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| Inhaltsangabe/Überschrift
br
| Himmlischer Sendungsbeschluss
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,1-3
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h5.card-title Johannes in der Wüste: Johannes, der wiedergekommene Elija mit seiner Taufe: Hinweis auf den Kommenden und dessen Geisttaufe; die Scharen kommen
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,4-5
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h5.card-title Die Taufe Jesu
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,9-11
.slide.mb-3
hr
p.card-text.mb-0.konzentr-2.bibeltextkonzentr
| 1 Anfang des Evangeliums Jesu Christi, Sohn (eines) Gottes.
br
| 2 Wie geschrieben steht beim Propheten Jesaja:
br
q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der einen Weg bahnen wird.
br
q 3 Stimme eines Rufers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen!
p.card-text.mb-0.konzentr-1.bibeltextkonzentr
| 4 So trat Johannes der Täufer in der Wüste auf und verkündete eine Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden.
br
| 5 Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus;
br
| sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen.
p.card-text.mb-0.konzentr-1.bibeltextkonzentr
| 6 Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften
br
| und er lebte von wildem Honig.
br
| 7 Er verkündete:
q
| Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich;
br
| ich bin es nicht wert, mich zu bücken und ihm die Riemen der Sandalen zu lösen.
br
| 8 Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.
p.card-text.konzentr-2.bibeltextkonzentr
| 9 Und es geschah in jenen Tagen, da kam Jesus aus Nazareth in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen.
br
| 10 Und sogleich, als er aus dem Wasser stieg, sah er,
br
| dass der Himmel aufriss und der Geist wie eine Taube in ihn hineinkam.
br
| 11 Und eine Stimme aus dem Himmel sprach:
q Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.
.card.slide.border-primary.mb-3
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h5.card-title
q Anfang
|
| I
h6.card-subtitle.text-muted Im Vorfeld des öffentlichen Wirkens Jesu
hr
p.card-text
| Alle Evangelien sind sich darin einig, dass das öffentliche Wirken Jesu <i>nach</i> seiner Taufe durch Johannes den Täufer begann,
| die Taufe für Jesus also einen Einschnitt also einen neuen Anfang in seinem Leben bedeutete
br
| (und dann später nach Mk 1,14 auch der Tod des Täufers,
| nach welchem Jesus dann eigenständig in der Öffentlichkeit auftrat).
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
q Anfang
|
| II
h6.card-subtitle.text-muted Beginn einer neuen Schöfung
hr
p.card-text.mb-0 Die Wüste als äußerer Rahmen für die Taufe (nach Mk 1,4) assoziiert wichtige Neuanfänge in der Bibel:
ul.card-text
li
i Schöpfung
br
| Gen 1,2: Tohuwabohu [„wüst und wirr“] als Beschreibung der Roh-Erde.
li
i Konstituierung des Volkes Israel (Exodus)
br
| Wüstenwanderung aus der Sklaverei in Ägypten hinein ins „gelobte Land“ (Mk 1,2 → Ex 23,20!)
li
i Neuanfang nach dem Exil in Babylon
br
| Wüste als Beschreibung für den Zustand Jerusalems zur Zeit des Exils (Mk 1,3 → Jes 40,3!).
br
| „Wüstenwanderung“ von Babylon nach Israel.
br
| Gedanke der „Neuschöpfung“ bei Deuterojesaja.
p.card-text.mb-0 Verschiedene Elemente der Erzählung erinnern an die Schöpfungserzählungen in Gen 1.2:
ul.card-text
li
i Wüste Wasser Geist
br
q.bibeltext
| Im <i>Anfang</i> ... Die Erde war <i>wüst und wirr</i>
br
| und Finsternis lag über der <i>Urflut</i>
br
| und <i>Gottes Geist</i> schwebte über dem <i>Wasser</i>.
span.bibelstelle Gen 1,1-2
br
| Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die „rabbinische Theologie … das Schweben des Gottesgeistes
| über den Wassern (Gen 1,2) mit dem Schweben eines Vogels, einer
| Taube oder eines Adlers veranschaulichen“ kann.
+footnote("Gnilka, Markus I 52")
li
i Gott spricht und es geschieht
br
| Die Zitate in Mk 1,2-3 sind „Wort Gottes“, zwar geschrieben, aber doch gesprochen.
br
| In Mk 1,4 heißt es nun (leider durch die Übersetzungen unkenntlich gemacht!): „Es geschah Johannes der Täufer“,
| in Mk 1,9: „Und es geschah in jenen Tagen ...“.
br
| Dies kann als Anspielung auf das wiederholte „So geschah es“ in der ersten Schöpfungserzählung Gen 1 verstanden werden.
li
i Einhauchen des Lebensatems
br
q.bibeltext
| Da formte Gott, der Herr, den Menschen, Staub vom Erdboden,
br
| und <i>blies in seine Nase den Lebensatem</i>.
br
| So wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen.
span.bibelstelle Gen 2,7
br
| Ein Blick in den griechischen Text des Markus-Evangeliums offenbart,
| dass es in Mk 1,10 nicht heißt, dass der Geist Gottes wie eine Taube <i>auf</i> Jesus <i>herab</i>kam,
br
| sondern <i>in</i> ihn <i>hinein</i>! Wohl ein bewusster, leider durch die deutschen Übersetzungen verdeckter Bezug zu Gen 2,7!
br
span.small
| Beides, „herab“ und „hinein“, ist letztlich sachlich identisch. Auffallend
| ist es allemal. Zumal Mt und Lk von Jes 42,1 her der Stelle, die hier zugrunde liegt
| den Markus-Text verändern und statt „hinein“ „herab“ schreiben.
p.card-text
| Zusammengenommen kann man sagen:
br
| Die Art und Weise, wie Markus von der Taufe Jesu erzählt, macht deutlich:
br
b Markus erzählt mit der Taufe Jesu von einem „neuen Anfang“, von einer „neuen Schöpfung“: Jesus ist der Urtyp eines „neuen Menschen“.
.card.slide.border-primary.mb-3
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h5.card-title
q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahnen wird
hr
p.card-text
| Mk 1,9 erwähnt den Täufer als Vorläufer Jesu nach Mk 1,4-8 explizit;
br
| mit dem „Ereignis“ Taufe, das äußerlich Johannes der Täufer an Jesus vollzieht,
| ist Jesus für sein öffentliches Wirken gerüstet (→ Geistempfang), in gewisser Weise sein „Weg gebahnt“.
.card.slide.border-primary.mb-3
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h5.card-title
q Und sogleich, als er aus dem Wasser stieg ...
h6.card-subtitle.text-muted Die Erzählung von der Taufe Jesu als Erzählung von Tod und Auferstehung Jesu
hr
p.card-text.mb-0 Die Erzählungen von Tod und Taufe Jesu sind im Markus-Evangelium klar als Kontrapunkte zueinander in Beziehung gesetzt:
ul.card-text.mb-0
li
i Elija, bzw. Beginn ↔ Ende
br
| Beim Tod Jesu wird Elija „vermisst“ der Leser weiß, dass Elija in Gestalt Johannes des Täufers bereits da war;
| er war Jesu Vorläufer und hat Jesus auch getauft.
br
| Der Weg Jesu, der mit (bzw. kurz nach) der Taufe durch Johannes begann, ist mit dem Tod am Kreuz an ein Ende gekommen.
li
i Geist ein- ↔ aushauchen
br
| Jesus wird bei der Taufe der Geist eingehaucht,
br
| beim Tod am Kreuz haucht er ihn (wieder) aus.
li
i Zerreißen des „Himmels“
br
| Bei der Taufe Jesu „zerreißt“ der Himmel,
br
| beim Tod am Kreuz zerreißt der Vorhang im Tempel (gleiches Verb im Griechischen!); auf diesem war der Kosmos dargestellt!
br
| Es zerreißt also zweimal „der Himmel“ dort als Zeichen der Gottferne im Tempel, hier als Zeichen des Hereinbrechens der Wirklichkeit Gottes in diese Welt.
li
i Gottes Sohn
br
| Bei der Taufe wird Jesus als Sohn Gottes angesprochen,
br
| im Zuge des Todes Jesu spricht der heidnische Hauptmann das Bekenntnis: „Wahrhaftig, dieser Mensch war Sohn (eines) Gottes“.
p.card-text
i Insgesamt also Hereinbrechen der Wirklichkeit Gottes bei der Taufe Jesu, Gottferne bei der Kreuzigung Jesu.
p.card-text.mb-0 Zwei Interpretationen sind möglich:
ol.card-text
li
| Der Tod Jesu am Kreuz ist die Umkehrung der Taufe.
br
| Nachdem der Tod aber so eindrucksvoll bebildert ist, vermisst man sehr start eine Bebilderung
| der Auferstehung bzw. der Auferstehungswirklichkeit Jesu;
br
| und der eigenwillige Schluss des Evangeliums lässt umso mehr verwirrt zurück:
br
q.bibeltext
| Da verließen sie [= die Frauen] das Grab und flohen; denn Schrecken und Entsetzen hatte sie gepackt.
br
| Und sie sagten niemand etwas davon [= von der Auferstehung Jesu]; denn sie fürchteten sich.
span.bibelstelle Mk 16,8
br
span.small
| Nicht zuletzt darin liegt es begründet, dass später sekundäre Markus-Schlüsse entstanden sind,
| die meinen, das ausbügeln zu müssen ...
li
| Die Taufe Jesu bzw. sein Heraussteigen aus dem Wasser mit den Begleiterscheinungen ist die Umkehrung des Kreuzestodes.
br
| So ist auch die Auferstehung als Umkehrung des Todes eindrucksvoll bebildert.
p.card-text.mb-0 Folgende Beobachtungen im Markus-Evangelium sind in diesem Zusammenhang wichtig:
ul.card-text
li
| In Mk 10,35-40 wird mit dem Chiffre „Taufe“ eindeutig der Tod Jesu am Kreuz bezeichnet und dabei in die Zukunft geblickt:
| auf den Weg, der noch vor Jesus liegt.
br
| Dies kann man als Hinweis darauf verstehen, dass das, was in Mk 1,9-11 beschrieben ist,
| sich auch und besonders auf ein Ereignis bezieht, das im Hinblick auf den Weg Jesu, den er im Evangelium
| auf sich nimmt, noch vor ihm liegt: Tod und Auferstehung.
br
span.small
| Dabei soll sicher auch im Sinne des Markus eine historische Taufe Jesu durch Johannes den Täufer
| und die Bedeutung, die diese für Jesus tatsächlich hatte, nicht geläugnet werden,
| doch tritt diese zugunsten der Bebilderung von Tod und Auferstehung Jesu in den Hintergrund.
li
| In Mk 6,45-52 kann Jesus auf dem Wasser gehen.
br
| Das Wasser ist in jener Erzählung (wie auch in Mk 4,35-41) Ort der Gefahr und des Todes,
| Symbol für das Urchaos („Urflut“ → „Anfang“ II).
br
| Bezieht man die Notiz, dass Jesus bei der Taufe „aus dem Wasser gestiegen“ ist, auf seine Auferstehung,
| klärt sich seine übernatürliche Fähigkeit:
br
| Jesus ist in seiner Auferstehung ein für alle Mal „aus dem Wasser gestiegen“; daher kann er auf dem Wasser gehen.
br
| Das Hineinsteigen Jesu in das Wasser bei der Taufe dann damit gut als Symbol für das Sterben Jesu verstanden werden,
| sein Heraussteigen dann auf die Auferstehung.
p.card-text
| Unterstützend kommt hinzu, dass Paulus in Röm 6 die Taufe der Christen in Röm 6,1-14 in Analogie zu Tod und Auferstehung Jesu setzt:
br
| er spricht dort einerseits von der „Taufe auf den Tod Jesu“, von Mitbegraben- und Mitgekreuzigtsein,
br
| andererseits in Analogie zur Auferstehung Jesu vom „Wandel in der <i>Neuheit des Lebens</i>“.
br
| Durch die Taufe wird der einzelne Christ in die in Tod und Auferstehung Jesu grundgelegte und begonnene Neue Schöpfung hineingestellt (vgl. z. B. Röm 6,4);
br
| dabei ist in Röm 6,1-14 Jesus gerade als Auferstandener Urtyp des „neuen Menschen“, wie auch bei Markus die Erzählung von der Taufe Jesu
| ganz vom Gedanken einer „Neuen Schöpfung“ geprägt ist (→ „Anfang“ II) und Jesus auch hier (und im weitern Verlauf → Versuchungserzählung) als Urtyp des „neuen Menschen“ erscheint.
p.card-text
| Die Verknüpfung von Tod Jesu und Taufe Jesu in Mk 10,35-40, die Bedeutung des Wassers in Mk 6,45-52 (und Mk 4,35-41) und Jesu Gehen darauf sowie das
| bei der Taufe Jesu überpräsente Thema „Neue Schöpfung“ mit Gottes Handeln an Jesus (Geisthineinkunft) machen es sehr wahrscheinlich,
| dass die Erzählung von der Taufe Jesu am Anfang des Evangeliums als Erzählung von Tod und Auferstehung Jesu zu begreifen ist:
br
| Wie die christliche Tauftheologie die Taufe der Christen mit Tod und Auferstehung Jesu verbindet,
br
| so erzählt Markus die Taufe Jesu selbst als Ereignis seines Todes und seiner Auferstehung.
p.card-text
i Ergebnis
br
b
| Die Erzählung von der Taufe Jesu im Evangelium nach Markus ist eine an den Anfang des Evangeliums gesetzte Erzählung vom Tod
| (Taufe im Sinne des Hinabsteigens in Wasser = Tod)
b und von der Auferstehung Jesu
| („Als er aus dem Wasser stieg ...“).
p.card-text
| Mithin ist also im ganzen Evangelium, vor allem bei den Wundern Jesu, zu bedenken:
br
i Jesus ist wo er nicht klar als Vorösterlicher zu erkennen ist (Leiden, Tod) schon auch der Auferstandene.
p.card-text.mb-0
| Die Taufe ist als zweiteiliges Ereignis zu sehen
br
| und das Wasser wenn auch bei Paulus als Element nicht eigens erwähnt als Symbol für Urchaos bzw. den Tod zu verstehen:
ol.card-text
li
i <i>Hinein</i>steigen in das Wasser
br
| Gleichsam Eintauchen/Hineingehen in das Reich des Todes.
li
i <i>Heraus</i>steigen aus dem Wasser
br
| Gleichsam neugeboren dem Reich des Todes entsteigen.
.card.slide.border-primary.mb-3
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h5.card-title
q Eingesetzt als Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten
h6.card-subtitle.text-muted Röm 1,1-4 als Inspiration für den Anfang des Markus-Evangeliums
hr
p.card-text.mb-0 Zwischen Mk 1,1-11(.14-15) und Röm 1,1-4 gibt es klare Bezüge:
q.bibeltext.card-text
| 1 Paulus, Knecht Christi Jesu, berufen zum Apotel, ausgesondert, <i>das Evangelium Gottes zu verkünden</i> (→ Mk 1,14),
br
| 2 das er durch seine Propheten im Voraus verheißen hat in heiligen Schriften (→ Mk 1,2-3):
br
| 3 das <i>Evangelium von seinem Sohn</i> (→ Mk 1,1.11),
br
| der dem Fleisch nach geboren it als Nachkomme Davids,
br
| 4 der dem <i>Geist</i> der Heiligkeit nach eingesetzt ist als <i>Sohn Gottes</i> (→ Mk 1,1.11) in Macht seit der Auferstehung von den Toten,
br
| das <i>Evangelium von Jesus Christus</i>, unserem Herrn (→ Mk 1,1).
p.card-text.mb-0.mt-3
| Diese vielen Bezüge sind kaum Zufall; daher wird man sagen können:
ul.card-text
li Markus hat den Brief des Apostel Paulus an die Römer gekannt;
br
| dies macht es wahrscheinlich, dass er auch andere Briefe des Paulus gekannt hat.
li Markus hat diesen Brief nicht nur gekannt, sondern sich von ihm auch inspirieren lassen.;
br
| dies macht es wahrscheinlich, dass auch weitere Elemente des Markus-Evangeliums von Stellen in Paulus-Briefen inspiriert sind.
li Das Hineinkommen des Geistes in Jesus bei der Taufe, wie sie Markus erzählt, steht sicher in Verbindung zu Röm 1,4;
br
| dies unterstreicht den obigen Befund.
.card.slide.border-primary.mb-3
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h5.card-title
q Anfang des Evangeliums Jesu Christi, Sohn (eines) Gottes
h6.card-subtitle.text-muted Tod und Auferstehung Jesu als „Anfang des Evangeliums“
hr
ul.card-text
li
| Ohne Zweifel verbinden sich das „Sohn (eines) Gottes“ in der Überschrift des Evangeliums und das „Du bist mein geliebter Sohn“
| der „Stimme vom Himmel“ [= Stimme Gotes].
li
| „Evangelium Jesu Christi“ bezieht sich auf das Geschehen der Taufe,
br
| also auf das christologische Doppelereignis von Tod und Auferstehung Jesu;
br
| dies ganz im paulinischen Sinne von „Evangelium“.
br
span.small
| Das ist ein wichtiges Indiz, dass auch Markus wie Paulus mit „Evangelium“ vor allem Jesu Tod und Auferstehung meint
br
| (und nur indirekt eine Erzählung vom Leben Jesu; siehe <a href="/nt/ev/mk/00_einleitung/gattung">Gattung</a>).
li
| Tod und Auferstehung Jesu sind Grund und Inhalt des Evangeliums, in diesem Sinne „Anfang“ des Evangeliums.
.card.slide.border-primary.mb-3
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h5.card-title
q Bereitet den Weg des Herrn
br
q An dir habe ich Wohlgefallen gefunden
h6.card-subtitle.text-muted Auftrag und Erfüllung: Jesus als <i>der</i> „Wegbereiter Gottes“
hr
ul.card-text
li Von Jes 40,3 her bedeutet der Aufruf, den Weg des Herrn zu bereiten, sich in den Dienst des Kommens Gottes zu stellen.
li Dies hat Johannes mit Predigt und Vollzug der Umkehrtaufe getan, in gewisser Weise auch durch die Taufe Jesu (wobei hier aber der ethische Aspekt fehlt!).
li
| Das an Jesus adressierte „An dir habe ich Wohlgefallen gefunden“ aus dem Munde Gottes
| in Mk 1,11 könnte im Sinne der „freien Gnadenwahl Gottes“ verstanden werden,
br
| im Blick auf die Konzentrik ist es aber eher als positive Reaktion auf
| den Auftrag „Bereitet den Weg des Herrn!“ zu lesen.
br
| Dies gilt umso mehr, als die „<i>Stimme</i> eines Rufers in der Wüste“ den Auftrag verkündet, während die „<i>Stimme</i> vom Himmel“
| das Wohlgefallen ausdrückt schon formal gibt es also eine Verbindung!
li
| Versteht man die Erzählung der Taufe Jesu von Tod und Auferstehung Jesu her, ist auch die inhaltliche Bestimmung,
| der inhaltliche Grund des Lobes klar: Jesu Weg ans Kreuz!
li
| Die „Begleiterscheinung“ der Taufe Jesu Aufreißen der Himmel, Geistherabkunft, insgesamt „Neuschöpfung“
| machen jedenfalls deutlich:
br
i Mit der „Taufe“ Jesu also letztlich in der Auferstehung Jesu bricht Gottes Wirklichkeit in diese Welt ein!
br
| Von der Verortung der „Stimmen“ her kann man auch sagen: Durch Jesus ist der Himmel also Gott in der „Wüste“ die in
| Mk 1,3 von Jes 40,3 als Gottferne zu verstehen ist angekommen.
li
| In diesem Sinne ist Jesus also selber „Wegbereiter des Herrn“, nämlich Gottes selbst!
li
i Durch seinen Weg ans Kreuz, den Gott mit der Auferweckung „beantwortet“ (vgl. Phil 2,6-11! [V 9: „Darum“!]), ist Jesus also
| der
i Wegbereiter Gottes
| schlechthin
i geworden.
li.small
| Im weiteren Verlauf des Evangeliums wird deutlich werden, wie dabei der ethische Charakter
| von „Bereitet den Weg des Herrn“ gewahrt bleibt.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title Unsichtbare Sichtbarkeit
hr
p.card-text
| Was bei der Taufe geschieht, ist für die Umstehenden nicht sichtbar; nur Jesus sieht es.
br
| → Die Taufe ist keine Show für Zuschauer, sondern schafft eine verborgene Wirklichkeit, die sich durch Wort und Tat auswirken wird.
br
span.small Das ist auch für unsere christliche Taufe ein wichtiger Impuls!
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title Anspielungen auf alttestamentliche Stellen
h6.card-subtitle.text-muted Schriftgemäßheit des Evangeliums
hr
ul.card-text
li Die Worte der „Stimme vom Himmel“ [= Stimme Gottes] enthalten Anspielungen auf alttesamentliche Stellen.
li Sie lassen sich alle mit dem Weg Jesu in Verbindung setzen;
br
| sie unterstreichen dessen Schriftgemäßheit (wie schon Mk 1,2-3).
li
| Sie beleuchten Jesu Beziehung zu Gott, seinen Einklang mit Gott, seine Sendung, seine
| künftige Herrlichkeit, aber auch die Schwere des vor ihm liegenden Weges, den er im
| Auftrag Gottes gehen wird.
li
i „geliebter Sohn“
ul.card-text
li
| → Abrahams schwerer Weg mit seinem geliebten Sohn Isaak (Gen 22,2.12.16; Erzählung von der „Nichtopferung Isaaks“)
li
| → Joseph als geliebter Sohn Jakobs (Gen 37,3-4), der dann einen schweren Weg Verkauf durch die Brüder, Falschaussage auf sich nehmen muss,
| schließlich aber „zweiter Mann im Staat“ wird, sich mit den Brüdern versöhnt und aller Welt Brot zum Essen bringt.
br
| Dieser Joseph (Gen 37-50) kann in besonderer Weise als Vorläufer Jesu verstanden werden; darauf wird zurückzukommen sein.
li
i „Du bist mein Sohn“ (Ps 2,7)
br
| Urchristlich auf die Auferweckung und Erhöhung Jesu bezogen → Apg 13,33
li
i „an dir habe ich Wohlgefallen gefunden“
br
i „ich habe meinen Geist auf ihn gelegt“
br
span.bibelstelle Jes 42,1
q.bibeltext
| Siehe, das ist mein Knecht, den ich stütze; das ist mein Erwählter, <i>an ihm finde ich Gefallen.</i>
br
| Ich <i>habe meinen Geist auf ihn gelegt</i>, er bringt den Nationen das Recht.
br
| → Gottesknecht, der Israel und allen Menschen Heil bringen soll.
br
span.bibelstelle Jes 53,10-11
q.bibeltext
| Doch <i>der Herr hat Gefallen</i> an dem von Krankheit Zermalmten ...
br
| Nachdem er vieles ertrug, <i>erblickt er das Licht</i> ...
br
| Mein Knecht, der gerechte, macht die Vielen gerecht; er lädt ihre Schuld auf sich.
br
| → Viertes Lied vom Gottesknecht;
br
| versteht man die Erzählung der Taufe von Tod und Auferstehung Jesu her,
| dann ist dieser Bezug sehr naheliegend; vgl. auch das „Sehen“ in Jes 53,11 und Mk 1,10!
br
span.small Die Gerechtsprechung der Vielen in Bezug auf Taufe bzw. Tod und Auferstehung Jesu wird immer wieder Thema bei Markus sein.
.card.slide.border-primary.mb-3
h5.card-header Jesus, der Stärkere
.small
| Weitere konzentrische Beziehungen
.card-body
.card.slide.border-primary.mb-2
.card-body
h5.card-title Jesus wird von Johannes getauft
h6.card-subtitle.text-muted Selbstverleugnung Jesu
hr
ul.card-text
li Johannes hatte sich Mk 1,7 als unwürdig bezeichnet, an dem nach ihm kommenden Stärkeren das ist hier Jesus den niedrigsten Sklavendienst zu verrichten
| (die Riemen der Sandalen zu lösen).
li
| Dennoch lässt sich Jesus, der Stärkere weil Sohn Gottes (→ Mk 1,7 [Mitte] mit Mk 1,1 [oben] und Mk 1,11 [unten]), von Johannes taufen.
li
| Diese hier vollzogene Unterordnung Jesu gegenüber Johannes in der Taufe kann (im Sinne des Evangeliums) als Selbstverlegnung Jesu verstanden werden darauf wird zurückzukommen sein.
.card.slide.border-primary
.card-body
h5.card-title Geistempfung zur Geisttaufe
hr
ul.card-text
li In Mk 1,8 kündigt Johannes die Geisttaufe durch den Stärkeren an.
li In Mk 1,10 wird Jesus mit diesem Geist ausgestattet.
br
| So kann Jesus die Geisttaufe vollziehen.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title Die Konzentrik von Mk 1,1-3 in Mk 1,1-11
hr
p.card-text.mb-0 Die konzentrische Gliederung von Mk 1,1-3 im Kleinen entspricht der konzentrischen Gliederung von Mk 1,1-11 im Großen:
ul.card-text
li Mk 1,1-2a: Jesus, Gottes Sohn; Ankündigung Jesaja-Zitat
br
| → Mk 1,1-3: Anfang des Evangelium, mit Jesaja-Zitat am Ende.
li Mk 1,2b: Mischzitat aus Mal 3,1 und Ex 23,20
br
| → Mk 1,4-8: Wirken Johannes des Täufers, des Vorläufers Jesu, der ihm den Weg bahnt.
li Mk 1,3: Zitat aus Jesaja mit dem Aufruf, sich in den Dienst des Kommens Gottes zu stellen
br
| → Mk 1,9-11: Taufe Jesu, <i>des</i> Wegbereiters Gottes <i>schlechthin</i> (→ Tod und Auferstehung) mit Anspielung auf Jes 42,1; 53,10-11
| und Anrede Jesu durch Gott als „mein geliebter Sohn“
//-
.small
h6 Detailliertere Gliederungsvariante
p
| Setzt voraus, dass man die Taufe Jesu aufteilt, was möglich erscheint.
.card.mb-3.konzentr-3
.card-body.gliederung
h5.card-title
| Inhaltsangabe/Überschrift
br
| Himmlischer Sendungsbeschluss
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,1-3
.card.mb-3.konzentr-2
.card-body.gliederung
h5.card-title Johannes in der Wüste I: Johannes und seine Taufe; die Scharen kommen
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,4-5
.card.mb-3.konzentr-1
.card-body.gliederung
h5.card-title Johannes in der Wüste II: Johannes, der wiedergekommene Elija, der auf den Kommenden und dessen Geisttaufe hinweist
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,6-8
.card.mb-3.konzentr-2
.card-body.gliederung
h5.card-title Die Taufe Jesu I: Jesus lässt sich taufen = Tod
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,9
.card.mb-3.konzentr-3
.card-body.gliederung
h5.card-title Die Taufe Jesu II: <q>Als er aus dem Wasser stieg, da ...</q> = Auferstehung
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,10-11
p
| Als Gegenüber zur Johannes-Taufe erscheint der Tod Jesu: die eine Hälfte der Taufe.