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Peter Fischer
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span Schuld Schuldig werden
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.card.slide.mb-3
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h5.card-title Schuld in der Passion Jesu
.card-text
p.mb-0
| Markus erzählt rund um Gefangennahme, Prozess, Verurteilung und Hinrichtung Jesu auch <q>schuldhaftes Verhalten</q>
| von diversen Personen.
p.small.mb-3 Austausch <span class="oi oi-arrow-right"></span> Flipchart
.card.slide
.card-body
h6.card-title Judas und Petrus
h6.card-subtitle.text-muted.mb-3 Durchsichtig auf eine Fragestellung zur Zeit des Markus
.card-text
p.slide <b><i>Christenverfolgungen unter Nero</i></b> (64 n. Chr.):
br
span.slide
i Wie umgehen mit jenen, die in der Verfolgung schwach geworden sind?
p.slide
| Damals galt, was Mk 13,12 schreibt: dass
|
q Bruder den Bruder in den Tod liefern wird, und der Vater sein Kind, dass Kinder gegen ihre Eltern aufstehen und sie zur Hinrichtung führen werden
| :
br
span.slide
| Magistrate haben festgenommene Christen dazu bringen wollen, andere Christen zu denunzieren.
p.slide
| Manche werden tatsächlich den Bruder verraten haben
|
span.slide wie Judas.
p.slide
| Andere werden den Glauben verleugnet haben
|
span.slide wie Petrus.
p.slide.small
| Zumindest für eine spätere Zeit (unter Plinius dem Jüngeren, zwischen 111 und 113/115 n. Chr. römischer Statthalter in Bithynien in der heutigen Türkei) ist bekannt:
br
q
| Zu leugnen, Christ zu sein oder gewesen zu sein, sowie Christus zu verfluchen, das sind die beiden
| Kriterien, aufgrund derer der römische Statthalter Plinius in Bithynien diejenigen freilässt,
| die ihm als Christen angezeigt wurden.
|
span.footnote("Ebner, Markus 155.")
p.slide
b Über Judas bzw. sein Verhalten wird ein deutliches Urteil im Evangelium gesprochen (Mk 14,21):
br
span.slide
q Der Menschensohn muss zwar seinen Weg gehen, wie die Schrift über ihn sagt.
|
i Doch wehe dem Menschen, durch den der Menschensohn ausgeliefert wird! Für ihn wäre es besser, wenn er nie geboren wäre.
p.mb-0.slide
b Petrus dagegen bekommt eine neue Chance:
p.mb-0.slide Der junge Mann, der am Ostermorgen im Grab die Auferstehung Jesu verkündet, erwähnt Petrus ausdrücklich (Mk 16,7):
br
q Sagt seinen Jüngern <i>und dem Petrus</i>: <q>Er geht euch voraus nach Galiläa, dort werden ihr ihn sehen, wie er es euch gesagt hat.</q>
p.mb-0.slide Die Stelle im Evangelium, auf die sich das <q>wie er euch gesagt hat</q> bezieht, ist jene, bei der Jesus die Verleugnung durch Petrus ankündigt.
p.mb-0.slide
| In der Konzeption der Markus-Evangeliums meint das <q>Er geht euch voraus nach Galiläa, dort werden ihr ihn sehen</q>,
| dass man das Evangelium wieder von vorne lesen soll.
br
span.slide Die erste Tat Jesu in Galiläa ist dann in Mk 1,16-20 die Berufung der ersten Jünger, und der allererste ist Petrus.
p.mb-0.slide Damit ist ausgedrückt, dass Petrus vergeben wurde und er nach Ostern wieder in die Nachfolge Jesu eingetreten ist.
p.mb-0.slide
i Ein Plädoyer des Evangelisten, auch jenen, die in der Verfolgung ihren Glauben geleugnet haben, eine zweite Chance zu geben?
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title Judas und Petrus <i>heute</i>
.card.slide.mb-1
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h6.card-title Judas
.card-text
p.slide.mb-0
b <i>Judas</i> kann für alle stehen, die durch eigenes schuldhaftes Verhalten andere Menschen in Bedrängnis bringen oder gravierenden Schaden anrichten.
ul.nodisplay.mb-0
li.slide Falsche Aussage bzw. Beschuldigung (8. Gebot: <q>Du wirst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen.</q>).
li.slide Andere umbringen (5. Gebot: <q>Du wirst nicht morden</q>).
li.slide (Schlimmer, Existenz bedrohender) Diebstahl (7,9./10. Gebot: <q>Du wirst nicht stehlen.</q>, <q>Du wirst nicht begehren ...</q>)
li.slide Andere verführen, schuldig zu werden.
li.slide Untreue gegenüber Mitmenschen oder gegebenen Versprechen, mangelnde Verlässlichkeit (6. Gebot: <q>Du wirst nicht die Ehe brechen.</q>)
li.slide Andere verspotten, niedermachen etc.
li.slide <q>Letzte</q>, Menschen am Rande der Gesellschaft, Menschen mit Migrationshintergrund, Ausländer etc. verachten (<span class="oi oi-arrow-right"></span> <q>Lehre auf dem Weg</q>)
li.slide ...
li.slide Aber auch: Dinge, die <i>einem selbst schaden</i>:
ul.nodisplay
li.slide Gewalt gegen sich selbst.
li.slide Desinteresse an den eigenen Talenten und Fähigkeiten.
li.slide Sich gehen lassen.
li.slide Raubbau an den eigenen körperlichen Ressourcen (zu viel Sport; Alkohol, Drogen)
li.slide ...
li.slide Auch <i>Schaden</i>, der <i>an der Schöpfung</i> entsteht, gehört hierher:
ul.nodisplay
li.slide Umweltverschmutzung
li.slide Ignoranz gegenüber Mülltrennung
li.slide Tierquälerei
li.slide ...
li.slide Auch <i>Vergehen gegenüber nachfolgenden Generationen</i> ist hier zu nennen:
ul.nodisplay
li.slide Nicht-nachhaltiger Umgang mit den Ressourcen der Erde
li.slide Nur an sich denken
li.slide ...
li.slide Schließlich kann auch die <i>Beziehung zu Gott</i> schweren Schaden nehmen:
ul.nodisplay
li.slide Mangelnde oder ganz aufgegebene Pflege der Beziehung zu Gott
li.slide Kein Interesse an Gott und Religion
li.slide Glaube, dass am Ende des große Nichts auf uns wartet
li.slide Missachtung des Glaubens, dass Gott auch im Hier und Heute wirken kann
li.slide ...
p.slide
i All dies ist etwas ungeheuerlich Schlimmes!
br
span.slide
b
i Das kann man nicht einfach mit sich selber ausmachen!
p.slide.mb-0
i
b Diese Vergehen haben trennenden Charakter:
ul.nodisplay
li.slide Sie trennen von der Gemeinschaft, von Freunden, von Familie, von Klassenkameraden, von Kollegen etc.
li.slide Sie trennen von sich selbst.
li.slide Sie trennen von der Umwelt.
li.slide Sie trennen von Gott.
p.slide.mb-0
i Diese Trennungen müssen heilen - sonst haben sie <q>toxische Wirkung</q>: sie vergiften mein Lebensumfeld!
.card.slide.mb-0
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h6.card-title Petrus
.card-text
p.slide.mb-0
b <i>Petrus</i> kann für jene stehen, die durch ihr schuldhaftes Verhalten <i>nicht</i> andere oder sich selbst in Mitleidenschaft ziehen bzw. keinen wirklichen Schaden anrichten
br
span.slide.small Klassische Beispiele:
ul.nodisplay.mb-0.small
li.slide Notlügen (bei denen wirklich niemand zu Schaden kommt)
li.slide (Letztlich harmlose) Kabbelei zwischen Geschwistern und im Freundeskreis.
p.slide.mb-0
i Auch dieses schuldhafte Verhalten ist und bleibt schuldhaft - aber es wiegt weniger schwer.
br
span.slide
i Auch hier braucht es Versöhnung.
.card.slide.mb-3
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h5.card-title Weitere Hilfen, die Schwere von Schuld einzuschätzen
.card-text
ul.nodisplay
li.slide <i>Maß der Entscheidungsfreiheit</i>: War ich frei in meinem Willen?
li.slide <i>Klarheit der Erkenntnis</i>: War ich mir des schuldhaften Handelns bewusst?
li.slide <i>Gewichtigkeit der Sache</i>: Ging es um eine Sache von großer Bedeutung?
p.slide.mb-0
i Bedenke aber: Auch das Kleinreden von Schuld ist (schwere) Schuld!
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span Vergebung Versöhnung
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h5.card-title Unbedingte Vergebungsbereitschaft
h6.card-subtitle.text-muted.mb-3 Als Zeichen für das angebrochene Gottesreich
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p.slide
b Jesu ureigenstes Anliegen war gelingende geheilte Gemeinschaft der Menschen untereinander.
br
span.slide
i Im Christentum geht es ja auch nicht (nur) um die Erlösung vom Tod, sondern auch von der Sünde.
p.slide.mb-0 Und diese Erlösung von der Sünde wird in einem an Jesu Weisungen orientierten Leben konkret.
ul.nodisplay.mb-0
li.slide Gerade deshalb betont Jesus die Ethik.
li.slide Gerade deshalb fordert Jesus unbedingte Vergebungsbereitschaft:
ul.nodisplay
li.slide
| Mt 18,21-22:
|
q
| Da trat Petrus zu ihm [= Jesus] und fragte: <q>Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er gegen mich sündigt? Bis zu siebenmal?</q>
| Jesus sagte zu ihm: <q>Ich sage dir nicht: Bis zu siebenmal, sondern bis zu siebzigmal siebenmal.</q>
br
span.slide Das heißt effektiv: <i>immer</i>!
li.slide
| Vaterunser bzw. Nachwort (Mt 6,12.14-15)
|
q
| Und erlass uns unsere Schulden, wie auch wir sie <i>unseren Schuldnern erlassen <u>haben</u>!</i>.
| ...
| Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben.
| Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.
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h5.card-title Die gelebte Barmherzigkeit soll den schuldig gewordenen Menschen verändern
h6.card-subtitle.text-muted.mb-3 Kein einfaches <q>Weiter so</q>!
.card-text
p.mb-0.slide
b Röm 6,3-6(-14)
p.slide(style="margin-left: 30px;")
i
| Wisst ihr denn nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind?
br
| Wir wurden ja mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod, damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit
| des Vaters von den Toten auferweckt wurde, <u>in der Wirklichkeit des neuen Lebens wandeln</u>.
br
| Wenn wir nämlich mit der Gestalt seines Todes verbunden wurden, dann werden wir es auch mit der seiner Auferstehung sein.
br
| Wir wissen doch: Unser alter Mensch wurde <u>mitgekreuzigt</u>, ... <u>damit wir nicht mehr Sklaven der Sünde sind</u>. ...
br
| <u>So begreift auch ihr euch als Menschen, die <u>für die Sünde tot</u> sind, aber für Gott leben in Christus Jesus.</u> ...
| Stellt eure Glieder nicht der Sünde zur Verfügung als Waffen der Ungerechtigkeit, sondern <u>stellt euch Gott zur Verfügung</u>
| wie solche, die von Toten zu Lebenden wurden, und stellt eure Glieder als Waffen der Gerechtigkeit <u>in den Dienst Gottes</u>!
p.mb-0.slide
b Joh 8,1-11: Jesus und die Ehebrecherin
p.slide(style="margin-left: 30px;")
i
q
| Auch ich verurteile dich nicht.
br
u Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!
p.mb-0.slide
b Lk 19,1-10 Der Zöllner Zachäus in Jericho
p.slide(style="margin-left: 30px;").mb-0
i
| ... Als Jesus an die Stelle kam [wo Zachäus auf den Baum geklettert war], schaute er hinauf und sagte zu ihm:
| <q>Zachäus, komm schnell unterunter! Denn ich muss heute in deinem Haus bleiben.</q> ...
br
| Zachäus aber wandte sich an den Herrn und sagte:
| <q>Siehe, Herr, die Hälfte meines Vermögens gebe ich den Armen, und wenn ich von jemandem zu viel gefordert habe,
| gebe ich ihm das Vierfache zurück.
br
| Da sagte Jesus zu ihm: <q>Heute ist diesem Haus Heil geschenkt worden ... Denn der Menschensohn ist gekommen,
| um zu suchen und zu retten, was verloren ist.</q>
.card.slide.mb-3
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h5.card-title Damit Versöhnung gelingt
h6.card-subtitle.text-muted.mb-3 Was es braucht, damit Versöhnung wirklich Versöhnung ist, die Folgen von Schuld heilen können
.card-text
p.small
+symbol("arrow-right")
| Überlegungen im Plenum
p.mb-0 Eckpunkte:
ul.nodisplay.mb-0
li.slide <i>Aufrichtige Selbstreflexion</i>: Wirklich und ehrlich über sich selbst nachdenken
li.slide <i>Echte Reue</i>: da habe ich Mist gebaut, das ist meine Schuld, dafür schäme ich mich, ich wünschte, es wäre anders gelaufen ...
li.slide
| <i>Zeit</i>: Versöhnung ist immer (ein mehr oder weniger langer) Prozess:
| keine schnelle/billige Versöhnung: manchmal braucht es auch Zeit bei mir selbst als Täter,
| bis ich so Versöhnung empfangen kann, dass es für alle Beteiligten und auch für mich als Täter fruchtbar sein kann.
.card.slide.mb-3
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h5.card-title Versöhnung will begangen werden
h6.card-subtitle.text-muted.mb-3 Sichtbare Zeichen für Versöhnung
.card-text
p.slide.mb-0 Schon in unserem Alltag ist (wirkliche) Versöhnung <i>mehr</i> als ein Wort ...
ul.nodisplay.mb-0
li.slide Umarmung
li.slide Handgeben
li.slide (Kleine!) Geschenke
li.slide Miteinander essen
li.slide.small Indianer: Friedenspfeife rauchen
p.slide
| Bei großeren Vergehen bzw. bei jenen, die öffentlich sind und das Umfeld betreffen (<span class="oi oi-arrow-right"></span> toxische Wirkung von Schuld)
| wirkt oft auch jemand mit, der für die Gemeinschaft steht (Lehrer, Gruppenleiter, Cliquen-Anführer etc.)
p.slide.mb-0
b Nur, was (zeichenhaft) begangen wird, ist real.
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title Beichte
h6.card-subtitle.text-muted.mb-3 Versöhnung als Sakrament
.card-text
p.slide.mb-0
b Beichtgeheimnis
ul.nodisplay
li.slide Vertraut reden können ist etwas sehr Wichtiges gerade, wenn es um so etwas unangenehmes wie eigene Schuld geht.
li.slide Für die eigene Verarbeitung von Schuld ist das <i>Aussprechen</i> von Schuld aber unablässig.
li.slide Die Beichte soll kein <q>Runterrattern von Sünden</q> sein, sondern ist ein echtes Gespräch auf Augenhöhe.
p.slide.mb-0
b Vergebung von Gott her
p.slide Damit ist die Schuld als solche weg aber es bleiben ggf. Folgen der Schuld.
p.slide.mb-0
b Zuspruch <q>Verzeihung und Frieden</q>
p.slide.mb-0 Hier geht es nicht zuletzt um die <q>Nachwirkungen</q> der Beichte:
ul.nodisplay.mb-0
li.slide Dass Versöhnung auch im zwischenmenschlichen Bereich gelingt.
li.slide Dass ich lerne, mit evtl. nicht mehr gut zu machenden Folgen meiner Schuld zu leben, versöhnt auch mit mir selbst sein kann.
li.slide Dass ich lerne, mit meinen eigenen Grenzen und der Begrenztheit des irdischen Lebens insgesamt umzugehen.
li.slide All dies wird je nach Sachlage auch im Beichtgespräch zum Thema werden.
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title Vertiefende Hinweise zur Beichte und Hilfen zur Gewissenserforschung
h6.card-subtitle.text-muted.mb-3 Nimm dir Zeit zur Vorbereitung auf die Beichte!
.card-text
p.slide.mb-0
b Gotteslob
ul.nodisplay.mb-0
li.slide Nr. 593: Das Sakrament der Buße und der Versöhnung
li.slide.small Nr. 594: Die Feier der Versöhnung für Einzelne
li.slide
i Hilfen zur Gewissenserforschung für Jugendliche und Erwachsene
ul.nodisplay
li.slide Nr. 599: Vorbereitung
li.slide Nr. 600: Gewissenserforschung I
li.slide Nr. 601: Gewissenserforschung II (anhand der 10 Gebote)
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