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Peter Fischer
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span Reicher Fischfang/<q>Berufung</q> des Petrus
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h5.card-title Jesus, der Menschenfischer
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p
| Lukas gestaltet die Szenerie im Vergleich zur Mk 1,16-20 um und greift einen Gedanken auf,
| der sich bei Markus erst in 4,1-2 findet: Weil die Menge Jesus bedrängt, <q>flüchtet</q> dieser in ein Boot.
p
| Von diesem Fischer-Boot aus verkündet Jesus nun das Wort Gottes.
p
| Lukas illustriert damit, was Menschenfischer zunächst und zuerst bedeutet:
br
i
| Den Menschen das Wort Gottes verkünden und sie gerade so zusammensammeln.
p.mb-0
| Gleichzeitig erscheint durch die Gestaltung der Szene Jesus selbst sehr augenfällig als
| <i>erster</i>, prototypartiger Menschenfischer.
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h5.card-title
q Menschen fangen
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p
| Der Begriff <q>Menschenfischer</q> hat in der damaligen Zeit einen negativen Klang,
| vergleichbar unserem <q>Nepper, Schlepper, Bauernfänger</q>;
br
| das kommt ja wohl auch davon, dass das im Fischernetz Gefangene zu Tod und Verzehr bestimmt ist ...
p
| Vom Kontext im Evangelium her ist zwar klar, dass es sich um etwas Positives handelt,
| aber Lukas will das auch durch seine Wortwahl unterstreichen:
br
| Er ersetzt den Ausdruck <q>Menschenfischer</q> (Mk/Mt) durch <i><q>Menschen (lebendig) fangen</q></i>.
br
| Das gleiche Wort bedeutet auch <q>beleben</q>, <q>wiederbeleben</q>!
p.mb-0
i
| So wird das Fischerboot zum Rettungsschiff, das Netz zum Rettungsring, das verkündete Wort
| zur rettenden Botschaft!
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h5.card-title
q Auf dein Wort hin
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p
| Die Antwort des Petrus auf den Auftrag Jesu, die Netze zum Fischfang auszuwerfen, klingt
| in der ersten Hälfte ernüchternd:
br
| In der günstigen Nachtzeit wurde nichts gefangen. Und jetzt ist man am hellen Tag,
| der ohnehin eher Misserfolg verspricht.
p
| Die zweite Hälfte der Antwort drückt dann schon den Glauben des Jüngers aus: <q>Auf <i>dein Wort</i> hin ...</q>.
p
| Interessant ist, dass Petrus zwar den eigenwilligen Auftrag Jesu, <i>jetzt</i> die Netze auszuwerfen,
| kommentiert, aber anders als Maria bei der Verkündigung der Geburt Jesu
| nicht auf eine weitere Bekräftigung oder ein Zeichen wartet:
| er handelt voll Vertrauen auf Jesu Wort hin.
p
| Das Wort Jesu gibt Petrus nicht nur gegen alle Wahrscheinlichkeit gerichtete Zuversicht,
| sondern bewirkt auch das Wunder des großen Fischfangs, welches wiederum die Wirkmächtigkeit des Wortes Jesu unterstreicht.
p
| So wird ein Kontrast aufgebaut zwischen einerseits dem eigenen eigentlich den Regeln entsprechenden Handeln der Fischer
| um Petrus, das aber ohne Erfolg bleibt, und andererseits dem fast widersinnigen Folgen des Auftrages Jesu,
| was aber tatsächlich von (übergroßem) Erfolg gekrönt ist.
hr
p.mb-0
| Während wir in der Erzählung vom reichen Fischfang auf <i>die ersten Worte</i> stoßen, die Jesus <i>an Jünger</i> richtet,
| finden wir <i>die letzten Worte</i>, die Jesus dann als Auferstandener, vor der Himmelfahrt <i>zu</i> den <i>Jüngern</i> spricht
| am Anfang der Apostelgeschichte:
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p.mb-0
| Beim gemeinsamen Mahl gebot er ihnen:
| <q>Geht nicht weg von Jerusalem, sondern wartet auf die Verheißung des Vaters,
| die ihr von mir vernommen habt! Denn Johannes hat mit Wasser getauft,
| ihr aber werdet schon in wenigen Tagen mit dem Heiligen Geist getauft werden.</q>
| ...
br
| <q>... ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch herabkommt;
| und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa
| und Samarien und bis an die Grenzen der Erde.</q>
footer.blockquote-footer
cite Apg 1,4-5.8
p
| Die Weisung Jesu an seine Jünger, Jerusalem nicht zu verlassen, sondern auf die Gabe des Geistes zu <i>warten</i>,
| kann im Kontext nur so verstanden werden, dass die Jünger nicht auf eigene Faust
| verkündigen sollen die Forderung Jesu unterstreicht nicht nur die Bedeutung Jerusalems
| sondern impliziert doch wohl auch, dass eine Verkündigung ohne Geistgabe ohne Erfolg sein würde.
br
| Denn der Warnung davor, jetzt (schon) Jerusalem zu verlassen
| und damit eine eigenmächtige Verkündigungstätigkeit zu starten , auf der einen Seite korrespondiert auf der anderen Seite
| die Gabe des Heiligen Geistes <i>als Kraft</i> zu einem die Grenzen Israels überschreitenden Verkündigungsgeschehen:
| wartet auf den Heiligen Geist, er ist die Kraft zur Verkündigung, ohne die nichts läuft!;
//- dass Lukas es so verstanden hat, zeigt sich darin, dass die Jünger nicht nur in Jerusalem bleiben,
//- sondern auch dort nicht verkündigen!!!
br
| das hat eine Analogie im erfolglosen Fischfang des Petrus und dann der Überfülle auf Jesu Wort hin,
br
| und dem Wort an Petrus <q>von jetzt an <u>wirst du Menschen (lebendig) fangen</u></q>
| entspricht das <q><u>ihr werdet meine Zeugen sein</u></q>; letzteres ist das letzte Wort Jesu überhaupt vor der Himmelfahrt.
p
| Wie in Lk 5,1-11 das Wort Jesu auf Petrus <q>wirkt</q>,
//- | der durch das Wunder des Fischfangs für derartiges sensibilisiert war (vgl. seine Reaktion!),
| so wird in Apg 1,9 das <q>ihr werdet meine Zeugen sein</i> durch <q>ihr werdet Kraft empfangen</q> ermöglicht;
| diese beiden Aussagen sind zwar in Apg 1,9 nebeneinandergstellt, aber es sind nicht Aussagen auf der gleichen Ebene,
| vielmehr ist Ersteres Bedingung der Möglichkeit für Letzteres.
br
| Es heißt aber nicht <q>... dann <i>könnt</i> ihr</q>,
| sondern <q>... und ihr <i>werdet</i> meine Zeugen sein</q>! Dass sie es sein werden, ist eine Setzung Jesu,
| ein Werk des Wortes Jesu und der Gabe des Geistes, der Jesu Wort schöpferisch sein lässt
| (wenn auch mit zeitlicher Verzögerung).
p
| Bei <q>von jetzt an wirst du Menschen (lebendig) fangen</q> und <q>ihr werdet meine Zeugen sein</q>
| ist das Wort Jesu also nicht einfach Auftrag (<q>Berufung</q>), auch nicht Befehl,
| auch nicht nur Prophetie und Verheißung, sondern <i>schöpferische Setzung</i>: es bewirkt, was es sagt.
p
| Zunächst sind es die Jünger selbst, an denen sich Jesu schöpferisches Wort auswirkt:
br
| Die Erzählung vom reichen Fischfang <q>endet</q> nach dem Wort Jesu <q>von jetzt an wirst du Menschen (lebendig) fangen</q>
| mit der simplen, nicht weiter kommentierten Notiz, dass Petrus und die Söhne des Zebedäus Jesus folgen (Lk 5,11!).
br
| Später in der Apostelgeschichte werden die Jünger dann das Wort Gottes kraftvoll verkünden
| und damit die Wirkmächtigkeit der schöpferischen Worte Jesu <q>von jetzt an wirst du Menschen (lebendig) fangen</q>
| und <q>ihr werdet meine Zeugen sein</q> belegen.
hr
p
| Mit alledem ist kommt etwas für Lukas sehr wichtiges zum Ausdruck:
br
i
| Die Verkündigung durch die Apostel und das Wirken der Kirche insgesamt
| erhält seine Kraft und Wirkung aus dem <i>schöpferischen</i> Wort Jesu, <q>die Netz auszuwerfen</q>:
| <q>von jetzt an wirst du Menschen (lebendig) fangen</q>.
br
| In der Gabe des Geistes, der auch Jesus erfüllte, ist dann nach Ostern diese schöpferische Setzung
| kraftvoll wirksam.
p
| Ohne dies das Wort Jesu und den Geist sind Verkündigung und Kirche nichts und zum Scheitern verurteilt.
br
| Umgekehrt ist der Beistand gerade auch für widrige Verhältnisse gegeben; es braucht den Glauben des Petrus:
| <q>Auf dein Wort hin ...</q>
p
| Kirche ist als Geschöpf des Wortes Gottes in Jesus und als Geschöpf des Geistes Gottes vorgestellt;
| sie verkündet wie Jesus in der Kraft des Geistes das Wort Gottes als ihre erste und eigentliche Aufgabe
| und ist dabei Zeuge des Heils in Christus.
br
| Mit genau diesen Zügen wird Lukas die Verkündigungstätigkeit in der Apostelgeschichte gegen alle Wiederstände zeichnen.
p
| Hinter der Verkündigung der Kirche steht Gott selbst, der durch sie sein neu-schöpferisches Wirken entfaltet,
| das Menschen zusammensammelt in der Gemeinde Jesus Christi.
p.mb-0
| Wo Kirche aus Eigensinn, Kleingläubigkeit etc. dem nicht entspricht, ist sie aus der Ordnung der <q>Neuen Schöpfung</q>
| herausgefallen wie Adam aus der Ordnung der <q>ersten Schöpfung</q> herausgefallen ist.
br
| Der schöpferischen Setzung durch Jesus entspricht als Modus der Annahme das <q>Auf dein Wort hin</q>:
| der Glaube, der auch Widrigkeiten übersteigt, wie in der ersten Schöpfungserzählung dem <q>Er sprach ...</q>
| das <q>so geschah es</q> entspricht.
//-- p
//-- | Kirche existiert nicht aus sich selbst heraus, und ist nicht ihr eigener Herr.
//-- | Sie ist ganz und gar von Christus und dem Heiligen Geist abhängig.
//-- br
//-- | Daher ist Kirche auch nicht Demokratie und gilt nicht einfach das Wort einer Mehrheit,
//-- | sondern Kirche ist zuerst auf Gott Hörende und gebunden an das Wort Gottes.
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h5.card-title
q Ich bin ein sündiger Mensch
.card-text
p
| Die spontane Reaktion des Petrus auf den überwältigenden, durch Jesu Wort gewirkten Fischfang
| entspricht der (alttestamentlichen) Reaktion des Menschen, wenn er dem Göttlichen begegnet:
| er erkennt seine Niedrigkeit, Unwürdigkeit, Sündhaftigkeit, hier durch die Geste verstärkt: Petrus geht auf die Knie.
br
| Die Antwort Jesu entspricht ihrerseits diesem Schema: <q>Früchte dich nicht!</q> in
| Verbindung mit einer göttlichen Intervention bzw. einem göttlichen Auftrag.
br
| Die Szenerie malt also aus, wie gerade Petrus dem Göttlichen in Jesus begegnet
| und mündet in das schöpferische Wort des Christus, das über Petrus hinaus der Kirche und
| ihrer Verkündigung gilt.
p
| Dass Petrus aber nicht nur erschrickt und/oder sich fürchtet (wie vor ihm Zacharias, Maria, die Hirten),
| sondern sagt <q>Ich bin ein sündiger Mensch!</q>, das ist sicher bedacht von Lukas so erzählt.
p
| Der Leser weiß ja wohl doch schon um das Versagen des Petrus während der Passion Jesu.
br
| Er weiß aber auch, dass Petrus am Anfang dessen steht, was Kirche wurde vor Ostern wie nach Ostern.
br
| Beide Aspekte kommen bereits hier zusammen.
p.mb-0
| So unterstreicht Lukas gerade an Petrus den Sünde überwindenden, schöpferischen
| Neuanfang in Jesus, der wenig später sagen wird: <q>Ich bin nicht gekommen, um Gerechte, sondern Sünder
| zur Umkehr zu rufen.</q> (Lk 5,32).
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h5.card-title Petrus, der Menschenfischer
.card-text
p
| Petrus erscheint hier - wie es synoptischer Tradition (Mk, Mt, Lk) entspricht
| als erstberufener Apostel. Er wird dann im Verlauf des Evangeliums seine <q>übliche</q> Rolle
| als Erster und Sprecher der Apostel ausüben.
p
| Dahinter mag die Erinnerung stecken, dass Petrus tatsächlich der Erstberufene war.
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| Wichtiger ist aber, dass nach Ostern Petrus am Anfang der Sammlungsbewegung stand, die dann zur Kirche
| wurde: Petrus gilt als der Erste, dem der Auferstandene erschienen ist (vgl. Lk 24,34).
p.mb-0
| Da dies ausgerechnet auch Paulus überliefert (1 Kor 15,3b-5), ist daran nicht zu zweifeln.
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h5.card-title Ver-<i>Netz</i>-ung
.card-text
p.small
| Natürlich darf man einzelne Elemente der Erzählung nicht überfrachten.
br
| Aber das Symbol des Netzes, das sich mit dem Fischfang verbindet, welcher in der Erzählung
| zum Symbol der Sammlungsbewegung durch die Verkündigung des Gotteswortes wird, ist es doch wert,
| genauer <q>beleuchtet</q> zu werden.
p
| Unabhängig davon, ob die Fische als Einzeltiere oder als Schwarm vorzustellen sind,
| werden sie durch das Netz <q>zusammengeschweißt</q>, und zwar zu einer Schicksalsgemeinschaft:
br
| man teilt das gleiche Los normalerweise zu Tod und Verzehr, hier aber : Anteil am in Christus eröffneten Heil.
p
| Ein Netz besteht selber aus miteinader verbundenen Knoten.
br
| Das Netz ist Symbol für Verbindung (
+symbol("arrow-right")
| Internet).
br
| Das passt sehr gut zum im Evangelium erzählten Anliegen Jesu, Menschen neu mit Gott und untereinander zu verbinden,
| Sünde, Ausgrenzung und Stigmatisierung zu überwinden.
p
| Da fügt sich auch gut ins Bild, dass ein Fischernetz Fische ganz unterschiedlicher Art <q>einfangen</q> kann,
| eine bunte Sammlung, wie auch Jesus Jüngerschar und schon der Zwölferkreis bunt war.
p
| Weiter gedacht steht das Netz auch für die Verbindung von Gruppen und Gemeinden untereinander, eine Vernetzung auf
| verschiedenen Ebenen (Pfarrei, Seelsorgebereich, Dekanat, Bistum, Weltkirche).
p.mb-0
| Grundlegend bleibt aber, dass Jesus nicht einzelne unverbunden berufen hat, sondern von Anfang an
| auf eine Gemeinschaft abgezielt hat, die durch die Verkündigung des Wortes Gottes und die gläubige Aufnahme entsteht.
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