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Peter Fischer
2019-12-01 20:11:26 +01:00
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include ../mixins
block content
+headline("Einführung in die Bibel")
span Allgemein
h2.slide Die Bibel - Buch der Bücher
ul.nodisplay
li.slide
b Ein Stück Weltliteratur!
br
span.slide
q
| Anfang 2017 gab es 3225 Sprachen, in die die Bibel oder Teile davon übersetzt waren: Gesamtübersetzungen in 648 Sprachen, vollständig übersetzte Neue Testamente in 1432 Sprachen und Teilübersetzungen in weiteren 1145 Sprachen.
|
|
span [Wikipedia <q>Bibelübersetzung</q> 8.11.17]
li.slide
b Sammlung von <q>Büchern</q>
br
span.slide Die Bibel ist eine Sammlung von Einzelschriften, ist also selber eine Bibliothek.
h2.slide(style="margin-top: 50px;") Die Bibel - Buch des Glaubens
p.slide
i Die Bibel ist von Menschen geschrieben, die Erfahrungen mit Gott gemacht haben und die diese Erfahrungen weitergeben wollten, weil sie sie als sehr wichtig erachtet haben.
p.slide
| Frage also nicht: <q>Hat sich das alles wirklich genau so ereignet?</q> Denn da stolpert man schnell über Widersprüche in der Bibel selber!
p.slide
| Frage vielmehr: <q><i>Was will uns die Bibel beziehungsweise was wollen die Menschen, die die einzelnen Schriften verfasst haben mit ihren Erzählungen, Weisungen und so weiter sagen?</i></q> Dann kannst Du erfahren, was die Bibel über Gott und den Menschen <q>denkt</q> und was sie Dir auf Deinem Lebensweg mitgeben möchte!
p.slide(style="margin-bottom: 2px;")
b Beispiel: Schöpfungserzählungen (Gen 1+2)
p.slide(style="margin-bottom: 2px;")
| Ihnen geht es <b>nicht</b> um das <b>Wie</b> der Entstehung von Universum, Sonnensystem, Erde, Leben in einem naturwissenschaftlichen Sinn.
p.slide
| <b>Sondern</b> es geht ihnen um das <b>Warum und Wozu</b> des Ganzen:
span.slide Wer ist Gott und was ist sein Plan für seine Schöpfung?; wer ist der Mensch bzw. soll er sein?; was ist der Sinn des Ganzen?
h2.slide(style="margin-top: 50px;") Die Bibel zwei-einig
p.slide
| Die Bibel besteht aus zwei Teilen, dem Alten Testament (AT) und dem Neuen Testament (NT).
p.slide
| Dabei ist das Neue Testament eine Ergänzung des Alten Testamentes, ohne es aufzuheben oder für unwichtig zu erklären ganz im Gegenteil.
p.slide
| <q>Altes Testament</q> ist also im Doppelsinn von <q>älter als das NT</q> und gleichzeitig <q>Basis für das NT</q> zu verstehen.
p.slide
| Unser Altes Testament ist grob gesprochen die Bibel der Juden, und damit auch die Bibel Jesu und der ersten Christen, die wiederum das Neue Testament geschaffen haben.
p.slide
| Wichtige Themen des Neuen Testamentes etwa die Nächstenliebe sowie die Barmherzigkeit Gottes finden sich auch schon im Alten Testament.
h2.slide(style="margin-top: 50px;") Bibelstellenangaben verstehen
p.slide Alle Bibelstellenangaben folgen dem Schema
p.slide(style="padding-left: 30px;")
b [Buch (abgekürzt)] [Kapitel], [Vers]
p.slide Beispiel: Am 7,14 meint den 14. Vers des 7. Kapitels im Buch Amos.
p.slide Ein Bindestrich ist als bis zu lesen.
p.slide.nomarginbottom Ein Punkt verbindet Gleiches mit Gleichem:
p.slide.nomarginbottom Am 7,14.15 meint also die Verse 14 und 15 im 7. Kap. im Buch Amos,
p.slide.nomarginbottom Am 7.9 meint die Kapitel 7 und 9 im Buch Amos.
+bottom_01("allgemein")
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@@ -0,0 +1,200 @@
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+headline("Einführung in die Bibel")
span Das Alte Testament
table.vertical-border.table.slide
tbody
tr(style="border-bottom: solid 1px #dddddd;")
td(style="border-top: 0px;")
b Entstehung(szeit)
td(style="border-top: 0px;")
span.slide Das Alte Testament ist in komplexen und vielschichtigen Prozession entstanden, die sich etwa vom 8. vorchristlichen bis ins 1. christliche Jahrhundert erstreckt haben.
tr.slide
td
b Sprache
td.slide
| Das AT wurde größtenteils auf Hebräisch verfasst. Einige Abschnitte sind in aramäischer Sprache geschrieben. Wenige Bücher liegen in Griechisch vor: teils handelt es sich um griechische Übersetzungen einst hebräischer Vorlagen, teils wurden sie gleich in Griechisch, der Weltsprache seit den Eroberungszügen Alexanders des Großen (356 323 v. Chr.), verfasst.
p.slide
| Die frühen Christen benutzten die griechische Übersetzung des AT (LXX, Septuaginta), die seit dem 3. Jhdt. v. Chr. entstand und wohl um die Zeitenwende abgeschlossen war.
h2.slide(style="margin-top: 50px;") A) Pentateuch/Fünfbuch/<q>Fünf Bücher des Mose</q>/Tora
p.slide
i.small Wenn im Alten oder Neuen Testament über <q>das Gesetz</q> gesprochen wird, dann ist dieser Teil der Bibel gemeint!
table.vertical-border.table.slide
thead
tr
th(style="width: 17%") Genesis
th(style="width: 17%")
span.slide Exodus
th(style="width: 17%")
span.slide Levitikus
th(style="width: 17%")
span.slide Numeri
th(style="width: 32%")
span.slide Deuteronomium
tbody
tr
td.slide Schöpfung;<br>Abraham Isaak Jakob;<br>Josef und seine Brüder
td.slide Berufung des Mose, Auszug aus Ägypten bis zum Sinai, Zehn Weisungen
td.slide Versöhnungsritual (→&nbsp;Barmherzigkeit Gottes) als Mitte der Tora; Nächstenliebe
td.slide Wüstenwanderung vom Sinai bis an den Rand des <q>gelobten Landes</q>
td.slide <q>Zweites Gesetz</q>: als große Moserede gestaltet, die die Weisungen Gottes nochmals wiederholt (einschl. Zehn Weisungen), quasi als „Gebrauchsanweisung“ für das „gelobte Land“
h2.slide(style="margin-top: 50px;") B) Die Bücher der Geschichte
h3.slide 1) Das Deuteronomistische Geschichtswerk (DtrG)
table.vertical-border.table.slide
thead
tr
th(style="width: 20%") Josua
th(style="width: 20%")
span.slide Richter
th(style="width: 20%")
span.slide | Rut |
th(style="width: 20%")
span.slide 1 + 2 Samuel
th(style="width: 20%")
span.slide 1 + 2 Könige
tbody
tr
td(colspan=5).slide
| Erzählt von der Gabe des Landes durch Gott („Landnahme“) bis zum Verlust des Landes (→ Exil in Babylon, 6. Jhdt. v. Chr.) aufgrund der Tatsache, dass man sich nicht an die „Gebrauchanweisung“ (→ Deuteronomium!) gehalten hat. Das DtrG erzählt eine wechselvolle Geschichte voller Höhen und Tiefen, Glaubensabfall und Erneuerung bis hin zur Katastrophe, als die Babylonier das Land eroberten.
br
span.slide Das Buch Rut, das die Vorgeschichte des König David erzählt, ist erst später an diese Stelle gesetzt worden.
h3.slide 2) Die Bücher der Chronik
table.vertical-border.table.slide
thead
tr
th(style="width: 100%") 1 + 2 Chronik
tbody
tr
td.slide
| Erzählen nochmal von Adam ausgehend die Geschichte der Menschheit bzw. Israels (zum Teil in „Geschlechterlisten“ [quasi Stammbäumen]) bis hin zur Katastrophe im 6. Jhdt. v. Chr., also die gleiche Spanne wie Tora und DtrG, aber mit anderen Akzenten. Die Bücher der Chronik schließen mit einem Ausblick auf das Ende des Exils in Babylon.
h3.slide 3) Die Bücher Esra und Nehemia
h3.slide 4) Weitere Bücher der Geschichte
h2.slide(style="margin-top: 50px;") C) Die Bücher der Lehrweisheit; Psalmen
p.slide
i Hier nur eine Auswahl
table.vertical-border.table.slide(data-subslides="#ijob")
thead
tr
th(style="width: 33%") Ijob
th(style="width: 33%")
span.slide(data-subslides="#psalmen") Psalmen
th(style="width: 33%")
span.slide(data-subslides=".kohelet") Kohelet
tbody
tr
td.nodisplay#ijob
| Frage nach Gottes Gerechtigkeit angesichts von eigenem Leid, an dem man nicht selber schuld ist.
br
| Ijob verstummt angesichts seiner Einsicht, dass sich Gott trotz allem als Bezwinger des Chaos erweist.
td.nodisplay#psalmen Sammlung von 150 Gebeten/Liedern
td.nodisplay.kohelet
| Frage nach dem Glück angesichts der Endlichkeit des Lebens:
br
span.nodisplay.kohelet Glück ist das, was ich nicht selber geschafft habe, sondern letztlich von Gott als ein Geschenk bekommen habe.
h2.slide(style="margin-top: 50px;") D) Die Bücher der Propheten
p.slide Propheten sind nicht Wahrsager und weissagen nicht (ferne) Zukunft.
p.slide Vielmehr deuten sie von der Offenbarung Gottes her die Gegenwart. Einerseits mahnen sie dazu, den Weg Gottes zu gehen, und warnen vor den Folgen, wenn man ihn verlässt. Andererseits sprechen sie von Gottes Treue zu seinem Bund und verkünden sein heilbringendes Eingreifen in der größten Not des Volkes Israel, dem Exil in Babylon (6. Jhdt. v. Chr.).
p.slide Die Bücher der einzelnen Propheten enthalten meist nicht nur Worte des jeweiligen Propheten, sondern wurden auch immer wieder überarbeitet und ergänzt
h3.slide 1) Die <q>großen</q> Propheten
p.slide
i Das <q>groß</q> bezieht sich hier vor allem auf die Länger der Bücher.
table.vertical-border.table.slide(data-subslides="#jesaja")
thead
tr
th(style="width: 16%") Jesaja
th(style="width: 16%")
span.slide(data-subslides="#jeremia") Jeremia
th(style="width: 16%")
span.slide(data-subslides="#klagelieder") Klagelieder
th(style="width: 16%")
span.slide(data-subslides="#baruch") Baruch
th(style="width: 16%")
span.slide(data-subslides="#ezechiel") Ezechiel
th(style="width: 18%")
span.slide(data-subslides="#daniel") Daniel
tbody
tr
td.nodisplay#jesaja
| Der Grundstock geht auf den Propheten Jesaja im 8. Jhdt. v. Chr. zurück.
br
| Wichtig sind die Überarbeitungen kurz vor Ende bzw. nach dem Exil (Deuterojesaja, Tritojesaja), die von Gottes rettendem Eingreifen zur Beendigung des Exils künden bzw. dazu aufrufen, diesen allein aus Gnade geschenkten Neuanfang auch zu nutzen.
td.nodisplay#jeremia Jeremia wirkte Ende 7./Anfang 6. Jhdt. v. Chr. Sein Ruf zur Umkehr zu Gott verhallte ungehört, das Unheil nahm seinen Lauf: Das Volk musste ins Exil in Babylon. Angesichts dieser Katastrophe stellt Jeremia den Neuen Bund zwischen Gott und seinem Volk in Aussicht.
td.nodisplay#klagelieder Der Untergang Jerusalems wird beklagt. Die Klagelieder sollen mit Jeremia in Verbindung stehen.
td.nodisplay#baruch Fiktiv ist Baruch der Sekretär Jeremias; doch das Buch ist erst im 2./1. Jhdt v. Chr. entstanden. Es versucht, den Menschen seiner Zeit eine Synthese der Theologie der ganzen Bibel zu bieten.
td.nodisplay#ezechiel Ezechiel wurde in den ersten Jahren des Exils in Babylon berufen. Zunächst spricht er Gerichtsworte gegen Jerusalem, nach dessen Zerstörung bringt er im eindrücklichen Bild der „Auferstehung des Volkes“ die Erwartung zum Ausdruck, dass Gott sich seinem Volk neu zuwenden und es wieder heimführen wird ins Land Israel.
td.nodisplay#daniel
| Daniel ist kein Prophet wie die anderen atl. Propheten, dieses Buch wird aufgrund seiner Visionen aber bei ihnen eingeordnet. Auch handelt es sich bei Daniel um eine fiktive Gestalt. Das macht das Buch auch selbst deutlich.
br
| Wichtig ist die Botschaft: auch die größten Reiche in ihrer Macht sind vor Gott wie ein Nichts; er allein ist Herr der Geschichte und wird sie einem für den Glaubenden guten Ende entgegen führen.
h3.slide 2) Die <q>kleinen</q> Propheten - das Zwölfprophetenbuch
p.slide
i Hier nur eine Auswahl
table.vertical-border.table.slide(data-subslides="#hosea")
thead
tr
th(style="width: 16%") Hosea
th(style="width: 16%")
span.slide(data-subslides="#amos") Amos
th(style="width: 16%")
span.slide(data-subslides="#jona") Jona
th(style="width: 16%")
span.slide(data-subslides=".sacharja") Sacharja
th(style="width: 16%")
span.slide(data-subslides=".maleachi") Maleachi
tbody
tr
td.nodisplay#hosea
| Hosea wirkte im 8. Jhdt. v. Chr.
br
| Er spricht von der Enttäuschung, die Gott in seiner Liebe zu seinem Volk erleben musste: diese Liebe stieß nicht auf Gegenliebe.
br
| Doch Gott wendet sich nur kurzzeitig ab; er erneuert seine Liebe zu seinem Volk, die eine Erneuerung der Liebe des Volkes zu ihm auslösen soll.
td.nodisplay#amos Sehr scharfer Sozialkritiker im 8. Jhdt. v. Chr. Er beklagt das Leben einer Wohlstandsschicht auf Kosten der sozial Schwachen, rücksichtsloses Gewinnstreben in der Wirtschaft und Rechtsbeugung. Wie viele andere Propheten auch macht er deutlich, dass Gottesdienst nicht nur etwas sakral-liturgisches ist, sondern vor allem in der Sorge um den Mitmenschen und sozialer Gerechtigkeit besteht.
td.nodisplay#jona
| Wieder ein fiktiver Prophet. Das Buch ist eine Lehrerzählung.
br
| Am Beispiel Ninives Inbegriff von Feindschaft und Gottesferne zeigt es Gottes Langmut und Barmherzigkeit auf.
br
| Ninive geht auf die Predigt des Jona hin den Weg der Umkehr und Gott lässt seine angekündigte Barmherzigkeit walten.
td.nodisplay.sacharja
| In nachexilischer Zeit entstanden; schildert den mühevollen Neubeginn nach dem Exil im 6. und 5. Jhdt. v. Chr. Ermuntert zum Wiederaufbau und spricht Mut zu, ermahnt aber auch.
br
i.nodisplay.sacharja Von Belang ist die Ankündigung eines Friedenskönigs(→ Jesu Einzug in Jerusalem auf einem Esel).
td.nodisplay.maleachi
| In nachexilischer Zeit entstanden; schildert den mühevollen Neubeginn nach dem Exil im 6. und 5. Jhdt. v. Chr. Ermuntert zum Wiederaufbau und spricht Mut zu, ermahnt aber auch.
br
i.nodisplay.maleachi Schließt mit der Erwartung, dass Gott den Propheten Elija schicken würde vor dem Ende der Welt (→ Wirken Johannes des Täufers, der sich kleidet wie Elija, vom nahen Ende der Weltzeit spricht und zur Umkehr aufruft).
+bottom_01("AT")
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@@ -0,0 +1,141 @@
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+headline("Einführung in die Bibel")
span Das Neue Testament
p.slide Das Neue Testament ist der spezifisch christliche Teil der Bibel. Es erzählt von Jesus Wirken, Sterben und Auferstehen (→ Evangelien) und enthält weitere Dokumente aus dem frühen Christentum (vor allem die Apostelgeschichte und Briefe des Apostels Paulus). Das Neue Testament ist damit die Grundlage christlichen Glaubens.
p.slide Das NT ist durchweg auf Griechisch verfasst.
p.slide(style="margin-bottom: 2px;")
b Begriffsklärungen
table.vertical-border.table-sm.slide(style="width: 100%;")
tbody
tr(style="border-bottom: solid 1px #dddddd;")
td(style="border-top: 0px; width: 10em;")
b Judenchristen
td(style="border-top: 0px;")
span.slide Juden, die sich zu Jesus als Messias bekennen im Unterschied zu den übrigen Juden, die Jesus als Messias ablehnen.
tr.slide
td(style="vertical-align: top;")
b Heidenchristen
td.slide
| Ehemalige Heiden, die den christlichen Glauben angenommen haben.
br
span.slide
| Ein Teil von ihnen dürfte vorher zur Gruppe der <q>Gottesfürchtigen</q> gehört haben, die sich für den jüdischen Glauben
| interessiert haben, aber nicht konvertiert sind, weil dies in ihrem gesellschaftlichen Umfeld nicht machbar war
| (→ jüdische Speise- und Reinheitsvorschriften).
h2.slide(style="margin-top: 50px;") A) Evangelien und Apostelgeschichte
table.vertical-border.table.slide
thead
tr
th(style="width: 20%") Matthäus
th(style="width: 20%")
span.slide Markus
th(style="width: 20%")
span.slide Lukas
th(style="width: 20%")
span.slide Johannes
th(style="width: 20%")
span.slide Apostelgeschichte
tbody
tr
td.slide
| Wohl kurz nach 80 n. Chr. in Syrien verfasst von einem Judenchristen für Judenchristen.
br
| Wichtig ist die Ethik der Bergpredigt bis hin zur Feindesliebe.
br
| Darüber hinaus spielt die Öffnung der Gemeinde für (ehemalige) Heiden eine wichtige Rolle (→ Sterndeuter, Missionsbefehl am Ende) bei gleichzeitiger Verwurzelung in den Traditionen des Judentums.
td.slide
| Ältestes und gleichzeitig kürzestes Evangelium.
br
| → eigene Einleitung
td.slide
| Wohl zwischen 80 und 90 n. Chr. verfasst; Ort unklar; von einem Judenchristen für eine mehrheitlich heidenchristliche Gemeinde.
br
| Lk hat eine deutliche <q>Option für die Armen</q> und unterstreicht Jesu Zuwendung zu den Sündern. Daneben beschäftigt er sich mit dem Ausbleiben/Verzögern der Wiederkunft Jesu (<q>Parusieverzögerung</q>). Auch spiegeln sich Konflikte mit der römischen Staatsmacht einerseits und jüdischen Gemeinden andererseits wider.
td.slide
| Das JohEv ist in einem mehrstufigen Prozess entstanden; Ort(e) unklar. Gerichtet an eine mehrheitlich heidenchristliche Gemeinde.
br
| Auffällig ist die tief durchdachte Deutung der Person Jesu (→ Jesus als <q>Wort Gottes</q>; Ich-bin-Worte).
td.slide Ist die Fortsetzung des LkEv und stammt vom gleichen Autor. Ausgehend von der Himmelfahrt Jesu und vor allem dem Pfingstereignis wird die Geschichte der frühen Kirche erzählt. Besonders viel Raum nehmen die Missionsreisen des Apostels Paulus ein bis dieser am Ende der Apg als Gefangener in Rom ankommt.
p.slide Die Evangelien nach Matthäus, Markus und Lukas werden als synoptische Evangelien bezeichnet. Sie haben einen ähnlichen Aufbau und viele Erzählungen sind bei Mt, Mk und Lk oder auch nur Mt und Lk (ohne Mk) vorhanden und teils nahezu wortgleich. Man kann sie daher in einer Zusammenschau (<q>Synopse</q>) gut nebeneinander stellen und vergleichen.
p.slide Heute geht man davon aus, dass Matthäus und Lukas das Evangelium nach Markus kannten und für ihr Evangelium als Quelle benutzt haben. Daneben haben beide eine weitere gemeinsame Quelle benutzt, die sog. Logienquelle (Spruchquelle, Q) sie ist aber nicht erhalten. Außerdem haben beide jeweils Sondergut verarbeitet, also Worte Jesus und Erzählungen, die sich nur im jeweiligen Evangelium finden.
p.slide Das Evangelium nach Johannes fällt in vielfältiger Weise etwas aus der Reihe (Aufbau, Nachdenken über die Person Jesu, anderer Erzählstil etc.). Man geht heute aber davon aus, dass Johannes mindestens eines der anderen drei Evangelien kannte.
h2.slide(style="margin-top: 50px;") B) Die Briefliteratur des Neuen Testamentes
p.slide Das Neue Testament enthält eine Reihe von Briefen. Sie wurden an Gemeinden geschrieben, um auf Probleme dort zu antworten, theologische Fragen zu klären oder auch generell die christliche Theologie darzustellen.
p.slide Die Gattung <q>Brief</q> darf dabei nicht irreführen: Es sind größtenteils nicht gerade kurze Schreiben, die da verschickt wurden (Röm und 1 Kor haben sogar jeweils 16 Kapitel!).
h3.slide 1) Die Briefe des Apostels Paulus
p.slide Paulus darf wohl als wichtigster Theologe des ganz frühen Christentums gelten. Auf mehreren Missionsreisen hat er in Kleinasien (heutige Türkei) und Griechenland christliche Gemeinden gegründet, die er immer wieder besucht hat und mit denen er durch Briefe auch in seiner Abwesenheit verbunden blieb. Seine Briefe sind von bleibendem Wert und wurden gerade deshalb gesammelt und weitergegeben.
p.slide Sieben der dem Paulus zugeschriebenen Briefe stammen tatsächlich von ihm.
br
span.slide Sie entstanden zwischen 50 und 56 n. Chr.
ul.nodisplay
li.slide Römerbrief
li.slide Erster Korintherbrief
li.slide Zweiter Korintherbrief
li.slide Galaterbrief
li.slide Philipperbrief
li.slide Erster Thessalonicherbrief
li.slide Brief an Philemon
h3.slide 2) Dem Paulus zugeschriebene Briefe
p.slide Diese Briefe stammen nicht von Paulus, firmieren im Neuen Testament aber unter seinem Namen.
p.slide Solche pseudepigraphischen Briefe waren in der Antike keine Seltenheit: man schreibt unter einem anderen, bekannten Namen und benutzt so für das eigene Schreiben die Autorität, die jemand anderes hat. Dabei geht es im Neuen Testament um Weiterentwicklungen und ergänzende Sichtweisen, nicht um Gegenbriefe.
p.slide Alle diese Briefe sind verfasst, als Paulus bereits verstorben war (in einem Zeitraum bis ca. 140 n. Chr.).
ul.nodisplay
li.slide Epheserbrief
li.slide Kolosserbrief
li.slide Zweiter Thessalonicherbrief
li.slide Pastoralbriefe
br
span.slide Fiktiv an (zwar historische, aber bereits verstorbene) Personen (, die Mitarbeiter des Paulus waren,) geschrieben; wollen im Namen des Paulus Regeln für die Gemeindeleitung einschärfen.
ul.nodisplay
li.slide 1. + 2. Brief an Timotheus
li.slide Brief an Titus
li.slide Hebräerbrief
h3.slide 3) Die katholischen (= allgemeinen) Briefe
p.slide In dieser Gruppe sind jene Briefe eingeordnet, die sich nicht an einen bestimmten Adressaten richten; Ausnahmen sind 2 Joh und 3 Joh, die aber zum 1 Joh gestellt wurden.
p.slide Alle diese Briefe sind Lehr- und Mahnschreiben, die zur Treue gegenüber dem in der Taufe angenommenen Glauben aufrufen, den sie jeweils akzentuiert erinnern.
p.slide Diese Briefe sind zwischen 80 und 120 n. Chr. entstanden.
p.slide Die Jakobus, Petrus und Judas zugeschriebenen Briefe stammen nicht von diesen selber, sondern nutzen deren Autorität bzw. fühlen sich diesen Personen verpflichtet.
ul.nodisplay
li.slide Jakobusbrief
li.slide 1. und 2. Petrusbrief
li.slide 1., 2. und 3. Johannesbrief
li.slide Judasbrief
h2.slide(style="margin-top: 50px;") C) Offenbarung
p(style="margin-bottom: 1px;").slide
b Offenbarung des Johannes
p.slide Letztes Buch der Bibel insgesamt.
p.slide Wohl in den 90ern des 1. Jhdt. entstanden und gegen den Kaiserkult also gegen die gottgleiche Verehrung des römischen Kaisers gerichtet, durch den die Kirche bedrängt wird. Christus und der Kirche gilt es gerade in dieser schwierigen Situation treu zu bleiben. Denn am Ende wird Gott Herr über alles sein und einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen.
p.slide Spricht vom Ende der Welt in Rückgriff auf die Erzählungen von der Schöfpung (→ Genesis, erstes Buch der Bibel): was damals schon als Ziel der ganzen Schöpfung im Raum stand, wird am Ende der Welt Wirklichkeit: Gottes Wohnen mitten unter den Menschen.
+bottom_01("NT")
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@@ -0,0 +1,146 @@
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+headline("Einführung in die Bibel")
span Das Evangelium nach Markus
span.small - Eine knappe Einführung
p.slide.nomarginbottom
b Entstanden kurz nach 70. n. Chr. in Rom.
p.slide.nomarginbottom
| Zeitgeschichtlicher Kontext
ul.nodisplay
li.slide Christenverfolgung in Rom unter Kaiser Nero 64 n. Chr. mit vielen Toten.
li.slide Zerstörung des Tempels in Jerusalem 70 n. Chr.
br
span.slide → Neues Erstarken der Erwartung, dass Jesus sehr bald wiederkommt.
li.slide Vespasian wird 69 n. Chr. römischer Kaiser
br
span.slide ein grandioser Aufstieg, dem viele im Kleinen und Großen nacheifern wollen.
p.slide
b Von einem Heidenchristen für eine mehrheitlich heidenchristliche Gemeinde geschrieben.
p.slide
b Das Evangelium versteht sich als fundierende (= grundlegende) Geschichte für alle, die Jesus nachfolgen wollen.
p.slide.nomarginbottom
b Wichtige Themen:
ul.nodisplay
li.slide Unterordnung der Wunder unter die Lehre Jesu und seinen Weg des Dienens bis ans Kreuz.
li.slide Dem Aufstieg Vespasians zum Kaiser stellt Markus den Abstieg Jesu bis zum Tod am Kreuz gegenüber.
li.slide Wer zu Jesus gehören will, muss wie er den Weg des Dienens gehen dies gilt gerade gegenüber den Letzten und Geringsten in einer Gesellschaft.
li.slide Christliches Bekenntnis geschieht nicht nur im Wort, sondern auch in der Tat.
li.slide Die Mission unter Heiden geht auf Jesus selbst zurück, ihnen werden Ohr und Mund für den Glauben an den Gott der Bibel geöffnet (→ Fahrten ans andere Ufer; Heilung des Taubstummen).
h2.slide(style="margin-top: 50px;") Gliederung
table.table.vertical-border.slide
thead
tr
th(style="width: 15%; vertical-align: top;")
span.small
b Mk 1,1-13
br
span Wüste
th(style="width: 25%; vertical-align: top;").box_konz2
span.slide
span.small
b Mk 1,14 8,26
br
span Galiläa
th(style="width: 20%; vertical-align: top;").box_konz3
span.slide
span.small
b Mk 8,27 10,52
br
span Auf dem Weg
br
span.small
b (nach Jerusalem)
th(style="width: 25%; vertical-align: top;").box_konz2
span.slide
span.small
b Mk 11,1 15,39
br
span Jerusalem
th(style="width: 15%; vertical-align: top;")
span.slide
span.small
b Mk 16,1-8
br
span Grab
tbody
tr
td
p.slide Ort des Todes und des Neuanfangs
td.box_konz2
p.slide(style="margin-bottom: 2px;") Ort von Predigt und Heilung.
p.slide(style="margin-bottom: 2px;") Reger Zulauf - Begeisterung der Massen.
p.slide(style="margin-bottom: 2px;") Jüngerberufungen.
p.slide(style="margin-bottom: 2px;") Anfanghafter, erfolgreicher Vorstoß ins Heidenland.
p.slide
i Abschluss: Blindenheilung
td.box_konz3
p.slide(style="margin-bottom: 2px;") Jesus ist mit den Jüngern allein und erklärt ihnen, was es heißt, in seiner Nachfolge zu stehen.
p.slide
i Abschluss: Blindenheilung
td.box_konz2
p.slide(style="margin-bottom: 2px;") Konflikt mit den Autoritäten.
p.slide(style="margin-bottom: 2px;") Zerfall des Jüngerkreises.
p.slide Die Massen wenden sich gegen Jesu.
td
p.slide Ort des Todes und des Neuanfangs.
p.slide(data-slidefunc="gliederung_konzentrisch") Es zeigt sich ein konzentrischer Aufbau.
p.slide Die beiden Blindenheilungen, die den Mittelteil rahmen, deutet an: im Mittelteil <q>Auf dem Weg</q> sollen den Jüngern den Lesern! die Augen aufgehen!
script.
function gliederung_konzentrisch(isvisible) {
if(isvisible) {
$(".box_konz2").css("background-color", "yellow");
$(".box_konz3").css("background-color", "orange");
}
else {
$(".box_konz2").css("background-color", "white");
$(".box_konz3").css("background-color", "white");
}
}
h3.slide Das Sieben-Wochen-Schema
p.slide.nomarginbottom Folgt man diversen Zeitangaben im Evangelium, kann man das Wirken Jesu in sieben Wochen einteilen was theologisch, nicht historisch zu verstehen ist.
ul.nodisplay
li.slide Die siebte <q>Woche</q>, die in Jerusalem spielt, ist die <q>Woche</q> der Vollendung des Wirkens Jesu:
br
span.slide <b>Wie Gott sein Werk in 7 Tagen vollendete, so Jesus sein Wirken in 7 Wochen.</b>
li.slide Der erste Tag der Woche in Mk 16,1 ist dann der Sonntag der 8. <q>Woche</q>.
br
span.slide Diese <b>achte Woche ist nach vorne hin offen in die durch Jesu Tod und Auferstehung eröffnete neue Zeitepoche.</b>
br
span.slide
i In ihr leben die Leser des Evangeliums!
br
span.slide
b In ihr soll das Evangelium verkündet, gelesen und hoffentlich verstanden und gelebt werden.
h2.slide(style="margin-top: 50px;") Ende ist Anfang
p.slide
| Als am Ende des Evangeliums die Frauen im Grab die Auferstehungsbotschaft vernehmen, erhalten sie den Hinweis, dass man Jesus in Galiläa sehen wird.
br
span.slide Das kann als Aufruf verstanden werden, das Evangelium, das mit dem Wirken Jesu in Galiläa beginnt, (immer wieder) neu zu lesen und dabei immer tiefer in die Jesus-Nachfolge einzutreten.
br
span.slide So zielt das Evangelium darauf ab, im eigenen Leben umzusetzen, dass das Reich Gottes auf dieser Erde schon begonnen hat, wie Jesus am Beginn seines Wirkens in Galiläa verkündet hat.
+bottom_01("mk")
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+headline("Einführung in die Bibel")
span <q>Steckbrief</q> Jesus von Nazareth
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b Geboren
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span.slide in den letzten Jahren der Regierung Herodes d. Großen (37 4 v. Chr.), also wohl zwischen 6 und 4 v. Chr.
br
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| (Die erst im 6. Jhdt. erfolgte Berechnung des Geburtsjahres Jesu und die noch später erfolgte
| Einteilung der Jahreszählung in vor/nach Christus geht von einem falschen Geburtsjahr Jesu aus.)
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b Geburtsort
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span.slide Nazareth
br
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| (Matthäus und Lukas erzählen zwar, Jesus sei in Betlehem geboren. Damit wollen sie aber nicht historische Wirklichkeit
| wiedergeben, sondern Jesus mit dem großen König David verbinden, der in Betlehem geboren wurde.
| Aus seiner Familie sollte der Messias hervorgehen.)
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b Eltern
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span.slide Maria (Miriam) und Josef
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b Frühe Jahre
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span.slide - nichts bekannt -
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b Beruf
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| Bauhandwerker
|
span.small (bis zu seinem öffentlichen Wirken)
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| (Oft liest man Zimmermann, doch ist dies zu spezifisch;
| das griechische Wort ist allgemeiner zu verstehen.)
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| In den 20er Jahren des 1. Jhdt. n. Chr. schloss sich Jesus der Umkehrbewegung Johannes des Täufers an, von dem er sich taufen ließ.
| Johannes predigte das unmittelbar bevorstehende Gericht und rief zur Umkehr auf.
| Die Taufe besiegelte diese Umkehr und sprach Sündenvergebung zu eine Gegenveranstaltung zum Tempel in Jerusalem.
| Dieser war in den Augen des Johannes und seiner Anhänger nicht mehr in der Lage, seinen Zweck zu erfüllen:
| die Begegnung mit Gott ermöglichen, Gottes Segen vermitteln, das gläubige Volk stetig durch die Begegnung mit Gott erneuern
| und stärken.
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| Nach dem gewaltsamen Tod des Täufers trat Jesus als Wanderprediger auf.
| Er betonte stärker als Johannes die Gnade Gottes und vertrat die Meinung, dass das Reich Gottes schon begonnen hat.
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| Dieses Reich Gottes kommt nicht mit einem großen Schlag, sondern entfaltet sich;
| es ist da, zwar anfanghaft, aber doch da und entfaltet sich.
| Seine Gleichnisse vom Wachsen (z. B. Gleichnis vom Senfkorn) künden von dieser seiner Überzeugung.
| Jesus war sicher: das Böse ist schon grundsätzlich besiegt und überwunden. Das zeigten für ihn auch seine Dämonenaustreibungen.
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| Jesus wollte das Gottesvolk erneuern, also neu mit Gott verbinden und den Zusammenhalt im Volk fördern.
| Als äußeres Zeichen dieser Erneuerungsabsicht wählte er aus einfachen Leuten Fischern und Bauern zwölf Jünger aus (→ Apostel).
| Die Zwölfzahl beruht darauf, dass das Volk Israel aus zwölf Stämmen bestand.
| So wie es einst die zwölf Söhne des Patriarchen Jakob waren, die das Volk Israel und seine Stämme repräsentierten,
| so sollten die zwölf Apostel das erneuerte Gottesvolk repräsentieren.
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| Die Anhängerschaft Jesu war größer als diese zwölf und bestand aus Männern und Frauen.
| Nicht dabei war seine Familie, die ihn für verrückt hielt. Auch in seiner Heimat Nazareth stieß er auf Ablehnung.
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| Jesus lebte ganz aus den Traditionen Israels.
| In Aufgriff und Weiterführung dieser Glaubenstradition verkündete Jesus Gott als <q>ungeheuere ethische Energie</q>.
| Jesus sprach vom Reich Gottes, das in diese Welt einbrechen und sie verwandeln will
| zur Rettung für die Armen, Schwachen, Ausgestoßenen und Kranken in der Welt.
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| Für diejenigen aber, die sich nicht von diesem Geschehen ergreifen lassen, würde es zum <q>Höllenfeuer</q> des Gerichts werden.
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| Jeder Einzelne sei daher vor die Wahl gestellt, ob er sich ergreifen lasse von Gottes in diese Welt hereinbrechenden Reich
| oder ob er sich verschließen und damit dem Gericht aussetzen will.
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| Besonders wandte sich Jesus den <q>Zöllnern und Sündern</q> zu, was ihn in Konflikt mit den Frommen brachte;
| sein Anliegen war, die <q>Zöllner und Sünder</q> durch die Begegnung mit ihm zur Umkehr zu bewegen.
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| Um auch die einfachen Menschen zu erreichen, verkündete Jesus seine Botschaft in anschaulichen Gleichnissen.
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| Im Zentrum der Ethik Jesu steht das Gebot der Gottes- und Nächstenliebe,
| das Jesus jedoch radikalisierte zur Verpflichtung, auch die Feinde, die Fremden und die religiös am Rande Stehenden zu lieben.
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| Die religiösen Vorschriften des Judentums legte Jesus so aus, dass sie dem Leben dienen sollen und nicht Selbstzweck sind.
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| Immer wieder kam es zum Konflikt mit jüdischen Autoritäten, die bei der Frage, wie Gottes Wille auszulegen ist,
| teils andere Akzente setzten.
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| Zugespitzt hat sich der Konflikt in Jerusalem.
| Dort stellte sich Jesus gegen den Tempel bzw. die jüdischen Führer, die hinter dem Tempel standen
| (→ Prophetie gegen den Tempel; Tempelreinigung).
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| Weil der Tempel für Jesus wie schon für Johannes den Täufer seine Funktion nicht mehr erfüllen konnte,
| setzte Jesus am Abend vor seinem Tod als Ersatz einen einfachen Mahl-Ritus ein,
| den die Jünger in Erinnerung an ihn und in Erwartung des endgültigen Kommens des Reiches Gottes begehen sollten
| (→ „Eucharistiefeier“).
| Er versinnbildlicht einerseits das Sterben Jesu zugunsten seiner Jünger („für euch“),
| andererseits war er eine Vorwegnahme des himmlischen Hochzeitsmahles, das für Jesus Sinnbild des kommenden Reiches Gottes ist.
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| Nach dem Mahl wurde Jesus verhaftet; Judas, einer aus dem engsten Kreis, hatte Jesu Aufenthaltsort verraten.
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| Nach Verhören vor dem Hohen Rat (Jüdische Führung) und dem römischen Statthalter Pontius Pilatus
| wurde Jesus von letzterem als politischer Unruhestifter zum Tode verurteilt und (sehr wahrscheinlich im April 30 n. Chr.) gekreuzigt.
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| Damit war die Jesus-Bewegung zunächst zu einem Ende gekommen.
| Die Jünger, die vor der Kreuzigung Jesu alle geflohen waren nur einige Frauen verfolgten die Kreuzigung Jesu ,
| begruben all ihre in Jesus gesetzten Hoffnungen.
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| Doch dann geschah das Unerwartete: Jesus erschien ausgewählten Jüngern.
| Sie verkündeten: wir haben Jesus gesehen, er ist vom Tode erstanden, er lebt.
| Ein neues Nachdenken über das, was sich mit und durch Jesus von Nazareth ereignet hat, setzte ein.
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| So entstand das Christentum als eine Untergruppe des Judentums.
| Im Laufe des 1. Jhdt. trennte es sich schließlich nach und nach von seiner Mutterreligion.
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