Verbesserung Mk/Reinigen

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Peter Fischer 2021-11-01 20:28:26 +01:00
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q
| Er war Gott gleich, hielt es aber nicht als einen Raub fest, Gott gleich zu sein,
br
| sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich ...
| sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich.
br
| ... er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod,
br
| bis zum Tod am Kreuz
h6.card-subtitle.text-muted
| Mitte der konzentrischen Gliederung: die Söhne des Zebedäus lassen ihren Vater mit den Tagelöhnern zurück
hr
ul.card-text
li
| Nicht nur durch das auf der soteriologischen Ebene anzusiedelnde Stichwort „reinigen“ (→ Taufe; siehe oben)
| sind die Söhne des Zebedäus mit Jesus verbunden, sondern auch
| durch das Stichwort „Sohn“/„Söhne“:
br
| In der Betitelung „Söhne des Zebedäus“ spiegelt sich das „Jesus Christus, Sohn (eines) Gottes“ vom oberen Rand der konzentrischen Gliederung.
li
| Dabei wird mittels des in der Berufung der Söhne des Zebedäus „gegenwärtigen“ Philipperhymnus eine Parallele
| zwischen diesen und dem Gottessohn auf ethischer Ebene konstruiert, nämlich Verzicht und Dienst:
br
| Die „Söhne des Zebedäus“, die ihren Vater und ihre Stellung im väterlichen Betrieb verlassen,
| sind mit dem Gottessohn parallelisiert, der seine himmlische Herrlichkeit und seine damit verbundene Stellung dort verlassen hat.
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li
| Der Eintritt in die Nachfolge Jesu bedeutet für sie, aus einer Welt des Habens auszubrechen:
br
| sie verlassen mit ihrem Vater auch den irdischen Besitz der Familie, der so legen es die Tagelöhner nahe nicht zu klein gewesen sein kann.
br
| Hier ist eine Analogie zum Gottessohn zu sehen, der seine himmlische Herrlichkeit verlassen,
| sich entäußert hat.
li
| Und wie der Gottessohn durch seine Entäußerung zum Diener, zum Sklaven wurde, gehorsam bis zum Tod am Kreuz,
br
| so lassen sich die Jünger für die Sache Jesu in Dienst nehmen angedeutet nicht zuletzt im Gehorsam gegenüber Jesus,
| von dem sie sich ohne Umschweife in die Nachfolge rufen lassen.
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h5.card-title
q
| Er war Gott gleich, hielt es aber nicht als einen Raub fest, Gott gleich zu sein,
br
| sondern ... er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz
h6.card-subtitle.text-muted
| Oberes und unteres Ende der konzentrischen Gliederung: Jesus, Sohn (eines) Gottes, erniedrigt sich und „tauscht“ mit einem „Letzten“
| Oberes und unteres Ende der konzentrischen Gliederung
br
| in Verbindung mit der Berufung der Söhne des Zebedäus in der Mitte der konzentrischen Gliederung
hr
ul.card-text
li
| Der Philipperhymnus besingt, wie der Gottessohn die Position tauscht:
br
| aus der himmlischen Herrlichkeit heraus in die Erniedrigung bis zum schmachvollen Kreuzestod;
br
| von weiter oben als der Gottgleichheit kann man nicht kommen, tiefer als zum Kreuzestod kann man nicht sinken:
br
| Jener, der eigentlich qua Gottgleichheit „Erster“ ist, wird zum „Letzten“.
li
| In Analogie dazu erzählt die Heilung des Aussätzigen, dass Jesus, Sohn (eines) Gottes Titel des „Ersten“ in der römischen Gesellschaft ,
| mit einem „Aussätzigen“ einen „Austausch“ vollzieht, von einem Gesunden zu einem „Kranken“ wird,
| um den Kranken gesund zu machen (→ „er hat unsere Krankheit getragen“);
br
| durch „Aussätzigsein“ aber gehört man zu den „Letzten“ der Gesellschaft.
li
| In diese Analogie ist die Parallele im Handeln Jesu und der Söhne des Zebedäus einzubinden:
br
| Auf der soteriologischen Ebene gilt:
br
i Der Gesunde Jesus wird „krank“, damit der Kranke gesund wird.
| Dies führen die Söhne des Zebedäus weiter, indem sie künftig Menschen „reinigen“ und dabei diesen „Austausch“ Jesu vergegenwärtigen.
br
| Dazu kommt aber, dass diese Reihung auf das zu übertragen ist,
| was von den Söhnen des Zebedäus neben dem Netzreinigen (→ Ausgangspunkt für ihr späteres soteriologisches Handeln) noch erzählt wird;
| dabei ist vom „Austausch“ Jesu her auch dort ein „Austausch“ zu ergänzen auf der ethischen Ebene:
br
i Die Habenden verzichten, damit die, die nichts haben, etwas haben.
br
i Der Mächtigen werden zu Dienern, damit die, die Diener sind, bedient werden.
li
| So erhält das ethische Handeln der Zebedäus-Söhne bei ihrer Berufung ein Gegenüber, wie das soteriologische
| Handeln Jesu und der Jünger schon immer ein Gegenüber hatte:
br
| Ihr Verzicht und ihr Gehorsam Jesus gegenüber geschieht nicht in ein „Nichts“ hinein, auch nicht primär um eines
| himmlischen Lohnes willen,
br
i sondern geschieht zugunsten eines menschlichen Gegenübers, mit dem es in gewisser Weise auch zu einem „Austausch“ kommt.
br
| Damit zielt Nachfolge auf die umfassende Verwandlung der Lebensumstände im Hier und Heute: der eigenen zugunten der von anderen
| im Sinne einer Teilhabe an der „Neuheit des Lebens“ und des „Aufrichtens von Menschen“.
li
| In diesem Sinn bilden das „soteriologische Element“ (→ „Menschenfischer/-reiniger“) und das „ethische Element“ (→ Verzicht, Sich-in-Dienst-nehmen-Lassen)
| von Nachfolge nicht nur eine unlösliche Einheit, es kann sogar von einem doppelten „soteriologischen Handeln“ der Jünger die Rede sein:
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h5.card-title Philipperhymnus und Heilung des „Aussätzigen“
h6.card-subtitle.text-muted Jesus, Sohn (eines) Gottes, erniedrigt sich und „tauscht“ mit einem „Letzten“
hr
ul.card-text
li
| Dass Jesus durch den „Austausch“ (= Tod am Kreuz) den „Aussätzigen“ rein gemacht hat,
| ermächtigt und ruft sie, Menschen im Bad der Taufe rein zu machen.
li
| Aber auch ihr ethisches Handeln in der Nachfolge Jesu hat soteriologische Qualität,
| insofern Menschen aus ihren schwierigen Lebensumständen befreit oder diese zumindest gelindert werden;
| Der Philipperhymnus besingt, wie der Gottgleiche die Position tauscht:
br
| dies aber in Analogie, nicht Identität, als indirekte Auswirkung durch analoges Handeln der Jünger,
| nicht als Mitwirkung an der einmaligen Erlösertat Christi.
li
| Durch diese mehrdimensionale Nachfolge werden die „Söhne des Zebedäus“ zu „Söhnen Gottes“.
| aus der himmlischen Herrlichkeit heraus in die Erniedrigung bis zum schmachvollen Tod am Kreuz;
br
| von weiter oben als der Gottgleichheit kann man nicht kommen, tiefer als zum Tod am Kreuz kann man nicht sinken:
br
| Jener, der eigentlich qua Gottgleichheit „Erster“ ist, wird zum „Letzten“.
li
| In Analogie dazu erzählt die Heilung des Aussätzigen, dass Jesus, Sohn (eines) Gottes Titel des „Ersten“ in der römischen Gesellschaft ,
| mit einem „Aussätzigen“ einen „Austausch“ vollzieht, von einem Gesunden zu einem „Kranken“ wird,
| um den Kranken gesund zu machen (→ „er hat unsere Krankheit getragen“);
br
| durch „Aussätzigsein“ aber gehört man zu den „Letzten“ der Gesellschaft,
br
| und Ort des „Austausches“ ist der „Tod am Kreuz“ (s. o.).
li
| Während in der Heilung des „Aussätzigen“ der „Austausch“ konstitutiv ist,
| enthält der Philipperhymnus nicht explizit den Gedanken, dass die Erniedrigung des Gottgleichen geschieht, um jemand anderen zu erhöhen;
br
| der Hymnus geht vielmehr zur Erhöhung des sich selbst erniedrigt habenden durch Gott über.
li
| Allerdings zeigt der Kontext des Hymnus im Philipperbrief, dass Paulus den Hymnus der Erniedrigung des Gottgleichen und seine darauffolgende Erhöhung
| in seinen Brief aufnimmt, um damit ein Verhalten der Gemeinde <i>zugunsten anderer</i> zu motivieren, bei dem der Gedanke „Erniedrigung zur Erhöhung anderer“ eine Rolle spielt
| und er also den Hymnus im diesem Sinne versteht:
br
q.bibeltext
| In Demut schätze einer den anderen höher ein als sich selbst.
br
| Jeder achte nicht nur auf das eigene Wohl, sondern auch auf das der anderen.
span.bibelstelle Phil 2,3a.4
li
| Mit „gehorsam“ und „Tod am Kreuz“ enthält der Hymnus aber schon selber Begriffe, die eine soteriologische Bedeutung der Erniedrigung des Gottgleichen andeuten bzw. beinhalten:
ul.card-text
li
| In der Adam-Christus-Parallele in Röm 5,12-21 wird dem Gehorsam Christi eine soteriologische Funktion beigemessen:
br
q.bibeltext
| Wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die vielen zu Sündern gemacht worden sind,
br
| so werden auch durch den <i>Gehorsam</i> des einen die vielen zu Gerechten gemacht werden.
span.bibelstelle Röm 5,19
li
| Der „Tod am Kreuz“ ist in der gesamten paulinischen Tradition „Ort des Heiles“.
br
| Im Philipperhymnus klappt diese Wendung nach und ist daher betont, sicher in einem soteriologischen Sinne.
br
ul.card-text.small
li
| Vielleicht hängt die auffällige Doppelung „bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz“ mit dem Vierten Lied vom Gottesknecht des Jesaja zusammen;
br
| dort findet sich die Aussage „... er sein Leben dem Tod preisgab und sich unter die Abtrünnigen rechnen ließ“ (Jes 53,12a):
br
| der Tod am Kreuz lässt sich als Tod der Abtrünnigen/Verbrecher sehr gut mit dem Satzteil „sich unter die Abtrünnigen rechnen ließ“ verbinden.
li
| Auffällig ist, dass im Vierten Gottesknechtslied der stellvertretende Tod analog zum Tod am Kreuz im Philipperhymnus Grund für die Erhöhung ist:
br
q.bibeltext
| <i>Deshalb</i> gehe ich ihm Anteil unter den Großen und mit den Mächtigen teilt er die Beute,
br
| <i>weil</i> er sein Leben dem Tod preisgab und sich unter die Abtrünnigen rechnen ließ.
span.bibelstelle Jes 53,12a-b
li
| Wahrscheinlich speist sich also der Philipperhymnus aus dem Vierten Gottesknechtslied.
li
| Das Vierte Lied vom Gottesknecht, das mit der Aussage „Er hat unsere Krankheit getragen“ (Jes 53,4a) auch Pate für die Erzählung von der
| Heilung des „Ausätzigen“ stand, ist generell vom „Austausch“ geprägt, so auch das Sich-unter-die-Abtrünnigen-rechnen-Lassen im Sinne des
| „Mein Knecht, der gerechte, macht die Vielen gerecht; er lädt ihre Schuld auf sich. ... Er hob die Sünden der Vielen auf und trat für die Abtrünnigen ein“ (Jes 53,11d.12c).
br
| Daher ist es wahrscheinlich, dass Entleerung und Erniedrigung des Gottgleichen „bis zum Tod am Kreuz“ analog im Sinne eines „Austauches“ zu verstehen sind:
br
| um den Menschen, der in die Tiefe der Gottferne gefallen war, zu Gott zu erhöhen, ist der Gottgleiche in die Tiefe der Gottferne den Tod am Kreuz hinabgestigen.
li
| Der Hymnus weist im Vergleich zum Gottesknechtslied eine doppelte Radikalisierung auf:
br
| Der „Austausch“ geschieht als Entleerung und Erniedrigung von der höchsten Stelle der Gottgleichheit herab in die tiefste Tiefe der Todes am Kreuz,
br
| und die Erhöhung stellt nicht „unter die Großen und Mächtigen“, sondern verleiht „den Namen, der <i>größer</i> ist als alle Namen“.
li
| Insgesamt wird man sagen können, dass bis zum soteriologisch verstandenen „Tod am Kreuz“ die Heilung des „Aussätzigen“
| genau das erzählt, was der Philipperhymnus besingt, nur dass die Erzählung von Jes 53,4a her das Bild „gesund ↔ krank“ nutzt.
br
| Wie der Philipperhymnus vom Vierten Gottesknechtslied inspiriert ist, so auch die Heilung des „Aussätzigen“,
| die aber im Kontext der konzentrischen Gliederung auch mit dem Philipperhymnus in Beziehung steht.
//- li
| In diese Analogie der Erniedrigung des Gottessohnes im Philipperhymnus und bei der Heilung des Aussätzigen
| ist die Parallele im Handeln des Gottessohnes Jesus und der Söhne des Zebedäus einzubinden:
br
| Auf der soteriologischen Ebene gilt:
br
i Der Gesunde Jesus wird „krank“, damit der Kranke gesund wird.
| Dies führen die Söhne des Zebedäus weiter, indem sie künftig Menschen „reinigen“ und dabei diesen „Austausch“ Jesu vergegenwärtigen und zur Anwendung bringen.
br
| Dazu kommt aber, dass diese Reihung auf das zu übertragen ist,
| was von den Söhnen des Zebedäus neben dem Netzreinigen (→ Ausgangspunkt für ihr späteres soteriologisches Handeln) noch erzählt wird;
br
| dabei ist vom „Austausch“ Jesu her auch dort ein „Austausch“ zu ergänzen auf der ethischen Ebene:
br
i Die Habenden verzichten, damit die, die nichts haben, etwas haben.
br
i Der Mächtigen werden zu Dienern, damit die, die Diener sind, bedient werden.
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h5.card-title Die Söhne des Zebedäus: Berufen zum Dienst am Menschen
h6.card-subtitle.text-muted „Austausch“ in einem ethischen Sinne als Nachfolge Jesu
hr
ul.card-text
li
| Über das Stichwort „Sohn“/„Söhne“ sind die Söhne des Zebedäus (→ Mitte der konzentrischen Gliederung) mit dem „Sohn (eines) Gottes“ (→ oberes Ende der konzentrischen Gliederung) verbunden,
br
| über die sprachliche Ähnlichkeit „rein machen“/„Netze reinigen“ mit der Heilung des „Aussätzigen“ durch Jesus (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung).
li
| Wie die Söhne des Zebedäus ihren Vater verlassen und damit die Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb aufgeben, um Jesus nachzufolgen,
br
| so hat der Gottgleiche seine himmlische Herrlichkeit und die damit verbundene Stellung dort verlassen:
ul.card-text
li
| Der Eintritt in die Nachfolge Jesu bedeutet für die Söhne des Zebedäus, aus einer Welt des Habens auszubrechen:
br
| sie verlassen mit ihrem Vater auch den irdischen Besitz der Familie, der so legen es die Tagelöhner nahe nicht zu klein gewesen sein kann.
br
| Hier ist eine Analogie zum Gottessohn zu sehen, der seine himmlische Herrlichkeit verlassen,
| sich entäußert hat.
li
| Und wie der Gottessohn durch seine Erniedrigung zum Diener, zum Sklaven wurde, gehorsam bis zum Tod am Kreuz,
br
| so lassen sich die Jünger für die Sache Jesu in Dienst nehmen angedeutet nicht zuletzt im Gehorsam gegenüber Jesus,
| von dem sie sich ohne Umschweife in die Nachfolge rufen lassen.
li
| Während bei Simon und Andreas ihr Netzeauswerfen unmittelbar bei der Berufung mit der Bestimmung, „Menschenfischer“ zu werden, aufgegriffen wird,
br
| fehlt ein analoger Erzählzug bei Jakobus und Johannes, die gerade ihre Netze reinigen;
br
| dies wird hier indirekt nachgeholt, indem das Handeln Jesu am „Aussätzigen“ (→ „rein machen“) mit dem Handeln der Zebedäussöhne bei ihrer Berufung
| (→ „Netze reinigen“) durch eine sprachliche Ähnlichkeit verbunden wird:
br
| sie, die einst „Netze gereinigt“ haben, werden künftig in der Taufe „Menschen reinigen“ und dabei den von
| Christus vollzogenen „Austausch“ mit dem „Aussätzigen“ (= Sündern) im Tod am Kreuz vergegenwärtigen und zur Anwendung und Auswirkung bringen;
br
| so setzt sich in ihrem Wirken die Erlösung in Christus fort (s. o.).
li
| Weil das Thema „Austausch“ für die Erzählung von der Heilung des „Aussätzigen“ konstitutiv ist und
| das Handeln Jesu mit dem der Zebedäussöhne verknüpft ist,
| ist nahegelegt, dass das Thema „Austausch“ auch bei den Söhne des Zebedäus eine Rolle spielen muss.
li
| Allerdings kommt es beim „Menschen reinigen“ also der Taufe nicht zu einem „Austausch“ der Jünger mit den Täuflingen (in dem Sinne, dass die Taufspender „unrein“ werden würden).
br
| Dadurch entsteht eine Spannung, die aufgelöst werden muss.
li
| Hier kann folgender Gedankengang helfen:
br
| Das „Rein machen“ des „Aussätzigen“ ist mit dem „Austausch“ Jesu mit dem „Aussätzigen“ (→ „er hat unsere Krankheit getragen“) identisch;
br
| damit wiederum ist löst man die Bildsprache auf identisch, was der Philipperhymnus bis zum „Tod am Kreuz“ besingt;
br
| Entleerung und Erniedrigung des Gottgleichen im Philipperhymnus ist aber
| analog von den Söhnen des Zebedäus erzählt, die ihren Vater und damit die Stellung im väterlichen Betrieb verlassen
| und in den Dienst Jesu treten. Genau damit lässt sich der Gedanke des „Austausches“ verbinden im Sinne der Nachfolge.
br
span.small
| Verkürzt könnte man auch sagen:
br
| Weil das Thema „Austausch“ bei der Heilung des „Aussätzigen“ zentral ist, dieses sich aber nicht mit der
| Analogie „(Menschen) rein machen“ „Netze reinigen“ verbinden lässt,
br
| ist in die Analogie zwischen Jesus und den Zebedäussöhnen das hineinzuholen, was von letzteren
| neben dem Netzereinigen noch erzählt wird, nämlich das, womit sie auf den Ruf in die Nachfolge antworten
| und womit sie dem Vorbild des Gottgleichen im Philipperhymnus folgen;
br
| vom „Austausch“ Jesu her ist dort ein „Austausch“ zu ergänzen.
br
| Oder, nochmal anders ausgedrückt:
br
| Der „Austausch“ Jesu mit dem „Aussätzigen“ bedeutet für die Jünger, dass sie nun in der Taufe „Menschen reinigen“ können von Schuld.
br
| Von dieser soteriologischen Ebene ist auf die ethische Ebene zu gehen, weil der „Austausch“ mit dem „Aussätzigen“ durch Jesus ein Bild ist
| für seine Entäußerung und Erniedrigung zum Sklaven bis zum Tod am Kreuz; bei dieser Rückübertragung müssen die Söhne des Zebedäus
| mitgenommen werden, also ist statt der Verbindung „Netze reinigen → Menschen reinigen“ das in Blick zu nehmen, was im Zuge des Eintritts in die Nachfolge
| von ihnen auf der ethischen Ebene erzählt wird und womit sie dem Vorbild des Gottgleichen im Philipperhymnus folgen;
| dort ist der „Austausch“ einzutragen.
li
| Der Evangelist will also sagen:
ul.card-text
li
| Wie Jesus bei der Heilung des Aussätzigen einen „Austausch“ vollzogen hat:
br
i Der Gesunde Jesus wird „krank“, damit der Kranke gesund wird.
li
| So sollen auf die ethische Ebene übertragen auch die Jünger einen „Austausch“ vollziehen:
br
i Die Habenden verzichten, damit die, die nichts haben, beschenkt werden.
br
i Der Mächtigen werden zu Dienern, damit die, die „Letzte“ sind, bedient werden.
br
| Denn gerade dies ist das Handeln des Gottessohnes nach dem Philipperhymnus, das für die Menschen Erlösung gebracht hat.
li
| So erhält das ethische Handeln der Zebedäus-Söhne bei ihrer Berufung ein Gegenüber, wie das soteriologische
| Handeln Jesu und der Jünger schon immer ein Gegenüber hatte:
br
| Ihr Verzicht und ihr Gehorsam Jesus gegenüber geschieht nicht in ein „Nichts“ hinein, auch nicht primär um eines
| himmlischen Lohnes willen,
br
i sondern geschieht zugunsten eines menschlichen Gegenübers, mit dem es in gewisser Weise zu einem „Austausch“ kommt.
br
| Damit zielt Nachfolge auf die umfassende Verwandlung der Lebensumstände im Hier und Heute: der eigenen zugunten der von anderen
| im Sinne einer Teilhabe an der „Neuheit des Lebens“ und des „Aufrichtens von Menschen“.
li
| In diesem Sinn bilden das „soteriologische Element“ (→ „Menschenfischer/-reiniger“) und das „ethische Element“ (→ Verzicht, Sich-in-Dienst-nehmen-Lassen)
| von Nachfolge nicht nur eine unlösliche Einheit, es kann sogar von einem doppelten „soteriologischen Handeln“ der Jünger die Rede sein:
ul.card-text
li
| Dass Jesus durch den „Austausch“ (= Tod am Kreuz) den „Aussätzigen“ rein gemacht hat,
| ermächtigt und ruft sie, Menschen im Bad der Taufe rein zu machen.
li
| Aber auch ihr ethisches Handeln in der Nachfolge Jesu hat soteriologische Qualität,
| insofern Menschen aus ihren schwierigen Lebensumständen befreit oder diese zumindest gelindert werden;
br
| dies aber in Analogie, nicht Identität, als indirekte Auswirkung durch analoges Handeln der Jünger,
| nicht als Mitwirkung an der einmaligen Erlösertat Christi.
li
| Durch diese mehrdimensionale Nachfolge im Dienst an den Menschen werden die „Söhne des Zebedäus“ zu „Söhnen Gottes“.
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@ -893,40 +1034,43 @@ block content
hr
ul.card-text
li
| Tod und Auferstehung Jesu wirken sich aus:
| Tod und Auferstehung Jesu, die in der Tauferzählung präsent sind, wirken sich aus:
br
| Die Menschen werden „gesund“, die Dämonen müssen weichen.
br
| → Jesus ist der Eine, der für die Vielen starb;
| → Jesus ist der Eine, der für die Vielen starb: „Mein Knecht, der gerechte, macht die Vielen gerecht; er lädt ihre Schuld auf sich.“ (Jes 53,11 b);
br
| dies verbindet sich mit der Übernahme des „Aussatzes“ des „Aussätzigen“, der dadurch gesund wird (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung).
li
| In der Auferstehung (→ „als er aus dem Wasser stieg“) wird Jesus „dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzt als Sohn Gottes in Macht“ (→ Röm 1,4);
| An dieser Tat Jesu hat Gott sein Wohlgefallen, wie es in der Taufszene ausgesprochen wird.
li
| In der Auferstehung (→ „als er aus dem Wasser stieg“) wird Jesus daher „dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzt als Sohn Gottes in Macht“ (→ Röm 1,4);
br
| entsprechend wird Jesus von Gott angeredet: „Du bist mein geliebter Sohn“.
br
| Gegenüberliegend weichen die Dämonen, die wissen, wer Jesus ist.
li
br
| „Sohn (eines) Gottes“ (→ oberes Ende der konzentrischen Gliederung und Tauferzählung)
| ist Kaisertitualtur im römischen Reich, der Titel des „Ersten“ im Reich;
br
| somit kann sich diese Sohnesbetitelung mit der Verleihung des Namens, „der größer ist als alle Namen“ verbinden.
li
| Im Philipperhymnus wird zwar nicht auf den Gottessohntitel abgehoben, sondern auf den Titel „Kyrios“ (= „Herr“).
br
| Allerdings ist auch dies ein Titel des Kaisers der Bezug zum „Ersten im Reich“ ist so oder so gegeben.
span.small
| Im Philipperhymnus wird zwar nicht auf den Gottessohntitel abgehoben, sondern auf den Titel „Kyrios“ (= „Herr“).
br
| Allerdings ist auch dies ein Titel des Kaisers der Bezug zum „Ersten im Reich“ ist also so oder so gegeben.
li
| Bei der Taufe Jesu wird auch das Wohlgefallen Gottes gegenüber Jesus zum Ausdruck gebracht
| und indirekt wird die „Stimme vom Himmel“ durch den Sohnestitel als „Gott, der Vater“ aufgelöst;
br
| dies lässt sich mit der „Ehre Gottes, des Vaters“ verbinden, der als letzte Instanz über allem steht.
li
| Die Austreibung der Dämonen, die wissen, wer Jesus ist, lässt sich besonders hier, wo es um den „Namen“ Jesu geht (→ Gottessohntitel)
| Die Austreibung der Dämonen, die wissen, wer Jesus ist, lässt sich
| besonders im Gegenüber zur Taufe, wo der Gottessohntitel Jesu im Sinne des „Namen über alle Namen“ aufleuchtet
| auch mit dem Satzteil „damit alle ... unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu“
| im Philipperhymnus verknüpfen:
br
| sie beugen in dem Sinne das Knie vor Jesus, dass sie aus den Menschen weichen und indem sie gehorsam sind, also nicht bekannt machen, wer Jesus ist,
| was die Erzählung indirekt aussagt.
li
| Durch den Sohnestitel wird die „Stimme vom Himmel“ bei der Taufe indirekt als Stimme „Gottes, des Vaters“ aufgelöst;
| das geäußerte Wohlgefallen Gottes und die sich damit verbindende Erhöhung im Sinne der Auferstehung =
| Einsetzung Jesu als „Sohn Gottes in Macht“ legt Zeugnis ab, dass dies alles „zur Ehre Gottes, des Vaters“ geschieht.
.card.slide.border-secondary.mb-2
@ -960,6 +1104,9 @@ block content
| mitbedacht werden:
br
| Auch sie die „unter der Erde“ „beugen ihre Knie vor dem Namen Jesu“, indem sie aus den Menschen weichen und sich an das Schweigegebot halten.
br
| Von dort aus ist hier einzutragen, dass selbst Satan sein „Knie vor dem Namen Jesu“ beugen muss, den Jesus hat seine Versuchung bestanden
| und damit Satan besiegt.
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@ -970,7 +1117,7 @@ block content
br
| er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz
br
| damit alle ... unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu ...
| damit alle auf der Erde ... und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu ...
h6.card-subtitle.text-muted
| Der Eröffnungsruf des Wirkens Jesu und die Dämonenaustreibung in der Synagoge als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung
hr
@ -982,16 +1129,22 @@ block content
| dies verbindet sich mit der Frage des Dämon, ob Jesus gekommen sei, ihn und Seinesgleichen „ins Verderben zu stürzen“:
br
| → Jesus ist gekommen, um dem Dämon „voraus“ „ins Verderben“ zu gehen (→ Tod am Kreuz) und ihn und seinesgleichen auf diese Weise „ins Verderben zu stürzen“.
li
| Gerade dieser Gang Jesu ins Verderben ist fundamentaler Teil des „Evangelium Gottes“; durch Tod und Auferstehung Jesu ist „das Reich Gottes zum Greifen nahegekommen“.
br
| Dieses Evangelium ruft zum Glauben daran und nötigt zur Umkehr: eine Verpflichtung, zu leben, „wie es dem Evangelium Christi entspricht“.
| Insofern es sich dabei um jenen handelt, den der Dämon als „Heiligen Gottes“ bezeichnet eine Ehrbezeichnung! , schwingt jene Erniedrigung mit,
| die der Philipperhymnus besingt.
li
| Der Gang dessen, den der Dämon als „Heiligen Gottes“ bezeichnet eine Ehrbezeichnung! , ins Verderben zur Rettung der Menschen ist Erniedrigung.
li
| Der Titel „Heiliger Gottes“, der auf die Einsetzung Jesu „dem Geist der Heiligkeit nach als Sohn Gottes in Macht“ anspielt,
| Gerade dieser Gang Jesu, des „Heiligen Gottes“, ins Verderben ist fundamentaler Teil des „Evangelium Gottes“;
br
| ist der Name Jesu, vor dem der Dämon die Knie beugt, indem er schweigt und weicht.
| der Titel „Heiliger Gottes“ spielt zugleich auf die Einsetzung Jesu „dem Geist der Heiligkeit nach als Sohn Gottes in Macht“ an
| als komplementärem Bestandteil des „Evangelium Gottes“:
br
| durch Tod und Auferstehung Jesu ist „das Reich Gottes zum Greifen nahegekommen“.
li
| Das Nahegekommensein des Gottesreiches wirkt sich aus und muss sich auswirken:
br
| Wie der Dämon vor dem Namen Jesu, des „Heiligen Gottes“, die Knie beugt, indem er schweigt und weicht,
| sollen auch die Menschen vor diesem Namen Jesu die Knie beugen, indem sie seinem Ruf zu Glaube und Umkehr folgen:
| eine Verpflichtung, zu leben, „wie es dem Evangelium Christi entspricht“.
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@ -1027,11 +1180,12 @@ block content
br
| so wird Jesus von „allen“ gesucht und geht Jesus dann aus der „Wüste“ in die „benachbarten Dörfer“ und zieht schließlich durch „ganz Galiläa“.
li
| Doch kommen die Leute in die Wüste, weil ihre Heimat selber „Wüste“ ist: Ort der Gottferne (→ Jes 40,3: „Wüste“ bezieht sich auf Jerusalem!).
| Doch kommen die Leute zu Johannes in die Wüste, weil ihre Heimat selber „Wüste“ ist: Ort der Gottferne (→ Jes 40,3: „Wüste“ bezieht sich auf Jerusalem!).
br
| So ist auch der Gang Jesu „aus der Wüste“ in die Dörfer eigentlich kein Verlassen der „Wüste“, sondern ein weiteres Vordringen in sie hinein.
li
| Diese „Wüste“ ist der Ort, an den die Begleiter Jesu ihm „nacheilen“ müssen, weil das auch Ort ihrer Sendung ist.
| Diese „Wüste“ ist der Ort, an den die Begleiter Jesu ihm „nacheilen“ müssen, weil das auch Ort ihrer Sendung ist,
| wie sie auch schon Ort der Sendung Johannes des Täufers war.
li
| Da die Umlenkung von der Auferstehungsherrlichkeit auf die Sendung Jesu den Blick auf den Weg der Erniedrigung lenkt, den Jesus im Rahmen seiner Sendung
| auf sich genommen hat,
@ -1048,18 +1202,22 @@ block content
br
| dieser Weg der Erniedrigung des Gottgleichen muss sich im Verhalten der Christen ausprägen.
li
| In diesem Sinn verkündet Johannes die „Taufe des Sinneswandels“, der der Umlenkung vom Blick auf den Auferstanden
| auf die Sendung Jesu und damit auch der eigenen Sendung in der Nachfolge Jesu folgt und
| der als Vorbild den Sinneswandel des Gottgleichen hat, der dieses Gott-gleich-Sein nicht als Raub festhielt, sondern sich entäußerte
| und erniedrigte.
| In diesem Sinn verkündet Johannes die „Taufe des Sinneswandels“, der
ol.card-text
li
| der Umlenkung vom Blick auf den Auferstanden
| auf die Sendung Jesu und damit auch die eigene Sendung in der Nachfolge Jesu folgt und der
li
| als Vorbild den Sinneswandel des Gottgleichen hat, der dieses Gott-gleich-Sein nicht als Raub festhielt, sondern sich entäußerte
| und erniedrigte.
li
| So fällt der Blick auch auf die Askese Johannes des Täufers als Vorläufer Jesu und die Jünger, die Jesus nachfolgen bzw. nacheilen
| (→ Gegenüber und Mitte der konzentrischen Gliederung):
br
| Die Askese des Täufers kann dazu in Beziehung gesetzt werden, dass die Söhne des Zebedäus den Reichtum der Familie (→ Tagelöhner)
| Die Askese des Täufers kann dazu in Beziehung gesetzt werden, dass Petrus und seine Begleiter Jesus nach in die Wüste „herabsteigen“
| und dass die Söhne des Zebedäus den Reichtum der Familie (→ Tagelöhner)
| verlassen und sich von Jesus in Dienst nehmen lassen, womit sie das „Darum“ ernst nehmen und den geforderten Sinneswandel vollziehen.
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| Tatsächlich erzählt die Heilung des „Aussätzigen“, mit dem Jesus im Tod am Kreuz den „Austausch“ vollzieht,
| den Grund und den Ursprung des Evangeliums,
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| zugleich aber auch das Prinzip des Evangeliums, das die Jünger gemäß Phil 2,6-11 aufgeruft, das Handeln Jesu im eigenen
| zugleich aber auch das Prinzip des Evangeliums, das die Jünger gemäß Phil 2,6-11 aufruft, das Handeln Jesu im eigenen
| Handeln nachzuvollziehen.