1480 lines
75 KiB
Plaintext
1480 lines
75 KiB
Plaintext
extends ../layout
|
||
include ../mixins
|
||
|
||
block content
|
||
|
||
.card.mb-1.konzentr-6
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title
|
||
| Inhaltsangabe/Überschrift
|
||
br
|
||
| Himmlischer Sendungsbeschluss
|
||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,1-3
|
||
|
||
.card.mb-1.konzentr-5
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title Johannes in der Wüste: Seine Taufe und seine Ankündigung des Kommenden
|
||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,4-7
|
||
|
||
.card.mb-1.konzentr-4
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title Die Taufe Jesu: Tod und Auferstehung Jesu als Wendepunkt der Heilsgeschichte
|
||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,9-11
|
||
|
||
.card.mb-1.konzentr-4
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title Die Versuchung Jesu
|
||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,12-13
|
||
|
||
.card.mb-1.konzentr-3
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title Johannes tritt ab, Jesus tritt auf: Eröffnungsruf des Wirkens Jesu: Das Reich Gottes ist zum Greifen nahe!
|
||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,14-15
|
||
|
||
.card.mb-1.konzentr-2
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title Die Berufung der ersten Jünger
|
||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,16-20
|
||
|
||
.card.mb-1.konzentr-1
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title Die neue Lehre in der Synagoge: Jesus gekommen, um Satan/die Dämonen ins Verderben zu stürzen
|
||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,21-28
|
||
|
||
.card.mb-1.konzentr-2
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title Die Heilung der Schwiegermutter des Petrus, die (daraufhin!) Jesus dient
|
||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,29-31
|
||
|
||
.card.mb-1.konzentr-3
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title Die ganze Stadt vor der Tür; Jesus heilt und treibt Dämonen aus (jene wissen, wer er ist)
|
||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,32-34
|
||
|
||
.card.mb-1.konzentr-4
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title Rückzug und erneuter Aufbruch
|
||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,35-39
|
||
|
||
.card.mb-1.konzentr-5
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title Die Heilung des Aussätzigen
|
||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,40-45
|
||
|
||
.card.mb-1.konzentr-6
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title
|
||
| Jesus heilt den Gelähmten
|
||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 2,1-12
|
||
|
||
|
||
.slide.mb-3
|
||
hr
|
||
p.card-text.mb-0.konzentr-6.bibeltextkonzentr
|
||
| 1 Anfang des Evangeliums Jesu Christi, Sohn (eines) Gottes.
|
||
br
|
||
| 2 Wie geschrieben steht beim Propheten Jesaja:
|
||
br
|
||
q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der einen Weg bahnen wird.
|
||
br
|
||
q 3 Stimme eines Rufers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen!
|
||
p.card-text.mb-0.konzentr-5.bibeltextkonzentr
|
||
| 4 So trat Johannes der Täufer in der Wüste auf und verkündete eine Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden.
|
||
br
|
||
| 5 Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus;
|
||
br
|
||
| sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen.
|
||
br
|
||
| 6 Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften
|
||
br
|
||
| und er lebte von wildem Honig.
|
||
br
|
||
| 7 Er verkündete:
|
||
q
|
||
| Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich;
|
||
br
|
||
| ich bin es nicht wert, mich zu bücken und ihm die Riemen der Sandalen zu lösen.
|
||
br
|
||
| 8 Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.
|
||
p.card-text.mb-0.konzentr-4.bibeltextkonzentr
|
||
| 9 Und es geschah in jenen Tagen, da kam Jesus aus Nazareth in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen.
|
||
br
|
||
| 10 Und sogleich, als er aus dem Wasser stieg, sah er,
|
||
br
|
||
| dass der Himmel aufriss und der Geist wie eine Taube in ihn hineinkam.
|
||
br
|
||
| 11 Und eine Stimme aus dem Himmel sprach:
|
||
q Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.
|
||
p.card-text.mb-0.konzentr-4.bibeltextkonzentr
|
||
| 12 Und sogleich trieb der Geist Jesus in die Wüste.
|
||
br
|
||
| 13 Jesus blieb vierzig Tage in der Wüste und wurde vom Satan in Versuchung geführt.
|
||
br
|
||
| Er lebte bei den wilden Tieren und die Engel dienten ihm.
|
||
p.card-text.mb-0.konzentr-3.bibeltextkonzentr
|
||
| 14 Nachdem Johannes ausgeliefert worden war, ging Jesus nach Galiläa;
|
||
br
|
||
| er verkündete das Evangelium Gottes
|
||
br
|
||
| 15 und sprach:
|
||
q
|
||
| Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe.
|
||
br
|
||
| Kehrt um und glaubt an das Evangelium!
|
||
p.card-text.mb-0.konzentr-2.bibeltextkonzentr
|
||
| 16 Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon,
|
||
| die auf dem See ihre Netze auswarfen; sie waren nämlich Fischer.
|
||
br
|
||
| 17 Da sagte er zu ihnen:
|
||
q
|
||
| Kommt her, mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.
|
||
br
|
||
| 18 Und sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm nach.
|
||
br
|
||
| 19 Als er ein Stück weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes;
|
||
| sie waren im Boot und richteten ihre Netze her.
|
||
br
|
||
| 20 Sogleich rief er sie und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und folgten Jesus nach.
|
||
|
||
p.card-text.mb-0.konzentr-1.bibeltextkonzentr
|
||
| 21 Sie kamen nach Kafarnaum. Am folgenden Sabbat ging er in die Synagoge und lehrte.
|
||
br
|
||
| 22 Und die Menschen waren voll Staunen über seine Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten.
|
||
br
|
||
| 23 In ihrer Synagoge war ein Mensch, der von einem unreinen Geist besessen war.
|
||
br
|
||
| Der begann zu schreien:
|
||
br
|
||
q
|
||
| 24 Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret?
|
||
br
|
||
| Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen?
|
||
br
|
||
| Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes.
|
||
br
|
||
| 25 Da drohte ihm Jesus:
|
||
br
|
||
q
|
||
| Schweig und verlass ihn!
|
||
br
|
||
| 26 Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei.
|
||
br
|
||
| 27 Da erschraken alle und einer fragte den anderen:
|
||
br
|
||
q
|
||
| Was ist das? Eine neue Lehre mit Vollmacht: Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl.
|
||
br
|
||
| 28 Und sein Ruf verbreitete sich rasch im ganzen Gebiet von Galiläa.
|
||
|
||
p.card-text.mb-0.konzentr-2.bibeltextkonzentr
|
||
| 29 Sie verließen sogleich die Synagoge und gingen zusammen mit Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und Andreas.
|
||
br
|
||
| 30 Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett.
|
||
br
|
||
| Sie sprachen sogleich mit Jesus über sie
|
||
br
|
||
| 31 und er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf.
|
||
br
|
||
| Da wich das Fieber von ihr und sie diente ihnen.
|
||
p.card-text.mb-0.konzentr-3.bibeltextkonzentr
|
||
| 32 Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus.
|
||
br
|
||
| 33 Die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt
|
||
br
|
||
| 34 und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und er trieb viele Dämonen aus.
|
||
br
|
||
| Und er verbot den Dämonen zu sagen, dass sie wussten, wer er war.
|
||
p.card-text.mb-0.konzentr-4.bibeltextkonzentr
|
||
| 35 In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten.
|
||
br
|
||
| 36 Simon und seine Begleiter eilten ihm nach,
|
||
br
|
||
| 37 und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm:
|
||
br
|
||
q Alle suchen dich!
|
||
br
|
||
| Er antwortete:
|
||
br
|
||
q
|
||
| Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort verkündet;
|
||
br
|
||
| denn dazu bin ich gekommen.
|
||
br
|
||
| Und er zog durch ganz Galiläa, verkündete in ihren Synagogen und trieb die Dämonen aus.
|
||
p.card-text.mb-0.konzentr-5.bibeltextkonzentr
|
||
| 40 Ein Aussätziger kam zu Jesus und bat ihn um Hilfe; er fiel vor ihm auf die Knie und sagte:
|
||
br
|
||
q Wenn du willst, kannst du mich rein machen.
|
||
br
|
||
| 41 Jesus hatte Mitleid mit ihm;
|
||
br
|
||
| er streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte:
|
||
br
|
||
q Ich will – werde rein!
|
||
br
|
||
| 42 Sogleich verschwand der Aussatz und der Mann war rein.
|
||
br
|
||
| 43 Jesus schickte ihn weg, wies ihn streng an 44 und sagte zu ihm:
|
||
br
|
||
q Sieh, dass du niemandem etwas sagst, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring für deine Reinigung dar, was Mose festgesetzt hat – ihnen zum Zeugnis.
|
||
br
|
||
| 45 Der Mann aber ging weg und verkündete bei jeder Gelegenheit, was geschehen war;
|
||
br
|
||
| er verbreitete die Geschichte, so dass sich Jesus in keiner Stadt mehr zeigen konnte;
|
||
br
|
||
| er hielt sich nur noch an einsamen Orten auf.
|
||
br
|
||
| Dennoch kamen die Leute von überallher zu ihm.
|
||
p.card-text.konzentr-6.bibeltextkonzentr
|
||
| 2,1 Als er nach einigen Tagen wieder nach Kafarnaum hineinging, wurde bekannt, dass er im Hause war.
|
||
br
|
||
| 2 Und es versammelten sich so viele Menschen, dass nich einmal mehr vor der Tür Platz war;
|
||
br
|
||
| und er verkündete ihnen das Wort.
|
||
br
|
||
| 3 Da brachte man einen Gelähmten zu ihm, von vier Männern getragen.
|
||
br
|
||
| 4 Weil sie ihn aber wegen der vielen Leute nicht bis zu Jesus bringen konnten,
|
||
br
|
||
| deckten sie dort, wo Jesus war, das Dach ab, schlugen die Decke durch und ließen den Gelähmten auf seiner Liege durch die Öffnung hinab.
|
||
br
|
||
| 5 Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten:
|
||
br
|
||
q Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!
|
||
br
|
||
| 6 Einige Schriftgelehrte aber, die dort saßen, dachten in ihrem Herzen:
|
||
br
|
||
q
|
||
| 7 Wie kann dieser Mensch so reden? Er lästert Gott.
|
||
br
|
||
| Wer kann Sünden vergeben außer dem einen Gott?
|
||
br
|
||
| 8 Jesus erkannte sogleich in seinem Geist, dass sie so bei sich dachten, und sagte zu ihnen:
|
||
br
|
||
q
|
||
| Was für Gedanken habt ihr in euren Herzen?
|
||
br
|
||
| 9 Was ist leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben?
|
||
br
|
||
| oder zu sagen: Steh auf, nimm deine Liege und geh umher?
|
||
br
|
||
| 10 Damit ihr aber erkennt, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, auf der Erde Sünden zu vergeben –
|
||
br
|
||
| sagte er zu dem Gelähmten:
|
||
br
|
||
q 11 Ich sage dir: Steh auf, nimm deine Liege und geh nach Hause!
|
||
br
|
||
| 12 Er stand sofort auf, nahm seine Liege und ging vor aller Augen weg.
|
||
br
|
||
| Da gerieten alle in Staunen;
|
||
br
|
||
| sie priesen Gott uns sagten:
|
||
br
|
||
q So etwas haben wir noch nie gesehen.
|
||
|
||
|
||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
||
.card-body
|
||
h5.card-title
|
||
q Wir wurden mit Christus begraben durch die Taufe auf den Tod
|
||
span.bibelstelle Röm 6,4a
|
||
hr
|
||
ul.card-text
|
||
li
|
||
| Die Szenerie ist eigentlich recht simpel und schlüssig erzählt:
|
||
br
|
||
| Weil die Vier mit dem Gelähmten nicht auf normalem Weg bis zu Jesus vorstoßen können, nehmen sie den Weg durch die Decke des Hauses.
|
||
br
|
||
| Ihr Einsatz, den Jesus als Zeichen ihres Glaubens interpretiert, wird so hervorgehoben.
|
||
li
|
||
| Doch auch diese Heilung kann in einem übertragenen Sinn verstanden werden;
|
||
br
|
||
| dazu muss man sich die Szenerie plastisch vor Augen stellen und sich dabei nicht unten um das Haus,
|
||
| auch nicht im Haus drinnen, sonden mit den Vieren auf dem Dach verorten.
|
||
li
|
||
| Man sieht nun Folgendes:
|
||
br
|
||
| Da kommen vier Männer und tragen einen (‚gelähmten‘ =) leblosen Körper auf einer Bahre,
|
||
br
|
||
| sie graben ein Loch in den Boden und lassen den Körper auf der Bahre hinab:
|
||
br
|
||
i Ist das nicht das Geschehen eines Begräbnisses?
|
||
li
|
||
| Das Ziel des Hinablassens ist Jesus:
|
||
|
|
||
q ... deckten sie dort, <i>wo Jesus war</i>, das Dach ab ...
|
||
li
|
||
| Die Mitte der konzentrischen Gliederung, der Gang Jesu ins Verderben zum Verderben der Dämonen,
|
||
| macht Jesu eigenen Tod gegenwärtig.
|
||
li
|
||
| Da Röm 6 bisher schon mehrmals präsent war, <i>muss</i> man an
|
||
span.bibelstelle Röm 6,4a
|
||
| denken:
|
||
br
|
||
q.bibeltext Wir wurden mit Christus begraben durch die Taufe auf den Tod.
|
||
li
|
||
| Dies ist ein grundlegender Leitfaden für die Auslegung der Erzählung!
|
||
|
||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
||
.card-body
|
||
h5.card-title
|
||
q Als er nach einigen Tagen wieder nach Kafarnaum hineinging ...
|
||
hr
|
||
ul.card-text
|
||
li
|
||
| Nachdem Jesus aufgrund des „Austausches“, den er mit dem „Aussätzigen“ vollzogen hat, die „Einsamkeit“ aufgesucht hatte,
|
||
| muss er – weil das Evangleium ja weitergeht – irgendwann wieder mit seinem öffentlichen Wirken fortfahren.
|
||
li
|
||
| Dies drückt Markus mit der einleidenten Wendung aus.
|
||
|
||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
||
.card-body
|
||
h5.card-title
|
||
q ... wurde bekannt, dass er im Hause war
|
||
hr
|
||
ul.card-text
|
||
li
|
||
| Welches Haus hier gemeint sein soll, ist nicht eigens genannt.
|
||
li
|
||
| Der Leser denkt von Mk 1,29-31 her an das Haus des Simon und Andreas, wo Jesus die Schwiegermutter des Petrus aufgerichtet hatte;
|
||
br
|
||
| die Handlung in den beiden Erzählungen ist – grob betrachtet – sehr ähnlich (wenn auch mit eigenen besonderen Akzenten).
|
||
li
|
||
| Letztlich ist das Haus – von Röm 6,4a her – aber ein „Grab“;
|
||
br
|
||
| da die Heilung der Schwiegermutter des Peturs im übertragenen Sinne als Aufrichtung aus dem Reich des Todes
|
||
| und Hinüberretten auf die „Insel des Lebens“ verstanden werden konnte, passt diese Vorstellung – bildlich – auch zu ihrem Haus.
|
||
|
||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
||
.card-body
|
||
h5.card-title
|
||
q
|
||
| Und es versammelten sich so viele Menschen, dass nicht einmal mehr vor der Tür Platz war;
|
||
br
|
||
| und er verkündete ihnen das Wort
|
||
hr
|
||
ul.card-text
|
||
li
|
||
| Die Massen kommen zu Jesus – das kennt man.
|
||
br
|
||
| Gleichzeitig ist hier die erzählerische Begründung für das Handeln der Vier gegeben.
|
||
li
|
||
| Die Verkündigung des „Wortes“ ist auch im Kontext des „Austausches“ mit dem „Aussätzigen“ zu lesen,
|
||
br
|
||
| denn die gleiche Tätigkeit wurde von diesem nach der Heilung durch Jesus erzählt, während sich Jesus aus der Öffentlichkeit zurückziehen musste.
|
||
p.small.card-text
|
||
| Natürlich ist die Notiz nicht im Sinne eins „Rück-Austauches“ zu lesen, eher im Sinne einer konzentrischen Rahmung
|
||
| des „Austausches“ mit dem „Aussätzigen“, da sowohl in Mk 1,39 als auch hier in Mk 2,1-2 von der Verkündigungstätigkeit Jesu die Rede ist,
|
||
| während in Mk 1,40-45 dann der Geheilte die Verkündigungstätigkeit von Jesus übernimmt.
|
||
|
||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
||
.card-body
|
||
h5.card-title
|
||
q
|
||
| ... deckten das Dach ab und schlugen die Decke ein ...
|
||
hr
|
||
ul.card-text
|
||
li
|
||
| Das Dach wird zweifach geöffnet, einmal durch Abdecken, einmal durch Deckedurchschlagen.
|
||
li
|
||
| Dies ist zu erklären durch unterschiedliche Dachkonstruktionen:
|
||
ul.card-text
|
||
li
|
||
| In Palästina gibt es Lehm-Stroh-Dächer: dort passt „Decke durchschlagen“.
|
||
li
|
||
| In Rom & Co. findet man gedeckte Dächer: hier passt „Dach abdecken“.
|
||
li
|
||
| Damit ist hier indirekt das Vordringen der Jesus-Botschaft auf Regionen auch außerhalb Palästinas angedeutet,
|
||
| analog dem „anderswohin“ in Mk 1,38;
|
||
br
|
||
| gleichzeitig sind beide Kulturkreise präsent (und nicht einer durch den anderen ersetzt).
|
||
|
||
|
||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
||
.card-body
|
||
h5.card-title
|
||
q
|
||
| als Jesus ihren Glauben sah
|
||
h6.card-subtitle.text-muted
|
||
| Bereitet den Weg des Herrn! – Durch Glauben, der durch die Liebe wirkt
|
||
hr
|
||
ul.card-text
|
||
li
|
||
| Das Handeln der Vier ist bereits als „Begräbnis“ von Röm 6,4a her „enttarnt“.
|
||
li
|
||
| Dennoch muss die Mühe auffallen, die sich die Vier angesichts aller Hindernisse machen,
|
||
| um den Gelähmten der rettenden Begegnung mit Jesus zuzuführen.
|
||
li
|
||
| So wird – ganz ohne Worte – ihr Glaube deutlich, den Jesus hervorhebt.
|
||
li
|
||
| Da durch die „doppelte Dachöffnung“ die beiden Kulturkreise „Juden“ und „Heiden“ in der Erzählung präsent sind,
|
||
| kann einem
|
||
span.bibelstelle Gal 5,6
|
||
| in den Sinn kommen:
|
||
br
|
||
q.bibeltext
|
||
| ... in Christus Jesus vermag weder die Beschneidung noch die Unbeschnittenheit etwas,
|
||
| sondern der Glaube, der durch die Liebe wirkt.
|
||
br
|
||
| Für beide „Kulturkreise“ ist es allein der Glaube, der rettet; und dieser Glaube zeigt sich in tätiger Liebe,
|
||
| genau wie hier im Handeln der Vier.
|
||
li
|
||
| Durch ihren „Glauben, der durch die Liebe wirkt“ haben die Vier dem Gelähmten den Weg zu Jesus gebahnt bzw. den Weg Jesu zu dem Gelähmten;
|
||
| damit haben sie sich in den Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen gestellt.
|
||
li
|
||
| Ein vielleicht unerwarteter Erzählzug ist, dass der Glaube des Gelähmten offensichtlich keine Rolle spielt.
|
||
br
|
||
| Dies lässt sich am ehesten damit erklären, dass Markus einerseits das Handeln der Vier im beschriebenen Sinne betonen will,
|
||
| andererseits der Gelähmte einem Toten gleicht, der gerade begraben wird.
|
||
|
||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
||
.card-body
|
||
h5.card-title
|
||
q
|
||
| ... sagte er zu dem Gelähmten:
|
||
|
|
||
q
|
||
| Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!
|
||
hr
|
||
ul.card-text
|
||
li
|
||
| Die Anrede „Mein Sohn“ fällt auf.
|
||
ul.card-text
|
||
li
|
||
| Wir kennen den Altersunterschied zwischen Jesus und dem Gelähmten nicht, der vielleicht diese Anrede erkären könnte.
|
||
li
|
||
| Doch geht es dem Evangelisten nicht um einen Altersunterschied, sondern um eine Aussage zu Jesus und seinem Handeln!
|
||
li
|
||
| Jesus nimmt den Blickwinkel Gottes ein – für den alle Menschen Kinder sind – und handelt von Gott her.
|
||
br
|
||
| Anders ausgedrückt: Durch Jesus hindurch handelt der gute Gott, der sich seiner Schöpfung annimmt.
|
||
li
|
||
| Genau dies erkennen die Schriftgelehrten nicht, darum regt sich bei ihnen Widerstand.
|
||
li
|
||
| Bei der Auslegung der Heilung des Gelähmten wird immer wieder das Verhältnis Krankheit ↔ Schuld/Sünde problematisiert.
|
||
br
|
||
| Schließlich ist es unerwartet, dass Jesus den Gelähmten nicht – wie bisher – einfach heilt,
|
||
| sondern Sündenvergebung zuspricht.
|
||
ul.card-text
|
||
li
|
||
| Es gibt schon damals die Vorstellung einer ursächlichen Verknüpfung:
|
||
br
|
||
| Krankheit als (göttliche) Strafe für Schuld.
|
||
li
|
||
| Dies verkennt aber die Bedeutung von „Krankheit“ (nicht nur) bei Markus:
|
||
br
|
||
| „Kranksein“ ist ein Ausdruck für „Sündersein“;
|
||
br
|
||
| es geht nicht um eine kausale Beziehung, sondern darum, dass jeweils das Gleiche gemeint ist:
|
||
br
|
||
| dass der Mensch der Sünde verfallen ist.
|
||
li
|
||
| Dies wurde gerade eben auch bei der Heilung des „Aussätzigen“ deutlich;
|
||
br
|
||
| schon Deuterojesaja hat „Krankheit“ in diesem übertragenen Sinn gebraucht.
|
||
li
|
||
| Für den, der die Heilungen bisher schon in diesem Sinne gedeutet hat,
|
||
| kommt es also durchaus nicht ganz unerwartet, dass nun das Thema „Sündenvergebung“ ausdrücklich
|
||
| angesprochen wird; man könnte eher sagen: es musste schließlich mal ausdrücklich erwähnt werden.
|
||
|
||
|
||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
||
.card-body
|
||
h5.card-title
|
||
q Wer kann Sünden vergeben außer dem einen Gott?
|
||
hr
|
||
ul.card-text
|
||
li
|
||
| Der Disput zwischen Jesus und den Schriftgelehrten hier greift den Vergleich zwischen Jesus und den Schriftgelehrten
|
||
| in der Mitte der konzentrischen Gliederung auf und führt ihn weiter;
|
||
br
|
||
| dort war – recht subtil – eine Insuffizienz der Tora bezüglich der Macht zur Austreibung von Dämonen ausgesagt worden,
|
||
| während Jesus offensichtlich die Vollmacht dazu hat.
|
||
li
|
||
| Zu beachten ist, dass es in der vorliegenden Erzählung nicht um alltägliche oder wiederkehrende Sündenvergebung geht,
|
||
| sondern um eine Lebenswende: um die Sündenvergebung in der Taufe – diese verbindet sich mit der Dämonenaustreibung.
|
||
li
|
||
| Die Vollmacht, Sünden zu vergeben, liegt – wie die Gegner des Handelns Jesu richtig ausführen –
|
||
| grundsätzlich allein bei Gott.
|
||
li
|
||
| Doch Christen glauben, dass ihnen genau dieser Gott in Christus begegnet,
|
||
| dass sich in Christus Gott selbst dem Menschen barmherzig zuwendet,
|
||
br
|
||
| worauf der Evangelist in der Anrede Jesu an den Gelähmten – „Mein Sohn“ – anspielt
|
||
br
|
||
| und wie Paulus in Anspielung auf Jesu Tod und Auferstehung in
|
||
span.bibelstelle 2 Kor 5,19
|
||
| schreibt:
|
||
br
|
||
q.bibeltext
|
||
| Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat,
|
||
br
|
||
| indem er ihnen ihre Verfehlungen nicht anrechnete und unter uns das Wort von der Versöhnung aufgerichtet hat.
|
||
br
|
||
| Dieser Glaubenssatz steht hier wohl unter anderem im Hintergrund.
|
||
li
|
||
| Die Schriftgelehrten, die genau diese Verbindung zwischen Jesus und Gott nicht sehen bzw. ablehnen,
|
||
| müssen Jesus für einen Gotteslästerer halten.
|
||
br
|
||
| Für sie hängt – naturgemäß – alles, was Schuld, Sünde und Vergebung anbelangt, mit den Heiligen Schriften Israels zusammen,
|
||
| vor allem mit der Tora, dem jüdischen Gesetz, das auf Mose zurückgeführt wird.
|
||
br
|
||
| Umso erstaunlicher ist es, dass sie nicht auf die in ihren Heiligen Schriften festgelegten Regeln zur Sündenvergebung
|
||
| – wie etwa den jährlichen großen Versöhnungstag (Yomm Kippur), die Opfer am Tempel, die guten Werke etc. – hinweisen,
|
||
| sondern festhalten, dass Gott <i>allein</i> Sünden vergeben kann;
|
||
br
|
||
| man kann dies auch so lesen, dass die Schriftgelehrten die Unwirksamkeit der in ihren Heiligen Schriften festgelegten Regelungen
|
||
| bezeugen;
|
||
| bzw. grundsätzlicher: dass sie die Insuffizienz der Tora „zugeben“, echte, wirksame Sündenvergebung
|
||
| im Sinne einer Lebenswende bzw. – mit Blick auf die Dämonenaustreibung –
|
||
| eines echten Freiwerdens von Schuld und den damit verbundenen Vestrickungen zu ermöglichen.
|
||
li
|
||
| Jedenfalls stehen die <i>Schrift</i>gelehrten wie in der Mitte der konzentrischen Gliederung nicht eigentlich für
|
||
| eine Gruppe im damaligen Judentum, sondern sind durchsichtig auf die Heiligen Schriften Israels;
|
||
br
|
||
| es geht in der Erzählung also nicht um einen Konflikt des irdischen Jesus mit Vertretern der Schriftgelehrten, sondern viel grundsätzlicher
|
||
| um das spannungsreiche Verhältnis – bis hin zum sich ausschließenden Gegenüber – „Jesus ↔ Schrift/Tora“,
|
||
| und damit um eine nachösterliche Thematik zunächst innerhalb des Christentums im Hinblick auf die Bedeutung
|
||
| von Tod und Auferstehung Jesu, mit unmittelbaren Folgen für die Bedeutung der Taufe;
|
||
br
|
||
| das Gegenüber des „markinischen Jesus“ sind also weniger Juden als vielmehr „judaisierende Christen“.
|
||
li
|
||
| Indem Jesus den Glauben der Vier, die den Gelähmten bringen, hervorhebt und auf diesen hin die Sündenvergebung zuspricht,
|
||
| sodass der Glaube als Ursache für die Sündenvergebung erscheint, ist schließlich
|
||
| das mit dem Gegenüber „Jesus ↔ Tora“ zusammenhängende Gegenüber „Glaube ↔ Regeln des Gesetzes“ präsent;
|
||
br
|
||
| somit sind wir mittelbar bei der Frage nach „Rechtfertigung aus Glauben“ <i>oder</i> „Rechtfertigung aus Werken des Gesetzes“,
|
||
| die sich bei Paulus – und, wie sich zeigen wird, auch bei Markus – als scharfe Gegensätze gegenüberstehen.
|
||
li
|
||
| Hier ist die oben bereits zitierte Stelle aus dem Brief des Paulus an die Galater in ihrem weiteren Kontext wichtig;
|
||
| die dortigen Aussagen stehen neben Röm 6 (und 2 Kor 5,19) im Hintergrund der Erzählung und werden erzählerisch präsent gemacht:
|
||
br
|
||
q.bibeltext
|
||
| 3,20 ... Gott aber ist der Eine. ...
|
||
br
|
||
| 21 ... Wäre ein Gesetz gegeben worden, <i>das die Kraft hat, lebendig zu machen</i>,
|
||
br
|
||
| dann käme in der Tat die Gerechtigkeit aus dem Gesetz;
|
||
br
|
||
| 22 aber die Schrift hat alles unter der Sünde eingeschlossen, damit die Verheißung aus dem Glauben an Jesus Christus
|
||
| denen gegeben wird, die glauben.
|
||
br
|
||
| 23 Ehe der Glaube kam, waren wir vom Gesetz behütet, verwahrt, bis der Glaube offenbar werden sollte.
|
||
br
|
||
| 24 So ist das Gesetz unser Erzieher auf Christus hin geworden, <i>damit wir aus dem Glauben gerecht gemacht werden</i>.
|
||
br
|
||
| 25 Nachdem aber der Glaube gekommen ist, stehen wir nicht mehr unter dem Erzieher.
|
||
br
|
||
| 26 Denn alle seid ihr <i>durch den Glauben Söhne Gottes in Christus Jesus</i>.
|
||
br
|
||
| 27 Denn ihr alle, <i>die ihr auf Christus getauft seid</i>, habt Christus angezogen.
|
||
br
|
||
| 28 Es gibt <i>nicht mehr Juden und Griechen</i>,
|
||
br
|
||
| nicht Sklaven und Freie,
|
||
br
|
||
| nicht männlich und weiblich;
|
||
br
|
||
i denn ihr alle seid </i>einer<i> in Christus Jesus.
|
||
br
|
||
| 5,4 Ihr, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, seid von Christus getrennt;
|
||
br
|
||
| ihr seid aus der Gnade herausgefallen.
|
||
br
|
||
| 5 Denn wir erwarten im Geist aus dem Glauben die Hoffnung der Gerechtigkeit.
|
||
br
|
||
| 6 Denn in Christus Jesus vermag weder die Beschneidung noch die Unbeschnittenheit etwas,
|
||
br
|
||
i sondern nur der Glaube, der durch die Liebe wirkt.
|
||
span.bibelstelle Gal 3,20-28; 5,4-6
|
||
br
|
||
ul.card-text
|
||
li
|
||
| Die Verbindung der Themen Jesus Christus – Tora („Gesetz“) – Glaube – Taufe – „lebendig machen“ sind der Erzählung
|
||
| von der Heilung des Gelähmten mit den zitierten Sätzen aus dem Galaterbrief gemeinsam,
|
||
br
|
||
| die Aussageabsicht ist – wenn auch bei Markus teils subtil in die Erzählung verwoben – identisch.
|
||
li
|
||
| Das „doppelte Öffnen“ des Daches ist bereits oben im Beziehung gesetzt worden zu jüdischem und heidnischem Kulturkreis.
|
||
li
|
||
| Der Hinweis auf den <i>einen</i> Gott durch die Schriftgelehrten begegnet auch in Gal 3,20,
|
||
br
|
||
| aber – in analoger Entsprechung – auch in Gal 3,28 im Hinblick auf das Aufheben der Unterschiede auch zwischen Juden und Heiden.
|
||
li
|
||
| Die Wendung „im Geist“ begegnet da wie dort (auch wenn sie sich dort auf die Gläubigen, hier auf Jesus bezieht).
|
||
li
|
||
| Die Ansprache „Mein Sohn“ durch Jesus an den „Gelähmten“ leitet sich nicht zuletzt aus Gal 3,26 ab,
|
||
| wobei es dennoch 2 Kor 5,19 braucht, weil Jesus ja eigentlich „Bruder“, nicht „Vater“ ist.
|
||
li
|
||
| In Gal 3,21 drückt Paulus klar die Insuffizienz der Tora im Hinblick auf <i><q>die Kraft ..., lebendig zu machen</q></i> aus;
|
||
| um Sündenvergebung in diesem Sinne geht es hier.
|
||
br
|
||
| Indem Markus die <i>Schrift</i>gelehrten in ihrer Kritik an Jesus die Heiligen Schriften Israels übergehen und direkt von Gott sprechen lässt,
|
||
| hat er diesen Gedanken in die Erzählung – recht subtil – eingebaut;
|
||
br
|
||
| ihren Widerspruch zur Sündenvergebung durch Jesus kontert er,
|
||
| indem er erzählerisch bebildert, dass Jesus – im Gegensatz zur Tora – <i>die Kraft hat, lebendig zu machen</i>: der „Gelähmte“ steht auf.
|
||
br
|
||
| Markus will sagen: allein durch Gottes Wirken in und durch Christus – und dann vermittelt durch die Taufe auf Christus bzw. seinen Tod,
|
||
| die den Glauben voraussetzt –
|
||
| ist eine derartige Sündenvergebung möglich.
|
||
|
||
|
||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
||
.card-body
|
||
h5.card-title
|
||
q Jesus erkannte sogleich in seinem Geist, dass sie so bei sich dachten
|
||
br
|
||
q ihr sollt erkennen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben
|
||
h6.card-subtitle.text-muted
|
||
| Jesus, der dem Geist der Heiligkeit eingesetzte Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten
|
||
hr
|
||
ul.card-text
|
||
li
|
||
| Die Gegner des Handelns Jesu sprechen – wie die Vier – kein Wort; trotzdem erkennt Jesus auch bei ihnen, was in ihnen vorgeht.
|
||
br
|
||
| Dies ist ihm durch den (Heiligen) Geist möglich, wie die Erzählung hervorhebt.
|
||
li
|
||
| Daraufhin wird die Vollmacht des Menschensohnes zur Sündenvergebung behauptet und belegt.
|
||
li
|
||
| Die Stichworte „Vollmacht“ und „Geist“ machen Röm 1,4 präsent:
|
||
br
|
||
| Jesus ist der dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzte Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten.
|
||
li
|
||
| Schon in der Dämonenaustreibung in der Mitte der konzentrischen Gliederung ist Röm 1,4 gegenwärtig:
|
||
br
|
||
| dort wird Jesus vom Dämon als „der Heilige Gottes“ angesprochen und die Vollmacht seiner Lehre hervorgehoben.
|
||
br
|
||
| Dies unterstreicht, dass die vorliegende Erzählung weiterführt, was in der Mitte der konzentrischen Gliederung thematisiert wird.
|
||
li
|
||
| Durch den Bezug zu Röm 1,4 wird bestätigt, dass es hier nicht um die Verteidigung der Vollmacht des irdischen Jesus geht,
|
||
| sondern um eine nachösterliche Perspektive und Fragestellung.
|
||
li
|
||
| Wie bei der Dämonenaustreibung in der Mitte der konzentrischen Gliederung die wirksame „Lehre in Vollmacht“ herausgestellt wurde,
|
||
| so hier die „Vollmacht Jesu zur Sündenvergebung“ – beides in Kontrast bzw. mit Widerstand der Schriftgelehrten,
|
||
| die für die „Tora“ stehen, die hier ohnmächtig ist.
|
||
br
|
||
| So spiegeln sich hier Auseinandersetzungen im frühen Christentum zur Frage der Rechtfertigung,
|
||
| wie der Blick etwa in den Galaterbrief zeigt (s. o.).
|
||
br
|
||
| Es geht um die Vollmacht, im Namen Jesu in der Taufe aufgrund des (christlichen) Glaubens Sündenvergebung zuzusprechen –
|
||
| und zwar <i>jenseits der Regeln des jüdischen Gesetzes</i>!
|
||
li
|
||
| Das Sich-Erheben des Gelähmten und sein Fortgehen ist indirekt Beleg, dass Jesus – bzw. in seinem Namen die Gemeinde – die Vollmacht zur Sündenvergebung hat.
|
||
br
|
||
| Genauso indirekt hat Jesus mit der Dämonenaustreibung die Frage des Dämon beantwortet, ob er gekommen sei, die Dämonen ins Verderben zu stürzen.
|
||
|
||
|
||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
||
.card-body
|
||
h5.card-title
|
||
q Jesus erkannte <i>sogleich</i> ...
|
||
hr
|
||
ul.card-text
|
||
li Bisher konnte das „sogleich“ immer mit der Sendung Jesu verbunden werden.
|
||
li
|
||
| Dies ist auch hier möglich:
|
||
br
|
||
| Bei dem, was Jesus erkennt, geht es um Widerstand zu seiner Sendung, den Menschen durch seinen Tod
|
||
| aus dem Verfallensein an die Sünde herauszulösen und in Analogie zu seiner Auferstehung ein Wandeln
|
||
| in der „Neuheit des Lebens“ zu ermöglichen – und dies allein aus Glauben, jenseits des jüdischen Gesetzes.
|
||
|
||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
||
.card-body
|
||
h5.card-title
|
||
q Steh auf, nimm deine Liege und geh nach Hause! – Er stand sofort auf, nahm seine Liege und ging vor aller Augen weg.
|
||
h6.card-subtitle.text-muted
|
||
| Der Dämon geht ins Verderben – der Geheilte geht „nach Hause“
|
||
hr
|
||
ul.card-text
|
||
li
|
||
| Wie das Begrabenwerden aufgrund des Verbundenseins mit „der Gestalt des Todes“ Jesu geschieht,
|
||
br
|
||
| so ist die Analogie zur Auferstehung das Aufstehen des Gelähmten, der damit seine Heilung demonstriert;
|
||
br
|
||
| er ist – mit
|
||
span.bibelstelle Röm 6,13
|
||
| gesprochen – einer der Menschen,
|
||
|
|
||
q.bibeltext die aus Toten zu Lebenden geworden sind.
|
||
li
|
||
| Den Geheilten schickt Jesus „nach Hause“.
|
||
ul.card-text
|
||
li
|
||
| Dies verbindet sich mit dem (negativen) Ortsziel „Verderben“ in der Mitte der konzentrischen Gliederung:
|
||
br
|
||
| Jesus ist gekommen, um den Dämon und Seinesgleichen
|
||
| ins Verderben zu stürzen; dazu geht er ihnen selber ins Verderben „voraus“.
|
||
li
|
||
| Daher kann man „nach Hause“ hier auch übertragen als positives Gegenstück zu „Verderben“ interpretieren
|
||
| im Sinne der letzten Heimat:
|
||
br
|
||
| In der Nachfolge Jesu steht dem nun Geheilten der Weg in den Himmel offen.
|
||
li.small
|
||
| Einige spätere Erzählungen, wo es auch um den Weg „nach Hause“ geht, werden diese Interpretation unterstützen.
|
||
|
||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
||
.card-body
|
||
h5.card-title
|
||
q Da gerieten alle in Staunen; sie priesen Gott ...
|
||
hr
|
||
ul.card-text
|
||
li
|
||
| Das Ende der Erzählung liest sich sehr ähnlich wie der Rahmen der Dämonenaustreibung in der Mitte der konzentrischen Gliederung.
|
||
li
|
||
| Neu ist der Lobpreis Gottes:
|
||
br
|
||
| zumindest diejenigen, die diesen äußern, haben – wenigstens ansatzweise – begriffen,
|
||
| dass Jesus nicht Gotteslästerer ist, sondern von Gott her und mit seiner Vollmacht zum Heil der Menschen handelt.
|
||
|
||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
||
.card-body
|
||
h5.card-title
|
||
| Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahnen wird: Getauft auf Jesu Tod
|
||
h6.card-subtitle.text-muted Schicksalsgemeinschaft mit Jesus
|
||
hr
|
||
ul.card-text
|
||
li
|
||
| Wie bereits erwähnt, ist der Hauptschlüssel zum Verständnis der vorliegenden Erzählung die Tauftheologie in Röm 6,
|
||
| besonders
|
||
span.bibelstelle Röm 6,3-4
|
||
br
|
||
q.bibeltext
|
||
| Wisst ihr denn nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, <i>auf seinen Tod getauft</i> worden sind?
|
||
br
|
||
| Wir wurden ja <i>mit ihm begraben</i> durch die Taufe auf den Tod,
|
||
br
|
||
| damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde,
|
||
br
|
||
| <i>in der Neuheit des Lebens wandeln</i>.
|
||
li
|
||
| Beide Aspekte – das Begrabenwerden und das Wandeln in der Neuheit des Lebens – werden mittels des Gelähmten bebildert:
|
||
br
|
||
| dieser wird „mit Christus begraben“, dieser steht auf zu einem neuen Leben.
|
||
li
|
||
| In der vorliegenden konzentrischen Gliederung sind allerdings vor allem die gegen die Sünde gerichteten Aussagen tragend,
|
||
| wie die Dämonenaustreibung in der Mitte der konzentrischen Gliederung in Verbindung mit der dominanten Thematik
|
||
| Sündenvergebung nahelegt.
|
||
br
|
||
| Die komplementären Aussagen in Röm 6, die sich auf das Leben in Gemeinschaft mit Gott beziehen,
|
||
| gehören – auch wenn der Akzent hier nicht darauf liegt – aber als zweite Seite derselben Medaille auch dazu,
|
||
| wie auch in der Mitte der konzentrischen Gliederung über die „Vollmacht der Lehre“ und den Titel „Heiliger Gottes“
|
||
| – als Anspielungen auf Röm 1,4 – die Auferstehung Jesu präsent ist.
|
||
li
|
||
| Damit werden hier vor allem folgende Sätze präsent:
|
||
ul.card-text
|
||
li
|
||
q.bibeltext
|
||
| Wir wissen doch: Unser alter Mensch wurde mitgekreuzigt, damit der von der Sünde beherrschte Leib vernichtet werde,
|
||
| sodass wir nicht mehr Sklaven der Sünde sind.
|
||
span.bibelstelle Röm 6,6
|
||
li
|
||
q.bibeltext
|
||
| Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde.
|
||
span.bibelstelle Röm 6,7
|
||
li
|
||
q.bibeltext
|
||
| ... der Tod hat keine Macht mehr über ihn [= Christus Jesus].
|
||
br
|
||
| Denn durch sein Sterben ist er ein für alle Mal gestorben für die Sünde,
|
||
| sein Leben aber lebt er für Gott.
|
||
br
|
||
| So begreift auch ihr euch als Menschen, die für die Sünde tot sind,
|
||
| aber für Gott leben in Christus Jesus.
|
||
span.bibelstelle Röm 6,9b-12
|
||
li
|
||
| Aus diesen Sätzen spricht eine Schicksalsgemeinschaft mit Jesus,
|
||
| die zur Sünde hin abgrenzt und – besonders in Röm 6,7 – eine Lossprechung von dem Verfallensen an die Sünde
|
||
| aufgrund des in der Taufe mit Christus gestorbenen Todes zuspricht.
|
||
li
|
||
| Diese von der Sünde trennende Schicksalsgemeinschaft mit Jesus steht im Hintergrund der Vollmacht zur Sündenvergebung durch Jesus.
|
||
li
|
||
| Durch diese Schicksalsgemeinschaft in der Taufe mit Jesus wird dieser für den Täufling zum Boten Gottes, der ihm vorausgeht,
|
||
| um ihm den Weg in ein von der Sünde befreites Leben zu eröffnen.
|
||
|
||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
||
.card-body
|
||
h5.card-title
|
||
q
|
||
| Damit ihr aber erkennt, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, auf der Erde Sünden zu vergeben:
|
||
br
|
||
| Steh auf, nimm deine Liege und geh nach Hause! – Er stand sofort auf, nahmn seine Liege und ging vor aller Augen weg.
|
||
hr
|
||
ul.card-text
|
||
li
|
||
| Auf der Ebene der Erzählung ist das Sich-Erheben und Weggehen des Gelähmten der Beleg für die Vollmacht des Menschensohnes zur Sündenvergebung.
|
||
li
|
||
| Das Aufstehen des Gelähmten ist aber von Röm 6 her mit der Schicksalsgemeinschaft mit Jesus zu verknüpfen,
|
||
| denn er wurde ja mit Christus „begraben durch die Taufe auf den Tod,
|
||
| damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde,
|
||
| in der Neuheit des Lebens wandeln.“ (Röm 6,4)
|
||
li
|
||
| Dazu gehört zunächst das „tot für die Sünde“, aber auch das „für Gott leben in Christus Jesus“ – jedenfalls eine sichtbare, dauerhafte
|
||
| Auswirkung auf das Leben;
|
||
br
|
||
| was hier wie ein punktuelles Ereignis scheint, ist eine auf Dauer angelegte Lebenswende.
|
||
li
|
||
| Beim Beleg für die Sündenvergebungsvollmacht Jesu bzw. der Gemeinde ist daher sicher daran gedacht,
|
||
| dass – vor allem nach Ostern – Menschen durch die Begegnung mit Jesus – vermittelt durch seine Jünger – tatsächlich
|
||
| begonnen haben, ein anderes, neues Leben zu führen;
|
||
br
|
||
| für sie war die Taufe wirklich eine Schwelle von einem alten in ein neues Leben,
|
||
| das das „tot für die Sünde – für Gott leben“ umsetzt.
|
||
li
|
||
| Hier kann auffallen, dass der Geheilte seine Liege mitnehmen soll.
|
||
ul.card-text
|
||
li Damit ist diese quasi aufgeräumt; schließlich kam sie ja auch mit dem Gelähmten durch die Decke ins Haus.
|
||
li
|
||
| Vielleicht steckt hinter diesem Erzählzug aber auch mehr,
|
||
| denn im Vergleich zu einer anderen Erzählungen fällt der Umgang mit der Bahre besonders auf:
|
||
br
|
||
| Vom blinden Bettler Bartimäus wird es später heißen, dass er seinen Mantel, der sich mit seiner Existenz als Bettler verbindet,
|
||
| wegwirft.
|
||
br
|
||
| Es wäre von daher ein durchaus analoger Vorgang, wenn der einst „Gelähmte“ seine Liege zurücklassen würde,
|
||
| die als Symbol für sein „Gelähmtersein“ verstanden werden könnte und deren Zurücklassen für das Starten in ein neues Leben
|
||
| stehen könnte.
|
||
li
|
||
| Doch die Liege kann – und soll wohl –
|
||
| auch als „Handwerkszeug“ betrachtet werden, mit dem nun der Geheilte selber „Gelähmte“ zu Jesus bringen kann.
|
||
li
|
||
| In gewisser Weise schließt sich damit der Kreis zu den Vieren, die den Gelähmten auf dieser Liege zu Jesus gebracht haben:
|
||
br
|
||
| Wie die Vier ihren Glauben durch tätige Liebe leben, soll dies nun auch der Geheilte tun.
|
||
|
||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
||
.card-body
|
||
h5.card-title
|
||
| Die vier Erstberufenen wirken mit, dass die Schwiegermutter des Petrus ausgerichtet wird zum Dienst
|
||
h6.card-subtitle.text-muted
|
||
| Die Berufung der ersten Jünger und die Heilung der Schwiegermutter des Petrus als gegenüberliegende Erzählungen in der konzentrischen Gliederung
|
||
hr
|
||
ul.card-text
|
||
li
|
||
| Die Ereignisse „im Haus“ am unteren Ende der konzentrischen Gliederung sind – wenigstens grob – sehr ähnlich zu dem,
|
||
| was bei der Heilung der Schwiegermutter des Petrus erzählt wird: eine daniederliegende Person wird aufgerichtet bzw. steht auf durch Jesu Wirken.
|
||
li
|
||
| Eine nicht unerhebliche Verbindung ist durch das Stichwort „Haus“ gegenben; es ist das zweite Mal im Evangelium, dass Jesus ein Haus betritt,
|
||
| und der Leser wird unmittelbar an das Betreten des Hauses des Petrus und Andreas erinnert.
|
||
li
|
||
| Gegenüberliegend zur Heilung der Schwiegermutter des Petrus liegt in der konzentrischen Gliederung die Berufung der ersten Jünger,
|
||
| vier an der Zahl;
|
||
br
|
||
| sie verbinden sich unmittelbar mit den Vieren, die den Gelähmten auf der Liege zu Jesus bringen:
|
||
br
|
||
| Bei der Heilung der Schwiegermutter des Petrus sind es – so legen es die Bezüge in der Konzentrik nahe – diese vier Erstberufenen,
|
||
| die Jesus zur fiebrigen Schiegermutter des Petrus führen.
|
||
li
|
||
| Von der Schwiegermutter des Petrus wird erzählt, dass sie nach der Aufrichtung durch Jesus diesem und seinen Begleitern dient.
|
||
br
|
||
| Dies verbindet sich einerseits damit, dass sich die vier Erstberufenen von Jesus in Dienst nehmen lassen – wobei
|
||
| sie diesen Dienst gerade auch gegenüber der Schwiegermutter des Petrus ausüben, indem sie Jesus zu ihr führen.
|
||
br
|
||
| Andererseits entspricht die Abfolge „Aufgerichtet → Dienst“ der Abfolge „Aufgerichtet → Weggehen und Liege mitnehmen”
|
||
| in der Erzählung von der Heilung des Gelähmten,
|
||
br
|
||
| wobei zu bedenken ist, dass das „Mitbegraben-Sein mit Christus“, das in der Erzählung von der Heilung des Gelähmten der tragende Gedanke ist,
|
||
| nach Röm 6,4 dazu geschieht, dass der so auf Christi Tod Getaufte „in der Neuheit des Lebens“ wandelt im Sinne des „tot für die Sünde – leben für Gott“,
|
||
| was sich gut mit dem Dienst der Schwiegermutter des Petrus an Jesus und seinen Begleitern nach deren Aufrichtung verbinden lässt:
|
||
br
|
||
| der oben formulierte Gedanke, dass der Geheilte seine Liege mitnimmt als „Handwerkszeug“, um fortan anderen zu helfen, wird verstärkt.
|
||
|
||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
||
.card-body
|
||
h5.card-title
|
||
| Das nahegekommene Gottesreich macht die Menschen „gesund“
|
||
h6.card-subtitle.text-muted
|
||
| Der Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu und die Massenheilungen als gegenüberliegende Erzählungen in der konzentrischen Gliederung
|
||
hr
|
||
ul.card-text
|
||
li
|
||
| Beide Erzählungen sind auch als Mitte und unteres Ende einer konzentrischen Gliederung verbunden;
|
||
| das dort Gesagte sei erinnert.
|
||
li
|
||
| Die Notiz der Auslieferung Johannes des Täufers – durchsichtig auf den Tod Jesu – verbindet sich mit dem Abend
|
||
| bzw. der untergehenden Sonne: es ist – wie in Mk 14,17 angegeben wird – Abend, als Jesus sich mit den Jüngern zum
|
||
| Mahl vor seinem Tod im vorbereiteten Raum einfindet; er thematisiert als erstes seine bevorstehende Auslieferung.
|
||
| Als Jesus am Kreuz hängt, bricht eine Finsternis über das ganze Land herein.
|
||
br
|
||
| Stimmig zum Gang Jesu ins Verderben (→ Mitte der konzentrischen Gliederung) und zur Taufe auf den Tod bzw. dem
|
||
| Mitgebraben-Sein mit Jesus (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung) wird also insbesondere der Akzent
|
||
| auf Jesu Tod als Ursache für das neue Heil in Christus gelegt.
|
||
li
|
||
| Jesu Tod hat, da ihn Gott mit der Auferweckung beantwortet hat, das Reich Gottes nahegebracht.
|
||
li
|
||
| Weil zum „Evangelium Gottes“ wesentlich gehört, dass durch Jesus Tod am Kreuz die Dämonen ins Verderben gestürzt sind,
|
||
| kann Jesus nun die Dämonen austreiben, insgesamt Menschen heilen.
|
||
li
|
||
| Die Menschen, die die Kranken zu Jesus bringen – wie die Vier am unteren Ende der konzentrischen Gliederung! –
|
||
| zeigen ihren Glauben, zu dem Jesus aufruft.
|
||
li
|
||
| Die Predigt der Umkehr beim Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu trägt insofern Frucht,
|
||
| als die Menschen sich ihrer Kranken annehmen und sie zu Jesus bringen;
|
||
br
|
||
| auch in den „Heilungen“ selbst steckt „Umkehr“, insofern die „Kranken“ aus der Hand der Sünde befreit werden
|
||
| zum „Wandeln in der Neuheit des Lebens“.
|
||
li
|
||
| Dass die Dämonen wissen, wer Jesus ist, spiegelt sich einerseits in der Mitte der konzentrischen Gliederung,
|
||
| wo dies auch der dortige Dämon weiß, andererseits beim Beginn des öffentlichen Wirkens im dort angespielten Schicksal Jesu,
|
||
| das das Ende der Dämonen bedeutet.
|
||
|
||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
||
.card-body
|
||
h5.card-title
|
||
| Von der Taufe/Auferstehung in die Wüste – Gebet als Hilfe zum Bestehen der Versuchung
|
||
h6.card-subtitle.text-muted
|
||
| Taufe und Wüstenaufenthalt Jesu einerseits, Rückzug Jesu und Neuaufbruch andererseits als gegenüberliegende Erzählungen in der konzentrischen Gliederung
|
||
hr
|
||
ul.card-text
|
||
li
|
||
| Da diesmal die konzentrische Mitte nicht einen „Halbschritt“ macht, indem sie zwei aufeinanderfolgende Erzählungen in die Mitte rückt,
|
||
| sondern eine ganze Erzählung weiter springt, muss anderweitig ausgeglichen werden.
|
||
br
|
||
| Auf der Suche nach zu verbindenen Erzählungen fällt ins Auge, dass in Mk 1,35-39 zunächst die Auferstehung Jesu präsent gemacht wird,
|
||
| dann aber der Leser mit Jesus und den ihm folgenden Jüngern in die Wüste gehen muss, von wo aus ein Neuaufbruch stattfindet;
|
||
br
|
||
| das lässt sich mit der Abfolge Taufe Jesu (→ Auferstehung) – Wüstenaufenthalt/Versuchung Jesu verbinden;
|
||
| beide Erzählungen haben auch schon gemeinsam die Mitte einer konzentrischen Gliederung gebildet.
|
||
br
|
||
| So müssen diese beiden Erzählunge wieder zusammengezogen werden und bilden gemeinsam das Gegenüber zu Rückzug und Neuaufbruch.
|
||
li
|
||
| Hier wie dort wird der Blick des Lesers umgebogen von der Auferstehung bzw. der himmlischen Herrlichkeit Jesu zur Sendung Jesu „in die Wüste“,
|
||
| die Jesus auch durch den Neuaufbruch in Mk 1,39 nicht eigentlich verlässt, weil „Wüste“ im Sinne von „Gottferne“ zu verstehen ist;
|
||
br
|
||
| mitten in dieser „Wüste der Gottferne“ erschafft Jesus durch Tod und Auferstehung die „Insel des Lebens“,
|
||
| dazu geht er in die „umliegenden Dörfer“, schließlich durch „ganz Galiäa“.
|
||
li
|
||
| Während in Mk 1,12-13 Jesus allein in die Wüste geht, folgen ihm in Mk 1,35-39 die Jünger in die „Wüste“:
|
||
| auch sie sind dort hineingesandt.
|
||
br
|
||
| Das untere Ende der konzentrischen Gliederung lässt sie diesbezüglich in Aktion treten
|
||
| (wie auch im Gegenüber von Jüngerberufung und Heilung der Schwiegermutter des Petrus).
|
||
li
|
||
| Die Versuchung Jesu durch Satan wird im Gegenüber und in der Mitte der konzentrischen Gliederung auch insofern aufgegriffen,
|
||
| als Jesus die Dämonen austreibt: damit ist nicht nur das Bestehen der Versuchung durch Jesus angedeutet,
|
||
| sondern auch sein Sieg über Satan, dessen Stürzen ins Verderben die Mitte aussagt.
|
||
li
|
||
| Es verbinden sich auch Versuchung und Gebet: das Gebet ist gerade in der „Wüste“ bzw. in der Versuchung eine Brücke zu Gott
|
||
| und hilft, Wüstenzeiten und Versuchungen zu bestehen; Markus wird darauf noch prominent zurückkommen.
|
||
|
||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
||
.card-body
|
||
h5.card-title
|
||
| Die Taufe des Sinneswandels zur Vergebung der Sünden und der Wille Jesu, mit dem „Aussätzigen“ den „Austausch“ zu vollziehen
|
||
h6.card-subtitle.text-muted
|
||
| Das Auftreten Johannes des Täufers und der „Austausch“ Jesu mit dem „Aussätzigen“ als gegenüberliegende Erzählungen in der konzentrischen Gliederung
|
||
hr
|
||
ul.card-text
|
||
li
|
||
| Johannes verkündet den Stärkeren, der mit dem Heiligen Geist taufen wird;
|
||
br
|
||
| dieser – Jesus – kann den „Aussätzigen“ heilen, was als absolut außergewöhnlich gelten muss.
|
||
li
|
||
| Johannes der Täufer geht wechselnd Beziehungen zum „Aussätzigen“ und zu Jesus ein:
|
||
ul.card-text
|
||
li
|
||
| Johannes bezeichnet sich selbst gegenüber dem kommenden Stärkeren – Jesus – als ein „Nichts“;
|
||
br
|
||
| das verbindet ihn zunächst mit dem „Aussätzigen“, der ein „Letzter“ in der Gesellschaft ist.
|
||
li
|
||
| Durch die Heilung des „Aussätzigen“ – bei der Jesus den „Aussatz“ des „Aussätzigen“ auf sich nimmt (→ „er hat unsere Krankheit getragen“!) –
|
||
| wird Jesus selber zu einem „Letzten“ –
|
||
| und ist diesbezüglich nun statt dem „Aussätzigen“ mit Johannes dem Täufer verbunden.
|
||
li
|
||
| Johannes der Täufer verkündet die „Taufe des Sinneswandels zur Vergebung der Sünden“,
|
||
br
|
||
| gegenüberliegend wird vom „Austausch“ Jesu mit dem „Aussätzigen“ im Tod am Kreuz – gleichsam der „Taufe“ Jesu – erzählt,
|
||
br
|
||
| womit Jesus eben jene „Taufe des Sinneswandels zur Vergebung der Sünden“ als „Taufe auf den Tod Jesu“ ermöglicht,
|
||
br
|
||
| die die vielen, die zu Johannes strömen und sich taufen lassen, – etwas anachronistisch – empfangen:
|
||
br
|
||
q.bibeltext
|
||
| Mein Knecht, der gerechte, macht die Vielen gerecht; er lädt ihre Schuld auf sich.
|
||
span.bibelstelle Jes 53,11b
|
||
ul.card-text
|
||
li
|
||
| Diese <i>„Taufe zur Vergebung der Sünden“</i> ist der Ort der neuen, in Christus geschenkten „Reinheit“.
|
||
li
|
||
| Diese <i>„Taufe des Sinneswandels“</i>
|
||
| <i>muss</i> sich auswirken in einem geänderten Verhalten,
|
||
| das an Jesu Handeln Maß nimmt:
|
||
br
|
||
| sich zu den Niedrigen erniedrigen, „Letzter“ werden durch den Dienst an den „Letzten“,
|
||
br
|
||
| so gewillt sein, wie Jesus selbst gewillt ist!
|
||
br
|
||
| Bebildert kann man dies gerade um unteren Ende der konzentrischen Gliederung sehen,
|
||
| wo die Vier sich eines „Gelähmten“ – was ebenso schillern kann wie „Aussätziger“ – annehmen.
|
||
li
|
||
| Johannes und Jesus gemein ist nicht nur der Aufenthalt in der Wüste, sondern auch, dass die Scharen kommen.
|
||
li
|
||
| Mit dem vom „Aussatz“ Geheilten verbindet Johannes die Verkündigungstätigkeit:
|
||
br
|
||
| beide weisen auf Jesus hin.
|
||
|
||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
||
.card-body
|
||
h5.card-title
|
||
| Anfang des Evangeliums
|
||
hr
|
||
ul.card-text
|
||
li
|
||
| Mit Jesu Tod – als Voraussetzung des „Begrabenseins“ – (und Auferstehung) sind Grund und Ursprung des Evangeliums in der Erzählung präsent.
|
||
li
|
||
| Jesu Tod und Auferstehung als „Anfang/Grund/Ursprung des Evangeliums“ wirken sich im Handeln der Vier bzw. im
|
||
| Aufstehen des Gelähmten aus und finden insofern eine inhaltiche wie zeitliche „Fortsetzung“.
|
||
li
|
||
| Dem „Gelähmten“ wird durch die Schicksalsgemeinschaft mit Christus ein neuer Anfang geschenkt.
|
||
|
||
.card.slide.border-warning
|
||
.card-body
|
||
h5.card-title
|
||
| Nochmal: Das Gegenüber „Jesus“ ↔ Schrift(gelehrte)
|
||
h6.card-text
|
||
| Ein kurzer Blick auf grundlegende theologische Streitigkeiten im frühen Christentum
|
||
hr
|
||
ul.card-text
|
||
li
|
||
| Wie bereits deutlich geworden ist, geht es in der Erzählung von der Heilung des Gelähmten nicht um einen
|
||
| Sündenvergebungsanspruch des irdischen Jesus, sondern um die Aussage, dass durch Jesu Tod und Auferstehung „Sündenvergebung“
|
||
| möglich ist, die in der Taufe geschieht, aufgrund des Glaubens – ohne dass das jüdische Gesetz dabei eine Rolle spielt
|
||
li
|
||
| Damit ist nicht aus-, sondern vielmehr eingeschlossen, dass der irdische Jesus sich tatsächlich Randgestalten der
|
||
| Gesellschaft zugewandt hat, dass er Menschen Gottes befreiende und aufrichtende Nähe hat erspüren lassen;
|
||
br
|
||
| doch das, worum es hier geht, ist erst nachösterlich verhandelbar:
|
||
br
|
||
| Es geht um eine Deutung von Jesu Tod!
|
||
li
|
||
| „Sündenvergebung“ ist hier im Sinne der Ermöglichung einer Lebenswende zu verstehen,
|
||
| für die es die „Kraft ..., lebendig zu machen“ (Gal 3,21) braucht:
|
||
br
|
||
| diese Kraft wird dem jüdischen Gesetz abgesprochen,
|
||
| Jesus aber – bzw. dem Glauben an ihn – zugesprochen.
|
||
li
|
||
| Mithin wird der markinische „Jesus“ hier durchsichtig auf den Paulus des Galater- und Römerbriefes, der in diesen
|
||
| Briefen genau das als <i>seine</i> „Rechtfertigungslehre“ verkündet.
|
||
li
|
||
| Grundlegend ist die Frage, wie Jesu Tod zu deuten ist;
|
||
br
|
||
| und da gab es im frühen Christentum (mindestens) zwei unterschiedliche Positionen, die sich auch mit
|
||
| literarischen Werken verbinden lassen;
|
||
br
|
||
| auf der einen Seite stehen die Briefe des Paulus und das Evangelium nach Markus, auf der anderen die
|
||
| <i>„Logienquelle“</i>:
|
||
ul.card-text
|
||
li
|
||
| Dieses Werk selbst ist uns nicht erhalten, aber durch Rückschlüsse aus dem Matthäus- und dem Lukasevangelium greifbar.
|
||
li
|
||
| Beide haben – so sagt es die „Zweiquellen-Theorie“ aus – für ihre Werke das Markus-Evangelium benutzt,
|
||
| dazu diese Logienquelle und jeweils eigenes Sondergut.
|
||
li
|
||
| Die Postulierung dieser – neben dem Markus-Evangelium – <i>zweiten</i> (schriftlichen) Quelle erfolgte aus dem Grund,
|
||
| dass Matthäus und Lukas über das Markus-Evangelium hinaus bei einigen Erzählungen wörtliche Übereinstimmungen aufweisen,
|
||
| die auf eine gemeinsame schriftliche Quelle hinweisen.
|
||
li
|
||
| Die Logienquelle ist Gegenstand intensiver Forschung, und so hat man auch versucht, aus deren
|
||
| erschließbarem Inhalt ein theologisches Profil zu erstellen.
|
||
li
|
||
| Dieses lässt sich der paulinisch-markinischen Überlieferung gegenüberstellen – vielleicht
|
||
| zeigt sich in der Logienquelle auch das „andere Evangelium“, von dem Paulus in Gal 1,6-7 schreibt
|
||
| und von dem er sich deutlich absetzt.
|
||
|
||
table.table.table-sm
|
||
thead
|
||
tr
|
||
th.card-text(style="width: 50%;")
|
||
| Paulinische Schriften
|
||
span.small (50 bis 56 n. Chr. verfasst)
|
||
br
|
||
| Evangelium nach Markus
|
||
span.small (kurz nach 70 n. Chr. verfasst)
|
||
th.card-text
|
||
| „Logienquelle“ (Spruchquelle) („Q“)
|
||
span.small (in mehreren Schüben bis kurz vor 70 n. Chr. entstanden)
|
||
tbody
|
||
tr
|
||
td.card-text
|
||
i Jesus als Retter und Messias durch seinen Tod am Kreuz
|
||
td.card-text
|
||
i Jesus als Gottes allerletzter Prophet vor dem nahen Ende der Welt
|
||
tr
|
||
td.card-text
|
||
| Erzählt vom Wirken Johannes des Täufers bzw. der Taufe Jesu bis hin zur Auferstehung.
|
||
td.card-text
|
||
| Erzählt von der Gerichtspredigt Johannes des Täufers über das Wirken Jesu bis hin zu dessen Ankündigung des Weltgerichts.
|
||
tr
|
||
td.card-text
|
||
| Jesus ist Messias durch seinen Tod Kreuz, den er als „Lösegeld für viele“ stirbt:
|
||
br
|
||
| Er vollzieht in seinem Tod am Kreuz mit den Ausgestoßenen – den Sündern, den Toten, den Heiden – einen „Austauch“;
|
||
br
|
||
| er macht sich zum „Letzten der Letzten“ und wird gerade dadurch zum „Ersten von allen“.
|
||
td.card-text
|
||
| Jesus ist prophetischer Weisheitslehrer, der als Richter wiederkommen wird: deswegen soll man sich an <i>seiner</i> Ethik orientieren.
|
||
br
|
||
| Passion und Auferstehung Jesu fehlen; dem Tod Jesu wird keine besondere Bedeutung beigemessen, vor allem keine Heilsbedeutung!
|
||
br
|
||
| Jesus hat vielmehr – wie schon Johannes der Täufer – das Schicksal der Propheten und Gerechten getroffen
|
||
| (→ Altes Testament).
|
||
tr
|
||
td.card-text
|
||
| In Jesu Tod (und Auferstehung) schließt Gott einen (neuen) Bund mit den Menschen (→ „Blut des Bundes“ in der Erzählung vom Letzten Abendmahl).
|
||
td.card-text
|
||
| Ein gibt keinen neuen Bundesschluss; die Regeln des mosaischen Bundes gelten – in einer durch Jesus verschärften Fassung – weiter.
|
||
tr
|
||
td.card-text
|
||
| Zur Taufe gehört die Vergebung der Sünden im Sinne einer echten Lebenswende: eines echten Befreitwerdens aus dem Verfallensein an die Sünde
|
||
| (→ Adam-Christus-Parallele) – erst dadurch ist der „Wandel in der Neuheit des Lebens“ möglich.
|
||
td.card-text
|
||
| Das Verfallensein an die Sünde wird nicht geteilt, eine dementsprechende Tauftheologie gibt es nicht.
|
||
br
|
||
| Die Taufe dürfte zwar als Verpflichtung zur Lebenswende, aber nicht als Ermöglichung dazu (→ „Dämonenaustreibung“) verstanden worden sein.
|
||
tr
|
||
td.card-text
|
||
| Die Rechtfertigung durch Gott geschieht allein aus Glauben an Jesus – weil das (jüdische) Gesetz angesichts
|
||
| des Verfallenseins des Menschen an die Sünde nur das Todesurteil sprechen konnte (→ Gal 3,10: „Fluch des Gesetzes“);
|
||
br
|
||
| ihm fehlt die „Kraft ..., lebendig zu machen“ (Gal 3,21) – es ist daher als „Weg zum Heil“ unbrauchbar.
|
||
br
|
||
| Eine Verpflichtung auf das jüdische Gesetz ist daher nicht nötig, die Beschneidungspflicht entfällt,
|
||
| ebenso die jüdischen Reinheits- und Speisevorschriften, die auch eine Trennung zwischen Juden und Heiden markierten.
|
||
td.card-text
|
||
| Durch ein Leben nach dem jüdischen Gesetz (in der von Jesus verschärften Fassung) – einschließlich der Speise- und Reinheitsvorschriften –
|
||
| hält der Mensch den Bund mit Gott.
|
||
br
|
||
| Daher gehört zum Übertritt zum Christentum eine Verpflichtung auf das jüdische Gesetz inklusive der Beschneidung
|
||
| (→ man muss Jude werden, um Christ werden zu können).
|
||
tr
|
||
td.card-text
|
||
| Die Trennung zwischen Juden und Heiden wird durch die Taufe überwunden; es entsteht eine neue Religionsgemeinschaft
|
||
| aus Juden und ehemaligen Heiden.
|
||
td.card-text
|
||
| Die Trennung zwischen Juden und Heiden wird überwunden, indem die Heiden zu (sich zu Christus bekennenden) Juden werden.
|
||
tr
|
||
td.card-text
|
||
| Jesus ist – von Paulus deutlich hervorgehoben, bei Markus klar präsent – nach dem jüdischen Gesetz (Dtn 21,23!) ein von Gott Verfluchter;
|
||
| dies hat im Sinne des „Austauches“ Heilsbedeutung: Jesus hat den „Fluch des Gesetzes“ (→ Gal 3,10) stellvertretend
|
||
| für alle Sünder getragen.
|
||
br
|
||
| Durch Jesu stellvertretenden Tod und seine Auferstehung ist offenbar, dass sich das Gesetz nicht als „Weg zum Heil“ erwiesen hat,
|
||
| sondern den Fluch im Sinne des Todesurteils für alle Menschen gebracht hat, von dem Jesus freigekauft hat.
|
||
br
|
||
| Das Mitsterben mit Christus in der Taufe bedeutet, das Todesurteil des Gesetzes anzunehmen und an sich vollstrecken zu lassen,
|
||
| das neue Leben in Christus ist demgemäß ein Leben jenseits des Gesetzes, wie Paulus sich in
|
||
span.bibelstelle Gal 2,19
|
||
| pointiert ausdrückt:
|
||
br
|
||
q.bibeltext Ich bin durch das Gesetz dem Gesetz gestorben.
|
||
br
|
||
| Die ethischen Vorschriften können aber weiterhin als Leitplanken verstanden werden, ihre Befolgung ist aber nicht Grund der Rechtfertigung.
|
||
td.card-text
|
||
| Zwischen Jesus und dem jüdischen Gesetz wird – trotz der Kreuzigung – keine größere Spannung wahrgenommen,
|
||
| vielmehr wird Jesus eher als grundsätzlich gesetzestreuer Jude verstanden; vgl.
|
||
span.bibelstelle Mt 5,18
|
||
br
|
||
q.bibeltext
|
||
| Amen, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird kein Jota und kein Häkchen des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist.
|
||
|
||
ul.card-text.mt-3
|
||
li
|
||
| Während des Evangelium nach Markus klar von der paulinischen Rechtfertigungslehre geprägt ist,
|
||
br
|
||
| tritt diese im Matthäus- und Lukas-Evangelium aufgrund der Einarbeitung der Logienquelle in den Hintergrund.
|
||
li
|
||
| Im Gegensatz zu Markus bieten Matthäus und Lukas keine ausdrückliche soteriologische Deutung des Todes Jesu,
|
||
| sind aber offen für die markinisch-paulinische Sicht.
|
||
li
|
||
| Der oben zitierte Satz aus dem Matthäus-Evangelium (Mt 5,18) wird durch die – wohl auf Matthäus zurückgehende – Ergänzung
|
||
| entschärft: „... bevor nicht alles geschehen ist“ – das könnte sich auch auf Jesu Tod beziehen.
|
||
li
|
||
| Im Lukas-Evangelium fällt auf, dass dessen Autor eine grundsätlich positive Sicht auf den Menschen hat, schon vor Jesu Tod und Auferstehung;
|
||
br
|
||
| das Widerspricht der Heilsnotwendigkeit des Todes Jesu.
|
||
li
|
||
| Bei Matthäus wie Lukas ist zu bemerken, dass sie die Erzählungen aus dem Markus-Evangelium eher einfach übernehmen
|
||
| und ihren eigentlichen theologischen Gehalt verkennen.
|
||
br
|
||
| Damit werden die theologisch aufgeladenen Erzählungen des Markus entleert und in gewisser Weise „historisiert“:
|
||
br
|
||
| es wird erzählt, was Jesus während seines irdischen Wirkens „tolles“ gesagt und getan hat, ehe er am Kreuz gestorben ist.
|
||
br
|
||
| Dies blieb nicht ohne Folgen für das Verständnis der Erzählungen der Evangelien bis auf den heutigen Tag.
|
||
|
||
|
||
|
||
//-
|
||
Zur Identität der christlichen Gemeinde gehört daher: Sündenvergebung geschieht nicht
|
||
(mehr) im Tempel (der zur Zeit des Markus schon zerstört ist), sondern von Jesus her!
|
||
In der Erzählung spielen die vier Männer, die den Gelähmten tragen, eine besondere
|
||
Rolle. Die vier konnten den Gelähmten zwar nicht selbst heilen, aber sie konnten ihm
|
||
durch ihr Handeln den Kontakt mit Jesus ermöglichen und ihm so zu einem neuen Le-
|
||
ben verhelfen.
|
||
18Sie tun alles, um den Gelähmten zu Jesus zu bringen. Man muss sich ihr Handeln wirk-
|
||
lich mal mit allem, was dazugehört, vor Augen stellen, um ihren Einsatz zu begreifen.
|
||
Wie sich noch zeigen wird, setzten die vier – quasi in ‚vorauseilendem Gehorsam‘ – von
|
||
sich aus etwas um, was Jesus später über ‚Nachfolge‘ lehren wird: Mit ihrem unbeirrbaren,
|
||
von Glauben erfüllten Einsatz machen sie sich zum Diener einer Existenz am Rande der Gesell-
|
||
schaft und rücken sie in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit; sie helfen dem, der sich nicht selbst
|
||
helfen kann. Nicht nur die Episode zuvor (→ 1,40-45), sondern auch der weitere Verlauf der
|
||
zweiten „Woche“ zeigen, wie verwandt dieses Handeln dem Handeln Jesu ist. Zur Identi-
|
||
tät der Gemeinde soll dieses Verhalten ganz wesentlich gehören.
|
||
Auffällig ist, dass das Dach des Hauses ‚doppelt‘ geöffnet wird.
|
||
Bei dieser Erzählung wird immer wieder die Verbindung zwischen Krankheit und Sünde proble-
|
||
matisiert. Wenn Sündenvergebung und Heilung zusammenhängen, dann liegt doch auch ein Zu-
|
||
sammenhang von Sünde und Krankheit äußerst nahe. Ein Ausweg ist, die Lähmung – ähnlich wie
|
||
auch spätere Heilungen Blinder, Tauber, Stummer – symbolisch zu verstehen: Schuld kann läh-
|
||
men und ausgrenzen; wo aber Schuld vergehen ist, da komme ich wieder auf die Beine und erlan-
|
||
ge neue Bewegungsfreiheit.
|
||
|
||
|
||
//-
|
||
Erklärt sich hier nicht auch die etwas eigenwillige Sache, dass Jesus zum Gelähmten zunächst sagt: „Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben.“ – denn in der Taufe geht es ja (u. a.) um Sündenvergebung.
|
||
|
||
Schließlich folgt doch noch das erwartete: „Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geht nach Hause!“ – Und der Mann steht sofort auf und geht tatsächlich mit seiner Bahre weg!
|
||
|
||
Ist das ist (neben anderem, s. u.) das, was Röm 6,4b aussagt: „und wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, so sollen auch wir in der Neuheit des Lebens wandeln.“ Und Röm 6,13 wird auch lebendig: Ihr seid – vermittelt durch die Taufe – quasi „Menschen, die vom Tod zum Leben gekommen sind.“
|
||
|
||
Blicken wir nun auf das Handeln der vier Männer. Muss hier nicht auffallen, dass ihr Handeln doch sehr ähnlich geschildert wird wie das Handeln Gottes bei der ‚Taufe‘ Jesu?:
|
||
|
||
Zur Auferweckung seines Sohnes reißt Gott den Himmel auf und lässt den Geist herab, in Jesus hinein.
|
||
Zur Heilung („Rettung“!) des Gelähmten buddeln die Vier das Dach auf und lassen den Gelähmten zu Jesus hinab.
|
||
|
||
Setzen sie damit nicht auch Röm 6,4b um: „und wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, so sollen auch wir in der Neuheit des Lebens wandeln.“ (– Als inhaltliche Entfaltung dessen, was das „Wandeln in der Neuheit des Lebens“ effektiv bedeutet –) Denn dieser Imperativ „so sollen auch wir …“ wird später näher spezifiziert: „Stellt eure Glieder“ – sind das nicht vier? – „… Gott zur Verfügung als Menschen, die vom Tod zum Leben gekommen sind, und stellt [euch] … in den Dienst Gottes!“ (Röm 6,13)
|
||
|
||
Was aber Gott will, das wird im Evangelium insgesamt überdeutlich, so auch hier im Kontext: Dienst am Menschen, gerade an den Armen und Bedrängten, an den ‚Kranken‘ (wörtlich und übertragen)!
|
||
Und ist das nicht aus der Perspektive dessen, dem da geholfen wird, ein aufrichtender Dienst?
|
||
|
||
Dann aber lässt sich Röm 6,4b griffig so verstehen: Wie Gott Christus in der Auferweckung aufgerichtet hat, so sollen auch wir unsere Mitmenschen aufrichten bzw. dabei mithelfen. – Genau das machen die vier: Sie vollziehen an einem Mitmenschen – der als Gelähmter bzw. als Sünder am Rande der Gesellschaft lebt – nach, was Gott in der Auferweckung Christi getan hat.
|
||
|
||
Damit können wir sagen: Die Aufrichtung Jesu in der Auferstehung zielt von Gott her darauf ab, dass der Mensch – in einem ganz vielschichtigen Sinne – aufgerichtet wird, und wir uns – als solche, die an der Auferstehung Jesu durch die Taufe Anteil haben – an diesem Dienst beteiligen!
|
||
|
||
Was die Erzählung von der Heilung des Auferstandenen anbelangt, werden wir uns damit anfreunden müssen, dass hinter ihr nicht die Erinnerung an ein wundersam-wunderbares Ereignis zu der Zeit steht, als Jesus vor Tod und Auferstehung auf der Erde lebte. Vielmehr ist Röm 6 hier ‚Erzähltradition bildend‘ wirksam geworden: was Taufe (nach Röm 6) bedeutet, ist hier in einer Erzählung ‚bebildert‘.
|
||
|
||
Diesen Gedanken muss man vielleicht erst einmal verdauen. Man kann das aber auch als genialen Geniestreich des Evangelisten verstehen. (Und es gibt noch mehr im Evangelium, aber das ist eine andere Geschichte …)
|
||
|
||
Die „Wahrheit“ der Erzählung von der Heilung des Gelähmten liegt also in dem, wovon Röm 6 handelt: in Tod und Auferstehung Jesu einerseits, sowie – darauf aufbauend – in der neuen Wirklichkeit, die in der Taufe geschaffen ist; will weißen: darin, dass die Getauften dem sich nach Röm 6 mit der Taufe verbindenden Imperativ folgen: „Steh auf!“ – „Richte auf!“
|
||
|
||
|
||
|
||
Anzumerken ist, dass das „Geh nach Hause!“ auch symbolisch gemeint ist und nicht das ‚eigene Haus‘ auf Erden meint, vielmehr – auch wenn ich die genauere Begründung hier schuldig bleiben muss – ‚den Himmel, das Reich Gottes‘ meint, analog – wie könnte es anders sein – zu Röm 6: „Wenn wir nämlich Christus gleich geworden sind in seinem Tod, dann werden wir mit ihm auch in seiner Auferstehung vereinigt sein.“ – ein Blick in die Zukunft; davor liegt der Weg der Nachfolge: „der Weg nach Hause“.
|
||
|
||
Wenn nun hinter der Wahrheit der Heilung des Gelähmten Röm 6 steht, dann können wir auch verstehen, wieso das Sich-Erheben des Gelähmten Beleg dafür sein soll, „dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben.“ (Mk 2,10): Gedacht ist daran, dass – vor allem dann nach Ostern – Menschen tatsächlich in dem Sinne ‚auf-er-standen‘ sind, dass sie ein anderes, neues Leben führen: Menschen, für die die Taufe tatsächlich die Schwelle in ein neues Leben war: ein Leben im Dienst Gottes, der in Christus Jesus gekommen ist, den Menschen aufzurichten.
|
||
//-
|
||
.card.mb-1.konzentr-7
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title
|
||
| Inhaltsangabe/Überschrift
|
||
br
|
||
| Himmlischer Sendungsbeschluss
|
||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,1-3
|
||
|
||
.card.mb-1.konzentr-6
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title Johannes in der Wüste: Seine Taufe und seine Ankündigung des Kommenden
|
||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,4-7
|
||
|
||
.card.mb-3.konzentr-5
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title Die Taufe Jesu: Tod und Auferstehung Jesu als Wendepunkt der Heilsgeschichte
|
||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,9-11
|
||
|
||
.card.mb-3.konzentr-4
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title Die Versuchung Jesu
|
||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,12-13
|
||
|
||
.card.mb-3.konzentr-3
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title Johannes tritt ab, Jesus tritt auf: Eröffnungsruf des Wirkens Jesu: Das Reich Gottes ist zum Greifen nahe!
|
||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,14-15
|
||
|
||
.card.mb-3.konzentr-2
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title Die Berufung der ersten Jünger
|
||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,16-20
|
||
|
||
.card.mb-3.konzentr-1
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title Die neue Lehre in der Synagoge: Jesus gekommen, um Satan/die Dämonen ins Verderben zu stürzen
|
||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-1 Mk 1,21-28
|
||
p.card-text
|
||
| Zum Verderben der Dämonen geht Jesus selbst ins Verderben.
|
||
|
||
.card.mb-3.konzentr-2
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title Die Heilung der Schwiegermutter des Petrus, die (daraufhin!) Jesus dient
|
||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,29-31
|
||
|
||
.card.mb-3.konzentr-3
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title Die ganze Stadt vor der Tür; Jesus heilt und treibt Dämonen aus
|
||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,32-34
|
||
|
||
.card.mb-3.konzentr-4
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title Rückzug und erneuter Aufbruch
|
||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-1 Mk 1,35-39
|
||
p.card-text
|
||
| Versuchung – Gebet!
|
||
|
||
.card.mb-3.konzentr-5
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title Die Heilung des Aussätzigen
|
||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,40-45
|
||
|
||
.card.mb-3.konzentr-6
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title Jesus verkündet das Wort; die Massen kommen
|
||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 2,1-2
|
||
|
||
.card.mb-3.konzentr-7
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title Jesus heilt den Gelähmten (Mitbegraben mit Christus)
|
||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-3 Mk 2,3-12
|
||
p.card-text
|
||
| Ins <q>Verderben</q> (des alten Lebens) muss auch jeder gehen, der am neuen Leben in Christus Anteil haben will.
|
||
|
||
|
||
|
||
|
||
|
||
hr
|
||
|
||
|
||
p
|
||
| Diese Gliederung setzt voraus, dass man die vorausgehende Gliederung – die eine (allerdings grundsätzlich mögliche) Aufteilung
|
||
| der Episode „Die neue Lehre in der Synagoge“ voraussetzt – akzeptiert; andernfalls würde die unschöne Situation entstehen,
|
||
| dass „Die Heilung des Aussätzigen“ (Stichwort Wüste!) nicht mit der Verkündigung Johannes des Täufers in der Wüste
|
||
| verbunden werden kann; dabei wird doch in den Worten des Johannes die Taufe der Gläubigen, die die Taufe Jesu zur Grundlage hat,
|
||
| inhaltlich gedeutet – und dies steht doch auch hier Thema.
|
||
|
||
p
|
||
| Im Fahrwasser der nachfolgenden Gliederung ist auch folgende Variante denkbar, bei der die vorherige Gliederung entfällt
|
||
| und „Die Heilung des Aussätzigen“ gleichzeitig mit dem Wirken Johannes des Täufers und mit der Taufe Jesu verbunden wird.
|
||
|
||
p.mb-0
|
||
| Dabei fällt auf:
|
||
ul
|
||
li
|
||
| Die Erzählung „Die Heilung des Aussätzigen“ hat zwei Schwerpunkte: a) die Heilung selbst und dann b)
|
||
| die Verkündigung durch den Geheilten, die Jesus in die Einsamkeit („Wüste“) verbannt, wobei dennoch die Scharen zu Jesus kommen.
|
||
br
|
||
| Dies aber ist verwandt mit den Elementen in den Erzählungen „Johannes in der Wüste“ und „Taufe Jesu”:
|
||
| Die Heilung kann als „Auswirkung“ von Tod und Auferstehung Jesu betrachtet werden,
|
||
| die Predigttätigkeit des Geheilten mit dem damit verbundenen „Wüstenaufenthalt“ Jesu mit der Taufpredigt des Johannes in der Wüste,
|
||
| wobei dieser von Scharen aufgesucht wird.
|
||
li
|
||
| Die Erzählungen „Johannes in der Wüste“ und „Taufe Jesu” sind durch die einleitende Wendung „(kai) egeneto“ verbunden:
|
||
br
|
||
i „egeneto“ Johannes der Täufer – „kai(!) egeneto“ Taufe Jesu,
|
||
br
|
||
| wobei dieses „kai“ als formale Verbindung der beiden Erzählungen betrachtet werden kann.
|
||
br
|
||
| Insofern die „Taufe zur Vergebung der Sünden“, von der Johannes bei Markus spricht, wohl auf die Taufe Jesu (= Tod und Auferstehung)
|
||
| zu beziehen ist, legt die eine Erzählung die andere aus – beide Erzählungen können auch inhaltlich als Einheit verstanden werden.
|
||
li
|
||
| Es ergibt sich eine chiastische Gegenüberstellung, die der Konzentik (um die „Neue Lehre in der Synagoge“) entspricht:
|
||
ul
|
||
li a) Johannes in der Wüste, Taufpredigt – Taufe Jesu
|
||
li b) Neue Lehre in der Synagoge
|
||
li a') Heilung des Aussätzigen – Jesus in der Einsamkeit aufgrund der Predigt des Geheilten
|
||
li
|
||
| Die Erzählung von der Heilung des Gelähmten ist – nimmt man wie in dieser Gliederungsvariante vorgesehen die Einleitung mit dazu –
|
||
| chiastisch mit der Heilung des Aussätzigen aufgebaut:
|
||
ul
|
||
li Heilung des Aussätzigen – Predigt des Geheilten; die Scharen kommen zu Jesus
|
||
li Predigt Jesu; die Scharen kommen – Heilung des Gelähmten
|
||
| Gerade dies aber lässt die Heilung des Gelähmten und die einleitenden Worte (zumindest zunächst) als Einheit begreifen.
|
||
li
|
||
| Die nachfolgenden Erzählungen folgenden dem gleichen Schema:
|
||
ul
|
||
li
|
||
| Jesus predigt am Wasser, die Scharen kommen – Berufung des Levi
|
||
br
|
||
.small (Statt einer Heilung hier eine Berufung - die aber der Heilung des Gelähmten gleich kommt!)
|
||
li
|
||
| Jesus im Haus mit Scharen von Zöllnern und Sündern – Streitgespräch mit den Pharisäern
|
||
br
|
||
.small (Hier entfällt im ersten Teil die Lehre; dafür passt das Streitgespräch gut zu jenem in der Heilung des Gelähmten!)
|
||
| Auch diese Erzählungen wird man daher jeweils (zunächst) als Einheit begreifen sollen und nicht (gleich) als zwei Erzählungen,
|
||
| was vor allem beim Mahl mit den Zöllnern und Sündern und dem folgenden Streitgespräch offensichtlich ist.
|
||
br
|
||
| Zu beachten ist auch, dass das, was Johannes über die Bedeutung der Taufe sagt – nämlich die Sündenvergebung –,
|
||
| hier jeweils – eben als Auslegung der Teilhabe an der „Taufe“ Jesu – auf den zweiten Teil der jeweiligen Erzählung appliziert werden muss,
|
||
| während das Motiv der „Vielen“ stehts im ersten Teil zu finden ist;
|
||
| auch das unterstreicht die Einheit.
|
||
|
||
.card.mb-3.konzentr-6
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title
|
||
| Inhaltsangabe/Überschrift
|
||
br
|
||
| Himmlischer Sendungsbeschluss
|
||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,1-3
|
||
|
||
.card.mb-3.konzentr-5
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title
|
||
| Johannes in der Wüste: Die Verkündigung der Taufe zur Vergebung der Sünden und die Ankündigung des kommenden Stärkeren
|
||
br
|
||
| Die Taufe Jesu: Tod und Auferstehung Jesu als Wendepunkt der Heilsgeschichte
|
||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,4-7.9-11
|
||
|
||
.card.mb-3.konzentr-4
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title Die Versuchung Jesu
|
||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,12-13
|
||
|
||
.card.mb-3.konzentr-3
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title Johannes tritt ab, Jesus tritt auf: Eröffnungsruf des Wirkens Jesu: Das Reich Gottes ist zum Greifen nahe!
|
||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,14-15
|
||
|
||
.card.mb-3.konzentr-2
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title Die Berufung der ersten Jünger
|
||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,16-20
|
||
|
||
.card.mb-3.konzentr-1
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title Die neue Lehre in der Synagoge: Jesus gekommen, um Satan/die Dämonen ins Verderben zu stürzen
|
||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-1 Mk 1,21-28
|
||
p.card-text
|
||
| Zum Verderben der Dämonen geht Jesus selbst ins Verderben.
|
||
|
||
.card.mb-3.konzentr-2
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title Die Heilung der Schwiegermutter des Petrus, die (daraufhin!) Jesus dient
|
||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,29-31
|
||
|
||
.card.mb-3.konzentr-3
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title Die ganze Stadt vor der Tür; Jesus heilt und treibt Dämonen aus
|
||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,32-34
|
||
|
||
.card.mb-3.konzentr-4
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title Rückzug und erneuter Aufbruch
|
||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-1 Mk 1,35-39
|
||
p.card-text
|
||
| Versuchung – Gebet!
|
||
|
||
.card.mb-3.konzentr-5
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title Die Heilung des Aussätzigen
|
||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,40-45
|
||
|
||
.card.mb-3.konzentr-6
|
||
.card-body.gliederung
|
||
h5.card-title
|
||
| Jesus verkündet das Wort; die Massen kommen
|
||
br
|
||
| Jesus heilt den Gelähmten (Mitbegraben mit Christus)
|
||
|
||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-1 Mk 2,1-2.3-12
|
||
p.card-text
|
||
| Ins <q>Verderben</q> (des alten Lebens) muss auch jeder gehen, der am neuen Leben in Christus Anteil haben will.
|
||
|