkung der Sendung Jesu andererseits wird wieder die bekannte Kombination
|
||
| aus Gal 4,4-6 (mit Röm 8,2) einerseits und Gal 3,13-14 andererseits gegenwärtig:
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||
br
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||
q.bibeltext
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||
| Als aber die Zeit erfüllt war, sandte seinen Sohn, geboren von einer Frau und dem Gesetz des Geistes unterstellt,
|
||
br
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||
| damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz der Sünde und des Todes stehen,
|
||
br
|
||
| und damit wir die Sohnschaft erlangen.
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||
br
|
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| Weil ihr aber Söhne seid, sandte Gott den Geist seines Sohnes in unsere Herzen, den Geist, der ruft, Abba, Vater.
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span.bibelstelle Gal 4,4-6 mit Röm 8,2
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||
br
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||
| Hier ist zu beachten, dass die Erzählung von der Heilung des „Aussätzigen“ die Unterordnung Jesu unter das Gesetz andeutet
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| in der Weisung Jesu an den Geheilten, sich dem Priester zu zeigen und das Reinigungsopfer darzubringen.
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||
br
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||
| Das Erlangen der Sohnschaft ist einerseits am unteren Ende der konzentrischen Gliederung mit Levi, dem Sohn des Alphaios,
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||
| bebildert, der auf dem Weg der Nachfolge zu einem Sohn Gottes wird. (Und auch indirekt mit der Thematik „Schwiegermutter“ mit Petrus als Schwiegersohn.)
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||
br
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||
| Andererseist ist es im Gegenüber Johanneswirken/Jesustaufe ↔ Heilung des Gelähmten in der aktuellen konzentrischen Gliederung präsent,
|
||
| insofern einmal Jesus in der „Taufe“ als Gottes geliebter Sohn tituliert wird, und dieser dann selbst den Gelähmten als „mein Sohn“ anspricht.
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||
br
|
||
| Die Geistsendung ist auch in jenem Gegenüber angedeutet, insofern einerseits Jesus den Geist Gottes empfängt und Johannes der Täufer
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| von der Geisttaufe spricht, andererseits der „Gelähmte“ „getauft“ wird und so die verheißene Geisttaufe empfängt.
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br
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||
| Der Freikauf vom Gesetz wird weiterhin in
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span.bibelstelle Gal 3,13-14
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||
| thematisiert:
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br
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q.bibeltext
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| Christus hat uns vom Fluch des Gesetzes freigekauft, indem er für uns zum Fluch geworden ist;
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||
br
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||
| denn es steht geschrieben: Verflucht ist, wer am Holz hängt.
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||
br
|
||
| Jesus Christus hat uns freigekauft, damit den Völkern durch ihn der Segen Abrahams zuteilwird
|
||
br
|
||
| und wir die Verheißung des Geistes empfangen durch den Glauben.
|
||
br
|
||
| Das Zuteilwerden des Segens für die Völker ist einerseits im aktuellen Gegenüber doppelt gegenwärtig,
|
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| nämlich jeweils in der Weitung (Sünde/wilde Tiere/Engel → „<i>alle</i> im Himmel, <i>auf der Erde</i> und unter der Erde</i>“; „von überallher“),
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||
br
|
||
| andererseits am unteren Ende der konzentrischen Gliederung, insofern Levi zwar Jude ist, aber von seinem Beruf her wie ein Heide gilt.
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||
br
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||
| Ferner ist es in der Weitung von „ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems“ zur Mission unter allen Völkern (Juden und Heiden → doppelte Dachöffnung)
|
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| beim Gegenüber Johanneswirken/Jesustaufe ↔ Heilung des Gelähmten abgebildet (s. o.).
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||
br
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||
| In jenem Gegenüber begegnet auch auf der einen Seite die Verheißung der Geisttaufe und auf der anderen der Glaube der Vier,
|
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| der in diesem Kontext auf die Geisttaufe des Gelähmten zu beziehen ist.
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|
||
.card.slide.border-primary.mb-3
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.card-body
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h5.card-title
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| Weitere Gegenüberstellungen in der konzentrischen Gliederung
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h6.card-subtitle.text-muted
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||
| Die Heilung der Schwiegermutter des Petrus als Mitte der Gliederung „Galiläa I/A“
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hr
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ul.card-text
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li
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||
| Die Heilung der Schwiegermutter des Petrus steht in der Mitte der Gliederung „Galiläa I/A“.
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li
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||
| Daher wurden die weiteren Gegenüberstellungen mit der Heilung der Schwiegermutter des Petrus
|
||
| als Mitte der konzentrischen Gliederung bereits besprochen:
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ul.card-text
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li
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a(href="/nt/ev/mk/getauft/aufbruch") Jüngerberufung und Suche der Jünger nach Jesus
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li
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a(href="/nt/ev/mk/getauft/aufbruch") Eröffnungsruf des Wirkens Jesu und sein Neuaufbruch
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||
li
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a(href="/nt/ev/mk/getauft/er_heilte_viele") Dämonenaustreibungen in der Synagoge und Heilung der Vielen
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||
li
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| Zur Gegenüberstellung Jüngerberufung und Suche der Jünger nach Jesus
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| mit der Heilung der Schwiegermutter des Petrus sei noch angemerkt:
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br
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| Bei der Jüngerberufung ruft Jesus die vier in seinen Dienst, sie sind ihm gehorsam – für seine Sendung.
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br
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| Bei der Suche der Jünger nach Jesus wollen diese ihn zurückholen, er soll ihnen gehorsam sein – gegen seine Sendung.
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br
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| Bei der Heilung der Schwiegermutter des Petrus ist Jesus seinen Jüngern „gehorsam“ im Rahmen seiner Sendung;
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||
br
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||
| auch wenn hier Jesus „gehorsam“ ist: er ist es ihm Rahmen seiner Sendung und die Jünger dienen seiner Sendung,
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||
| indem sie ihn auf die kranke Schwiegermutter des Petrus aufmerksam mahen: eine Gemeinschaft des Dienens.
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.card.slide.border-primary.mb-3
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.card-body
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h5.card-title
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q Anfang
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hr
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ul.card-text
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||
li
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| Der Gedanke des Anfangs spiegelt sich recht deutlich in Levi, dem (Sohn) des Alphaios – des Anfangs/Beginns/Ersten.
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li
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||
| Für Levi beginnt ein neues Leben, seine Berufung durch Jesus ist eine Lebenswende.
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li
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||
| Der Anfang des Evangeliums verbindet sich mit der Verkündigung Jesu – sie zu hören kann für die Hörer ein neuer Anfang werden.
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.card.slide.border-primary.mb-3
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.card-body
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h5.card-title
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q Bereitet den Weg des Herrn
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hr
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ul.card-text
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li
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| Durch seine Verkündigungstätigkeit ist Jesus selber Wegbereiter Gottes – er bringt ihnen die Königsherrschaft Gottes nahe.
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||
li
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| Im „Nachgang“ zur Heilung des „Gelähmten“ und mit der Heilung der Schwiegermutter
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||
| des Petrus in der Mitte der konzentrischen Gliederung
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br
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||
| ist die Berufung des Levi effektiv „Neuschöpfung“ dieses Menschen nach Röm 6,
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||
| Jesu berufender Wort schöpferisches Wort – Jesus hat den Weg Gottes zu Levi bereitet.
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li
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||
| Levi selbst hört den Imperativ „Folge mir nach!“, der dem Imperativ „Bereitet den Weg des Herrn“ entspricht:
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br
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||
| In der Nachfolge Jesu wird Levi selbst zu einem Wegbereiter des Herrn.
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||
|
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.card.slide.border-primary.mb-3
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.card-body
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h5.card-title
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q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahnen wird
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hr
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ul.card-text
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li
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| Damit verbindet sich unmittelbar das Eintreten des Levi in die Nachfolge Jesu: Jesus ist der Bote vor Levi her.
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li
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| Die Anklänge an die Auferstehung Jesu lassen Röm 6 – das Wandeln in der Neuheit des Lebens in der Analogie zur Auferstehung Jesu – präsent werden.
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//-
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.card.mb-1.konzentr-8
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.card-body.gliederung
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h5.card-title
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| Inhaltsangabe/Überschrift
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br
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| Himmlischer Sendungsbeschluss
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,1-3
|
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.card.mb-1.konzentr-7
|
||
.card-body.gliederung
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||
h5.card-title Johannes in der Wüste: Seine Taufe und seine Ankündigung des Kommenden
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||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,4-8
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||
.card.mb-1.konzentr-6
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title Die Taufe Jesu
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,9-11
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||
.card.mb-1.konzentr-5
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title Die Versuchung Jesu
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,12-13
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.card.mb-1.konzentr-4
|
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.card-body.gliederung
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||
h5.card-title Johannes tritt ab, Jesus tritt auf: Eröffnungsruf des Wirkens Jesu: Das Reich Gottes ist zum Greifen nahe!
|
||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,14-15
|
||
|
||
.card.mb-1.konzentr-3
|
||
.card-body.gliederung
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||
h5.card-title Die Berufung der ersten Jünger
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,16-20
|
||
|
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.card.mb-1.konzentr-2
|
||
.card-body.gliederung
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||
h5.card-title Die neue Lehre in der Synagoge: Jesus gekommen, um Satan/die Dämonen ins Verderben zu stürzen
|
||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,21-28
|
||
|
||
.card.mb-1.konzentr-1
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title Die Heilung der Schwiegermutter des Petrus, die (daraufhin!) Jesus dient
|
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,29-31
|
||
|
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.card.mb-1.konzentr-2
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title Die ganze Stadt vor der Tür; Jesus heilt und treibt Dämonen aus
|
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,32-34
|
||
|
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.card.mb-1.konzentr-3
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title Rückzug und Suche, Ansage des neuen Aufbruches: „Dazu bin ich gekommen ...“
|
||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,35-38
|
||
|
||
.card.mb-1.konzentr-4
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title Erneuter Aufbruch (ganz Galiläa, Verkündigung in Synagogen, Dämonenaustreibungen)
|
||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,39
|
||
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||
.card.mb-1.konzentr-5
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title Die Heilung des Aussätzigen
|
||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,40-45
|
||
|
||
.card.mb-1.konzentr-6
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title Jesus heilt den Gelähmten
|
||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-1 Mk 2,1-12
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||
p.card-text
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q Wie Gott Christus auferweckt hat, so auch ihr: In der Neuheit des Lebens wandeln
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||
|
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.card.mb-3.konzentr-7
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||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title Jesus geht am Ufer des Sees entlang; Scharen kommen und Jesus verkündet
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||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 2,13
|
||
|
||
.card.mb-3.konzentr-8
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title Die Berufung des Zöllners Levi
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 2,14
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||
|
||
hr
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||
|
||
p.mb-0
|
||
| Diese Gliederung hat zwei Schönheitsfehler:
|
||
ul
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li
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||
| Mk 2,13 – der vorletzte Schritt oben – wird nicht – wie sonst überall üblich – durch eine eigene Gliederung eingeführt.
|
||
br
|
||
| Es erscheint auch schlecht möglich, eine eigene Gliederung zu konstruieren, da alle Versuche diverse Überkreuzungen mit
|
||
| anderen Gliederungen erzeugen bzw. eigenwillige Veränderungen an den anderen Gliederungen nötig machen würden.
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||
br
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||
| Auch ist dieser Satz sehr kurz und deckt nur einen ganz geringen Teil des Gegenstückes Mk 1,4-8 ab.
|
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li
|
||
| Ferner wird durch obige Gliederung verhindert, dass die Episode „Jesus heilt den Gelähmten“
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||
| mit der Verkündigung Johannes des Täufers verbunden werden kann;
|
||
br
|
||
| doch würde man eine solche Verbindung unbedingt erwarten, geht es doch da wie dort
|
||
| um die Vergebung der Sünden (durch Tod und Auferstehung Jesu).
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||
p
|
||
| Dies legt nahe, eine andere Gliederungsvarinate als – bessere(?) – Alternative zu bieten, bei der
|
||
| das Wirken Johannes des Täufers und die Taufe Jesu verbunden sind, also jene beiden unmittelbar aufeinander folgenden Erzählungen,
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||
| bei der es um die Taufe geht: die Taufe zur Vergebung der Sünden, die letztlich die am Gläubigen aktualisierte „Taufe“ Jesu ist.
|
||
br
|
||
| Zu beachten ist ja auch, dass in den Worten des Johannes die Taufe der Gläubigen, die die Taufe Jesu zur Grundlage hat,
|
||
| inhaltlich gedeutet – und dies ist doch auch bei der Heilung des Gelähmten das eigentliche Thema.
|
||
p
|
||
| Ferner sind die Hinweise in der vorausgehenden Gliederung zu bedenken.
|
||
br
|
||
| Statt eines chiastischen Gegenübers zu Johannespredigt/Taufe Jesu wie in der vorherigen Gliederung (Heilung des Aussätzigen)
|
||
| ist hier (und in den nächsten Gliederungen) ein paralleles Gegenüber zu sehen:
|
||
table.table.table-sm
|
||
thead
|
||
tr
|
||
th Taufpredigt des Johannes, Scharen kommen
|
||
th Taufe Jesu
|
||
tbody
|
||
tr
|
||
td Predigt Jesu, Scharen kommen
|
||
td Heilung des Gelähmten
|
||
tr
|
||
td Predigt Jesu, Scharen kommen
|
||
td Berufung des Levi
|
||
tr
|
||
td Mahl mit Scharen von Zöllnern und Sündern
|
||
td Streitgespräch mit den Pharisäern
|
||
.small
|
||
| Auch letztere Doppel-Erzählung (Mahl/Streitgespräch) wird zu einem Gegenüber zur Kombination Johannespredigt/Taufe.
|
||
br
|
||
| Im darauf folgenden Schritt ergibt sich dann zwar, dass das Streitgespräch („Jesus gekommen als Arzt, der die Sünder ruft“)
|
||
| nochmal ein Gegenüber zur Taufe Jesu ist; das erscheint zunächst unschön, doch ist anzumerken:
|
||
ul.small
|
||
li
|
||
| Die jeweiligen unteren Randerzählung sind sehr ähnlich; jeweils werden die Jünger von Jesus verteidigt – mit einem spezifischen Unterschied,
|
||
| siehe die jeweilige Gliederung mit Bezug je zu unterschiedlichen(!) Versen aus dem Vierten Lied vom Gottesknecht des Jesaja.
|
||
li
|
||
| Die Mitte der konzentrischen Gliederung überlappt sich.
|
||
li
|
||
| Zu beachten ist auch, dass das, was Johannes über die Bedeutung der Taufe sagt – nämlich die Sündenvergebung –,
|
||
| in allen obigen Gegenüberstellungen – eben als Auslegung der Teilhabe an der „Taufe“ Jesu – auf den zweiten Teil der jeweiligen Erzählung appliziert werden muss,
|
||
| während das Motiv der „Vielen“ stehts im ersten Teil zu finden ist;
|
||
| das unterstreicht jeweils die Einheit, aber eben auch, dass die Doppel-Erzählung als Ganze zum Gegenüber der Kombination Taufpredigt und Taufe Jesu werden muss.
|
||
|