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Peter Fischer
2019-12-01 20:11:26 +01:00
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@@ -0,0 +1,236 @@
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include ../mixins
block headline
+headline
+headline_item_start
+headline_item_theologische_grundgedanken
+headline_item_active
span Der Anfang vom Ende her (neu) gelesen
block content
p.nomarginbottom.slide Zunächst sei ein Blick auf die <b>Erzählung von der Kreuzigung</b> geworfen:
.viewbox.slide
p.nomarginbottom <i>Verspottung Jesu</i> u. a. durch die jüdischen Führer, mit
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Bezug auf die <i>Tempelzerstörung</i>
li.slide Rückgriff auf <i>Hoheitstitel</i> (<q>Christus</q>, <q>König von Israel</q>) [Mk 15,29-32]
p.nomarginbottom.slide
span.oi.oi-arrow-right
span
|
b negatives Bekenntnis
.viewbox.slide.konzentrisch-2
p.nomarginbottom <i>Finsternis im ganzen Land</i> [Mk 15,33]
br
span.oi.oi-arrow-right
span
|
b Abwesenheit Gottes im Land
.viewbox.slide.konzentrisch-3
p.nomarginbottom <i>Jesu Schrei</i> der <b>Gottverlassenheit</b> [Mk 15,34]
.viewbox.slide.konzentrisch-4
p.nomarginbottom <i>Elija</i> kommt nicht [Mk 15,35-36]
br
span.oi.oi-arrow-right
span
|
b kein himmlischer Helfer
.viewbox.slide.konzentrisch-3
p.nomarginbottom Jesus stribt mit lautem <i>Schrei</i> und <b>haucht den Geist aus</b> [Mk 15,37]
.viewbox.slide.konzentrisch-2
p.nomarginbottom Der <i>Tempelvorhang zerreißt</i> [Mk 15,38]
br
span.oi.oi-arrow-right
span
|
b Abwesenheit Gottes im Tempel
.viewbox.slide
p.nomarginbottom Römischer Hauptmann: <q>Wahrhaftig, dieser Mensch war ein Sohn eines Gottes!</q>
br
span.oi.oi-arrow-right
span
|
b positives Bekenntnis
p.nomarginbottom.slide(style="margin-top: 20px;") <b>Formale Auffälligkeit: <i>konzentrische Gliederung</i></b>
+footnote("Vgl. Schenke, Markus 339-347; Gliederungsgrafik S. 342.")
ol.nodisplay
li.slide <i>Negatives bzw. positivies Bekenntnis</i>.
li.slide <i>Abwesenheit Gottes in Land und Tempel</i>.
br
span.slide.small Anspielung auf die Tempelzerstörung in Mk 15,29-32 und formale Korrespondenz zur Finsternis (= Abwesenheit Gottes im Land)!: Mit dem Zerreißen des Tempelvorhangs kann nichts anders als die Abwesenheit Gottes im Tempel gemeint sein - Präludium seiner Zerstörung 70 n. Chr.
li.slide <i>Jesu doppelter(!) Schrei</i>.
br
span.small.slide Über diesen <i>doppelten</i> Schrei hat man viel nachgedacht - die konzentrische Gliederung zeigt ihn als <q>formale Notwendigkeit</q>!
li.slide <b>Zentrum</b>: <b>Ausbleiben des</b> himmlischen Helfers, konkret des <b>Elija</b>!
ul.nomarginbottom.nodisplay
li.slide
| Zu beachten:
|
q Juden würden den Gebetsruf niemals missverstehen und Römer könnten niemals auf die Figur des Elija kommen.
+footnote("Ebner, Markus 164.")
br
span.slide
span.oi.oi-arrow-right
|
i Es war also der Evangelist selbst, der sicher ganz bewusst in die Mitte der Kreuzigungsszene einen Hinweis auf das (Nicht-)Kommen des Elija gesetzt hat.
li.slide Von Mk 9,9-13 her wissen die Leser: Elija war bereits gekommen, nämlich in der Gestalt Johannes des Täufers.
li.slide Dieser hatte nach Mk 1,2-3 den Auftrag, vor Jesus her den Weg für ihn zu bahnen.
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Damit wird traditionell auf die Umkehrpredigt und Tauftätigkeit des Täufers hingewiesen.
li.slide Markus ist aber auch daran gelegen, dass der <i>Täufer den Weg Jesu insofern gebahnt hat, als er - quasi vor ihm her - den Weg des Leides und gewaltsamen Sterbens gegangen ist.</i>
br
span.slide Dieser Gedanke steckt auch hinter seiner Einspielung der Passion des Täufers in Mk 6,14-29!
br
span.small.slide Auffällig: Mt 3,3 und Lk 3,4-6 bieten zwar auch den Umkehrruf des Täufers in Anlehnung an Jes 40,3 (
span.oi.oi-arrow-right
|
| Mk 1,3); Mk 1,2 - ein Mischzitat aus Mal 3,1 (
span.oi.oi-arrow-right
|
| Elija) und Ex 23,20 (
span.oi.oi-arrow-right
|
| Mose) [
span.oi.oi-arrow-right
|
| Verklärung] - haben beide aber nicht übernommen, wiewohl schon in der jüdischen Tradition dieses Mischzitat auf das Kommen Gottes
| bzw. des Messias bezogen wurde.
+footnote("Vgl. Gnilka, Markus I 44.")
|
| Es zu bieten scheint deshalb innerhalb der christlichen Tradition eine Eigenheit des Markus zu sein;
| Grund dafür dürfte das <q>vor dir her</q> sein!
li.slide
i Dieser Weg Jesu, den Johannes vorausgegangen ist, der ist jetzt am Kreuz an seinem Ziel angekommen.
p.nomarginbottom.slide <b>Inhaltliche Betrachtung: <i>Beziehungen zur Erzählung von der Taufe</i></b>
+footnote("Vgl. Ebner, Einleitung 173.")
ul.nodisplay
li.slide <q>Zerreißen</q> von Tempelvorhang, der den Kosmos abbildet, beim Tod Jesu bzw. <q>Zerreißen</q> des Himmels bei der Taufe Jesu (im Griechischen gleiches Verb!).
li.slide Jesus <i>haucht</i> beim Tod den <i>Geist aus</i>, in der Tauf kam er <i>auf ihn herab</i>.
li.slide Angesichts des Todes Jesu <i>bekennt</i> der römische Hauptmann Jesus <i>als Sohn eines Gottes</i>, bei der Taufe Jesu wird Jesus <i>von Gott als sein Sohn angesprochen</i>.
br
span.small.slide Hinweis am Rande: In Weish 2,13.18 kann der leidende Gerechte <q>Knecht</q>/<q>Sohn</q> Gottes heißen. Die umgebenden Verse passen gut zur Verspottung Jesu bei der Kreuzigung.
li.slide Der Tod Jesu ist von <i>Gottferne</i> geprägt - Gottes Abwesenheit, kein himmlischer Helfer, der Geist wird ausgehaucht, Jesu Wirken als Menschen auf Erden endet -, bei der Taufe Jesu <i>bricht die Welt Gottes in die irdische ein</i>.
p.slide
b Tod und Taufe Jesu sind so sehr deutlich aufeinander bezogen als gegensätzliche Erzählungen.
br
span.slide Eine indirekte Bestätigung dafür, die wie ein Hinweis verstanden werden kann, findet sich in Mk 10,38: Dort kann mit der Taufe, mit der Jesus getauft werden wird, nichts anders als sein Tod gemeint sein.
p.nomarginbottom.slide In diese Verbindung <q>Anfang des Evangeliums</q> (Wüste) - <q>Tod Jesu</q> passt auch die <b>Erzählung von der Versuchung Jesu</b>:
ul.nodisplay
li.slide Jesus wird nach der Taufe 40 Tage vom Satan versucht.
li.slide Worin diese Versuchung besteht, wird in Mk 8,33 entschlüsselt:
br
span.slide dort nennt Jesus den Petrus Satan, weil er ihn von seinem Weg abbringen will.
li.slide Mit dem Tod am Kreuz ist der Weg Jesu vollendet, die Versuchung des Satan gescheitert und dieser somit besiegt.
br
span.small.slide Vgl. auch Mk 10,45: In diesem traditionellen - also von Markus nicht selber formulierten, sondern so schon vorgefundenen - Satz ist der Tod als <q>Zeitpunkt</q> der Erlösung genannt, wie auch sonst in der Tradition (vgl. etwa Röm 3,25).
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Die Kreuzigungsszene und der Anfang des Evangeliums sind aufeinander bezogen
p.nomarginbottom
b Die Kreuzigungserzählung ist bei Markus wie ein großer Hinweispfeil auf den Anfang des Evangeliums Mk 1,2-13 gestaltet, wo vom Kommen des Elija/Täufers, der Taufe Jesu und seiner Versuchung die Rede ist.
p.slide Nach dem Tod Jesu bricht Gott in der Auferstehung wieder in die Welt ein.
br
span.slide Zu den Bezügen zwischen den beiden Teilen <q>Grab</q> und <q>Wüste</q> siehe die Ausführungen zur Gliederung!
p.slide.nomarginbottom
| Von Tod und Auferstehung Jesu her begegnet im Neuen Testament das Thema <b><q>Neue Schöpfung</q></b> (
span.oi.oi-arrow-right
|
| 2 Kor 5,17; Röm 6,4; Gal 5,15).
ul.nodisplay
li.slide Markus spielt daran an, wenn am ersten (!) Tag der achten (!) <q>Woche</q> früh am Morgen die Sonne aufgeht und sich nach dem Tod das Leben neu die Bahn gebrochen hat.
li.slide Allerdings bleibt hier, am Ende des Evangeliums, die Leerstelle: Jesus wird nach der Auferstehung nicht hier geschaut, man muss nach Galiläa gehen.
p.slide.nomarginbottom Doch nicht nur in der Erzählung vom leeren Grab findet sich der <b>Gedanke der Neuschöpfung</b>, vielmehr ist dieser <b>auch in der Erzählung Mk 1,2-13</b> ins Bild gebracht:
ul.nodisplay
li.slide Die Themen <q>Versuchung durch den Satan</q> und <q>Leben mit den wilden Tieren</q> erinnern an das Paradies (Gen 1+2) bzw. an den Gedanken der Neuschöpfung (Jes 65,25 in Verbindung mit Jes 65,17).
br
span.slide.small Oft wird an Jes 11,1-9 gedacht, wo das messianische Friedensreich Thema ist; das ist nicht falsch, aber nicht genug als Bezug!
li.slide Der erste Teil des Evangeliums folgt von Mk 1,2-3 her dem Schema: <q>Gott sprach - es geschah</q>, genau wie die erste Schöpfungserzählung (Gen 1).
br
span.slide.small Leider mal wieder von den Übersetzungen oft kaschiert: sowohl V 4 (Johannes tritt auf) als auch V 9 (Jesus kommt zur Taufe) beginnt mit <q>es geschah</q>!
li.slide
| Bei der ersten Schöpfungserzählung heißt es in Gen 1,2, dass der Geist Gottes über der Urflut schwebte,
| bei der zweiten in Gen 2,7, dass Gott dem Menschen den Lebensatem einhaucht.
br
span.slide
| Zu beachten ist, dass die <q>rabbinische Theologie ... das Schweben des Gottesgeistes über den Wassern (Gen 1,2) mit dem Schweben eines Vogels, einer Taube oder eines Adlers veranschaulichen</q>
+footnote("Gnilka, Markus I 52.")
|
| kann.
br
span.slide In Mk 1,10 heißt es nun, dass der <i>Geist Gottes wie eine Taube herabkommt</i>, und zwar auffälligerweise nicht, wie meist übersetzt wird, auf Jesus herab, sondern in Jesus hinein.
br
span.slide.small Beides (<q>herab</q>, <q>herein</q>) ist, wie die Kommentare zur Stelle sagen, sachlich identisch. Auffallend ist es trotzdem. Zumal Mt und Lk von Jes 42,1 - der Stelle, die hier zugrunde liegt - her den Markus-Text verändern und statt <q>hinein</q> <q>herab</q> schreiben.
br
span.slide.small Ferner ist zu beachten, dass der Geist Gottes <q>traditionell</q> nicht nur mit der Taufe - Jesu und des Gläubigen -, sondern auch mit der Auferstehung Jesu und seiner Einsetzung in Macht (<span class="oi oi-arrow-right"></span> Röm 1,4!) verbunden ist.
li.slide Die Wüste als Wirkort des Täufers und Ort der Versuchung Jesu steht für Neuanfänge:
ul.nomarginbottom
li.slide Konstituierung Israels in der Wüste (Mk 1,2 <span class="oi oi-arrow-right"></span> Ex 23,20);
li.slide Neuanfang nach dem Exil in Babylon (Mk 1,3 <span class="oi oi-arrow-right"></span> Jes 40,3);
li.slide aber auch: Schöpfung (Gen 1,2: Tohuwabohu [<q>wüst und leer</q>] als Beschreibung der Roh-Erde).
li.slide Ferner kann das Wörtchen <q>Anfang</q> in Mk 1,1 von Gen 1,1 her interpretiert werden:
br
span.slide Markus erzählt in seinem Werk mit der <q>Geschichte Jesu</q> den <q>Beginn der Neuen Schöpfung</q>.
li.slide Nicht zu vergessen ist auch unter diesem Aspekt die Sabbat-, also Wochen-Struktur des Evangeliums:
br
span.slide Wie Gott die Schöpfung in 7 Tagen vollendete, so Jesus die Neu-Schöpfung in den 7 Wochen seines Wirkens.
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Die Erzählung von der Taufe erscheint bei Markus wie eine an den Anfang des Evangeliums gestellte Ostererzählung
p.nomarginbottom
b Markus erzählt am Anfang seines Evangeliums - Mk 1,1-13 - von der Neuen Schöpfung, die in Tod und Auferstehung Jesu Wirklichkeit geworden war und in die der einzelne Gläubige durch die eigene Taufe hineingestellt wird.
br
b Damit aber verbindet sich die Sendung, den Weg Jesu, den der Täufer auf seine Weise vorausgegangen ist, <q>hinter Jesus her</q> nachzugehen und dabei den Versuchungen des Satan zu widerstehen, wie Jesus es getan hat.
p.slide.small.nomarginbottom Zwei Stellen aus dem Römerbrief könnten hier eine Rolle gespielt haben:
ul.nodisplay.small
li.slide
b Röm 1,1-4
br
q
| Paulus, Knecht Christi Jesu, berufen zum Apostel, auserwählt, das Evangelium Gottes zu verkündigen,
| das er durch seine Propheten im Voraus verheißen hat in den heiligen Schriften:
br
| das Evangelium von seinem Sohn, der dem Fleisch nach gekommen ist als Nachkomme Davids,
br
| der <i>dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzt ist als Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten</i>,
br
| das Evangelium von Jesus Christus, unserem Herrn.
li.slide
b Röm 6,3-4 [Osternacht!]
br
q
| Wisst ihr denn nicht, dass wir alle, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, <i>auf seinen Tod getauft</i> worden sind?
br
| Wir wurden mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod;
br
| und wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, so sollen auch wir <i>in der Neuheit des Lebens [<span class="oi oi-arrow-right"></span> Neuschöpfung] wandeln</i>.
br
span.slide
i Auch hier wird die Taufe vom Tod her interpretiert und mit dem Gedanken der Neuschöpfung verbunden.
//- p.small.slide Angesichts dieser von Ostern her gestalteten Tauferzählung kann die Aussage von Schenke, Markus 353 nur unterstrichen werden: Das Werk des Markus ist <q>als Ganzes die Geschichte einer Epiphanie.</q>
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+bottom_theologische_grundgedanken("anfang_neu_gelesen")
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@@ -0,0 +1,95 @@
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+headline
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+headline_item_theologische_grundgedanken
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span Ende ist Anfang
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Vgl. Ebner, Einleitung 180-181.")
block content
p.slide.nomarginbottom Das <b>Evanglium endet</b> - trotz Auferstehungsbotschaft - <b>in der Katastrophe</b>:
ul.nodisplay
li.slide Die Jünger sind geflohen.
li.slide Die Frauen richten die Auferstehungsbotschaft niemandem aus.
p.slide.nomarginbottom
b Wer also folgt der Verheißung des Jünglings im Grab, dass Jesus vorausgeht nach Galiläa und er sich dort sehen lässt?
p.slide
q
| Die beste Lösung des abrupten Schlusses eröffnet sind in rezeptionsästhetischer Sicht ...: Der Leser ist angesprochen.
| Er kann Jesus <q>sehen</q>, wenn er den Text des Evangeliums erneut liest, die sieben Wochen hinter Jesus her geht -
| und sich von ihm über die wahre Nachfolge <i>auf dem Weg</i> die Augen öffnen lässt.
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Ebner, Einleitung 164 (incl. Hervorhebung).")
p.slide.nomarginbottom So kann der <b>Schluss</b> des Markus-Evangeliums <b><i>in doppelter Hinsicht</i> Impuls an den Leser</b> sein und <b>zu einem Anfang werden</b>:
ul.nodisplay
li.slide <i>Das Evangelium noch einmal - immer wieder! - von vorne lesen</i>,
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide um den Weg Jesu <i>immer besser und tiefer zu verstehen</i>,
li.slide ihn <i>für das eigene Leben anzueignen</i>
li.slide und aus ihm <i>Kraft schöpfen auf dem eigenen Weg der Nachfolge</i>.
li.slide <i>Das Evangelium von Jesus in Wort und Tat verkünden</i>
br
span.slide und so <i>in die Kommunikationslücke eintreten</i>, die durch die Flucht der Jünger und das Schweigen der Frauen entstanden ist.
p.slide.nomarginbottom Sicher kennen (auch) die (ersten) Leser des Markus-Evangeliums Erzählungen von Erscheinungen des Auferstandenen!
br
span.slide.small Nach 1 Kor 15 gehören sie ja auch zum Grundbetand der Glaubenstradition.
br
span.slide Gerade angesichts dessen ist das <b>Verschweigen der Erscheinungserzählungen</b> einerseits und der <b>Rückverweis auf Galiläa</b> andererseits <b>genial</b> und <i>passt ausgezeichnet zur gesamten Evangelienkomposition</i> des Markus:
ul.nodisplay
li.slide Die <i>nachösterliche Nachfolge</i> wird <i>rückgebunden an den vorösterlichen Ruf Jesu in die Nachfolge</i>, an das <q>hinter ihm her</q>, mit dem sein Wirken in Galiläa begann.
li.slide Dieses <i><q>hinter ihm her</q></i> wird dann <i>im Evangelium, der <q>fundierenden Geschichte</q></i> der Jesus-Nachfolge, vor allem <q>auf dem Weg</q> <i>näher expliziert</i>.
li.slide <i>In der ersten <q>Woche</q> in Galiläa wird der mit Jesu Auftreten verbundene Anbruch der Gottesherrschaft paradigmatisch durchgespielt:</i>
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide <b>Jesus beginnt</b> eine <b>neue Sammlungsbewegung</b>
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Sie besteht aus Menschen, die <i><q>hinter ihm her</q></i> gehen.
br
span.slide Denn diese Nachfolge-Gemeinschaft <i>eignet sich die Lehre <q>auf dem Weg</q> an und praktiziert sie</i>.
li.slide Dabei ist <i>im Menschenfischerwort der nachösterliche Missionsauftrag enthalten</i>.
li.slide Die <b>Lehre, die die Dämonen bannt</b> und die zunächst nicht inhaltlich näher bestimmt wurde, <b>ist die Lehre <q>auf dem Weg</q></b>.
br
span.slide
| Sie besiegt - je neu - den Satan, der von Jesus schon <q>ein für alle Mal</q> besiegt ist (
span.oi.oi-arrow-right
|
| Versuchungsgeschichte; Kreuz).
li.slide Diese Lehre <b>richtet den Menschen auf zum Dienst aneinander</b>.
br
span.slide Das Aufrichten der Schwiegermutter des Petrus und ihr darauffolgender Dienst an Jesus und den Jüngern ist die <i>Mitte der ersten <q>Woche</q></i>!
p.slide.nomarginbottom
| Das fluchtartige Verlassen des Grabes durch die Frauen und ihr Schweigen sind für den Leser wie ein <q>Hier geht's nicht weiter!</q>
br
span.slide Und der Jüngling im Grab <q>beschildert</q> die Umleitung: <q>Nach Galiläa!</q>
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading In Galiläa Jesus <q>sehen</q>
p.slide.nomarginbottom
b Nicht der Blick auf den Auferstandenen ist die Krönung des Evangeliums, sondern - gerade von der Auferstehung Jesu her - sein Ruf in die Nachfolge und damit verbunden das Gehen auf dem Weg <q>hinter Jesus her</q> - mit allem was dazugehört.
p.slide.nomarginbottom Damit wird deutlich eingeschärft, was Jesu programmatischer Ruf am Anfang seines Wirkens war und ist:
br
i Das Reich Gottes ist angebrochen, hier auf dieser Erde.
br
i Und das muss Konsequenzen haben, hier auf dieser Erde.
p.slide
| Wie bei der Erzählung von der Verklärung Jesu müssen die Leser vom vermeintlichen Höhepunkt <q>herabsteigen</q>,
| den Weg des Menschensohnes bedenken und zusehen, dass sie - anders als die Jünger vor Ostern -
| auf dem eigenen Weg der Nachfolge nicht versagen.
block bottomnav
+bottom_theologische_grundgedanken("ende_anfang")
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@@ -0,0 +1,156 @@
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+headline
+headline_item_start
+headline_item_theologische_grundgedanken
+headline_item_active
q
| Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, eines Sohnes eines Gottes
span
|
| (Mk 1,1)
block content
h2.slide
q Evangelium ... eines Sohnes eines Gottes
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Vgl. Ebner, Einleitung 176-177.")
p.nomarginbottom.slide Zwei Beobachtungen seien zunächst festgehalten:
ol.nodisplay
li.slide <b>Markus ist der einzige <q>Evangelist</q>, der sein Werk <q>Evangelium</q> nennt.</b>
br
span.slide Wiewohl Matthäus und Lukas sein Werk kannten und sogar benutzt haben, nannten sie ihre Werke anders:
br
span.slide <q>Erzählung</q> (Lukas) bzw. <q>Buch</q> (Matthäus, in Anlehnung an alttestamentliche Vorbilder).
li.slide <b><q>Evangelium</q> in der paulinischen Tradition ist Kurzformel für Tod und Auferstehung Jesu.</b>
br
span.slide
| <q>Evangelium</q> bei Paulus bezieht sich gerade <i>nicht</i> auf eine <i>Erzählung das irdische Leben Jesu betreffend</i> -
| das spielt bei Paulus insgesamt eine absolut untergeordnete Rolle. Er entwickelt seine ganze Theologie aus dem Bekenntnis,
| dass der Gekreuzigte auferstanden ist.
.alert.alert-primary.slide(style="margin-bottom: 30px;")
p.nomarginbottom
b Es war offenbar gar nicht so naheliegend, dass Markus sein Werk <q>Evangelium</q> nennt.
p.slide.nomarginbottom
b
| Schlüsselstelle Mk 1,14-15
span
| :
|
i <b>Evangelium</b> mit <b>Anbruch der Herrschaft Gottes</b> verbunden.
p.nomarginbottom.slide Das lässt erahnen, dass Markus sein <b>Evangelium vor einem ganz bestimmten zeitgeschichtlichen Hintergrund verfasst</b>:
ul.nodisplay
li.slide
| 68 n. Chr.: Tod Kaiser Neros
|
span.oi.oi-arrow-right
|
| bürgerkriegsartige Wirren im römischen Reich; ständig mobilisieren neue Kandidaten ihre Legionen, um Anspruch auf den Kaiserthron zu erheben.
li.slide 69 n. Chr.: <b>Evangelien</b> aus dem Osten treffen in Rom ein:
br
span.slide <b>General Vespasian</b> - gerade mit seinen Truppen in Palästina - ist von den Legionen in Ägypten, dann auch von jenen in Syrien <b>zum Kaiser ausgerufen</b> worden.
li.slide
| Nach dem <b>Sieg über die Gegner</b> in Rom und die <b>Anerkennung seiner Wahl</b> durch den Senat gehen diese <b>Evangelien</b> gleichsam wie ein Echo zurück in den Osten des Reiches.
p.nomarginbottom.slide Vor diesem zeitgeschichtlichen Hintergrund erscheinen auch andere <b>Erzählzüge im Evangelium in einem neuen Licht</b>:
ul.nodisplay
li.slide
| Wie es Markus von Jesus erzählt, <q>wirkte</q> Vespasian <i>zunächst in Galiläa</i> und zog <i>dann von Cäsarea Philippi aus Schritt für Schritt nach Jerusalem</i> - natürlich mit ganz anderer Absicht.
li.slide Markus gebraucht in seinem Evanglium zweimal die Wendung <q>Sohn eines Gottes</q> für Jesus:
ul.nodisplay
li.slide <i>Am Anfang seines Evangeliums</i>: <i><q>eines Sohnes eines Gottes</q></i>.
li.slide <i>Als Jesus stirbt</i>, spricht der römische (!) Hauptmann: <q>Wahrhaftig, dieser Mensch war <i>ein Sohn eines Gottes</i></q> (Mk 15,39).
p.slide.nomarginbottom
span Markus schreibt nicht <q>des Sohnes Gottes</q> und nicht <q>war Gottes Sohn</q>; er gebraucht jeweils die artikellose Form!
br
span.slide Die Übersetzungen - selbst die <q>wörtlichen</q> - sind hier in der Regel nicht korrekt!
p.slide.nomarginbottom <q>Sohn eines Gottes</q> aber ist <i>im römischen Reich Kaisertitulatur</i> zu Lebzeiten eines Kaisers.
br
span.slide.small Bei Vespasian - dessen Vater ja nicht schon Kaiser war und also nach seinem Tod nicht vergöttlicht worden war - war das zwar nicht auf Anhieb so, aber auch er hat diesen Titel <q>Sohn eines Gottes</q> für sich beansprucht.
p.nomarginbottom.slide
b Markus setzt also Person und Weg von Vespasian und Jesus zueinander in Beziehung.
br
span.slide Und mit dem Bekenntnis des römischen Hauptmannes unter der Kreuz geschieht eine gewaltige Umwertung:
p.slide
i Der Titel für den mächtigsten Mann, den <q>Ersten</q> - den Kaiser -, wird auf den übertragen, der nach göttlichem Ratschluss als Messias der <q>Letzte</q> von allen wurde und den schändlichen Kreuzestod starb.
p.slide So erklärt sich, dass Markus sein Evangelium schon mit diesem Titel des Ersten der damaligen Zeit beginnt:
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading <q>Bei euch aber soll es anders sein ...</q> (Mk 10,43)
p.nomarginbottom
b
| Den
|
q <q>Evangelien</q> vom Herrschaftsantritt Vespasians als römischen Kaiser wird im MkEv das Evangelium vom Beginn der Gottesherrschaft, wie es von Jesus proklamiert wird, entgegengesetzt.
span.footnote(data-trigger="tooltip", title="Ebner, Einleitung 176.")
br
spans.slide Das <q><i>Du</i> bist gemein geliebter Sohn, an <i>dir</i> habe ich Wohlgefallen gefunden.</q> (Mk 1,11) und <q><i>Dieser</i> ist mein gelieber Sohn; auf <i>ihn</i> sollt ihr hören!</q> bekommt dadurch eine ganz eigene Note!
br
b.slide Denn: Jesus ist der <q>Erste</q>, der <q>Letzter</q> wurde.
br
span.slide Das ist das Evangelium, das Markus erzählt.
br
span.slide Das ist das Evangelium, auf das zu hören ist, das also - in der Nachfolge Jesu - im eigenen Leben Anwendung finden will.
h2.slide(style="margin-top: 50px;") <u>Anfang</u> des Evangeliums Jesu Christi
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Schenke, Markus 44.")
p.nomarginbottom.slide Markus beginnt sein Werk nicht mit <q>Evangelium Jesu Christi</q>, sondern stellt noch <q>Anfang</q> davor.
p.slide.nomarginbottom Worauf bezieht sich dieses Wörtchen <q><b>Anfang</b></q>?
ul.nodisplay
li.slide Auftreten von Johannes dem Täufer?
br
span.slide Von ihm wird ja als erstes erzählt!
li.slide Oder ist der Ratschluss Gottes in Mk 1,2-3 gemeint?
br
span.slide Das ist die vorzeitliche Bedingung der Möglichkeit des Evangeliums!
li.slide Oder bezieht es Markus auf sein ganzes Werk?
br
span.slide Das erscheint das Wahrscheinlichste zu sein!
p.nomarginbottom.slide <b>Anfang</b> - bzw. das griechische Wort, das hier zugrunde liegt - <b>hat</b> einen <b>doppelten Sinn</b>!
ul.nodisplay
li.slide <b>Zeitlicher Anfang</b>
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide In der <i>Verkündigung, im Leben, Sterben und Auferstehn Jesu</i> nimmt das Evangelium seinen <i>zeitlichen Anfang</i>.
li.slide <i>Es setzt sich fort in der nachösterlichen Verkündigung</i>, in der Zeit also, auf die das Evangelium schon blickt (Mk 13,10; 14,9), und die die Zeit ist, in der die Adressaten des Markusevangeliums leben.
br
span.slide Sie leben sozusagen in der <q>Fortsetzung</q> dessen, was mit Jesus seinen Anfang genommen hat.
li.slide <b>Grund und Ursprung</b>
p.slide.nomarginbottom Gerade für die Zeit, in der die Leser seines Werkes leben, erzählt Markus von <i>Grund und Ursprung</i> der Verkündigung und des Lebens in der Nachfolge Jesu:
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Markus erzählt den <i>normativen Anfang</i>, die <i>fundierende Geschichte</i>.
li.slide An ihm/ihr hat sich zu <i>messen, ob das, was als Evangelium Jesu gelebt bzw. verkündet wird, auch tatsächlich dieses Prädikat verdient!</i>
li.slide
| In diesem Sinne lässt Markus in seinem Evangelium Jesus auch sagen:
|
span.slide
q Wenn einer hinter mir her gehen will, dann ...
span
|
| (Mk 8,34)
br
span.slide <i>Wenn jemand Jesu Jünger sein will, muss er das beherzigen, was dieses Werk über Jesu Leben und seine Botschaft erzählt.</i>
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Mehr als ein Blick in die Vergangenheit
p.nomarginbottom
b Was Markus erzählt, hat für die Jünger Jesu zu allen Zeiten und an allen Orten grundlegende Bedeutung; es ist die <q>fundierende Geschichte</q> für alle, die Jesus nachfolgen wollen.
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span Aufbruch zu den Heiden
+footnote("Vgl. Ebner, Einleitung 160-162.")
block content
p.slide Im zweiten Teil des zweiten Hauptteils, dem <b>Galiläa-Teil</b> des Evangeliums, unternimmt Jesus immer wieder <b>Fahrten an das gegenüberliegende Ufer</b>.
p.slide.nomarginbottom Diese Fahrten sind <i>nicht wirklich auf einer Landkarte nachzuvollziehen</i>:
ul.nodisplay
li.slide Gerasa - dorthin geht die erste Reise - liegt 50 km entfernt vom See.
li.slide Betsaida ist nur wenige Kilometer von Kafarnaum entfernt - da wäre die Reise zu Fuß die sinnvollere Variante.
li.slide Die Lokalisierung von Gennesaret ist bis heute nicht geklärt (auch wenn die Karten zur Bibel etwas anderes suggerieren!).
p.slide.nomarginbottom Schüssel zum Verständis der Fahrten: die Reisenotizen sind im Sinne einer <b>religiösen Landschaftskarte</b> zu interpretieren
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide <i>Westliches Ufer</i>: hier leben <i>Juden</i>.
li.slide <i>Östliches Ufer</i>: hier leben <i>Heiden</i>.
p.slide So ist es von den Menschen her, denen Jesus da und dort begegnet, zu verstehen.
br
span.slide Und dies ist dann auch bei der Interpretation der einzelnen Erzählungen wichtig!
h2.slide(style="margin-top: 50px;") Die erste Fahrt ins Heidengebiet (Mk 4,35-5,20)
p.slide.nomarginbottom Die erste Überfahrt ist durch <b>einige Auffälligkeiten</b> gekennzeichnet:
ul.nodisplay
li.slide
| Das Boot kommt in einen <b>Sturm</b>:
br
span.slide
q In der mythischen Denkwelt der Antike können die widrigen Winde als dämonische Chaosmächte der heidnischen Götter verstanden werden, die die Ankunft des Jesusbootes in ihrem Gebiet verhindern wollen.
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Ebner, Einleitung 160-161.")
br
span.slide Jedenfalls gelingt die Rückfahrt jedesmal ohne Probleme ...
li.slide
i
b Die trotzdem gelungene Überfahrt ins Heidenland zeigt Jesus als Besieger der heidnischen Götter.
li.slide
| Real-Geschichtlicher Hintergrund: Widerstände gegen die Heidenmission von heidnischer Seite;
br
span.slide konkret vor allem wohl die Verfolgung unter Kaiser Nero mit vielen Toten.
br
span.slide
i
b Aussage der Erzählung:
br
ul.nodisplay
li.slide
b Die Heidenmission geht auf Jesus selbst zurück und entspricht seinem Auftrag (siehe auch unten!).
li.slide
b Jesus als Sieger über die heidnischen Chaosmächte/Gotter wird die Kirche vor dem Untergang bewahren - sein passives Verhalten, das die Angst vor dem Untergang verstärken kann, ist keine Schwäche sondern <q>nur</q> Duldung.
li.slide
b Von der <i>Lehre <q>auf dem Weg</q></i> her betrachtet gilt auch: Das eigene Leben in der Verkündigung des Evangeliums zu verlieren ist gelebte Kreuzesnachfolge.
p.slide.nomarginbottom Auch die <b>Heilung in Gerasa</b> ist <b>eigenwillig gestaltet</b>:
ul.nodisplay
li.slide <b>In Gerasa</b> angekommen, <b>steigt nur Jesus aus</b> und später wieder ein (Mk 5,2.15) - die Jünger betreten das Heidenland nicht!
li.slide Die <b>Dämonen</b> werden <b>in</b> eine <b>Schweineherge verbannt</b>.
li.slide Diese <b>stürtz dann mit den Dämonen ins Meer</b> - in den Untergang.
li.slide <i>Hintergrund</i>: Schweine waren/sind die von den Juden am meisten verhassten Tiere.
li.slide
i
b Die Austreibung der Dämonen kann also als (Versuch der) Reinigung des Heidenlandes durch Jesus verstanden werden.
li.slide Doch <i>so</i> kann Jesus keinen Fuß fassen: Jesus wird wieder weggeschickt.
ul.nodisplay
li.slide <i>Vordergründig</i>: Wirtschaftlicher Schaden durch die Vernichtung der Schweineherde.
li.slide <i>Hintergründig</i>: Die jüdischen Speise- und Reinheitsvorschriften, die den Heiden fremd sind, stehen der Heidenmission im Weg.
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Der See Gennesaret symbolisiert die Trennlinie zwischen Juden und Heiden
p.nomarginbottom
b
| Ihre unverrückbare Basis ist der jüdische Monotheismus, der Glaube an den einen einzigen Gott Israels, der das Judentum vom Heidentum unterscheidet.
br
| Im konkreten Alltag manifestiert sich diese Trennlinie besonders in den jüdischen Speise- und Reinheitsvorschriften.
br
| In diesem Abschnitt des Evangeliums setzt sich Markus mit den Problemen und Fragen auseinander, die die Überquerung dieser Trennline in der Verkündigung des Evangelums mit sich bringt.
br
i Konkret:
ul.nomarginbottom
li Ist die Heidenmission im Sinne Jesu?
li Gehen wir dabei nicht unter? (angesichts von Verfolgungen und den Auseinandersetzungen unter Christen, die es dabei gibt!)
li Reicht das Bekenntnis zu Jesus als Christus und zum einen und einzigen Gott Israels (Monotheismus) aus, oder müssen Heiden auch auf andere Dinge - wie vor allem das jüdische Gesetz - verpflichtet werden?
p.slide Auch wenn Jesus selbst wieder das Heidenland verlassen musste, es <b>bleibt ein Bote zurück</b>, nämlich der Geheilte.
br
span.slide
| Ihm gibt Jesus den Auftrag:
|
i
q Geh nach Hause und berichte deiner Familie alles, was der Herr für dich getan und wie er Erbarmen mit dir gehabt hat.
|
| (Mk 5,19)
p.slide.nomarginbottom <b>Diese Sendung</b> ist dem Evangelisten Markus <b>besonders wichtig</b>:
ul.nodisplay
li.slide Der ganze Block <q>erste Überfahrt ins Heidengebiet</q> ist der <b>Mittelteil der dritten <q>Woche</q></b>!
li.slide Das bedeutet auch: Die <b>Aussendung des geheilten Heiden</b> erfolgt <b>genau zwischen</b> der Erzählung von der <b>Wahl der Zwölf</b> einerseits <b>und ihrer Aussendung</b> andererseits.
.small
.viewbox.slide(data-slideslave=".slides-dritteWoche")
p.nomarginbottom Der Andrang der Menschen
.viewbox.nodisplay.slides-dritteWoche.konzentrisch-2
p.nomarginbottom
b Die Wahl der Zwölf
.viewbox.nodisplay.slides-dritteWoche.konzentrisch-3
p.nomarginbottom Verstockte Gegnerschaft und wahre Familie
.viewbox.nodisplay.slides-dritteWoche.konzentrisch-4
p.nomarginbottom Gleichnis und Lösung
.viewbox.nodisplay.slides-dritteWoche.konzentrisch-5
p.nomarginbottom
b Erste Fahrt ins Heidengebiet
.viewbox.nodisplay.slides-dritteWoche.konzentrisch-4
p.nomarginbottom Geheimnis und Offenbarung bei Jesu Taten
.viewbox.nodisplay.slides-dritteWoche.konzentrisch-3
p.nomarginbottom Die Ablehnung Jesu in seiner Heimat
.viewbox.nodisplay.slides-dritteWoche.konzentrisch-2
p.nomarginbottom
b Die Aussendung der Zwölf
.viewbox.nodisplay.slides-dritteWoche
p.nomarginbottom Ausführung des Missionsauftrages
.alert.alert-primary.slide(style="margin-top: 20px;")
h4.alert-heading Jesus selbst eröffnet die Heidenmission
p.nomarginbottom
b Wo die Kirche nach Ostern diesen Weg geht, führt sie das von Jesus begonnene Werk fort.
br
span Mit den Überfahrten ins Heidengebiet macht der Evangelist deutlich, dass Jesu Botschaft und seine Taten auch den Heiden gelten.
h2.slide(style="margin-top: 50px;") Die zweite <q>Fahrt</q> ins Heidengebiet (Mk 6,45-52; 6,53-8,9)
p.slide.nomarginbottom Die zweite Überfahrt <b>misslingt völlig</b>:
ul.nodisplay
li.slide Statt in Betsaida kommt das Boot in Gennesaret an.
li.slide <b>Grund: Gegenwind</b>, der den Jüngern - noch ohne Jesus mit im Boot - das Rudern schwer macht.
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide <q>Dämonische Chaosmächte der heidnischen Götter</q> wie bei erster Überfahrt? - möglich.
li.slide <i>Wahrscheinlicher</i>: <b><q>Gegenwind</q> gegenüber der Heidenmission von judenchristlicher Seite aus!</b>
ul.nomarginbottom.nodisplay
li.slide Hinweis 1: Gleich im Anschluss - nach dem üblichen Andrang, wenn Jesus wohin kommt -: Auseinandersetzung zu Rein und Unrein, dem Thema schlechthin im Hinblick auf Heidenmission, Gültigkeit des jüdischen Gesetzes (im Sinne der Reinheits- und Speisevorschriften) und Tischgemeinschaft zwischen Judenchristen und Heidenchristen.
li.slide Hinweis 2: Gliederung vierte <q>Woche</q> insgesamt:
.nodisplay.slide
.viewbox
p.nomarginbottom
i Erster Durchgang
ul.nomarginbottom
li Vergeblicher Rückzug/Andrang des Volkes
li
b Speisung der Fünftausend - Krönung des Wirkens Jesu im Judenland
li
i Epiphanie Jesu auf dem Wasser - Zweite Überfahrt ins Heidenland, die am <q>Gegenwind</q> scheitert
.viewbox.konzentrisch-2
p.nomarginbottom
i Zweiter Durchgang
ul.nomarginbottom
li Andrang des Volkes, Heilung in Gennesaret
li
b Auseinandersetzung mit den Gegnern zu <i>Rein und Unrein</i>
li
b Rätselwort über <i>Rein und Unrein</i>
li
| <b>Lösung des Rätselwortes - Erklärung an die Jünger</b> mit Kommentar des Evangelisten:
| <q>Damit erkärte Jesus alle Speisen für rein.</q> (Mk 7,19)!
.viewbox
p.nomarginbottom
i Dritter Durchgang
ul.nomarginbottom
li <i>Aufbruch ins Heidenland</i> zu Fuß (mit Unmöglichkeit, dass er verborgen blieb)
li Der Glaube der <i>heidnischen</i> Frau (Tyrus, später weiter über Sidon; beides heidnische Städte)
li Die Heilung eines Taubstummen (Wieder am See, Dekapolis - immernoch im Heidenland, und jetzt tatsächlich am <q>gegenüberliegenden Ufer</q>)
li
b Speisung der Viertausnd - Krönung des Wirkens Jesu im Heidenland
li.small Stipvisite im Judenland: Zeichenforderung der Gegner Jesu
li.small Dritte Überfahrt ins Heidenland: Die blinden Jünger
i.slide
| Die Auseinandersetzungen zu Rein und Unrein stehen genau zwischen der Speisung der Fünftausend (Juden)
| und der Speisung Viertausend (Heiden).
li.slide.small
| <i>Hintergrund:</i>
| Vor allem in den ersten Jahrzehnten nach Ostern gab es heftige Auseinandersetzungen
| zwischen Judenchristen, die für die gesetzesfreie Heidenmission offen waren, und besonders Thora-treuen Judenchristen,
| die die Heiden auf das jüdische Gesetz mit seinen Reinheits- und Speisevorschriften verpflichten wollten.
li.slide Mit dem Landweg, über den Jesus dann nach der gescheiterten Fahrt doch im Heidenland ankommt - dem Ziel der Überfahrt -, <b>umgeht Jesus die durch den See Gennesaret gezogene Linie zwischen Juden und Heiden</b> ganz anschaulich!
li.slide Wie Jesus den See Gennesaret umgeht, so darf man <b>in seiner Nachfolge die jüdischen Speise- und Reinheitsvorschriften umgehen</b>.
li.slide <b>Brücke zu den Heiden</b> sind seine <b>theologischen Ausführungen zu Rein und Unrein</b>.
li.slide.small Aus dieser Episode darf man zu allen Zeiten eines ableiten: ohne vorausgehende (theologische) Klärung können Unternehmungen schnell zu einer Irrfahrt werden bzw. am Gegenwind scheitern.
p.slide.nomarginbottom Weitere <b>Auffälligkeiten und Besonderheiten</b> der zweiten Visite Jesu im Heidenland:
ul.nodisplay
li.slide <b>Jesu Offenbarung bei der Besänftigung des <q>Gegenwindes</q> auf dem See</b>
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Jesus offenbart sich auf dem See mit der <i>alttestamentlichen Gottesformel <q>Ich bin (es)</q></i>.
li.slide Insofern die Stillung des <q>Gegenwindes</q> auf dem See eine Vorwegnahme der Erklärungung Jesu zu Rein und Unrein ist, ist mit dieser Offenbarungsformel zum Ausdruck gebracht: <i>der biblische Gott selbst nimmt - ein paar Verse später - Stellung zu Rein und Unrein!</i>
li.slide <b>Umqualifizierung von Rein und Unrein</b>
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Die aus dem Kult stammende Unterscheidung von Rein und Unrein im Hinblick auf Nahrung, Reinigung bestimmter Gegenstände, bestimmten Krankheiten etc. wird zwar zurückgewiesen.
br
span.slide Damit ist der Weg zu den Heiden geöffnet.
li.slide Dennoch wird auch weiterhin zwischen Rein und Unrein unterschieden, doch diese Unterscheidung wird <i>ethisch qualifiziert</i>.
li.slide <b>Gespräch mit der heidnischen Frau vor der Heilung der Tochter</b>
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Jesus reagiert zunächst ablehnend.
li.slide Ein tiefsinniges Gespräch entwickelt sich.
li.slide Darin wird die <i>heilsgeschichtliche Vorrangstellung der Juden</i> von der Heidin anerkannt.
li.slide Daraufhin kommt es tatsächlich zur Heilung der Tochter.
li.slide <b>Heilung des Taubstummen</b>
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Diese Heilung erfolgt ohne vorhergehenden Klärungsbedarf - das ist ein für alle mal erledigt.
li.slide Rein äußerlich: Jesus heilt nicht anders als die heidnischen Wunderheiler.
li.slide Tiefer geschaut: Heilung des Taubstummen <i>im Heidenland</i>:
br
span.slide <i>Das Wort des Gottes Israels hören und den Glauben an ihn bekennen</i>, dazu öffnet Jesus dem Heiden Ohren und Mund.
li.slide Dieses Heilungwunder Jesu hat <i>grundsätzliche Bedeutung</i>:
ul.nomarginbottom.nodisplay
li.slide
| Die umstehenden Menschen - wohl als Heiden vorzustellen! - stimmen in das Lob des Gottes Israels mit biblischen Worten ein:
|
q Er [= Jesus] hat alles gut gemacht; er macht, dass die Tauben hören und die Stummen sprechen.
|
| (Mk 7,37)
br
span.slide
| Damit wird einerseits Gen 1,31 aufgegriffen (<q>Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut.</q>),
| andererseits Jes 35,5-6 (Kontext: Verheißung des messiansichen Heils; <q>die Ohren der Tauben sind wieder offen, ... die Zunge des Stummen jauchzt auf</q>).
li.slide
| Mehr aber noch: Vom Anklang an die Schöpfungserzählung her bekommt das beschriebene Heilungshandeln Jesu einen bemerkenswerten Akzent:
| In der zweiten Schöpfungserzählung wird der Mensch aus Erde/Ton vom Ackerboden geform. Nun stelle man sich einen Töpfer vor,
| der bei der Durchsicht seiner Figuren feststellt, dass bei einem Exemplar die Ohren und der Mund nicht <q>passen</q>: Er
| macht seinen Finger feucht und drückt nochmal hin ... - nichts anderes tut Jesus.
br
span.slide Auch begegnet das Schema <q>Wort <span class="oi oi-arrow-right"></span> Geschehen</q>: <q>Effata</q> <span class="oi oi-arrow-right"></span> sofortiges Öffnen von Mund und Ohren
li.slide
i Die Erzählung bringt damit insgesamt zum Ausdruck:
br
span.slide
b
i Jesus ist nicht nur der Messias Israels, sondern auch der Heiden!
br
span.slide
b
i In Jesus handelt der Schöpfer neu-schöpferisch an den Heiden: er öffnet ihnen, die bisher für ihn verschlossen waren, die Ohren für das Evangelium und den Mund zum Bekenntnis an ihn.
li.slide <b>Tischgemeinschaft mit den Heiden</b>
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Sie ist die Krönung des Wirkens Jesu unter den Heiden.
li.slide Analog zu seinem Wirken unter den Juden!
li.slide Jesus selbst hat Tischgemeinschaft auch mit den Heiden!
li.slide
i Damit ist (auch) für die Zeit nach Ostern der Weg zur Tischgemeinschaft zwischen Judenchristen und Heidenchristen frei.
p.slide.nomarginbottom Als Ertag dieser zweiten <q>Fahrt</q> Jesu ins Heidenland lässt sich also festhalten:
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Der Gott Israels selbst öffnet den Heiden den Zugang zum Heilsgemeinschaft
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide
b In Jesus handelt der Gott Israels, der Gott der Bibel, der <q>Ich bin (es)</q> neu-schöpferisch.
li.slide
b Unreinheit ist fortan nicht mehr von der aufgenommenen Nahrung etc. her zu bestimmen, sondern hängt vom <i><u>ethischen Verhalten</u></i> eines Menschen ab.
li.slide
b Der heilsgeschichtliche Vorrang der Juden wird festgeschrieben und gleichzeitig die Heilsgemeinschaft für die Heiden geöffnet.
li.slide
b Dazu wird den Heiden Ohren und Mund für den Glauben an den Gott der Bibel geöffnet.
li.slide
b Die Heiden(christen) sind zur Tischgemeinschaft mit Jesus und seiner Nachfolge-Gemeinde zugelassen.
h2.slide(style="margin-top: 50px;") Die dritte Fahrt ins Heidenland (Mk 8,13-21)
p.slide Noch einmal heißt es in Mk 8,13, dass Jesus in ein Boot steigt und <q>ans gegenüberliegende Ufer</q> fuhr, also ins Heidenland.
p.slide Dabei sind auch die Jünger.
br
span.slide Sie gegen unterwegs aber ganz in der Sorge auf, dass sie nicht genügend Proviant dabei haben.
br
span.slide Sie haben offenbar nichts bei den Brotvermehrung gelernt - das wirft ihnen Jesus vor.
p.slide Zeit also für eine Blindenheilung, die sich auch anschließt ...
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span <q>Auf dem Weg</q> lernen, was Jesus-Nachfolge heißt
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p.slide.nomarginbottom Der Teil <q><b>Auf dem Weg</b></q> wird <b>durch die Gliederung besonders hervorgehoben</b>:
ul.nodisplay
li.slide <b>Mittelteil</b> des Evangeliums
li.slide(data-slideslave=".gliederung-blindenheilungen") <b>Blindenheilungen</b> davor und am Ende
li.slide(data-slideslave=".gliederung-petrusbekenntnis") Erste Erzählung: <b>Petrusbekenntnis</b>
li.slide(data-slideslave=".gliederung-programmatisch") <b>Programmatischer Schlusssatz</b> (vor Blindenheilung)
p.slide(data-slideslave=".gliederung-leidensank") Besonders stechen <q>Auf dem Weg</q> die <b>drei Leidensankündigungen</b> (Mk 8,31; 9,31; 10,33-34) hervor. Ihnen folgt jeweils ein <i>Schülerunverständnis</i> und eine darauf aufbauende <i>Schülerbelehrung</i> Jesu.
.viewbox.gliederung-blindenheilungen.nodisplay
p.nomarginbottom
b Blindenheilung
.viewbox.gliederung-blindenheilungen.nodisplay(style="background-color: bisque;")
p.nomarginbottom
b Mittelteil des Evangeliums: <q>Auf dem Weg</q>
.viewbox.gliederung-petrusbekenntnis.nodisplay.konzentrisch-2
p.nomarginbottom
b Petrusbekenntnis: Jesus ist der Messias
.viewbox.gliederung-leidensank.nodisplay.konzentrisch-3
p.nomarginbottom
b Drei Leidensankündigungen, jeweils gefolgt von Jüngerunverständnis und darauf aufbauender Schülerbelehrung durch Jesus
.viewbox.gliederung-programmatisch.nodisplay.konzentrisch-2
p.nomarginbottom
b Programmatischer Satz
span
|
q Auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.
|
| Mk (10,45).
.viewbox.gliederung-blindenheilungen.nodisplay
p.nomarginbottom
b Blindenheilung
.alert.alert-primary.slide(style="margin-top: 20px;")
h4.alert-heading Der Weg Jesu und der Nachfolge-Weg der Jünger
p.nomarginbottom
b Im mittleren Teil des Markus-Evangeliums - <q>Auf dem Weg</q> -, den der Evangelist besonders hervorhebt, lehrt Jesus die Jünger - und damit die Leser -, was es heißt, ihm nachzufolgen, also auf dem Weg der Jesus-Nachfolge zu sein.
p.slide All dies geht auf die Arbeit des Evangelisten zurück, der damit das Bekenntnis zu Jesu als dem Messias Gottes in einer spezifischen Weise auslegt und Jünger wie Leser in Bekenntnis und Lebensführung darauf verpflichtet.
h2.slide(style="margin-top: 50px;") Das Messias-Bekenntnis des Petrus und die erste Leidensankündigung
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Vgl. Ebner, Einleitung 159.")
p.slide.nomarginbottom
b Messias-Bekenntnis des Petrus
ul.nodisplay
li.slide <i>Eröffnung und Überschrift des Mittelteils</i>: <b>Jesus ist der Messias</b>
li.slide <i>Von Jesus nicht direkt zurückgewiesen!</i>
p.slide.nomarginbottom
b Indirekter Widerspruch durch Jesus
ul.nodisplay
li.slide <i>Jesus verbietet</i>, mit irgendjemand <i>über ihn</i> - also dieses Bekenntnis - <i>zu sprechen</i>.
li.slide <i>Erste Leidensankündigung</i>: <q>der Menschensohn müsse vieles erleiden und ... verworfen werden; er werde getötet, aber nach drei Tagen werde er auferstehen.</q> (Mk 8,31)
li.slide
| <i>Kontrast zu der üblichen Messiasvorstellung</i>:
|
q Der Titel <q>Messias</q> setzt auf dem Hintergrund jüdischer Traditionen die Erwartung eines könglichen Herrschers frei, der seine Feinde vertreibt und demonstrativ in seine Königsstadt einzieht.
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Ebner, Einleitung 159.")
li.slide <i>Umbiegung des Messias-Titels auf Jesus</i>: <b>Korrektur der üblichen Messiasvorstellung</b>
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Jesus <i>ist</i> der Messias - das wird auch die Verklärung bestätigen!
li.slide Jesus ist <i>anders</i> Messias als erwartet: Sein Weg führt nicht auf den Königsthron in Jerusalm - nachdem er seine Gegner und vor allem die Römer besiegt hätte -, sondern durch Leiden und Tod zur Auferstehung.
li.slide Dieses andere Messias-Sein Jesu sollen die Jünger <i>auf dem Weg verinnerlichen</i> - zusammen mit den Folgen, die dies für die Jesus-Nachfolge haben muss.
p.slide.nomarginbottom Dieses andere Messias-Bild löst - fast logischerweise! - Widerspruch aus:
p.slide.nomarginbottom
b Widerspruch des Petrus (<q>Jüngerunverständnis</q>)
ul.nodisplay
li.slide Petrus denkt von der üblichen Messiasvorstellung her.
li.slide Er kann den angekündigten Weg Jesu mit seiner Vorstellung - seiner Hoffnung! - vom Messias nicht vereinbaren.
p.slide.nomarginbottom
b Reaktion Jesu auf den Widerspruch des Petrus I
ul.nodisplay
li.slide Jesus <q>herrscht Petrus an</q> - so begegnet Jesus normalerweise nur Dämonen.
li.slide Jesus weist Petrus scharf zurecht: <q>Hinter mich, Satan!</q>
br
span.small
| <i>Wichtig</i>: Es heißt hier <i>nicht</i>: <q>Weg mit dir, Satan!</q>, wie etwa auch in der alten Einheitsübersetzung!
| Es geht hier nicht um die Verstoßung des Petrus durch Jesus, sondern darum, dass Petrus mit seiner Ablehnung des angekündigten Weges Jesu aus der Nachfolge
| herausgefallen ist; und Jesus fordert ihn auf, wieder in diese Nachfolge einzutreten, hinter Jesus herzugehen auf seinem Weg -
| mit praktisch der gleichen Wendung, mit der Jesus den Petrus einst berufen hatte!
p.slide.nomarginbottom
b Reaktion Jesu auf den Widerspruch des Petrus II (<q>Jüngerbelehrung</q>)
ul.nodisplay
li.slide
| Belehrung der Jünger und der Volksmenge:
|
i
q Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert, wird es retten.
|
| (Mk 8,34-35)
li.slide Bedeutung innerhalb der Evangelienerzählung: Für <b>Petrus</b> hätte das bedeutet, dann, als es kritisch wurde im Hof des Hohepriesters während der Verhandlung Jesu, <i>nicht Jesus, sondern sich selbst</i> zu <i>verleugnen</i>, sich also zu Jesus zu bekennen und die Folgen zu tragen.
li.slide Generelle Bedeutung in der Zeit der Verkündigung des Evangeliums (<q>um des Evangeliums willen</q>!) - gerade angesichts von Verfolgung und Nachteilen im Leben, bis hin zur letzten Konsequenz.
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Zweifache Ergänzung des Messias-Bekenntnisses mit fundamentaler Wichtigkeit
ul.nomarginbottom.nodisplay
li.slide
b Jesu <q>Königsweg</q> ist ein Weg, der durch Leiden und Kreuz führt und gerade so zur Auferstehung.
li.slide
b Jesu Weg muss sich auswirken auf das Verhalten all derer, die ihm nachfolgen: Glaubenslehre (Messias, sein Leiden, Sterben, Auferstehn) und Glaubenspraxis in der Jesus-Nachfolge werden unlösbar miteinander verbunden.
p.slide Gerade um Letzteres zu lernen, wiederholen sich Leidensankündigung, Jüngerunverständnis und Jüngerbelehrung noch zweimal mit konkreter Anwendung.
h2.slide(style="margin-top: 50px;") Die Verklärung Jesu
p.nomarginbottom.slide Die <b>fünfte <q>Woche</q></b> in der Evangelienerzählung nach Markus kann in <b>zwei Abschnitte</b> geteilt werden, die auffallend parallel gestaltet sind:
table.slide.table(style="margin-top: 5px; margin-bottom: 20px;")
thead
tr
th(style="width: 45%;") Erster Durchgang
th Zweiter Durchgang
tbody
tr
td Messiasbekenntnis des Petrus
td Verklärung Jesu
br
span.small.nodisplay#huettenbauen Petrus will Hütten bauen: Verklärungszustand auf Dauer festhalten
tr.slide
td Erste Leidensankündigung
td Gespräch beim Abstieg über die Wiederkunft des Elija sowie das <i>Leiden</i> des <q>Elija</q> und des Menschensohnes
tr.slide(data-slideslave="#huettenbauen")
td Einspruch des Petrus
td Versagen der Jünger bei einer Heilung
tr.slide
td Jüngerbelehrung: Kreuz aufnehmen und Selbstverleugnung
td Jüngerbelehrung im Haus
p.nomarginbottom.slide <i>Auffällig</i>:
ul.nodisplay
li.slide Beidemale blitzt auf, wer Jesus ist.
li.slide Beidemale fällt Petrus im Kontext negativ auf mit gleicher inhaltlicher Ausrichtung: Direkter Widerspruch gegen Jesus Weg einerseits, Hütten-Bau-Absicht [= Moment auf Dauer festhalten] andererseits.
li.slide Beidemale Anweisung Jesu, niemand etwas zu erzählen.
li.slide Beidemale geht es im anschließenden Gespräch um das Leiden (des Elija und auch) des Menschensohnes.
.alert.alert-primary.slide
p.nomarginbottom
b Die Verklärung Jesu kann als Bestätigung des Messiasbekenntnisses des Petrus vom Himmel her verstanden werden!
p.nomarginbottom.slide Jesus wird also ausgewählten Zeugen als Gottessohn geoffenbart, <b>flankiert von Mose und Elija</b>:
ul.nodisplay
li.slide <b>Mose</b>
ul.nomarginbottom.nodisplay
li.slide Dtn 18,15: <q>Einen Propheten wie mich [= Mose] wird dir der Herr, dein Gott, aus deiner Mitte, unter deinen Brüdern, erstehen lassen. <i>Auf ihn sollt ihr hören</i>.</q>
li.slide Jesus wird als <q><b>neuer Mose</b></q> gezeichnet, der den Willen Gottes gültig verkündet und auf den es zu hören gilt.
li.slide Dies gilt vor allem auch für die <q>auf dem Weg</q> erteilte Lehre Jesu für seine Nachfolger, die damit göttlich legitimiert wird.
li.slide <b>Elija</b>
ul.nomarginbottom.nodisplay
li.slide Elija gilt nach 1 Kön als in den Himmel entrückt.
li.slide Es gab (und gibt im Judentum noch heute!) die Erwartung, dass Elija vor dem großen Endgericht Gottes bzw. als Vorläufer des Messias kommen würde.
li.slide Wenn aber Jesus der Messias ist, wo ist dann Elija? Hätte der nicht schon da sein müssen?
li.slide Mehr noch: Wenn der wiedergekommene Elija mit seinem Auftrag gemäß Mal 3,23-24 - nämlich das Volk Israel auf das Gericht Gottes vorzubereiten, sodass es bestehen kann - erfolgreich sein würde - und das ist doch biblische Verheißung! - wie kann dann der Messias leiden müssen?
li.slide Diesen Gedanken spielt Markus geschickt ein und gibt dann im Munde Jesu die Erklärung:
ol.nomarginbottom.nodisplay
li.slide Ausgangspunkt: Aussage zur Auferstehung des Menschensohnes <i>von den Toten</i> - also indirekt Jesu Leidens und Todesankündigung.
li.slide Jüngerunverständnis: <q>Warum sagen die Schriftgelehrten, zuerst müsse Elija kommen?</q> (Mk 9,11) - und müsste der nicht alles wiederherstellen (vgl. Mk 9,12)? - wie kann es dann zum Tod des Messias kommen?
li.slide Antwort Jesu:
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide <b>Elija war schon da, nämlich in der Gestalt Johannes des Täufers</b> (indirekt ausgesagt).
li.slide Doch <b>dieser <q>Elija</q> ist ebenso einen gewaltsamen Tod gestorben</b>, wie es dem Menschensohn noch bevorsteht.
li.slide Damit wird die Vorstellung, Elija stelle alles wieder her, würde also erfolgreich sein mit seinem Auftrag, korrigiert.
li.slide
| Diese Korrektur geschieht im Blick auf das reale Geschick Johannes des Täufers und Jesu, wie es aus christlicher Sicht in der Bibel Israels vorgezeichnet ist
| (
span.oi.oi-arrow-right
|
| Prophetenschicksale, Gottesknecht, leidender Gerechter [Weish 2]).
.alert.alert-primary.slide
p.nomarginbottom
b
| Sowohl das Messiasbekenntnis des Petrus als auch die dieses bestätigende Verklärung Jesu stehen im Kontext von Leiden, Tod und Auferstehung des Messias/Menschensohnes.
| Und den Vorläufer des Messias - <q>Elija</q> in Johannes dem Täufer - hat dieses Schicksal des gewaltsamen Todes schon ereilt.
br
| Gleichzeitig wird die Lehre <q>auf dem Weg</q> mittels der Einspielung des Mose und der Stimme vom Himmel göttlich legitimiert.
h2.slide(style="margin-top: 50px;") Die zweite und dritte Leidensankündigung Jesu und die Konsequenzen für die Nachfolge
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Vgl. Ebner, Einleitung 159-160.")
p.slide Mit den zwei weiteren Leidensankündigungen wird ein direktes, beispielhaftes Fehlverhalten der Jünger verbunden; darauf geht Jesus jeweils ein und lehrt Konsequenzen seines Passionsweges für das Verhalten der Jünger in seiner Nachfolge.
p.slide.nomarginbottom
b
| Zweite Leidensankündigung
|
span.oi.oi-arrow-right
|
| Rangstreit der Jünger (<q>Größter sein</q>)
ul.nodisplay
li.slide Jesus reagiert in lehrender Pose: er setzt sich.
li.slide
i
q Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein.
|
| (Mk 9,35)
li.slide <i>Veranschaulichung</i>: Jesus stellt ein Kind in die Mitte und spricht von der Aufnahme von (Waisen-)Kindern.
ul.nomarginbottom.nodisplay
li.slide Es geht um den Dienst an den nicht nur im körperlichen Sinne Kleinen und Bedürftigen.
li.slide Mit ihnen solidarisiert sich Jesus: <q>Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf ...</q> (Mk 9,37)
li.slide <i>Test der Transferleistung der Jünger</i> - die fallen durch:
ul.nomarginbottom.nodisplay
li.slide Als man Kinder zu Jesus bringt, damit er sie segnet, weisen die Jünger die Leute mit ihren Kindern schroff ab.
li.slide Jesus kritisiert dies scharf und macht wieder grundsätzliche Aussagen: <q>Wer das Reich Gottes nicht so annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.</q> (Mk 10,15)
br
span.slide
i
q Wie die Kinder werden
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Kinder haben (noch) nichts:
br
i Verzicht auf materielle Sicherheiten.
li.slide Kinder werden - da <q>Kleinste</q> - gerne als Diener eingesetzt:
br
i Diener der <q>Kleinsten</q> und <q>Letzten</q> der Gesellschaft werden.
.alert.alert-primary.slide(style="margin-bottom: 0px;")
b Den (nicht nur im körperlichen Sinne) Kleinen, den Bedürftigen, den Letzten gehört das Reich Gottes.
br
b
i Wer nicht bereit ist, mit ihnen den Platz zu tauschen und ihr Diener zu werden, dem ist der Weg in das Reich Gottes versperrt.
span.slide.small Eine <i>beispielhafte Bebilderung</i> dazu findet sich in der <i>Erzählung von der Aussendung der Zwölf</i>
ul.nomarginbottom.nodisplay
li.slide
| Die Jünger sollen <i>auf alle materiellen Sicherheiten verzichten</i>.
|
span.small Dass dies nicht bedeutet, ins materielle Nichts zu fallen, stellt Jesus auf die Anfrage des Petrus in Mk 10,28-31 klar: man findet Halt in der Solidarität der Schwestern und Brüder, die untereinander teilen.
li.slide Jesus gibt den Jüngern die Vollmacht über die unreinen Geister, also die <i>Vollmacht, alle Unterdrückten und Beladenen von ihrer Last zu befreien</i>.
li.slide Und genau dies tun die Jünger nach Mk 6,13: <q>Sie trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie</q>, das heißt, sie wandten sich den Kleinen und Geringen und Außenseitern, den <q>Letzten</q> der Gesellschaft zu.
p.slide.nomarginbottom
b
| Dritte Leidensankündigung
|
span.oi.oi-arrow-right
|
| Plätze ganz oben haben (links und rechts von Jesus) (<q>Herrschen</q>) [Zebedäus-Söhne]
ul.nodisplay
li.slide Wer diese Plätze bekommt, das entscheidet Gott.
br
span.small.slide Und hat nicht die Verklärung gezeigt, wer diese Plätze bekommt/schon hat?
li.slide Grundsätzliche Lehre zum Thema Dienen und Herrschen (Vertiefung der bisherigen Aussagen nach dem Rangstreit der Jünger):
br
span.slide
i Nicht Herrschen und Unterdrücken - wie es die Mächtigen so tun - sondern Dienen und Sklave sein soll die Nachfolger Jesu prägen.
p.nomarginbottom.slide <b>Begründung</b> letztlich der ganzen Lehre <q>auf dem Weg</q><b>:</b>
br
q
b Denn auch der Menschensohn | ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen | und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.
|
| (Mk 10,45).
ul.nodisplay
li.slide Als letzter Satz vor der den Mittelteil abschließenden Blindenheilung besonders gewichtig.
li.slide <i>Weg Jesu mit der christlichen Erlösungslehre verbunden.</i>
p.slide.nomarginbottom <i>Lesehilfe</i>: von den Rändern her:
ul.nodisplay
li.slide <i>Anfang</i>: <q>denn auch der Menschensohn</q>: Jesus bzw. sein Weg wird als begründendes Modell der Nachfolge definiert.
li.slide <i>Ende</i>: Bekenntnis zur Erlösung durch Jesu Tod.
li.slide <i>Dazwischen</i>: Jesu Weg als <i>Dienst des Menschensohnes allgemein formuliert</i>:
br
span.slide Durch diese <i>allgemeine</i> Aussage ist der Weg Jesu für alle Jüngerinnen und Jünger aller Zeiten lebbar und in den Alltag übersetzt: es geht - für alle! - um den Dienst an den <q>Letzten</q>.
br
span.slide Gleichzeitig ist dieser Dienst unbedingte Verpflichtung:
br
span.slide
i Dieses mittlere Stück des Satzes ist die Verbindung zwischen dem Jünger bzw. der Gemeinde einerseits [Anfang des Satzes] und der Erlösung durch Jesu Tod andererseits [Ende des Satzes].
li.slide Im Hinblick auf das <q>denn auch</q> ist dieser Vers ein idealer und zusammenfassender Schlussatz der gesamten Lehre <q>auf dem Weg</q>:
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Wer der Erlösung teilhaftig werden will, der ist auf den Weg des Dienens gestellt
p.nomarginbottom
b
| Erlösungslehre und Mahnung, den Weg Jesu als Weg des Dienens nachzugehen, sind aufs Engste miteinander verknüpft.
p.slide.nomarginbottom
b Blindenheilung - ein erneuter Test, bei dem die Jünger aber erneut versagen
ul.nodisplay
li.slide Analog zur Episode mit den Kindern, die von den Jüngern abgewiesen wurden.
br
span.small.slide
| Die Parallelität wird noch deutlicher, wenn man bemerkt, dass von Markus im Griechischen für das
| Zurückweisen der Leute mit ihren Kindern das gleiche Wort benutzt ist, wie für den Versuch der Vielen,
| Bartimäus zum Schweigen zu bringen.
br
span.small.slide Und dieses Wörtchen ist <q>epitimao</q>: <q>tadeln, schelten</q>. Die Grundform <q>timao</q> dagegen bedeutet <q>schätzen, ehren</q>.
br
span Die Anklänge an den Namen <q>Bartimäus</q> dürften im Griechischen nicht überhörbar sein;
br
span zumal angegeben wird, was dieser Name bedeutet: <q>Sohn des Timäus</q> (<q>Bar</q> = <q>Sohn</q> <span class="oi oi-arrow-right"></span> Kind)
br
span
i Bartimäus ist <u>Inbegriff</u> der Kleinen, die eigentlich geehrt werden sollen, die aber allzuoft getadelt und gescholten, spricht: unterdrückt werden.
li.slide <q>Viele</q> wollen den blinden Bartimäus zum Schweigen bringen - wohl auch die Jünger!
li.slide Nicht die Jünger schreiten im Sinne Jesu ein, sondern Jesus muss selbst handeln!
li.slide Bartimäus ist der <q>Kleine</q> und Bedürftige und <q>Letzte</q>, den es nicht gilt zurückzuweisen und zu unterdrücken - dem Thema gerade eben! -, sondern ihn als Adressaten der heilenden Gegenwart Jesu und des Reiches Gottes zu begreifen!
p.slide Wann werden es die Jünger - die Leser! - endich verstehen?
h2.slide(style="margin-top: 50px;") Zusammenfassung
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Vgl. Ebner, Einleitung 160.")
p.slide
| <b>Die Schülergespräche, die sich auf die Jüngerunverständnisse nach den Ankündigungen des Wegs Jesu durch Leiden und Sterben
| zur Auferstehung beziehen, übertragen den Weg Jesu</b>
|
q <b>in <i><u>sozialethische</u></i> Kategorien.</b> Die Glaubenslehre vom Leidensweg Jesu hat verstanden, wer auf Rangstreben und Prestigesucht verzichtet und stattdessen Statusverzicht praktiziert.
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Ebner, Einleitung 160 (Hervorhebung geändert).")
p.slide Dies muss sich gerade im Umgang mit jenen bewähren, die in einer Gesellschaft als <q>Letzte</q> gelten.
p.slide
| Sich zu Jesus als dem Messias zu bekennen, schließt seinen Weg mit ein. Und dieses Bekenntnis zum Weg des Messias
| muss sich auf die Lebensführung all jener auswirken, die sich als seine Jünger verstehen. Daraus folgt aber notwendig,
| dass Jesus, dem Auferstandenen, nicht gedient ist, wenn man ihn (nur) <q>anbetet und verherrlicht</q>,
| sondern gerade dann, wenn man seinen Weg des Dienens und der Hingabe zu seinem eigenen Weg macht.
p.slide
| Bewusst hat der Evangelist vor und am Ende des Mittelteils seines Evangeliums jeweils eine Blindenheilung platziert:
| Er möchte all jenen, die sich zu Jesus als dem Messias bekennen (
span.oi.oi-arrow-right
|
| Messiasbekenntnis am Anfang des Mittelteils), der als Lösegeld für sie sein Leben gab (
span.oi.oi-arrow-right
|
| Ende des Mittelteils), die Augen dafür öffnen, was dieses Bekenntnis in seiner ganzen Tiefe und Tragweite beinhaltet und was das für ihr eigenes Leben bedeuten muss.
p.slide
| Und weil das ein Lernprozess ist und auch verschiedene Facetten hat, wird es dreimal durchgespielt.
| Damit zusammen hängt wohl auch der Umstand, dass die Blindenheilung vor dem Mittelteil des Evangeliums nicht sofort gelingt,
| sondern der Nachbesserung bedarf. Die zweite Blindenheilung hat auch ein zurückhaltendes, kritisches Moment
| (die <q>vielen</q> wollen den schreienden Bartimäus unterdrücken), doch immerhin gelingt die Heilung sofort.
| Und von Bartimäus heißt es - die Stichworte <q>Nachfolge</q> und <q>auf dem Weg</q> aufgreifend und verbindend -:
|
q er folgte ihm [= Jesus] auf seinem Weg
| ; wie dem Bartimäus sollen auch den Lesern die Augen aufgehend in einem tieferen Sinn: nämlich dafür, was echte Jesus-Nachfolge ist.
p.small.slide
| Bemerkenswert ist auch: Jesus stellt den Söhnen des Zebedäus und dem blinden Bartimäus die gleiche Frage:
| <q>Was soll ich euch/dir tun?</q> (Mk 10,36.51) - Die einen wollen neben Jesus thronen, Bartimäus dagegen will sehen - also das, was den Jüngern fehlt!
| Mit dem Wegwerfen des Mantels verlässt Bartimäus seine alte Existenz (wie die Jünger: Mk 1,18.20; 2,14; 10,28).
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Vgl. Opielka, Birgit: Zwei Außenseiter als Vorbild der Jünger. In: Bibel und Kirche 2/2011, 90-93.")
h2.slide(style="margin-top: 50px;") Konkretisierung angesichts des zeitgeschichtlichen Kontextes
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Vgl. Ebner, Einleitung 178-179.")
p.slide.nomarginbottom <b>Vespasians Aufstieg zum Kaiser zog Kreise</b>
ul.nodisplay
li.slide Er erhob Anhänger aus dem Ritterstand - dem er selbst entstammte - in den römischen Senat.
li.slide Mit Vespasians Aufstieg verband sich der Aufstieg vieler anderer.
li.slide Der Traum vom eigenen Aufstieg griff um sich: Man will - so gut und soweit es geht - groß sein, vorne mit dabei sein.
li.slide Die Chancen stehen naturgemäß bei denen besonders gut, die dem Kaiser nahe stehen bzw. ihm ergeben sind: Des Kaisers Weg nach oben kann auch ihr Weg nach oben sein!
p.slide.nomarginbottom Markus adaptiert und <q>pervertiert</q> das: <b>Jesu Weg ans Kreuz muss Kreise ziehen</b>
ul.nodisplay
li.slide Jesu Weg nach unten muss auch der Weg seiner Nachfolger nach unten sein.
li.slide Es darf nicht - wie bei den Gefolgsleuten des Kaisers - darum gehen, wer der Größte (nach dem Kaiser) ist bzw. wie man dorthin kommt.
br
span.slide Es gilt vielmehr, Letzter und Deiner zu sein - angesichts dessen, dass Jesus sich zum Diener aller gemacht hat.
li.slide Und es darf auch nicht darum gehen, die Plätze ganz oben innezuhaben und wie die Mächtigen zu herrschen und zu unterdrücken.
br
span.slide Sondern es muss darum gehen, die Plätze ganz unten zu haben und wie Jesus zu dienen.
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Von der <i>Herrschaftspyramide</i> von oben nach unten zur <i>Dienstpyramide</i> von unten nach oben
p.nomarginbottom
| In einer Zeit, in der der Aufstieg Vespasians vom Ritter zum Kaiser in aller Munde ist - vor allem sicher in Rom -
| schreibt Markus sein
br
b Gegen-Evangelium vom Abstieg des Messias und Menschensohnes Jesus bis ans Kreuz.
p.nomarginbottom
b
| Markus dreht die - nicht nur - römische Herrschaftspyramide mit dem Kaiser ganz oben und der Herrschaft von oben nach unten
| um zur Dienstpyramide von unten nach oben mit Jesus ganz unten.
p.slide.small
| Auch im Evangelium geschieht Übertragung von <q>Vollmacht</q>.
| Aber diese Übertragung an die Jünger (konkret: die Zwölf) bei ihrer Aussendung geschieht nicht,
| um sie als Herrscher über die Menschen einzusetzen, sondern um die Menschen von der Herrschaft alles Dämonischen
| - in einem umfassenden Sinn - zu befreien.
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+bottom_theologische_grundgedanken("nachfolge")
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+headline
+headline_item_start
+headline_item_theologische_grundgedanken
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span Die Schweigegebote
+footnote("Vgl. Ebner, Einleitung 177-178; Gnilka, Markus I 167-170 [Exkurs Messiasgeheimnis].")
block content
p.slide.nomarginbottom Im Evangelium nach Markus fallen <b>Schweigegebote</b> auf; Jesus richtet sie
ul.nodisplay
li.slide an Dämonen,
li.slide an Geheilte bzw. Zeugen der Wunder,
li.slide an die Jünger.
p.slide.nomarginbottom <b>Inhalt</b>
p.slide
i Man soll ihn, seine Person (<span class="oi oi-arrow-right"></span> Titel z. B. in Mk 1,24; 3,11-12!) und sein Wunderwirken nicht bekannt machen.
p.slide.nomarginbottom Eine <b>zufriedenstellende Deutung</b> ist nicht einfach:
ul.nodisplay
li.slide Bahnbrechendes Werk von William Wrede 1901.
li.slide Seitdem hat sich die Markus-Forschung intensiv mit den Schweigeboten befasst.
li.slide Es gab immer wieder Wandlungen im Verständnis.
li.slide Jeder Erklärungsversuch hat auch seine Probleme.
li.slide.small Verschärfung des Problems: Matthäus und Lukas übernehmen die Schweigegebote zu einem gewissen Teil, haben sie aber offenbar nicht verstanden.
p.slide.nomarginbottom <b>Erträge der Forschung</b>
ul.nodisplay
li.slide Die Schweigegebote gehen nicht auf den historischen Jesus zurück, sondern sind eine <i><q>Erfindung</q> des Markus</i>.
br
span.slide Es ist daher nicht zu fragen, was Jesus damit bezwecken wollte, sondern Markus.
br
span.slide
i Die Schweigegebote richten sich nicht an die Zeugen des historischen Jesus, sondern haben in der Kommunikation Erzähler - Leser ihren Ort.
li.slide Die Schweigegebote finden sich <i>nicht immer nach Heilungen</i>.
br
span.slide
i Sie entfallen vor allem dann, wenn im Kontext das Leiden Jesu Thema ist oder von der Nachfolge die Rede ist.
br
span.slide.small Beispiel Wunder: Das Entfallen des Schweigegebotes in Mk 2,1-10; 3,1-6 lässt sich durch den Streitgesprächcharakter bzw. den Tötungsbeschluss in Mk 3,6 erkären.
br
span.slide.small Nachfolge: Sie wird <q>auf dem Weg</q> von den Leidensankündigugen her in einem spezifischen Sinn verstanden: als Dienst und Bereitschaft, das Kreuz zu tragen.
li.slide Die Schweigegebote werden <i>zeitlich eingeschränkt</i>.
ul.nomarginbottom.nodisplay
li.slide In Mk 9,9 findet sich die Aussage: <q>... bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist.</q>
li.slide Insofern es sich hier um das letzte Schweigegebot im Evangelium handelt, wird man dies auf alle Schweigegebote beziehen können.
li.slide So ergibt sich von hier aus der Sinn der Schweigegebote:
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Das Bekenntnis zu Jesus muss das Bekenntnis zu seinem Weg einschließen
p.nomarginbottom
b Wenn von Jesus als Messias, Wunderheiler, Heiligem Gottes und Sohn Gottes erzählt wird, dann muss auch sein Weg Thema sein.
h2.slide(style="margin-top: 50px;") Konkretisierung angesichts des zeitgeschichtlichen Kontextes
p.slide.nomarginbottom
b Legitimation Kaiser Vespasians
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Ihm fehlte eigentlich die Legitimation, römischer Kaiser zu werden: er stammte nicht aus dem Hochadel und hatte keinen bereits vergöttlichten Vater.
li.slide Seine Propagandisten halfen nach:
ul.nodisplay
li.slide Es wird auf göttliche Zeichen und Orakel verwiesen, die verdeutlichen sollen, dass hinter dem Aufstieg Vespasians die Götter stehen.
br
span.slide So kann Vespasian dann trotz seiner defizitären Abstammung den Titel <q>Sohn eines Gottes</q> tragen.
li.slide Wundergeschichten werden in Umlauf gebracht.
br
span.slide Beispiele: Heilung eines Blinden und eines Lahmen durch Berührung in Alexandrien.
br
span.slide
q Historiker vermuten, dass die ägyptische Priesterschaft anlässlich einer Audienz des Vespasian im Hippodrom von Alexandria diese Wunder insgeziernt hat. Es sollte demonstriert werden, dass in ihm göttliche Kräfte wirken.
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Ebner, Einleitung 177.")
p.slide
i Es ging bei Vespasian also um (inszenierte) Schau-Wunder, die Vespasian als Kaiser göttlich legitimieren sollten. Und deswegen sollte von den Wundern natürlich überall erzählt werden.
p.slide.nomarginbottom
b Jesus wird hier als Gegenpol gezeichnet
ul.nodisplay
li.slide Er <i>setzt</i> die <i>Zeugen seines Wirken nicht</i> als <i>Propagandisten ein</i>, sie werden es aus freien Stücken - gegen Jesu ausdrücklichen Wunsch.
li.slide Jesu Wunder sind <i>keine Schau-Wunder</i> und die </i>Geheilten keine Objekte einer Demonstration</i>.
br
span.slide Vielmehr sind Jesu Wunder <i>Auswirkungen der angebrochenen Gottesherrschaft</i>.
li.slide Die Wunder Jesu sind <i>nicht dazu da, um Jesus zu legitimieren und die Menschen von ihm zu überzeugen</i>.
br
span.slide Sie <i>setzen</i> vielmehr bereits einen <i>gewissen Glauben voraus</i> bzw. beim Wissen der Dämonen um Jesu Person an.
br
span.slide Und da, wo Jesus Unglauben vorfindet, da kann er auch keine Machttaten tun (Mk 6,1-6a)!
p.slide.nomarginbottom
b Jesu erstes Wunder wird nicht von seinen Jüngern eingeleitet, sondern von einem <i>Dämon</i> provoziert
ul.nodisplay
li.slide Die Leute - wohl auch die Jünger! - staunen über die Lehre Jesu; ein Wunder wird offenbar nicht erwartet.
li.slide Die Heilung wird von einem Dämon eingeleitet, der von sich aus Jesus entgegentritt, und damit seine Austreibung in Gang bringt.
li.slide Daraufhin verbreitet sich der Ruf Jesu in Galiläa.
li.slide Alles Weitere baut darauf auf:
ul.nodisplay
li.slide Jesus kommt nicht an die verschiedenen Orte, um die Menschen auch dort von ihm zu überzeugen.
li.slide Vielmehr ist ihm sein Ruf vorausgeeilt und die Menschen strömen deswegen zu Jesus - mehr als ihm lieb ist.
li.slide Gleiches Spiel in der Dekapolis (Mk 5), wo Jesus noch unbekannt ist und die Leute deswegen auch nicht zu ihm kommen:
ul.nodisplay
li.slide Auch hier geht es mit einem Dämon los, der von sich aus auf Jesus zukommt.
li.slide Bei seinem zweiten Besuch dort (Mk 7,31-37) hatte sich sein Ruf bereits verbreitet und man bringt einen Taubstummen zu ihm.
p.slide.small.nomarginbottom Mit dem <i>Hintergrund Vespasian-Schauwunder erklärt</i> sich auch ein <i>widersprüchlich erscheinendes Verhalten Jesu</i>:
ul.nodisplay.small
li.slide Einerseits stellt Jesus die zu Heilenden in die Mitte: er rückt damit den der Hilfe bedürften Menschen ins Zentrum der Aufmerksamkeit der umstehenden Menschen: <i>diesen <q>Kleinen</q> gilt die Zuwendung Gottes und das soll sich auf die Menschen auswirken.</i>
li.slide Andererseits nimmt er die zu Heilenden immer wieder zur Seite oder nur wenige auserwählte Zeugen zur Heilung dazu: <i>Jesus vollbringt keine Schauwunder mit möglichst vielen Zeugen.</i>
p.slide.nomarginbottom
b Ergebnis: Die Schweigegebote relativieren bestimmte Elemente der Jesustradition
ul.nodisplay
li.slide
i Wunder
br
span Sie sind keine legitimierenden Schau-Wunder und dürfen nicht als solche verstanden werden.
li.slide
i Bekenntnis zu Jesus in Form von Hoheitstiteln
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-primary Die Schweigegebote stehen im Dienste der (später erteilten) Lehre <q>auf dem Weg</q>
p.nomarginbottom
| Nur der bekennt sich vollgültig zu Jesus, der sich nicht einseitig an den Wundern Jesu oder an (Bekenntnis-)Titeln festmacht, sondern an seinem Weg und diesem in seinem eigenen Verhalten entspricht.
br
b Christsein hängt nicht nur vom rechten (Lippen-)Bekenntnis zu Jesus ab, sondern ganz essentiell von der gelebten Bereitschaft, seinen Weg zu gehen.
p.small.slide Diese Sichtweise wird dadurch unterstrichen, dass die Schweigegebote mit der Lehre auf dem Weg <q>verknotet</q> sind: Das letzte Schweigegebot findet sich nach der ersten Leidensankündigung mit entsprechender Unterweisung zum Kreuz-Tragen!
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+bottom_theologische_grundgedanken("schweigegebote")
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+headline_item_start
+headline_item_theologische_grundgedanken
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span Von <q>Versagern</q> und <q>Helden</q>
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Vgl. Ebner, Einleitung 163-165.")
block content
p.slide.nomarginbottom Auffällig ist im Markus-Evangelium <b>das eigenwillige Jüngerbild</b>:
ul.nodisplay
li.slide Jesus gibt sich alle Mühe, seine Jünger in alles einzuführen -
br
span.slide aber <i>sie verstehen nicht</i>.
li.slide Auch die Jünger werden - wie die Gegner Jesu - <i>als verstockt gezeichnet</i> (Mk 6,52; 8,17).
li.slide.small Dagegen kann es in Jerusalem sogar von einem Schriftgelehrten heißen, dass er nicht fern vom Reich Gottes ist (Mk 12,28-34).
p.slide.nomarginbottom Zunächst hatte alles <b>gut angefangen in Galiläa</b>:
ul.nodisplay
li.slide Jesus <i>beruft</i> die Jünger, und sie <i>folgen sofort</i>.
li.slide Jesus will sie <i>zu Menschenfischern machen</i>.
li.slide Jesus beruft die Zwölf, die <i>bei ihm in die Lehre gehen</i> sollen.
li.slide Sie <i>sendet</i> Jesus <i>mit Vollmacht</i> - also als echte Teilhaber seiner eigenen Sendung - <i>aus</i>: sie sollen - wie er - heilen und lehren.
p.slide.nomarginbottom Doch dann kommt der <b>Weg nach Jerusalem mit Schwierigkeiten</b>:
ul.nodisplay
li.slide <i>Petrus</i> rutscht mit seiner Ablehnung des Weges Jesu wenigstens kurzzeitig auf die <i>Seite der dämonischen Gegner Jesu</i>.
li.slide Die Unterweisungen Jesu <i>öffnen die Augen der Jünger nicht wirklich</i>.
p.slide.nomarginbottom <b>Totales Fiasko</b> dann <b>in Jerusalem</b>:
ul.nodisplay
li.slide Judas <i>verrät</i>.
li.slide Petrus <i>verleugnet</i>.
li.slide <i>Alle fliehen</i> angesichts von Prozess und Kreuzigung Jesu.
li.slide <b><i>Jerusalem ist damit der Ort des (vorläufigen) Endes der Jüngerschaft!</i></b>
li.slide Nur kurzzeitig springen die <i>Frauen, die auch von Galiläa aus Jesus nachgefolgt waren</i>, in die Bresche:
br
span.slide vom Grab - wo sie gerade eben die Osterbotschaft empfangen haben - <i>fliehen</i> sie und <i>führen ihren Auftrag nicht aus</i>.
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Die Jünger - und Jüngerinnen - sind höchst zweifelhafte Identifikationsfiguren
ul.nomarginbottom
li.slide
b Einerseits Empfänger von Offenbarung
br
span.slide In ihnen ist der Leser z. B. mit auf dem Berg der Verklärung und bei der Auferweckung der Tochter des Jairus dabei.
br
span.slide Er hört mit ihnen die besonderen Belehrungen Jesu an seine Jünger.
li.slide
b Andererseits in ihrem Verhalten eher Anti-Helden, Anti-Identifikationsfiguren
br
span.slide Dies gilt besonders <q>auf dem Weg</q> und in Jerusalem.
p.slide Angesichts des eigenwilligen Schlusses des Evangeliums in Mk 16,8 ergibt sich die Frage: <b>wer trägt die Botschaft überhaupt weiter?</b>
p.slide.small
| Ein Vergleich mit den anderen Evangelien zeigt: die wollten das Jüngerbild des Markus-Evangeliums nicht so stehen lassen.
| Besonders bei Matthäus, für den die Jünger die spätere Kirche repräsentieren, kommen die Jünger wesentlich besser weg!
p.slide.nomarginbottom Doch kennt das Markus-Evangelium auch <b>echte <q>Helden</q>, echte Identifikationsfigure</b>, aber es sind eher die <i>kleinen Figuren am Rande</i>:
ul.nodisplay
li.slide
b Der geheilte Gerasener
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Er will <q>mit Jesus sein</q> - wie die Zwölf berufen wurden, um <q>mit Jesus zu sein</q>.
li.slide
| Er folgt trotz der Ablehnung Jesu in der Dekapolis dem Auftrag Jesu und verkündet nicht nur in seiner Familie,
| sondern <q>in der ganzen Dekapolis</q> das, was an und mit ihm geschehen ist und wie Gott mit ihm Erbarmen hatte (Mk 5,1-20).
li.slide So hat er offenbar dazu beigetragen, dass Jesu zweiter Besuch in der Dekapolis anderes verlief:
br
span.slide
| Die Heilung des Taubstummen erzählt, dass das Wort Gottes in der Dekapolis auf fruchtbaren Boden fällt und die Heiden in das Lob des Gottes Israels einstimmen (Mk 7,31-37).
li.slide
b Die Syrophonizierin
br
span.slide Sie versteht das Gleichnis Jesu und antwortet geschickt darauf (Mk 7,24-30).
li.slide
b Der blinde Bartimäus
br
span.slide Er foglt nach seiner Heilung <q>Jesus auf seinem Weg</q> - als Kontrast zu allen, die vor dem Weg Jesu zurückschrecken (Mk 10,46-52).
li.slide
b Der römische Hauptmann unter dem Kreuz
br
span.slide
| Er spricht das Gottessohn-Bekenntnis.
br
| Auch wenn dieses aus christlicher Perspektive defizitär ist (<q>Dieser Mensch <i>war ein</i> Sohn <i>eines</i> Gottes.</q>), bringt er die Umwertung <q>Erster</q> - <q>Letzer</q> im Sinne des Markus gültig zum Ausdruck.
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading <q>Helden</q> im Markus-Evangelium sind eher die kleinen Figuren am Rande
p.nomarginbottom Interessanterweise sind die meisten dieser kleinen Helden Heiden. Ausgerechnet sie verstehen und praktizieren die Lehre Jesu.
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+bottom_theologische_grundgedanken("versager_helden")
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